Rechtsstaatlichkeit und Kapitalismus

April 17, 2026

Liebe Leser!

Selbst die extremsten totalitären Regime der Geschichte legten Wert auf eine Form der internen Ordnung und gesetzlichen Regelung.

Das zeigt: Rechtsstaatlichkeit ist kein Selbstzweck, sondern ein technisches Werkzeug – ein Grundpfeiler, auf dem jede Machtstruktur, egal welcher Ausprägung, aufbaut.

Aber, bevor ich hier die „Nazi-Keule“ oder die „Kummerl-Keule“ schwinge, sollte ich vielleicht an die Wurzeln des Themas gehen.

Besitz vs. Eigentum

Der Begriff des „Besitzes“ ist eigentlich älter, als der Besitz des „Eigentums“.

Besitz ist die bloße faktische Gewalt über eine Sache; Eigentum hingegen ist die rechtliche Absicherung dieser Macht.

Ohne den Staat, der das Eigentum in Besitz transformieren kann, bleibt Eigentum ein abstraktes Konstrukt auf dem Papier.

Wenn ich etwas besitze, dann kann ich nämlich TATSÄCHLICH darauf zugreifen.

Wenn ich der Eigentümer bin, dann habe ich nur ein RECHT, darauf zuzugreifen.

Was aber, wenn niemand mir dieses Recht verschafft und ich zu schwach bin, um das Recht auszuüben.

Dann bin ich zwar der Eigentümer, aber leider ist mir der Zugriff nicht möglich, auch wenn ich will.

Ohne gesicherte Eigentumsrechte gibt es aber so etwas wie „Verborgen“, „Vermieten“ oder „Sonstwie temporär überlassen“ eigentlich nicht.

Und damit ist auch die Grundlage für jeden Kapitalismus ein starker Staat, der auch dem schwachen Eigentümer seine Eigentumsrechte sichert.

Meint

Euer Christoph


Nachhaltiges Leben

März 20, 2026

Liebe Leser!

Eigentlich wollte ich diesmal einen Beitrag schreiben, einen Beitrag nämlich zur Frage: „Ist auf Deiner TODO Liste noch Platz für Gott?“.

Und ich wollte damit beginnen, dass Gott eigentlich einen Platz in Deinem Herzen sucht, Deine TODO Listen sind ihm eigentlich ziemlich wurscht.

Aber dieses Thema wäre damit eigentlich schon abgeschlossen und ist halt nicht sehr ergiebig.

Deswegen biege ich ab zu einem Thema, das mich schon seit einiger Zeit fasziniert: es ist ja nämlich so, dass wir seit einiger Zeit, eigentlich seit dem Bericht über die „Grenzen des Wachstums“ des Club of Rome, in regelmäßigen Abständen über das Thema „Nachhaltigkeit“ indoktriniert werden.

Jeder hat andere Ideen, wie wir unser Wirtschaftsleben nachhaltiger gestalten können.

Da geht es um das Einsparen von Ressourcenverbrauch, um CO2 Steuern, um Internalisierung externer Kosten, um politische Eingriffe in die Wirtschaft, und um ähnliche Maßnahmen, letzten Endes immer wieder um sehr viel Ideologie.

Die einen verwehren sich gegen jedweden Eingriff in den sogenannten freien Markt, die anderen wollen, dass der Staat alles im Griff hat.

Aber

Was kann ein Christ zu diesem Thema sagen?

Eigentlich genau das, was ich als Einleitung erwähnt habe: Gib‘ Gott einen Platz in Deinem Herzen.

Denn die Liebe zu Gott, und die Liebe zu Deinem Mitmenschen und zu unseren Nachfahren wird Dir den Weg zeigen.

Der Weg zur Nachhaltigkeit ist nämlich nicht einfach, EIN FÜR ALLEMAL, definierbar.

Im Gegenteil, die Evolutionstheorie lehrt uns, dass diejenige Art, die sich am effizientesten und effektivsten an die Umstände anpasst – und die Umstände ändern sich laufend – dass diese Art also auch am nachhaltigsten leben kann.

ADAPT OR DIE – möchte man der Menschheit ins Notizbuch schreiben

Meint

Euer Christoph


Natur oder Kultur? Angebot und Nachfrage

März 6, 2026

Liebe Leser!

Des öfteren habe ich hier schon über wirtschaftliche Fragen philosophiert, und es mag auch nicht wirklich das Allerwichtigste aller Themen sein, dennoch wurde ich heute durch die Nachrichten in Radio Niederösterreich aufgewühlt.

Angesichts des allgemeinen Wunsches nach Preisdeckeln für Benzin und Diesel wurden zwei Zitate prominent geschaltet:

  • Es kann nicht sein, dass angesichts steigender Erdölpreise der reflexartige Wunsch an uns herangetragen wird, dies aus dem Steueraufkommen auszugleichen.
  • In der DDR war alles billig aber aus.

Was steckt da dahinter?

Nun, offensichtlich will uns die Redaktion von Radio NÖ an die Gesetze von Angebot und Nachfrage erinnern:

  • Wenn ein Angebot nicht die Nachfrage decken kann, steigen die Preise. Dadurch sinkt die Nachfrage.
  • Bei einem Überangebot sinken die Preise. Dadurch steigt die Nachfrage.
  • Wenn der Markt nicht volatil ist, und sich die Rahmenbedingungen nicht zu schnell ändern, dann stellt sich nach einiger Zeit ein Gleichgewicht zwischen Angebot (Supply) und Nachfrage (Demand) ein: S = D

Wenn ich (der Staat) nun will, dass ein Gut preiswerter angeboten wird (um die Nachfrage künstlich hoch zu halten), dann muss ich (der Staat) das Gut SUBVENTIONIEREN.

Wenn ich (der Staat) will, dass ein Gut unnatürlich selten nachgefragt wird, dann muss ich (der Staat) es BESTEUERN.

Zumindest sind das die üblichen fiskalischen Mittel, die der Staat hat. Wir werden noch andere Mittel kennenlernen.

Natur oder Kultur?

Was meine ich nun mit dem Gegensatz Kultur vs. Natur?

Nun, Naturgesetze unterliegen nicht der Politik, ganz im Gegenteil muss sich die Politik nach den Naturgesetzen richten (viele Politiker hören das nicht gerne, dass nicht das gesamte Universum nach ihrer Pfeife tanzt).

Kultur hingegen lässt sich politisch formen.

Konkret

Man kann einen Preis nicht per Gesetz oder Verordnung diktieren.

Ja, man kann schon, aber dann pendelt sich der Markt nicht beim Optimum ein, sondern bleibt IMMER NEBEN DEM OPTIMUM IRGENDWO HÄNGEN, meist zum Missfallen des Wählers.

Was man aber tun kann. Man kann das tun, was die Politik auch in den siebziger Jahren getan hat. Man kann den autofreien Tag einführen.

Damals durfte sich jeder Autofahrer aussuchen, an welchem Wochentag er NICHT mit seinem Auto fährt. Dann bekam das Auto eine Plakette „Mo“, „Di“, „Mi“, „Do“ oder „Fr“. An diesem Tag durfte das Auto keinen Meter gefahren werden.

Dadurch wurde die Nachfrage „kulturell gesenkt“, wodurch der Preis nachfrageseitig reduziert wurde, bzw. nicht zu hoch stieg.

Meint

Euer Christoph


Innovation oder Klassenkampf? – II

Februar 2, 2026

Liebe Leser!

Unsere Reichen und Mächtigen haben den Glauben an die Innovation verloren. Sie setzen auf Klassenkampf und Krieg.

Eine starke Ansage (die ich HIER getätigt hatte).

Doch was steckt dahinter?

Einerseits ist es das Thema vom Kuchenstück oder vom Gesamtkuchen? Denn wenn ich die 100% Umsatz, die durch eine Arbeitsstunde generiert werden, mit den drei Kostenfaktoren vergleiche, dem Gewinn, den Kosten für die Vorleistungen und dem Mehrwert (Nettolohn), dann gibt es zwei grundlegende Möglichkeiten, den Gewinn zu steigern:

  • Die Methode „Klassenkampf“ und
  • Die Methode „Innovation“

Die Methode „Klassenkampf“

Bei gleichbleibendem Umsatz und gleichbleibenden Kosten für die Vorleistungen, kann man den Gewinn nur steigern, indem man vom Lohn etwas abzwackt.

Abbildung 1: Gewinnsteigerung durch Klassenkampf

Es ist dies sozusagen der kompetitive Ansatz, in dem die besitzende Klasse und die arbeitende Klasse einander gegenseitig ausspielen.

Man geht davon aus, dass der Gesamtkuchen konstante Größe hat, und streitet sich um das größere Stück.

Es ist leicht einzusehen, wohin das führt. Eine Verarmung der arbeitenden Klasse führt zu Unfrieden, Aufruhr und Aufständen.

Um das Volk „bei der Stange zu halten“, muss ein äußerer Feind her, letzten Endes ist es der Weg zum Krieg.

Der Krieg ist nur die internationale Fortsetzung des Klassenkampfes und führt zu Zerstörung und Leid.

Der Ansatz „Kollaboration und Innovation“

Diese Methode ist ein ewiger Kampf, ein Kampf um das Überleben der gesamten Menschheit, nachdem wir zuerst einmal erkannt haben, dass wir alle im selben Boot sitzen.

Es geht darum, durch Innovation den Umsatz per Arbeitsstunde zu steigern und/oder die Kosten für die Vorleistungen per Arbeitsstunde zu reduzieren, wie ich im folgenden Bild darstelle.

Abbildung 2: Gewinnsteigerung durch Innovation

Dieser Ansatz geht davon aus, dass sich die Eigentümer und die Arbeiter die Gewinnsteigerung durch Innovation gerecht aufteilen. Es geht also um Kooperation statt Wettbewerb der beiden Klassen, der besitzenden Klasse und der arbeitenden Klasse.

Der Trugschluss vom zerbrochenen Fenster

„Aber warum sollten wir kooperativ sein?“ fragt sich der Mächtige und Reiche.

Ist es nicht einfacher, sich die Güter einfach zu nehmen? Man hat ja Macht und Einfluss.

Und: „Schafft ein Krieg nicht Arbeitsplätze in der Rüstungsindustrie?“, „Gab es unter Hitler nicht eine <ordentliche Beschäftigungspolituk>?“

Das ist der Trugschluss vom zerbrochenen Fenster.

Man wird uns sagen, der Krieg kurble die Wirtschaft an.

Doch lassen wir uns nicht täuschen: Ein Fenster einzuschlagen, schafft zwar Arbeit für den Glaser, aber das Dorf ist danach nicht reicher – es hat nur ein Fenster weniger. Wer heute auf Waffen setzt, hat den Mut verloren, Fenster zu bauen, durch die wir in eine bessere Zukunft blicken könnten.

Meint

Euer Christoph


Kuchenstück oder Gesamtkuchen?

Februar 1, 2026

Liebe Leser!

Vor mehr als einem Jahr, unter dem Eindruck der ÖVP/FPÖ Regierungsverhandlungen, hatte ich HIER vom Klassenkampf geschrieben.

Unter dem Eindruck, dass ja weder ÖVP noch FPÖ dafür bekannt sind, für Innovation zu stehen, war ich damals sehr desperat, und sah uns auf ein Zeitalter des Klassenkampfes zuschreiten.

Doch auch MIT der SPÖ in der Regierung – was sich ja letzten Endes herauskristallisiert hat – sehe ich zur Zeit keine großen Schritte in Richtung Innovation.

Stattdessen verwalten wir den Stillstand. Aber warum beharre ich so stur darauf, dass Innovation der einzige Ausweg aus Klassenkampf und Krieg ist? Warum sind das unversöhnliche Gegensätze?

Das werde ich nächste Woche auflösen. Es hat mit einem Denkfehler zu tun, den wir seit Generationen mitschleppen.

Meint

Euer Christoph


Innovation oder Klassenkampf? – Einleitung

Februar 1, 2026

Liebe Leser!

Diesmal möchte ich eine plakative Aussage an den Anfang stellen, die ich dann nach und nach beleuchten will.

Unsere Reichen und Mächtigen haben den Glauben an die Innovation verloren. Sie setzen auf Klassenkampf und Krieg.

Wie komme ich darauf?

Na gut. Schau Dich um! Wird nicht überall zum Kampf getrommelt? Geifern die Waffenhersteller nicht schon nach dem guten Geschäft mit dem Leid und dem Tod?

OK, das mag ja einleuchtend sein.

Aber wie komme ich darauf, den Kampf – den Krieg – als einen Widersacher zur Innovation zu betrachten? Sind es nicht die Waffenhersteller, die die größten Innovationen der Menschheitsgeschichte hevorgebracht haben?

Das möchte ich demnächst ventilieren.

Meint

Euer Christoph


Das achte Weltwunder

Januar 6, 2026

Liebe Leser!

Nun habe ich sehr lange widerstanden, und habe mich eben nicht mit KI beschäftigt, also mit künstlicher Intelligenz.

Zu sehr scheint es mir ein generierter „Hype“ zu sein, der nur dazu dient, die weitere Entwicklung zu finanzieren, ohne dass es noch konkrete Use Cases gibt.

Aber gestern habe ich mich hinreissen lassen, und habe eine künstliche Intelligenz gebeten (na ja, ich habe sie eher „aufgerufen“ und ihr ein „Kommando“ gegeben), meine Geschichte vom „dritten Kind“ zu interpretieren und zusammenzufassen.

Diesen Chat mit Gemini habe ich jetzt hier auf Google veröffentlicht:
https://gemini.google.com/share/c7c9a0789e8c

Ich bin ziemlich baff, wozu eine Maschine fähig ist, die einfach nur die „Wahrscheinlichkeit des nächsten Wortes“ aufgrund ihres Trainings berechnet. Das muss ein ziemlich umfangreiches Training gewesen sein.

Hier nochmal das Original zum Vergleich:
https://letztersein.com/wp-content/uploads/2022/04/ddk_v1.7_20220415.pdf

Natürlich ist die Interpretation der KI nur EINE mögliche Interpretation des „dritten Kindes“.

Sogar ich hätte es anders gesehen.

Aber allein die Tatsache, dass eine KI dermaßen „vernünftigen“ Datenmüll von sich gibt, ist eigentlich ein achtes Weltwunder.

Meint Ihr nicht auch?

Meint

Euer Christoph


Kundenorientierung

Oktober 18, 2025

Liebe Leser!

Eigentlich gibt es nur zwei Arten von Mitarbeitern.

  • A. Solche, die sich am Willen des Eigentümers orientieren
  • B. Solche, die sich am Kunden orientieren

Und wenn man nun bedenkt, dass nicht der Eigentümer unsere Gehälter bezahlt, sondern in Wirklichkeit der Kunde,

dann muss man eigentlich folgendes Statement abgeben:

Jene Mitarbeiter, die immer dem Eigentümer willens sind, gefährden dadurch den Geschäftserfolg nachhaltig, denn der Eigentümer ist eigentlich kein Kunde, sondern ein Lieferant (Kapitallieferant).

Frei nach dem Motto:

Wenn ich mit meinem Eigentümer unzufrieden bin, dann suche ich mir einen neuen.

Meint

Euer Christoph


Von der Reziprozität

Juni 19, 2025

Liebe Leser!

Unbestritten, wir alle wollen geliebt werden, wenn möglich ohne Vorbedingungen.

Aber trotzdem haben wir alle ein seltsames, ungutes Gefühl, wenn wir Leistungen konsumieren, ohne eine Gegenleistung zu erbringen.

Wenn wir die Gesetze der Reziprozität verletzen.

Letzten Endes geht es ja auch in der Wirtschaft immer um eine angemessene Gegenleistung zu jeder Leistung.

Da zu diesem Thema einiges zu sagen ist, habe ich jetzt ein 15. „kleines religiöses Büchlein“ geschrieben.

Es liegt auf der Seite: https://letztersein.com/reziprozitat

Meint

Euer Christoph


Was ist Wahrheit?

April 26, 2025

Der israelische Historiker Yuval Noah Harari erzählt immer wieder von der Erkenntnis, dass im Kampf der Wahrheit gegenüber der Fiktion oft die Wahrheit das Nachsehen hat.

Er führt das auf drei Ursachen zurück.

  • Fiktion ist billiger und einfacher zu erzeugen, als evidenzbasierte Wahrheit
  • Die Wahrheit ist manchmal kompliziert, im Vergleich zur Fiktion, die man so simpel gestalten kann, wie man will
  • Wahrheit ist manchmal schmerzhaft, während man Fiktion beliebig angenehm gestalten kann

Und weil viele große Netzwerke – auch politische Systeme – auf der Erzählung einfacher Erklärungen basieren, mit deren Hilfe, also mit Hilfe dieser Fiktionen, es möglich ist, große Gruppen von Menschen zusammenzuhalten, deshalb darf es nicht verwundern, dass es zwischen Politik und Wissenschaft immer wieder Reibereien gibt.

Vordergründig mag der Streit zwischen Präsident Trump und der Harvard Universität daran liegen, dass Trump einer eher rechten Ideologie folgt und die Professoren eher links sind, aber letzten Endes sind das nur zwei Seiten ein- und derselben Medaillie.

Ich vermute: Letzten Endes geht es um die Wahrheit an sich.

Mit der Benennung seiner Social Media Plattform als „Truth Social“ hat Trump klar gemacht, dass er im Besitz der Wahrheit ist und alle anderen Institutionen, die sich um die Wahrheit bemühen, sich vor ihm fürchten müssen.

In Amerika wird es bald drei Dinge geben.

  • Untergrundwissenschaft
  • Untergrundkirche
  • Untergrundkünstler

Ich hoffe, dass ich mich irre.

Meint

Euer Christoph