Wer ist schuld? – II

Juli 30, 2022

Liebe Leserin! Lieber Leser! Liebe Leser:innen!

Selten – aber doch – muss ich bei meinen Beiträgen nachbessern, weil ich „geschludert“ habe.

Beim letzten Beitrag vom Sonntag, 24. Juli 2022, ist es wieder einmal passiert.

In den einleitenden Worten – im folgenden grau wiederholt – hatte ich noch einigermaßen ordentlich das Grundprinzip von Vorleistungen, Wertschöpfung und Produktionsergebnis wiederholt (das ich schon mehrmals in meiner Laufbahn als Blogger erwähnt hatte).

Jetzt habe ich Euch schon des öfteren mit einem Diagramm gequält, mit einem Diagramm, das man eigentlich als „die“ zentrale Offenbarung der Betriebswirtschaftslehre bezeichnen muss.

Mit einem Diagramm, welches die produktive Arbeit des Menschen – bzw. deren Wert – in Beziehung setzt zum Wert des Ergebnisses, dem „Brutto-Umsatz“ oder auch „Produktionsergebnis“:

Abb. 1: Wertschöpfung = Produktionsergebnis(Wert) – Vorleistungen(Wert)

Wieviel hast Du beigetragen? Was ist Dein Beitrag zum allgemeinen Glück? Deine Wertschöpfung? Fühlst Du Dich schuldig, wenn die Zeiten wieder schlechter werden? Fehlt etwas an Deinem Beitrag? Ist Glück überhaupt machbar?

Große Fragen! Dumme Fragen! Wir möchten ihnen auf den Grund gehen.

Aber, beginnen wir einmal uns mit der Philosophie der Abb. 1 auseinanderzusetzen, bevor wir derart große Fragen wälzen, wie die eben genannten.

Genau genommen wird in Abb. 1 aus der Gesamtproduktion nur ein einzelner Prozess herausgegriffen und dieser (Teil-)Prozess wird in Beziehung gesetzt zum Gesamtergebnis (bzw. zu dessen Wert).

Mit „Wert“ meinen wir hier immer eine „finanzielle Bewertung durch den Markt“ (wer auch immer das ist 😛 ) – viele Menschen sind der Meinung, dass es auch einen „eigentlichen“ Wert gibt, der mit Geld nichts zu tun hat – das wird in Abb. 1 nicht berücksichtigt.

Man unterscheidet also zwischen „Vor“leistungen – das sind alle menschlichen bezahlten Leistungen, die als Voraussetzung erbracht werden müssen, damit der gegenständliche Teilprozess sinnvoll stattfinden kann – und Wert“schöpfung“, das sind alle menschlichen bezahlten Leistungen, die direkt in diesem Teilprozess erbracht werden.

Wenn man zu den Vorleistungen anteilsmäßig auch alle öffentlichen Dienstleistungen rechnet und auch den Gewinn – der ja die Rendite für das Vermögen darstellt, das die Eigentümer als ihre Vorleistung in den Prozess eingebracht haben – und auch all die strategischen Investitionen – die ja eine Vorleistung für eine „gesunde Umwelt/Umgebung“ des Prozesses sind – dann entspricht diese Summe genau dem Brutto-Umsatz, der durch diesen Teilprozess erbracht worden ist.

Danach argumentierte ich – immer noch halbwegs konsistent, im folgenden grau wiederholt – dass die Unterscheidung zwischen „Vor“leistungen und EIGENTLICHER Wert“schöpfung“ ja dazu dienen kann, zwischen Angestelltem/Arbeiter und Unternehmer zu unterscheiden. Ist es doch der Unternehmer, oder zumindest der „unternehmerisch denkende Mensch“, der sich eben auch um die „Vor“leistungen KÜMMERT, während sich der Angestellte/Arbeiter auf die EIGENTLICHE Wert“schöpfung“ – also auf „seine Arbeit“ – konzentrieren kann.

Wer ist der Kümmerer?

Nun kann man sich anhand von Abb. 1 Gedanken machen, wer sich um die Vorleistungen kümmert (wir haben das eigentlich bereits HIER getan).

Die Vorleistungen müssen ja vorher erbracht werden, BEVOR die Wertschöpfung erbracht wird und also auch, BEVOR MAN DAS PRODUKT VERKAUFEN KANN.

Deswegen weiss man eigentlich noch nicht, ob man sich die Vorleistungen überhaupt leisten kann, weil ja noch nicht feststeht, wieviel Brutto-Umsatz man für das Produkt letztendlich bekommen wird.

Das bedarf also einer ganzen Menge organisatorischen und juristischen Talents, das mit der eigentlichen Wertschöpfung (mit der eigentlichen Arbeit) nichts zu tun hat.

Alle diese organisatorischen und juristischen Vorleistungen – ja, das Kümmern um die Vorleistungen ist AUCH eine Vorleistung – übernimmt normalerweise der Unternehmer, sodass sich der Angestellte bzw. der Arbeiter auf die EIGENTLICHE Arbeit konzentrieren kann.

Sodann kehrte ich den Spieß um. Was ist denn TATSÄCHLICH die EIGENTLICHE Wert“schöpfung“?

Die Aufteilung in „Vor“leistungen und Wert“schöpfung“ ist ja doch recht subjektiv, weil eigentlich jeder SEINEN Beitrag als die EIGENTLICHE Wert“schöpfung“ betrachten wird, während alles andere nur „Vor“leistungen seien.

Und tatsächlich gibt es nur einen einzigen Beitrag, der in der Wertschöpfungskette einen HERAUSRAGENDEN, nicht zu ersetzenden Platz einnimmt. Es ist dies der Beitrag des Endbenutzers, des Konsumenten.

Was ist die EIGENTLICHE Arbeit?

Jetz‘ hamm’se ’n Haus jebaut.

Was war jetzt die EIGENTLICHE Arbeit?

Das Ausheben der Baugrube?

Der Ausbau des Kellers?

Das Hochziehen der Mauern?

Das Dach?

Der Innenausbau?

Die Planung?

Die Bauaufsicht?

Die Finanzierung?

Die Auswahl und der Kauf des Grundstücks?

Nun, jeder dieser Teilprozesse, und wir gehen mal davon aus, dass jeder Teilprozess einen eigenen „Process Owner“ hat, also, jeder dieser „Process Owner“ wird das anders sehen.

„Ohne mich könnte das Haus nicht so dastehen, wie es dasteht“, könnte jeder dieser „Process Owner“ mit fug und recht behaupten.

Gut, es gibt schon aus physikalischen Gründen eine bestimmte Reihenfolge. Man kann zum Beispiel nicht das Dach decken, bevor man die Wände hochgezogen hat, aber im Sinne einer NOTWENDIGKEIT bzw. SINNHAFTIGKEIT ist das Dach genauso wichtig wie der Keller. Ein Haus ohne Dach würde den Zweck eines Hauses nicht – oder nur teilweise – erfüllen.

Es ist also hier auf den ersten Blick gar nicht so einfach, zwischen „Vor“leistung und Wert“schöpfung“ zu unterscheiden, oder?

Na ja. Es gibt schon einen herausragenden „Process Owner“.

Wer das ist?

Der Bauherr. Darum ist er ja der BauHERR (oder auch die BauFRAU, natürlich).

Wenn sich der Bauherr nicht entschieden hätte, gegenwärtige und zukünftige Teile seines Vermögens zu opfern, um hier dieses Haus zu bauen, dann wäre dieses Haus hier nicht gebaut worden.

Der Architekt, zum Beispiel, kann das nicht von sich behaupten. Wenn er sich geweigert hätte, dann hätte halt ein anderer Architekt dieses Haus geplant.

Das Haus wäre dann vielleicht nicht genau SO gebaut worden wie es gebaut worden ist – also nicht gleichARTIG – aber sicher gleichWERTIG.

Nur ganz wenige Architekten können von sich behaupten, dass niemand anderer in der Lage ist, gleichWERTIGE Häuser zu planen.

So gibt es im Zusammenhang mit diesem Haus und diesem Grundstück sicher viele Personen, die an der Produktion beteiligt waren, aber nur die Leistung des Eigentümers, der Einsatz seines Vermögens, ist die EIGENTLICHE Leistung, die im Zusammenhang mit all den Vorleistungen der Banken, der Planer, der Bauaufsicht und der Handwerker zur Lebensqualität seiner Familie beitragen soll.

Weil ja der Endbenutzer Teile seines gegenwärtigen und zukünftigen Vermögens „opfert“, um von dem Konsumgut einen Nutzen zu lukrieren, ist er auch derjenige, der der ganzen Wertschöpfungskette erst den Sinn verleiht, ja der sie finanziert.

Und genau hier, bei der weiteren Ausarbeitung des Themas „Endbenutzer“, habe ich dann eben „geschludert“. Ich habe nur mehr Stichworte aneinander gereiht und kurz angerissen, ohne die Gedanken „ordentlich zu Ende zu führen“.

Das will ich nun nachholen:

Wer ist schuld?

Der Markt? Der Souverän? Der Konsument?

Liebe Leser, Ihr kennt vielleicht das Lied „Sie hab’n a Haus baut“ von Arik Brauer. Darin geht es um anonyme „sie“. „Sie“, die uns „a Haus herbaut“ haben, sodass wir keinen Ausblick mehr haben.

Aber sind wirklich diese anonymen „sie“ daran schuld, dass wir keinen Ausblick mehr haben? Gab es da nicht einen einzigen(!) Eigentümer, der diese Entscheidung getroffen hat?

Ist es nicht immer der Eigentümer, der Endbenutzer, der Konsument, der durch seine Entscheidungen, insbesondere durch seine Konsumentscheidungen, erstens die Wirtschaft in Gang hält, und zweitens also auch „schuld daran“ ist?

Schuld insbesondere an der Umweltverschmutzung? Am Klimawandel? An der Lärmbelästigung durch den Verkehr? Am Feinstaub?

Ich würde mit einem klaren und deutlichen JAIN antworten.

JA, weil natürlich der Endbenutzer entscheidet, WAS er konsumiert, bzw. WIEVIEL er konsumiert. Diese Entscheidungen können natürlich von der Notenbank (vom Leitzinssatz) und von der Werbung, vom Marketing, beeinflusst werden, aber letzten Endes stehen sie in der Verantwortung des Einzelnen.

Aber NEIN, weil WIE die Güter produziert werden, das entscheiden der Markt und der Souverän mit seinen Gesetzen, an die sich ja auch der Markt zu halten hat.

Man könnte noch anmerken, dass es viele Leute gibt, die nicht an den freien Willen glauben. Demnach wären die Entscheidungen der Konsumenten und die Entscheidungen der Politiker einfach nur simple Mechanismen, die eigentlich im Rahmen der Evolution PASSIEREN.

Als christlicher Autor gehe ich vom Begriff der Verantwortung aus, die den politischen Entscheidungen und den Konsumentscheidungen innewohnt.

Also:

Der Souverän darf sich nicht einfach so auf den Konsumenten herausreden und der Konsument darf sich nicht einfach so auf den Souverän herausreden.

Beide tragen ihren Teil der Verantwortung.

Der Markt trägt keine Verantwortung, der Markt ist nur ein simpler, leicht zu durchschauender, Mechanismus, den wir in intelligenter Art und Weise nutzen sollten.

Meint

Euer Christoph


Wer ist schuld?

Juli 24, 2022

Liebe Leserin! Lieber Leser! Liebe sonstige Leser:innen!

Jetzt habe ich Euch schon des öfteren mit einem Diagramm gequält, mit einem Diagramm, das man eigentlich als „die“ zentrale Offenbarung der Betriebswirtschaftslehre bezeichnen muss.

Mit einem Diagramm, welches die produktive Arbeit des Menschen – bzw. deren Wert – in Beziehung setzt zum Wert des Ergebnisses, dem „Brutto-Umsatz“ oder auch „Produktionsergebnis“:

Abb. 1: Wertschöpfung = Produktionsergebnis(Wert) – Vorleistungen(Wert)

Wieviel hast Du beigetragen? Was ist Dein Beitrag zum allgemeinen Glück? Deine Wertschöpfung? Fühlst Du Dich schuldig, wenn die Zeiten wieder schlechter werden? Fehlt etwas an Deinem Beitrag? Ist Glück überhaupt machbar?

Große Fragen! Dumme Fragen! Wir möchten ihnen auf den Grund gehen.

Aber, beginnen wir einmal uns mit der Philosophie der Abb. 1 auseinanderzusetzen, bevor wir derart große Fragen wälzen, wie die eben genannten.

Genau genommen wird in Abb. 1 aus der Gesamtproduktion nur ein einzelner Prozess herausgegriffen und dieser (Teil-)Prozess wird in Beziehung gesetzt zum Gesamtergebnis (bzw. zu dessen Wert).

Mit „Wert“ meinen wir hier immer eine „finanzielle Bewertung durch den Markt“ (wer auch immer das ist 😛 ) – viele Menschen sind der Meinung, dass es auch einen „eigentlichen“ Wert gibt, der mit Geld nichts zu tun hat – das wird in Abb. 1 nicht berücksichtigt.

Man unterscheidet also zwischen „Vor“leistungen – das sind alle menschlichen bezahlten Leistungen, die als Voraussetzung erbracht werden müssen, damit der gegenständliche Teilprozess sinnvoll stattfinden kann – und Wert“schöpfung“, das sind alle menschlichen bezahlten Leistungen, die direkt in diesem Teilprozess erbracht werden.

Wenn man zu den Vorleistungen anteilsmäßig auch alle öffentlichen Dienstleistungen rechnet und auch den Gewinn – der ja die Rendite für das Vermögen darstellt, das die Eigentümer als ihre Vorleistung in den Prozess eingebracht haben – und auch all die strategischen Investitionen – die ja eine Vorleistung für eine „gesunde Umwelt/Umgebung“ des Prozesses sind – dann entspricht diese Summe genau dem Brutto-Umsatz, der durch diesen Teilprozess erbracht worden ist.

Wer ist der Kümmerer?

Nun kann man sich anhand von Abb. 1 Gedanken machen, wer sich um die Vorleistungen kümmert (wir haben das eigentlich bereits HIER getan).

Die Vorleistungen müssen ja vorher erbracht werden, BEVOR die Wertschöpfung erbracht wird und also auch, BEVOR MAN DAS PRODUKT VERKAUFEN KANN.

Deswegen weiss man eigentlich noch nicht, ob man sich die Vorleistungen überhaupt leisten kann, weil ja noch nicht feststeht, wieviel Brutto-Umsatz man für das Produkt letztendlich bekommen wird.

Das bedarf also einer ganzen Menge organisatorischen und juristischen Talents, das mit der eigentlichen Wertschöpfung (mit der eigentlichen Arbeit) nichts zu tun hat.

Alle diese organisatorischen und juristischen Vorleistungen – ja, das Kümmern um die Vorleistungen ist AUCH eine Vorleistung – übernimmt normalerweise der Unternehmer, sodass sich der Angestellte bzw. der Arbeiter auf die EIGENTLICHE Arbeit konzentrieren kann.

Was ist die EIGENTLICHE Arbeit?

Jetz‘ hamm’se ’n Haus jebaut.

Was war jetzt die EIGENTLICHE Arbeit?

Das Ausheben der Baugrube?

Der Ausbau des Kellers?

Das Hochziehen der Mauern?

Das Dach?

Der Innenausbau?

Die Planung?

Die Bauaufsicht?

Die Finanzierung?

Die Auswahl und der Kauf des Grundstücks?

Nun, jeder dieser Teilprozesse, und wir gehen mal davon aus, dass jeder Teilprozess einen eigenen „Process Owner“ hat, also, jeder dieser „Process Owner“ wird das anders sehen.

„Ohne mich könnte das Haus nicht so dastehen, wie es dasteht“, könnte jeder dieser „Process Owner“ mit fug und recht behaupten.

Gut, es gibt schon aus physikalischen Gründen eine bestimmte Reihenfolge. Man kann zum Beispiel nicht das Dach decken, bevor man die Wände hochgezogen hat, aber im Sinne einer NOTWENDIGKEIT bzw. SINNHAFTIGKEIT ist das Dach genauso wichtig wie der Keller. Ein Haus ohne Dach würde den Zweck eines Hauses nicht – oder nur teilweise – erfüllen.

Es ist also hier auf den ersten Blick gar nicht so einfach, zwischen „Vor“leistung und Wert“schöpfung“ zu unterscheiden, oder?

Na ja. Es gibt schon einen herausragenden „Process Owner“.

Wer das ist?

Der Bauherr. Darum ist er ja der BauHERR (oder auch die BauFRAU, natürlich).

Wenn sich der Bauherr nicht entschieden hätte, gegenwärtige und zukünftige Teile seines Vermögens zu opfern, um hier dieses Haus zu bauen, dann wäre dieses Haus hier nicht gebaut worden.

Der Architekt, zum Beispiel, kann das nicht von sich behaupten. Wenn er sich geweigert hätte, dann hätte halt ein anderer Architekt dieses Haus geplant.

Das Haus wäre dann vielleicht nicht genau SO gebaut worden wie es gebaut worden ist – also nicht gleichARTIG – aber sicher gleichWERTIG.

Nur ganz wenige Architekten können von sich behaupten, dass niemand anderer in der Lage ist, gleichWERTIGE Häuser zu planen.

So gibt es im Zusammenhang mit diesem Haus und diesem Grundstück sicher viele Personen, die an der Produktion beteiligt waren, aber nur die Leistung des Eigentümers, der Einsatz seines Vermögens, ist die EIGENTLICHE Leistung, die im Zusammenhang mit all den Vorleistungen der Banken, der Planer, der Bauaufsicht und der Handwerker zur Lebensqualität seiner Familie beitragen soll.

Wer ist schuld?

Vielleicht kennt Ihr das Lied von Arik Brauer „Sie hab’n a Haus baut“.

Wer sind „sie“?

Gibt es nicht immer „genau einen“, der für eine Sache verantwortlich ist? Einen Eigentümer?

Wer zahlt, schafft an!

Verantwortung ist die Kehrseite des Eigentums.

Ist es wirklich so, dass der Eigentümer – und also auch der Kunde – letztgültige Entscheidungen trifft?

Hat nicht der Souverän ein Wörtchen mitzureden? (Wer das ist, DER SOUVERÄN, darüber haben wir uns HIER Gedanken gemacht).

Wenn sich also alle Eigentümer beim Gebrauch ihres Eigentums an die Gesetze halten – und ansonsten einfach ihren Bedürfnissen folgen – und trotzdem ist unsere Welt nicht gerade das, was man als ein Paradies bezeichnet. Sind dann die Gesetze falsch? Ist der Souverän schuld?

Na gut, wir halten uns ja NICHT an die 10 Gebote. Wenn wir uns an die 10 Gebote hielten, würden wir auch unsere inneren Bedürfnisse erkennen.

Und wenn wir denen folgten, dann gäbe es auf der Welt keine Probleme.

Meint

Euer Christoph


Was sich der liebe Gott wünscht

Juli 18, 2022

Letzte Woche hatte ich zwei interessante „Erkenntnisse“ (man kann auch „Erlebnisse“ dazu sagen).

ERSTENS habe ich die beiden Worte „Geldmenge Europa“ gegoogelt und kam auf folgenden Artikel:

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/241829/umfrage/entwicklung-der-geldmenge-m3-in-der-euro-zone/

Da kann man klipp und klar lesen, dass die Geldmenge im Jahr 2020 um 11 (elf!!!) Prozent angestiegen ist und im Jahr 2021 immer noch um 7 (sieben!!!) Prozent.

Wenn das nicht die wirkliche Ursache der Inflation ist?

Der Krieg in der Ukraine ist grauslich und sollte unbedingt vermieden werden, keine Frage, aber die Ursache für die Inflation ist er NICHT!

Also, was ist normalerweise die Ursache für Inflation?

  • Wenn die Geldmenge zu groß wird im Vergleich zum Volksvermögen (Sachvermögen + Rechte + Humankapital)
  • Wenn das netto Erwerbseinkommen, das ja der Rendite für das Humankapital entspricht, zu klein ist im Vergleich zur Rendite bei leistungsloser Überlassung von Vermögenswerten
  • Wenn es zuviel gratis Arbeit gibt (sodass die Menschen keine Zeit mehr haben, Erwerbseinkommen zu erzielen)
  • Allerletzte Ursache ist natürlich eine allzu ungleiche Vermögensverteilung (Erpressung, Geiselnahme/Sklaverei, Wucher), weil korrupte Regierung/Administration

Und was kann man gegen Inflation tun?

  • Den Gürtel enger schnallen und weniger konsumieren
  • Seinen ganzen Mut zusammen nehmen und mit weniger Arbeit mehr Geld verdienen
  • Arbeit aufwerten, die bisher gratis getan werden mußte
  • Der Staat muss seine Schulden bei der Zentralbank zurückzahlen, anstatt neue Schulden anzuhäufen
  • Die Reichen müssen sich ihrer Verantwortung für die Armut bewusst werden und für das Sozialsystem – zumindest teilweise – aufkommen, weil der Staat die Steuern auf den Mittelstand senken muss, damit dieser die entlassenen Beamten aufnehmen kann

Aber, ich will nicht jammern, ich hatte ZWEITENS ein nettes Erlebnis beim Beten. Es wurde mir die Erkenntnis geschenkt darüber, was der größte Wunsch Gottes ist.

Der liebe Gott will nicht immer Recht behalten. Einmal, ein einziges Mal nur, einmal im Leben möchte er sich irren.

Er würde sich wünschen, dass ihn die Menschheit einmal nur, ein einziges mal im Leben POSITIV ÜBERRASCHT.

Meint

Euer Christoph

P.S.: der christliche Theologe wird mich daran erinnern, dass Maria den größten Wunsch Gottes bereits erfüllt hat


Vom Kümmern

Juli 2, 2022

Letzte Woche habe ich mich plötzlich gefragt, was eigentlich der wesentliche Unterschied ist, zwischen den beiden Aussagen (A) „Ich habe einen Arbeitsplatz“ und (B) „Ich habe ein Geschäft“.

„Nun gut“, wirst Du sagen: „der Unterschied könnte nicht größer sein, als er ist zwischen selbständig und angestellt“.

Und: „Wo noch könnte es einen größeren Unterschied geben?“

„Trotzdem“, werde ich sagen: „wenn man es auf den allerletzten Grundbegriff der Betriebswirtschaft herunterbricht, auf die Begriffe von Produktionsergebnis (Bruttoumsatz) sowie Vorleistungen und persönlicher Wertschöpfung (Nettoeinkommen), dann kann in folgendem Diagramm kein prinzipieller Unterschied zwischen der Arbeit eines Selbständigen und der Arbeit eines Angestellten festgestellt werden:“

Abbildung 1: Wertschöpfung = Produktionsergebnis – Vorleistungen

Erklärung – Bruttoumsatz

Angenommen, der Angestellte (A) arbeite für eine bestimmte Geschäftseinheit, dann meine ich mit Bruttoumsatz den Anteil des Bruttoumsatzes der Geschäftseinheit, für den er selbst „verantwortlich“ *) ist.

*) in vielen Fällen sind Angestellte z.B. „verantwortlich“ für ihren persönlichen Zeitaufwand, der in Form von internen Stundensätzen an andere Geschäftseinheiten im Unternehmen verrechnet wird.

Im Fall (B) ist es der gesamte Bruttoumsatz des Geschäftes, für den der Eigentümer ja insgesamt „verantwortlich“ ist.

Im Falle eines Einpersonenunternehmens (EPU) ist hier also gar kein Unterschied zum Angestellten zu entdecken, je größer das Geschäft aber wird – je mehr Personen im Geschäft mitarbeiten – desto stärker wiegt natürlich die Verantwortung der Eigentümer, wie wir zugeben.

Verantwortung hat jedoch in obigem Diagramm keinen Platz
(da geht es nur ums Geld, um Umsätze, Kosten und Gewinne).

Ausgenommen man modelliert das „Verantwortungsproblem“ mit den Gesetzen von Angebot und Nachfrage:
Je mehr Verantwortung man an einem Arbeitsplatz tragen muss, desto weniger Leute werden sich dafür melden, sodass man mit der Bezahlung in die Höhe gehen muss.

Erklärung – Wertschöpfung

Wenn ich alle Vorleistungen – und ich meine wirklich ALLE Vorleistungen – vom Produktionsergebnis subtrahiert habe, dann bleibt mir ein Nettoeinkommen, von dem ich (und meine Familie) leben muss.

Mein allererstes Problem ist also, dass meine persönliche Wertschöpfung, mein „added value“ (mein Nettoeinkommen) so groß sein muss, dass ich (wir) davon leben kann (können).

(A) Zuallererst muss sich mein Arbeitsplatz für mich und meine Familie RENTIEREN, sonst wäre es besser, etwas Anderes zu machen

(B) Zuallererst muss sich mein Geschäft für mich und meine Familie RENTIEREN, sonst wäre es besser, etwas Anderes zu machen

Alles andere wäre dann eine Frage der Sozialgesetzgebung.

Im Fall (A) ist das für den Angestellten kein Problem, weil er mit dem Unternehmen einen fixen Lohn (bzw. ein Gehalt) vereinbart hat und die Kosten für die Vorleistungen sind eigentlich das Problem des Arbeitgebers.

Wirklich?

Na ja: Wenn ich mich an diesem Arbeitsplatz für den Arbeitgeber nicht rentiere, oder wenn sich der Arbeitsplatz generell für den Arbeitgeber nicht rentiert, dann gibt es eigentlich nur folgende Möglichkeiten:

  1. Es gibt MICH bald nicht mehr an diesem Arbeitsplatz
  2. Es gibt DIESEN ARBEITSPLATZ bald nicht mehr (hier)
  3. Es gibt DIESEN ARBEITGEBER bald nicht mehr (hier)

Wir sehen, dass sich der Unternehmer (B) um die Effektivität und Effizienz aller seiner Arbeitsplätze kümmern muss, aber auch der Angestellte (A) trägt Verantwortung für sich selbst (für seine Weiterbildung und Weiterentwicklung) und für Effektivität und Effizienz seines Arbeitsplatzes.

Vom Kümmern……

……kommen Schlafstörungen, sagt man.

Aber, es hilft nichts, die Kosten für die Vorleistungen müssen uns kümmern.

Wenn wir uns weiterbilden, weiterentwickeln, dann können wir unseren Teil beitragen, dass der Gesamtumsatz steigt – da ist eigentlich kein Unterschied zwischen Fall (A) und Fall (B), aber die ganze Weiterbildung und -entwicklung, all die schöne Innovation, nützt überhaupt nichts, wenn der Umsatz von den Vorleistungen aufgefressen wird.

Und, was das Kümmern um die Vorleistungen betrifft, genau da sehe ich den wesentlichen Unterschied zwischen Angestelltem (A) und Geschäftsinhaber (B). Hier kann sich der Angestellte ein wenig zurücknehmen (ganz vergessen kann auch er diese Sache nicht) und graue Haare einsparen.

Der Geschäftsinhaber muss sich darum kümmern, dass Druckerpapier da ist, wenn man es braucht, er hat aber dafür den Vorteil, dass er nicht die ganze Arbeit selber machen muss, die er ja an seine Angestellten delegieren kann.

Arme EPUs. Die müssen machen UND organisieren (dafür ist ihr Geschäft aber zum Glück überschaubar 🙂 ).

Meint

Euer Christoph


Die Tragödie vom armen reichen Mann, ……

Juni 17, 2022

……den niemand liebte.

Seit einiger Zeit schreibe ich immer wieder Beiträge, die vermuten lassen, dass meine Ideologie sehr links sei.

Vermögen ist ein Wettbewerbsvorteil“ , liest man da auf meinem Blog, und: „Vermögensertrag sollte, unter dem Strich, gleich Null sein“ (Vermögen sollte nicht „von selbst“ mehr werden können).

Will ich also eine Neid-Diskussion auslösen, so wie man es den Linken gemeinhin vorwirft?

Nein, will ich nicht.

Nicht zuletzt liegt das daran, dass es immer schon eine Strategie der Oberschicht war, den Neid in der Unterschicht zu schüren, sodass die Unterschicht geneigt war die Mittelschicht „aufzufressen“. Das beseitigte sozusagen im Auftrag der Oberschicht den potentiellen Konkurrenten, die Mittelschicht.

Ein Spiel, bei dem wir nicht mitspielen sollten, denn dadurch verlieren letztlich Alle etwas.

Aber, was will ich eigentlich?

Als Blogger bin ich der Wahrheit verpflichtet

Darum will ich diesmal ein paar „ungeschminkte Gedanken“ zum Thema „Rendite“ ventilieren.

Was ist eine Rendite?

Nehmen wir also das Beispiel vom Holzkohlengriller, der sich in meinem Eigentum befindet (in Wirklichkeit besitze ich so etwas nicht, das ist nur ein Beispiel).

Der Holzkohlengriller hat keinen DIREKTEN Nutzen für mich – ich kann ihn weder essen noch trinken, noch auf ihm schlafen, noch sonst ein Grundbedürfnis direkt mit ihm befriedigen (ich möchte da jetzt auch nicht irgendwelchen schrägen Phantasien Vorschub leisten) – er ist also KEIN KONSUMGUT, sondern ein PRODUKTIONSMITTEL (oder auch INVESTITIONSGUT), also ein Gut, das seinen Nutzen erst später INDIREKT entfaltet, indem ich es benütze, um Nahrung zuzubereiten. Die Nahrung konsumiere ich dann direkt, diese IST also ein Konsumgut.

So weit, so gut. Es ist nun aber so, dass ich im Sommer oft auf Ausflügen bin (auch das ist wieder nur ein Beispiel und stimmt nicht wirklich), und eigentlich sehr selten dazu komme, den Griller „auszupacken“ und mit der Familie eine Grillerei zu veranstalten.

Mein Nachbar hingegen ist auch im Sommer am Wochenende meistens im Garten – und er hat eigentlich eher wenig Geld, sodass er sich die 480,- für einen Griller eigentlich nicht leisten will (das ist jetzt eine Hausnummer, gebe ich zu) – möchte mit seiner Familie aber eigentlich mindestens zwei mal im Sommer eine Grillerei veranstalten.

Deswegen fragt er mich, ob er sich den Griller ausborgen kann, dafür schenkt er mir dann jeweils einen guten Wein im Gegenwert von 10,-.

Für mich heißt das, dass mein Griller nicht ungenutzt herumsteht und verstaubt, ganz im Gegenteil, ich bekomme sogar eine Gegenleistung dafür, dass ich ihn herborge.

Diese Gegenleistung für die Überlassung eines Produktionsmittels ist also etwas, das im professionellen Bereich als Miete, Pacht oder Zinsen bezeichnet wird, man kann dafür auch ganz allgemein den Begriff Rendite verwenden (wenn man den Wert der Gegenleistung aufs Jahr hochrechnet und zum Gesamtwert des eingesetzten Kapitals in Beziehung setzt).

Doch das Abenteuer unseres Helden ist noch nicht zu Ende. Unser Held gewinnt eines Tages im Lotto einen Betrag von 24.000,- und fragt sich, was er damit machen soll.

Da er sich mit der Aufbewahrung und Instandhaltung, und ein wenig auch mit dem Betrieb, von Holzkohlegrillern gut auskennt, entwickelt er den Plan, 50 Griller zum Preis von je 480,- zu kaufen und diese dann professionell an Leute zu vermieten, die auch zuwenig Geld haben um sich einen eigenen Griller zu leisten, so wie sein Nachbar.

Dummerweise hat er mein Blog gelesen und kalkuliert so, dass „unterm Strich eine Null rauskommt“. Er kalkuliert so:

Wenn ich jeden Griller jede Woche einmal verborge, und wenn die Grillsaison jedes Jahr 12 Wochen dauert, dann kann ich damit rechnen, dass die Griller je 4 Jahre lang halten, bevor sie kaputt gehen.

Ich muss also für jedesmal Herborgen einen Betrag von 480,- / (4 x 12) = 10,- einheben.

Fein, das entspricht genau den 10,- die mein mittelloser Nachbar auch immer gerne bezahlt hat“ , sagt er sich.

Na gut, auf die Feinheiten werden wir noch eingehen, aber eines können wir gleich jetzt sagen: Mit dieser Kalkulation wird er keine Expansionsstrategie finanzieren können. Er wird Zeit seines Lebens 50 Griller besitzen und davon leben diese zu verborgen. Auch für sonstige „strategische Manöver“ – zum Beispiel in Bezug auf mögliche Mitbewerber – wird er keinen Spielraum haben.

Aber unser Held ist kein Trottel. Bevor er seinen Businessplan fixiert, redet er noch mit seiner Frau.

„Du Trottel hast alle zusätzlichen Kosten vergessen“, sagt sie.

„Erstens, wir müssen davon leben. Du vermietest 50 Griller, jeden davon 4 mal im Monat, also 200 Geschäftsfälle pro Monat. Wir brauchen 6000,- brutto zum Leben, also must Du auf jeden Geschäftsfall schon mal 30,- draufschlagen“.

Er sagte: „Macht also 40,- in Wirklichkeit“.

Sie: „Und wo willst Du die Griller lagern? Bei uns im Wohnzimmer?“

Er: „OK“.

Sie: „Und wenn ein Griller repariert werden muss?“

Er: „Das mach‘ ich selber“

Sie: „Aber Du wirst dazu Material benötigen“

Kurz und gut: Sie kamen auf einen „gerechten“ Preis von 60,- pro Geschäftsfall.

Die „gerechte“ Rendite

Als sie das ihrem Nachbarn erzählten, sagte dieser spontan: „Da kann ich mir gleich einen eigenen Griller kaufen. Wenn ich mir zwei mal im Jahr um sechzig Euro einen Griller ausborge, bin ich nach 4 Jahren bei genau 480,-. Und wenn ich meinen Griller nur 2 mal pro Jahr verwende, hält er sicher länger als vier Jahre.“ Das wäre billiger als Ausborgen.

Unser Held ist also in einer schwachen Position, weil es für seinen Businessplan kaum einen Markt gibt. Letztendlich könnte man ja ohne größere Probleme auf Grillereien auch gänzlich verzichten.

Aber wie können WIR den Gesamtpreis von 60,- interpretieren?

Heißt das, dass man beim Verborgen eines Grillers einfach so eine Rendite von 60,- x 12 / 480 = 150% erzielen kann?

Nein. Denn eine Rendite ist definiert als der „Ertrag des eingesetzten Kapitals“. Wir müssen also alle Kosten unter Aufrechterhaltung des Kapitals in betracht ziehen.

Erstens erbringt unser Held zusätzliche Leistungen, die über die reine Überlassung der Griller hinausgehen. Die Kosten für diese Leistungen muss man natürlich abziehen:

  • Er lagert die Griller fachgerecht, solange sie nicht benützt werden
  • Er kümmert sich um Reparaturen zur Erhaltung der Funktionsfähigkeit

In unserem Beispiel bleiben also 40,- x 12 / 480 = 100% Rendite nach Abzug der Kosten für die Zusatzleistungen.

Weiters haben die Griller nur eine Lebensdauer von 4 Jahren, es gehen also 25% der Rendite drauf, um die Zahl der Griller aufrechtzuerhalten (genau genommen müßte man auch noch die Inflation berücksichtigen, da die Griller in 4 Jahren ja mehr kosten werden als jetzt).

Es bleibt also immer noch ein stattlicher Reingewinn (Rendite) von 75%, mit dem unser Held (in den Sommermonaten) seine Familie ernähren kann.

Ist das ungerecht? Ist das gerecht?

Na ja, es ist auch eine Frage von Angebot und Nachfrage, nicht nur von Gerechtigkeit.

Und es ist eine Frage der Konkurrenz. Ein anderer Mensch in derselben Stadt könnte mit demselben Geschäftsmodell 150 Griller (um 72.000,-) einsetzen, um seine Familie zu ernähren (falls er das Geld hat).

Jener bräuchte nur 25% Rendite, um die 18.000,- für seine Familie aufzutreiben (für die Sommermonate) und könnte billiger anbieten.

Weitere Feinheiten, zum Beispiel Transportkosten, wären noch zu klären, aber es ist klar, worauf unser Beispiel hinausläuft:

Interpretation des Beispiels / Schlussfolgerungen

Wir haben also im letzten Beispiel folgende Zwecke kennengelernt, für die der Held die Miete für die Holzkohlengriller verwendet:

  • Werterhaltung des eingesetzten Vermögens/Kapitals (der Griller)
  • Reingewinn / Rendite, um die eigene Familie zu ernähren

Und hier sehen wir, wie schwierig es ist, von einer „gerechten“ Rendite zu sprechen. Wieviel Geld darf eine Familie „verbrauchen“? 3000,- netto? 5000,- netto? 20.000,- netto?

Ich weiß es nicht.

Eines ist aber sicher. Der Held in unserem Beispiel ist in einer sehr schwachen Position, weil

  • er Güter vermietet, die niemand wirklich braucht,
  • er in Konkurrenz zu anderen Anbietern steht,
  • er seine Familie allein erhalten muss (ohne Plan B), seine Frau trägt ja nichts bei.

Wenn jemand Güter vermietet oder verpachtet, die man unbedingt zum Leben benötigt, zum Beispiel Wohnraum oder Lebensraum, oder wenn jemand Geld schöpft (so wie es die Zentralbank tut), dann kann man die Benützer sehr viel leichter unter Druck setzen.

Das geht so weit, dass manche Menschen die Gesetze von Angebot und Nachfrage tatsächlich in Zusammenhang bringen mit den Begriffen von Erpressung und Geiselnahme (der Fachbegriff dafür wäre Wucher).

Das einzige, was den modernen Menschen – der sich seine Grundbedürfnisse ja nicht selber befriedigen kann – vor Wucher schützt, ist das Kartellrecht, das es den Anbietern verbietet zuviel Marktmacht anzuhäufen.

Und das Kartellrecht sollte sich eben auch generell auf jede Art von Vermögen beziehen – Sachvermögen und Geldvermögen – das ja die Grundlage der Marktmacht ist.

Ergänzung am 18. Juni 2022 – Verantwortung

Im oben genannten Beispiel wurden also die 60,- Miete, die unser Held für jeden Geschäftsfall verrechnete,

  • zur einen Hälfte für die Kosten verwendet, die das Vermögen selbst verursachte (10,- um die Anzahl von 50 Grillern aufrechtzuerhalten und 20,- für Lagerung und Reparatur) und
  • zur anderen Hälfte, um die Familie unseres Helden zu finanzieren.

Aber, Moment mal, die Familie unseres Helden hat doch in der Kalkulation seiner Firma nichts zu suchen, oder seh‘ ich das falsch?

Es ist heutzutage absolut unüblich, zum Chef zu gehen und zu sagen: „Meine Frau bekommt ein Kind, ich brauche also eine Gehaltserhöhung!“. Familie ist Privatsache und wird höchstens in der Mittagspause erwähnt, oder beim Kaffeeklatsch.

Stimmt, und die 30,- sind ja auch der Gegenwert für die Leistung unseres Helden, für seine Dienstleistung:

Jedes Wochenende steht er im Lager und händigt die Griller an die Kunden aus, nimmt diese am Abend wieder zurück. Unter der Woche verwendet er seine wertvolle Zeit, um die Griller instand zu halten und letzten Endes musste er ja auch Werbezettel verteilen und Annoncen schalten, damit die Leute im Einzugsgebiet über diesen Service informiert waren (im Idealfall ist Marketing ja ein Dienst am Kunden, nämlich die Zurverfügungstellung von Information).

Diese 30,- verdient er also nicht aufgrund der reinen Überlassung der Griller an die Kunden, sondern aufgrund seiner eigenen Leistung.

Wir bleiben bei unserer Behauptung: die reine leistungslose Überlassung von Vermögen (gegen Miete, Pacht oder Zins) soll ein Nullsummenspiel sein. Die Rendite soll genau die Kosten zur Werterhaltung des überlassenen Vermögens abdecken.

Darüber hinaus gehende Einkünfte sollen durch Leistungen des Eigentümers gerechtfertigt werden (also Dienstleistungen, zum Beispiel Beratung oder eigenhändige Instandhaltung des überlassenen Vermögens).

Wenn nun die Kunden mit unserem Helden zufrieden sind – wenn sie der Meinung sind, dass er mit den Grillern VERANTWORTUNGSVOLL umgeht – dann wird er mit seinen Zusatzleistungen auch mehr Geld verdienen und sein Geschäft vergrößern können.

Vermögen hat nämlich immer auch mit VERANTWORTUNG zu tun:

Nach allgemeinem bürgerlichem Gesetzbuch (ABGB) ist das Eigentumsrecht zwar jenes Recht, das mir erlaubt mit meinem Eigentum „nach Belieben zu verfahren und auch dritte davon auszuschließen“ (was die Konsumation bzw. Vernichtung mit einschließt), es gibt aber eine Art „sozialen Vorbehalt“, wonach ich durch den Gebrauch meines Eigentums nicht in Rechte dritter eingreifen darf und mich auch an die allgemeinen Vorschriften halten muss, die ja der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung dienen.

In anbetracht auf die gesellschaftlichen – und auch familiären – Auswirkungen darf unser Held also nicht einfach so absichtlich sein Geschäft kaputt machen oder „an die Wand fahren“ (was man bei manchen mächtigen Leuten immer wieder annehmen muss, wenn sie plötzlich „einen Rappel kriegen“).

Das Ende vom Lied

Mittlerweile sind 20 Jahre vergangen und unser Held versorgt ganz Österreich mit Mietgrillern. In jedem größeren Dorf hat er eine Filiale und alle sind glücklich.

Aber er bekommt einen Brief von der Brüsseler Wettbewerbsbehörde: Da er der einzige große Grillervermieter in Österreich ist und mittlerweile eine 90%-ige Marktabdeckung erzielt, wurde er verurteilt, sein Geschäft zu halbieren und die eine Hälfte zu verkaufen.

Er soll nicht in Versuchung kommen, Wucherpreise zu verlangen. Nie wäre ihm das eingefallen (er weiß nicht, dass ihm seine Frau GENAU das am nächsten Wochenende vorschlagen wollte).

Happy End

Meint

Euer Christoph


Gedankensplitter……

Mai 23, 2022

……am Wochenende.

Letztes Wochenende sind mir einige Gedankesplitter „eingeschossen“, die ich sofort auf Facebook gepostet habe.

Nun, in der heutigen Mittagspause, möchte ich diese hierher kopieren, ins offizielle Internet:

21.5., 11:00

Künstliche Intelligenz ist nur so gut, wie ihr Trainer

21.5., 15:15

Spätestens seit Anbruch der Dienstleistungsgesellschaft sollte uns klar sein, dass Dienen nichts Anrüchiges ist

Ein Diener ist kein Sklave.
Ein Diener kann mitreden, wie er seinen Dienst zu gestalten hat.
Ein Diener kann seinem Herrn auf Augenhöhe begegnen.
Und ein Diener hat gerecht entlohnt zu werden

Ein Sklave hingegen gehört mit Haut und Haaren seinem Herrn und muss jeden Tag aufs neue um sein Leben zittern

Das bedingungslose Grundeinkommen ist der Weg in die Sklaverei

21.5., 16:00

Eigentlich hat Psychologie viel mit Informationstechnologie gemein

Es geht um das Senden, die Übertragung und den Erhalt von Botschaften, sowie um deren Verarbeitung

21.5., 16:58

Es spricht nichts dagegen, die Dienste der Schöpfung dankbar in Anspruch zu nehmen.
Ein guter Schweinsbraten mit Knödeln – herrlich

Das, was die Umwelt kaputt macht, DAS IST DER MIẞBRAUCH

21.5., 17:55

Die Klimakrise ist im Prinzip für die Menschheit kein neues Problem.
Wir sind schon einige Male in unserer Geschichte an „die Grenzen des Wachstums“ gestoßen

Zum Beispiel damals, als wir zu viele wurden, um weiterhin als Jäger und Sammler zu leben.
Damals mussten wir sesshaft werden und als Ackerbauern und Viehzüchter weiterleben

Das Zauberwort hieß Innovation, es hieß „thinking out of the box“ und „work smarter not harder“.
Das ist „the way forward“, nothing else

22.5., 13:01

In der Bibel steht nicht, dass man am Sonntag in die Kirche gehen soll.
In der Bibel steht, dass man am Samstag nicht arbeiten darf.

Das Sonntagsgebot ist also kein Gebot Gottes, sondern „nur“ ein Gebot der Kirche (trotzdem sinnvoll).

22.5., 19:41

Die Kirche ist eigentlich nur ein Hilfskonstrukt, das wir hier auf Erden benötigen, solange wir auf dem Weg in die ewige Heimat sind

Der liebe Gott hat Naturgesetze errichtet, vor allem die Gesetze von Angebot und Nachfrage, wegen derer das so sein muss.

22.5., 20:10

Der Gottesbegriff der Naturwissenschaft beschränkt sich auf den Begriff des Zufalls

All das, was Engel, Dämonen und Gott auf Erden bewirken, würde der ernsthafte Naturwissenschaftler als Zufälle oder Meßfehler bezeichnen

Mit gutem Recht.

Meint

Euer Christoph


Was vermagst Du?

Mai 21, 2022

Das Vermögen eines Menschen – oder eines Haushalts – wird normalerweise eingeteilt in Sachvermögen und Geldvermögen, wobei man noch bedenken sollte, dass es nicht nur materielle Sachen gibt, sondern auch immaterielle Sachen – zum Beispiel Rechte.

Dass man Geld und geldwerte Zahlungsmittel hier getrennt anführt (als Geldvermögen), hat seine Ursache darin, dass Geld keinen direkten Wert (Nutzen) hat, sondern nur einen Tauschwert.

Das Sachvermögen muss ich nicht veräußern, um einen Nutzen generieren zu können, sondern ich kann es direkt – als sogenanntes Produktionsmittel – nutzen, oder zumindest jemand anderem überlassen, damit er davon einen direkten Nutzen produziert und Miete, Pacht oder Zinsen zahlt.

Aber viele Haushalte haben eigentlich gar kein Sachvermögen und auch kaum Geldvermögen, von dem sie einen Nutzen produzieren könnten, ohne es zu veräußern.

Wovon leben diese Haushalte eigentlich?

Nun, eigentlich gibt es noch eine dritte Art von Vermögen, das Humankapital. Das ist das, was Deine „kleinen grauen Zellen“ vermögen, und es ist das, was „Dein starker Arm vermag“.

„Wenn Dein starker Arm es will, stehen alle Räder still.“ war ein alter Schlachtruf der Gewerkschaften, entsprechend der alten Weisheit: „wer etwas gelten will, muss sich rar machen“.

Heute müsste man es umformulieren: „Wenn Dein starkes Hirn es will, entwickeln sich die Computer nicht mehr weiter“ (reimt sich leider nicht 🙂 ).

Oder wie schon Jesus seinen Jüngern gepredigt hat:

Mt 10,7 Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe.
Mt 10,8 Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus! Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben.
Mt 10,9 Steckt nicht Gold, Silber und Kupfermünzen in euren Gürtel.
Mt 10,10 Nehmt keine Vorratstasche mit auf den Weg, kein zweites Hemd, keine Schuhe, keinen Wanderstab; denn wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Unterhalt.
Mt 10,11 Wenn ihr in eine Stadt oder in ein Dorf kommt, erkundigt euch, wer es wert ist, euch aufzunehmen; bei ihm bleibt, bis ihr den Ort wieder verlasst.
Mt 10,12 Wenn ihr in ein Haus kommt, dann wünscht ihm Frieden.
Mt 10,13 Wenn das Haus es wert ist, soll der Friede, den ihr ihm wünscht, bei ihm einkehren. Ist das Haus es aber nicht wert, dann soll der Friede zu euch zurückkehren.
Mt 10,14 Wenn man euch aber in einem Haus oder in einer Stadt nicht aufnimmt und eure Worte nicht hören will, dann geht weg und schüttelt den Staub von euren Füßen.
Mt 10,15 Amen, das sage ich euch: Dem Gebiet von Sodom und Gomorra wird es am Tag des Gerichts nicht so schlimm ergehen wie dieser Stadt.

Wenn Deine Fähigkeiten also bei einem Arbeitgeber nicht wertgeschätzt werden, dann geh‘ weg und schüttel‘ den Staub von Deinen Füßen.

Hmmmm. Klingt gut, kann aber verdammt schwer sein.

Leichter haben es Menschen, die ausgesprochene praktische Talente haben, weil sie im Haushalt selbst Hand anlegen können und somit Geld sparen. Da sind sie auch nicht so erpressbar wie spezialisierte Geistesmenschen.

Vertrauen bräuchte man halt. Vertrauen in Gott und Selbstvertrauen.

Meint

Euer Christoph


A long time ago, in a galaxy far, far away……

Mai 21, 2022

Hatte ich mir im Zusammenhang mit Gedanken über den Umweltschutz auch Gedanken darüber gemacht, wer denn nun dieser Souverän sei, der die Internalisierung externer Kosten einfach so anordnen kann.

Also sozusagen der ultimative Gesetzgeber und Richter.

Meine Gedanken waren damals die Gedanken eines gläubigen Christen – ich werde sie weiter unten wiederholen.

Aber ich denke, man muss schon akzeptieren, dass der christliche Standpunkt nicht der einzige Standpunkt ist (trotz oder gerade wegen des christlichen Absolutheitsanspruches), und möchte die religiösen Ausführungen – die ich gleich nochmal wiederholen werde – abrunden durch einen Blick in unsere allseits beliebte Bundesverfassung:

Artikel 1 Österreich ist eine demokratische Republik. Ihr Recht geht vom Volk aus.

Hier steht es also, klipp und klar, dass der Souverän, zumindest in Österreich, das Volk ist.

Dem widerspricht – scheinbar – meine Auffassung, wonach GDH der Souverän sei:

Also: Wer ist der Souverän?

Antwort:
Der einzige wirklich und absolut
regierende Souverän ist
Gott der Herr
(darum ist er ja auch „der Herr“).

Aber:

Jede Autorität kommt von Gott, aber
ER selbst läßt sich hier im Universum
offensichtlich von den Dienern vertreten,

die er sich nach Belieben erwählt
(mit Ausnahme der 33 Jahre, die
SEIN SOHN in Palästina
anwesend war, und der Kommunion).

1.) Von den Engeln und Dämonen,
die nicht so furchterregend sind wie ER

2.) Von den Naturgesetzen, deren
Erforschung sich die Wissenschaften
verschrieben haben.

3.) Von erwählten Menschen, die
sich einer NATÜRLICHEN AUTORITÄT
bedienen

4.) Von seiner Hl. Kirche, der er den
HEILIGEN GEIST gesandt hat

5.) Von Lehrern

6.) Vom Ehepartner und von den Eltern

7.) Von den Richtern, Parlamenten, Vorsitzenden und Regierenden
der Staaten und anderer Haushalte

Wie geht das zusammen?

Nun, das stimmt schon, der Souverän hier auf Erden ist die Menschheit, insoferne sie gegenüber den anderen Geschöpfen den lieben Gott vertritt.

Aber, wenn wir uns jetzt konkret überlegen, WIE die Menschheit diese Stellvertreterrolle wahrnimmt, dann ist es doch so, dass man nicht über jedes Gesetz und statt jeder Gerichtsverhandlung eine weltweite Volksabstimmung ansetzen kann. Das wäre technisch nicht machbar.

Da ist es doch so, dass die Menschheit sich Delegierte als Gesetzgeber und Richter erwählt, die IN IHREM NAMEN Gesetze ausarbeiten und Urteile ausarbeiten.

WIE werden Delegierte festgestellt?

Nun, das ist meistens ein langwieriger Prozess, in dem die einzelnen Parteien des Volkes miteinander verhandeln, bis sie zu einer Vereinbarung kommen. In Österreich ist es zum Beispiel so, dass dabei der Bundespräsident das letzte Wort hat, er ist ja die einzige Person, die direkt vom Volk gewählt worden ist.

Aber wenn man bedenkt, WIE es zur Bildung von Parteien und zur Aufstellung von Kandidaten für das Präsidentenamt kommt, dann muss man doch zugeben,

dass der ZUFALL eine große Rolle spielt.

Und hier kommt Gott ins Spiel, denn Zufall ist nur eine wissenschaftliche Bezeichnung für das Wirken Gottes.

Meint

Euer Christoph


Darf der Staat Geld verschenken?

April 23, 2022

Wieder einmal wurde im Fernsehen über das bedingungslose Grundeinkommen (BGE) diskutiert und wieder hat es in weiterer Folge Diskussionen in den sozialen Medien gegeben.

Ich möchte hier versuchen aus moralisch-ethischer Sicht und aus der Sicht eines Christen diese Frage unvoreingenommen zu ventilieren, hoffe auch auf rege Beteiligung an der Diskussion.

Beginnen wir gleich mit dem Ergebnis der Analyse. Am Ende unserer Untersuchungen werden wir erkennen, dass wir es mit den zwei Seiten einer einzigen Münze zu tun haben.

Die Frage „Darf der Staat Geld verschenken?“ ist die eine Seite der Medaille, die andere Seite besteht in der Frage: „Darf sich Vermögen selbständig vermehren, ohne dass der Eigentümer dafür etwas leistet?“

Versuchen wir einmal, die erste Frage zu beantworten – Darf der Staat Geld verschenken?

Nun, da müssen wir weiter ausholen. Was ist Geld?

Manche Menschen wittern einen Paradigmenwechsel, der bewirken würde, dass der Begriff des Geldes sich grundlegend ändert. Mit einem bedingungslosen Grundeinkommen würde man das Prinzip „quid pro quo“ über Bord werfen und dem ideal christlichen Ansatz einer bedingungslosen Nächstenliebe folgen. Einer Solidarität ohne Grenzen und ohne Maß.

Wäre das nicht unsere christliche Idealvorstellung?

Das bedingungslose Grundeinkommen müßte natürlich durch Steuererhöhungen finanziert werden, aber eben wegen des bedingungslosen Grundeinkommens würde es uns ja auch leichter fallen, höhere Steuern zu zahlen.

Hmmmmmm, das klingt irgendwie nach einer Inflationsspirale, zumindest sagt mir das mein Bauchgefühl. Diese Frage wird eben näher zu durchleuchten sein.

Na gut, aber zumindest nach dem „klassischen Paradigma“ ist Geld immer ein Gegenwert für materielle oder immaterielle Güter. Nach dem Prinzip „quid pro quo“ entspricht die Gesamtsumme aller Euro also allen materiellen und immateriellen Gütern, die sich im Eigentum aller in Europa ansäßigen Personen befinden. Also allen Gütern, über die der Souverän verfügen kann.

Wenn nun Güter vernichtet werden, ohne die Geldmenge zu verringern (zum Beispiel durch kriegerische Ereignisse), dann folgt logischerweise eine Inflation. Oder umgekehrt wäre eine Inflation die Folge, wenn der Souverän einfach neues Geld druckt, um das BGE zu bezahlen. Das wäre also ein Schuß ins Knie.

Durch welche Gegenleistungen könnte man also ein BGE finanzieren?

Einerseits indem zusätzliche Güter geschaffen würden.

Angenommen ein BGE würde die Menschen derart motivieren, dass sie plötzlich beginnen, viel mehr wertvolle Güter zu erschaffen.

Aber, moment mal. Dann würden sie ja wegen des BGE plötzlich mehr verdienen und bräuchten eigentlich kein BGE. Hmmmmm.

Oder sie würden die Güter gratis als sogenannte freie Güter (open source) erschaffen. Aber dann gäbe es kein höheres Steueraufkommen, mit dem man das BGE finanzieren könnte, sie wären also wieder abhängige Sklaven der vermögenden Klasse. Hmmmmm. Moment mal.

Wie lösen wir diesen Knäuel?

Nun, erst einmal:

Wir müssen akzeptieren: ein BGE wäre immer ein Geschenk und es könnte nichts sein, worauf man „ein Recht hätte“.

Normalerweise ist eine Geldleistung immer an Bedingungen geknüpft:

  1. Es hat schon eine Gegenleistung gegeben (normales Geschäftsgebaren)
  2. Es gibt ein Recht – oder zumindest eine Hoffnung – auf eine zukünftige Gegenleistung (Investition)
  3. Es gibt eine Hoffnung auf Wertsteigerung durch gesellschaftliche Neubewertung (Spekulation)
  4. Der Empfänger beweist, oder macht zumindest glaubhaft, dass er ein Sozialfall ist und somit ein Recht auf Hilfe hat

Überspitzt formuliert: um ein BGE zu argumentieren, müßten wir nach (4.) zugeben, dass wir alle ein Sozialfall sind.

Aber was wäre, wenn wir das BGE nicht durch Ankurbelung der Wirtschaft argumentieren, sondern durch Dämpfung im Sinne des Umweltschutzes?

Wenn wir also das BGE nicht durch eine Steuer auf Arbeit finanzierten, sondern entweder durch eine Steuer auf Vermögen, oder durch eine auf Vermögensertrag?

Nun gut, dass unseren oberen Zehntausend ein kleiner Aderlaß ganz gut tun würde, darüber sind wir uns ja alle einig. Zweifellos. Aber wie soll man das begründen?

Nun, einerseits verursacht Vermögen Kosten (zum Beispiel Abschreibungen oder Inflation sowie Wartung und Instandhaltung).

Aber andererseits kann man Vermögen selber nutzen (z.B. das berühmte Häuschen am Land) oder es verursacht auch einen Ertrag (Miete, Pacht, Zinsen, Spekulation, ……).

Kein Mensch versteht aber, warum Vermögen alleine dadurch, dass es da ist, ohne Leistung mehr werden soll.

Es ist also durchaus argumentierbar, dass der Staat dafür sorgen soll, dass Vermögenserträge nach Abzug des Eigengebrauchs und der Kosten für Verwaltung, Instandhaltung, Reparatur, …… (generell zur Werterhaltung) gleich Null sein sollen.

Meint

Euer Christoph

P.S. am 24.4.: das alles sind aber rein ethisch-moralische Überlegungen, wie ich schon geschrieben habe. Rechnerisch geht sich das sicher nicht aus. Vermögensbezogene Steuern bringen höchstens ein paar Milliarden. Ein BGE von 1000,- mtl. würde glatt 1000 x 12 x 8 Mill. = ca. 100 Mrd. kosten!!!

Ein BGE müsste also an die Substanz(!) des Vermögens gehen.

P.P.S. am 25.4. ich habe hier also die These aufgestellt, dass ein BGE, das über arbeitsbezogene Steuern finanziert wird, entweder zu einer Inflation oder zu einer Anheizung der Wirtschaft (und des Klimas) führen würde.

Zweite These: ein BGE, das aus den größten Vermögen finanziert wird, würde zu einer – dringend benötigten – Abkühlung der Wirtschaft (und des Klimas) führen, wäre aber nur temporär machbar als freiwilliger Beitrag der vermögenden Klasse zu einer nachhaltigen Zukunft der Menschheit.

These 3: So oder so, das BGE birgt die Saat der Sklaverei in sich („Brot und Spiele“).


Objektive Werte

März 20, 2022

Oft hört man, dass wir angeblich die sogenannten Europäischen Werte verteidigten, also eigentlich die westlichen Werte von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.

Also eigentlich, und man muss das Kind beim Namen nennen, die Menschenrechte.

Aber – und ich will das jetzt wirklich hinterfragen – was ist das eigentlich, ein Wert? Hat alles, was einen Wert hat, auch einen Preis? Bestimmt sich der Wert einer Sache dadurch, wieviel wir für sie opfern würden?

Gibt es so etwas wie objektive Werte?

Kann man etwas objektiv bewerten?

Was bedeutet eigentlich das Wort objektiv?

Wenn heute ein Brot 3,- EUR kostet, und morgen kostet das gleiche Brot 5,- EUR, ist das Brot morgen mehr wert? Oder eher der Euro weniger? Objektiv?

Wahrscheinlich werden wir dahinter kommen, dass der Tauschwert eines Gutes den Gesetzen von Angebot und Nachfrage unterliegt.

Also, wieder einmal ist auf meinem Blog nichts Neues zu finden, was ja an sich nichts Neues ist 🙂

Aber lassen wir die Sache sich entwickeln.

Wenn wir nachschlagen, finden wir zwei Bedeutungen des Wortes „objektiv“:

  1. nicht von persönlichen Gefühlen oder Meinungen bestimmt
  2. unabhängig vom Subjekt

Ad 1)

Kann ein Mensch auch nur irgendeine objektive Aussage tätigen? Eine Aussage, die nicht von seinen persönlichen Gefühlen oder Meinungen bestimmt ist?

Eher nicht.

So etwas wie Objektivität kann es erst geben, wenn man mindestens eine zweite Meinung eingeholt hat (ich muss an das sog. Vier-Augen-Prinzip denken, welches Werner von Siemens eingeführt hatte). Und eine internationale Gemeinschaft von vielen voneinander unabhängigen Menschen – also zum Beispiel die Wissenschaft – kann tatsächlich einigermaßen gesicherte „objektive Wahrheiten“ entdecken.

Ad 2)

Hier kommen wir in die Rechtsmaterie des Sachenrechts. Im Sachenrecht wird die Zuordnung von Sachen zu Personen geregelt (also zum Beispiel das Eigentum).

Sehr simpel gesprochen: alles, was keine Person ist, ist eine Sache (also ein Objekt).

§ 285 ABGB: „Alles, was von der Person unterschieden ist, und zum Gebrauche der Menschen dient, wird im rechtlichen Sinne eine Sache genannt.“

Allerdings wird diese simple Definition in letzter Zeit immer schwieriger. Zum Beispiel können nun nicht mehr nur Personen sogenannte Rechtssubjekte – also Träger von Rechten und Pflichten – sein, sondern haben in letzter Zeit auch Tiere Rechte, vielleicht hat sogar die Umwelt gewisse Rechte.

Auch in der Informationstechnologie gibt es immer neue Begriffe, zum Beispiel die allseits beliebten NFTs oder auch die Roboter mit ihrer künstlichen Intelligenz, die dazu führen, dass man gar nicht mehr so einfach sagen kann, was alles eine Sache – ein Objekt – ist, und wer alles eine Person ist.

Ich lasse das einfach mal so stehen, OK?

Werte oder Vermögen?

Was nützt mir der beste Wert, wenn ich nicht über ihn verfügen kann? Wenn er für mich keinen Nutzen hat? Was nützen mir die besten Menschenrechte, wenn sie in meiner Heimat nicht zur Verfügung stehen? Was nützen mir Rechte generell, wenn es in meiner Heimat keine Rechtssicherheit gibt?

Wegen dieser Überlegung bin ich der Meinung, dass die Menschenrechte in Europa nur dann ein echtes „Asset“ darstellen, wenn sie von den europäischen Staaten auch tatsächlich umgesetzt und geschützt werden und werden können. Wenn die Menschenrechte also tatsächlich Teil des Volksvermögens sind.

Wenn hingegen ruchbar wird, dass die Menschenrechte tatsächlich gar nicht geschützt werden können in Europa, dann sinkt das immaterielle Volksvermögen und damit auch der Wert des Euro, was sich in einer Inflation äußert.

Zur Erinnerung

Zitat aus https://de.wikipedia.org/wiki/Vermögen_(Wirtschaft):

[…]In den Wirtschaftswissenschaften ist Vermögen (englisch assets) der in Geld ausgedrückte Wert aller materiellen und immateriellen Güter, die im Eigentum einer Wirtschaftseinheit stehen.[…]

Den Wert eines Vermögens stellt der Eigentümer selbst fest (z.B. indem eine AG ihre Bilanz veröffentlicht), der Markt reagiert darauf, indem z.B. der Aktienkurs einer AG sinkt oder steigt, das entspricht der externen, also sozusagen „objektiven“ Bewertung der Assets.

Europa wird zum Beispiel objektiv bewertet, indem der Euro sinkt oder steigt.

Den tatsächlichen, also objektiven, Wert eines Vermögens findet man erst dann, wenn man das Vermögen veräußern muss, also durch die Gesetze von Angebot und Nachfrage.

Meint

Euer Christoph