Im letzten Beitrag ((1) Begriffe) hatte ich mich im Eilzugtempo durchgehangelt – und zwar vom Beginn der Menschheit als Jäger und Sammler über den Nomaden und dann die Hofwirtschaft – bis hin zur modernen arbeitsteiligen Industriegesellschaft, die nun den Weg aus der Klimakrise sucht und hofft, nicht vom Planeten abgeschüttelt zu werden.
Dabei hatte ich eine Zeichnung angefertigt – die ich gleich nochmal wiederholen werde – in der die Konsumstätten und die Produktionsstätten vom Haushalt H getrennt eingezeichnet waren.
Das war gerechtfertigt, da diese zwar in der ehemaligen Hofwirtschaft noch in den Hof integriert waren (ausgenommen vielleicht das Dorfwirtshaus für externen Konsum),
jetzt aber definitiv getrennte geographische Verortungen hatten, die sich von den Verortungen des Haushalts (Hauptwohnsitze und Nebenwohnsitze der Haushaltsmitglieder) unterschieden.
Aber WARUM beschäftige ich mich mit all diesen Begriffen?
Ist es reine Hirnw*****rei, weil ich nicht ausgelastet bin? Nein, da würde ich mich lieber an den Strand legen.
Will ich mein Metier wechseln? Kann ich damit jemandem in den Ar*** kriechen? Eigentlich nicht (außer dem Stift Göttweig vielleicht, das sich mit Nachhaltigkeit beschäftigt).
Möchte ich die Welt vor dem Klimawandel retten? Wäre das nicht ein wenig überheblich? Eben.
Brauche ich mehr Aufmerksamkeit für mein Ego? Vielleicht.
Wahrscheinlich ärgert mich aber nur der schier undurchdringliche Wust von widersprüchlichen Interessen (cui bono?), die offensichtliche Anwendung von Nebelgranaten (was sonst war die Plandemie, frage ich?) und generell die Wüste, die wir alle durchwandern, dürstend nach einem Tropfen Wahrheit.
Ja, es ist die Suche nach Wahrheit, die mich antreibt. Ich muss es zugeben.
Wer liebt noch die Wahrheit? Wer freut sich noch über einen Übeltäter, der beichtet? Wer will das Sein, nicht den Schein?
Wer hält das unangenehme Gefühl von Ent-Täuschung aus, das mit der Ent-deckung der Wahrheit einhergeht?
Das Märchen von der Machbarkeit muss als solches enttarnt werden.
Das Kind muss angesichts des Kaisers neuer Kleider ausrufen: „Aber, der Mann ist ja nackt!!!“
Man verzeihe mir. Dieses Kind bin ich.
2. Ressourcenrelevante Vorgänge
Die oben genannte Zeichnung, die ich nun in Abbildung 2-1 wiederhole, ist ganz praktisch, weil man die ressourcenrelevanten Vorgänge, die mit dem Haushalt H zusammenhängen, schön überblickt (blau eingezeichnet).
Abbildung 2-1: Getrennte Konsum- und Produktionsstätten, Ressourcenrelevante Vorgänge
Eigentlich möchte ich das Bild ja reduzieren, sodass man nur mehr folgende Elemente sieht:
Mich und meine Rumpffamilie (ICH + WIR = Haushalt H)
Die UMWELT (das, wo ICH, WIR und DER MARKT die RESSOURCEN umsetzen)
Den MARKT (dort, wo man für Geld alles bekommt, aber nicht für alles Geld)
Abbildung 2-2: das endgültige Modell für einen modernen Haushalt
In Abbildung 2-2 habe ich das gemacht, das ist jetzt ein sehr übersichtliches Modell.
Dennoch ist das Modell aus Abbildung 2-1 leichter verständlich, wenn man die Ressourcenumsätze verorten möchte (was wir ja wollen).
2.1. Aber laßt uns mal alle Vorgänge (Prozesse) beschreiben
Da sind einmal die auf den Haushalt H bezogenen Güterströme (Vektorgrößen): Produktion, Konsum, Export, Import, Einlagerung und Auslagerung.
In einem Haushalt H mit 15 verschiedenen Gütern wären das also zum Beispiel 15-dimensionale Vektoren.
Da gilt jetzt die Vektorgleichung (zu jedem Zeitpunkt, aber auch als Integral über einen Zeitraum)
Das ist die Knotengleichung für den schwarz eingezeichneten Knoten in Abbildung 2-2, an dem die Güterströme zusammenkommen bzw. abzweigen.
Mit Hilfe dieser Begriffe kann man nun versuchen Prozesse (Vorgänge) zu benennen. Ich nehme wieder einen beliebigen modernen Haushalt, der – beispielsweise – ein erwerbstätiges Mitglied hat, das in einer Firma als Angestellter arbeitet.
Durch gründliches Nachdenken findet man folgende Prozesse (Vorgänge), zuerst einmal die
2.1.1. Prozesse innerhalb des Hauhalts H
Die Produktionsprozesse innerhalb des Haushalts H
(PROD) Produktion des Haushalts (aller seiner Mitglieder)
(PROD-A) Herstellung und Pflege der Produktionsmittel durch eigene Leistung z.B. autodidakte Aus- und Weiterbildung (z.B. Wikipedia lesen), Hausarbeit, Gartenarbeit, Geschirr spülen, Betten machen usw.
(PROD-B) Produktion direkt aus den Produktionsmitteln z.B. Schlafen, Naschen von den Küchenvorräten, Chillen im Garten, alleine im Familienauto spazieren fahren usw.
(PROD-C) Erzeugung für den Direktkonsum z.B. Grillen im Garten, für Familie und Gäste kochen, als Chauffeur Personenkilometer mit dem Privatwagen generieren usw.
(PROD-D) Erzeugung fürs Lager z.B. Marmelade einkochen usw.
(PROD-E) Erzeugung für den Export z.B. Mannstunden für den Arbeitgeber, Abfälle*), Fäkalien*) usw.
*) Abfälle, Fäkalien und dergleichen haben einen „negativen Preis“, sodaß man für ihre Entsorgung zahlen muß. Sogar bei wiederverwendbaren Wertstoffen ist das teilweise so, was aber eigentlich ungerecht ist.
Dann die Importprozesse für den Haushalt H:
(IMP) Importieren für den Haushalt (für alle seine Mitglieder)
(IMP-A) Kauf von / Miete von / importierte Pflege für Produktionsmittel z.B. Studium, Aus- und Weiterbildung, neues Auto, Automechaniker, neues Bettzeug, neue Möbel, geleasedtes Auto usw.
(IMP-B) n/a
(IMP-C) Importe für den Direktkonsum z.B. Essen im Wirtshaus, Transport mit Öffis, Wasser, Fernwärme, Strom usw.
(IMP-D) Importe fürs Lager z.B. Küchenvorräte, Knabberzeug, Batterien, Lämpchen (Reserve PM) usw. aber auch Wertgegenstände als Anlagevermögen (Kunstwerke, Aktien, …)
(IMP-E) Importe für den Export z.B. wenn ich einen Teil meiner Mannstunden outsource (ist aber eher ein unrealistisches Beispiel)
Zum Schluß noch die Auslagerung aus dem/den Lager(n) des Haushalts H
(LAG) Auslagerung im Rahmen des Haushalts H
(LAG-A) Auslagerung für die Produktionsmittel z.B. Ersatzzündkerze fürs Auto (Eigenreparatur)
(LAG-B) n/a
(LAG-C) Auslagerung für den Konsum z.B. Konsum der Marmelade oder der Knabbersachen aus dem Lager usw.
(LAG-D) Umlagerung
(LAG-E) Export aus dem Lager
Wir wollen alle Ressourcenumsätze „RU“ des Haushalts H den Güterströmen Produktion, Import und Auslagerung zuordnen, die Güterströme Konsum, Export und Einlagerung wollen wir nicht mit Ressourcenumsätzen belasten.
Warum?
Man kann sich das so vorstellen, dass am schwarzen Punkt in Abb. 2-2, am Knoten der Güterströme, der Controller der Familie sitzt, der die hereinkommenden Güterströme – nach ihrem Personal- und Ressourceneinsatz – bewertet und dann den Nutzen bzw. Gewinn bewertet, den sie an einem der drei Ziele bringen werden.
So entscheidet er, wohin er welches Gut leitet.
In einer normalen Familie gibt es solch einen Controller natürlich nicht, er ist in dem Fall eine fiktive Vorstellung.
2.1.2. Geographische Verortung des Ressourcenumsatzes „RU“ mit der Umwelt
Der Controller am Güterknoten bewertet folgende Ressourcen
Produktion / Import / Lagerung für die Produktionsmittel(PROD-A)/(IMP-A)/(LAG-A):
„RU“ für die Produktion, „RU“ für die Produktion im Markt (indirekt über den Kauf-/Mietpreis), „RU“ für den Lagerzeitraum des Gutes,
Transport des Gutes von der Produktionsstätte oder vom Lager zu Betriebsmittel(n)
Direkte Produktion aus den/dem Betriebsmittel(n) (PROD-B)
„RU“ für die Produktion
[kein Transport (Produzent = Konsument)]
Produktion / Import / Lagerung für den direkten Konsum (PROD-C)/(IMP-C)/(LAG-C)
„RU“ für die Produktion, „RU“ für die Produktion im Markt (indirekt über den Kauf-/Mietpreis), „RU“ für den Lagerzeitraum des Gutes,
Transport des Gutes von der Produktionsstätte oder vom Lager zum / zu den Konsumenten
siehe auch das nächste Kapitel
Produktion / Import / Lagerung für das Lager(PROD-D)/(IMP-D)/(LAG-D)
„RU“ für die Produktion, „RU“ für die Produktion im Markt (indirekt über den Kauf-/Mietpreis), „RU“ für den bisherigen Lagerzeitraum des Gutes,
Transport des Gutes von der Produktionsstätte oder vom Lager zum (neuen) Lager
Produktion / Import / Lagerung für den Export(PROD-E)/(IMP-E)/(LAG-E)
„RU“ für die Produktion, „RU“ für die Produktion im Markt (indirekt über den Kauf-/Mietpreis), „RU“ für den Lagerzeitraum des Gutes,
Transport des Gutes von der Produktionsstätte oder vom Lager zur Erwerbsstätte*)
*) Als Erwerbsstätte bezeichne ich die Produktionsstätte, an der ich meinen Umsatz mache. Im Falle eines unselbständig angestellten ist das eine Produktionsstätte meines Arbeitgebers – oder auch mein Home Office. Im Falle eines freien Bauern, der seine Güter am Wochenmarkt verkauft, ist das der Markt, der gleichzeitig eine Konsumstätte für die Kunden ist.
2.1.3. Ressourcenumsatz für den Import
Warum produzieren wir eigentlich?
Nun gut, wir MÜSSEN es tun, damit wir konsumieren können.
Und warum konsumieren wir?
Es lässt sich nicht leugnen, wir wollen LEBEN. Und das glücklich und zufrieden.
Ursprung und Ziel alles Wirtschaftens muss sein, dass wir dereinst zufrieden und glücklich in die Ewigkeit eingehen, daran beißt die Maus keinen Faden ab. (Satz 2-2)
Sollen wir also den Ressourcenumsatz bei der Produktion und beim Import durch eine Umsatzsteuer dem Konsumenten anlasten?
Eigentlich nicht, denn dann stimmt die Verortung nicht.
„RU“ bei der Produktion muss man den Produktionsstätte(n) anlasten,
„RU“ beim Transport dem Markt und alles
muss im Endpreis des Produktes „eingepreist“ sein.
Ressourcensparende Produkte sollen günstiger sein als verschwenderische Produkte und dieses Geld soll dort abgeführt werden, wo der Schaden entstanden ist, nicht dort, wo das Produkt konsumiert wird. (Satz 2-3)
2.1.4. Ressourcenumsatz an der Erwerbsstätte
Den Ressourcenumsatz an der Erwerbsstätte darf man in unserem Beispiel nicht dem Haushalt H anlasten, denn dieser exportiert ja nicht, weil er diese Exporte konsumieren möchte, sondern weil er sich vom Erlös seine Importe leisten möchte (siehe Kapitel 2.1.3.).
Die Produktionsstätte produziert das Produkt ja, weil ANDERE Haushalte diese Produkte konsumieren wollen. Diese „RU“ müssen also dem Preis des Produktes angerechnet werden.
Den Transport meiner Wenigkeit zur Erwerbsstätte muss ich aber selber verantworten, denn ICH habe mir ja die Erwerbsstätte ausgesucht.
Aber ich muss doch zugeben, dass ich sehr wenig recherchiert hatte und mir – insbesondere zur Mathematik der 4 heuristischen Kriterien – so allerhand „aus den Fingern gesogen“ habe.
So schwebt über dieser ganzen Aktion ein unangenehmes Gefühl von Pioniertum und gleichzeitiger Befürchtung das Rad neu zu erfinden.
Nun gut, wer mich kennt, der weiß mittlerweile, dass ich eigentlich kein Problem damit habe, diverse Räder immer wieder neu zu erfinden – aber es wäre halt schon toll, wenn ich zumindest das eine oder andere Wikipedia Zitat unter meine Beiträge mischen könnte.
So versuche ich, das Thema – insbesondere die Details – nocheinmal aufzurollen, und muss also einmal beginnen, die Begriffe, die ich verwende, zu definieren (mit oder ohne Zitate).
Da ist einmal die wirtschaftliche Grundmenge, mit der wir uns in unseren Beispielen beschäftigen wollen, nämlich
Das Habitat, der Hof und der Haushalt
Unsere Modellannahme für den Jäger und Sammler, bzw. den Nomaden war ein Abschnitt der Erdoberfläche, das Habitat H, welches für die Sippe von Menschen von Natur aus – also gratis – bestimmte Ressourcen zur Verfügung stellte und bestimmte Mengen von Abfallstoffen aufnehmen konnte.
Mit Hilfe dieser Ressourcen und dem unserer Spezies anhaftenden Ingenieursgeist war es möglich, Güter aller Art zu produzieren, zu konsumieren, und zwischendurch auch einzulagern.
Bei dieser Modellbildung hatten wir Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Habitaten und Sippen vernachlässigt, die Sippe mochte eine Art „interne Währung“ haben, aber eine „externe Währung“ zum Austausch zwischen verschiedenen Sippen hatte diesem Modell gefehlt.
Abbildung 1-1: Wirtschaftliche Vorgänge in einer autarken Sippe
Die Sippe besteht aus
N Mitgliedern,
den Produktionsmitteln PM und
dem Lager.
Die Größen Produktion, Konsum, Einlagerung und Auslagerung werden entweder als vektorielle Stromgrößen angegeben (jedes Element des Vektors ist der Momentanwert eines Güterstromes, gemessen als „Gütermenge pro Zeiteinheit“) oder als vektorielle Gütermengen (Zeitintegrale der Güterströme), bezogen auf einen Durchrechnungszeitraum.
Unabhängig davon gilt für das Modell aus Abbildung 1-1 immer folgende Gleichung:
*) Verluste, die beim Umlagern, Einlagern, Auslagern oder bei der Übergabe der Güter entstehen, sowie Verluste, die im Lager durch Zeitablauf bewirkt werden (z.B. wegen Fäulnis), kommen in dieser Gleichung noch nicht zum Tragen.
Ich würde alle diese Verluste unter dem Begriff „Schwund“ bzw. – wenn wir moralisieren wollen – „Verschwendung“ zusammenfassen, würde diese dem Lager zuordnen, und schließlich schreiben:
Produktion – Konsum = = Einlagerung – Auslagerung (Gl 1.1a gilt für Momentanwerte und Integrale, aber nur bei autarken Sippen)
Einlagerung – Auslagerung – Schwund = = d/dt Lagerstand (Gl 1.2 gilt für Momentanwerte bei allen behandelten Modellen)
Einlagerung – Auslagerung – Schwund = = Lagerstand(t1) – Lagerstand(t0) (Gl. 1.3 gilt für Integrale bei allen behandelten Modellen)
Beispiel: Nomade mit 7 Gütern, Bezugszeitraum April – Oktober
7 Güter
Milch, Butter, Pökelfleisch, Wolle
Gegenseitig-Entlausen, Geschichten-Erzählen
Pullover-Stricken
Bezugszeitraum
April (t0) bis Oktober (t1)
Produktion 500 l Milch 80 kg Butter 50 kg Pökelfleisch 30 kg Wolle 40 x Entlausen 600 h Erzählen 0h Stricken
Konsum 500 l Milch 80 kg Butter 0 kg Pökelfleisch 0 kg Wolle 40 x Entlausen 600 h Erzählen 0h Stricken
Einlagerung – – 50 kg Pökelfleisch 30 kg Wolle – – –
Auslagerung – – 0 kg Pökelfleisch 0 kg Wolle – – –
Schwund = (-, -, 2 kg Pökelfleisch, 1 kg Wolle, -, -, -).
Lagerstand(t1) – Lagerstand(t0) = (-, -, 48 kg Pökelfleisch, 29 kg Wolle, -, -, -)
Die ersten 4 Elemente des Vektors sind klassische Waren, wobei man Milch und Butter wegen fehlender Kühlungstechnologie aber nicht lagern konnte, die letzten drei Elemente sind Dienstleistungen (die per se nicht lagerfähig sind).
Da die Kopfzahl der Menschheit immer größer wurde, stieß man mit dieser Lebensweise an Grenzen, an die Grenzen des Wachstums. Die vorherrschende Technologie reichte nicht mehr aus, um mit Hilfe der natürlichen Ressourcen friedlich und leidlich existieren zu können.
Man konnte nicht einfach den Planeten verlassen (und auch wir sollten uns nicht täuschen, so schnell werden wir das nicht schaffen, dass wir der Klimakatastrophe entkommen; ein paar Milliardäre werden es vielleicht schaffen).
Also benötigte es Innovation.
Man mußte Mittel und Wege finden, um das Land intensiver zu bewirtschaften.
So wurden wir zu Ackerbauern und Viehzüchtern. Dabei war es wesentlich, einen modernen Begriff von Grundeigentum zu entwickeln.
Wir parzellierten das Land und jeder Bauer war auf Gedeih und Verderb „seiner Scholle“ ausgeliefert, ohne großen Spielraum für strategische Manöver zu haben *).
Stimmt das? Nicht ganz!
Denn es entwickelte sich auch der Markt und der Austausch von Gütern (Waren, Dienstleistungen und Daten), wodurch man die Möglichkeit erhielt, auch Güter zu erwerben, zu „importieren“, die man auf dem eigenen Hof nicht oder nur unwirtschaftlich herstellen konnte.
Das Zauberwort hieß Spezialisierung (jeder Bauer spezialisierte sich auf „seine“ Scholle), das zweite und das dritte Zauberwort waren Währungsunion und freier Güterverkehr.
Dass zweite und das dritte Zauberwort machten es notwendig, dass Machtzentren entstanden, in denen sich Fürsten um die Ermöglichung des Handels (also um die Währungspolitik und den Bau öffentlicher Wege) kümmerten.
*) Der gegenteilige Effekt ist bei modernen Unternehmen zu konstatieren, die das Eigentum fürchten, wie der Teufel das Weihwasser. Dem Eigentum werden wir – weiter unten in diesem Beitrag – noch ein eigenes Kapitel widmen.
Abbildung 1-2: Wirtschaftliche Vorgänge in einem Hof mit Außenhandel
Hier gilt die Gleichung
(Produktion – Konsum) – (Export – Import)= = Einlagerung – Auslagerung (Gl 1.1b gilt für Momentanwerte und Integrale, wenn Außenhandel vorliegt)
Was Europäische Geschichte betrifft, befinden wir uns jetzt in dieser kleinen Erzählung mitten in der Renaissance, bzw. auch schon im Barock. Die Machtzentren sind mächtiger als je zuvor, die schönen Künste blühen und wir befinden uns am Höhepunkt, knapp vor dem Niedergang der Universitäten. Die Idee der Universitas, dass man also eine umfassende Bildung anstrebte, um ein ganzheitliches Leben in der Wissenschaft zu führen, trifft zum Schluß angeblich nur mehr auf einen einzigen Menschen zu, auf den sogenannten „letzten Universalgelehrten“, Gottfried Wilhelm Leibniz **).
**) Dieser gesamte Absatz kann hinterfragt werden, da es Spezialisierung auch schon im Mittelalter gab – auch Universitäten – siehe die Kommentare unten von Kardinal Novize Igor
Damals stieß die Menschheit an die Grenzen des wissenschaftlichen Wachstums von Einzelkämpfern.
Wir wissen aber auch, dass zu diesem Zeitpunkt bereits die Druckerpresse erfunden war und dass somit nichts dagegen sprach, in der Wissenschaft kollaborativ zu arbeiten. D.h., man war sich einig, dass internationale Zusammenarbeit und Austausch der Forschungsergebisse der richtige Weg waren, um die Grenzen des wissenschaftlichen Wachstums zu sprengen.
Bis heute sind Wissenschaftler ein sehr mobiles Völkchen geblieben 🙂
Im Gegensatz zur Wissenschaft – die immer ein fürstliches Anliegen und somit gut dotiert war – mußte man im Gewerbe andere Wege gehen, um die Grenzen des menschlichen Gehirns zu sprengen.
Einerseits mußte man die besten Fachleute einer Disziplin agglomerieren, sodass sie sich gegenseitig befruchteten und noch bessere Ergebnisse lieferten – die Menschheit wuchs ja gnadenlos – andererseits mußte man mit diesen Ergebnissen unternehmensweite Standards ausarbeiten, sodass auch weniger talentierte – billigere – Fachleute mit Hilfe dieser Standards fast genau so gute Ergebnisse liefern konnten.
Die Kunden sollten nicht mehr einem bestimmten „Guru“ oder „Meister“ vertrauen, sondern der Marke des Unternehmens.
Der „Meister“, der „Guru“ hingegen verschenkte seine „Skills“, sein „Know How“, sein „geistiges Eigentum“ an den Unternehmer und war danach von dessen Gnade abhängig. Er musste ständig weiterlernen und immer neue Wissensgebiete beackern, um „immer am Ball zu bleiben“ und so weiterhin von Interesse für den Unternehmer zu sein.
Und jetzt – mit diesen Standards – kommen wir zu den interessanten Themen Unternehmensgeheimnisse, geistiges Eigentum, Patentrecht, Markenrecht und Daten / Information im Allgemeinen.
Auch darüber wollen wir – weiter unten – noch ein paar Worte verlieren.
Ich wage also zu behaupten:
So wie die Menschheit bei der Sesshaftwerdung die land- und forstwirtschaftlichen Flächen parzelliert hat, um das Land intensiver zu bewirtschaften,
so hat sie bei der Industrialisierung, (aber eigentlich auch schon beim technischen Fortschritt im Mittelalter **) die Know How Landschaft parzelliert, um das Know How intensiver zu nützen.
Die Firmen haben schließlich von den Universitäten gelernt, dass globale Kooperation die Effizienz steigert und die Standardisierung wurde outgesourced in nationale, kontinentale und internationale Gremien, die seitdem versuchen, sich mit literarischen Werken über Wasser zu halten, indem sie die „Meister“, die „Gurus“ an sich ziehen und immer weitere Know How Gebiete zu besetzen.
Die Universitäten hingegen müssen aufpassen, dass sie nicht zur staatlich geförderten „verlängerten Werkbank“ der Firmen werden.
Denn es ist die heilige Aufgabe der Wissenschaft, neue Know How Gebiete „der himmlischen Sphäre zu entreißen“ und „den Sterblichen zu bringen“.
War es nicht der Halbgott Prometheus, der den Göttern das Feuer stahl und es den Menschen brachte?
Und brauchte es nicht eine ganze Menge James Watts und George Stephensons, die mit ihren Ingenieurleistungen das Feuer zähmten, sodass es letzten Endes in einer Dampfmaschine den Menschen diente?
Die realen Gebiete, in denen der Mensch Land-, Forst- und Fischwirtschaft betreibt, sind beschränkt und man kann diese Formen der Wirtschaft nicht unendlich intensivieren (ohne an Lebensqualität einzubüßen) ***). Das ist die natürliche Grenze, die der Kopfzahl N der Menschheit hier auf Erden gesetzt ist (der Mensch muss sich nur zu einem großen Teil in Städte – Mega-Cities – zurückziehen, damit Platz für die Lebensmittelherstellung bleibt).
***) das ist eine unbewiesene Behauptung „aus dem Bauch heraus“
Aber die virtuellen – die neu erschaffenen – Know How Gebiete, die die Wissenschaft kreiert hat, können von der Wirtschaft beliebig beackert werden, hier ist die einzige Grenze nur die Phantasie der Menschen – und die ist fast grenzenlos. Im Bereich der virtuellen Welten, die wir füreinander entwerfen, könnten wir Milliarden von Menschen sinnvoll beschäftigen.
Es wäre der Menschheit auch zu raten, soziale Leistungen, die bisher nicht nach Euronen bewertet werden – Krankenbesuche, mit Kindern am Spielplatz zu spielen, Jugendarbeit in der Pfarre, Kinderbetreuung usw. – oder auch Sozialberufe oder Gesundheitsberufe aufzuwerten durch monetäres Danke sagen.
Hier hat die Wirtschaft auch noch Wachstumschancen.
Jetzt aber zum Diagramm mit allen Wirtschaftsbeziehungen eines Haushalts H:
Abbildung 1-3: Wirtschaftliche Vorgänge rund um den Haushalt H blau: ressourcenrelevante Vorgänge
Da Konsum, Leben und Produktion heutzutage voneinander meistens getrennt sind (daran könnte vermehrter Einsatz von Home Office etwas ändern), habe ich hier Konsumstätte(n), Produktionsstätte(n) und den Haushalt H getrennt gezeichnet.
Der Haushalt H hat ein privates Lager und private Produktionsmittel, die aber meistens in der Erwerbstätigkeit der erwerbstätigen Haushaltsmitglieder keine oder nur eine geringe Rolle spielen werden.
Aus privater Sicht habe ich ein Nettoeinkommen NE von NE = 17 Einheiten. Mit jeder meiner Arbeitsstunden kann der Chef der Produktionsstätte – das ist eine R&D Abteilung in irgendeinem Unternehmen – einen Umsatz von z.B. 80 Einheiten lukrieren (das ist z.B. der interne Stundensatz). Die fehlenden 63 Einheiten sind der gesamte Overhead GO.
Der gesamte Overhead, das sind alle, aber auch wirklich alle externen und internen Vorleistungen, die durch „meine Produkte“ (die 100% Erwerbs-Produktion), also durch die 63 Einheiten finanziert werden, inklusive Steuern und Sozialabgaben, so sie bereits vom Unternehmer abgeführt werden.
Wenn man meine Private Wertschöpfung = NE / GO = 17 / 63 ~ 27% berechnet, dann wird klar, dass die drei eingezeichneten Produkte nicht „meine Produkte“ sind, sondern dass ich auf die Vorleistungen der anderen Kollegen sozusagen nur „den Schlußstein draufsetze“ (27%), dieser Ehre darf ich mich nicht entziehen.
Und „meine Produkte“ sind ja auch wieder nur Vorleistungen, auf die jemand anderer – intern oder extern – den Schlußstein setzt, und so fort, bis letzten Endes ein Endprodukt ausgeliefert wird, und die letzte Produktionsstätte in der Wertschöpfungskette einen Umsatz erzielt sowie Umsatzsteuer abführt.
Betriebswirtschaftlich hat natürlich jedes Produkt – und jeder Mitarbeiter – verschiedene Werte der Wertschöpfung, nur für mich privat kann ich das am Nettoeinkommen und am erzielten Bruttoumsatz ablesen.
Alle drei – Konsumstätte(n), Haushalt H und Produktionsstätte(n) *) – sind an sich geographisch verortet, was notwendig ist, um den Ressourcenumsatz den entsprechenden politischen Gebietskörperschaften zuzuordnen – wenn meine Firma im Nachbarort steht, dann ist auch der Bürgermeister des Nachbarortes zuständig, den Ressourcenumsatz der Firma zu besteuern.
*) Die Produktionsstätte(n), in der/denen ich mein Geld verdiene (erwerbe), nenne ich deswegen auch Erwerbsstätte(n), um klar zu machen, dass für mich nicht die dortige Produktion im Mittelpunkt steht, sondern der Gelderwerb**).
**) Hier kratze ich an alteingesessenen Mythen, ich weiß 😉
„RU“ steht also für den – geographisch verorteten – Ressourcenumsatz, der je nach Umweltgesetzgebung entsprechend subventioniert und/oder besteuert wird.
Auch der Markt hat einen Ressourcenumsatz, welcher entlang der Transportrouten und in den Zwischenlagern zu verorten ist.
Die Vorleistungen, die Güter der externen Vorleister, müssen erst zur Produktionsstätte transportiert werden, ausserdem gibt es sicher die eine oder andere Dienstreise vom Vorleister zur Produktionsstätte. All das ist der Vorleistungsverkehr „VLV“.
Berufsverkehr „BV“ = ich muss mich ja – zumindest zwei-, dreimal die Woche, körperlich zur Produktionsstätte begeben.
Konsumverkehr „KV“ – Konsum findet ja nicht immer in den eigenen vier Wänden statt.
Wer für welchen dieser Ressourcenumsätze verantwortlich ist – dafür aufzukommen hat – damit möchte ich mich später in dieser Serie noch beschäftigen.
Jetzt aber zu meinem Lieblingsthema:
Alles dreht sich heute um geistiges Eigentum
Zum Vermögen (eines Individuums, einer Familie, einer Firma, einer staatlichen Einrichtung, einer NGO/NPO), zählen nicht nur die drei Arten von Gütern, die wir bereits kennen, also
Waren,
Dienstleistungen und
Daten.
Nein, zum Vermögen zählen auch Rechte.
Ich würde sagen, Rechte sind – so wie auch Geld – eine spezielle Form einer Ware:
sie lassen sich nicht kopieren (zumindest nicht unautorisiert),
sie sind gut lagerbar,
aber es ist manchmal schwer, ihren Wert in Euronen anzugeben.
So, wie Geldscheine eigentlich nur ein „Recht auf Güter“ sind (ein Schuldschein der Zentralbank), so sind Aktien verbriefte Anteile am Eigentumsrecht über eine Firma*).
Patentrechte und Markenrechte sind Rechte, bestimmte Verfahren zur Lösung eines technischen Problems gewerblich zu nutzen (Patentrecht) und andere Marktteilnehmer daran zu hindern, bzw. gewisse einprägsame Merkmale im Zusammenhang mit einer Marke zu verwenden (Markenrecht) und andere Marktteilnehmer daran zu hindern.
*) Eigentum ist das Recht, über eine Sache zu verfügen, einschließlich dem Recht, diese Sache zu zerstören. Dieses Recht ist nur eingeschränkt durch einen „sozialen Vorbehalt“, wonach sich der Eigentümer bezüglich dieser Sache nicht so benehmen darf, als wäre er der einzige, der mit dieser Sache zu tun habe. Sogenannte Stakeholder (die aufgrund irgendeiner Tatsache ein natürliches Interesse haben, bei dieser Sache mitzureden) haben also so etwas wie ein „natürliches Mitspracherecht“. Das letzte Wort hat aber der juristische Eigentümer.
Wir haben davon gesprochen, dass der „Guru“ bzw. der „Meister“ sein „geistiges Eigentum“ dem Unternehmer abgetreten hat, welcher dann daraus Patentrechte bzw. Markenrechte lukrierte.
Aber worin fußt eigentlich das „Recht“ eines „Gurus“ oder eines „Meisters“, über „seine Werke“ zu „herrschen“?
Das wollen wir im nächsten Kapitel ventilieren.
Urheberschaft ist gottgegeben, Eigentum ist nur geborgt
Jeder Urheber eines Kunstwerkes oder eines literarischen Werkes (also auch einer Software) hat von selbst – ohne Zutun – das Urheberrecht, einzig und allein durch die Tatsache, dass er/sie dieses Werk erschaffen – geschöpft – hat.
Das erinnert ein wenig an das Recht Geld zu schöpfen, welches nur der Zentralbank zukommt.
So wie Geldscheine vom Zentralbankgouverneur unterschrieben werden, so werden Kunstwerke und literarische Werke (und Software) oft vom Schöpfer signiert. Diese Unterschrift garantiert für den Wert des Werkes – bzw. des Geldes.
Das Urheberrecht kann weder verkauft noch sonst irgendwie weitergegeben werden, es ist und bleibt ein Recht des Urhebers und ist bis 70 Jahre nach dessen Tod wirksam.
Erst 70 Jahre nach dem Tod eines Künstlers kann man seine Werke bedenkenlos nutzen.
Ein bisschen schwieriger wird die tatsächliche Durchsetzung des Urheberrechts, insbesondere bei digitalen Daten, welche schwer vor dem Kopieren geschützt werden können.
Was den Umgang mit Daten und Software betrifft, herrscht heutzutage noch ein heilloses Chaos von verschiedensten Ansätzen (DRM, Upload-Filter, usw.) und ich kann einem geldgierigen Jüngling keinesfalls empfehlen, in das Metier der IT einzusteigen. Das rechnet sich nicht. In der IT brauchst Du ein gerüttelt Maß an Altruismus, insbesondere gegenüber Deinem Arbeitgeber, der Dich beim Jammern immer noch haushoch schlägt 🙂
Ich bevorzuge die Begriffe vom Erstling und von der Kopie.
Das Erstellen des Erstlings einer Software ist eine Dienstleistung und es ist immens teuer.
Das Erstellen einer Kopie des Erstlings ist saubillig – und es ist ebenfalls eine Dienstleistung.
Beide Programme – Erstling und Kopie – leisten aber dasselbe. Wie soll man das monetär bewerten?
Wenn man eine Herangehensweise wählt, mit der man a) den Erstling „im Griff behält“ (sog. „geschlossener“ Erstling) und b) das unkontrollierte Weiterkopieren der Software technisch unterbindet, dann kann man die Kosten des Erstlings in den Lizenzen für die Kopien einpreisen. Das ist aber tendenziell unzuverlässig und es neigt dazu, aus offenen Gesellschaften geschlossene zu machen.
Bei einem „offenen“ Erstling tendiere ich dazu, dessen Erstellung als einen „Dienst an der Gesellschaft“ zu interpretieren, der auch von der Öffentlichkeit entsprechend abgegolten wird. Das Modell wäre ähnlich wie die Arbeitsteilung zwischen Wissenschaft – öffentlich finanzierte Dickbrettbohrer – und privatem Sektor – privat finanzierte Dünnbrettbohrer.
Die Öffentlichkeit kümmert sich um die Erstellung des offenen Erstlings und die Infrastruktur für das Kopieren (mit „Öffentlichkeit“ kann auch eine NPO/NGO gemeint sein), die Privatwirtschaft kümmert sich um die Hardware, die zum Ablauf der Kopie benötigt wird.
3D Drucker – Druckerpresse Next Generation
Bis jetzt war es so, dass die Hardware eines Computers fix vorgegeben ist.
Der Computer steht einmal so herum, und ist „an sich“ ein Generalist. Er ist a priori in der Lage, Daten zu verarbeiten und durch die Verarbeitung der Daten durch eine bestimmte Software wird aus diesen Daten dann nützliche Information.
In der Computer-Hardware und in der Firmware sind alle möglichen S/R-Schemata „angelegt“, die dann durch die konkrete Software erst konkret durchgeführt werden.
Die Diskette mit dem Label „MS Flight Simulator“ IST kein Flugsimulator, aber sie MACHT einen Flugsimulator aus dem PC.
Einige wenige Spezialisten haben viele Stunden investiert, um den „MS Flight Simulator“ zu erstellen, aber jetzt ist er 1-2-3 kopiert und kann von jedem mathematischen Laien verwendet werden, um komplexe flugdynamische Berechnungen anzustellen, die einem das Gefühl geben „ich fliege“.
Und mit dem 3D Drucker gehen wir jetzt einen Schritt weiter. Mit Hilfe dieses Geräts bin ich nicht auf die generalisierte Hardware eines PC oder einer Konsole angewiesen, nein ich kann spezifische Hardware selbst erstellen, wieder aufgrund der harten Arbeit einiger Spezialisten, die den Bauplan erarbeitet haben, den ich dann in den 3D Drucker füttere.
Wie Ihr wisst, halte ich den Begriff der Digitalisierung für fehlgeleitet. Schon in den 90er Jahren war die allermeiste Hardware, die wir benutzten, digital. Analoge Hardware gibt es jetzt kaum noch.
Ich denke, dass der Begriff „Virtualisierung“, bzw. „Computerisierung“ den Sachverhalt besser treffen würde.
Seit dem Mai des Jahres 2021 beschäftige ich mich mit den Themen „Nachhaltigkeit“ und „Regionalität“, und versuche auf eine autodidakte Art und Weise die Basis für einen Umgang mit diesen Themen zu finden.
Wenn Dich die gesamte Schriftenreihe interessiert, dann beginnst Du am bestenHIER.
Jetzt möchte ich einmal weitere Beiträge zu diesem Themenkreis umreissen, die mich interessieren – und über die ich im Laufe der nächsten Wochen und Monate noch schreiben möchte – und Euch vielleicht bitten,
zu artikulieren, wenn Euch eines dieser Themen besonders interessiert.
Dann werde ich dieses evtl. vorreihen.
1. Thema: Das heuristische Kriterium für Gleichgewicht und Nachhaltigkeit
In einem der allerersten Beiträge hatte ich behauptet, dass das Kriterium
bezogen auf einen bestimmten Haushalt, angebe, ob ein Haushalt nachhaltig bzw. „ausgeglichen“ agiere.
In diesem Beitrag möchte ich dieses Kriterium, hauptsächlich an Hand von Beispielen, hinterfragen und zu einer endgültigen Aussage gelangen.
Dabei möchte ich auch den Begriff der Wertschöpfung hinterfragen und den Begriff der Regionalität.
Ich möchte aufzeigen, dass dieses Kriterium eben eigentlich nichts mit Nachhaltigkeit zu tun hat (was ich vermute).
2. Thema: Das heuristische Kriterium über „gebunkertes“ Vermögen
In den ersten 5 Beiträgen hatte ich dieses Kriterium entwickelt, welches behauptet, dass
der Umgang mit „gebunkertem“ Vermögen darüber entscheide, ob man Ressourcen verschwende (ein Extrem – zuviel gebunkert / Überfluß / Schwund) oder ob man den Haushalt untragbaren Risiken aussetze (anderes Extrem – zuwenig gebunkert / Mangel in der Krise).
Anhand von detaillierten Beispielen, möchte ich dieses Kriterium
a) auf die moderne Zeit anwenden
b) in Verbindung zum Begriff der Nachhaltigkeit bringen
c) klar machen, dass es aber nichts mit Regionalität zu tun hat
3. Thema: Das Kriterium mit den Naturgesetzen
Bei der Beschäftigung mit externen Effekten und ihrer Internalisierung hatten wir ein drittes Kriterium aufgestellt:
Wenn sich ein Haushalt an die Naturgesetze hält (und damit sind sowohl die Natur des Universumsals auch die Natur der Lebewesen, insbesondere der Menschen gemeint), dann wird er nachhaltigen – auch wirtschaftlichen – Erfolg haben.
Dieses wollen wir hinterfragen und erklären.
4. Thema: Kopfzahl N
Warum tendieren Gruppen zum Wachstum? Was ist es, das uns dem Wachstum hörig macht?
möglichst viele Kinder haben / die Welt verändern?
sich ausbreiten „wie ein Ölfleck“?
—–> die Grenzen des Wachstums
Was genau ist Wachstum? Angebot und Nachfrage? Die drei Arten, zu einem Preis zu kommen?
Sollen wir N reduzieren? Wie könnte das gehen? Verschiedene verrückte Ansätze. Stadt versus Land. Die Schlacht wird am Land geschlagen.
Nachhaltigkeit – Sustainability – Größe der Menschheit (wachsen oder schrumpfen) – einschneidende Ereignisse (notwendig oder nicht?)
5. Thema: Was kann ein einzelner Haushalt tun?
die verschiedenen Verschachtelungen: Individuum, Haushalte vom Typ 1.) – 4.)
sustainable growth aus Sicht eines einzelnen Haushalts (was können WIR tun?)
6. Thema: Noch einmal (geistiges) Eigentum („mein“ Thema)
Natürliches Eigentum (Stakeholder) vs. Juristisches Eigentum (Shareholder)
Urheberschaft ist gottgegeben / Eigentum ist nur geborgt
noch einmal „geistiges Eigentum“ – mein Thema (the mission)
Wenn Euch eines dieser Themen besonders interessiert, gebt mir doch ein Zeichen.
Oder ist jemand der Meinung, dass der gesamte Themenkomplex eigentlich HIER schon ausgelutscht ist?
Wie sich im Laufe der letzten Wochen und Monate herausgestellt hat – als ich diese Serie von Beiträgen geschrieben habe – siehe auch die Liste ganz am Ende dieses Beitrags und die vier Links
– bin ich in meiner Serie „Vom freien Nomaden zum Sklaven des Marktes“ eigentlich einem Phantom nachgelaufen, nämlich dem:
Kriterium für ethische Führung eines Nomadenstammes bzw. eines Hofes im Feudalsystem
Ob man nichts verschwende – ob der Schwund also möglichst gering sei bzw. dem durch höhere Gewalt verursachten Schwund entspreche – und ob man sozusagen „immer brav aufesse“ und auch das Vermögen „stets in Bewegung halte“, daran sollte sich entscheiden, ob man mit den „Gütern dieser Welt“ ethisch korrekt oder eher unethisch umginge, was sich dann mathematisch darstellen würde wie folgt:
(R – C) = KPT * infl + KAU (XIII.1a), (1 – (K / P + ü)) = shg (XIII.1b).
Aber eigentlich wissen wir nicht genau, was das mit Nachhaltigkeit und mit Regionalität zu tun haben soll. Es war nur die heuristische Setzung eines Gesetzes, eigentlich ohne wissenschaftlichen Hintergrund
– nichts zu verschwenden ist gefühlsmäßig gleichbedeutend mit nachhaltiger Vorgehensweise -,
wie auch schon ganz am Anfang das
heuristische Kriterium für Nachhaltigkeit und Gleichgewicht
Haben wir uns nicht der Wissenschaft verschrieben?
Wollen wir nicht faktenbasiert arbeiten?
Haben heuristische Ansätze hier einen Platz?
Eigentlich schon, denn wenn man es genau betrachtet, beginnt jede Wissenschaft mit heuristischen Ansätzen. Man darf dann nur nicht „im Ansatz stecken bleiben“, sondern muss die Ansätze aufgrund der Wahrheit / Wirklichkeit (also aufgrund der Realität) einer Prüfung unterziehen.
Deshalb sind wir dann in der ZUSAMMENFASSUNG (Links siehe oben) dahinter gekommen, dass wir zuerst die „externen Effekte“ und die „Internalisierung externer Effekte“ verstehen – begreifen – müssen, bevor wir uns ernsthaft mit den Themen Nachhaltigkeit und Regionalität beschäftigen können.
Wieder machten wir einen heuristischen Ansatz (XIII.3)
Wir haben verstanden, dass wir unsere Ressourcenkreisläufe entsprechend der Naturgesetze gestalten müssen, wenn wir nachhaltigen – auch wirtschaftlichen – Erfolg haben wollen.
Unter Naturgesetzen verstehen wir allerdings nicht nur die rein physikalischen Gesetze wie zum Beispiel den Bewegungssatz, sondern wir meinen damit auch die „Regeln des Lebens“, zum Beispiel
den moralischen Grundsatz (XIII.4):
Was Du nicht willst, daß man Dir tu‘, das füg‘ auch keinem andern zu,
dessen positive Formulierung Immanuel Kant als den „kategorischen Imperativ“ bezeichnet hatte.
Nun gut, es geht also – etwas flapsig formuliert – darum, die externen Effekte auf unserer Seite zu haben, und sie uns zu Nutze zu machen und nicht zum Feind.
Aber jetzt gehen die Fragen schon gleich los:
Was ist extern?
Was ist intern?
Wo sind die Grenzen zwischen extern und intern?
Warum soll ich mich um Externa kümmern?
Ich habe doch wirklich genug Probleme mit den Interna!
usw.
Das wollen wir ein wenig sickern lassen.
Gruppenbildung / Arten von Gruppen
Wenn wir uns mit den Begriffen „extern“ und „intern“ beschäftigen wollen, dann müssen wir wohl auch den Begriff der „Gruppe“ in betracht ziehen und erstmal fragen:
Welche Arten von Gruppen gibt es?
Wie kommen Gruppen zustande?
Ist jede Gruppe ein Haushalt?
Ist jeder Haushalt eine Gruppe?
Was ist Verantwortung?
Was haben die Begriffe „extern“, „intern“ und „Gruppe“ mit dem Begriff der „Verantwortung“ zu tun?
Die Gruppe ist das WIR in dem allgegenwärtigen Satz „WIR sind die Guten“, bzw. „WIR sind die Besseren“.
Das, was nicht zur Gruppe gehört, das sind DIE ANDEREN, also „die Schlechten / Bösen“, vor denen man Angst haben muss, vor denen man sich schützen muss und mit denen Kontakt zu haben man am besten generell vermeidet.
Ist es wirklich so?
Natürlich nicht.
Reisen bildet, und je öfter man woanders ist, desto eher kommt man dahinter:
Der Mensch ist überall dieselbe Sau.
bzw.
Der Mensch ist überall derselbe König.
Na gut, das war jetzt alles sehr subjektiv.
Die Gruppe hat aber auch objektiv ihre Vorteile und wird – wenn man es genau betrachtet – bis heute zur Einteilung der Menschheit verwendet.
Schau in Deinen Taschenkalender, bzw. in Dein Smartphone, und Du findest ca. 30 – 100 Adressen, aus denen Dein „Rudel“ besteht.
Diese Anzahl von Menschen kann man gerade noch überblicken, da kann man sich mit den Problemen der anderen noch ernsthaft beschäftigen, nicht so, wie der Kurarzt, der zu seiner Laufkundschaft hunderte – oder gar tausende – Leute zählen darf, der sich aber mit keinem einzigen seiner Kunden ernsthaft auseinander setzen kann.
Dein Telefonbuch ist für Dich die Gruppe Deiner Bekannten.
Dann gibt es eine – kleinere – Gruppe von Menschen, die Du in Deinem Herzen trägst. Das sind Deine Freunde.
Aber so kommen wir nicht weiter, denn wir wollen uns mit dem Begriff des Haushalts beschäftigen.
Beim Haushalt gehen wir davon aus, dass es eine wirtschaftliche Zusammengehörigkeit gibt, das heißt, dass die Mitglieder mehr oder weniger voneinander abhängig sind, was ihren Konsum und/oder ihre Produktion betrifft.
Gerade heute ist diese wirtschaftliche Abhängigkeit von den Freunden und Bekannten eigentlich nicht mehr gegeben, nicht einmal von der eigenen Familie.
Meistens unterscheidet man ja auch zwischen privatem Telefonbuch und geschäftlichem Telefonbuch.
Die nomadisch lebende Sippe, aber auch die Hofgemeinschaft auf einem Bauernhof und die Dorfgemeinschaft, waren engmaschig vernetzte sozio-ökonomische Gefüge, wo man nicht so einfach ein Element herausreissen konnte.
Heute ist das anders.
Heute ist eine Eheschließung nicht mehr als ein „horizontaler Handschlag“, Einstellung und Kündigung von Mitarbeitern findet im Sekundentakt statt und letzten Endes ermöglicht das engmaschige Netz des Sozialstaates, dass es jedem Menschen freigestellt ist, mit Partner, ohne Partner, mit Kindern, ohne Kinder, am Land oder in der Stadt zu leben, jeder genau so, wie es ihm gefällt.
Trotzdem ist eine Familie, sozusagen der Prototyp eines Haushalts, meistens zumindest eine Konsumgemeinschaft, da man ja darauf achtet, möglichst viel gemeinsam zu unternehmen.
Die typische Produktionsgemeinschaft ist dann die Firma, in deren Namen man die erwerbstätige Produktion erledigt.
Die nicht erwerbstätige Produktion beschränkt sich in vielen Fällen auf das Führen eines Haushalts für die Konsumgemeinschaft – Familie – mit all den Tätigkeiten, die dazu notwendig sind, und etwaige Hobbies.
Was zum Kuckuck sind Stakeholder und was hat das mit Shareholdern zu tun?
Wenn wir uns also aus allen möglichen Gruppen nur mit Haushalten, und von denen wiederum nur mit den heute typischen Haushalten, beschäftigen wollen, dann bleiben uns eigentlich:
Familien (eigentlich nur „Rumpf“familien) und Wohngemeinschaften (auch Heime etc.),
private Firmen,
öffentliche Haushalte und eventuell noch
Klöster und Glaubensgemeinschaften, auch sonstige non-profit Organisationen.
Die ersten Fragen, die ich mir stelle, wenn ich an all diese Haushalte denke, sind:
Wo sind die Grenzen des Haushalts bezüglich
des Umsatzes (um wessen Produktion und Konsum geht es?)
des Reingewinns (wer sind die Eigentümer des Haushalts?)
des Vermögens (wessen Eigentum wird in den Haushalt investiert?)
der Entscheidungsfindung (wer ist stimmberechtigt?)
der Verantwortung füreinander
Mitglied eines Haushalts wird man eigentlich aufgrund gemeinsamer Produktion, gemeinsamen Konsums und sonstiger gemeinsamer Tätigkeiten (Lernen, Training, Spiel, sonstige Hobbies).
Sowohl gemeinsame Produktion in Teams als auch gemeinsamer Konsum (z.B. am Mittagstisch!) schweißen Menschen zusammen, wie wir sehr gut wissen.
Und all dies macht uns auch abhängig voneinander, wobei die Abhängigkeiten innerhalb der Gruppe oft schwerer wiegen als Abhängigkeiten zwischen den Gruppen.
Hiezu zählt auch der Begriff der Autarkie, die von manchen Gruppen immer noch angestrebt wird, indem sie versuchen, von allen anderen Gruppen zu 100% unabhängig zu sein, so wie die nomadisierende Sippe es war.
Im Gegensatz dazu steht die Ideologie der Globalisierung, die alle Gruppen möglichst abhängig voneinander sehen möchte, sodass keine Gruppe mehr so überheblich sein kann, Autarkie auch nur im Geringsten anzudenken.
Dieser Wettstreit ist sehr spannend, wobei ich eher darauf wette, dass in nächster Zeit die Regionalisierung fröhliche Urständ feiern wird – obwohl die COVID-19 Impfstoffe ein klarer Erfolg globaler Zusammenarbeit sind.
Vielleicht ist es dieser Konflikt – der Konflikt zwischen den Ideologien der Globalisierung und der Regionalisierung -, der die Diskussionen um COVID-19 unterbewusst anheizt.
Eigentum / Vermögen / Geistiges Eigentum
Dem Begriff des Eigentums begegnen wir eigentlich bereits beim Jäger und Sammler.
Nein, eigentlich sind es bereits die Eichhörnchen, wenn sie Vorräte für den Winter sammeln, die sie an Plätzen verstecken, wo nur sie selber Zugriff haben.
Bei einer Familie ist es nun so, dass es zwar Dinge gibt, die eindeutig einem der Mitglieder „zugeordnet“ sind – meine Uhr, Dein Taschenrechner, Dein Brillianten-Collier und so weiter -, dass es aber auch Vermögenswerte gibt, die man „gemeinsam“ besitzt – Haus, Auto, Staubsauger, Möbel, …….
Im Falle einer Scheidung kann hier die Klärung der Eigentumsfrage bezüglich des gemeinsamen Vermögens recht kniffelig werden.
Auch Unternehmen haben ein Inventar, das „dem Unternehmen an sich“ gehört, wozu das Unternehmen eine sogenannte „juristische Person“ darstellt, die eben an sich Vermögen besitzen und eignen kann.
Aber, und jetzt wird’s eigentlich seltsam:
Wem „gehört“ die Familie an sich?
Wem gehört die Firma an sich?
Wem „gehören“ öffentliche Haushalte an sich?
Und wem „gehören“ Klöster, Glaubensgemeinschaften und sonstige non-profit Organisationen an sich?
Nach dem einfachen Satz „wer zahlt, schafft an“,
sind also eigentlich alle Personen, die Kapital in einer Gruppe anlegen – die in diese Gruppe investieren -, anteilsweise als Eigentümer – oder eigentlich als „Interessenten“ (also „Stakeholder“) – dieser Gruppe zu betrachten.
Der Interessent investiert also einen Teil seines Vermögens in die Gruppe und darf daher – anteilsweise – entscheiden, was in der Gruppe passiert.
Sollte man meinen. So würde es sich aus der Natur ergeben.
Aber wir unterscheiden zwischen „juristischem“ Eigentümer („Shareholder“) und „Interessent“ („Stakeholder“).
Der „juristische Eigentümer“ hat das letzte Wort und auch die letzte Verantwortung für alles, was in der Gruppe so geschieht, der „Interessent“ (Stakeholder) hat kein verbrieftes, aber ein natürliches Mitspracherecht (ich habe das jetzt nicht im ABGB nachgelesen, aber ich vermute, dass es so ist).
1. Bei der Familie sind es meistens die Eltern, die große Teile ihrer Assets in eine Familie investieren, aber es gibt auch Krisensituationen, in denen die Kinder große Teile ihrer Lebenskraft investieren, damit die Familie erhalten bleibt. Ganz zu schweigen von den Großeltern.
Früher hat es den Begriff des „Haushaltsvorstands“ gegeben, aber heute gibt es keinen „juristischen Eigentümer“, der in einer Familie das letzte Wort hätte. Da muss man sich „irgendwie zusammenraufen“.
2. Was die Firma betrifft, ist es eigentlich nicht nur der juristische Eigentümer, der in die Firma investiert, sondern auch ich als Mitarbeiter steuere meine „Skills“ bei, mein „geistiges Eigentum“, der Kunde steuert Geld und Zeit bei, bis das Produkt seinen Vorstellungen entspricht und die Gesellschaft investiert in die Infrastruktur, die von der Firma selbstverständlich benützt wird.
Es ist also nicht nur der „Shareholder Value“, um den sich der Vorstand und der Aufsichtsrat einer Firma kümmern müssen, sondern alle „Stakeholder Values“ müssen berücksichtigt werden:
Reingewinn und Aktienkurs für den juristischen Eigentümer
Gehalt und Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter
Preise und Lieferbedingungen für die Lieferanten
Zufriedenheit für die Kunden
Zufriedenheit für die Gesellschaft im Einzugsbereich der Firma – hier versteckt sich auch die Verantwortung für externe Effekte und Ressourcenpools
3. Die öffentlichen Haushalte – also z.B. staatseigene Firmen, Bundesländer, Gemeinden, Staaten und ähnliches – agieren normalerweise ohne Profite zu generieren. Die Kosten werden von den Steuerzahlern gedeckt, die auf dem Umweg der Wahlen ein Mitspracherecht haben.
4. Wem gehört die Kirche? Rein juristisch ist das egal, da sie als NPO keine Profite an den Eigentümer ausschüttet, auch nicht an Mitglieder.
Als juristische Person hat sie eine ganze Menge Eigentum, bei dessen Verwendung letzten Endes der Papst das letzte Wort hat (letzten!!! Endes).
Ich würde sagen: der Eigentümer der Kirche ist Gott, aber der ist keine Person, die dem irdischen Gesetz unterstünde.
Verantwortung und Entscheidungsfindung
Die Verantwortung betrifft also (siehe oben) immer ALLE STAKEHOLDER (INTERESSENTEN) einer Gruppe.
Beim Nomadenstamm sind die Stakeholder mehr oder minder identisch mit den Mitgliedern.
Als wir in der feudalen Hofwirtschaft den Markt eingeführt hatten, kamen die Kunden und Lieferanten als Stakeholder hinzu, außerdem der Fürst als „Vertreter der Gesellschaft“.
Weiters konnte man – da man exportierte – vom Profit auch dem Gesinde eine Art Gehalt zahlen (in externer Währung) und die Bank kam als Eigentümer ins Spiel, bis der Kredit abbezahlt worden war.
Danach war dann der Bauer sowohl Eigentümer als auch Mitglied des Hofes (nicht jeder Eigentümer einer Gruppe muss auch Mitglied derselben sein).
Beim modernen Menschen muss man unterscheiden.
Meinst Du meine Verantwortung als Familienvater oder meinst Du meine Verantwortung als Mitglied in einer R&D Abteilung?
Das sind zwei verschiedene Paar Schuhe, weil es zwei verschiedene Gruppen sind.
In der einen Gruppe bin ich hauptsächlich Konsument, in der anderen meistens Produzent.
In der einen Gruppe bin ich Shareholder, in der anderen „nur“ stakeholder.
Zusammenfassung
Mit den Sätzen (XIII.1), (XIII.2), (XIII.3) und (XIII.4) haben wir nun – zumindest heuristische – Richtschnüre, die uns helfen sollen, WIE wir uns im Rahmen eines Haushalts und im Namen eines Haushalts entscheiden können.
Wenn wir uns fragen, WER im Namen eines Haushalts und im Rahmen eines Haushalts entscheiden darf, dann hilft uns der alte
Satz (XIII.5) Wer zahlt, schafft an.
So gibt es viele Arten, zu einer Entscheidungsfindung zu gelangen – von denen die demokratischen zu bevorzugen sind -, aber das letzte Wort hat immer der juristische Eigentümer bzw. die juristischen Eigentümer der Gruppe.
Bei dieser Entscheidungsfindung MÜSSEN alle Interessen aller Stakeholder Berücksichtigung finden.
Meint
Euer Christoph
Alle Artikel der Serie (außer der Zusammenfassung)
In einem der letzten Artikel dieser Serie nahmen wir den Faden auf, das industrielle Zeitalter dadurch zu charakterisieren, dass sogenannte „Firmen“ einen „offenen Raum für Know How“ schafften, indem sie den Angestellten einen gewissen Kündigungsschutz boten und im Gegenzug die „Gehirne zu melken“ begannen.
Dadurch, dass die Firma den Angestellten bestärkt – „firmiert“ – sich zu öffnen und die Geheimnisse INNERHALB der Firma preiszugeben, dadurch konnte man die Innovation stärken und eigentlich erst möglich machen.
Wieder einmal war Innovation der Schlüssel, um die Kopfzahl der Menschheit zu vergrößern und effizienter zu wirtschaften.
So wie die Hofwirtschaft den Grund des Fürsten parzelliert hatte, um sich auf gewisse Ressourcenkreisläufe zu spezialisieren, so parzellierte die Industriewirtschaft die Hirne der Untergebenen des Fürsten und spezialisierte sich auf bestimmte Fertigkeiten („Skills“).
Aber immer noch waren Ressourcen gratis.
Die Fabrik entnahm dem Fluss das Wasser gratis und entleerte den Abfall in die Umwelt gratis.
Erst im Zuge verschiedener Katastrophen, dass der mittlere Westen im Kuhmist „erstickte“, dem Waldsterben durch den sauren Regen im 20. Jahrhundert, des großen Plastik“strudels“ im Pazifik anfangs des 21. Jahrhunderts, der drohenden Klimakrise in den 20er Jahren des 21. Jahrhunderts, dem Bienensterben und sonstiger Katastrophen, erinnerten sich die Staaten daran, dass die verschiedenen Ressourcenkreisläufe eine öffentliche Verantwortung waren.
So wie der Bauer selbstverständlich darauf schaute, dass es seinen Wiesen und Feldern, seinen Wäldern und Gewässern gut ging, so mussten die Staaten, die ja meistens von Städtern gelenkt wurden, immer wieder darauf aufmerksam gemacht werden, dass die „Schlacht am Land geschlagen wird.“
Bodenversiegelung, Muren, Bergrutsche, Überschwemmungen, Landwirtschaft, das sind alles essentielle Themen, mit denen der Städter aber nicht so viel anfangen kann.
Aber was hat das mit unserem Gütekriterium zu tun? Ich erinnere:
Heuristisches real- und finanzwirtschaftliches Gütekriterium für Hofwirtschaft im Feudalsystem
(R – C) = KPT * infl + KAU (Gl. III.2a)
(1 – (K/P + ü)) * fBU = shg * fBU (Gl. III.2b)
Wenn wir das Kriterium nun in das industrielle Zeitalter transformieren wollen, müssen wir folgende Fakten berücksichtigen:
So, wie wir im Feudalsystem den „Hof“ als Basis unserer Berechnungen genommen haben (sei es der „Bauern“hof oder der „Hof des Fürsten“), so wollen wir jetzt die „Familie“ als Berechnungsgrundlage nehmen.
Dabei müssen wir berücksichtigen, dass sich Familienleben und Produktion nicht mehr alle auf demselben „Hof“ abspielen, sondern dass eine Familie im Wesentlichen gemeinsam konsumiert, aber an verschiedenen Produktionsstätten („Firmen“) getrennt produziert.
Weiters gibt es in vermehrtem Maße sogenannte „Vorleistungen“. D.h. ich entnehme die Ressourcen für mein Produkt nicht mehr alle direkt der Natur, sondern baue auch auf „Vorprodukten“ anderer Leute (oder anderer Firmen) auf, und in den meisten Fällen wird mein Produkt kein Endprodukt für den Konsumenten sein, sondern von wieder anderen Menschen weiter veredelt werden, bevor es letztendlich eine Umsatzsteuer verursacht.
Anmerkung: das heisst, dass für denselben Gesamtumsatz viel mehr Ressourcen und viel mehr Transporte nötig sind, als in der vorindustriellen Hofwirtschaft. Die Umsatzsteuer deckt also nicht die – externen – Ressourcenkosten.
Andererseits werden durch die hochgradige Spezialisierung Dinge möglich, die sonst unmöglich wären. Zum Beispiel waren im Apollo Programm der NASA zwischen 1961 und 1972 bis zu 400.000 hochspezialisierte Experten beschäftigt, um nur 12 Menschen das Betreten des Mondes zu ermöglichen.
Im Laufe des industriellen Zeitalters kommt man immer wieder neu zur Erkenntnis, dass es eine Aufgabe des Staates ist, vor der er sich nicht drücken darf, nämlich die externen Kosten zu internalisieren. D.h. für den Ressourcenverbrauch muss ein gerechter Preis gefunden werden, der es dem Markt ermöglicht, ökologische und soziale Aspekte mit Hilfe der üblichen Instrumente des Finanzmarktes zu berücksichtigen.
Bleiben wir beim Beispiel des alleinerziehenden Vaters mit zwei Kindern
Bei der feudalen Hofwirtschaft hatten wir eigentlich nur ein einziges Kriterium für ethisch korrekte Hofführung, nämlich sollte die Einlagerung von Vermögen (von Geld- und Sachvermögen) genau die Risiken abdecken, die sich über längere Zeiträume ja immer wieder manifestierten (also letzten Endes immer als eine Art von Produktionsausfall).
Sowohl ein Zuviel als auch ein Zuwenig an Einlagerung wurde als unethisch betitelt.
Um die Ressourcenkreisläufe hatten wir uns keine expliziten Gedanken gemacht, da
der Bauer an seine Scholle durch Eigentum gebunden war – sich also um diese sowieso kümmerte -,
der Fürst durch Leibeigenschaft an seine Leibeigenen gebunden war – sich um diese also sowieso kümmerte.
Nun gibt es keine Leibeigenschaft mehr und der Anteil der Landwirte und der Grundeigentümer an der Gesamtbevölkerung schrumpft und schrumpft, sodass wir uns ernsthaft die Fragen stellen müssen:
Welche Verantwortung(en) hat der „normale“ Mensch noch, wenn er so gut wie kein Eigentum hat?
Welche Verantwortung haben die „Firmen“, die ja immer noch das „Know How“ und die Produktion organisieren?
Welche Verantwortung hat der Staat? Immerhin muss ja irgend jemand die externen Kosten bepreisen, damit sie internalisiert werden können, und das auf eine sozial gerechte Art und Weise.
Ich erinnere an folgendes Bild, welches anschaulich darstellt, wieviel Verkehr und „Ressourcenumsatz“ durch „meine Produktion“ verursacht wird:
73% des Produktes sind „outgesourced“ in Vorleistungen von anderen Produktionsstätten. Den Ressourcenumsatz für die Produktion der Vorleistungen und den Konsum der Vorleister möchte ich nicht „meiner Arbeitsleistung zuordnen“, aber dass die Vorleistungen zu meiner Produktionsstätte transportiert werden müssen, daran bin schon ich schuld. Ich könnte ja auch nach Indien übersiedeln und mit den Vorleistern „gemeinsame Sache machen“.
Das heisst, dass ich alle „ressourcenrelevanten Vorgänge“, an denen „ich schuld bin“, in blauen fetten Buchstaben angebe.
Transport der Vorleistungen (73%) zu meiner Produktionsstätte.
Ressourcenumsatz (RU) wegen meiner Produktion (Wertschöpfung, Nettoeinkommen)
Berufsverkehr (BV), wenn ich zu meiner Arbeitsstätte fahre und wieder zurück
Ressourcenumsatz, den meine Familie in der Wohnung verursacht
Konsumverkehr, den meine Familie verursacht und Ressourcenumsatz an den Konsumstätten
Transport meines Anteiles am Endprodukt vom letzten Erzeuger in der Erzeugerkette über den Markt zum Endkonsumenten. Wenn ich davon ausgehe, dass meine Familie in etwa genauso viel konsumiert, wie sie produziert, dann kann man das als „einen äquivalenten Marktzyklus von 27%“ bepreisen (die restlichen 73% werden von den Vorleistern verursacht).
„Ressourcenrelevante Vorgänge“, die „durch mich verursacht werden)
Es ist also klar, dass Produzenten, Konsumenten und Händler – und insbesondere die „Firmen“, durch die sie sich organisieren – die gemeinsame Verantwortung für „ressourcenrelevante Vorgänge“ tragen, dass diese Verantwortung aber auch in gerechter Art und Weise aufgeteilt werden muss.
Grundprinzip Je weniger jemand mitentscheiden kann, desto weniger Verantwortung trägt er.
An diesem Punkt wollen wir innehalten und beim nächsten Mal weiter machen.
Ich war diese Woche dienstlich in Tel Aviv und unser Gastgeber war so freundlich, für Mittwoch nachmittag eine Führung durch das alte Jaffa (Tel Aviv ist als Vorort von Jaffa entstanden) und durch die älteste „Neighbourhood“ von Tel Aviv, das 1887 gegründete Newe Zedeq, zu organisieren.
Da hatte ich auch das Aha Erlebnis, dass Theodor Herzl eben nicht der Erfinder des Zionismus war, sondern dass er nur eine Idee vom nahen Osten nach Europa gebracht hat, die dort längst existierte.
Da es den jüdischen Bewohnern in Jaffa damals sehr schwer fiel, mit den anderen Bewohnern von Jaffa zusammenzuleben (was heute anders ist. Heute ist in Tel Aviv jedes Straßenschild dreisprachig – hebräisch, englisch und arabisch), haben sie ihr Geld zusammengekratzt, draußen in der Wüste Grundstücke gekauft, eine Neighbourhood gegründet und das Land urbar gemacht. So ziemlich alles, was es dort heute gibt, haben sie mühsam aufgebaut.
Wie oft glaubst Du, jemand liebt Dich, weil Du glaubst, er HILFT Dir. Aber in Wirklichkeit MOTIVIERT er Dich nur, weil er Dir die letzten Leistungsreserven entlocken möchte.
Man spricht ja Buddha den Spruch zu, wonach es einen Unterschied macht, ob man eine Blume nur mag, oder ob man sie liebt. Der, der die Blume nur „mag“, wird sie pflücken und mit nach Hause nehmen, der der sie liebt, wird jeden Tag vorbeikommen und die Blume gießen.
So betrachtet, gibt es auf der Welt eigentlich überhaupt keine Liebe, denn bis zum Schluss wird es immer jemanden geben, der „sich noch etwas von Dir erwartet“. Erst im Jemseits gibt es Ruhe und Geborgenheit.
Und es macht auch einen großen Unterschied, ob Du von Dir selber noch etwas erwartest. Ob Du glaubst, wichtig zu sein, oder ob Du Dich selber nicht mehr wertschätzst.
Und so, wie dieses „Helfen vs. Motivieren“ in Beziehung steht zu „Leistungsdenken vs. Barmherzigkeit“ bzw. „Hilf‘ Dir selbst, dann hilft Dir Gott – weil ich helf‘ Dir sicher nicht!“, so steht all‘ das in Beziehung zu dem großen Thema „Make Leaks not War“ vs. „Ich habe den guten Kampf gekämpft“ nach Paulus (bzw. Djihad nach Mohammed).