Fünf……

Februar 28, 2018

……Kapitel hat es schon, das „zehnte kleine religiöse Büchlein“.

An den ersten vier Kapiteln – die ich ja schon einigemale gepostet habe – hat sich nicht mehr viel geändert. Wenn Du an den – kleinen – allerletzten Änderungen interessiert bist, bitte ich Dich, die Büchlein-Seite zu besuchen. Zur Zeit liegt dort die Version „0.2“ des Büchleins, wobei die Änderungen gegenüber „0.1“ als Änderungen markiert sind.

 

 

Das fünfte Kapitel hingegen ist neu und im folgenden abgedruckt:

Meta-Gedanken zur Zifferngeschichte

Als ich – so circa im Jahre des Herrn 2005 – die Zifferngeschichte schrieb (hier der Link: http://erstersein.wordpress.com/about), hatte ich einige konkrete technische und natürliche Objekte und Ideen im Sinn.

Es ging um die Idee DIGITS, um den ersten Tarnkappenbomber – die F 117A –, den zweiten – die B2 – und um einige andere technische und techno­logische Ideen und Objekte des 20. Jahrhunderts, wie zum Beispiel GPS, GSM und die Raumfahrt.

Ich gab den Dingen Codenamen:

DIGITS waren „die Ziffern“, die F 117A war der „Zauberkreisel“, das Internet war das „S&P Kommu­nikationssystem“, die B2 bzw. der Nurflügler der Gebrüder Horten waren „das Taxi“, das Weltall war „das neue Zimmer“, GSM war „Plan B“ usw.

Aber ich versuchte auch meinen damaligen „Technischen Blick auf das 20. Jahrhun­dert“ in Einklang mit meiner Weltanschauung zu bringen. Mit Gedanken zu den geistige Wesen, zu Gott, zu Engeln, Dämonen aber auch zu den wirklichen Ursachen des menschlichen politischen Verhaltens

Natürlich hatte ich diese Geschichte aus meinem damaligen engen Blickwinkel heraus geschrieben und im gegenständlichen Buch, dem zehnten kleinen religiösen Büchlein „Vom Leben“ möchte ich das konkrete technische – eigentlich unnötige – Beiwerk einfach beiseite lassen.

Was ist es also, das in der Zifferngeschichte einen ewigen Bestand hat, sodass es sich lohnt, noch einmal darüber nachzudenken?

Da ist einmal der Diener Johann. Er ist eine allegorische Figur für die Liebe, mithin für Gott. Die Menschen spielen das Spiel „Erster sein“, das den allgemeinen wirtschaftlichen und sozialen Wettbewerb sym­bo­lisiert, weil sie glauben, der Diener Johann – also die Liebe – habe in ihrer geheimnisvollen Truhe einen Schatz bereitet für den, der „Erster sein“ werde.

Es hat aber niemals jemand in diesem Spiel gewonnen, auch wenn es bei dem einen oder anderen eine zeitlang so aussah, als würde er oder sie gewinnen.

Dieses Spiel war auch die Ursache für die Gruppenbildung, denn ge­mein­sam war man stärker und gemeinsam konnte man die Hoff­nung haben in dem Spiel zu gewinnen.

Jetzt kommt also noch ein Thema hinzu, das ist nämlich das Thema der Identität. Jede Gruppe – jeder Cluster – von Menschen – symbo­lisiert durch die „Zimmer des uralten Hauses“ – unterscheidet sich von den anderen.

Das kann die Sprache sein, es können Gewohnheiten der Kleidung sein, Religionen, kulinarische Eigenheiten und sonstige äußerliche Merkmale, mit deren Hilfe man sich von „den anderen“ absetzen kann.

In der Zifferngeschichte wurde das dadurch symbolisiert, dass man den Zimmern die Farben grün und blau gab.

Und immer, wirklich immer sind „wir die Guten“, vielleicht sogar „die Besseren“, das ist so ziemlich die einzige These, die noch keiner in frage gestellt hat.

Im gegenständlichen Fall der Zifferngeschichte würde also JEDER davon ausgehen: „Wir sind die Grünen“.

Die Zifferngeschichte beschreibt weiters die Blockbildung im kalten Krieg (grün gegen blau).

Aber ist das wirklich ein allgemeines Gesetz? Folgt aus der Erfin­dung einer starken UND nicht rückverfolgbaren Angriffswaffe IMMER die Bildung von zwei Blöcken in der Welt? Wie wird das sein, wenn wir einmal das Weltall besiedeln? Viele Fragen.

Gut gelungen ist mir hingegen der Teufel, den ich als Kerzenständer beschrieb.

Überhaupt waren die Engel und die Dämonen die „Gegen­stände“ in dem „uralten Haus“, die im Gegensatz zu den Menschen nicht das „S&P Kommunikationssystem“ (send and then pray) verwendeten, sondern das „P&S Kommunikationssystem“ (pray and then send).

Als Techniker, der notgedrungen manch­mal die eine oder andere Sache erfindet, habe ich ein gewisses Naheverhältnis zum Teufel, weil auch der Teufel immer wieder die Menschen verführt, dass sie „seine Geschenke benützen sollen“, damit sie in dem „Spiel gewin­nen“.

Der Teufel verspricht uns Liebe, wenn wir seinen Willen täten. Die tatsächlichen Auswirkungen – Leid, Gewalt, Armut, Hunger, usw. – merken wir erst im Nachhinein.

Es gibt einige Dinge, die „sehr typisch für den Menschen sind“. Na­tür­lich ist es unsere Gotteskindschaft, die uns zum Menschen macht, aber auch der Gebrauch von Werkzeug ist in dieser Intensität nur beim Menschen vorhanden.

Insoferne sind wir Techniker sehr nahe am „Wesen des Lebens“, weil wir durch den Gebrauch von Werkzeugen unser Leben in der Welt immer weiter „virtualisieren“. Wir heben ab.

Solange, bis wir wieder am Ziel angekommen sind, in der Grube, 2m senkrecht, 3m waagrecht.

Bis wir nach Hause kommen. Das sollte unser Ziel sein, der manch­mal lange Weg nach Hause.

Meint

Euer Christoph

 


Existiert der Weihnachtsmann als „Ding an sich“

Februar 27, 2018

Im Zuge der Entwicklung meines zehnten religiösen Büchleins „Vom Leben“ hatte ich heute eine interessante Diskussion über das Thema „ist der Weihnachtsmann eine geistige Realität“ oder „ist er nur eine virtuelle Realität“.

Ist etwas, das wir „als Bild“ in unserem Bewußtsein besitzen, deswegen schon eine Realität (eben eine geistige) oder kann man etwas erst dann als „geistige Realität“ bezeichnen, wenn es ein Selbstbewußtsein hat?

Ein Streit um des Kaisers Bart.

Aber lustig.

Die aktuelle Version des „Zehnten religiösen Büchleins“ unter https://letztersein.wordpress.com/kleine-religiose-buchlein

Meint
Euer Christoph


Na gut, es muss ja nicht immer was Neues sein

Februar 26, 2018

Das zehnte Büchlein ist jetzt auf der „Büchlein-Seite“ gespeichert: https://letztersein.wordpress.com/kleine-religiose-buchlein.

Da ist dann auch schon das fünfte Kapitel dabei (noch unkommentiert).

Meint
Euer Christoph


Einleitung des zehnten Büchleins

Februar 25, 2018

Die ersten vier Kapitel sind eigentlich nur eine Einleitung und ich habe sie jetzt nochmal ein wenig überarbeitet – sogar die Überschriften teilweise geändert.

Lg

Euer Christoph

P.S.: hier die neueste Version…….der Einleitung

Warum vom Leben

Nun habe ich neun „kleine religiöse Büchlein“ geschrieben und es wird Zeit, den Kreis zu schließen mit einem zehnten.

Manchem Leser waren einige der Büchlein zu wenig katholisch, überhaupt zu wenig religiös – vielleicht zu philosophisch.

Das ist schade, denn ich bin durchaus ein Katholik, wenngleich ich das „r“ in „r.-k.“ nicht so sehr als „römisch“ interpretiere, sondern eher als „richtig“.

Sozusagen „ortho-katholisch“ 🙂

Nun gut, aber lass mich Dir mich kurz vorstellen.

Ich bin Programmierer.

Als solcher bin ich gewohnt, dass Computer nicht immer das tun, was ich von ihnen will, sondern sie tun immer das, was ich ihnen auftrage – wenn nicht ein Fehler vorliegt, der tiefer sitzt.

Man muss sich bei einem Computer also sehr gut überlegen, was man ihm aufträgt, damit er dann das macht, was man wirklich will.

Bei Lebewesen ist das anders, denn sie denken mit (meistens).

Insoferne agiert der liebe Gott gegenüber der Schöpfung nicht so sehr wie ein Programmierer, sondern eher wie ein Administrator.

Der Administrator, ein ewiges Thema philosophischer Kontemplation in der Computertechnik.

Aber warum beschäftigen wir uns mit dem Leben?

Eigentlich habe ich mir ja vorgenommen, im zehnten Büchlein eben über das gesamte Universum zu philosophieren, sozusagen mein Weltbild darzulegen.

Ich hoffe, dass ich diesmal bereits einen größeren Überblick habe als im Jahr 2005, als ich die Zifferngeschichte geschrieben hatte.

Sehr simpel betrachtet hat das Leben im Univer­sum eine Sonder­stel­lung.

Wenn man alle Wesen und Dinge – also alle Objekte unserer Erkennt­nis – in die Kategorien „Geist“ und „Materie“ einteilt, dann merkt man sehr schnell, dass es vier Kombinationsmöglichkeiten gibt:

  • alles, was Materie ist, also zum Beispiel, Steine, Himmelskörper und Betonklötze
  • alles, was Geist UND Materie ist, also zum Beispiel uns Lebewesen
  • alles, was NUR Geist ist. Hier werden wir diskutieren müssen, ob es so etwas überhaupt gibt
  • alles, was weder Geist noch Materie ist, also z.B. (das) Nichts

Die Lebewesen – das Leben – hat also eine Sonderstellung im Uni­ver­sum, weil es an der Schnittstelle zwischen Geist und Materie sitzt.

Trotzdem – zu diesem Schluss sind wir in den anderen Büchlein gekommen – sind alle vier Arten von Objekten ein Teil der Realität, denn (das ist jetzt aber eine Nullaussage):

Anything is real.

There is not anything that does not exist.

Beschäftigen wir uns also mit dem Universum, dem Leben und dem ganzen Rest.

Das ist eine schöne Sisiphusarbeit.

Geist oder Materie, Real oder Virtuell

Gibt es den Weihnachtsmann?

Na ja, gute Frage. Das ist so ähnlich wie die Frage an Radio Eriwan: „Was ist der Unterschied zwischen der sowjetischen Gewerkschaft und Radio Eriwan?“

„Radio Eriwan existiert nicht offiziell, aber man spürt seine Auswir­kun­gen“.

Wieviel ist schon anders gelaufen in der Welt, weil es eben die Ge­schich­ten vom Weihnachtsmann gibt. Weil wir – zumindest zur Weihnachtszeit – daran erinnert werden, dass es da gute Mächte gibt, Mächte der Liebe und der Kindlichkeit, die uns an die Notwendigkeit erinnern, dass wir als Menschen auch Spielzeug brauchen und nett zueinander sein sollen.

Also – weil er Auswirkungen hat – gibt es ihn doch „irgendwie“, den Weihnachtsmann. Er ist also real – „tatsächlich“ – existent.

Allerdings ist er eine „geistige Realität“, da er zwar in vielen vom Menschen gemachten Medien – Büchern, Filmen, Kalendern und ähnlichen Dingen – einen „mate­riellen Niederschlag“ gefunden hat, „an sich“ aber als Phä­no­men nichts Materielles ist.

Er lebt eben durch das und in dem Bewusstsein der Menschen.

Wir kommen dann dahinter: er ist

  • ein geistiges Phänomen, weil er „an sich“ nicht materiell ist
  • eine virtuelle Realität, weil er vom Menschen erfunden ist

Nehmen wir im Gegensatz ein Haus. Ein Haus hat meistens als Idee im Gehirn eines Architekten begonnen, existiert dann aber – nachdem es tatsächlich gebaut worden ist – auch als „an sich“ materielles Objekt.

Das Haus ist also

  • zuerst einmal „er“funden worden (was es mit dem Weih­nachts­mann gemeinsam hat),
  • kann dann aber auch als „materielles Phänomen“ von anderen Menschen vor“ge“funden werden, da es „real“ existiert

Ein Stein

  • ist sicher ein „an sich“ materielles Phänomen.
  • Und er kann vor“ge“funden werden, ist also „real“ existent.

Doch im Nachhinein, nachdem man den Stein „ge“funden hat, kann man ihn auch „er“finden, indem man über ihn nachdenkt und ihn „in das eigene Weltbild einbaut“. Man kann dann auch mit anderen Men­schen über den Stein kommunizieren.

Wie ist es denn nun mit Lebewesen?

Von uns selbst wissen wir, dass wir Phantasie haben und Bewußtsein – leider viel zu wenig Selbstbewußtsein – und dass wir die Welt durch unseren Willen verändern können (in bestimmten Grenzen).

Wir sind also

  • ein „an sich“ geistig/materielles Phänomen

Aber was war zuerst? Sind wir zuerst „ge“funden worden oder sind wir zuerst „er“funden worden? Sind wir Kunst oder sind wir Natur? Erfindet sich nicht jeder Mensch immer wieder selbst?

Gute Fragen.

Und zuletzt: Sind alle rein geistigen Phänomene „er“funden worden? Ist das Nichts „er“funden worden? Oder kann man Gott „vor“finden, bevor man ihn „er“findet?

Hätten wir eine Idee von Gott, wenn unsere Eltern uns nicht von ihm erzählt hätten? Wäre er nicht das ewige „Ding ohne Namen“?

Kunst und Natur, vom Ding ohne Namen

Im ersten Kapitel ging es also um „Geist vs Materie“. Im zweiten Kapitel haben wir versucht die Begriffe „vor“finden und „er“finden mit den Begriffen der „realen Realität“ und der „virtuellen Realität“ zu verbinden.

Aber ist das Thema „virtuell“ vs „real“ nicht nur ein Aufguss des alten Themas „Kunst“ vs „Natur“? Kunst als Abbild der Natur? Kunst als Vorbild für die – vom Menschen gestaltete – Natur?

Kann man sagen, dass jedes Kunstwerk zuerst „er“funden wird, bevor es „ge“funden wird? Und ist es mit der Natur nicht genau umgekehrt? Werden natürliche Phänomene immer zuerst „ge“funden, bevor sie „er“funden, also in unser Weltbild eingebaut werden?

Und ist dieses geheimnisvolle „Ding ohne Namen“ nicht die „Natur an sich“, die schon existiert, bevor sie benannt wird?

Aus unserer Sicht ist das Universum eine vorgefundene Sache, die wir zu interpretieren versuchen.

Aber wenn es den Schöpfergott tatsächlich gibt, dann ist das Universum aus seiner Sicht ein perfekt gestaltetes Kunstwerk, das er seinen Kindern – uns – als Spielplatz geschenkt hat. Eine virtuelle Realität. Ein interaktiver 360° Spielfilm im Multiuser Modus.

Und wie man aus einem Spielfilm Rückschlüsse auf den Regisseur ziehen kann, so können wir auch aus dem Universum Rückschlüsse auf Gott ziehen, weil wir seine Spuren „vor“finden.

Was wir von unserem Vater – Gott – geerbt haben, ist unter anderem diese geniale Fähigkeit, füreinander virtuelle Welten zu „er“finden.

Da stolpert ein Mensch über ein „Ding ohne Namen“. Und sofort beginnt er, darüber zu erzählen.

Vorerst werden ihn seine Mitmenschen für verrückt erklären, weil er nur stottern wird – das Ding ohne Namen hat noch keinen Platz in unserer Sprache – in unserer virtuellen Welt.

Aber schön langsam wird er diese „Findung“ dann „er“finden und „ins Leben holen“, also in unsere virtuelle Welt – die Sprache – einbauen.

Und irgendwann wird es Allgemeingut und „Stand der Technik“.

Meint

Euer Christoph

Die Programmierung und das Leben

Was ist das eigentlich, eine Software?

Nun, es handelt sich bei einer Software um ein Muster auf einem Datenträger.

Dieses Muster kann von einem Datenträger auf einen anderen über­tragen – kopiert – werden.

Die Leichtigkeit dieses Kopiervorgangs ist es übrigens, die das Wesen der modernen Informationstechnologie ausmacht.

In offenen Systemen ist Software beliebig kopierbar, weswegen sie auch eigentlich keinen Wert hat. Man kann sie auch nicht effektiv vor dem Kopiertwerden schützen.

Das ist der Preis, den wir zahlen, wenn wir offene Systeme haben wollen – Software hat dann nur im Zusammenhang mit Hardware eine wirtschaftliche Bedeutung.

Na gut, aber was passiert nun mit dem Muster? Mit der Software? Ist die Software schon Geist?

Nun ja, in der Natur erkennen wir auch manchmal Muster. Und wir vermuten dahinter einen lenkenden Geist. Oder Geister. Das kann bis zum Verfol­gungs­wahn führen, oder zu anderen Wähnen, wenn man ein Gehirn hat, welches allzu sensibel auf Muster reagiert.

Und so, wie jeder Mensch auf bestimmte Muster „besonders anfällig“ ist, so muss auch die Software auf bestimmte Computer zugeschnit­ten sein, auf ihr Betriebssystem.

Manche Muster führen bei Muslimen zum „kollektiven Ausrasten“, andere Muster bringen Katholiken dazu, kollektiv Buße zu tun und wieder andere Muster führen zu fröhlichen Tänzen an Purim.

Das Muster alleine würde ich also nicht als „Geist“ bezeichnen, dafür ist es mir zu „flüchtig“ und zu „unbestimmt“.

So, wie eine Metapher, die von einigen Menschen sehr gut verstan­den wird – weil sie den „Code“ kennen – und von anderen Menschen nicht einmal ignoriert.

Der Mensch hingegen – und vielleicht sogar alle Lebewesen – hat ein Selbstbewußtsein. Und dieses Selbstbewußtsein würde ich als eine der wesentlichsten Eigenschaften von „geistbehafteten“ Wesen entdecken.

Weiters gibt es da den Wunsch nach Sinnhaftigkeit, der allen geistbehafteten Wesen zu eigen ist und nicht zu vergessen die Sehnsucht nach Liebe.

Soweit, so gut. Geist ist Geist, und Materie ist Materie.

Kunst ist Kunst, und Natur ist Natur.

Software ist Software, und kann erst in einem Computer „leben“.

Weltanschauungen sind Weltanschauungen und müssen erst in der Praxis in einem „lebendigen Glauben“ umgesetzt werden.

Viele Fragen bleiben offen – so die Fragen nach dem Woher, Wohin und Wozu – und wir können uns der Sinnfrage nur nähern, indem wir uns einfach und ehrlich auf die Suche machen.

Natürlich haben uns unsere Älteren schon viele Ergebnisse ihrer Suche hinterlassen – wir müssen also nicht bei Null beginnen – trotzdem wollen wir immer wieder kritisch innehalten und nach­fühlen, ob wir mit diesen Antworten denn auch leben können.

Beginnen wir also einen Bogen zu schlagen, vom Universum über das Leben bis hin zu „dem, der ins Leben ruft“, dem „Allmächtigen“, der „ist“ und zurück zu unserem eigenen Leben und zu der Frage, wie wir unser eigenes Leben einordnen können in diesen Ablauf, den wir als Vorsehung bezeichnen.

Das Büchlein solle hiermit eröffnet sein.


Erste Spuren des zehnten Büchleins

Februar 24, 2018

Da die ersten drei Kapitel schon so großes Interesse hervorgerufen haben, hier jetzt das vierte Kapitel.

Und da ich nicht mehr sicher bin, ob ich an den ersten Kapiteln nicht noch Änderungen vorgenommen habe, einfach alle viere.

Das ist aber nur der erste Hauch von diesem Büchlein. Da ist noch so viel zu sagen und zu schreiben.

Meint

Euer Christoph

Hier Kapitel ein eins bis vier:

Warum vom Leben

Nun habe ich neun „kleine religiöse Büchlein“ geschrieben und es wird Zeit, den Kreis zu schließen mit einem zehnten.

Manchem Leser waren einige der Büchlein zu wenig katholisch, überhaupt zu wenig religiös – vielleicht zu philosophisch.

Das ist schade, denn ich bin durchaus ein Katholik, wenngleich ich das „r“ in „r.-k.“ nicht so sehr als „römisch“ interpretiere, sondern eher als „richtig“.

Sozusagen „ortho-katholisch“ 🙂

Nun gut, aber lass mich Dir mich kurz vorstellen.

Ich bin Programmierer.

Als solcher bin ich gewohnt, dass Computer nicht immer das tun, was ich von ihnen will, sondern sie tun immer das, was ich ihnen auftrage – wenn nicht ein Fehler vorliegt, der tiefer sitzt.

Man muss sich bei einem Computer also sehr gut überlegen, was man ihm aufträgt, damit er dann das macht, was man wirklich will.

Bei Lebewesen ist das anders, den sie denken mit (meistens).

Insoferne agiert der liebe Gott gegenüber der Schöpfung nicht so sehr wie ein Programmierer, sondern eher wie ein Administrator.

Der Administrator, ein ewiges Thema philosophischer Kontemplation in der Computertechnik.

Aber warum beschäftigen wir uns mit dem Leben?

Eigentlich habe ich mir ja vorgenommen, im zehnten Büchlein dann eben über das gesamte Universum zu philosophieren, sozusagen, mein Weltbild darzulegen.

Ich hoffe, dass ich diesmal bereits einen größeren Überblick habe als im Jahr 2005, als ich die Zifferngeschichte geschrieben hatte.

Wenn man es sehr simpel betrachtet, dann hat das Leben im Universum eine Sonderstellung.

Wenn man alle Wesen und Dinge – also alle Objekte unserer Erkenntnis – in die Kategorien „Geist“ und „Materie“ einteilt, dann merkt man sehr schnell, dass es vier Kombinationsmöglichkeiten gibt:

  • alles, was Materie ist, also zum Beispiel, Steine, Himmelskörper und Betonklötze
  • alles, was Geist UND Materie ist, also zum Beispiel uns Lebewesen
  • alles, was NUR Geist ist. Hier werden wir diskutieren müssen, ob es so etwas überhaupt gibt
  • alles, was weder Geist noch Materie ist, also z.B. (das) Nichts

Die Lebewesen – das Leben – hat also eine Sonderstellung im Uni­ver­sum, weil es an der Schnittstelle zwischen Geist und Materie sitzt.

Trotzdem – zu diesem Schluss sind wir in den anderen Büchlein gekommen – sind alle vier Arten von Objekten ein Teil der Realität, denn (das ist jetzt aber eine Nullaussage):

Anything is real.

There is not anything that does not exist.

Beschäftigen wir uns also mit dem Universum, dem Leben und dem ganzen Rest. Das ist eine schöne Sisiphusarbeit.

Geist oder Materie, Real oder Virtuell

Gibt es den Weihnachtsmann?

Na ja, gute Frage. Das ist so ähnlich wie die Frage an Radio Eriwan: „Was ist der Unterschied zwischen der sowjetischen Gewerkschaft und Radio Eriwan?“

„Radio Eriwan existiert nicht offiziell, aber man spürt seine Auswirkungen“.

Wieviel ist schon anders gelaufen in der Welt, weil es eben die Ge­schich­ten vom Weihnachtsmann gibt. Weil wir – mindestens zur Weihnachtszeit – daran erinnert werden, dass es da gute Mächte gibt, Mächte der Liebe und der Kindlichkeit, die uns an die Notwendigkeit erinnern, dass wir als Menschen auch Spielzeug brauchen und nett zueinander sein sollen.

Also – weil er Auswirkungen hat – gibt es ihn doch „irgendwie“, den Weihnachtsmann. Er ist also real – „tatsächlich“ – existent.

Allerdings ist er eine „virtuelle Realität“, da er zwar in vielen vom Menschen gemachten Medien – Büchern, Filmen, Kalendern und ähnlichen Dingen – einen „mate­riellen Niederschlag“ gefunden hat, „an sich“ aber als Phä­no­men nichts Materielles ist.

Er lebt eben durch das und in dem Bewusstsein der Menschen.

Wir kommen dann dahinter: er ist

  • ein geistiges Phänomen, weil er „an sich“ nicht materiell ist
  • eine virtuelle Realität, weil er vom Menschen erfunden ist

Nehmen wir im Gegensatz ein Haus. Ein Haus hat meistens als Idee im Gehirn eines Architekten begonnen, existiert dann aber – nachdem es tatsächlich gebaut worden ist – auch als „an sich“ materielles Objekt.

Das Haus ist also

  • zuerst einmal „er“funden worden (was es mit dem Weihnachtsmann gemeinsam hat),
  • kann dann aber auch als „materielles Phänomen“ von anderen Menschen vor“ge“funden werden, da es „real“ existiert

Ein Stein

  • ist nun sicher ein „an sich“ materielles Phänomen.
  • Und er kann vor“ge“funden werden, ist also „real“.

Doch im Nachhinein, nachdem man den Stein „ge“funden hat, kann man ihn auch „er“finden, indem man über ihn nachdenkt und ihn „in das eigene Weltbild einbaut“. Man kann dann auch mit anderen Menschen über den Stein kommunizieren.

Wie ist es denn nun mit Lebewesen?

Von uns selbst wissen wir, dass wir Phantasie haben und Bewußtsein – leider viel zu wenig Selbstbewußtsein – und dass wir die Welt durch unseren Willen verändern können.

Wir sind also

  • ein „an sich“ geistig/materielles Phänomen

Aber was war zuerst? Sind wir zuerst „ge“funden worden oder sind wir zuerst „er“funden worden? Sind wir Kunst oder sind wir Natur? Erfindet sich nicht jeder Mensch immer wieder selbst?

Gute Fragen.

Und zuletzt: Sind alle rein geistigen Phänomene „er“funden worden? Ist das Nichts „er“funden worden? Oder kann man Gott „vor“finden, bevor man ihn „er“findet?

Hätten wir eine Idee von Gott, wenn unsere Eltern uns nicht von ihm erzählt hätten? Wäre er nicht das ewige „Ding ohne Namen“?

Das Menschliche am Menschen

Im ersten Kapitel ging es also um „Geist vs Materie“. Im zweiten Kapitel haben wir versucht die Begriffe „vor“finden und „er“finden mit den Begriffen der „realen Realität“ und der „virtuellen Realität“ zu verbinden.

Aber ist das Thema „virtuell“ vs „real“ nicht nur ein Aufguss des alten Themas „Kunst“ vs „Natur“? Kunst als Abbild der Natur? Kunst als Vorbild für die – vom Menschen gestaltete – Natur?

Kann man sagen, dass jedes Kunstwerk zuerst „er“funden wird, bevor es „ge“funden wird? Und ist es mit der Natur nicht genau umgekehrt? Werden natürliche Phänomene immer zuerst „ge“funden, bevor sie „er“funden, also in unser Weltbild eingebaut werden?

Und ist dieses geheimnisvolle „Ding ohne Namen“ nicht die „Natur an sich“, die schon existiert, bevor sie benannt wird?

Aus unserer Sicht ist das Universum eine vorgefundene Sache, die wir zu interpretieren versuchen.

Aber wenn es den Schöpfergott tatsächlich gibt, dann ist das Universum aus seiner Sicht ein perfekt gestaltetes Kunstwerk, das er seinen Kindern – uns – als Spielplatz geschenkt hat. Eine virtuelle Realität. Ein interaktiver 360° Spielfilm im Multiuser Modus.

Und wie man aus einem Spielfilm Rückschlüsse auf den Regisseur ziehen kann, so können wir auch aus dem Universum Rückschlüsse auf Gott ziehen, weil wir seine Spuren „vor“finden.

Was wir von unserem Vater – Gott – geerbt haben, ist übrigens diese geniale Fähigkeit, füreinander virtuelle Welten zu „er“finden.

Da stolpert ein Mensch über ein „Ding ohne Namen“. Und sofort beginnt er, darüber zu erzählen.

Vorerst werden ihn seine Mitmenschen für verrückt erklären, weil er nur stottern wird – das Ding ohne Namen hat noch keinen Platz in unserer Sprache – in unserer virtuellen Welt.

Aber schön langsam wird er diese „Findung“ dann „er“finden und „ins Leben holen“, also in unsere virtuelle Welt – die Sprache – einbauen.

Und irgendwann dann wird es Allgemeingut und „Stand der Technik“.

Meint

Euer Christoph

Von der Software und vom Geist

Was ist das eigentlich, eine Software?

Nun, es handelt sich bei einer Software um ein Muster auf einem Datenträger.

Dieses Muster kann von einem Datenträger auf einen anderen über­tragen – kopiert – werden.

Die Leichtigkeit dieses Kopiervorgangs ist es übrigens, die das Wesen der modernen Informationstechnologie ausmacht.

In offenen Systemen ist Software beliebig kopierbar, weswegen sie auch eigentlich keinen Wert hat. Man kann sie auch nicht effektiv vor dem Kopiertwerden schützen.

Das ist der Preis, den wir zahlen, wenn wir offene Systeme haben wollen – Software hat dann nur im Zusammenhang mit Hardware eine wirtschaftliche Bedeutung.

Na gut, aber was passiert nun mit dem Muster? Mit der Software? Ist die Software schon Geist?

Nun ja, in der Natur erkennen wir auch manchmal Muster. Und wir vermuten dahinter einen lenkenden Geist. Oder Geister. Das kann bis zum Verfol­gungs­wahn führen, oder zu anderen Wähnen, wenn man ein Gehirn hat, welches allzu sensibel auf Muster reagiert.

Aber hinter diesen Mustern steckt in den allermeisten Fällen kein lenkender Geist – außer dem göttlichen Geist, der sowieso in jeder kleinsten Lebensäußerung wirkt und dessen Äußerungen oft als „Vorsehung“ bezeichnet werden.

Das Gehirn jedoch, das diese Mustererkennung durchführt, ist dann aber doch von einem Geist bewohnt, der unser eigener ist.

Und so, wie jeder Mensch auf bestimmte Muster „besonders anfällig“ ist, so muss auch die Software auf bestimmte Computer „zugeschnitten“ sein, auf ihr „Betriebssystem“.

Manche Muster führen bei Muslimen zum „kollektiven Ausrasten“, andere Muster bringen Katholiken dazu, kollektiv Buße zu tun und wieder andere Muster führen zu fröhlichen Tänzen an Purim.

Die Realisierung der Software ergibt sich also erst dadurch, dass sie auf einem Computer ausgeführt wird.

Das Muster alleine würde ich also nicht als „Geist“ bezeichnen, dafür ist es mir zu „flüchtig“ und zu „unbestimmt“.

So, wie eine Metapher, die von einigen Menschen sehr gut verstanden wird – weil sie den „Code“ kennen – und von anderen Menschen nicht einmal ignoriert.

Der Mensch hingegen – und vielleicht sogar alle Lebewesen – hat ein Selbstbewußtsein. Und dieses Selbstbewußtsein würde ich als eine der wesentlichsten Eigenschaften von „geistbehafteten“ Wesen entdecken.

Weiters gibt es da den Wunsch nach Sinnhaftigkeit, der allen geistbehafteten Wesen zu eigen ist und nicht zu vergessen die Sehnsucht nach Liebe.

Soweit, so gut. Geist ist Geist, und Materie ist Materie.

Aber es gibt zwei Sonderfälle, über die wir uns noch keine Gedanken gemacht haben.

Ist Gott reiner Geist? Wie machen behaupten?

Ist das Nichts – falls es existiert (was schon eine lustige Fragestellung ist) – einen der beiden Kategorien zuzuordnen? Oder beiden? Oder allen Kombinationen?

Na gut, man kann die Hirnakrobatik auch übertreiben. Und so wollen wir es gut sein lassen.

Meint Euer Christoph


Das Menschliche am Menschen

Februar 23, 2018

Hier jetzt der Entwurf für das dritte Kapitel

Das Menschliche am Menschen

Im ersten Kapitel ging es also um „Geist vs Materie“. Im zweiten Kapitel haben wir versucht die Begriffe „vor“finden und „er“finden mit den Begriffen der „realen Realität“ und der „virtuellen Realität“ zu verbinden.

Aber ist das Thema „virtuell“ vs „real“ nicht nur ein Aufguss des alten Themas „Kunst“ vs „Natur“? Kunst als Abbild der Natur? Kunst als Vorbild für die – vom Menschen gestaltete – Natur?

Kann man sagen, dass jedes Kunstwerk zuerst „er“funden wird, bevor es „ge“funden wird? Und ist es mit der Natur nicht genau umgekehrt? Werden natürliche Phänomene immer zuerst „ge“funden, bevor sie „er“funden, also in unser Weltbild eingebaut werden?

Und ist dieses geheimnisvolle „Ding ohne Namen“ nicht die „Natur an sich“, die schon existiert, bevor sie benannt wird?

Aus unserer Sicht ist das Universum eine vorgefundene Sache, die wir zu interpretieren versuchen.

Aber wenn es den Schöpfergott tatsächlich gibt, dann ist das Universum aus seiner Sicht ein perfekt gestaltetes Kunstwerk, das er seinen Kindern – uns – als Spielplatz geschenkt hat. Eine virtuelle Realität. Ein interaktiver 360° Spielfilm im Multiuser Modus.

Und wie man aus einem Spielfilm Rückschlüsse auf den Regisseur ziehen kann, so können wir auch aus dem Universum Rückschlüsse auf Gott ziehen, weil wir seine Spuren „vor“finden.

Was wir von unserem Vater – Gott – geerbt haben, ist übrigens diese geniale Fähigkeit, füreinander virtuelle Welten zu „er“finden.

Da stolpert ein Mensch über ein „Ding ohne Namen“. Und sofort beginnt er, darüber zu erzählen.

Vorerst werden ihn seine Mitmenschen für verrückt erklären, weil er nur stottern wird – das Ding ohne Namen hat noch keinen Platz in unserer Sprache – in unserer virtuellen Welt.

Aber schön langsam wird er diese „Findung“ dann „er“finden und „ins Leben holen“, also in unsere virtuelle Welt – die Sprache – einbauen.

Und irgendwann dann wird es Allgemeingut und „Stand der Technik“.

Meint

Euer Christoph

 

 

Und die ersten beiden habe ich auch nochmal ein wenig abgeändert:

Warum vom Leben

Nun habe ich neun „kleine religiöse Büchlein“ geschrieben und es wird Zeit, den Kreis zu schließen mit einem zehnten.

Manchem Leser waren einige der Büchlein zu wenig katholisch, überhaupt zu wenig religiös – vielleicht zu philosophisch.

Das ist schade, denn ich bin durchaus ein Katholik, wenngleich ich das „r“ in „r.-k.“ nicht so sehr als „römisch“ interpretiere, sondern eher als „richtig“.

Sozusagen „ortho-katholisch“ 🙂

Nun gut, aber lass mich Dir mich kurz vorstellen.

Ich bin Programmierer.

Als solcher bin ich gewohnt, dass Computer nicht immer das tun, was ich von ihnen will, sondern sie tun immer das, was ich ihnen auftrage – wenn nicht ein Fehler vorliegt, der tiefer sitzt.

Man muss sich bei einem Computer also sehr gut überlegen, was man ihm aufträgt, damit er dann das macht, was man wirklich will.

Bei Lebewesen ist das anders, den sie denken mit (meistens).

Insoferne agiert der liebe Gott gegenüber der Schöpfung nicht so sehr wie ein Programmierer, sondern eher wie ein Administrator.

Der Administrator, ein ewiges Thema philosophischer Kontemplation in der Computertechnik.

Aber warum beschäftigen wir uns mit dem Leben?

Eigentlich habe ich mir ja vorgenommen, im zehnten Büchlein dann eben über das gesamte Universum zu philosophieren, sozusagen, mein Weltbild darzulegen.

Ich hoffe, dass ich diesmal bereits einen größeren Überblick habe als im Jahr 2005, als ich die Zifferngeschichte geschrieben hatte.

Wenn man es sehr simpel betrachtet, dann hat das Leben im Universum eine Sonderstellung.

Wenn man alle Wesen und Dinge – also alle Objekte unserer Erkenntnis – in die Kategorien „Geist“ und „Materie“ einteilt, dann merkt man sehr schnell, dass es vier Kombinationsmöglichkeiten gibt:

  • alles, was Materie ist, also zum Beispiel, Steine, Himmelskörper und Betonklötze
  • alles, was Geist UND Materie ist, also zum Beispiel uns Lebewesen
  • alles, was NUR Geist ist. Hier werden wir diskutieren müssen, ob es so etwas überhaupt gibt
  • alles, was weder Geist noch Materie ist, also z.B. (das) Nichts

Die Lebewesen – das Leben – hat also eine Sonderstellung im Uni­ver­sum, weil es an der Schnittstelle zwischen Geist und Materie sitzt.

Trotzdem – zu diesem Schluss sind wir in den anderen Büchlein gekommen – sind alle vier Arten von Objekten ein Teil der Realität, denn (das ist jetzt aber eine Nullaussage):

Anything is real.

There is not anything that does not exist.

Beschäftigen wir uns also mit dem Universum, dem Leben und dem ganzen Rest. Das ist eine schöne Sisiphusarbeit.

Geist oder Materie, Real oder Virtuell

Gibt es den Weihnachtsmann?

Na ja, gute Frage. Das ist so ähnlich wie die Frage an Radio Eriwan: „Was ist der Unterschied zwischen der sowjetischen Gewerkschaft und Radio Eriwan?“

„Radio Eriwan existiert nicht offiziell, aber man spürt seine Auswirkungen“.

Wieviel ist schon anders gelaufen in der Welt, weil es eben die Ge­schich­ten vom Weihnachtsmann gibt. Weil wir – mindestens zur Weihnachtszeit – daran erinnert werden, dass es da gute Mächte gibt, Mächte der Liebe und der Kindlichkeit, die uns an die Notwendigkeit erinnern, dass wir als Menschen auch Spielzeug brauchen und nett zueinander sein sollen.

Also – weil er Auswirkungen hat – gibt es ihn doch „irgendwie“, den Weihnachtsmann. Er ist also real – „tatsächlich“ – existent.

Allerdings ist er eine „virtuelle Realität“, da er zwar in vielen vom Menschen gemachten Medien – Büchern, Filmen, Kalendern und ähnlichen Dingen – einen „mate­riellen Niederschlag“ gefunden hat, „an sich“ aber als Phä­no­men nichts Materielles ist.

Er lebt eben durch das und in dem Bewusstsein der Menschen.

Das heisst, er ist

  • ein geistiges Phänomen, weil er „an sich“ nicht materiell ist
  • eine virtuelle Realität, weil er vom Menschen erfunden ist

Nehmen wir im Gegensatz ein Haus. Ein Haus hat meistens als Idee im Gehirn eines Architekten begonnen, existiert dann aber – nachdem es tatsächlich gebaut worden ist – auch als „an sich“ materielles Objekt.

Das Haus ist also

  • zuerst einmal „er“funden worden (was es mit dem Weihnachtsmann gemeinsam hat),
  • kann dann aber auch als „materielles Phänomen“ von anderen Menschen vor“ge“funden werden, da es „real“ existiert

Ein Stein

  • ist nun sicher ein „an sich“ materielles Phänomen.
  • Und er kann vor“ge“funden werden, ist also „real“.

Doch im Nachhinein, nachdem man den Stein „ge“funden hat, kann man ihn auch „er“finden, indem man über ihn nachdenkt und ihn „in das eigene Weltbild einbaut“. Man kann dann auch mit anderen Menschen über den Stein kommunizieren.

Wie ist es denn nun mit Lebewesen?

Von uns selbst wissen wir, dass wir Phantasie haben und Bewußtsein – leider viel zu wenig Selbstbewußtsein – und dass wir die Welt durch unseren Willen verändern können.

Wir sind also

  • ein „an sich“ geistig/materielles Phänomen

Aber was war zuerst? Sind wir zuerst „ge“funden worden oder sind wir zuerst „er“funden worden? Sind wir Kunst oder sind wir Natur? Erfindet sich nicht jeder Mensch immer wieder selbst?

Gute Fragen.

Und zuletzt: Sind alle rein geistigen Phänomene „er“funden worden? Ist das Nichts „er“funden worden? Oder kann man Gott „vor“finden, bevor man ihn „er“findet?

Hätten wir eine Idee von Gott, wenn unsere Eltern uns nicht von ihm erzählt hätten? Wäre er nicht das ewige „Ding ohne Namen“?


Geist oder Materie? Real oder Virtuell?

Februar 21, 2018

Ich habe die ersten beiden Kapitel des neuen Büchleins „Vom Leben“ jetzt nocheinmal überarbeitet, da ich den in der Überschrift genannten Begriffen auf der Spur bin. Ich bin mittlerweile der Meinung, dass der Unterschied zwischen „realer Realität“ und „Virtueller Realität“ (Realität ist letztlich alles) sich einfach durch die beiden Worte „GEfunden“ und „ERfunden“ darstellen lässt. Den Unterschied zwischen Geist und Materie könnte man klarmachen durch: „von der Physik erfasst“ und „von der Physik nicht erfasst“. Das ist aber nur ein erster, sehr simpler Ansatz.

Hier der Auszug:

Warum vom Leben

Nun habe ich neun „kleine religiöse Büchlein“ geschrieben und es wird Zeit, den Kreis zu schließen mit einem zehnten.

Manchem Leser waren einige der Büchlein zu wenig katholisch, überhaupt zu wenig religiös – vielleicht zu philosophisch.

Das ist schade, denn ich bin durchaus ein Katholik, wenngleich ich das „r“ in „r.-k.“ nicht so sehr als „römisch“ interpretiere, sondern eher als „richtig“.

Sozusagen „ortho-katholisch“ 🙂

Nun gut, aber lass mich Dir mich kurz vorstellen.

Ich bin Programmierer.

Als solcher bin ich gewohnt, dass Computer nicht immer das tun, was ich von ihnen will, sondern sie tun immer das, was ich ihnen auftrage – wenn nicht ein Fehler vorliegt, der tiefer sitzt.

Man muss sich bei einem Computer also sehr gut überlegen, was man ihm aufträgt, damit er dann das macht, was man wirklich will.

Bei Lebewesen ist das anders, den sie denken mit (meistens).

Insoferne agiert der liebe Gott gegenüber der Schöpfung nicht so sehr wie ein Programmierer, sondern eher wie ein Administrator.

Der Administrator, ein ewiges Thema philosophischer Kontemplation in der Computertechnik.

Aber warum beschäftigen wir uns mit dem Leben?

Eigentlich habe ich mir ja vorgenommen, im zehnten Büchlein dann eben über das gesamte Universum zu philosophieren, sozusagen, mein Weltbild darzulegen.

Ich hoffe, dass ich diesmal bereits einen größeren Überblick habe als im Jahr 2005, als ich die Zifferngeschichte geschrieben hatte.

Wenn man es sehr simpel betrachtet, dann hat das Leben im Universum eine Sonderstellung.

Wenn man alle Wesen und Dinge – also alle Objekte unserer Erkenntnis – in die Kategorien „Geist“ und „Materie“ einteilt, dann merkt man sehr schnell, dass es vier Kombinationsmöglichkeiten gibt:

  • alles, was Materie ist, also zum Beispiel, Steine, Himmelskörper und Betonklötze
  • alles, was Geist UND Materie ist, also zum Beispiel uns Lebewesen
  • alles, was NUR Geist ist. Hier werden wir diskutieren müssen, ob es so etwas überhaupt gibt
  • alles, was weder Geist noch Materie ist, also z.B. (das) Nichts

Die Lebewesen – das Leben – hat also eine Sonderstellung im Uni­ver­sum, weil es an der Schnittstelle zwischen Geist und Materie sitzt.

Trotzdem – zu diesem Schluss sind wir in den anderen Büchlein gekommen – sind alle vier Arten von Objekten ein Teil der Realität, denn (das ist jetzt aber eine Nullaussage):

Anything is real.

There is not anything that does not exist.

Beschäftigen wir uns also mit dem Universum, dem Leben und dem ganzen Rest. Das ist eine schöne Sisiphusarbeit.

Geist oder Materie, Real oder Virtuell

Gibt es den Weihnachtsmann?

Na ja, gute Frage. Das ist so ähnlich wie die Frage an Radio Eriwan: „Was ist der Unterschied zwischen der sowjetischen Gewerkschaft und Radio Eriwan?“

„Radio Eriwan existiert nicht offiziell, aber man spürt seine Auswirkungen“.

Wieviel ist schon anders gelaufen in der Welt, weil es eben die Ge­schich­ten vom Weihnachtsmann gibt. Weil wir – mindestens zur Weihnachtszeit – daran erinnert werden, dass es da gute Mächte gibt, Mächte der Liebe und der Kindlichkeit, die uns an die Notwendigkeit erinnern, dass wir als Menschen auch Spielzeug brauchen und nett zueinander sein sollen.

Also – weil er Auswirkungen hat – gibt es ihn doch „irgendwie“, den Weihnachtsmann. Er ist also real – „tatsächlich“ – existent.

Allerdings ist er eine „virtuelle Realität“, da er zwar in vielen vom Menschen gemachten Medien – Büchern, Filmen, Kalendern und ähnlichen Dingen – einen „mate­riellen Niederschlag“ gefunden hat, „an sich“ aber als Phä­no­men nichts Materielles ist.

Er lebt eben durch das und in dem Bewusstsein der Menschen.

Das heisst, er ist

  • ein geistiges Phänomen, weil er „an sich“ nicht materiell ist
  • eine virtuelle Realität, weil er vom Menschen erfunden ist

Nehmen wir im Gegensatz ein Haus. Ein Haus hat meistens als Idee im Gehirn eines Architekten begonnen, existiert dann aber – nachdem es tatsächlich gebaut worden ist – auch als „an sich“ materielles Objekt.

Das Haus ist also

  • ein „an sich“ materielles Phänomen, das aber
  • sowohl virtuell – weil vom Menschen „erfunden“ – als auch real – weil von anderen Menschen „vorgefunden“ – wird.

Ein Stein

  • ist nun sicher ein „an sich“ materielles Phänomen.
  • Und er kann „vorgefunden“ werden, ist also „real“.

Wie ist es denn nun mit Lebewesen?

Von uns selbst wissen wir, dass wir Phantasie haben und Bewußtsein – leider viel zu wenig Selbstbewußtsein – und dass wir die Welt durch unseren Willen verändern können.

Wir sind also

  • ein „an sich“ geistig/materielles Phänomen
  • und wir sind real, weil wir „vorgefunden“ werden können.

Aber hat uns auch wer „er“funden? Sind wir auch „virtuelle“ Wesen? Haben mich meine Eltern „er“funden?

Gute Frage.

Hat auch jemand den Stein „er“funden? Oder ist dieser einfach zufällig hier und so und jetzt? Gibt es überhaupt Zufälle?

Zuletzt die Frage, ob es Objekte gibt, die „an sich“ nur geistig sind, und nicht materiell, trotzdem „real“ und nicht „er“funden.

Nach dieser Bestandsaufnahme bleiben also zwei Fragen offen:

  1. Alle Objekte sind real. Aber sind sie auch virtuell? Hat sie also jemand „er“funden? „Geschaffen“? „Ins Leben gerufen“?
  2. Gibt es „an sich“ geistige Objekte oder Wesen, die auch „real“ sind, obwohl sie „an sich“ nicht materiell sind?

Meint

Euer Christoph