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August 9, 2019

……geht’s H I E R


Die Tragödie vom armen reichen Mann, ……

Juni 17, 2022

……den niemand liebte.

Seit einiger Zeit schreibe ich immer wieder Beiträge, die vermuten lassen, dass meine Ideologie sehr links sei.

Vermögen ist ein Wettbewerbsvorteil“ , liest man da auf meinem Blog, und: „Vermögensertrag sollte, unter dem Strich, gleich Null sein“ (Vermögen sollte nicht „von selbst“ mehr werden können).

Will ich also eine Neid-Diskussion auslösen, so wie man es den Linken gemeinhin vorwirft?

Nein, will ich nicht.

Nicht zuletzt liegt das daran, dass es immer schon eine Strategie der Oberschicht war, den Neid in der Unterschicht zu schüren, sodass die Unterschicht geneigt war die Mittelschicht „aufzufressen“. Das beseitigte sozusagen im Auftrag der Oberschicht den potentiellen Konkurrenten, die Mittelschicht.

Ein Spiel, bei dem wir nicht mitspielen sollten, denn dadurch verlieren letztlich Alle etwas.

Aber, was will ich eigentlich?

Als Blogger bin ich der Wahrheit verpflichtet

Darum will ich diesmal ein paar „ungeschminkte Gedanken“ zum Thema „Rendite“ ventilieren.

Was ist eine Rendite?

Nehmen wir also das Beispiel vom Holzkohlengriller, der sich in meinem Eigentum befindet (in Wirklichkeit besitze ich so etwas nicht, das ist nur ein Beispiel).

Der Holzkohlengriller hat keinen DIREKTEN Nutzen für mich – ich kann ihn weder essen noch trinken, noch auf ihm schlafen, noch sonst ein Grundbedürfnis direkt mit ihm befriedigen (ich möchte da jetzt auch nicht irgendwelchen schrägen Phantasien Vorschub leisten) – er ist also KEIN KONSUMGUT, sondern ein PRODUKTIONSMITTEL (oder auch INVESTITIONSGUT), also ein Gut, das seinen Nutzen erst später INDIREKT entfaltet, indem ich es benütze, um Nahrung zuzubereiten. Die Nahrung konsumiere ich dann direkt, diese IST also ein Konsumgut.

So weit, so gut. Es ist nun aber so, dass ich im Sommer oft auf Ausflügen bin (auch das ist wieder nur ein Beispiel und stimmt nicht wirklich), und eigentlich sehr selten dazu komme, den Griller „auszupacken“ und mit der Familie eine Grillerei zu veranstalten.

Mein Nachbar hingegen ist auch im Sommer am Wochenende meistens im Garten – und er hat eigentlich eher wenig Geld, sodass er sich die 480,- für einen Griller eigentlich nicht leisten will (das ist jetzt eine Hausnummer, gebe ich zu) – möchte mit seiner Familie aber eigentlich mindestens zwei mal im Sommer eine Grillerei veranstalten.

Deswegen fragt er mich, ob er sich den Griller ausborgen kann, dafür schenkt er mir dann jeweils einen guten Wein im Gegenwert von 10,-.

Für mich heißt das, dass mein Griller nicht ungenutzt herumsteht und verstaubt, ganz im Gegenteil, ich bekomme sogar eine Gegenleistung dafür, dass ich ihn herborge.

Diese Gegenleistung für die Überlassung eines Produktionsmittels ist also etwas, das im professionellen Bereich als Miete, Pacht oder Zinsen bezeichnet wird, man kann dafür auch ganz allgemein den Begriff Rendite verwenden (wenn man den Wert der Gegenleistung aufs Jahr hochrechnet und zum Gesamtwert des eingesetzten Kapitals in Beziehung setzt).

Doch das Abenteuer unseres Helden ist noch nicht zu Ende. Unser Held gewinnt eines Tages im Lotto einen Betrag von 24.000,- und fragt sich, was er damit machen soll.

Da er sich mit der Aufbewahrung und Instandhaltung, und ein wenig auch mit dem Betrieb, von Holzkohlegrillern gut auskennt, entwickelt er den Plan, 50 Griller zum Preis von je 480,- zu kaufen und diese dann professionell an Leute zu vermieten, die auch zuwenig Geld haben um sich einen eigenen Griller zu leisten, so wie sein Nachbar.

Dummerweise hat er mein Blog gelesen und kalkuliert so, dass „unterm Strich eine Null rauskommt“. Er kalkuliert so:

Wenn ich jeden Griller jede Woche einmal verborge, und wenn die Grillsaison jedes Jahr 12 Wochen dauert, dann kann ich damit rechnen, dass die Griller je 4 Jahre lang halten, bevor sie kaputt gehen.

Ich muss also für jedesmal Herborgen einen Betrag von 480,- / (4 x 12) = 10,- einheben.

Fein, das entspricht genau den 10,- die mein mittelloser Nachbar auch immer gerne bezahlt hat“ , sagt er sich.

Na gut, auf die Feinheiten werden wir noch eingehen, aber eines können wir gleich jetzt sagen: Mit dieser Kalkulation wird er keine Expansionsstrategie finanzieren können. Er wird Zeit seines Lebens 50 Griller besitzen und davon leben diese zu verborgen. Auch für sonstige „strategische Manöver“ – zum Beispiel in Bezug auf mögliche Mitbewerber – wird er keinen Spielraum haben.

Aber unser Held ist kein Trottel. Bevor er seinen Businessplan fixiert, redet er noch mit seiner Frau.

„Du Trottel hast alle zusätzlichen Kosten vergessen“, sagt sie.

„Erstens, wir müssen davon leben. Du vermietest 50 Griller, jeden davon 4 mal im Monat, also 200 Geschäftsfälle pro Monat. Wir brauchen 6000,- brutto zum Leben, also must Du auf jeden Geschäftsfall schon mal 30,- draufschlagen“.

Er sagte: „Macht also 40,- in Wirklichkeit“.

Sie: „Und wo willst Du die Griller lagern? Bei uns im Wohnzimmer?“

Er: „OK“.

Sie: „Und wenn ein Griller repariert werden muss?“

Er: „Das mach‘ ich selber“

Sie: „Aber Du wirst dazu Material benötigen“

Kurz und gut: Sie kamen auf einen „gerechten“ Preis von 60,- pro Geschäftsfall.

Die „gerechte“ Rendite

Als sie das ihrem Nachbarn erzählten, sagte dieser spontan: „Da kann ich mir gleich einen eigenen Griller kaufen. Wenn ich mir zwei mal im Jahr um sechzig Euro einen Griller ausborge, bin ich nach 4 Jahren bei genau 480,-. Und wenn ich meinen Griller nur 2 mal pro Jahr verwende, hält er sicher länger als vier Jahre.“ Das wäre billiger als Ausborgen.

Unser Held ist also in einer schwachen Position, weil es für seinen Businessplan kaum einen Markt gibt. Letztendlich könnte man ja ohne größere Probleme auf Grillereien auch gänzlich verzichten.

Aber wie können WIR den Gesamtpreis von 60,- interpretieren?

Heißt das, dass man beim Verborgen eines Grillers einfach so eine Rendite von 60,- x 12 / 480 = 150% erzielen kann?

Nein. Denn eine Rendite ist definiert als der „Ertrag des eingesetzten Kapitals“. Wir müssen also alle Kosten unter Aufrechterhaltung des Kapitals in betracht ziehen.

Erstens erbringt unser Held zusätzliche Leistungen, die über die reine Überlassung der Griller hinausgehen. Die Kosten für diese Leistungen muss man natürlich abziehen:

  • Er lagert die Griller fachgerecht, solange sie nicht benützt werden
  • Er kümmert sich um Reparaturen zur Erhaltung der Funktionsfähigkeit

In unserem Beispiel bleiben also 40,- x 12 / 480 = 100% Rendite nach Abzug der Kosten für die Zusatzleistungen.

Weiters haben die Griller nur eine Lebensdauer von 4 Jahren, es gehen also 25% der Rendite drauf, um die Zahl der Griller aufrechtzuerhalten (genau genommen müßte man auch noch die Inflation berücksichtigen, da die Griller in 4 Jahren ja mehr kosten werden als jetzt).

Es bleibt also immer noch ein stattlicher Reingewinn (Rendite) von 75%, mit dem unser Held (in den Sommermonaten) seine Familie ernähren kann.

Ist das ungerecht? Ist das gerecht?

Na ja, es ist auch eine Frage von Angebot und Nachfrage, nicht nur von Gerechtigkeit.

Und es ist eine Frage der Konkurrenz. Ein anderer Mensch in derselben Stadt könnte mit demselben Geschäftsmodell 150 Griller (um 72.000,-) einsetzen, um seine Familie zu ernähren (falls er das Geld hat).

Jener bräuchte nur 25% Rendite, um die 18.000,- für seine Familie aufzutreiben (für die Sommermonate) und könnte billiger anbieten.

Weitere Feinheiten, zum Beispiel Transportkosten, wären noch zu klären, aber es ist klar, worauf unser Beispiel hinausläuft:

Interpretation des Beispiels / Schlussfolgerungen

Wir haben also im letzten Beispiel folgende Zwecke kennengelernt, für die der Held die Miete für die Holzkohlengriller verwendet:

  • Werterhaltung des eingesetzten Vermögens/Kapitals (der Griller)
  • Reingewinn / Rendite, um die eigene Familie zu ernähren

Und hier sehen wir, wie schwierig es ist, von einer „gerechten“ Rendite zu sprechen. Wieviel Geld darf eine Familie „verbrauchen“? 3000,- netto? 5000,- netto? 20.000,- netto?

Ich weiß es nicht.

Eines ist aber sicher. Der Held in unserem Beispiel ist in einer sehr schwachen Position, weil

  • er Güter vermietet, die niemand wirklich braucht,
  • er in Konkurrenz zu anderen Anbietern steht,
  • er seine Familie allein erhalten muss (ohne Plan B), seine Frau trägt ja nichts bei.

Wenn jemand Güter vermietet oder verpachtet, die man unbedingt zum Leben benötigt, zum Beispiel Wohnraum oder Lebensraum, oder wenn jemand Geld schöpft (so wie es die Zentralbank tut), dann kann man die Benützer sehr viel leichter unter Druck setzen.

Das geht so weit, dass manche Menschen die Gesetze von Angebot und Nachfrage tatsächlich in Zusammenhang bringen mit den Begriffen von Erpressung und Geiselnahme (der Fachbegriff dafür wäre Wucher).

Das einzige, was den modernen Menschen – der sich seine Grundbedürfnisse ja nicht selber befriedigen kann – vor Wucher schützt, ist das Kartellrecht, das es den Anbietern verbietet zuviel Marktmacht anzuhäufen.

Und das Kartellrecht sollte sich eben auch generell auf jede Art von Vermögen beziehen – Sachvermögen und Geldvermögen – das ja die Grundlage der Marktmacht ist.

Ergänzung am 18. Juni 2022 – Verantwortung

Im oben genannten Beispiel wurden also die 60,- Miete, die unser Held für jeden Geschäftsfall verrechnete,

  • zur einen Hälfte für die Kosten verwendet, die das Vermögen selbst verursachte (10,- um die Anzahl von 50 Grillern aufrechtzuerhalten und 20,- für Lagerung und Reparatur) und
  • zur anderen Hälfte, um die Familie unseres Helden zu finanzieren.

Aber, Moment mal, die Familie unseres Helden hat doch in der Kalkulation seiner Firma nichts zu suchen, oder seh‘ ich das falsch?

Es ist heutzutage absolut unüblich, zum Chef zu gehen und zu sagen: „Meine Frau bekommt ein Kind, ich brauche also eine Gehaltserhöhung!“. Familie ist Privatsache und wird höchstens in der Mittagspause erwähnt, oder beim Kaffeeklatsch.

Stimmt, und die 30,- sind ja auch der Gegenwert für die Leistung unseres Helden, für seine Dienstleistung:

Jedes Wochenende steht er im Lager und händigt die Griller an die Kunden aus, nimmt diese am Abend wieder zurück. Unter der Woche verwendet er seine wertvolle Zeit, um die Griller instand zu halten und letzten Endes musste er ja auch Werbezettel verteilen und Annoncen schalten, damit die Leute im Einzugsgebiet über diesen Service informiert waren (im Idealfall ist Marketing ja ein Dienst am Kunden, nämlich die Zurverfügungstellung von Information).

Diese 30,- verdient er also nicht aufgrund der reinen Überlassung der Griller an die Kunden, sondern aufgrund seiner eigenen Leistung.

Wir bleiben bei unserer Behauptung: die reine leistungslose Überlassung von Vermögen (gegen Miete, Pacht oder Zins) soll ein Nullsummenspiel sein. Die Rendite soll genau die Kosten zur Werterhaltung des überlassenen Vermögens abdecken.

Darüber hinaus gehende Einkünfte sollen durch Leistungen des Eigentümers gerechtfertigt werden (also Dienstleistungen, zum Beispiel Beratung oder eigenhändige Instandhaltung des überlassenen Vermögens).

Wenn nun die Kunden mit unserem Helden zufrieden sind – wenn sie der Meinung sind, dass er mit den Grillern VERANTWORTUNGSVOLL umgeht – dann wird er mit seinen Zusatzleistungen auch mehr Geld verdienen und sein Geschäft vergrößern können.

Vermögen hat nämlich immer auch mit VERANTWORTUNG zu tun:

Nach allgemeinem bürgerlichem Gesetzbuch (ABGB) ist das Eigentumsrecht zwar jenes Recht, das mir erlaubt mit meinem Eigentum „nach Belieben zu verfahren und auch dritte davon auszuschließen“ (was die Konsumation bzw. Vernichtung mit einschließt), es gibt aber eine Art „sozialen Vorbehalt“, wonach ich durch den Gebrauch meines Eigentums nicht in Rechte dritter eingreifen darf und mich auch an die allgemeinen Vorschriften halten muss, die ja der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung dienen.

In anbetracht auf die gesellschaftlichen – und auch familiären – Auswirkungen darf unser Held also nicht einfach so absichtlich sein Geschäft kaputt machen oder „an die Wand fahren“ (was man bei manchen mächtigen Leuten immer wieder annehmen muss, wenn sie plötzlich „einen Rappel kriegen“).

Das Ende vom Lied

Mittlerweile sind 20 Jahre vergangen und unser Held versorgt ganz Österreich mit Mietgrillern. In jedem größeren Dorf hat er eine Filiale und alle sind glücklich.

Aber er bekommt einen Brief von der Brüsseler Wettbewerbsbehörde: Da er der einzige große Grillervermieter in Österreich ist und mittlerweile eine 90%-ige Marktabdeckung erzielt, wurde er verurteilt, sein Geschäft zu halbieren und die eine Hälfte zu verkaufen.

Er soll nicht in Versuchung kommen, Wucherpreise zu verlangen. Nie wäre ihm das eingefallen (er weiß nicht, dass ihm seine Frau GENAU das am nächsten Wochenende vorschlagen wollte).

Happy End

Meint

Euer Christoph


Gedankensplitter……

Mai 23, 2022

……am Wochenende.

Letztes Wochenende sind mir einige Gedankesplitter „eingeschossen“, die ich sofort auf Facebook gepostet habe.

Nun, in der heutigen Mittagspause, möchte ich diese hierher kopieren, ins offizielle Internet:

21.5., 11:00

Künstliche Intelligenz ist nur so gut, wie ihr Trainer

21.5., 15:15

Spätestens seit Anbruch der Dienstleistungsgesellschaft sollte uns klar sein, dass Dienen nichts Anrüchiges ist

Ein Diener ist kein Sklave.
Ein Diener kann mitreden, wie er seinen Dienst zu gestalten hat.
Ein Diener kann seinem Herrn auf Augenhöhe begegnen.
Und ein Diener hat gerecht entlohnt zu werden

Ein Sklave hingegen gehört mit Haut und Haaren seinem Herrn und muss jeden Tag aufs neue um sein Leben zittern

Das bedingungslose Grundeinkommen ist der Weg in die Sklaverei

21.5., 16:00

Eigentlich hat Psychologie viel mit Informationstechnologie gemein

Es geht um das Senden, die Übertragung und den Erhalt von Botschaften, sowie um deren Verarbeitung

21.5., 16:58

Es spricht nichts dagegen, die Dienste der Schöpfung dankbar in Anspruch zu nehmen.
Ein guter Schweinsbraten mit Knödeln – herrlich

Das, was die Umwelt kaputt macht, DAS IST DER MIẞBRAUCH

21.5., 17:55

Die Klimakrise ist im Prinzip für die Menschheit kein neues Problem.
Wir sind schon einige Male in unserer Geschichte an „die Grenzen des Wachstums“ gestoßen

Zum Beispiel damals, als wir zu viele wurden, um weiterhin als Jäger und Sammler zu leben.
Damals mussten wir sesshaft werden und als Ackerbauern und Viehzüchter weiterleben

Das Zauberwort hieß Innovation, es hieß „thinking out of the box“ und „work smarter not harder“.
Das ist „the way forward“, nothing else

22.5., 13:01

In der Bibel steht nicht, dass man am Sonntag in die Kirche gehen soll.
In der Bibel steht, dass man am Samstag nicht arbeiten darf.

Das Sonntagsgebot ist also kein Gebot Gottes, sondern „nur“ ein Gebot der Kirche (trotzdem sinnvoll).

22.5., 19:41

Die Kirche ist eigentlich nur ein Hilfskonstrukt, das wir hier auf Erden benötigen, solange wir auf dem Weg in die ewige Heimat sind

Der liebe Gott hat Naturgesetze errichtet, vor allem die Gesetze von Angebot und Nachfrage, wegen derer das so sein muss.

22.5., 20:10

Der Gottesbegriff der Naturwissenschaft beschränkt sich auf den Begriff des Zufalls

All das, was Engel, Dämonen und Gott auf Erden bewirken, würde der ernsthafte Naturwissenschaftler als Zufälle oder Meßfehler bezeichnen

Mit gutem Recht.

Meint

Euer Christoph


Was vermagst Du?

Mai 21, 2022

Das Vermögen eines Menschen – oder eines Haushalts – wird normalerweise eingeteilt in Sachvermögen und Geldvermögen, wobei man noch bedenken sollte, dass es nicht nur materielle Sachen gibt, sondern auch immaterielle Sachen – zum Beispiel Rechte.

Dass man Geld und geldwerte Zahlungsmittel hier getrennt anführt (als Geldvermögen), hat seine Ursache darin, dass Geld keinen direkten Wert (Nutzen) hat, sondern nur einen Tauschwert.

Das Sachvermögen muss ich nicht veräußern, um einen Nutzen generieren zu können, sondern ich kann es direkt – als sogenanntes Produktionsmittel – nutzen, oder zumindest jemand anderem überlassen, damit er davon einen direkten Nutzen produziert und Miete, Pacht oder Zinsen zahlt.

Aber viele Haushalte haben eigentlich gar kein Sachvermögen und auch kaum Geldvermögen, von dem sie einen Nutzen produzieren könnten, ohne es zu veräußern.

Wovon leben diese Haushalte eigentlich?

Nun, eigentlich gibt es noch eine dritte Art von Vermögen, das Humankapital. Das ist das, was Deine „kleinen grauen Zellen“ vermögen, und es ist das, was „Dein starker Arm vermag“.

„Wenn Dein starker Arm es will, stehen alle Räder still.“ war ein alter Schlachtruf der Gewerkschaften, entsprechend der alten Weisheit: „wer etwas gelten will, muss sich rar machen“.

Heute müsste man es umformulieren: „Wenn Dein starkes Hirn es will, entwickeln sich die Computer nicht mehr weiter“ (reimt sich leider nicht 🙂 ).

Oder wie schon Jesus seinen Jüngern gepredigt hat:

Mt 10,7 Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe.
Mt 10,8 Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus! Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben.
Mt 10,9 Steckt nicht Gold, Silber und Kupfermünzen in euren Gürtel.
Mt 10,10 Nehmt keine Vorratstasche mit auf den Weg, kein zweites Hemd, keine Schuhe, keinen Wanderstab; denn wer arbeitet, hat ein Recht auf seinen Unterhalt.
Mt 10,11 Wenn ihr in eine Stadt oder in ein Dorf kommt, erkundigt euch, wer es wert ist, euch aufzunehmen; bei ihm bleibt, bis ihr den Ort wieder verlasst.
Mt 10,12 Wenn ihr in ein Haus kommt, dann wünscht ihm Frieden.
Mt 10,13 Wenn das Haus es wert ist, soll der Friede, den ihr ihm wünscht, bei ihm einkehren. Ist das Haus es aber nicht wert, dann soll der Friede zu euch zurückkehren.
Mt 10,14 Wenn man euch aber in einem Haus oder in einer Stadt nicht aufnimmt und eure Worte nicht hören will, dann geht weg und schüttelt den Staub von euren Füßen.
Mt 10,15 Amen, das sage ich euch: Dem Gebiet von Sodom und Gomorra wird es am Tag des Gerichts nicht so schlimm ergehen wie dieser Stadt.

Wenn Deine Fähigkeiten also bei einem Arbeitgeber nicht wertgeschätzt werden, dann geh‘ weg und schüttel‘ den Staub von Deinen Füßen.

Hmmmm. Klingt gut, kann aber verdammt schwer sein.

Leichter haben es Menschen, die ausgesprochene praktische Talente haben, weil sie im Haushalt selbst Hand anlegen können und somit Geld sparen. Da sind sie auch nicht so erpressbar wie spezialisierte Geistesmenschen.

Vertrauen bräuchte man halt. Vertrauen in Gott und Selbstvertrauen.

Meint

Euer Christoph


A long time ago, in a galaxy far, far away……

Mai 21, 2022

Hatte ich mir im Zusammenhang mit Gedanken über den Umweltschutz auch Gedanken darüber gemacht, wer denn nun dieser Souverän sei, der die Internalisierung externer Kosten einfach so anordnen kann.

Also sozusagen der ultimative Gesetzgeber und Richter.

Meine Gedanken waren damals die Gedanken eines gläubigen Christen – ich werde sie weiter unten wiederholen.

Aber ich denke, man muss schon akzeptieren, dass der christliche Standpunkt nicht der einzige Standpunkt ist (trotz oder gerade wegen des christlichen Absolutheitsanspruches), und möchte die religiösen Ausführungen – die ich gleich nochmal wiederholen werde – abrunden durch einen Blick in unsere allseits beliebte Bundesverfassung:

Artikel 1 Österreich ist eine demokratische Republik. Ihr Recht geht vom Volk aus.

Hier steht es also, klipp und klar, dass der Souverän, zumindest in Österreich, das Volk ist.

Dem widerspricht – scheinbar – meine Auffassung, wonach GDH der Souverän sei:

Also: Wer ist der Souverän?

Antwort:
Der einzige wirklich und absolut
regierende Souverän ist
Gott der Herr
(darum ist er ja auch „der Herr“).

Aber:

Jede Autorität kommt von Gott, aber
ER selbst läßt sich hier im Universum
offensichtlich von den Dienern vertreten,

die er sich nach Belieben erwählt
(mit Ausnahme der 33 Jahre, die
SEIN SOHN in Palästina
anwesend war, und der Kommunion).

1.) Von den Engeln und Dämonen,
die nicht so furchterregend sind wie ER

2.) Von den Naturgesetzen, deren
Erforschung sich die Wissenschaften
verschrieben haben.

3.) Von erwählten Menschen, die
sich einer NATÜRLICHEN AUTORITÄT
bedienen

4.) Von seiner Hl. Kirche, der er den
HEILIGEN GEIST gesandt hat

5.) Von Lehrern

6.) Vom Ehepartner und von den Eltern

7.) Von den Richtern, Parlamenten, Vorsitzenden und Regierenden
der Staaten und anderer Haushalte

Wie geht das zusammen?

Nun, das stimmt schon, der Souverän hier auf Erden ist die Menschheit, insoferne sie gegenüber den anderen Geschöpfen den lieben Gott vertritt.

Aber, wenn wir uns jetzt konkret überlegen, WIE die Menschheit diese Stellvertreterrolle wahrnimmt, dann ist es doch so, dass man nicht über jedes Gesetz und statt jeder Gerichtsverhandlung eine weltweite Volksabstimmung ansetzen kann. Das wäre technisch nicht machbar.

Da ist es doch so, dass die Menschheit sich Delegierte als Gesetzgeber und Richter erwählt, die IN IHREM NAMEN Gesetze ausarbeiten und Urteile ausarbeiten.

WIE werden Delegierte festgestellt?

Nun, das ist meistens ein langwieriger Prozess, in dem die einzelnen Parteien des Volkes miteinander verhandeln, bis sie zu einer Vereinbarung kommen. In Österreich ist es zum Beispiel so, dass dabei der Bundespräsident das letzte Wort hat, er ist ja die einzige Person, die direkt vom Volk gewählt worden ist.

Aber wenn man bedenkt, WIE es zur Bildung von Parteien und zur Aufstellung von Kandidaten für das Präsidentenamt kommt, dann muss man doch zugeben,

dass der ZUFALL eine große Rolle spielt.

Und hier kommt Gott ins Spiel, denn Zufall ist nur eine wissenschaftliche Bezeichnung für das Wirken Gottes.

Meint

Euer Christoph


Darf der Staat Geld verschenken?

April 23, 2022

Wieder einmal wurde im Fernsehen über das bedingungslose Grundeinkommen (BGE) diskutiert und wieder hat es in weiterer Folge Diskussionen in den sozialen Medien gegeben.

Ich möchte hier versuchen aus moralisch-ethischer Sicht und aus der Sicht eines Christen diese Frage unvoreingenommen zu ventilieren, hoffe auch auf rege Beteiligung an der Diskussion.

Beginnen wir gleich mit dem Ergebnis der Analyse. Am Ende unserer Untersuchungen werden wir erkennen, dass wir es mit den zwei Seiten einer einzigen Münze zu tun haben.

Die Frage „Darf der Staat Geld verschenken?“ ist die eine Seite der Medaille, die andere Seite besteht in der Frage: „Darf sich Vermögen selbständig vermehren, ohne dass der Eigentümer dafür etwas leistet?“

Versuchen wir einmal, die erste Frage zu beantworten – Darf der Staat Geld verschenken?

Nun, da müssen wir weiter ausholen. Was ist Geld?

Manche Menschen wittern einen Paradigmenwechsel, der bewirken würde, dass der Begriff des Geldes sich grundlegend ändert. Mit einem bedingungslosen Grundeinkommen würde man das Prinzip „quid pro quo“ über Bord werfen und dem ideal christlichen Ansatz einer bedingungslosen Nächstenliebe folgen. Einer Solidarität ohne Grenzen und ohne Maß.

Wäre das nicht unsere christliche Idealvorstellung?

Das bedingungslose Grundeinkommen müßte natürlich durch Steuererhöhungen finanziert werden, aber eben wegen des bedingungslosen Grundeinkommens würde es uns ja auch leichter fallen, höhere Steuern zu zahlen.

Hmmmmmm, das klingt irgendwie nach einer Inflationsspirale, zumindest sagt mir das mein Bauchgefühl. Diese Frage wird eben näher zu durchleuchten sein.

Na gut, aber zumindest nach dem „klassischen Paradigma“ ist Geld immer ein Gegenwert für materielle oder immaterielle Güter. Nach dem Prinzip „quid pro quo“ entspricht die Gesamtsumme aller Euro also allen materiellen und immateriellen Gütern, die sich im Eigentum aller in Europa ansäßigen Personen befinden. Also allen Gütern, über die der Souverän verfügen kann.

Wenn nun Güter vernichtet werden, ohne die Geldmenge zu verringern (zum Beispiel durch kriegerische Ereignisse), dann folgt logischerweise eine Inflation. Oder umgekehrt wäre eine Inflation die Folge, wenn der Souverän einfach neues Geld druckt, um das BGE zu bezahlen. Das wäre also ein Schuß ins Knie.

Durch welche Gegenleistungen könnte man also ein BGE finanzieren?

Einerseits indem zusätzliche Güter geschaffen würden.

Angenommen ein BGE würde die Menschen derart motivieren, dass sie plötzlich beginnen, viel mehr wertvolle Güter zu erschaffen.

Aber, moment mal. Dann würden sie ja wegen des BGE plötzlich mehr verdienen und bräuchten eigentlich kein BGE. Hmmmmm.

Oder sie würden die Güter gratis als sogenannte freie Güter (open source) erschaffen. Aber dann gäbe es kein höheres Steueraufkommen, mit dem man das BGE finanzieren könnte, sie wären also wieder abhängige Sklaven der vermögenden Klasse. Hmmmmm. Moment mal.

Wie lösen wir diesen Knäuel?

Nun, erst einmal:

Wir müssen akzeptieren: ein BGE wäre immer ein Geschenk und es könnte nichts sein, worauf man „ein Recht hätte“.

Normalerweise ist eine Geldleistung immer an Bedingungen geknüpft:

  1. Es hat schon eine Gegenleistung gegeben (normales Geschäftsgebaren)
  2. Es gibt ein Recht – oder zumindest eine Hoffnung – auf eine zukünftige Gegenleistung (Investition)
  3. Es gibt eine Hoffnung auf Wertsteigerung durch gesellschaftliche Neubewertung (Spekulation)
  4. Der Empfänger beweist, oder macht zumindest glaubhaft, dass er ein Sozialfall ist und somit ein Recht auf Hilfe hat

Überspitzt formuliert: um ein BGE zu argumentieren, müßten wir nach (4.) zugeben, dass wir alle ein Sozialfall sind.

Aber was wäre, wenn wir das BGE nicht durch Ankurbelung der Wirtschaft argumentieren, sondern durch Dämpfung im Sinne des Umweltschutzes?

Wenn wir also das BGE nicht durch eine Steuer auf Arbeit finanzierten, sondern entweder durch eine Steuer auf Vermögen, oder durch eine auf Vermögensertrag?

Nun gut, dass unseren oberen Zehntausend ein kleiner Aderlaß ganz gut tun würde, darüber sind wir uns ja alle einig. Zweifellos. Aber wie soll man das begründen?

Nun, einerseits verursacht Vermögen Kosten (zum Beispiel Abschreibungen oder Inflation sowie Wartung und Instandhaltung).

Aber andererseits kann man Vermögen selber nutzen (z.B. das berühmte Häuschen am Land) oder es verursacht auch einen Ertrag (Miete, Pacht, Zinsen, Spekulation, ……).

Kein Mensch versteht aber, warum Vermögen alleine dadurch, dass es da ist, ohne Leistung mehr werden soll.

Es ist also durchaus argumentierbar, dass der Staat dafür sorgen soll, dass Vermögenserträge nach Abzug des Eigengebrauchs und der Kosten für Verwaltung, Instandhaltung, Reparatur, …… (generell zur Werterhaltung) gleich Null sein sollen.

Meint

Euer Christoph

P.S. am 24.4.: das alles sind aber rein ethisch-moralische Überlegungen, wie ich schon geschrieben habe. Rechnerisch geht sich das sicher nicht aus. Vermögensbezogene Steuern bringen höchstens ein paar Milliarden. Ein BGE von 1000,- mtl. würde glatt 1000 x 12 x 8 Mill. = ca. 100 Mrd. kosten!!!

Ein BGE müsste also an die Substanz(!) des Vermögens gehen.

P.P.S. am 25.4. ich habe hier also die These aufgestellt, dass ein BGE, das über arbeitsbezogene Steuern finanziert wird, entweder zu einer Inflation oder zu einer Anheizung der Wirtschaft (und des Klimas) führen würde.

Zweite These: ein BGE, das aus den größten Vermögen finanziert wird, würde zu einer – dringend benötigten – Abkühlung der Wirtschaft (und des Klimas) führen, wäre aber nur temporär machbar als freiwilliger Beitrag der vermögenden Klasse zu einer nachhaltigen Zukunft der Menschheit.

These 3: So oder so, das BGE birgt die Saat der Sklaverei in sich („Brot und Spiele“).


Objektive Werte

März 20, 2022

Oft hört man, dass wir angeblich die sogenannten Europäischen Werte verteidigten, also eigentlich die westlichen Werte von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.

Also eigentlich, und man muss das Kind beim Namen nennen, die Menschenrechte.

Aber – und ich will das jetzt wirklich hinterfragen – was ist das eigentlich, ein Wert? Hat alles, was einen Wert hat, auch einen Preis? Bestimmt sich der Wert einer Sache dadurch, wieviel wir für sie opfern würden?

Gibt es so etwas wie objektive Werte?

Kann man etwas objektiv bewerten?

Was bedeutet eigentlich das Wort objektiv?

Wenn heute ein Brot 3,- EUR kostet, und morgen kostet das gleiche Brot 5,- EUR, ist das Brot morgen mehr wert? Oder eher der Euro weniger? Objektiv?

Wahrscheinlich werden wir dahinter kommen, dass der Tauschwert eines Gutes den Gesetzen von Angebot und Nachfrage unterliegt.

Also, wieder einmal ist auf meinem Blog nichts Neues zu finden, was ja an sich nichts Neues ist 🙂

Aber lassen wir die Sache sich entwickeln.

Wenn wir nachschlagen, finden wir zwei Bedeutungen des Wortes „objektiv“:

  1. nicht von persönlichen Gefühlen oder Meinungen bestimmt
  2. unabhängig vom Subjekt

Ad 1)

Kann ein Mensch auch nur irgendeine objektive Aussage tätigen? Eine Aussage, die nicht von seinen persönlichen Gefühlen oder Meinungen bestimmt ist?

Eher nicht.

So etwas wie Objektivität kann es erst geben, wenn man mindestens eine zweite Meinung eingeholt hat (ich muss an das sog. Vier-Augen-Prinzip denken, welches Werner von Siemens eingeführt hatte). Und eine internationale Gemeinschaft von vielen voneinander unabhängigen Menschen – also zum Beispiel die Wissenschaft – kann tatsächlich einigermaßen gesicherte „objektive Wahrheiten“ entdecken.

Ad 2)

Hier kommen wir in die Rechtsmaterie des Sachenrechts. Im Sachenrecht wird die Zuordnung von Sachen zu Personen geregelt (also zum Beispiel das Eigentum).

Sehr simpel gesprochen: alles, was keine Person ist, ist eine Sache (also ein Objekt).

§ 285 ABGB: „Alles, was von der Person unterschieden ist, und zum Gebrauche der Menschen dient, wird im rechtlichen Sinne eine Sache genannt.“

Allerdings wird diese simple Definition in letzter Zeit immer schwieriger. Zum Beispiel können nun nicht mehr nur Personen sogenannte Rechtssubjekte – also Träger von Rechten und Pflichten – sein, sondern haben in letzter Zeit auch Tiere Rechte, vielleicht hat sogar die Umwelt gewisse Rechte.

Auch in der Informationstechnologie gibt es immer neue Begriffe, zum Beispiel die allseits beliebten NFTs oder auch die Roboter mit ihrer künstlichen Intelligenz, die dazu führen, dass man gar nicht mehr so einfach sagen kann, was alles eine Sache – ein Objekt – ist, und wer alles eine Person ist.

Ich lasse das einfach mal so stehen, OK?

Werte oder Vermögen?

Was nützt mir der beste Wert, wenn ich nicht über ihn verfügen kann? Wenn er für mich keinen Nutzen hat? Was nützen mir die besten Menschenrechte, wenn sie in meiner Heimat nicht zur Verfügung stehen? Was nützen mir Rechte generell, wenn es in meiner Heimat keine Rechtssicherheit gibt?

Wegen dieser Überlegung bin ich der Meinung, dass die Menschenrechte in Europa nur dann ein echtes „Asset“ darstellen, wenn sie von den europäischen Staaten auch tatsächlich umgesetzt und geschützt werden und werden können. Wenn die Menschenrechte also tatsächlich Teil des Volksvermögens sind.

Wenn hingegen ruchbar wird, dass die Menschenrechte tatsächlich gar nicht geschützt werden können in Europa, dann sinkt das immaterielle Volksvermögen und damit auch der Wert des Euro, was sich in einer Inflation äußert.

Zur Erinnerung

Zitat aus https://de.wikipedia.org/wiki/Vermögen_(Wirtschaft):

[…]In den Wirtschaftswissenschaften ist Vermögen (englisch assets) der in Geld ausgedrückte Wert aller materiellen und immateriellen Güter, die im Eigentum einer Wirtschaftseinheit stehen.[…]

Den Wert eines Vermögens stellt der Eigentümer selbst fest (z.B. indem eine AG ihre Bilanz veröffentlicht), der Markt reagiert darauf, indem z.B. der Aktienkurs einer AG sinkt oder steigt, das entspricht der externen, also sozusagen „objektiven“ Bewertung der Assets.

Europa wird zum Beispiel objektiv bewertet, indem der Euro sinkt oder steigt.

Den tatsächlichen, also objektiven, Wert eines Vermögens findet man erst dann, wenn man das Vermögen veräußern muss, also durch die Gesetze von Angebot und Nachfrage.

Meint

Euer Christoph


Die Liebesfalle

März 12, 2022

Wie ich bereits im siebenten Büchlein erörtert habe, wollen wir Men­schen geliebt werden.

Die Liebe ist die größte Stärke des Menschen, aber auch seine größte Schwäche.

Weil wir Angst vor dem sozialen Tod haben, haben wir auch Angst davor nicht geliebt zu werden.

In unserer Angst tun wir dann die verrücktesten Sachen – das ist der „Unsinn des Gewissens“. Und eigentlich ist es auch der Ursprung des Bösen.

Wie meine ich das?

Nun, man sagt das grundlegendste, das ursprünglichste und das erste Bedürfnis jedes Menschen sei es, angenommen zu sein, wie man ist. Also geliebt zu werden, ohne sich anbiedern zu müssen.

Wenn dieses Bedürfnis nicht befriedigt wird, vor allem nicht von den Eltern, dann reiten wir in unserer Verzweiflung von einer Trotzphase in die nächste.

Wir machen verrückte Purzelbäume, schneiden uns nicht die Haare, waschen uns nicht und fangen an zu stinken, nehmen Drogen, schwänzen die Schule und drohen damit unser Leben wegzuwerfen, solange, bis dieses grundlegendste aller Bedürfnisse erfüllt wird.

Aber ich darf nicht ungerecht sein. Die Strategie, die ich soeben beschrieben habe, die „Strategie des Trotzes“, wird nicht von jedem Kind oder Jugendlichen verfolgt.

Manche, vor allem schwache Charaktere, wählen auch den „Weg der Anpassung“. Sie erkaufen sich die Anerkennung, indem sie sich selbst verbiegen. Und bringen sich selbst um die Befriedigung des grundlegendsten aller Bedürfnisse.

Das sind die wirklich unglücklichen, also bösen Charaktere.

Die Mitläufer, die Denunzianten, die mit den Wölfen heulen und die das „Fahrradfahren“1 beherrschen.

Das ist der „Unsinn des Gewissens“ in Reinkultur. Das ist die Grund­lage aller Neurosen und Psychosen und davon leben die Psychiater und Beichtväter seit Generationen.

Meint

Euer Christoph

1Fahrradfahren = nach oben buckeln und nach unten treten


Das ES-Gewissen

März 6, 2022

Wenn ein Kind geboren wird, dann lernt es die Leiden des Lebens am eigenen Leib kennen:

  • ICH habe Hunger
  • ICH fühle mich kalt
  • ICH fühle mich einsam

Am Anfang sind es diese ICH-bezogenen unangenehmen Gefühle, die uns sagen, was gut und was böse ist.

Und in den meisten Fällen müssen wir nur ein bisschen weinen – evtentuell schreien –, damit unsere unangenehmen Gefühle beseitigt werden. Wie werden ge“stillt“, damit wir eben still sind.

Irgendwann dann beginnen wir zu denken, wir lernen, dass die Mutter, der Vater auch Menschen sind, und dass wir von ihnen abhängig sind.

Der Mensch fürchtet eigentlich nur zwei Dinge:

  1. den physischen Tod,
  2. den sozialen Tod.

Diese Furcht vor dem sozialen Tod, dass die, von denen wir abhängig sind, uns nicht mehr mögen, diese Furcht führt zum ES-Gewissen.

  • ES wäre gut, wenn mich meine Eltern mögen
  • ES wäre gut, wenn meine Eltern reich und angesehen sind
  • ES wäre gut, wenn auf der Welt Frieden ist

Und so wird unser Gewissen von der Umwelt geformt, durch die Menschen, von denen wir abhängig und auf die wir angewiesen sind.

Das ist die Basis für den Unsinn des Gewissens.

Meint

Euer Christoph


Von Sinn und Unsinn des Gewissens – II

März 6, 2022

Nun habe ich tatsächlich begonnen, das 14. „kleine religiöse Büchlein“ zu schreiben (alle bisherigen findet man hier: https://letztersein.com/kleine-religiose-buchlein).

Zumindest die Einleitung ist schon fertig:

Von Sinn und Unsinn des Gewissens

Haben wir das Recht, über unser Gewissen zu urteilen?

Sinn und Unsinn des Gewissens festzustellen?

Ist es nicht das Gewissen, das über uns urteilt, statt umgekehrt?

Ist nicht das Gewissen die allerletzte Instanz, die über Gut und Böse entscheidet?

Nun, diesen Fragen sollten wir auf den Grund gehen.

Beginnen wir mit der Definition, die wir in der Schule gelernt haben:

Das Gewissen ist jene Fähigkeit der Vernunft, die es dem Menschen ermöglicht zu erkennen, was recht ist,
und es ist der Antrieb nach dieser Erkenntnis zu handeln.

Und da haben wir schon den Schlamassel:

Die Vernunft des Menschen ist irrtumsfähig.

Das heißt also, dass auch das Gewissen irrtumsfähig ist.

Wenn wir uns jetzt also in unseren moralischen und ethischen Bewertungen irren können, was ist nun der Maßstab, den wir anlegen können?

Wonach sollen wir uns richten?

Wo ist unser Leuchtturm, unser Kompass, unser Navi?

Was ist die Wahrheit, der wir folgen sollen?

Ich möchte versuchen, diese Fragen in diesem „kleinen religiösen Büchlein“ ein wenig zu ventilieren.

Lieber Leser, liebe Leserin, Du mußt mir nicht glauben, trotzdem wünsche ich Dir, daß Dich das Büchlein anrege und begleite.

Meint

Euer Christoph


Von Sinn und Unsinn des Gewissens

Februar 20, 2022

Liebe Leser und Leserinnen,

Nun habe ich mir also tatsächlich vorgenommen, ein 14. „Kleines religiöses Büchlein“ zu schreiben, ein Büchlein über „Sinn und Unsinn des Gewissens“.

Was meine ich damit?

Nun, Gewissen „bewertet“. Vor allem bewertet es uns selbst.

Das heißt, es vollführt eine Transformation, die aus komplexen Lebenssituationen einen binären skalaren Ausdruck extrahiert, der nur zwei Werte annehmen kann: „gut“ oder „böse“ bzw. „ich fühl‘ mich gut“ oder „ich fühl‘ mich schlecht“.

Also ein Bit, ein binary digit.

Manche Menschen denken auch in Graustufen und kennen die Werte „sehr böse“, „ziemlich böse“, „einigermaßen böse“, „ein bißchen böse“, „kaum böse“, „neutral“, „kaum gut“, „ein bißchen gut“, „einigermaßen gut“, „ziemlich gut“ und „sehr gut“.

Anmerkung: von Regenbogenfarben reden wir (noch) nicht, obwohl es gerade hier angebracht wäre 😉

Und zuletzt hatten wir uns mit einem skalaren Zahlenwert beschäftigt, mit dem der Markt einen Haushalt bewertet, nämlich mit der sogenannten „Wertschöpfung“.

Aber dann sind wir dahintergekommen, dass Wertschöpfung im üblichen Sinn eigentlich nur im Zusammenhang mit der Wertschöpfungskette der Produktionseinheiten einen Sinn ergibt. Eine „gesamtmenschliche Wertschöpfung“ oder eine „weltwirtschaftliche Wertschöpfung“ ergibt beim besten Willen keinen Sinn (siehe Beispiele 1: Wertschöpfung), wenn man die übliche Definition der Wertschöpfung zugrunde legt:

Wertschöpfung = Produktionsergebnis – Vorleistungen
(Satz B1a-1)

Wir werten das als Hinweis, dass der Sinn des Lebens sicher nicht in der Produktion und im Konsum begraben liegt. Sinnlose Produktion oder sinnloser Konsum mag zu gewissen lokalen Wertschöpfungen beitragen, aber sie „bringen die Menschheit insgesamt nicht weiter“.

All das wird im 14. Büchlein zu ventilieren sein, doch möchte ich diesmal noch ein wenig den Begriff der Wertschöpfung aus Sicht des beliebten alleinerziehenden Softwareentwicklers in einer Großstadt detaillierter betrachten.

Unser Softwareentwickler ist also in der R&D Abteilung irgend eines Unternehmens angestellt, diese Abteilung verkauft eine Arbeitsstunde unseres Softwareentwicklers um 80 € an andere Abteilungen (die 80 € sind also ein „interner Stundensatz“).

D.h. also, unser Softwareentwickler verursacht durch seine Arbeit (genau genommen durch seine Anwesenheit 🙂 ) bei seinem Chef einen Umsatz von 80 Einheiten.

Anmerkung: hier gilt Bruttoumsatz (BU) = Nettoumsatz = 80 Einheiten, weil ja für die interne Weitergabe meiner Arbeitsleistung im Unternehmen keine Umsatzsteuer verrechnet wird. Das ist auch gerechtfertigt, weil ja (fast) kein Transport der Leistung nötig ist. Die Umsatzsteuer dient ja im Allgemeinen dazu, die externen Kosten des landesinternen Gütertransports (Umweltschäden u. dgl.) abzudecken.

Nach Abzug des „gesamten Overhead“ (GO) bleibt für unseren Softwareentwickler ein Nettogehalt (NG) von 17 Einheiten.

Abb. B1a-1: Sicht des Programmierers (oben) /
Sicht des Arbeitgebers (unten)

Was dieser gesamte Overhead (GO=63) bedeutet, das wollen wir jetzt ventilieren.

GO aus Sicht des Softwareentwicklers

Aus Sicht des Softwareentwicklers ist der Nettogehalt (NG = 17 Einheiten) der Gegenwert für seinen persönlichen Beitrag zur Gesamtproduktion (ich würde ihn als „persönliche Wertschöpfung (PWS)“ bezeichnen).

Das, was ich als gesamten Overhead (GO = 63 Einheiten) bezeichne, ist aus seiner Sicht ein Maß dafür, wieviel äquivalente Dienstleistung durch seine Arbeit „ermöglicht“ *) wird.

Seine Arbeit „ermöglicht“ *) also die Finanzierung von insgesamt (NG + GO) / NG = 1 + GO/NG = 1 + 63/17 = 1 + 3.7 „äquivalenten Dienstleistern“ (inkl. seiner selbst).

Damit ist es also eigentlich eine „gemeinsame Anstrengung“, auf die er „den Schlußstein setzt“.

*) Eigentlich werden die Vorleistungen durch das Vertrauen darauf ermöglicht, dass sein Chef die Vorleistungen bezahlen wird. Dieses Vertrauen ist aber eng verknüpft mit dem Vertrauen, dass der Chef „jemanden hat“, der den Schlußstein auf die Vorleistungen setzen wird.

Der Erwerbstätige fühlt also umso mehr Stolz in seiner Brust, je kleiner die persönliche Wertschöpfung (PWS), bezogen auf den Bruttoumsatz (BU), ist, und er selbst und seine Familie trotzdem noch leben können (m.a.W. je mehr Umsatz er verursacht, und deswegen immer noch genug verdient, obwohl er möglichst wenig leistet).

Sollen wir uns vom Stolz leiten lassen? Das wäre noch zu ventilieren.

Recht auf Arbeit vs. Recht auf Arbeitsplatz

Im Artikel „Verortung des Ressourcenumsatzes“ (siehe HIER) hatte ich eine – etwas launige – Abhandlung gehalten, die versuchte die Begriffe „Arbeitgeber“ und „Arbeitsplatzgeber“ gegeneinander abzuwägen:

[…]In der allgemeinen Deklaration der Menschenrechte kann man im Artikel 23 lesen:

Artikel 23 (Recht auf Arbeit, gleichen Lohn)

  1. Jeder Mensch hat das Recht auf Arbeit, auf freie Berufswahl, auf gerechte und befriedigende Arbeitsbedingungen sowie auf Schutz vor Arbeitslosigkeit.[…]

Nun, dem ist nichts hinzuzufügen. Außer…… Ja, ich weiß ich bin ein i-Tüpferlreiter, aber eigentlich will ich kein „Recht auf Arbeit“, sondern ein „Recht auf einen Arbeitsplatz“.

Warum?

Der Arbeitgeber ist eigentlich kein Arbeitgeber, sondern ein ArbeitsPLATZgeber. Der ARBEITgeber bin schon ich, weil ich ja meine Arbeit hergebe – und dafür einen Gehalt bekomme.

Den ArbeitsPLATZ gibt aber der Unternehmer, und ich muss dafür bezahlen!

Warum muss ich für meinen ArbeitsPLATZ bezahlen?

Nun, aus meiner Sicht ist der Bruttoumsatz (BU) der Wert meiner Arbeit, unter der Voraussetzung, dass ich sie auf diesem Arbeitsplatz verrichte.

Ich kann den Wert GO (gesamter Overhead) also mit gutem Gewissen als die „Miete für meinen Arbeitsplatz“ interpretieren.

Der Chef meiner Abteilung stellt mir diesen Arbeitsplatz zur Verfügung, ich stelle meine Fähigkeiten und meine Arbeit zur Verfügung, gemeinsam erwirtschaften wir damit den Bruttoumsatz (BU).

Mein Anteil am Bruttoumsatz (BU) – nachdem die Kosten für den Arbeitsplatz abgezogen worden sind – ist der Nettogehalt NG (übers Jahr gerechnet, nach Steuerausgleich).

Darum ist es in meinem Interesse, dass der Arbeitgeber den Arbeitsplatz – auch mit meiner Hilfe – möglichst effizient gestaltet, was die Kosten für die Vorleistungen betrifft, damit mehr für mich übrig bleibt.

Man müßte also die Menschenrechte umformulieren:

Nicht das „Recht auf Arbeit“ sollte vom Staat gesichert werden, sondern das „Recht auf leistbare Arbeitsplätze“, dieses „abgestimmt auf die Lebenssituation der Einwohner und Einwohnerinnen“.

GO aus Sicht des Arbeitgebers / aus Sicht des Marktes

Für meinen Chef steht die Gesamtwertschöpfung der R&D Abteilung im Vordergrund, das sind in unserem Beispiel *) die gesamten Personalkosten:

  • PK = LK + IPVL
  • LK = Lohnkosten der internen Produzenten (inkl. Steuern und Sozialabgaben)
  • IPVL = Lohnkosten der internen Vorleister (inkl. Steuern und Sozialabgaben)

Unter der Voraussetzung, dass alle Beteiligten inkl. des Staates kostenoptimal arbeiten, sollte diese Gesamtwertschöpfung möglichst groß sein im Vergleich zu den externen Vorleistungen EPVL, um die Abhängigkeiten von externen Vorleistern klein zu halten.

Ausgenommen von dieser Regel sind Vorleistungen, die der Arbeitgeber selbst nicht so effizient (also kostengünstig) verrichten KANN, wie andere Wirtschaftseinheiten.

Solche Vorleistungen SOLLTE man – unter Berücksichtigung des Verursacherprinzips und unter Berücksichtigung des Prinzips von der gerechten Entlohnung – an unternehmensinterne, andere private oder öffentliche Dienstleister auslagern.

*) Wir gehen davon aus, dass unsere R&D Abteilung kein nennenswertes Vermögen besitzt. Damit hat sie auch keinen Anteil am Eigenkapital und muss keinen Reingewinn an die Eigentümer abliefern (als Rendite für das Kapital). Sie muss auch keine Abschreibungen für Sachvermögen finanzieren und um die Rechte kümmert sich die – zentrale – Patentabteilung. Im Gegenzug ist dafür der „interne Stundensatz“ ziemlich „mager“ ausgefallen.

Für unseren Softwareentwickler heißt das also

Im folgenden die Vorleistungen, die für unseren Software-Entwickler sichtbar sind. Alles, was ich hier vergessen / übersehen habe, bitte mir nachzusehen.

  • Öffentliche Vorleistungen (ÖVL)
    Anmerkung: wenn man die Länge der folgenden Liste mit der Größe des Balkens ÖVL in Abbildung B1a-1 vergleicht, sieht man die Effizienz, mit der die öffentlichen Dienstleister hier arbeiten
    • Arbeitnehmerbeiträge (ANB)
      • Pensionsversicherung
      • Arbeitslosenversicherung
      • Krankenversicherung
      • Arbeitsgesetz – Rechtssicherheit
      • Arbeiterkammer
      • gratis Bildung und Ausbildung bis zum Eintritt
      • Straßen für die Fahrt zur Dienststelle
      • Öffentlicher Verkehr zur Dienststelle
      • etc.
    • Arbeitgeberbeiträge (AGB)
      • gut gebildete/ausgebildete Jobanfänger und Quereinsteiger
      • Verschiedene Infrastruktur
        • für Dienstreisen
          • Straßen
          • Öffentlicher Verkehr
        • für Telekommunikation
          • Telekom Control (Rechtssicherheit)
      • Rechtssicherheit
        • Arbeitsverträge
        • Patente
        • Markenrechte
      • Wirtschaftskammer
      • Öffentliche Sicherheit
      • Sicherung des sozialen Friedens
      • etc.
  • Externe private Vorleistungen (EPVL)
    • Raummiete für das Büro
    • Strom, Hausmeister, Empfang etc.
    • Geleasedter Laptop
    • Geleasedte Monitore
    • IT Infrastruktur
  • Externe Vorleistungen im selben Unternehmen
    Anmerkung: diese sind „durch die Niedrigkeit des internen Stundensatzes“ bereits berücksichtigt
    • Reingewinn für die Eigentümer (inkl. Gewinnsteuer)
    • Vorstand, Aufsichtsrat
    • höheres Management
    • IT Support
    • HR Management
    • Patentabteilung
    • etc.
  • (Abteilungs)interne Vorleistungen (IPVL)
    • internes Management (LK für den Chef)
    • Teamleitung (LK für die Teamleiter)
    • Meine unproduktiven Stunden (Trainings, Administrative Tätigkeiten)

Meint

Euer Christoph