Von der Identität

Juli 7, 2017

Einmal hat mir jemand einen Text vorgelesen – ich weiss nicht, ob dieser Text noch auffindbar ist –, der handelt von einem Menschen und seinem Rasenmäher.

Die Beziehung zwischen dem Menschen und seinem Rasenmäher ist eine Langzeitbeziehung, und so geschieht es, dass Teil für Teil kaputt wird, zuerst der Gashebel, dann das Bremskabel und zu guter letzt die gesamte Blechabdeckung. Nach und nach werden alle Teile durch Ersatzteile ausgetauscht.

Zum Schluss fragt man sich: „Ist es immer noch der Rasenmäher jenes Menschen, von dem wir lesen? Ist der Rasenmäher <derselbe> geblieben, oder handelt es sich bereits um eine neue <Identität>?“

Genauso ist es bei einem Auto. OK, dort ist es einfacher, dort gibt es eine eindeutige Fahrgestellnummer und eine Motorblocknummer.

Aber was ist in der Quantenphysik? Kann man einzelne Elektronen voneinander unterscheiden? Redet man nicht von einem diffusen „Elektronengas“ oder von schwer vorstellbaren „Quantenzuständen“? Bleibt ein Atom immer dasselbe? Kann man Atome – zumindest theoretisch – durchnummerieren und ihnen so eine Identität verleihen?

In der Informatik. Gestern habe ich ein Erlebnis dieser Art gehabt. Habe in einem Dokumenten­verwaltungssystem ein Dokument angelegt und einen Link darauf per e-mail verschickt. Weil mit dem Template etwas nicht gestimmt hat, habe ich das Dokument nochmal gelöscht und unter demselben Namen neu angelegt.

Trotzdem konnten die Kollegen über den Link nicht auf das Dokument zugreifen, da es vom System eine neue ID bekommen hatte.

Das ist auch schon der Unterschied zwischen „Name“ und „ID“. Ein „Name“ muss nicht eindeutig sein – verschiedene Objekte können denselben Namen haben –, eine „ID“ ist im ganzen System eindeutig – ein und dasselbe Objekt gibt es nur ein einziges mal, von seiner Entstehung bis zu seiner Vernichtung.

Aber ist der Begriff der Identität nicht eine „Vermenschlichung der Natur“? Ist das nicht nur eine Sache, die der Mensch den Dingen „überstülpt“? Lässt sich der Begriff der Identität aus Natur­ge­setzen herleiten? Aus der Quantentheorie? Oder ist das nicht reine Philosophie, gar Theologie?

Damit will ich mich jetzt ein wenig auseinandersetzen.

Meint

Euer Christoph


Brief an meine Tochter – 2017-05-25

Mai 28, 2017

Betreff: SrrTrains – die ganze Geschichte – aus heutiger Sicht

Liebe C.!

Begonnen hat die ganze Geschichte damit, dass ich

a) im Zuge meiner Diplomarbeit (1993 – 1997) draufgekommen bin, dass man mit Hilfe von GPS Uhren hochgenau synchronisieren kann
b) eine Fernsehdokumentation über die F-117A (den ersten Tarnkappenbomber „Night Hawk“) gesehen habe

Beides zusammengenommen war ich dann der Meinung, dass sowohl GPS als auch TCP/IP (das Internet) nur deswegen erfunden worden sind, damit der Tarnkappenbomber fliegen kann (technische Details kann ich Dir gerne erklären, im Prinzip geht es um „bistatisches RADAR“).

Also hatte der Tarnkappenbomber (der in meiner Phantasie mit der Metapher „Darth Vader“ gleichgesetzt wird) zwei Kinder, nämlich GPS (Leia) und TCP/IP (Luke). Das ist natürlich nur eine Metapher.

Weil mir niemand bestätigen oder widerlegen konnte, ob ich recht habe, war das eine sehr anstrengende Zeit – Du musst Dir vorstellen, Du hast etwas Grundlegendes entdeckt, aber niemand bestätigt oder widerlegt es, alle gehen aber davon aus, dass Du verrückt bist, insbesondere Deine Frau.

Nun kam ich dahinter, dass Darth Vader noch ein drittes Kind gehabt haben könnte: was wäre, wenn die 3D Graphik auch ein Kind der Tarnkappentechnologie wäre? Technische Details auf Nachfrage.

Das führte im Jahr 2000/2002 zur Erfindungsmeldung DIGITS. Siemens hat mir diese Erfindung dann freigegeben. Da Siemens nicht wusste, wie man damit Geld machen soll, haben sie mir die Verantwortung umgehängt. Damals gab’s noch kein Google Earth, aber wie ich später nachgelesen habe, war es bereits in Entwicklung.

Ausserdem bekam ich den Hinweis, dass ich nicht immer nur an die F-117A denken soll, sondern auch an Drohnen (und Roboter).

Dann habe ich die „Zifferngeschichte“ (Geschichte von DIGITS) geschrieben.

Im Jahr 2005 (Einstein’s Jahr!) war die Ideenfindung für die Idee DIGITS abgeschlossen, das ich immer noch mit mir herumtrage.

Im Jahr 2007 habe ich mein erstes Blog begonnen, weil ich gefühlt habe, dass ich über diese Idee veröffentlichen MUSS (Web 2.0 kam mir damals zu Hilfe).

Dann habe ich die Zifferngeschichte veröffentlicht und begonnen die Erzählung (genau genommen die „Drehbuchskizzen“) „Das dritte Kind“ zu schreiben.

Bei Siemens habe ich 2007 die Idee „SIMULRR“ abgegeben, die zu Ostern 2008 freigegeben worden ist (auch hier wollte Siemens nicht die Verantwortung übernehmen).

Zu Ostern 2008 habe ich mit dem X3D Hobby begonnen – zuerst mit einem Rollercoaster Projekt.

Frühling 2009 war ich sicher, dass man X3D für die virtuelle Modelleisenbahn verwenden kann und habe mit dem „SrrTrains v0.01“ Projekt begonnen.

März 2010 musste ich die Firma wechseln (das hat sich schon 2009 abgezeichnet). März 2010 war auch die „erste LAN Party“ des SrrTrains v0.01 Projekts.

Dann kam noch die Idee dazu, die „unteren Schichten“ von SrrTrains „zu begraben“ (eine Schicht tiefer zu legen) – das ist SMUOS – und es kam die Idee dazu, die virtuelle Multiuser Szene mit der „real reality“ zu verbinden (SMS = Simple Multiuser Scene).

Das Blog erstersein.wordpress.com wurde von zweitersein.wordpress.com abgelöst, als ich begann, den zweiten Teil des „dritten Kindes“ zu schreiben. Das dritte und letzte Blog heisst jetzt letztersein.wordpress.com.

Es gibt eine Master-Page, das ist die „Page der ignatio-franziskanischen Revolutionsassistenten“, die ich halb im Scherz und halb ernsthaft gegründet habe

https://letztersein.wordpress.com/die-projekte/

Ein paar inoffizielle Dinge findet man auf http://members.chello.at/christoph.valentin

Jetzt aber ein großes Danke, dass Du diese E-Mail zuverlässig aufheben wirst, und stress Dich nicht beim Lesen, Du hast alle Zeit der Welt 🙂

Bussi
Papa


Ergebnissicherung

Oktober 4, 2014

Schon in einer der ersten DG-Stunden hat uns unser DG-Lehrer die sogenannte „Ergebnissicherung“ ans Herz gelegt.

Also: wenn Du im Gang einer Konstruktion durch Schneiden zweier Linien einen Punkt gefunden hast, dann mach‘ doch bitte ein Kringel drum und gib‘ dem Punkt einen Namen.

Und in der Naturwissenschaft ist es ähnlich. Nicht jeder von uns muss den gesamten „Gang der Konstruktion“ nachvollziehen, nicht jeder muss in die Archive gehen, und nachschauen, was denn Lorentz, Einstein und wie sie alle heissen, tatsächlich geschrieben haben.

Nein, zum Beispiel die „Konstanz der Lichtgeschwindigkeit“ (also, dass die Lichtgeschwindigkeit vom Bewegungszustand des Beobachters unabhängig ist) ist eine „gesicherte Erkenntnis“, und man muss diese Erkenntnis nicht gleich wieder über Bord werfen, nur weil da einer schreit: „Glaub‘ ich nicht“.

Etwas anderes wäre ein experimenteller Befund bzw., wenn man eine noch einfachere Erklärung gefunden hätte. Das wäre was. Aber das ist nicht.

Meint
Euer Christoph