Vom Souverän und seiner Macht

Dezember 3, 2022

Liebe Familie, Freunde und Kollegen,

Einige male schon habe ich Euch belästigt mit dem Begriff der „Internalisierung externer Kosten“, bekanntlich einem roten Tuch für Neoliberalisten.

Aber worum geht es eigentlich?

Einerseits ist da die Philosophie des Liberalismus, die von der Freiheit des Individuums ausgeht.

Das Individuum dürfe tun und lassen, was es wolle, denn durch den Widerstreit der Kräfte, durch die Evolution (survival of the fittest) und durch die Gesetze von Angebot und Nachfrage, also durch alle diese weisen Naturgesetze, die man normalerweise als „der freie Markt“ bezeichnet, werde sich sowieso ein Gleichgewicht einstellen, welches für eine leidliche Weiterexistenz der Menschheit sorge, soweit diese im Interesse des Planeten liege.

Wenn es für den Planeten besser sei, dass die Menschheit aussterbe, auch gut, sagt der Neoliberalist, dann ist das eben unser Schicksal. Eigentlich ist das die Philosophie des Materialismus, die dem Geist keinerlei Entscheidungskompetenz einräumt.

Andererseits ist da die Philosophie, die davon ausgeht, dass es immer einen Souverän gebe, der die Freiheit des Individuums aufgrund seiner Eigenschaft als Souverän beliebig einschränken dürfe. Meist wird diese Einschränkung durch einen Verweis auf das Gemeinwohl gerechtfertigt.

Eigentlich ist das die Philosophie des Idealismus, die davon ausgeht, dass der Geist dazu in der Lage sei, die Umstände so zu beeinflussen, dass sich eine Verbesserung ergebe.

Die „Internalisierung externer Effekte“ ist nun ein Eingriff in die Freiheit des Individuums, den der Souverän anordnet, weil die externen Kosten eben nicht der Allgemeinheit angelastet werden – so wie es der Neoliberalismus fordert – sondern dem Verursacher – so wie es das Verursacherprinzip fordert.

Wir sehen schon, wir kommen hier in die alte Diskussion zwischen dem Begriff der Vorsehung und dem Begriff der Willensfreiheit, die noch immer nicht endgültig entschieden ist – und hoffentlich im Leben nicht endgültig entschieden werden wird.

Und wir kommen zu der Frage, ob das Individuum Verantwortung tragen kann, und inwieweit die Verantwortung dem Individuum vom Souverän abgenommen wird.

Alles alte – uralte – Streitfragen, die nie im Leben endgültig entschieden werden, aber wir können meditieren, wie wir uns den Souverän denn vorstellen.

Dazu hatte ich vor einiger Zeit schon einen Beitrag geschrieben:

Aus christlicher Sicht kann es nur einen einzigen wirklichen, absolut herrschenden, Souverän geben, und das ist Gott, der Vater, der Sohn und der Hl. Geist.

Trotzdem machen wir im Leben die Erfahrung, dass die Souveränität im Sinne einer Hierarchie auf viele Instanzen aufgeteilt ist:

  1. auf die Engel und Dämonen, die nicht so furchterregend sind wie ER
  2. auf die Naturgesetze, deren Erforschung sich die Naturwissenschaft widmet
  3. auf besonders begabte Menschen, die sich einer NATÜRLICHEN Autorität bedienen
  4. auf die Kirche, der ER seinen Hl. Geist gesandt hat
  5. auf Eltern und Ehepartner
  6. auf Lehrer
  7. auf Persönlichkeiten der Politik, der Iurisdiktion, des Managements und sonstiger Haushaltsführung

Manchen meiner Leser wird nicht gefallen, dass ich Politik und Management erst an die letzte Stelle setze, anderen Lesern wird nicht gefallen, dass ich Engel und Dämonen über die Naturgesetze stelle, wieder anderen Lesern wird nicht gefallen, dass ich besonders begabte Menschen (sog. Propheten) ÜBER die Kirche stelle, und den Lehrern unter meinen Lesern wird nicht gefallen, dass ich die Eltern höher setze.

Na ja,

Jedenfalls eine schöne neue Woche

Euer Christoph

P.S.: ich glaube, dass meine Liste ziemlich vollständig ist, bin aber für Anregungen immer noch dankbar


Von der drohenden Weltregierung

November 20, 2022

Liebe Leser!

Gestern Nacht hatte ich eine angeregte E-Mail Diskussion mit meinem Freund „B“. Und zwar über ein Thema, das ich mit einem Newsletter an meine engsten Vertrauten begonnen hatte.

Vom Thema „Internalisierung externer Kosten“ kamen wir über die COP27 Konferenz recht schnell zum Thema „Weltregierung„.

Natürlich gäbe es einige Themen, bei deren Bewältigung eine demokratische Weltregierung, ein demokratisches Weltparlament und ein demokratischer Weltgerichtshof ganz praktisch sein könnten, also zum Beispiel die Themen

  • Weltraummüll,
  • Weltmeere,
  • Weltklima,
  • Ungleiche Verteilung des Vermögens (Kartelle, Weltmonopole) und
  • Steueroasen.

Jedoch ist eine Weltregierung unter den derzeitigen Randbedingungen eher eine bedrohliche Vorstellung, meint mein Freund „B“ (der mir erlaubt hat, diese Diskussion hierher zu kopieren).

Aber lest selbst:

A

Liebe Familie, Freunde und Kollegen,

Jetzt hat man sich also doch auf einen Fonds geeinigt, mit dem die Umweltkosten auf eine gerechte Art und Weise verteilt werden sollen. Dass da noch viel zu verhandeln sein wird, und dass es nie 100%ig gerecht zugehen kann, ist auch klar, aber es ist ein erster, zaghafter Schritt in die richtige Richtung.

Aber worum geht es eigentlich?

Es geht um die sogenannte „Internalisierung externer Kosten„, ein rotes Tuch für alle Neoliberalisten, weil es eben gerecht wäre.

(Und es wäre auf keinen Fall angenehm für uns Österreicher, Mitglieder der ersten Welt, wenn man diese Gerechtigkeit WIRKLICH umsetzte).

Was das ist, diese „Internalisierung externer Kosten“, habe ich im August ’21 versucht in folgendem Artikel zu erklären:

Kurz gesagt, geht es darum, dass der Souverän (in einer Demokratie sind das wir, das Volk) im Sinne eines Schadenersatzes Umweltschäden mit Kosten belegt, und Handeln, das für die Umwelt nützlich ist, belohnt.

Auch die Kirche begründet im Katechismus (KKK) den Umweltschutz mit dem siebenten Gebot „Du sollst nicht stehlen“, weil wir ja unseren Kindern die nötigen Ressourcen stehlen, wenn wir die Umwelt zerstören.

Meiner Meinung gibt es drei Möglichkeiten für eine einigermaßen gerechte Internalisierung externer Kosten:

1) Ein Umweltgericht, bei dem man Umweltsünder auf Schadenersatz klagen kann

2) Die Kommunalisierung der Umwelt: Der Souverän (die res publica) belegt Ressourcenumsätze mit Steuern bzw. Subventionen

3) Wissenschaftliche Steuerung: Ressourcenumsätze werden mit Hilfe des Strafgesetzbuches, mit Geboten und Verboten, gesteuert Lg,

CP/V

B

Es ist KEIN Schritt in die richtige Richtung. Es geht um die komplette Zerstörung Europas. Was sollen denn die Entwicklungsländer mit dem Entwicklungs – Geld machen, wenn es keine Industrie mehr gibt, bei der man was um das Geld kaufen kann? Das Geld wird in korrupten Kanälen versickern, und Billyboy und co werden sich ihren Anteil holen. Du schaust zu viel ORF.

A

Ich glaube, wir müssen größer denken: jetzt, wo wir beginnen, den Mond zu besiedeln, ist die Tür offen für eine Weltregierung (mit der Option auf Asyl am Mond).

Dieser Fond ist das allererste „Weltbudget“.

Mal quergedacht.

Lg
Christoph

B

Jaja, die Weltregierung mit Soros und Gates als allesbesitzende Sklavenhalter. Die Sklaven, das ist die Menschheit.

A

Gefahr erkannt, Gefahr gebannt.

Wir müssen halt darauf bestehen – und dafür auf die Straße gehen – dass die Weltregierung nur mit UNO Mandat handeln darf

B

Die UNO, WEF und WHO ist doch längst unter der Kontrolle der Satanisten/Philanthropen. Wir brauchen das genaue Gegenteil: Direkte Demokratie, Regionalität, und vor allem Bekehrung zu Christus.

LG!

A

Hallo B,

1) Sei mir nicht böse, aber wenn es um Weltpolitik geht, und auch um Regionalismus, dann KANNST DU DAS MIT DER BEKEHRUNG ZU JESUS CHRISTUS DOCH NICHT ERNST MEINEN.

Katholizismus ist das glatte Gegenteil von Regionalismus.

Und glaubst Du wirklich, dass Du Frieden stiftest, indem Du versuchst, alle Muslimen von Staats wegen zu bekehren?

Nein, es müsste heißen Rückkehr zur Spiritualität und zu den eigenen Wurzeln.

2) Der Begriff Regionalität ist mir zu schwammig, ich nehme an Du meinst Föderalismus?

3) Und wie Du das Klimaproblem oder den Weltraummüll mit direkter Demokratie in den Griff kriegen willst, das mußt Du mir auch erstmal erklären.

Sorry, diesmal ist Deine Antwort nicht durchdacht (was sehr selten vorkommt).

Lg
Christoph

B

Doch, meine Antwort WAR ERNST GEMEINT. Schau dir doch die Welt an, wie sie durchdreht! Weltkriegsgeile Wahnsinnige, nationalsozialistische Wokisten, plündernde Philanthropen! Natürlich brauchen wir Bekehrung! Oder erwartest du dir das Heil vom Klaus Schwab?? Von einer satanischen Weltregierung??

Natürlich meine ich mit Bekehrung, dass man bei sich selber anfängt. Ausserdem meine ich das direkte Eingreifen Gottes, nichts anderes wird uns mehr retten bzw hat uns je gerettet.

Wüsste auch gerne wo ich „Bekehrung von Staats wegen“ geschrieben hätte?! Glaubst du, ich erwarte mir von Baerbocks, Habecks und Konsorten irgend etwas? Warum unterstellst du mir etwas, das ich nicht gesagt habe?

ad 3) Wir wissen nicht einmal, ob das Klimaproblem existiert. Wie viel ORF siehst du pro Tag? Glaubst du diesem Dauergelabere wirklich noch?

ad „Bekehrung der Muslime“: Im letzten müssen auch diese zu Christus bekehrt werden. Jeder, der den Glauben ernst nimmt, kann nichts anderes dazu sagen. Aber ich weiß schon, es hört sich gefälliger an, wenn man auf der großen „ich verstehe eh alle“-Toleranz-Schiene mitschwimmt, die inWirklichkeit nur billiger Relativismus ist. Und zugleich neokoloniales Denken. Der gute OnkelIn aus dem Westen, der alle Kulturen in seiner religionsübergreifenden „Toleranz“ inhaliert hat.

Was für eine Selbstgerechtigkeit! Diese Seifenblasenphilosophie, so gut kenne ich dich, entspringen aber nicht deinem genuinen Denken, sondern der elenden Glotze.

Und natürlich ist die Regionalität DER Weg, zb das Klimaproblem zu lösen. Weniger Transportwege, kleinere Firmen, und, im geistigen Kontext: Abkehr vom globalistischen Größenwahn.

In einem gebe ich dir aber recht: Wir müssen tatsächlich auf die Straße gehen, und zwar gegen die Sünden, gegen die Abtreibung, gegen die Korruption, gegen die Kriegstreiber aus West und Ost, gegen die Sanktionen, gegen den woken Satansmoralismus, gegen die Mainstream Medien, für Regionalismus, für direkte Demokratie – und zwar auch EU- und UNO-weit, für den Datenschutz, gegen Zensur, für die Freiheit,

LG B

A

Servus,

Freut mich, dass Du mich immer noch ernst nimmst 🙂

Zum Thema Jesus Christus: ich glaube, ich bin da gar nicht so weit weg von Dir. Nimm zum Beispiel die Menschenrechte.

Wenn ich richtig informiert bin, dann sind die Menschenrechte auf dem Mist von Menschen gewachsen, die zu einem hohen Prozentsatz gläubige Christen waren.

Aber steht in den Menschenrechten, dass man alle Menschen taufen soll?

Mitnichten. Zu den Menschenrechten zählt auch die Religionsfreiheit.

Unter uns gesagt: die Religionsfreiheit ist die beste Voraussetzung, um an der Bekehrung zu Jesus Christus zu arbeiten, denn diese KANN nur ohne Zwang gelingen.

Aber das weißt Du eh.

Was die Regionalität betrifft, sind wir halt unterschiedlicher Meinung.

Kennst Du das Allmende Problem? Manche Dinge kann man nur zentral regeln, z. B. durch ein Monopol. Letzten Endes ist das auch der Grund, warum die Menschheit das Grundeigentum erfunden hat.

Wem gehören die Weltmeere?

Wem gehört das erdnahe Weltall?

Wem gehört das Weltklima?

In allen diesen Fällen darf es „nur einen geben“, sonst funktioniert das nicht mehr lange.

Lg,
Christoph

B

Noch einmal: Wenn ich von „Bekehrung“ schreibe, so rede ich ohnedies nicht von Menschenwerk. Aber doch von etwas, um das wir JEDEN TAG beten sollten. Natürlich will ich keine Zwangstaufen,ich bin ja kein Idiot. Aber ich wünsche mir eine Kirche, in der sich alle mutig zu Christus bekennen, ohne falsche Rücksichten, jedem „Standard“-Redakteur gefallen zu müssen. Die Zeit des relativierenden Schleimens muss vorbei sein.

Eine Weltregierung kann NUR dann Gutes tun, wenn es stabile Regionen gibt. Wenn das Fleisch und der Fisch aus der eigenen Gegend kommt. Dann reguliert sich auch der Markt in einer sinnvollen Weise. Oder glaubst du wirklich, dass die Multikulti-Ideologie, in der der Glaube verwässert werden soll, irgend ein Heil bringen kann? Dass es besser ist, Insekten zu fressen und Kunstfleisch, anstelle eines guten Steaks aus Niederösterreich? Glaubst du, dass die faschistische Gendersekte das Christentum ersetzen soll, so wie es Schwab und Gates und Soros mit ihrer Weltregierung vorhaben? Reicht dir das, was wir die letzten zwei Jahre gesehen haben, nicht? Nein, das sind Agenden der Feinde Gottes. Diese sind schlau, sie wissen, dass das Chaos ihren Machtbestrebungen nützt.

Damit geht das Thema „Weltregierung“ für mich absolut am Thema vorbei, wenn man nicht sagt, WAS das für eine Weltregierung sein soll. Klaus Schwab und Konsorten planen diese in ihrem Namen, und wenn es ihnen gelingt, wird es ein Zwischenreich des Antichristen sein. Ich werde mich dieser Weltregierung in keiner Weise anbiedern, auch nicht gedanklich.

Und ja, natürlich wären gewisse internationale Regulierungen nicht schlecht, aber nicht unter den Schergen des WEF und der momentanen UNO. Und noch einmal: Eine intelligente Regionalität würde 99% aller Regulationsgesetze überflüssig machen.

Also: mag sein, dass es nur „Einen“ geben kann für manche Dinge. Aber diese „Eine“ DARF NICHT eine Weltregierung unter dem WEF (und nicht der mom. UNO) sein, NICHT eine Herrschaft des Antichrist, sondern es muss eine Regierung des Weltvolkes sein, und dieses muss ein Gottesvolk sein, und dafür gehe ich gerne auf die Straße (Freiheitsdemos, Demo für das Leben, Prozessionen).

Und noch einmal: 1100 namhafte Meteorologen haben sich gegen die momentane Klimahysterie ausgesprochen. Ihre Meinung wird aber unterdrückt, sie werden lächerlich gemacht. Erinnert uns das an was?

LG B

A

Guten Morgen,

So kann ich das jetzt stehen lassen.

Mir ging es in erster Linie um die Anerkennung des Allmende Problems aus den Wirtschaftswissenschaften und die Erkenntnis, dass es einige wenige Agenden gibt, die global geregelt werden müssen – aus wissenschaftlicher Sicht.

Ob gewisse Leute im WEF die Agenden Gottes verfolgen oder nicht, das kann ich nicht beurteilen. Hier werde ich mich gerne Deinem Urteil anschließen.

Lg

Yeti


Unser ausreichendes Brot gib uns heute

Oktober 1, 2022

Liebe Leser!

Eigentlich hatte ich vor fünf Minuten die Idee einen Artikel zu schreiben, mit dem Titel

Die Geheimniskrämerei und das BIP / BNE*),

weil ich eine Erkenntnis hatte.

Ist es nicht so, dass im BIP/BNE*) nur die wirtschaftlichen Vorgänge erfasst werden, für die es einen Geldfluß gibt? Genau genommen eigentlich nur jene Vorgänge, für die eine Rechnung gelegt wird?

Wenn man also am Dorf dem Nachbarn hilft, oder in der Stadt im Gemeindebau einem Mitbewohner, durch die sogenannte „Nachbarschaftshilfe“, oder wenn man innerhalb der Familie einander gute Dinge tut, dann geht diese wirtschaftliche Betätigung dem Finanzminister eigentlich „am Arsch vorbei“.

Diese sogenannte Schattenwirtschaft wird also nicht im BIP/BNE*) erfasst.

Heißt das, dass diese Art von Wirtschaft „böse“ ist?

Nein, natürlich nicht!

Wir müssen aber zugeben, dass das BIP/BNE*) nur bedingt ein Maß für den Fleiß eines Volkes ist. Es ist vielmehr ein Summenmaß für Fleiß UND Geldgier. Aber dazu ein andermal.

Wieso muss man eigentlich für Güter Geld bezahlen?

Ich muss an ein berühmtes Zitat eines mir bekannten Bauern denken: „Wir haben auf unserem Hof soviel Milch, dass wir sie sogar verkaufen!!

Der Produzent hat also einen Überschuss der Produkte, die er erzeugt. Er kann sie nicht alle selbst verbrauchen. Er MUSS sie verkaufen, damit sie nicht verderben.

Warum sollte ich also dem Produzenten etwas dafür geben, wenn er es eh los werden MUSS?

Na ja, solange er die Produkte nicht hergegeben hat (und ich sage bewußt nicht „verkauft“), kann er ja selbst entscheiden, wem er sie gibt. Und da wird er sie natürlich demjenigen geben, von dem er eine adäquate Gegenleistung bekommt. Wenn das nicht geht, wird er die Produktion drosseln und sich umorientieren (außer in der EU, dort wird er ja gefördert).

Weiters sind die Abnehmer ja in der schlechten Lage, dass sie einen Mangel an Milch haben, solange sie sie nicht gegen etwas eintauschen können, wovon sie selbst einen Überfluß haben (z.B. Geld).

Das sind also die banalen Gesetze von Angebot und Nachfrage, die übrigens auch in der Schattenwirtschaft gelten – nur sind dort die Gegenleistungen, die auch dort nach dem Prinzip „quid pro quo“ erbracht werden, nicht so offensichtlich.

Solange ein Dorfmitglied einigermaßen etwas zur Gemeinschaft beiträgt, wird man ihm auch immer wieder gerne aushelfen, wenn es etwas nicht so „auf die Reihe kriegt“.

Sind Lebensmittel beim Produzenten zu billig erhältlich?

Habe vor ein paar Tagen im Radio einen Bericht gehört, wonach weltweit 50% der genießbaren Lebensmittel einfach vernichtet werden, entweder während des Produktionsprozesses, oder während Transport, Lagerung und Verkauf, aber auch beim Konsumenten einfach im Müll landen.

Das erklärt sich natürlich durch die katastrophalen Agrarförderungen, die es zum Beispiel in der EU gibt. Das heißt, der Landwirt gibt seine Lebensmittel zu leichtfertig her, bzw. ist während der Produktion zu leichtfertig, weil er ja vom Verkauf der Lebensmittel nicht abhängig ist.

Eine Kartellbildung im Bereich des Handels tut das Übrige.

Meint

Euer Christoph

Informationsblockade

Wir haben also anhand der banalen Gesetze von Angebot und Nachfrage erkannt, dass Geld immer dann fließt, und dass damit das BIP/BNE*) gesteigert wird, wenn Überfluß auf Mangel trifft, und wenn diese Interessen am Markt ausgeglichen werden können.

Darum wird uns jetzt auch klar, warum folgende Ereignisse dem sogenannten Wachstum (also dem Geldwachstum) entgegen stehen:

  • wenn Güter zu billig hergegeben, evtl. sogar verschenkt**), werden
  • Gnade statt Gerechtigkeit
  • Kredite, die nicht zurückgezahlt werden müssen
  • Antworten, nach denen niemand gefragt hat
  • u.ä.

Man kann also eigentlich sagen, dass es ein sorgloser Umgang mit den irdischen Gütern ist, der dem sogenannten Wachstum nicht gerade hilfreich ist.

Es benötigt eine bestimmte Anspannung***), die ich aufbringen muss, um meine Bedürfnisse zu befriedigen.

Diese Anspannung, und der sorgsame Umgang mit den irdischen Gütern, bewirkt dann eine „florierende Wirtschaft“, in der Leistung und Gegenleistung harmonisch fließen.

Aber man kann den Bogen auch überspannen:

Wenn

  • sich die Produzenten zu einem Kartell zusammentun und ihre Güter künstlich verknappen,
  • sich die Vermögenden zusammentun und Geld künstlich verknappen,
  • Geheimnisse allzu streng gehütet werden,
  • o.ä.,

dann kann die Anspannung kippen.

Entweder in die Depression oder in die Agression, das ist bei jedem Menschen und bei jedem Volk unterschiedlich.

Meint

Euer Christoph

*) BIP/BNE = Bruttoinlandsprodukt / Bruttonationaleinkommen

**) Sozialleistungen zählen nicht zu dieser Kategorie

***) mit zunehmendem Alter darf diese Anspannung nachlassen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben

Gott, der liebende Vater

Uns wird oft vorgeworfen, dass wir mit dem Wort vom „lieben Gott“ den Ernst der Sache verharmlosen.

Stimmt.

Er ist kein „lieber“*) Gott, aber er ist der „liebende“ Gott.

Das ist ein Unterschied.

Trotzdem ist er offensichtlich nicht in der Lage, sich an die Gesetze von Angebot und Nachfrage zu halten, die er doch selbst erschaffen hat.

Alles, was wir von Gott erhalten, ist pure Gnade. Er hält mit keinem seiner Geheimnisse hinter dem Berg – Jesus hat uns alles verraten. Er sagt: „Bittet, so wird Euch gegeben werden“. Und er ist der ultimative Produzent aller irdischen Güter und Vermögenswerte, die er in ausreichendem Maße uns gratis zur Verfügung stellt (unter freier Mithilfe des Menschen, wenngleich seit dem Sündenfall mit einer gewissen Anspannung).

Was erwartet er dafür? Nichts.

Was könnten wir ihm geben? Nichts.

Ich befürchte, das BIP/BNE wird im Himmelreich gleich Null sein.

Meint

Euer Christoph

*) lieb im Sinne von harmlos


Unser tägliches Brot gib uns heute

September 25, 2022

Liebe Leser!

Seit einiger Zeit hatte ich die einzelnen Zeilen des Vater Unser ein wenig auf Weisheiten untersucht, die man innerhalb unseres Wirtschaftslebens verwenden könnte, um gute Entscheidungen zu treffen.

Kritik – Wirtschaft ist nichts Heiliges?

Bevor ich damit weitermache, möchte ich ein wenig innehalten, und auch auf den größten Kritikpunkt eingehen. Der Begriff Wirtschaft scheint, zumindest für meinen geschätzten treuen Stammleser Kardinal Novize Igor (KNI), ein rotes Tuch zu sein.

Wie kann man etwas derart Hohes, Gutes, wie Gott und Theologie, mit etwas derart Niedrigem, Bösen, wie der Wirtschaft einfach in einen Topf werfen? Beleidigt das nicht unsere hehren religiösen Gefühle?

Nun, einerseits müssen wir uns einmal klar werden, was man mit dem Begriff „die Wirtschaft“ eigentlich genau meint.

In dem Spruch der ÖVP, der da lautet: „Geht’s der Wirtschaft gut, geht’s uns allen gut“, sind mit dem Begriff „die Wirtschaft“ offensichtlich nur die Eigentümer gemeint. Man möchte suggerieren, dass man den Eigentümern zu willen sein muss – man müsse die „Huren der Reichen“ geben – um dem Volk etwas Gutes zu tun.

Dass das nur blanker Zynismus ist, liegt auf der Hand.

Andererseits ist „die Wirtschaft“, objektiv betrachtet, nichts anderes, als die „Gesamtheit aller Einrichtungen und Handlungen, die der planvollen Befriedigung menschlicher Bedürfnisse dienen“.

Das klingt schon sehr viel optimistischer.

Und wenn man es genau betrachtet, dann ist auch aus religiöser Sicht das allererste Bedürfnis des Menschen das Bedürfnis nach Erlösung und Versöhnung mit Gott, dem Vater.

Diese menschlichen Bedürfnisse sind Gott nicht fremd, und unser Vater im Himmel geht durchaus planvoll vor, wenn es um die Befriedigung dieser Bedürfnisse geht. Manche Theologen sprechen sogar von der „Heilsökonomie Gottes“.

Sogar Gott betreibt also eine Art Wirtschaft, was bedeutet, dass das Wirtschaften an sich nichts Böses ist, wenngleich es etwas sehr „menschliches“ ist und man es natürlich mit „himmlischen Ereignissen“ nicht annähernd auf eine Stufe stellen kann.

Weiter geht’s

So, nachdem wir das nun geklärt haben, versuchen wir ein wenig systematischer an das Thema heranzugehen. Wie wäre es, wenn wir das Vater Unser zuerst einmal niederschreiben?

Vater unser im Himmel, geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Diese fünf kleinen Bitten umfassen eigentlich alles, worum wir unseren Vater im Himmel bitten können.

In den ersten Beiträgen beschäftigte ich mich mit dem Vater „im Himmel“. Wir haben erkannt, dass Gott etwas Besonderes ist, jemand „von Außerhalb“, ein „ewiges Ziel“, das wir im irdischen Leben nicht erreichen können.

Der Mensch strebt nach Bedeutung, nach Sinn, nach Höherem. Auch in der Wirtschaft benötigen wir einen Antrieb, der über die simplen irdischen Bedürfnisse hinausgeht, wir wollen Gutes tun.

Danach haben wir uns mit folgenden Dingen beschäftigt:

Obwohl Gott erhaben und unerreichbar ist, bitten wir darum, dass sein Reich – bereits jetzt – zu uns kommen möge.

Wie müssen wir das verstehen?

Nun, auch in der Kirche gibt es immer wieder Bestrebungen, die versuchen, die Welt an unsere Vorstellungen anzupassen, an etwas, das wir selbst für das „Reich Gottes“ halten.

Aber hier findet Jesus ganz ganz klare Worte: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt!“. Bei seinem Reich handelt es sich um einen Herzenszustand des Menschen, der eintreten kann, wenn sich der Mensch ganz auf Gott einläßt und von seinem verkehrten Handeln Abstand nimmt. Wenn er umkehrt:

Sodann haben wir uns mit dem Wunsch beschäftigt, ein „Werkzeug Gottes“ zu werden. Dabei geht es um die Bitte „Dein Wille geschehe„:

Eigentlich konnte nur Jesus bitten „Dein Wille geschehe“, denn wir haben – genau genommen – gar nicht die Möglichkeit, gegen Gottes Willen zu handeln, trotzdem hat man diese Bitte in Erinnerung an Jesus in das Vater Unser aufgenommen.

Unser nächstes Thema wird die Bitte um das tägliche Brot sein. Ältere Übersetzungen sprechen hier nicht vom „täglichen“ Brot, das uns Gott heute geben solle, sondern vom „für uns ausreichenden Brot“.

Unser tägliches Brot gib‘ uns heute.

Mit dieser Bitte werde ich mich nächste Woche beschäftigen.

Meint

Euer Christoph


Walter, das Werkzeug Gottes

September 10, 2022

Liebe Leser!

Lasst mich diesmal einen Ausschnitt aus meiner Erzählung „Das dritte Kind“ an den Anfang setzen, und zwar aus dem ersten Teil „Prolog“, den Anfang der 30. Szene, wo Walter mit Hilfe einer Nebenrolle – einem Kardinal – einen neuen Anfang in seinem Leben macht:

Zugriff: https://letztersein.com/drehbuchseite

1. Teil – Seite 25:

[…]30.

Am Nachmittag kam Walters Schulfreund ins Wellnesshotel zu Besuch. Dieser Schulfreund war jetzt Kardinal, dennoch kam er im schlichten schwarzen Priesteranzug.

„Dir geht’s gut, du hast es weit gebracht“, eröffnete Walter das Gespräch.

Der Kardinal winkte ab: „Karriere in der Kirche ist etwas Relatives.“

Walter reagierte auf das Reizwort „Karriere“ und antwortete in einem Anfall von ‚Fishing for Compliments‘: „Ich werde niemals Karriere machen, bei all den Fehlern, die ich mir geleistet habe.“

„Weißt du, was mein schlimmster Fehler ist? Ich treffe keine Entscheidungen. Ich lasse mich immer nur benützen.“, führte er seine Gedanken weiter.

Auch der Kardinal kannte sich im Leben aus, deshalb stieg er nicht direkt auf Walters Argumentation ein und begann nicht Walter Komplimente zu machen: „Das würde ich nicht so sagen. Schau, ich bin letzten Endes doch auch nur ein Werkzeug Gottes. Trotz aller eigenen Entscheidungen die ich treffe, bin ich in einen Ablauf eingebettet, den wir Vorsehung nennen.“

Walter begann zu schwärmen: „Werkzeug Gottes. Ja, das wäre ein Lebensziel!“

Er relativierte seine Gedanken jedoch sofort wieder: „Weißt Du, ich bin zwar immer brav in die Kirche gegangen, war in meiner Jugend sehr aktiv, aber jetzt, wo ich verheiratet bin……Wer ist das eigentlich, dieser Gott? Wo ist er geblieben?“[…]

Was hat Walter gemeint mit „Werkzeug Gottes“?

Nun, was Walter gemeint hat, darüber können wir nur mutmaßen, denn Walter ist eine literarische Figur und wir können ihn nicht befragen.

Aber ich bin es, der die Geschichte „Das dritte Kind“ geschrieben hat – wenn auch diversen Inspirationen folgend – und ich kann guten Gewissens feststellen: „Dieser Walter hat viel von mir geerbt, wenngleich er eigentlich nur eine Metapher für das neutrale Österreich im kalten Krieg ist – ein Mann mit Entscheidungsschwächen, der zwischen zwei Stühlen sitzt“.

Bei mir persönlich waren das zu jener Zeit die Firma S* und meine Frau V*, die beiden Stühle, zwischen denen ich gesessen bin, ohne mich entscheiden zu wollen (ohne mich entscheiden zu können).

Heute ist das zum Glück alles anders, aber damals war Walter ein Blatt im Wind, das keinen sichtbaren eigenen Willen hatte.

Und genau das ist es NICHT, was der Kardinal meint, wenn er von einem „Werkzeug Gottes“ spricht.

Nicht umsonst haben wir heutzutage die Metapher vom „mächtigen Manager“, der „alles im Griff hat“ und sozusagen „allwissend“, „allmächtig“ und „allgegenwärtig“ ist. Das sind lustiger weise alles göttliche Eigenschaften, obwohl für Gott in der Wirtschaft eigentlich kein Platz ist.

Und wenn wir genau darüber nachdenken, dann ist der Manager eigentlich kein göttliches Wesen, sondern er ist nur ein „Werkzeug des Direktors“, das nichts anderes tut, als den „Willen des Direktors umzusetzen“. Sich darum „zu kümmern“.

Und so, wie wir uns einen guten Manager vorstellen, als ein Vorbild, das den anderen Angestellten im Kampf leuchtend voranschreitet, so müssen wir uns auch ein „Werkzeug Gottes“ vorstellen.

Als sich König Salomo zu Beginn seiner Amtszeit von Gott etwas wünschen durfte, wünschte er sich ein „hörendes Herz“.

Und so dürfen wir uns ein Werkzeug Gottes in erster Linie als einen Menschen vorstellen, der auf den Willen Gottes hinhören kann, um Gutes vom Bösen zu unterscheiden und so das Volk – bzw. im Falle von Walter seine Familie – weise zu leiten.

Meint

Euer Christoph


Wie geht’s weiter mit den Wirtschaftsgedanken?

August 21, 2022

Liebe Leser!

Habe nun die Seite https://letztersein.com/wirtschaftsgedanken um einen weiteren Abschnitt ergänzt:

[…]Mit August 2022 wurde mir bewußt, dass die reine Philosophie mit volkswirtschaftlichen und betriebswirtschaftlichen Gedankengängen mich nicht mehr befriedigt.

Ich entschied mich, aus Sicht der gegenwärtigen wirtschaftlichen Probleme (Klimawandel, Umweltzerstörung, ……) auch ein wenig im Traditionsschatz des Christentums zu graben, und begann mit folgendem Beitrag:

Eine schöne neue Woche

Euer Christoph


Die Tragödie vom armen reichen Mann, ……

Juni 17, 2022

……den niemand liebte.

Seit einiger Zeit schreibe ich immer wieder Beiträge, die vermuten lassen, dass meine Ideologie sehr links sei.

Vermögen ist ein Wettbewerbsvorteil“ , liest man da auf meinem Blog, und: „Vermögensertrag sollte, unter dem Strich, gleich Null sein“ (Vermögen sollte nicht „von selbst“ mehr werden können).

Will ich also eine Neid-Diskussion auslösen, so wie man es den Linken gemeinhin vorwirft?

Nein, will ich nicht.

Nicht zuletzt liegt das daran, dass es immer schon eine Strategie der Oberschicht war, den Neid in der Unterschicht zu schüren, sodass die Unterschicht geneigt war die Mittelschicht „aufzufressen“. Das beseitigte sozusagen im Auftrag der Oberschicht den potentiellen Konkurrenten, die Mittelschicht.

Ein Spiel, bei dem wir nicht mitspielen sollten, denn dadurch verlieren letztlich Alle etwas.

Aber, was will ich eigentlich?

Als Blogger bin ich der Wahrheit verpflichtet

Darum will ich diesmal ein paar „ungeschminkte Gedanken“ zum Thema „Rendite“ ventilieren.

Was ist eine Rendite?

Nehmen wir also das Beispiel vom Holzkohlengriller, der sich in meinem Eigentum befindet (in Wirklichkeit besitze ich so etwas nicht, das ist nur ein Beispiel).

Der Holzkohlengriller hat keinen DIREKTEN Nutzen für mich – ich kann ihn weder essen noch trinken, noch auf ihm schlafen, noch sonst ein Grundbedürfnis direkt mit ihm befriedigen (ich möchte da jetzt auch nicht irgendwelchen schrägen Phantasien Vorschub leisten) – er ist also KEIN KONSUMGUT, sondern ein PRODUKTIONSMITTEL (oder auch INVESTITIONSGUT), also ein Gut, das seinen Nutzen erst später INDIREKT entfaltet, indem ich es benütze, um Nahrung zuzubereiten. Die Nahrung konsumiere ich dann direkt, diese IST also ein Konsumgut.

So weit, so gut. Es ist nun aber so, dass ich im Sommer oft auf Ausflügen bin (auch das ist wieder nur ein Beispiel und stimmt nicht wirklich), und eigentlich sehr selten dazu komme, den Griller „auszupacken“ und mit der Familie eine Grillerei zu veranstalten.

Mein Nachbar hingegen ist auch im Sommer am Wochenende meistens im Garten – und er hat eigentlich eher wenig Geld, sodass er sich die 480,- für einen Griller eigentlich nicht leisten will (das ist jetzt eine Hausnummer, gebe ich zu) – möchte mit seiner Familie aber eigentlich mindestens zwei mal im Sommer eine Grillerei veranstalten.

Deswegen fragt er mich, ob er sich den Griller ausborgen kann, dafür schenkt er mir dann jeweils einen guten Wein im Gegenwert von 10,-.

Für mich heißt das, dass mein Griller nicht ungenutzt herumsteht und verstaubt, ganz im Gegenteil, ich bekomme sogar eine Gegenleistung dafür, dass ich ihn herborge.

Diese Gegenleistung für die Überlassung eines Produktionsmittels ist also etwas, das im professionellen Bereich als Miete, Pacht oder Zinsen bezeichnet wird, man kann dafür auch ganz allgemein den Begriff Rendite verwenden (wenn man den Wert der Gegenleistung aufs Jahr hochrechnet und zum Gesamtwert des eingesetzten Kapitals in Beziehung setzt).

Doch das Abenteuer unseres Helden ist noch nicht zu Ende. Unser Held gewinnt eines Tages im Lotto einen Betrag von 24.000,- und fragt sich, was er damit machen soll.

Da er sich mit der Aufbewahrung und Instandhaltung, und ein wenig auch mit dem Betrieb, von Holzkohlegrillern gut auskennt, entwickelt er den Plan, 50 Griller zum Preis von je 480,- zu kaufen und diese dann professionell an Leute zu vermieten, die auch zuwenig Geld haben um sich einen eigenen Griller zu leisten, so wie sein Nachbar.

Dummerweise hat er mein Blog gelesen und kalkuliert so, dass „unterm Strich eine Null rauskommt“. Er kalkuliert so:

Wenn ich jeden Griller jede Woche einmal verborge, und wenn die Grillsaison jedes Jahr 12 Wochen dauert, dann kann ich damit rechnen, dass die Griller je 4 Jahre lang halten, bevor sie kaputt gehen.

Ich muss also für jedesmal Herborgen einen Betrag von 480,- / (4 x 12) = 10,- einheben.

Fein, das entspricht genau den 10,- die mein mittelloser Nachbar auch immer gerne bezahlt hat“ , sagt er sich.

Na gut, auf die Feinheiten werden wir noch eingehen, aber eines können wir gleich jetzt sagen: Mit dieser Kalkulation wird er keine Expansionsstrategie finanzieren können. Er wird Zeit seines Lebens 50 Griller besitzen und davon leben diese zu verborgen. Auch für sonstige „strategische Manöver“ – zum Beispiel in Bezug auf mögliche Mitbewerber – wird er keinen Spielraum haben.

Aber unser Held ist kein Trottel. Bevor er seinen Businessplan fixiert, redet er noch mit seiner Frau.

„Du Trottel hast alle zusätzlichen Kosten vergessen“, sagt sie.

„Erstens, wir müssen davon leben. Du vermietest 50 Griller, jeden davon 4 mal im Monat, also 200 Geschäftsfälle pro Monat. Wir brauchen 6000,- brutto zum Leben, also must Du auf jeden Geschäftsfall schon mal 30,- draufschlagen“.

Er sagte: „Macht also 40,- in Wirklichkeit“.

Sie: „Und wo willst Du die Griller lagern? Bei uns im Wohnzimmer?“

Er: „OK“.

Sie: „Und wenn ein Griller repariert werden muss?“

Er: „Das mach‘ ich selber“

Sie: „Aber Du wirst dazu Material benötigen“

Kurz und gut: Sie kamen auf einen „gerechten“ Preis von 60,- pro Geschäftsfall.

Die „gerechte“ Rendite

Als sie das ihrem Nachbarn erzählten, sagte dieser spontan: „Da kann ich mir gleich einen eigenen Griller kaufen. Wenn ich mir zwei mal im Jahr um sechzig Euro einen Griller ausborge, bin ich nach 4 Jahren bei genau 480,-. Und wenn ich meinen Griller nur 2 mal pro Jahr verwende, hält er sicher länger als vier Jahre.“ Das wäre billiger als Ausborgen.

Unser Held ist also in einer schwachen Position, weil es für seinen Businessplan kaum einen Markt gibt. Letztendlich könnte man ja ohne größere Probleme auf Grillereien auch gänzlich verzichten.

Aber wie können WIR den Gesamtpreis von 60,- interpretieren?

Heißt das, dass man beim Verborgen eines Grillers einfach so eine Rendite von 60,- x 12 / 480 = 150% erzielen kann?

Nein. Denn eine Rendite ist definiert als der „Ertrag des eingesetzten Kapitals“. Wir müssen also alle Kosten unter Aufrechterhaltung des Kapitals in betracht ziehen.

Erstens erbringt unser Held zusätzliche Leistungen, die über die reine Überlassung der Griller hinausgehen. Die Kosten für diese Leistungen muss man natürlich abziehen:

  • Er lagert die Griller fachgerecht, solange sie nicht benützt werden
  • Er kümmert sich um Reparaturen zur Erhaltung der Funktionsfähigkeit

In unserem Beispiel bleiben also 40,- x 12 / 480 = 100% Rendite nach Abzug der Kosten für die Zusatzleistungen.

Weiters haben die Griller nur eine Lebensdauer von 4 Jahren, es gehen also 25% der Rendite drauf, um die Zahl der Griller aufrechtzuerhalten (genau genommen müßte man auch noch die Inflation berücksichtigen, da die Griller in 4 Jahren ja mehr kosten werden als jetzt).

Es bleibt also immer noch ein stattlicher Reingewinn (Rendite) von 75%, mit dem unser Held (in den Sommermonaten) seine Familie ernähren kann.

Ist das ungerecht? Ist das gerecht?

Na ja, es ist auch eine Frage von Angebot und Nachfrage, nicht nur von Gerechtigkeit.

Und es ist eine Frage der Konkurrenz. Ein anderer Mensch in derselben Stadt könnte mit demselben Geschäftsmodell 150 Griller (um 72.000,-) einsetzen, um seine Familie zu ernähren (falls er das Geld hat).

Jener bräuchte nur 25% Rendite, um die 18.000,- für seine Familie aufzutreiben (für die Sommermonate) und könnte billiger anbieten.

Weitere Feinheiten, zum Beispiel Transportkosten, wären noch zu klären, aber es ist klar, worauf unser Beispiel hinausläuft:

Interpretation des Beispiels / Schlussfolgerungen

Wir haben also im letzten Beispiel folgende Zwecke kennengelernt, für die der Held die Miete für die Holzkohlengriller verwendet:

  • Werterhaltung des eingesetzten Vermögens/Kapitals (der Griller)
  • Reingewinn / Rendite, um die eigene Familie zu ernähren

Und hier sehen wir, wie schwierig es ist, von einer „gerechten“ Rendite zu sprechen. Wieviel Geld darf eine Familie „verbrauchen“? 3000,- netto? 5000,- netto? 20.000,- netto?

Ich weiß es nicht.

Eines ist aber sicher. Der Held in unserem Beispiel ist in einer sehr schwachen Position, weil

  • er Güter vermietet, die niemand wirklich braucht,
  • er in Konkurrenz zu anderen Anbietern steht,
  • er seine Familie allein erhalten muss (ohne Plan B), seine Frau trägt ja nichts bei.

Wenn jemand Güter vermietet oder verpachtet, die man unbedingt zum Leben benötigt, zum Beispiel Wohnraum oder Lebensraum, oder wenn jemand Geld schöpft (so wie es die Zentralbank tut), dann kann man die Benützer sehr viel leichter unter Druck setzen.

Das geht so weit, dass manche Menschen die Gesetze von Angebot und Nachfrage tatsächlich in Zusammenhang bringen mit den Begriffen von Erpressung und Geiselnahme (der Fachbegriff dafür wäre Wucher).

Das einzige, was den modernen Menschen – der sich seine Grundbedürfnisse ja nicht selber befriedigen kann – vor Wucher schützt, ist das Kartellrecht, das es den Anbietern verbietet zuviel Marktmacht anzuhäufen.

Und das Kartellrecht sollte sich eben auch generell auf jede Art von Vermögen beziehen – Sachvermögen und Geldvermögen – das ja die Grundlage der Marktmacht ist.

Ergänzung am 18. Juni 2022 – Verantwortung

Im oben genannten Beispiel wurden also die 60,- Miete, die unser Held für jeden Geschäftsfall verrechnete,

  • zur einen Hälfte für die Kosten verwendet, die das Vermögen selbst verursachte (10,- um die Anzahl von 50 Grillern aufrechtzuerhalten und 20,- für Lagerung und Reparatur) und
  • zur anderen Hälfte, um die Familie unseres Helden zu finanzieren.

Aber, Moment mal, die Familie unseres Helden hat doch in der Kalkulation seiner Firma nichts zu suchen, oder seh‘ ich das falsch?

Es ist heutzutage absolut unüblich, zum Chef zu gehen und zu sagen: „Meine Frau bekommt ein Kind, ich brauche also eine Gehaltserhöhung!“. Familie ist Privatsache und wird höchstens in der Mittagspause erwähnt, oder beim Kaffeeklatsch.

Stimmt, und die 30,- sind ja auch der Gegenwert für die Leistung unseres Helden, für seine Dienstleistung:

Jedes Wochenende steht er im Lager und händigt die Griller an die Kunden aus, nimmt diese am Abend wieder zurück. Unter der Woche verwendet er seine wertvolle Zeit, um die Griller instand zu halten und letzten Endes musste er ja auch Werbezettel verteilen und Annoncen schalten, damit die Leute im Einzugsgebiet über diesen Service informiert waren (im Idealfall ist Marketing ja ein Dienst am Kunden, nämlich die Zurverfügungstellung von Information).

Diese 30,- verdient er also nicht aufgrund der reinen Überlassung der Griller an die Kunden, sondern aufgrund seiner eigenen Leistung.

Wir bleiben bei unserer Behauptung: die reine leistungslose Überlassung von Vermögen (gegen Miete, Pacht oder Zins) soll ein Nullsummenspiel sein. Die Rendite soll genau die Kosten zur Werterhaltung des überlassenen Vermögens abdecken.

Darüber hinaus gehende Einkünfte sollen durch Leistungen des Eigentümers gerechtfertigt werden (also Dienstleistungen, zum Beispiel Beratung oder eigenhändige Instandhaltung des überlassenen Vermögens).

Wenn nun die Kunden mit unserem Helden zufrieden sind – wenn sie der Meinung sind, dass er mit den Grillern VERANTWORTUNGSVOLL umgeht – dann wird er mit seinen Zusatzleistungen auch mehr Geld verdienen und sein Geschäft vergrößern können.

Vermögen hat nämlich immer auch mit VERANTWORTUNG zu tun:

Nach allgemeinem bürgerlichem Gesetzbuch (ABGB) ist das Eigentumsrecht zwar jenes Recht, das mir erlaubt mit meinem Eigentum „nach Belieben zu verfahren und auch dritte davon auszuschließen“ (was die Konsumation bzw. Vernichtung mit einschließt), es gibt aber eine Art „sozialen Vorbehalt“, wonach ich durch den Gebrauch meines Eigentums nicht in Rechte dritter eingreifen darf und mich auch an die allgemeinen Vorschriften halten muss, die ja der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung dienen.

In anbetracht auf die gesellschaftlichen – und auch familiären – Auswirkungen darf unser Held also nicht einfach so absichtlich sein Geschäft kaputt machen oder „an die Wand fahren“ (was man bei manchen mächtigen Leuten immer wieder annehmen muss, wenn sie plötzlich „einen Rappel kriegen“).

Das Ende vom Lied

Mittlerweile sind 20 Jahre vergangen und unser Held versorgt ganz Österreich mit Mietgrillern. In jedem größeren Dorf hat er eine Filiale und alle sind glücklich.

Aber er bekommt einen Brief von der Brüsseler Wettbewerbsbehörde: Da er der einzige große Grillervermieter in Österreich ist und mittlerweile eine 90%-ige Marktabdeckung erzielt, wurde er verurteilt, sein Geschäft zu halbieren und die eine Hälfte zu verkaufen.

Er soll nicht in Versuchung kommen, Wucherpreise zu verlangen. Nie wäre ihm das eingefallen (er weiß nicht, dass ihm seine Frau GENAU das am nächsten Wochenende vorschlagen wollte).

Happy End

Meint

Euer Christoph


A long time ago, in a galaxy far, far away……

Mai 21, 2022

Hatte ich mir im Zusammenhang mit Gedanken über den Umweltschutz auch Gedanken darüber gemacht, wer denn nun dieser Souverän sei, der die Internalisierung externer Kosten einfach so anordnen kann.

Also sozusagen der ultimative Gesetzgeber und Richter.

Meine Gedanken waren damals die Gedanken eines gläubigen Christen – ich werde sie weiter unten wiederholen.

Aber ich denke, man muss schon akzeptieren, dass der christliche Standpunkt nicht der einzige Standpunkt ist (trotz oder gerade wegen des christlichen Absolutheitsanspruches), und möchte die religiösen Ausführungen – die ich gleich nochmal wiederholen werde – abrunden durch einen Blick in unsere allseits beliebte Bundesverfassung:

Artikel 1 Österreich ist eine demokratische Republik. Ihr Recht geht vom Volk aus.

Hier steht es also, klipp und klar, dass der Souverän, zumindest in Österreich, das Volk ist.

Dem widerspricht – scheinbar – meine Auffassung, wonach GDH der Souverän sei:

Also: Wer ist der Souverän?

Antwort:
Der einzige wirklich und absolut
regierende Souverän ist
Gott der Herr
(darum ist er ja auch „der Herr“).

Aber:

Jede Autorität kommt von Gott, aber
ER selbst läßt sich hier im Universum
offensichtlich von den Dienern vertreten,

die er sich nach Belieben erwählt
(mit Ausnahme der 33 Jahre, die
SEIN SOHN in Palästina
anwesend war, und der Kommunion).

1.) Von den Engeln und Dämonen,
die nicht so furchterregend sind wie ER

2.) Von den Naturgesetzen, deren
Erforschung sich die Wissenschaften
verschrieben haben.

3.) Von erwählten Menschen, die
sich einer NATÜRLICHEN AUTORITÄT
bedienen

4.) Von seiner Hl. Kirche, der er den
HEILIGEN GEIST gesandt hat

5.) Von Lehrern

6.) Vom Ehepartner und von den Eltern

7.) Von den Richtern, Parlamenten, Vorsitzenden und Regierenden
der Staaten und anderer Haushalte

Wie geht das zusammen?

Nun, das stimmt schon, der Souverän hier auf Erden ist die Menschheit, insoferne sie gegenüber den anderen Geschöpfen den lieben Gott vertritt.

Aber, wenn wir uns jetzt konkret überlegen, WIE die Menschheit diese Stellvertreterrolle wahrnimmt, dann ist es doch so, dass man nicht über jedes Gesetz und statt jeder Gerichtsverhandlung eine weltweite Volksabstimmung ansetzen kann. Das wäre technisch nicht machbar.

Da ist es doch so, dass die Menschheit sich Delegierte als Gesetzgeber und Richter erwählt, die IN IHREM NAMEN Gesetze ausarbeiten und Urteile ausarbeiten.

WIE werden Delegierte festgestellt?

Nun, das ist meistens ein langwieriger Prozess, in dem die einzelnen Parteien des Volkes miteinander verhandeln, bis sie zu einer Vereinbarung kommen. In Österreich ist es zum Beispiel so, dass dabei der Bundespräsident das letzte Wort hat, er ist ja die einzige Person, die direkt vom Volk gewählt worden ist.

Aber wenn man bedenkt, WIE es zur Bildung von Parteien und zur Aufstellung von Kandidaten für das Präsidentenamt kommt, dann muss man doch zugeben,

dass der ZUFALL eine große Rolle spielt.

Und hier kommt Gott ins Spiel, denn Zufall ist nur eine wissenschaftliche Bezeichnung für das Wirken Gottes.

Meint

Euer Christoph


Darf der Staat Geld verschenken?

April 23, 2022

Wieder einmal wurde im Fernsehen über das bedingungslose Grundeinkommen (BGE) diskutiert und wieder hat es in weiterer Folge Diskussionen in den sozialen Medien gegeben.

Ich möchte hier versuchen aus moralisch-ethischer Sicht und aus der Sicht eines Christen diese Frage unvoreingenommen zu ventilieren, hoffe auch auf rege Beteiligung an der Diskussion.

Beginnen wir gleich mit dem Ergebnis der Analyse. Am Ende unserer Untersuchungen werden wir erkennen, dass wir es mit den zwei Seiten einer einzigen Münze zu tun haben.

Die Frage „Darf der Staat Geld verschenken?“ ist die eine Seite der Medaille, die andere Seite besteht in der Frage: „Darf sich Vermögen selbständig vermehren, ohne dass der Eigentümer dafür etwas leistet?“

Versuchen wir einmal, die erste Frage zu beantworten – Darf der Staat Geld verschenken?

Nun, da müssen wir weiter ausholen. Was ist Geld?

Manche Menschen wittern einen Paradigmenwechsel, der bewirken würde, dass der Begriff des Geldes sich grundlegend ändert. Mit einem bedingungslosen Grundeinkommen würde man das Prinzip „quid pro quo“ über Bord werfen und dem ideal christlichen Ansatz einer bedingungslosen Nächstenliebe folgen. Einer Solidarität ohne Grenzen und ohne Maß.

Wäre das nicht unsere christliche Idealvorstellung?

Das bedingungslose Grundeinkommen müßte natürlich durch Steuererhöhungen finanziert werden, aber eben wegen des bedingungslosen Grundeinkommens würde es uns ja auch leichter fallen, höhere Steuern zu zahlen.

Hmmmmmm, das klingt irgendwie nach einer Inflationsspirale, zumindest sagt mir das mein Bauchgefühl. Diese Frage wird eben näher zu durchleuchten sein.

Na gut, aber zumindest nach dem „klassischen Paradigma“ ist Geld immer ein Gegenwert für materielle oder immaterielle Güter. Nach dem Prinzip „quid pro quo“ entspricht die Gesamtsumme aller Euro also allen materiellen und immateriellen Gütern, die sich im Eigentum aller in Europa ansäßigen Personen befinden. Also allen Gütern, über die der Souverän verfügen kann.

Wenn nun Güter vernichtet werden, ohne die Geldmenge zu verringern (zum Beispiel durch kriegerische Ereignisse), dann folgt logischerweise eine Inflation. Oder umgekehrt wäre eine Inflation die Folge, wenn der Souverän einfach neues Geld druckt, um das BGE zu bezahlen. Das wäre also ein Schuß ins Knie.

Durch welche Gegenleistungen könnte man also ein BGE finanzieren?

Einerseits indem zusätzliche Güter geschaffen würden.

Angenommen ein BGE würde die Menschen derart motivieren, dass sie plötzlich beginnen, viel mehr wertvolle Güter zu erschaffen.

Aber, moment mal. Dann würden sie ja wegen des BGE plötzlich mehr verdienen und bräuchten eigentlich kein BGE. Hmmmmm.

Oder sie würden die Güter gratis als sogenannte freie Güter (open source) erschaffen. Aber dann gäbe es kein höheres Steueraufkommen, mit dem man das BGE finanzieren könnte, sie wären also wieder abhängige Sklaven der vermögenden Klasse. Hmmmmm. Moment mal.

Wie lösen wir diesen Knäuel?

Nun, erst einmal:

Wir müssen akzeptieren: ein BGE wäre immer ein Geschenk und es könnte nichts sein, worauf man „ein Recht hätte“.

Normalerweise ist eine Geldleistung immer an Bedingungen geknüpft:

  1. Es hat schon eine Gegenleistung gegeben (normales Geschäftsgebaren)
  2. Es gibt ein Recht – oder zumindest eine Hoffnung – auf eine zukünftige Gegenleistung (Investition)
  3. Es gibt eine Hoffnung auf Wertsteigerung durch gesellschaftliche Neubewertung (Spekulation)
  4. Der Empfänger beweist, oder macht zumindest glaubhaft, dass er ein Sozialfall ist und somit ein Recht auf Hilfe hat

Überspitzt formuliert: um ein BGE zu argumentieren, müßten wir nach (4.) zugeben, dass wir alle ein Sozialfall sind.

Aber was wäre, wenn wir das BGE nicht durch Ankurbelung der Wirtschaft argumentieren, sondern durch Dämpfung im Sinne des Umweltschutzes?

Wenn wir also das BGE nicht durch eine Steuer auf Arbeit finanzierten, sondern entweder durch eine Steuer auf Vermögen, oder durch eine auf Vermögensertrag?

Nun gut, dass unseren oberen Zehntausend ein kleiner Aderlaß ganz gut tun würde, darüber sind wir uns ja alle einig. Zweifellos. Aber wie soll man das begründen?

Nun, einerseits verursacht Vermögen Kosten (zum Beispiel Abschreibungen oder Inflation sowie Wartung und Instandhaltung).

Aber andererseits kann man Vermögen selber nutzen (z.B. das berühmte Häuschen am Land) oder es verursacht auch einen Ertrag (Miete, Pacht, Zinsen, Spekulation, ……).

Kein Mensch versteht aber, warum Vermögen alleine dadurch, dass es da ist, ohne Leistung mehr werden soll.

Es ist also durchaus argumentierbar, dass der Staat dafür sorgen soll, dass Vermögenserträge nach Abzug des Eigengebrauchs und der Kosten für Verwaltung, Instandhaltung, Reparatur, …… (generell zur Werterhaltung) gleich Null sein sollen.

Meint

Euer Christoph

P.S. am 24.4.: das alles sind aber rein ethisch-moralische Überlegungen, wie ich schon geschrieben habe. Rechnerisch geht sich das sicher nicht aus. Vermögensbezogene Steuern bringen höchstens ein paar Milliarden. Ein BGE von 1000,- mtl. würde glatt 1000 x 12 x 8 Mill. = ca. 100 Mrd. kosten!!!

Ein BGE müsste also an die Substanz(!) des Vermögens gehen.

P.P.S. am 25.4. ich habe hier also die These aufgestellt, dass ein BGE, das über arbeitsbezogene Steuern finanziert wird, entweder zu einer Inflation oder zu einer Anheizung der Wirtschaft (und des Klimas) führen würde.

Zweite These: ein BGE, das aus den größten Vermögen finanziert wird, würde zu einer – dringend benötigten – Abkühlung der Wirtschaft (und des Klimas) führen, wäre aber nur temporär machbar als freiwilliger Beitrag der vermögenden Klasse zu einer nachhaltigen Zukunft der Menschheit.

These 3: So oder so, das BGE birgt die Saat der Sklaverei in sich („Brot und Spiele“).


Von Sinn und Unsinn des Gewissens

Februar 20, 2022

Liebe Leser und Leserinnen,

Nun habe ich mir also tatsächlich vorgenommen, ein 14. „Kleines religiöses Büchlein“ zu schreiben, ein Büchlein über „Sinn und Unsinn des Gewissens“.

Was meine ich damit?

Nun, Gewissen „bewertet“. Vor allem bewertet es uns selbst.

Das heißt, es vollführt eine Transformation, die aus komplexen Lebenssituationen einen binären skalaren Ausdruck extrahiert, der nur zwei Werte annehmen kann: „gut“ oder „böse“ bzw. „ich fühl‘ mich gut“ oder „ich fühl‘ mich schlecht“.

Also ein Bit, ein binary digit.

Manche Menschen denken auch in Graustufen und kennen die Werte „sehr böse“, „ziemlich böse“, „einigermaßen böse“, „ein bißchen böse“, „kaum böse“, „neutral“, „kaum gut“, „ein bißchen gut“, „einigermaßen gut“, „ziemlich gut“ und „sehr gut“.

Anmerkung: von Regenbogenfarben reden wir (noch) nicht, obwohl es gerade hier angebracht wäre 😉

Und zuletzt hatten wir uns mit einem skalaren Zahlenwert beschäftigt, mit dem der Markt einen Haushalt bewertet, nämlich mit der sogenannten „Wertschöpfung“.

Aber dann sind wir dahintergekommen, dass Wertschöpfung im üblichen Sinn eigentlich nur im Zusammenhang mit der Wertschöpfungskette der Produktionseinheiten einen Sinn ergibt. Eine „gesamtmenschliche Wertschöpfung“ oder eine „weltwirtschaftliche Wertschöpfung“ ergibt beim besten Willen keinen Sinn (siehe Beispiele 1: Wertschöpfung), wenn man die übliche Definition der Wertschöpfung zugrunde legt:

Wertschöpfung = Produktionsergebnis – Vorleistungen
(Satz B1a-1)

Wir werten das als Hinweis, dass der Sinn des Lebens sicher nicht in der Produktion und im Konsum begraben liegt. Sinnlose Produktion oder sinnloser Konsum mag zu gewissen lokalen Wertschöpfungen beitragen, aber sie „bringen die Menschheit insgesamt nicht weiter“.

All das wird im 14. Büchlein zu ventilieren sein, doch möchte ich diesmal noch ein wenig den Begriff der Wertschöpfung aus Sicht des beliebten alleinerziehenden Softwareentwicklers in einer Großstadt detaillierter betrachten.

Unser Softwareentwickler ist also in der R&D Abteilung irgend eines Unternehmens angestellt, diese Abteilung verkauft eine Arbeitsstunde unseres Softwareentwicklers um 80 € an andere Abteilungen (die 80 € sind also ein „interner Stundensatz“).

D.h. also, unser Softwareentwickler verursacht durch seine Arbeit (genau genommen durch seine Anwesenheit 🙂 ) bei seinem Chef einen Umsatz von 80 Einheiten.

Anmerkung: hier gilt Bruttoumsatz (BU) = Nettoumsatz = 80 Einheiten, weil ja für die interne Weitergabe meiner Arbeitsleistung im Unternehmen keine Umsatzsteuer verrechnet wird. Das ist auch gerechtfertigt, weil ja (fast) kein Transport der Leistung nötig ist. Die Umsatzsteuer dient ja im Allgemeinen dazu, die externen Kosten des landesinternen Gütertransports (Umweltschäden u. dgl.) abzudecken.

Nach Abzug des „gesamten Overhead“ (GO) bleibt für unseren Softwareentwickler ein Nettogehalt (NG) von 17 Einheiten.

Abb. B1a-1: Sicht des Programmierers (oben) /
Sicht des Arbeitgebers (unten)

Was dieser gesamte Overhead (GO=63) bedeutet, das wollen wir jetzt ventilieren.

GO aus Sicht des Softwareentwicklers

Aus Sicht des Softwareentwicklers ist der Nettogehalt (NG = 17 Einheiten) der Gegenwert für seinen persönlichen Beitrag zur Gesamtproduktion (ich würde ihn als „persönliche Wertschöpfung (PWS)“ bezeichnen).

Das, was ich als gesamten Overhead (GO = 63 Einheiten) bezeichne, ist aus seiner Sicht ein Maß dafür, wieviel äquivalente Dienstleistung durch seine Arbeit „ermöglicht“ *) wird.

Seine Arbeit „ermöglicht“ *) also die Finanzierung von insgesamt (NG + GO) / NG = 1 + GO/NG = 1 + 63/17 = 1 + 3.7 „äquivalenten Dienstleistern“ (inkl. seiner selbst).

Damit ist es also eigentlich eine „gemeinsame Anstrengung“, auf die er „den Schlußstein setzt“.

*) Eigentlich werden die Vorleistungen durch das Vertrauen darauf ermöglicht, dass sein Chef die Vorleistungen bezahlen wird. Dieses Vertrauen ist aber eng verknüpft mit dem Vertrauen, dass der Chef „jemanden hat“, der den Schlußstein auf die Vorleistungen setzen wird.

Der Erwerbstätige fühlt also umso mehr Stolz in seiner Brust, je kleiner die persönliche Wertschöpfung (PWS), bezogen auf den Bruttoumsatz (BU), ist, und er selbst und seine Familie trotzdem noch leben können (m.a.W. je mehr Umsatz er verursacht, und deswegen immer noch genug verdient, obwohl er möglichst wenig leistet).

Sollen wir uns vom Stolz leiten lassen? Das wäre noch zu ventilieren.

Recht auf Arbeit vs. Recht auf Arbeitsplatz

Im Artikel „Verortung des Ressourcenumsatzes“ (siehe HIER) hatte ich eine – etwas launige – Abhandlung gehalten, die versuchte die Begriffe „Arbeitgeber“ und „Arbeitsplatzgeber“ gegeneinander abzuwägen:

[…]In der allgemeinen Deklaration der Menschenrechte kann man im Artikel 23 lesen:

Artikel 23 (Recht auf Arbeit, gleichen Lohn)

  1. Jeder Mensch hat das Recht auf Arbeit, auf freie Berufswahl, auf gerechte und befriedigende Arbeitsbedingungen sowie auf Schutz vor Arbeitslosigkeit.[…]

Nun, dem ist nichts hinzuzufügen. Außer…… Ja, ich weiß ich bin ein i-Tüpferlreiter, aber eigentlich will ich kein „Recht auf Arbeit“, sondern ein „Recht auf einen Arbeitsplatz“.

Warum?

Der Arbeitgeber ist eigentlich kein Arbeitgeber, sondern ein ArbeitsPLATZgeber. Der ARBEITgeber bin schon ich, weil ich ja meine Arbeit hergebe – und dafür einen Gehalt bekomme.

Den ArbeitsPLATZ gibt aber der Unternehmer, und ich muss dafür bezahlen!

Warum muss ich für meinen ArbeitsPLATZ bezahlen?

Nun, aus meiner Sicht ist der Bruttoumsatz (BU) der Wert meiner Arbeit, unter der Voraussetzung, dass ich sie auf diesem Arbeitsplatz verrichte.

Ich kann den Wert GO (gesamter Overhead) also mit gutem Gewissen als die „Miete für meinen Arbeitsplatz“ interpretieren.

Der Chef meiner Abteilung stellt mir diesen Arbeitsplatz zur Verfügung, ich stelle meine Fähigkeiten und meine Arbeit zur Verfügung, gemeinsam erwirtschaften wir damit den Bruttoumsatz (BU).

Mein Anteil am Bruttoumsatz (BU) – nachdem die Kosten für den Arbeitsplatz abgezogen worden sind – ist der Nettogehalt NG (übers Jahr gerechnet, nach Steuerausgleich).

Darum ist es in meinem Interesse, dass der Arbeitgeber den Arbeitsplatz – auch mit meiner Hilfe – möglichst effizient gestaltet, was die Kosten für die Vorleistungen betrifft, damit mehr für mich übrig bleibt.

Man müßte also die Menschenrechte umformulieren:

Nicht das „Recht auf Arbeit“ sollte vom Staat gesichert werden, sondern das „Recht auf leistbare Arbeitsplätze“, dieses „abgestimmt auf die Lebenssituation der Einwohner und Einwohnerinnen“.

GO aus Sicht des Arbeitgebers / aus Sicht des Marktes

Für meinen Chef steht die Gesamtwertschöpfung der R&D Abteilung im Vordergrund, das sind in unserem Beispiel *) die gesamten Personalkosten:

  • PK = LK + IPVL
  • LK = Lohnkosten der internen Produzenten (inkl. Steuern und Sozialabgaben)
  • IPVL = Lohnkosten der internen Vorleister (inkl. Steuern und Sozialabgaben)

Unter der Voraussetzung, dass alle Beteiligten inkl. des Staates kostenoptimal arbeiten, sollte diese Gesamtwertschöpfung möglichst groß sein im Vergleich zu den externen Vorleistungen EPVL, um die Abhängigkeiten von externen Vorleistern klein zu halten.

Ausgenommen von dieser Regel sind Vorleistungen, die der Arbeitgeber selbst nicht so effizient (also kostengünstig) verrichten KANN, wie andere Wirtschaftseinheiten.

Solche Vorleistungen SOLLTE man – unter Berücksichtigung des Verursacherprinzips und unter Berücksichtigung des Prinzips von der gerechten Entlohnung – an unternehmensinterne, andere private oder öffentliche Dienstleister auslagern.

*) Wir gehen davon aus, dass unsere R&D Abteilung kein nennenswertes Vermögen besitzt. Damit hat sie auch keinen Anteil am Eigenkapital und muss keinen Reingewinn an die Eigentümer abliefern (als Rendite für das Kapital). Sie muss auch keine Abschreibungen für Sachvermögen finanzieren und um die Rechte kümmert sich die – zentrale – Patentabteilung. Im Gegenzug ist dafür der „interne Stundensatz“ ziemlich „mager“ ausgefallen.

Für unseren Softwareentwickler heißt das also

Im folgenden die Vorleistungen, die für unseren Software-Entwickler sichtbar sind. Alles, was ich hier vergessen / übersehen habe, bitte mir nachzusehen.

  • Öffentliche Vorleistungen (ÖVL)
    Anmerkung: wenn man die Länge der folgenden Liste mit der Größe des Balkens ÖVL in Abbildung B1a-1 vergleicht, sieht man die Effizienz, mit der die öffentlichen Dienstleister hier arbeiten
    • Arbeitnehmerbeiträge (ANB)
      • Pensionsversicherung
      • Arbeitslosenversicherung
      • Krankenversicherung
      • Arbeitsgesetz – Rechtssicherheit
      • Arbeiterkammer
      • gratis Bildung und Ausbildung bis zum Eintritt
      • Straßen für die Fahrt zur Dienststelle
      • Öffentlicher Verkehr zur Dienststelle
      • etc.
    • Arbeitgeberbeiträge (AGB)
      • gut gebildete/ausgebildete Jobanfänger und Quereinsteiger
      • Verschiedene Infrastruktur
        • für Dienstreisen
          • Straßen
          • Öffentlicher Verkehr
        • für Telekommunikation
          • Telekom Control (Rechtssicherheit)
      • Rechtssicherheit
        • Arbeitsverträge
        • Patente
        • Markenrechte
      • Wirtschaftskammer
      • Öffentliche Sicherheit
      • Sicherung des sozialen Friedens
      • etc.
  • Externe private Vorleistungen (EPVL)
    • Raummiete für das Büro
    • Strom, Hausmeister, Empfang etc.
    • Geleasedter Laptop
    • Geleasedte Monitore
    • IT Infrastruktur
  • Externe Vorleistungen im selben Unternehmen
    Anmerkung: diese sind „durch die Niedrigkeit des internen Stundensatzes“ bereits berücksichtigt
    • Reingewinn für die Eigentümer (inkl. Gewinnsteuer)
    • Vorstand, Aufsichtsrat
    • höheres Management
    • IT Support
    • HR Management
    • Patentabteilung
    • etc.
  • (Abteilungs)interne Vorleistungen (IPVL)
    • internes Management (LK für den Chef)
    • Teamleitung (LK für die Teamleiter)
    • Meine unproduktiven Stunden (Trainings, Administrative Tätigkeiten)

Meint

Euer Christoph