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August 9, 2019

……geht’s H I E R


Die Enden der Leitung

Februar 10, 2026

Liebe Leser!

In letzter Zeit hört man immer wieder davon, dass Betrüger mit Hilfe von KI – also künstlicher Intelligenz – die Stimme oder das Aussehen von Menschen in Telefonaten oder Videos imitieren und somit in betrügerischer Absicht missbrauchen.

Nun gut. Das Prinzip ist an sich nichts Neues, aber neu ist, dass diese Sache kostengünstig und im großen Stil angewendet werden kann.

Das ist eine der unangenehmen Seiten des technischen Fortschritts, dass es immer wieder neue Situationen gibt, auf die wir uns neu einrichten müssen.

Da ich mich jedoch lieber mit Philosophie beschäftige, stelle ich mir jetzt aber folgende grundlegende Fragen, die eigentlich zeitlos sind:

  • Wie kann ich feststellen, wer „am anderen Ende der Leitung sitzt“?
  • Gibt es auch eine „Direktverbindung“ ohne Leitung dazwischen?
  • Was ist dieser MITM (man in the middle)?

Ich stelle mir diese Fragen insbesondere, da wir alle schon mit dem Telefon aufgewachsen sind, viele von uns sind sogar mit Computer und Internet aufgewachsen, sodass wir uns der Gesetzmäßigkeiten dieser Einrichtungen gar nicht mehr bewußt sind.

Viel zu sehr sind diese Gesetzmäßigkeiten längst in unserem Unbewussten abgespeichert.

Wer kann sich noch daran erinnern, wie es war als er das Telefonieren gelernt hat? Melde Dich mit Deinem Namen: „Hier Christoph Valentin“, und warte, bis Dein Gegenüber seinen Namen nennt.

Und: achte darauf, dass Du die Stimme kennst. Wenn es ein Fremder ist, dann legst Du am besten gleich wieder auf.

Ja, heute haben wir andere Möglichkeiten (ich weiss nicht, ob die „besser“ sind, aber zumindest sind sie „moderner“): Das Telefonnetz überträgt automatisch die Rufnummer des anrufenden Geräts und mein Handy hat ein Telefonbuch, sodass direkt der Name am Display angezeigt wird, noch bevor ich abhebe.

Dieser Mechanismus prüft natürlich nur, ob am anderen Ende wirklich das gemeinte Gerät verwendet wird, ob jedoch wirklich der entsprechende Mensch am Telefon hängt, das sieht man so auch nicht.

Aber zurück zur Philosophie.

Was ist allen diesen Arten der Authentisierung gemeinsam? WIE stelle ich fest, WER am anderen Ende der Leitung SITZT?

Richtig: allgemein gesprochen, überprüfe ich, ob das Gegenüber – so wie ich es durch die Leitung wahrnehme – bestimmten MUSTERN entspricht, die ich dann mit dieser Person GLEICHSETZE. Ist es die gewohnte Stimme? Kennt es bestimmte Informationen? Das kann so weit führen, dass man ein FAMILIENPASSWORT einführt, das nur den Familienmitgliedern bekannt ist.

Und, was uns bewusst sein muss, eigentlich sind wir ja nur daran interessiert, mit der PERSON zu kommunizieren, mit der PERSON AN SICH, mit ihrer SEELE. Dieses gesamte Drumherum mit Aussehen, Stimme, Gestik, Mimik und ähnlichen Äußerlichkeiten (meinetwegen auch dem Geruch) dient einzig und allein der KOMMUNIKATION ZWEIER SEELEN.

Es gibt Berichte, wonach es Menschen gibt, die die „Aura“ anderer Menschen „sehen“ bzw. „spüren“, wenn diese den Raum betreten. So stellen wir uns die Frage, ob es in den „untersten Schichten des Universums“ (die man bekanntlich auch als die „obersten Schichten“ betrachten kann) nicht so etwas wie eine „Direktverbindung der Seelen“ gibt, die sich keiner Äußerlichkeiten bedienen muss, die direkt „von Mensch zu Mensch“, von „Geschöpf zu Geschöpf“ funktioniert.

Was haben aber alle diese Gedanken – so nett sie auch sein mögen – mit dem Zentrum unserer Existenz zu tun? Mit Gott?

Warum habe ich mir die Frage nach der Authentizität des Gegenüber gestellt?

Warum frage ich nach der „Direktverbindung“?

Nun, tatsächlich lehrt uns auch unser Schulwissen, dass es eigentlich zwei Arten gibt, wie Gott mit uns in Kontakt tritt, wie er sich „offenbart“.

Erstens entdecken wir die Spuren Gottes in der Schöpfung. Das ist sozusagen die „natürliche“ Offenbarung, die uns allen offen steht.

Um bei unserem Bild von der Telefonleitung zu bleiben:

Hier ist sozusagen das Universum die „Telefonleitung zu Gott“, und in diesem „Telefonat“ (in unserem Leben) nützen wir die Zeit, die uns gegeben ist, um das „Muster Gottes“ am „anderen Ende des Universums“ zu entdecken.

Um IHN als das WAHRE GEGENÜBER zu identifizieren.

Unser Leben, alles, was uns in diesem Universum widerfährt, und alles, was wir diesem Universum antun, kann mithin als Gespräch mit Gott aufgefasst werden, der am „anderen Ende der Leitung sitzt“.

Doch es gibt auch einen anderen Weg.

Diesen anderen Weg haben die Mystiker beschrieben, die Gott nicht „außen“ suchten, sondern „innen“.

So, wie man sich vorstellen kann, dass Gott bei jedem Menschen anklopft, und um Einlass in dessen Herz sucht, so kann man sich denken, dass ein Mensch sich in sein Herz zurückzieht und Gott die Türe öffnet.

Solch übernatürliche Erfahrungen sind wohl recht selten, aber auch die „natürliche“ Offenbarung Gottes durch das Universum und durch die Kirche reicht einem gläubigen Menschen.

Gerade das Christentum ist eine Religion, die die Äußerlichkeiten nicht verachtet. Nach unserem Glauben war es Gott, der gesehen hat, dass die gelegentliche INDIREKTE Offenbarung durch die Propheten nicht ausgereicht hat, sondern er hat sich in seinem Sohn entäußert und ist Mensch geworden, damit er DIREKT mit uns reden kann.

So hat er in einer konkreten Gegend der Erde, in einem konkreten Zeitraum seine eigene Seele den Äußerlichkeiten ausgesetzt, um mit uns zu kommunizieren, so wie wir es gewohnt sind.

Er hat Gleichnisse aus dem Wirtschaftsleben verwendet (er war ja der „Sohn des Zimmermanns“), um uns unsere Beziehung zu Gott wieder neu zu erklären, sodass wir sie neu entdecken können. DIREKT und UNGESCHMINKT.

Er war der Sohn einer MUTTER, und er hat letzten Endes auch den TOD erlitten.

Und die AUFERSTEHUNG.

Meint

Euer Christoph


Innovation oder Klassenkampf? – II

Februar 2, 2026

Liebe Leser!

Unsere Reichen und Mächtigen haben den Glauben an die Innovation verloren. Sie setzen auf Klassenkampf und Krieg.

Eine starke Ansage (die ich HIER getätigt hatte).

Doch was steckt dahinter?

Einerseits ist es das Thema vom Kuchenstück oder vom Gesamtkuchen? Denn wenn ich die 100% Umsatz, die durch eine Arbeitsstunde generiert werden, mit den drei Kostenfaktoren vergleiche, dem Gewinn, den Kosten für die Vorleistungen und dem Mehrwert (Nettolohn), dann gibt es zwei grundlegende Möglichkeiten, den Gewinn zu steigern:

  • Die Methode „Klassenkampf“ und
  • Die Methode „Innovation“

Die Methode „Klassenkampf“

Bei gleichbleibendem Umsatz und gleichbleibenden Kosten für die Vorleistungen, kann man den Gewinn nur steigern, indem man vom Lohn etwas abzwackt.

Abbildung 1: Gewinnsteigerung durch Klassenkampf

Es ist dies sozusagen der kompetitive Ansatz, in dem die besitzende Klasse und die arbeitende Klasse einander gegenseitig ausspielen.

Man geht davon aus, dass der Gesamtkuchen konstante Größe hat, und streitet sich um das größere Stück.

Es ist leicht einzusehen, wohin das führt. Eine Verarmung der arbeitenden Klasse führt zu Unfrieden, Aufruhr und Aufständen.

Um das Volk „bei der Stange zu halten“, muss ein äußerer Feind her, letzten Endes ist es der Weg zum Krieg.

Der Krieg ist nur die internationale Fortsetzung des Klassenkampfes und führt zu Zerstörung und Leid.

Der Ansatz „Kollaboration und Innovation“

Diese Methode ist ein ewiger Kampf, ein Kampf um das Überleben der gesamten Menschheit, nachdem wir zuerst einmal erkannt haben, dass wir alle im selben Boot sitzen.

Es geht darum, durch Innovation den Umsatz per Arbeitsstunde zu steigern und/oder die Kosten für die Vorleistungen per Arbeitsstunde zu reduzieren, wie ich im folgenden Bild darstelle.

Abbildung 2: Gewinnsteigerung durch Innovation

Dieser Ansatz geht davon aus, dass sich die Eigentümer und die Arbeiter die Gewinnsteigerung durch Innovation gerecht aufteilen. Es geht also um Kooperation statt Wettbewerb der beiden Klassen, der besitzenden Klasse und der arbeitenden Klasse.

Der Trugschluss vom zerbrochenen Fenster

„Aber warum sollten wir kooperativ sein?“ fragt sich der Mächtige und Reiche.

Ist es nicht einfacher, sich die Güter einfach zu nehmen? Man hat ja Macht und Einfluss.

Und: „Schafft ein Krieg nicht Arbeitsplätze in der Rüstungsindustrie?“, „Gab es unter Hitler nicht eine <ordentliche Beschäftigungspolituk>?“

Das ist der Trugschluss vom zerbrochenen Fenster.

Man wird uns sagen, der Krieg kurble die Wirtschaft an.

Doch lassen wir uns nicht täuschen: Ein Fenster einzuschlagen, schafft zwar Arbeit für den Glaser, aber das Dorf ist danach nicht reicher – es hat nur ein Fenster weniger. Wer heute auf Waffen setzt, hat den Mut verloren, Fenster zu bauen, durch die wir in eine bessere Zukunft blicken könnten.

Meint

Euer Christoph


Kuchenstück oder Gesamtkuchen?

Februar 1, 2026

Liebe Leser!

Vor mehr als einem Jahr, unter dem Eindruck der ÖVP/FPÖ Regierungsverhandlungen, hatte ich HIER vom Klassenkampf geschrieben.

Unter dem Eindruck, dass ja weder ÖVP noch FPÖ dafür bekannt sind, für Innovation zu stehen, war ich damals sehr desperat, und sah uns auf ein Zeitalter des Klassenkampfes zuschreiten.

Doch auch MIT der SPÖ in der Regierung – was sich ja letzten Endes herauskristallisiert hat – sehe ich zur Zeit keine großen Schritte in Richtung Innovation.

Stattdessen verwalten wir den Stillstand. Aber warum beharre ich so stur darauf, dass Innovation der einzige Ausweg aus Klassenkampf und Krieg ist? Warum sind das unversöhnliche Gegensätze?

Das werde ich nächste Woche auflösen. Es hat mit einem Denkfehler zu tun, den wir seit Generationen mitschleppen.

Meint

Euer Christoph


Innovation oder Klassenkampf? – Einleitung

Februar 1, 2026

Liebe Leser!

Diesmal möchte ich eine plakative Aussage an den Anfang stellen, die ich dann nach und nach beleuchten will.

Unsere Reichen und Mächtigen haben den Glauben an die Innovation verloren. Sie setzen auf Klassenkampf und Krieg.

Wie komme ich darauf?

Na gut. Schau Dich um! Wird nicht überall zum Kampf getrommelt? Geifern die Waffenhersteller nicht schon nach dem guten Geschäft mit dem Leid und dem Tod?

OK, das mag ja einleuchtend sein.

Aber wie komme ich darauf, den Kampf – den Krieg – als einen Widersacher zur Innovation zu betrachten? Sind es nicht die Waffenhersteller, die die größten Innovationen der Menschheitsgeschichte hevorgebracht haben?

Das möchte ich demnächst ventilieren.

Meint

Euer Christoph


Der Feuersee

Januar 31, 2026

Liebe Leser!

Diesmal möchte ich mich einem schwierigen Thema widmen.

Die Kirche hält nämlich immer noch am Glauben an die Hölle fest, auch wenn wir heutzutage nicht gerne vom Teufel, von der Hölle oder vom Tod reden.

Diese Themen nehmen den durchschnittlichen Leser zu sehr mit, um ihn damit zu beanspruchen.

Dennoch, und das ist leider wahr: Leben kann schiefgehen.

Wenn also ein Mensch endgültig und ein für alle mal sich entscheidet, dass er von Gott nichts wissen möchte und dass er tatsächlich in die ewige Verdammnis kommen WILL (was man bezweifeln kann, ob das jemals geschehen wird), dann glaube ich dennoch, dass Gott trotzdem der Barmherzige ist.

Das ist zwar meines Wissens nicht durch die Schrift belegt und ich glaube auch, dass es in der Tradition der Kirche nicht verankert ist, dennoch MÖCHTE ich glauben, dass dann der liebe Gott diesem Menschen die Gnade gewähren wird, im Nichts zu versinken und aus dem Gedächtnis der Völker endgültig gelöscht zu werden.

Meint

Euer Christoph


Gott und das Nichts

Januar 18, 2026

Liebe Leser!

Bei uns im Christentum hat das Nichts eigentlich nur eine Nebenrolle.

Denn es ist Gott, der alles aus dem Nichts erschafft und so eine Struktur ins Universum bringt.

Und ich muss auch zugeben, dass ich von den Religionen, in denen das Nichts – das Nirwana – eine Hauptrolle spielt, nicht viel verstehe.

Darum möchte ich mir nur ein paar Fragen stellen, und warten, ob sich etwas daraus entwickelt.

  • Wenn Gott unser Vater ist, der alles erschafft, ist dann das Nichts die Mutter, aus der alles entsteht?
  • Was ist älter, Gott oder das Nichts?
  • Ist außerhalb des Universums nichts außer Gott?
  • Hat Gott das Nichts erschaffen? Entstand Gott aus dem Nichts?

Mir ist klar, dass das Hirnw******** ist.

Vielleicht ganz gut, dass das Nichts nur eine Nebenrolle spielt.

Meint

Euer Christoph


Rehabilitation der Verschwörungstheorie

Januar 14, 2026

Liebe Leser!

Eigentlich ist jede Religion eine Verschwörungstheorie.

Denn eine der wichtigsten Eigenschaften jeder ernstzunehmenden Verschwörungstheorie, dass sie nämlich „immun“ gegen wissenschaftliche Beweise ist, trifft genau genommen auch auf die meisten Religionen zu.

Bei einer Verschwörungstheorie geht man meistens davon aus, dass die veröffentlichte Wahrheit von einer kleinen Gruppe von Menschen gesteuert wird, sodass jeder „Beweis“ als manipuliert dargestellt werden kann, dem man dann eben nicht glaubt.

Nun gut, eigentlich ist es ja im Detail schon unterschiedlich.

Die Existenz Gottes ist zwar nicht falsifizierbar und erfüllt somit die Voraussetzungen für eine Verschwörungstheorie, aber die Verschwörung an sich wird nicht bei Gott vermutet, sondern in der Kirche, sozusagen dem „weltlichen Arm Gottes“.

Aber eigentlich wollte ich heute nur auf Eines hinweisen: Verschwörungstheorien sind oft eine Reaktion auf überbordende Macht – so wie in den USA oder in der EU – und sie sind eine Reaktion auf Geheimhaltung.

Solange die Akten zum Thema „John F. Kennedy“ geheim gehalten werden, darf man sich nicht wundern, wenn es Verschwörungstheorien gibt.

Solange die Wissenschaft nicht in der Lage ist, Relativitätstheorie und Quantenmechanik so zu erklären, dass auch der sogenannte „Mann auf der Straße“ es verstehen kann, solange darf man sich nicht wundern, wenn es Kreationisten gibt und Leute, die glauben, die Welt sei 5000 Jahre alt.

Mein Geheimtipp: wenn Du als Staat nicht willst, dass Du zum Ziel von Verschwörungstheorien wirst, dann hast Du nur drei Möglichkeiten: Transparenz, Offenheit, Toleranz.

Und zwar nicht nur im Sinne eines Toleranzmäntelchens, das Du Dir in Regenbogenfarben umhängst, sondern im Sinne von echter Offenheit, Transparenz und Toleranz.

Meint

Euer Christoph


Wir sind Prometheus

Januar 9, 2026

Bitte diesen Dialog mit einer KI aufmerksam durchlesen.

ich habe viel gelernt dabei.

https://g.co/gemini/share/f40d97182e02

Meint

Euer Christoph


Das achte Weltwunder

Januar 6, 2026

Liebe Leser!

Nun habe ich sehr lange widerstanden, und habe mich eben nicht mit KI beschäftigt, also mit künstlicher Intelligenz.

Zu sehr scheint es mir ein generierter „Hype“ zu sein, der nur dazu dient, die weitere Entwicklung zu finanzieren, ohne dass es noch konkrete Use Cases gibt.

Aber gestern habe ich mich hinreissen lassen, und habe eine künstliche Intelligenz gebeten (na ja, ich habe sie eher „aufgerufen“ und ihr ein „Kommando“ gegeben), meine Geschichte vom „dritten Kind“ zu interpretieren und zusammenzufassen.

Diesen Chat mit Gemini habe ich jetzt hier auf Google veröffentlicht:
https://gemini.google.com/share/c7c9a0789e8c

Ich bin ziemlich baff, wozu eine Maschine fähig ist, die einfach nur die „Wahrscheinlichkeit des nächsten Wortes“ aufgrund ihres Trainings berechnet. Das muss ein ziemlich umfangreiches Training gewesen sein.

Hier nochmal das Original zum Vergleich:
https://letztersein.com/wp-content/uploads/2022/04/ddk_v1.7_20220415.pdf

Natürlich ist die Interpretation der KI nur EINE mögliche Interpretation des „dritten Kindes“.

Sogar ich hätte es anders gesehen.

Aber allein die Tatsache, dass eine KI dermaßen „vernünftigen“ Datenmüll von sich gibt, ist eigentlich ein achtes Weltwunder.

Meint Ihr nicht auch?

Meint

Euer Christoph


Vom Fell des Bären

Januar 3, 2026

Liebe Leser!

In letzter Zeit habe ich mir ja einige Gedanken gemacht, die unserem Glauben an den „lieben Gott“ doch einigermaßen entgegen stehen.

Also wollte ich diesen Beitrag mit „Vom Säen und vom Ernten“ betiteln, und mit einem Zitat aus dem Matthäus Evangelium beginnen,

  • Mt 25,26 Sein Herr antwortete ihm: Du bist ein schlechter und fauler Diener! Du hast doch gewusst, dass ich ernte, wo ich nicht gesät habe, und sammle, wo ich nicht ausgestreut habe.
  • Mt 25,27 Hättest du mein Geld wenigstens auf die Bank gebracht, dann hätte ich es bei meiner Rückkehr mit Zinsen zurückerhalten.

Wie ist das jetzt?

Ist der „liebe Gott“ wirklich der „liebe Gott“, oder ist er ein gestrenger, gerechter Herr, vor dem man Angst haben muss?

Nun gut, wie üblich drücke ich mich vor einer Antwort und beginne lieber, über das „Fell des Bären“ zu philosophieren. Da gibt es doch das Sprichwort vom „Fell des Bären“, das man erst „verteilen kann, wenn der Bär erlegt ist“.

Und tatsächlich ist unsere Wirschaft eher eine „Wirtschaft von Fellverteilern“, und eigentlich keine „Wirtschaft von Bärenerlegern“.

Wir wären alle gerne „Leistungsträger“, die die erbrachte Leistung also nur mehr von A nach B transportieren – von der Produktion zum Kunden – also „Händler“, die im Vertrieb sitzen, oder im höheren Management. Alle diese gut bezahlten Jobs also, die „das Fell des Bären verteilen“.

Was wir gar nicht so gerne haben, das sind diese „Leistungserbringer“, die in der Produktion „sitzen“ – im R&D – und die Leistung tatsächlich erbringen, die kreativen Köpfe, die Arbeiter, Angestellten, Buchhalter, Ingenieure, Putzfachkräfte, das mittlere Management, und alle, die in irgendeiner Form daran beteiligt sind, „den Bären zu erlegen“.

In unserer Wirtschaft sind die erfolgreichsten Firmen jene, die gar keine Leistung im eigentlichen Sinn mehr „erbringen“, sondern nur mehr Leistungen „vermitteln“. Die Fahrradboten sind z.B. meist schon prekäre Scheinselbstständige, und die lieferando, foodora und wie sie alle heissen, nehmen nur mehr die Aufträge entgegen und vermitteln sie an die externen Lieferanten (gegen eine geschmalzene Provision), die auf eigenes Risiko fahren müssen.

Positiv sticht zum Beispiel die Firma alfies hervor, die eigene Lager betreibt und auch eigene Lieferfahrzeuge besitzt. Das ist noch Realwirtschaft mit Risiko und Leistungserbringung, wo man sich gerne beliefern lässt. Da wird noch realer Mehrwert produziert und nicht nur shareholder value.

Und wie ist das jetzt mit Gott und mit dem „Säen und Ernten“?

Ich bin jetzt schon 56, fast 57, und manchmal würde ich mir wünschen, dass in meinem Leben endlich die „Zeit der Ernte“ anbricht. Gesät – investiert – habe ich wahrlich genug.

Aber das ist halt so.

Auf meinem Kontostand ist von einer „Zeit der Ernte“ noch nichts zu sehen.

Aber manchmal – ganz selten – bekommt man so ein leises Feed Back, dass der liebe Gott alle diese Bemühungen in seiner Ernte berücksichtigt hat. Denn ER ist es, der erntet. Wir säen ein ganzes Leben lang und sehen nichts vom Ergebnis. Und wir können nur hoffen.

Ja, die Hoffnung stirbt zuletzt.

Meint

Euer Christoph