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August 9, 2019

……geht’s H I E R


Die Treue und die Liebe

Juni 21, 2020

Tja, so verfliegt die Zeit.

Die beiden wichtigsten Elemente in der Erzählung „Das dritte Kind – Die Mission – Der wahre Gegner“ sind sicher „Das Duell auf der Höhenstraße“ und „Der große Bruch“, dennoch habe ich jetzt auch einige der „Füllszenen“ fertig gemacht –  1.13 bis 1.16.

Das gesamte Werk gibt es unter https://letztersein.com/drehbuchseite

Einen schönen Sommer

Euer Christoph

Die Treue und die Liebe

1.13

Lieserl war von dem Relativistik-Projekt gar nicht mehr so begeistert wie am Anfang.

Einfach NUR ein Preisgeld und Anerkennung durch den akademischen Senat waren ihr einfach zu wenig, als dass sie sich hinter dem Ofen hervorlocken hätte lassen.

Sie war begeistert von ihrem neuen Zustand in bezug auf Otto.

Was war das?

Da war ein Mensch, von dem man sich auf einmal ALLES erwartete.

Ein Mensch, der unerwartet im Zentrum stand und für den man ALLES geben würde.

Die ZUKUNFT in persona.

Und so war es nicht verwunderlich, dass sie Mittel und Wege fand, sich immer öfter mit Otto zu treffen, es aber so aussehen zu lassen, dass ER derjenige sei, der immer den ersten Schritt setzte (sie musste an die Mutter denken, die immer gesagt hatte „Verkauf‘ Dich nicht unter Deinem Wert“ und an den Vater, der ein Meister des Beamtenmikado war „Wer sich zuerst bewegt, hat verloren“).

Lieserl: „Findest Du nicht auch, dass die Menschen viel zu wenig an die Zukunft denken?“

Otto: „Na ja, wenn ich an meine Firma denke, dann ist es eher so, dass wir jeden Tag kämpfen, einigermaßen mit der Gegenwart zurecht zu kommen. Da muss einer sich auf den anderen verlassen können, für Zukunftsträumereien ist da eigentlich kein Platz.“ – und nach einer Pause – „Schade eigentlich“.

Lieserl: „Ja eben. Meine Mutter hat immer von Errol Flynn und seinem Robin Hood geschwärmt. Die Zukunft ist schon unser wichtigstes Zeitalter, meinst Du nicht auch?“

Otto: „Schön wär’s, aber so wie ich die Welt kenne, ist Treue und Gegenwartsdenken wichtiger als Hoffnung und Zukunft“.

Lieserl: „Meinst Du nicht, dass Frauen sich eher in Männer mit Zukunft verlieben als in Männer mit Vergangenheit?“

Er konnte nichts mehr sagen, und sie aßen weiter.

1.14

Am nächsten Tag ruft Conrad Peter Lieserl an:

Lieserl: „Hallo. Ja? Was gibt’s?“

C.P.: „Lieserl! Ich muss ernsthaft mit Dir reden.“

Lieserl: „Mach’s nicht so spannend. Was gibt es denn?“

C.P.: „Es geht um die Semmeringbahn……Nein. Es geht um ihre Quelle“

Lieserl: „Ja?“

C.P.: „Ich habe Dir nicht gesagt, dass Du mit diesem Otto etwas anfangen sollst, sondern dass wir ihn für unser Projekt brauchen“.

Lieserl: „Ach, das Projekt. Aber Du schnüffelst doch nicht etwa in meinem Leben herum? Wäre ja nicht das erste mal.“

C.P.: „Lieserl, ich muss Dich vor diesem Menschen warnen. Er ist ein Gangster und Cyber-Pirat. Seine „Firma“ ist eine Bande von Hackern, die immer wieder Daten stehlen und an den Bestbietenden weiterverkaufen.“

Lieserl: „Nein! Das kann nicht sein!“

1.15

Die Sache mit der Cyber-Piraterie nagte an Lieserl. Und da Walter immer noch ihr Vater war – und sie wohnte ja als einziges der Kinder noch zu Hause – setzte sie sich zu ihm in die Küche und befragte ihn.

Monika wusch im Hintergrund das Geschirr.

Lieserl: „Sag‘, was ist stärker, die Treue oder die Liebe?“

Walter: „Hmmm, geht es um einen Mann? Du hast schon als Kind immer so schwierige Fragen gestellt.“

Lieserl: „Ja. Er ist Cyber-Pirat und kennt nur den Wert der Treue zu seiner Bande. Glaubst Du, die Liebe kann ihn da herausholen?“

Walter (zieht die Luft zwischen den Zähnen durch): „Du willst ihn also ändern?“

Lieserl: „Ja. Es ist das Recht jeder Frau, einen Mann zu ändern.“

Walter: „Na, dann wünsch‘ ich Dir viel Glück!“

1.16

Conrad Peter hat nun auch Lieserls Smart Phone gehackt und findet so zum Unterschlupf der Bande.

C.P.: (steht plötzlich am Tisch vor Otto): „Lass die Hände von meiner Schwester!“

Otto: „Das geht Dich gar nichts an“

C.P.: „Ich weiss, was Du hier treibst, ich kann Dich jederzeit verpfeifen“.

Otto: „OK, wie können wir ins Geschäft kommen? Du wirst verstehen, dass ich sie nicht einfach so ziehen lasse.“

C.P.: „Ein Duell! Vor den Toren der Stadt! Wie in der guten alten Renaissance! Der Verlierer gibt Lieserl frei!“

Otto: „Einverstanden. Die Waffe ist ein „Reality Game““.


Wer braucht schon einen Arbeitsplatz,……

Mai 26, 2020

……von dem er nicht leben kann, er und seine Kinder?

Meint

Euer Christoph


Plan B gets into effect

April 14, 2020

Gesendet: Dienstag, 14. April 2020 um 03:29 Uhr
Von: „Christoph“
Betreff: [x3d-public] Fw: DIGITS#5 – I have given up……

and I have added the „easter eggs“ of the narrative „Das dritte Kind“ to the project at GitHub, cause they are kinda output of the project:

 

Have fun

Christoph

 

—————————————–

Dear Markus, Dear Georg!

 

I have given up to ever make money from DIGITS.

 

Some of the files were already published on simulrr.sourceforge.net some time ago (and deleted again).

 

 

Now I have published ALL historic files (2000 – 2005) at GitHub.

https://github.com/christoph-v/digits   (partly German language!)

They enclose the reason, WHY I got into contact with x3d-public some time ago.

 

 

 

Chapters 1.17 – 1.19 of the narrative „Das dritte Kind“ have been finished (German language!)

https://letztersein.com/2020/04/13/the-duel-at-the-hoehen-street/

 

Volunteers for translation from German to English would be appreciated.

 

Have a nice week

Yours Christoph

_______________________________________________ x3d-public mailing list x3d-public@web3d.org http://web3d.org/mailman/listinfo/x3d-public_web3d.org


The Duel at the Höhen Street

April 13, 2020

Dear all,

The third part of the narrative „Das dritte Kind“ is now under construction.

Old version v1.5 (2016-10-31):
Part 1 finished, Part 2 finished, Part 3 Fragments:
Das dritte Kind (v1.5)

New version 1.6 (under construction):
Part 1 / Part 2 no change, Part 3 under construction:
2020-02-21: Part 3 – 2020-02-21 delta v1.5
2020-04-13: Part 3 – 2020-04-13 delta 2020-02-21<

And here the chapters 1.17 – 1.19 „The Duel at the Höhen Street“

Das Duell auf der Höhenstraße
1.17.

Lieserl und Conrad Peter wieder in der Eisdiele

Lieserl: „Sag‘, Conrad, sollen wir mit unserem relativistischen Projekt wirklich weitermachen?“

Conrad Peter: „Du meinst, wegen unserer Meinungsverschiedenheit? Da wird sich schon noch herausstellen, wer recht hat. Aber dieses Projekt hat zuviel Potential in sich, um es nicht weiter­zu­machen.“

Lieserl: „Was siehst du, was ich nicht sehe?“

Conrad Peter: „Na ja, einerseits ist es recht mühsam, die Daten von den verschiedenen Strecken zusammenzusuchen und miteinander zu verknüpfen. Wenn man das irgendwie automatisieren könnte……“

Lieserl: „Hört sich interessant an.“

Conrad Peter: „Und wenn man diese virtuellen Welten mit der Wirklichkeit verknüpfen könnte, wenn man z.B. auch ein hierarchisches, ein universales Positionierungssystem hätte……“

Lieserl: „Du meinst, ein UPS statt einem GPS?“

Conrad Peter: „So zirka, ja. Die Schiffe im Altertum haben sich ja auch auf dem offenen Meer an den Sternen orientiert, aber wenn sie dann in Hafennähe waren, nahmen die doch lieber einen Leuchtturm. So ist das ja auch mit GPS und ILS. Und Roboterstaubsauger können sich ja auch an elektronischen Leuchttürmen orientieren.“

Lieserl: „Du redest in Rätseln. Und was hat das Alles mit der Relativitätstheorie zu tun?“

Conrad Peter: „Ich hab‘ dir ja gesagt, ich verstehe nichts von Relativitätstheorie, aber kann man vorausplanen, wann man welche Idee hat? Na eben!“

Lieserl (zur Kellnerin): „Zahlen, bitte.“

1.18

Manche Dinge liegen einfach in der Luft. Es ist nicht zu erklären, aber Erfindungen, Findungen, werden oft an mehreren Orten zur selben Zeit gemacht.

So wussten auch unsere drei Freunde nicht, wie nahe sie mit ihrem Forschungsprojekt der Wirklichkeit geraten waren und dass sie in großer Gefahr schwebten.

Als nun die Zeit kam, die Zeit für das Duell zwischen Otto und Conrad Peter, fanden sie eine junge Firma, die noch nicht lange in der Stadt tätig war und sich „Reality Games“ nannte.

Diese Firma vermittelte an Einzelpersonen und an Personengruppen gemischt virtuell-reale Erlebnisse, die man eben markentechnisch als „Reality Games“ bezeichnete.

Der Techniker würde sie als SMS bezeichnen – als Simple Multiuser Sessions.

„Reality Games“ waren erfunden worden, um sich auf die „wirkliche Wirklichkeit“ vorzubereiten, die wie eine unerreichte Hoffnungswolke über der Menschheit dahin schwebte.

Im allgemeinsten Fall lief ein „Reality Game“ ab wie folgt:

  • Man konnte sich eines der vorgefertigten Spiele aussuchen, oder man konnte auch – dazu bedurfte es aber schon ein wenig Fachwissens –
  • ein Spiel als gesamtes neu zusammenbauen, wie mit einem Lego Baukasten
  • Dabei musste man Spielregeln definieren, an die sich alle halten sollten, und jeder musste insgeheim für sich ein Ziel des Spieles definieren, das er erreichen wollte
  • Wenn es dann daran ging, das Spiel wirklich zu starten, musste man sich entscheiden, ob man als
    • „Real Player“ oder als
    • „Virtual Player“

an dem Spiel teilnehmen wollte, und in welche Rolle man dabei schlüpfte.

„Virtual Players“ durften sich einen Avatar aussuchen oder auch mitbringen, der „an ihrer statt“ der Wirklichkeit ausgesetzt wurde, während sie selber es sich in einer rein virtuellen Umgebung gemütlich machten, als „Real Player“ hatte man zwar direkteren Einfluss auf die Wirklichkeit des Spiels, man war aber auch PHYSISCH BETROFFEN

  • Weiters musste man neben dem Avatar auch noch andere sogenannte „Ressourcen“ reservieren, die man verwenden wollte. Seien das jetzt Gebäude, Fahrzeuge, Reittiere oder ähnliches. Jede Ressource konnte entweder rein-virtuell sein oder gemischt real-virtuell
  • Die unterste aller Ressourcen war die sogenannte „Geographische Infrastruktur“, die von allen verwendet werden konnte und die allen gemeinsam „gehörte“
  • Um seine Ziele zu erreichen, benützte jetzt jeder die Ressourcen, die er besaß, um die Ressourcen der Mitspieler und auch die Mitspieler selbst zu beeinflussen
    • Im Zuge der blindwütigen Digitalisierung der 20er Jahre waren alle Ressourcen zu Netzdingen geworden.
    • Trotzdem waren die Position und der Status der meisten Ressourcen nicht für alle digital zugänglich, sondern immer nur für denjenigen, der sie besaß und für den Eigentümer.
    • Zusätzlich gab es noch die „Collateral Entities“, das waren nicht-digitalisierte Ressourcen, die im virtuellen Leben eben noch keinen Platz gefunden hatten, obwohl sie das Spiel unter Umständen maßgeblich beeinflussen konnten.
    • Und so musste klar sein, dass die „Real Player“ immer noch Vorteile hatten gegenüber den „Virtual Players“, denn sie konnten ihre eigenen Sinnesorgane verwenden, wogegen es bei den „Virtual Players“ einen unsäglichen Hang gab, Drohnenschwärme einzusetzen, die der Lagefeststellung wesentlich und effizient dienten.

Otto und Peter wurden also bei dieser Firma vorstellig und vereinbarten einen Rahmenvertrag für ein „Reality Game“:

Wie gesagt, die Firma besaß keine Ressourcen, sondern beschränkte sich darauf, die Ressourcen zu vermitteln, die zu Beginn des Spieles zur Verfügung standen. Das einzige, womit sie sich gut auskannte, waren Mobilfunknetze, geographische Infrastruktur und die Funktionsweise von SMS.

Jeder der Mitspieler hatte einen Kontostand, den er verwenden konnte, um dem Spiel Ressourcen hinzuzufügen oder solche auch wieder freizugeben.

Deswegen sah der Rahmenvertrag aus wie folgt:

der-vertrag

Die Austria Bank leistete ganze Arbeit (kein Wunder, da die Finanzierung ohne Kapitalgarantie vereinbart war), aber auch die Reality Games Ges.m.b.H. hatte ihr organisatorisches Talent spielen lassen, und so lag an jenem Augustsonntag eine angespannte Betriebsamkeit über dem Wienerwald.

An den schönsten Aussichtspunkten hatten sich Gruppen von Zusehern eingefunden, die Luft surrte von hunderten privaten Kameradrohnen – was daran lag, dass man für einen ermäßigten Beitrag das Recht erwerben konnte das Rennen mit den eigenen Drohnen zu übertragen.

Ein letzter Formalakt war notwenig: Otto und Conrad Peter mussten ihre Spielziele definieren, signieren und im verschlüsselten Speicher der Reality Games Ges m.b.H. hinterlegen.

Die Geheimhaltungspflicht was die Spielziele betrifft, war in etwa genauso strikt wie das katho­li­sche Beichtgeheimnis.

Der Start war – wo sonst – beim Heurigen Wolff und um 10:45 begann das Rennen, um auch den Kirchgängern eine Teilnahme zu ermöglichen.

Otto ging mit einem sogenannten spezifischen Doppelavatar ins Rennen. Das war ein drohnen­fähiges Fahrzeug, das ohne Fahrer am Rennen teilnehmen konnte. Es wurde begleitet von einem Drohnenschwarm, der es Otto jederzeit ermöglichte, den Überblick über die Lage zu behalten.

Otto musste sich nicht um den Drohnenschwarm kümmern, da er sozusagen „ein Teil des Avatars“ war und sich automatisch mit der Navigationssoftware des Autos abstimmte, um immer in Position zu sein.

Otto wählte die Simmeringer Fabrik als seinen Stützpunkt.

Conrad Peter hatte es nicht so leicht. Er hatte zwar einen „Heimvorteil“, weil er nicht weit von hier in der Ulmenstraße aufgewachsen war, aber musste erstens sein Auto – welches ein ganz normales Auto, also ein sogenanntes „Collateral Entity“ war – mit einem humanoiden Avatar steuern, den man auf den Lenkersitz geschnallt hatte, und zweitens den Drohnenschwarm explizit steuern, da dieser nicht mit dem Avatar integriert war. Da musste ihm sein Halbstiefbruder Carl-Friedrich helfen.

Trotz allem war Conrad Peter ein begnadeter Pilot und lag über weite Strecken des Rennens klar in Führung, nur bei der Abzweigung nach Klosterneuburg flog Carl-Friedrich mit dem Drohnen­schwarm weiter zum Leopoldsberg und zwang Conrad-Peter eine zeitlang stehenzubleiben.

Das konnte er bis zum Schluss nicht mehr aufholen, und so verlor er das Rennen.

Trotz allem war es ein großes Volksfest in Klosterneuburg.

1.19

Am Montag ging es zur feierlichen Siegerermittlung in den Räumlichkeiten der Reality Games Ges.m.b.H.

Ottos Ziel wurde eröffnet: „Ich möchte das Rennen gewinnen“.

Conrad Peters Ziel wurde eröffnet: „Ich möchte durch den Verlust des Rennens beweisen, dass spezifische Avatare den humanoiden Avataren überlegen sind“

Es stand 1:1. Beide hatten sie gewonnen.

Kind regards

Yours Christoph

Volunteers  for translation of the texts are explicitly appreciated.


Es gehören immer 2 dazu

April 11, 2020

1. Ein Sklaventreiber
2. Einer, der sich zum Sklaven machen lässt

Meint
Euer Christoph


UPS, ISDN/2, Lieserl

Februar 23, 2020

Das „Projekt der Kinder“ ist jetzt fertig umrissen, ist aber natürlich nur eine Nebenhandlung:

https://letztersein.files.wordpress.com/2020/02/5_mission_erzaehlung_v1.6_20200221_delta_v1.5.pdf

Eine schöne neue Woche

Euer Christoph


In eigener Sache II

Februar 9, 2020

Liebe Leute,

Wie Ihr wisst, habe ich Euch seit über zehn Jahren mit sogenannten „Newslettern“ zu meinem Hobbyprojekt SrrTrains v0.01 „versorgt“.

Nun möchte ich – SrrTrains liegt ja zum zweiten Mal „auf Eis“ – am dritten Teil meiner Erzählung, an „Die Mission“ weiter machen.

Als Endtermin habe ich mir mal das Jahr 2022 gesetzt, das darf man aber nicht allzu eng sehen, da es ja nur ein Hobby ist.

Bitte um Antwort bis nächste Woche Samstag (15.2.2020):

  • Willst Du hin und wieder (HÖCHSTENS einmal im Monat) über den Fortschritt und Hintergründe von „Die Mission“ informiert werden?
    Ja / Nein / ein Probeexemplar des Newsletters erwünscht
  • Willst Du als „Bcc“ informiert werden oder als „To“?
    To / Bcc
  •  Bis „Die Mission“ fertig ist, werde ich auf dem Blog nicht oder nur sehr wenig berichten.
  • zur Information: die ersten beiden Teile von „Das dritte Kind“ und die Rahmenerzählung in Version 1.5 aus dem Jahr 2016 im Anhang (und die „Fragmente“ für den dritten Teil).

Liebe Grüße

Christoph

 


Politiker sind Schauspieler,

Februar 3, 2020

die das Stück eigentlich nur zur Aufführung bringen.

Interessant hingegen ist die Rolle als Regisseur oder Drehbuchautor.

Meint

Euer Christoph


In eigener Sache

Januar 27, 2020

Vorgeschichte

Und wieder einmal hatte Veronika recht. Als sie sagte „Du nimmst dich zu wichtig“, schluckte Walter seine Erwiderung einfach hinunter und drehte sich zurück zu seinem Flachbildmonitor. Ihm wäre ohnehin nichts eingefallen.

Aber wie hatte das Alles begonnen?

Ich wurde im Sommer 1969 geboren, ja da hatte alles begonnen. Nein, eigentlich hatte es viel früher begonnen, aber jetzt leben wir in einer gespaltenen Welt.

Keiner weiß mehr genau warum, aber bei uns gibt es „die Grünen“ und „die Blauen“. Man könnte sagen, es sind zwei Geisteshaltungen, das wäre ja noch erträglich, aber dann gibt es immer wieder diese „Zimmerkommandanten“.

Was sind typische „Zimmerkommandanten“? Damit meine ich Familienväter, Firmenbosse, Parteichefs, Religionsführer und dergleichen, wenn sie ein ausgesprochenes „wir und die anderen“-Bewußtsein an den Tag legen. Immer wieder fragen sie dich: „Auf welcher Seite stehst du?“ und sie drängen: „Entscheide dich!“

Diese Leute haben zu allem und jedem eine Meinung und können immer blitzartig Entscheidungen treffen. Es gibt nichts Wichtigeres außer sie selber, zumindest für sie selber, und sie sind immer und überall vorbildlich.

Und ja, wegen dieser „vorbildlichen“ Menschen sind die Farben Grün und Blau nicht nur Geisteshaltungen, sondern richtiggehende Blöcke geworden. Man könnte auch sagen, Grün und Blau sind die beiden Sessel, zwischen die sich zu setzen jeder Angst hat.

Ich glaube, genau um diese Angst dreht es sich.

Jeder muß sich entscheiden:

    • grüne Familie oder blaue Familie?
    • grüne Firma oder blaue Firma?
    • grünes Parteibuch oder blaues Parteibuch?
    • grüne Religion oder blaue Religion?
    • grüne Regeln oder blaue Regeln?

Ja, und wenn man sich nicht entscheiden <will>, dann hat man eben diese Scheiß-Angst, daß man zwischen den Sesseln sitzenbleibt.

Dabei ist es überaus wichtig, daß es auch diese „Löcher in der Mauer“ gibt, diese „Schwachstellen“, diese „Leaks“. Denn Mauern bauen Spannungen auf, Schwachstellen bauen Spannungen ab, und ist das Leben nicht ein ewiger Zyklus zwischen Anspannung und Entspannung, zwischen Kraft und Schwäche, zwischen Siegen und Verlieren?

Die erste Frau

1.

Nachdem Walter seinen Tagebucheintrag geschrieben hatte, lud er das Ergebnis auf seine Homepage hoch.

Manchmal fragte er sich, warum er das tat, denn die Statistik zeigte ihm, daß durchschnittlich höchstens fünf Leute am Tag seine Homepage besuchten.

Dennoch war da ein prinzipieller Unterschied zwischen „öffentlich“ und „privat“, der mehr in ihm selber begründet war. Er hatte eine unsägliche Angst, daß irgend jemand, der ihm nicht so wohlgesinnt war, seine privaten Gedanken gegen ihn verwenden könnte. Andererseits mußte er seine Gedanken irgendwie „loswerden“. Und das Internet hörte zumindest geduldig zu.

Das Internet gab ihm schließlich auch die Möglichkeit, mehr oder weniger anonym seine Gedanken von sich zu geben, was ihm sehr entgegenkam. So war er zumindest vor Nachstellungen durch Privatpersonen geschützt, und mit dem Staat an sich legte er sich ja doch nicht an – das könnte trotz Quasi-Anonymität schlecht ausgehen, wie er wußte.

Sein größter Schutz war natürlich seine Unwichtigkeit. „Bevor der Big Brother wegen dir Überstunden macht, geht er lieber mit der Big Sister auf ein gutes Abendessen und macht sich einen schönen Abend“, hatte ihm ein netter Kollege einmal gesagt.

Damals – Walter war etwa 38 Jahre alt – humpelte das Internet noch wie ein einbeiniger Pirat durch die Welt und es dauerte mehrere zig Sekunden, bis der jeweilige Beitrag für das Tagebuch hochgeladen war.

Das gab ihm die Möglichkeit, in Ruhe über das Geschriebene nachzudenken und bei Bedarf nochmal nachzubessern.

Ja, Veronika hatte recht, er nahm sich zu wichtig, aber andererseits war seine Geschichte es durchaus wert, für die Nachwelt aufgehoben zu werden. Die Jahrzehnte würden es weisen, dachte er sich.

So zurückgeworfen auf die eigene Problematik der Unwichtigkeit, machte er sich daran, schön langsam hinüberzudämmern in jene bessere nächtliche Welt, in der wir alle Parameter im Griff haben, und dennoch glauben, „es passiert“ uns ein Erlebnis.

Im Traum bekommen wir „von außen“ ein Feed Back, das in Wirklichkeit „von innen“ kommt. Walter hätte gerne dieses „Feed Back der Seele“ interpretiert, doch leider – oder Gott sei Dank – konnte er sich in den allermeisten Fällen am nächsten Tag nicht mehr an seine Träume erinnern.

Diese Ungewissheit – hatte er Albträume oder war im Traum alles mehr oder weniger „himmelblau“ – spiegelte seine eigene Zerrissenheit wider.

War er ein „braver Familienvater“ oder ein „Rebell“?

Tat er „nur seine Pflicht“ oder „wuchs er über sich selbst hinaus und vollbrachte Heldentaten“?

War er ein „Häuptling“ oder ein „Indianer“?

Er wußte es nicht – wie er so vieles nicht wußte – und es blieb ihm für diesen Tag nur die Flucht in den Schlaf.

Mehr gibt’s hier

https://letztersein.com/drehbuchseite

 

Meint

Euer Christoph


Vom Eindeutigen und vom Mehrdeutigen

Dezember 24, 2019

Nun mag es für Kunstwerke förderlich sein, wenn man das Sujet nicht allzu strikt festlegt.

Wodurch sich das Einzugsgebiet vergrößert und der Absatz steigt.

Aber ist nicht jede Religion eigentlich nur ein großes Kunstwerk, das es uns ermöglicht das Unaussprechliche zu besprechen, über das Undenkbare zu sinnieren und das Unerreichbare zu berühren?

Und genau hier geht es los mit der Mehrdeutigkeit. Der Begriff „Celestial Affairs“, den ich in meinem 13. Religiösen Büchlein präge (siehe HIER), ist eigentlich NICHT eindeutig.

Einerseits meine ich den REALEN Himmel, den ECHTEN Himmel – mit dem sich zum Beispiel auch der Katechismus der Katholischen Kirche (KKK) beschäftigt. Zum Anderen können das auch technologische Realitäten sein, die aus verschiedenen Gründen – noch – geheim gehalten werden, sodass man nur metaphernhaft und allegorisch darüber sprechen kann.

Ich habe mich zwar bemüht, in den Erzählungen (https://letztersein.com/drehbuchseite) hauptsächlich die irdischen und in den religiösen Büchlein (https://letztersein.com/kleine-religiose-buchlein) zum Großteil die überirdischen „Celestial Affairs“ zu behandeln, aber natürlich verschwimmt das immer wieder.

Was sagt Jesus dazu? Lesen wir nach bei Matthäus:

Vom Schwören
Mt 5,33Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst keinen Meineid schwören, und: Du sollst halten, was du dem Herrn geschworen hast.
Mt 5,34Ich aber sage euch: Schwört überhaupt nicht, weder beim Himmel, denn er ist Gottes Thron,
Mt 5,35noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel für seine Füße, noch bei Jerusalem, denn es ist die Stadt des großen Königs.
Mt 5,36Auch bei deinem Haupt sollst du nicht schwören; denn du kannst kein einziges Haar weiß oder schwarz machen.
Mt 5,37Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein; alles andere stammt vom Bösen.

Ich rechne also damit, dass ich mich demnächst für eine der Seiten entscheiden muss, oder ich werde endgültig zum Künstler 🙂

Meint

Euer Christoph