Liebe? Liebe!

Dezember 28, 2017

Weihnachten ist das Fest der Liebe! Sagt man.

Gott sei Dank ist es vorüber.

Millionen von Müttern, Schwiegermüttern und Ehefrauen versuchen jedes Jahr, ein Gefühl von Geborgenheit und Wärme „aus dem Hut zu zaubern“, das allerorten mit Liebe verwechselt wird.

Aber ist das nicht nur sentimentaler Neurosengatsch, mit dem wir versuchen, alle dazu zu bringen, zumindest einmal im Jahr nach unserer Pfeife zu tanzen?

Was ist das wirklich? Liebe?

Im Deutschen haben wir leider nur ein einziges Wort für „Liebe“.

In anderen Sprachen gibt es zumindest „Amor“ und „Caritas“, und dann noch die „Amicitia“, die man am besten mit „Freundschaft“ übersetzen kann.

Im Deutschen verwenden viele Frauen die Worte „mögen“ und „lieben“, damit sie eine Trennlinie ziehen zwischen „Kumpel“ und „Freund“.

Dabei meinen sie, das „Verliebtsein“ sei eine höhere Form von „mögen“, die nur einem Menschen vorbehalten bleibt.

Ich würde folgendes Wording vorschlagen: ich „mag“ einen Menschen, wenn ich ihn „gern habe“, wenn ich mir noch etwas „von ihm erwarte“. Wenn ich auf seine Zukunft und unsere Zukunft noch Hoffnungen setze. Das ist also „verliebt sein“ und hat sehr viel mit Egoismus zu tun – mit einem guten Egoismus, der die Gesellschaft innerhalb der Grenzen zusammenhält. Das ist also am ehesten mit „Freundschaft“ oder „amicitia“ zu übersetzen. „verliebt sein“ = „mögen“ = „gern haben“ = „guter Egoismus“.

Dann gibt es noch den „Eros“, also die erotische Liebe zwischen Mann und Frau, die einerseits ein „gemeinsames Spiel“ und ein „gemeinsames Erregtsein“ darstellt und als ebenfalls guter „gemeinsamer Egoismus“ der Fortpflanzung als Ziel dient. Diese Kräfte sind sehr starke Kräfte, die in jedem Menschen schlummern und deren Beherrschung ein hohes Maß an Verantwortung fordert. Wenn wir diese Kräfte nicht beherrschen, dann können ganze Gesellschaften zerbrechen.

Und – last but not least – gibt es die „caritas“, also die selbstlose Liebe, die für den Anderen immer nur das Gute will. Diese Form der Liebe hat viel mit Mitleid zu tun und ihre Grundlage ist die unvergängliche Würde eines jeden Menschen – eines jeden Lebewesens – die aus seiner Gotteskindschaft folgt, ob Freund oder Feind. Diese höchste Form der Liebe überwindet Grenzen und dient dem grenzüberschreitenden Frieden. Sie ist nur aus dem Glauben begründbar und ist der einzige Weg zu dauerhaftem Wohlstand und Frieden der gesamten Menschheit. Man kann auch Altruismus dazu sagen.

Hass ist nur ein Gefühl. Liebe ist mehr als ein Gefühl. Wir sollten zu Weihnachten nicht beim „sentimentalen Neurosengatsch“ hängen bleiben, sondern daran denken, dass die Geburt Jesu etwas durch und durch unsentimentales war. Ein schwangeres Flüchtlingspaar hat wegen des Mitleids eines Wirten einen allerletzten Platz in einem stinkenden Stall bekommen, und die Geburt Jesu weist bereits auf das Kreuz hin. Auf den Kalvarienberg.

Dort – am Kreuz – hat Jesus uns erlöst. Nicht in einem Palast, sondern mitten im Leben und mitten im Tod. Und in der Auferstehung, die uns Hoffnung gibt.

Meint
Euer Christoph


Lustige Zufälle

Dezember 27, 2017

So habe ich jetzt das neue SPARK Projekt (das ja eigentlich nur ein „Playground“ ist), auf meinem anderen Blog „Area #A“ abgelegt (http://areasharpa.wordpress.com/spark).

Lustig dabei, dass man „sharp A“, also „Ais“ auch als „Minor H“ also „Be“ bezeichnen kann. Das bringt mich auf den Gedanken, dass man „Plan A“ und „Plan B“ aus dem „dritten Kind“ vielleicht sogar in Einklang miteinander bringen kann.

Zur Erinnerung: „Plan A“ bedeutet, dass die beiden Helden nach ihrem Heldentod „in bayrischer Erde begraben“ werden. „Plan B“ bedeutet, dass „ihre Asche in alle Winde zerstreut wird“.

Explizit: Die SMUOS Komponente und DIGITS werden in einem bestimmten Web3D Browser implementiert bzw. SMUOS und DIGITS werden in IETF RFCs festgelegt.

Man kann ja das eine tun, ohne das andere zu lassen 🙂

Meint
Euer Christoph

P.S.: habe auch den Überblick über alle Projekte upgedatet: Die Projekte


Mitleid ist kein Business Case

Juli 29, 2017

Es haben schon sehr viel weisere Menschen über das Thema „Verliebtheit vs. Liebe“ geschrieben und gesprochen.

Ich glaube, ich werde da nicht viel beitragen können.

Aber eines ist die Liebe, die Nächstenliebe, die „Caritas“, die allen Christen aufgetragen ist.

Das ist kein Gefühl, keine Duselei, sondern eine beinharte Lebenseinstellung.

Sich selber nicht so wichtig zu nehmen, sondern das Ganze im Auge zu behalten. Bis hin zur Feindesliebe.

„Caritas“ hat viel mit Mitleid zu tun.

Aber ist die „Caritas“ die Liebe, die eine Frau meint, wenn sie sagt: „Dieser Mann ist ein guter Freund für mich, wir sind in allem einer Meinung, haben dieselben Hobbies und passen sehr gut zusammen, aber ich liebe ihn nicht“.

Oder ist es eher die Antwort auf die Frage: „Was fühlst Du in der Nähe dieses Mannes?“


Reden wir also von „Verliebtheit“?

Verliebtheit ist ein Gefühl. Es ist die Erwartung, dass mir dieser Mensch noch etwas geben wird.

Also eigentlich sehr egoistisch.

Aber warum verwenden Frauen das Wort „Liebe“ für Egoismus?

Lange Pause.

Noch immer lange Pause.

Frauen sind beinharte Geschäftsleute im Fortpflanzungsbusiness.

Nein, kein Scherz.

Wenn ein Mann „es wert ist“, dann verliebt sich eine Frau in ihn.

Warum man dafür das große Wort Liebe verwendet?

Weiss ich nicht.

Meint
Euer Christoph


A Sudden Idea

Juli 23, 2017

https://areasharpa.wordpress.com/2017/07/22/a-sudden-idea/

Meint
Euer Christoph


Von der Identität – verbesserte Version

Juli 21, 2017

Aufgrund der Diskussionen über den Text des neuesten religiösen Büchleins, der im Entstehen begriffen ist, habe ich den Text ein wenig abgerundet: hier der Auszug.

 

Das ist eine Puppe

Im Büchlein „Über die Realität“ habe ich mich zu einem Satz verstiegen, wo ich behaupte:

Alles, was mit sich selbst ident ist, ist ein Teil der Realität.

Die Identität ist eine wesentliche Sache, wenn wir Menschen das Universum erfassen.

Und es ist tatsächlich so simpel, dass man es einem kleinen Kind nicht erklären muss.

Ganz einfach geht die Identitätsbildung vor sich, indem man einem Kind einen Gegenstand zeigt und dazu sagt:

„(Das ist ein) Ball“

oder

„(Das ist eine) Puppe“.

Das ist eine natürliche Sache, die sehr simpel funktioniert.

Erst später beginnen wir, darüber nachzudenken.

Wenn der Puppe ein Arm ausgerissen wird, und wir ersetzen den Arm durch einen Ersatzarm – ist das immer noch dieselbe Puppe?

Angenommen, ich ersetze an einem Ding einen Teil nach dem anderen, bis alle Teile ersetzt worden sind. Bleibt es immer noch dasselbe Ding?

Wie ist das mit den Elektronen in einem Molekül?

Kann man da die einzelnen Elektronen voneinander unterscheiden? Handelt es sich immer um dieselben Elektronen? Oder sprechen wir nicht viel eher von einem „Elektronengas“ oder von unanschaulichen „Quanten­zu­stän­den“?

Sind Atomkerne mit sich selbst ident? Könnte man alle Atomkerne der Welt – zumindest theoretisch – durch­nu­merieren und man hätte dann lauter individuelle Atomkerne?

Oder wabert das ganze Universum als eine undefinierbare Materiewolke vor sich hin und die Identitäten, die wir wahrnehmen, sind eigentlich Schimären, die unsere Eltern uns eingeredet haben?

Na, und bei den materiellen Realitäten – also bei Atomen und Mole­külen – nennen wir sie einfach einmal „die Wirklichkeit“ – ist es ja noch vergleichsweise einfach.

Aber was ist mit den immateriellen Realitäten – nennen wir sie einfach mal „die Wahrheit“?

Ist Darth Vader immer derselbe, ganz egal, ob er von John im mittleren Westen, von Jacques in Paris oder von Erik in Norwegen perzipiert wird? Meinen wir alle dasselbe, wenn wir von Darth Vader sprechen, lesen und hören?

Der Streit geht auseinander, manche Leute behaupten, literarische Wahrheiten seien klarer definiert als so manche historischen Wahr­heiten. Über Peter Pan wissen wir mehr, als über den historischen Jesus Christus – das neue Testament ist kein Geschichtsbuch, sondern eine Sammlung von Geschichten, wenngleich einige historische Tat­sachen zugrunde liegen.

Und so ist diese grundlegende Frage, dieses „Was ist das?“, bzw. dieses „Wer ist das?“ eine Frage, die uns nie ganz losläßt, nie ganz loslassen wird.

Zeit, darüber ein kleines Büchlein zu schreiben.

Identität ist notwendig für Beziehung

Wenn mir meine Mutter gesagt hat „das ist ein Ball“, dann hat sie mir ermöglicht, mit dem Ball in Beziehung zu treten.

Und sie hat mir ermöglicht, anderen Menschen über meine Bezie­hung zu dem Ball zu erzählen: „Böser Ball hat mir weh getan“.

Identität folgt also nicht aus den Naturgesetzen, sondern Identität ist eine notwendige Voraussetzung, um Modellbildung betreiben zu können.

Erst nach der Modellbildung sind wir überhaupt in der Lage, Naturgesetze zu formulieren.

Sollte z.B. ein Quantentheoretiker unter meinen Lesern das Gegenteil herleiten können, bitte ich darum, mich zu korrigieren.

So liege der Verdacht nahe, dass die Identität etwas sei, das wir Men­schen hauptsächlich aus psychosozialen Gründen benötigten, und das wir aus diesem kühlen Grunde „in das Universum hinein­inter­pre­tie­rten“.

Damit wir uns nicht so verdammt alleine fühlten, beseelten wir die Natur, dächten uns alle möglichen Götter aus und ausserdem glaubten wir, dass der Mensch dazu erschaffen sei, die wahre Liebe zu finden.

Ewige Sehnsucht.

Aber auch ewige Triebkraft.

Einander kennzulernen, die wahre Identität zu entdecken, was versteckt sich hinter der Fassade?

Neugier.

Hoffnung.

Und Enttäuschung.

Ist es nicht oft so, dass die Phantasien über unser Gegenüber viel mehr verheissen, als die tatsächliche Erfahrung dann übriglässt?

Ist das Kennenlernen eines Menschen nicht ein langer Weg von Enttäuschungen?

Wenn ich in Äußerlichkeiten verliebt bin – und nicht in die Seele dieses Menschen, die seine eigentliche Identität ist – dann muss die Beziehung zwangsweise erkalten.

Sie muss erkalten, sobald sich der Mensch ändert – sobald die Akzi­den­zien einen anderen Weg nehmen, als ich es mir gewünscht habe.

Ich habe mich in einer virtuelle Identität verliebt und nicht in eine reale Identität.

Die reale Identität eines Menschen, das ist das, was er im Innersten IST, das ist der Name, bei dem Gott diesen Menschen gerufen hat.

Seine Seele.

Reif durch Enttäuschung

Eine Enttäuschung ist immer auch eine Ent-Täuschung.

Nach einer Enttäuschung ist man um eine Täuschung ärmer, aber auch um eine Erfahrung reicher.

Und man ist näher an der Wahrheit. Wahres Ziel unserer Sehnsucht.

Nicht mehr ge-täuscht, sondern ent-täuscht.

Es gibt (nur) einen Gott

„Oida, ich sag‘ Dir. Mein Gott ist besser als Deiner. Der wird ihn fertig machen. Sag‘ ich.“

Es gibt immer noch Menschen, die an den Spruch glauben „Wir sind die Guten und die Anderen müssen besiegt werden“.

Jetzt kommt die Ent-Täuschung: „Ihr beide – Ihr, die Ihr Euch streitet – Du und Du, es gibt nur einen Gott – Ihr habt aber unterschiedliche Gottesmodelle„.

Wenn wir uns streiten, dann stellen wir uns beide gegen Gott, den Herrn des Universums, der unser Vater ist und unser Bestes will.

Es gibt nichts, was so sehr mit sich selbst ident ist, wie dieser Gott.

Und wenn wir auch ein Fünkchen dieser Identität, dieser Gegenwart, in uns spüren, dann sind wir schon große Hoffnungsträger.

Diese große Einigkeit, dieser große Frieden, diese Gelassenheit, diese Freude, dieses Kindsein und diese Hoffnung.

Hmmmmmmm, es gibt nur einen Gott? Heisst das jetzt, dass alle Religionen gleichwertig sind, und dass es keinen Unterschied macht, ob ich Katholik bin, Protestant, Freikirchler, orthodoxer, Schiit, Sunnit, Jude, Atheist oder etwas anderes?

Haben alle Religionen die Wahrheit? Gibt es viele Wahrheiten? Dürfen Widersprüche so stehen bleiben?

Nun ja, ich habe ja schon gesagt, es ist wichtig zu unterscheiden zwischen Gott und Gottesmodell. Auch wenn es nur einen Gott gibt, so heisst das, und gerade das heisst das, dass manche Gottesmodelle besser sein werden und andere schlechter.

Und nur einer – nämlich Jesus Christus, Gottes Sohn und Erlöser des Universums, konnte ein Modell bilden, das tatsächlich Gott IST. Jeder Katholik weiss, wovon ich rede.

 

 

Meint

Euer Christoph


Brief an meine Tochter – 2017-05-25

Mai 28, 2017

Betreff: SrrTrains – die ganze Geschichte – aus heutiger Sicht

Liebe C.!

Begonnen hat die ganze Geschichte damit, dass ich

a) im Zuge meiner Diplomarbeit (1993 – 1997) draufgekommen bin, dass man mit Hilfe von GPS Uhren hochgenau synchronisieren kann
b) eine Fernsehdokumentation über die F-117A (den ersten Tarnkappenbomber „Night Hawk“) gesehen habe

Beides zusammengenommen war ich dann der Meinung, dass sowohl GPS als auch TCP/IP (das Internet) nur deswegen erfunden worden sind, damit der Tarnkappenbomber fliegen kann (technische Details kann ich Dir gerne erklären, im Prinzip geht es um „bistatisches RADAR“).

Also hatte der Tarnkappenbomber (der in meiner Phantasie mit der Metapher „Darth Vader“ gleichgesetzt wird) zwei Kinder, nämlich GPS (Leia) und TCP/IP (Luke). Das ist natürlich nur eine Metapher.

Weil mir niemand bestätigen oder widerlegen konnte, ob ich recht habe, war das eine sehr anstrengende Zeit – Du musst Dir vorstellen, Du hast etwas Grundlegendes entdeckt, aber niemand bestätigt oder widerlegt es, alle gehen aber davon aus, dass Du verrückt bist, insbesondere Deine Frau.

Nun kam ich dahinter, dass Darth Vader noch ein drittes Kind gehabt haben könnte: was wäre, wenn die 3D Graphik auch ein Kind der Tarnkappentechnologie wäre? Technische Details auf Nachfrage.

Das führte im Jahr 2000/2002 zur Erfindungsmeldung DIGITS. Siemens hat mir diese Erfindung dann freigegeben. Da Siemens nicht wusste, wie man damit Geld machen soll, haben sie mir die Verantwortung umgehängt. Damals gab’s noch kein Google Earth, aber wie ich später nachgelesen habe, war es bereits in Entwicklung.

Ausserdem bekam ich den Hinweis, dass ich nicht immer nur an die F-117A denken soll, sondern auch an Drohnen (und Roboter).

Dann habe ich die „Zifferngeschichte“ (Geschichte von DIGITS) geschrieben.

Im Jahr 2005 (Einstein’s Jahr!) war die Ideenfindung für die Idee DIGITS abgeschlossen, das ich immer noch mit mir herumtrage.

Im Jahr 2007 habe ich mein erstes Blog begonnen, weil ich gefühlt habe, dass ich über diese Idee veröffentlichen MUSS (Web 2.0 kam mir damals zu Hilfe).

Dann habe ich die Zifferngeschichte veröffentlicht und begonnen die Erzählung (genau genommen die „Drehbuchskizzen“) „Das dritte Kind“ zu schreiben.

Bei Siemens habe ich 2007 die Idee „SIMULRR“ abgegeben, die zu Ostern 2008 freigegeben worden ist (auch hier wollte Siemens nicht die Verantwortung übernehmen).

Zu Ostern 2008 habe ich mit dem X3D Hobby begonnen – zuerst mit einem Rollercoaster Projekt.

Frühling 2009 war ich sicher, dass man X3D für die virtuelle Modelleisenbahn verwenden kann und habe mit dem „SrrTrains v0.01“ Projekt begonnen.

März 2010 musste ich die Firma wechseln (das hat sich schon 2009 abgezeichnet). März 2010 war auch die „erste LAN Party“ des SrrTrains v0.01 Projekts.

Dann kam noch die Idee dazu, die „unteren Schichten“ von SrrTrains „zu begraben“ (eine Schicht tiefer zu legen) – das ist SMUOS – und es kam die Idee dazu, die virtuelle Multiuser Szene mit der „real reality“ zu verbinden (SMS = Simple Multiuser Scene).

Das Blog erstersein.wordpress.com wurde von zweitersein.wordpress.com abgelöst, als ich begann, den zweiten Teil des „dritten Kindes“ zu schreiben. Das dritte und letzte Blog heisst jetzt letztersein.wordpress.com.

Es gibt eine Master-Page, das ist die „Page der ignatio-franziskanischen Revolutionsassistenten“, die ich halb im Scherz und halb ernsthaft gegründet habe

https://letztersein.wordpress.com/die-projekte/

Ein paar inoffizielle Dinge findet man auf http://members.chello.at/christoph.valentin

Jetzt aber ein großes Danke, dass Du diese E-Mail zuverlässig aufheben wirst, und stress Dich nicht beim Lesen, Du hast alle Zeit der Welt 🙂

Bussi
Papa


Das letzte Büchlein ist jetzt fertig

Mai 2, 2017

Version 0.5 vom 2. Mai 2017

Alle Downloads hier: Kleine religiöse Büchlein

Vom Bösen (v0.5 vom 2017-05-02)

1. Ist alles relativ?

Wir haben es uns gemütlich gemacht in unserem Zeitalter der Abgeklärtheit.

In einem Zeitalter, in dem es keine Maßstäbe gibt, an die wir uns halten können oder müssen,

keine Grenzen, die man uns setzt,

keine Werte, die man in die andere Waagschale legen könnte und

keine Autorität.

Und habe ich mit meinen „kleinen religiösen Büchlein“ über die Wahrheit und von der Erkenntnis nicht auch einen Teil dazu beigetragen, dass wir das gesamte Universum relativieren?

„Es gibt viele Modelle der Wirklichkeit“ haben wir gelesen, und tatsächlich scheint kein Mensch in der Lage zu sein, ein tatsächliches Urteil zu fällen über Wahrheit und Lüge,

über Gott und Teufel,

über Kalt und Heiss und schließlich

über Gut und Böse.

Auch dieses Büchlein heisst „vom Bösen“, was wieder eine gewisse Ambivalenz in sich birgt, weil nicht klar ist, ob ich über „den Bösen“ schreiben werde oder über „das Böse“.

Beginnen wir mit den letzten Worten des siebenten Büchleins „vom Geliebtwerden“. Dort schreibe ich einige Zeilen darüber, dass Gott uns liebt, und dass Gott von uns geliebt werden möchte.

[…]Wer könnte solch eine Liebe zurückweisen?

Fragt sich

Euer Christoph[…]

ende ich, und das ist auch schon der Kern des Bösen:

Gottes Liebe zurückweisen.

Liebe ist nichts für Weicheier.

Liebe fordert alles.

Liebe betrifft den ganzen Menschen mit all seinen Schwächen und Fehlern, aber auch all seinen Stärken.

Klar, dass man da zurückschreckt und instinktiv in eine Abwehrhaltung geht.

Und so, wie es viele Gründe für die Liebe gibt, so gibt es auch viele Gründe, die dagegen sprechen:

  • Naaa, bitte neeed. Gerade jetzt wär’s so schön aufm Sofa mit dem Bier in der Hand
  • Muss des wirklich sein?
  • Könn‘ ma das ned auf Morgen verschieben?
  • Des bringt ma meine ganzen Pläne durcheinander

Nun gut, der Kern des Bösen ist die Lieblosigkeit, aber ist es jetzt „der Böse“ oder ist es „das Böse“, der/das uns das Leben schwer macht?

Wir wollen in diesem Büchlein versuchen, uns diesem Thema über verschiedene Beispiele zu nähern.

2. Das/Der Böse ist immer modern

Wenn man sich dem Bösen annähern möchte, dann kommt man um eine Erkenntnis nicht herum.

Das/Der Böse ist leicht, modern, sexy und attraktiv.

Wie leicht ist es zu sagen: „Der Stärkere setzt sich durch, der Markt wird das schon regeln“.

Wie schwer ist es: „Wir müssen zueinander stehen und gegen das Böse in uns ankommen. Wir dürfen den Schwächeren nicht ausnützen und wir müssen dem Armen und Kranken helfen, den Witwen und Waisen“.

Diese Hilfe kann so weit gehen, dass es richtig gehend weh tut.

Wir müssen unserem Herzen einen Ruck geben, dort wo es träge vor sich hindümpeln will und wo eingefahrene Bahnen uns immer auf der schiefen Ebene nach unten ziehen möchten.

Wenn man gut sein möchte, dann muss man damit rechnen, dass das uncool ist und man muss damit rechnen, dass man ausgelacht wird.

Wenn man heutzutage urchristliche Begriffe wie „Verantwortung“ und „Gerechtigkeit“ in den Mund nimmt, dann gilt man bereits als Marxist, als Ewiggestriger, der dem Fortschritt und dem Wachstum nur im Wege steht.

Aber man muss das Böse/den Bösen dort erkennen, wo der Starke auf den Schwachen keine Rücksicht nimmt, dort, wo der Führende dem Nacheilenden keine Ausbildung zukommen lässt und keine Nachhilfe.

Dort, wo der Obere demjenigen, der eh schon am Boden liegt, auch noch einen Fußtritt verpasst und sagt, das ist gut so, denn die natürliche Ordnung sei das Recht des Stärkeren.

Mit derartigen Philosophien hat der Nationalsozialismus begonnen, und die nächste Menschheitskatastrophe beginnt schon wieder mit genau denselben Argumentationen.

Wenn die Natur es nicht schafft, sich vor dem Menschen zu wehren, dann sei sie selber schuld, „wäre sie halt stärker gewesen“, dann „wäre das nicht passiert“.

Das ist so ähnlich, wie die Frau, die einen Mann verführt, es kommt zur Katastrophe, und nachher sagt: „Er hätte sich halt nicht verführen lassen dürfen“. Er sei schuld.

So sagen wir immer öfter, die Arbeitslosen seien selbst Schuld an ihrem Unglück und die Superreichen hätten „halt mehr geleistet“, sodass sie mehr verdient hätten.

Man finde immer weniger Facharbeiter, da die Leute einfach „keine Lust mehr hätten zu arbeiten“.

Dass sich Arbeiten heutzutage einfach nicht mehr auszahlt, weil die Löhne und Gehälter einen historischen Tiefststand erreicht haben, darüber schweigt man sich aus.

Warum gibt es immer mehr Bettler?

Weil sich Betteln wieder auszahlt.

Mit ehrlicher Arbeit verdient man einfach nicht genug.

Es gibt wahrlich genug Böses auf dieser Welt, und es ist verdammt sexy.

Aber ist es „der“ Böse oder ist es „das“ Böse?

Wir wollen weitere Beispiele betrachten, um auf diese Frage eine Antwort zu finden.

3. Ohne Wahrheit kein Gut und kein Böse

In seiner extremsten Form, dem Solipsismus, leugnet der Idealismus die Realität und mithin – wie ich meine – die Wahrheit.

Und gerade deswegen ist der Idealismus die Wurzel des Relativismus.

Wie meine ich das?

Nun, im Gegensatz zum Materialisten, der den menschlichen Geist nur als eine Schimäre betrachtet, die sich aufgrund der Komplexität von physikalischen Systemen automatisch ergibt, behauptet der Idealist in seiner konsequentesten Auslegung, dass es keine objektive Welt gebe, sondern alles ein Auswuchs des menschlichen Geistes sei.

Wenn es nun keine objektive Tatsache gibt, dann kann es auch keine objektive Wahrheit geben. Denn wenn die Wahrheit an sich existierte, dann wäre ihre Existenz ja nicht dem menschlichen Geist unter­wor­fen, was aber ein Widerspruch zur Grundannahme des Idealismus wäre.

In den anderen „kleinen religiösen Büchlein“ haben wir mühevoll die „Sätze A bis E“ entwickelt, die einen Mittelweg gehen sollen.

Satz A) Ich glaube an eine Wirklichkeit / Wahrheit. Die Wirklichkeit / Wahrheit existiert auch ohne mich. Sie läßt sich nicht absolut erfassen.

Satz B) Es gibt verschiedene interaktive Modelle der einen Wirklichkeit / Wahrheit, die mehr oder weniger zutreffen. Sowohl die Wirklichkeit / Wahrheit ist interaktiv, als auch die Modelle.

So lauten die ersten beiden Sätze A) und B).

Wenn man mir vorwürfe, dass ich mit der Behauptung, wir alle bewohnten nur subjektive Modelle der Wirklichkeit, dem Relativismus vorschub geleistet hätte, dann irrt man sich.

Denn im Satz A habe ich ja geschrieben, dass es eine – eine einzige – Wirklichkeit / Wahrheit ist, an die ich glaube.

Denn so subjektiv die Modelle sein mögen, die wir bewohnen, so objektiv ist die Wirklichkeit / Wahrheit, die es eben nur einmal gibt.

Nur Leute, die davon ausgehen, dass Gott eine Phantasiefigur sei, können behaupten, dass alle Religionen gleich gut seien.

Denn wenn es Gott wirklich gibt, dann wird es eben Gottesmodelle geben, die näher an der Wirklichkeit – an Gott – sind, und Gottesmodelle, die weiter von der Wirklichkeit entfernt sind.

Manche Religionen werden uns helfen, ein gutes Leben zu führen, andere Religionen werden dabei eher hinderlich sein.

Und so ist es die Wirklichkeit selbst, die uns den Maßstab gibt um zwischen Gut und Böse zu unterscheiden.

Wie es zum Stalinismus kommen konnte, darüber kann man streiten.

Und man kann auch darüber streiten, wer daran schuld sei, dass es soweit kommen konnte.

Aber dass der Stalinismus in seiner Gesamtheit böse Auswirkungen hatte, darüber kann man nicht streiten. Das ist evident.

Unzählige Tote, Verstümmelte und Misshandelte geben ein klares Votum, dass der Stalinismus etwas Böses war.

Aber woran erkennen wir das neue Böse, das am Horizont heraufzieht? Welche Maßstäbe sollen wir anlegen? Wird es von rechts kommen oder von links?

4. Ich bin Gott

Um nun zur Grundfrage dieses Büchleins zurückzukehren:

– Ist es nun der Böse oder ist es das Böse, mit dem wir kämpfen?

Schwierige Frage.

Die Frage ist so ähnlich wie die Frage, ob Du, lieber Leser ein Selbstbewußtsein hast.

Wir können miteinander kommunizieren, aber ich weiss nicht objektiv, ob Du eine Maschine bist, die mechanisch abläuft, oder ob Du ein Selbstbewusstsein und einen freien Geist hast.

Hat der Teufel einen freien Geist? Ist er eine Person oder ist er nur ein nebulöses Etwas, das in unserem Unterbewußtsein herumspukt?

Ich denke, für uns Menschen ist es gar nicht so wichtig, diese Frage zu beantworten.

Aber es erscheint mir wichtig klar zu stellen, dass es neben uns selbst auch noch andere Geistwesen gibt, die eben nicht nur ein Teil unserer eigenen Phantasie sind, sondern auch eine eigene Existenz haben.

Denn wenn ich davon ausginge, dass das alles ICH sei, was da in mir herumspukt, wenn ich glaubte, dass es ausser mir NICHTS gäbe, dann bliebe mir nur die entsetzliche Erkenntnis:

Ich bin Gott.

Und wer könnte diese Verantwortung tragen?

Vielleicht glaubst Du, dass ich verrückt sei – und vielleicht bin ich das auch –, aber ich möchte Dir erzählen, dass ich eine kurze Phase hatte, ca. fünf Minuten hat sie gedauert, in der ich wahrer Atheist war.

Ich hatte mich zur Erkenntnis durchgerungen, dass da Nichts sei außer uns Menschen – außer mir – und ich habe tatsächlich an nichts geglaubt.

Voll Entsetzen lief ich in der Wohnung herum und schrie: „Ich bin Gott!“ – denn diese Erkenntnis war fürchterlich – diese Einsamkeit an der Spitze.

Natürlich war es nur ein Spielchen, das mein Unterbewußtsein mit mir trieb, um mir klar zu machen, wie wichtig es für mich ist an etwas zu glauben – an Gott und an das Geistige – letztlich an die Liebe.

Der Nachbar rief die Polizei, meine Familie rief die Rettung – der Rest ist eine langwierige Heilungsgeschichte.

Mittlerweile kann ich wieder an die Liebe glauben.

Aber ist es nun der Böse oder ist es das Böse, das Spielchen mit mir treibt und versucht, mich von der Liebe fernzuhalten?

Ich weiss es nicht und ich kann es nicht beantworten.

Aber wir werden noch einige Beispiele durchgehen, um das Für und das Wider abzuwägen.

Meint

Euer Christoph

5. Ist jeder seines Glückes Schmied?

Wenn es mir gut geht – habe ich dieses Gute selbst verursacht?

Wenn ich leiden muss – welche Schuld habe ich auf mich geladen, damit ich so bestraft werde?

Wenn jemand anderer leidet – soll ich ihm vorhalten, dass er selbst daran schuld sei?

All das sind Fragen, die so alt sind wie die Menschheit selbst.

Denn einerseits können wir uns nicht vorstellen, dass Gott so boshaft sei, eine Welt zu erschaffen, in der es das Leiden gebe.

Wir erkennen also, dass es der Mensch ist, der das Böse in die Welt bringt, durch allerlei böse oder gedankenlose Taten, Worte und Gedanken, oder auch durch Unterlassungen.

Andererseits aber sind es wir, die eigentlich nur das Gute wollen – jeder, der ein wenig in sich geht, weiss das – und es ist umso tragischer, dass wir damit oft nur das Böse erreichen.

Ist es nicht oft so: je mehr wir uns anstrengen, etwas zu erreichen, desto mehr entfernen wir uns davon?

Je mehr ich mich verkrampfe, damit ich brave, gute Kinder habe, desto schlimmer werden sie.

Je mehr ich mich im Büro anstrenge, um möglichst viel Geld für die Familie heranzuscheffeln, desto gleichgültiger bin ich meinem Chef.

Wer etwas gelten will, muss sich rar machen, lautet ein alter weiser Spruch.

Aber was steht zu diesem Thema in der Heiligen Schrift? Versuchen wir unser Glück bei Markus:

Mk 4,26 Er sagte: Mit dem Reich Gottes ist es so, wie wenn ein Mann Samen auf seinen Acker sät;

Mk 4,27 dann schläft er und steht wieder auf, es wird Nacht und wird Tag, der Samen keimt und wächst und der Mann weiß nicht, wie.

Mk 4,28 Die Erde bringt von selbst ihre Frucht, zuerst den Halm, dann die Ähre, dann das volle Korn in der Ähre.

Mk 4,29 Sobald aber die Frucht reif ist, legt er die Sichel an; denn die Zeit der Ernte ist da.

Ich denke, von diesem alten Gleichnis können wir lernen.

Ja, wir sollen unseren Teil beitragen – so wie der Sämann gehen wir durch unser Leben uns legen die Grundlage für die Zukunft.

Aber der Erfolg – ob aus dem Samen dann wirklich eine Ernte wächst – der liegt nicht in unserer Verantwortung.

Und so, wie wir dem Reichen gratulieren sollen zu seinem Glück – denn er hat Glück gehabt, es war nicht seine Leistung, die ihn an diese Stelle gesetzt hat – so sollen wir mit dem Armen Mitleid haben, denn er leidet nicht für seine eigenen Sünden sondern für die Sünden der Menschheit.

Und wir sollen uns gegenseitig das Leben nicht zur Hölle machen.

Meint

Euer Christoph

6. Medias in res

Nun aber zur Sache.

Gibt es den Teufel?

Ich würde sagen „Ja“.

Denn alles was ich über den Teufel schreibe,
das könnte ich genauso gut über mich selbst schreiben.

Im ersten Kapitel haben wir ein wenig über den Relativismus gelesen und darüber, dass sich der Böse ganz gerne in der großen grauen Ursuppe der Verwirrungen versteckt.

Gut wird mit Böse verwechselt, Oben mit Unten und Schwarz mit Weiß.

Es sei gut, wenn der Starke den Schwachen ausbeute, es sei in Ordnung, wenn wir uns soviel herausnehmen, wie wir nur kriegen können und es sei gut, wenn wir unsere Nachkommen im Unklaren ließen über das Schicksal, das sie erwartet.

Wir wollen Gott sein und das Schicksal selbst bestimmen.

Wir glauben, wir könnten dem Tod entrinnen durch allerlei Cremen und Laufübungen und wir glauben, wir könnten die Laufzeit des Universums auch nur um eine Sekunde verlängern durch Verzicht, den wir natürlich nicht selber üben sondern anderen aufzwingen.

Aber sind wir wirklich Gott?

Bin ich durch alle diese Boshaftigkeit nicht selbst dem Teufel viel näher als ich es Gott bin?

Der die Liebe ist?

Alles Böse, das ich kenne, kenne ich von mir selber und der Teufel ist doch eigentlich nur eine Projektion meiner eigenen Bösigkeit.

Der Teufel personifiziert das Böse, das in mir ist.

Jeder Mensch geht unbewusst davon aus, dass alle anderen Menschen im Grunde ihres Herzens eigentlich genau so ticken wie er selber (was im übrigen ein Irrtum ist).

Je mehr Böses also ein Mensch im Herzen trägt, desto mehr fürchtet er sich vor anderen Menschen und vor der Umwelt.

Gehe einmal im Dunkeln durch den einsamen Wald.

Dann merkst Du, wieviel Böses in Deiner Phantasie lauert.

So trägt jeder seinen „eigenen kleinen Teufel“ mit sich herum, der im Herzen schlummert und – manchmal – ganz schön groß werden kann.

Aber gibt es auch den „großen Teufel“?

Den Teufel, der – selten aber doch – in der Bibel erwähnt wird?

Den Teufel, der „wie ein Löwe herumstreunt, um alles zu verschlingen“?

Den Teufel, der keine menschliche Modellbildung ist sondern ein Geschöpf Gottes?

Darüber wollen wir uns noch einige Gedanken machen.

Aber für dieses Kapitel lassen wir es gut sein.

7. Der Verwirrer – Diabolos – Teufel

Teuflisch ist es, wenn die Wahrheit verkehrt wird. Wenn man Links mit Rechts vertauscht, Oben mit Unten, Vorne mit Hinten und Später mit Früher.

Aber neben der Verkehrung der Wahrheit gibt es eine noch viel schlimmere Form der Lüge, nämlich die Halbwahrheit.

Wenn man zum Pol den Gegenpol weglässt.

Wenn man den Gedanken nicht konsequent fertigdenkt.

Erstens: Die Grünen haben recht, wenn sie sagen, dass man dem Armen, Schwachen, dem Flüchtling helfen muss.

Keine Frage.

Aber da fehlt noch etwas.

Damit der Starke dem Schwachen helfen kann, muss er zuallererst einmal stark sein.

Die Schwachen können sich nicht gegenseitig am Schopf aus dem Sumpf ziehen, wie einst Lügenbaron Münchhausen es getan hat.

Wenn es eine Welle mit so vielen Schwachen gibt, dass der Starke selbst dem Untergang geweiht ist, wenn er allen hilft, dann muss der Starke zuerst einmal dafür sorgen, dass er stark bleibt – auch wenn das hart ist und hart klingt.

Und er muss den anderen Starken im Ausland ins Gewissen reden, dass sie ihre Schwachen nicht einfach nach Europa schicken, sondern selbst versorgen.

Zweitens: Die Blauen haben auch recht. Die Menschen haben Angst und Wut.

Und diese Angst und Wut kann man politisch ausnützen. Man kann diese Angst schüren und Stimmen gewinnen.

Aber es ist nicht fertig gedacht. Denn das dritte Reich – das auf Angst aufgebaut war – hat nicht lange gehalten.

Angst ist keine nachhaltige Motivation.

Die Angst vor der Klimakatastrophe hat viele zur Einsicht gebracht, aber eine nachhaltige Änderung der menschlichen Arbeitsweise wird die Angst nicht bewirken.

Das Zauberwort heisst Hoffnung.

Die Hoffnung auf eine „schönere“ Arbeitsweise der Menschheit, die Hoffnung auf „harmonischere“ und „kreislaufartige“ Wirtschafts­formen – eine Sinnhaftigkeit in unserer Arbeitsleistung – das könnte die Menschen nachhaltig motivieren, den Klimawandel zu bekäm­pfen.

All das – der Klimawandel, das dritte Reich und die rechten Recken – sind nur äußere Feindbilder.

Wenn man die Gedanken konsequent weiterdenkt, wenn man fertigdenkt – dann muss man sich von allen äußeren Feindbildern lösen und man muss die Wahrheit innen suchen. Man muss den Sinn suchen.

Innen – dort wo Du Deine Entscheidungen triffst, indem Du solange über den Fakten meditierst, bis Du den Sinn erkennst.

Letzten Endes kommst Du so zu Gott, der in Deinem Herzen wohnt, weder in Deinen Emotionen – in Deinen Gefühlen – noch in Deinen Gedanken – in Deiner zweifellos großen Gehirnleistung.

Alles andere sind nur Halbwahrheiten.

Meint

Euer Christoph

8. Im Schatten des Lichts

Aber nehmen wir einmal an, den Teufel gibt es tatsächlich.

Er sei ein gefallener Engel.

Man behauptet, er wäre ein hoher Engel gewesen.

Er habe den Namen Luzifer – Lichtträger – getragen.

All das sind natürlich menschliche Modellbildungen.

So wie die Menschen, die nahe am Licht sind, manchmal neidisch werden, weil sie selbst nicht das Licht sind, so kann man sich vorstellen, dass Luzifer gerne selbst das Licht gewesen wäre.

Durfte er aber nicht, er durfte das Licht nur tragen.

Klassischer Fall von Minderwertigkeitsgefühl und Komplexler, könnte man sagen.

Und gerade das ist es, was Menschen gefährlich macht: Minderwertigkeitsgefühle und Komplexe.

Dann greifen sie zu unlauteren Mitteln, um die Macht zu ergreifen.

Sie nehmen sich Autorität, ohne in Bescheidenheit darauf zu warten, dass ihnen Autorität gegeben wird.

Ungeduld, Selbstzweifel, Kontrollgedanken, Machtgelüste, Weltrettungsgedanken, ………………………………………….

Soll man also mit dem Teufel Mitleid haben?

Wartet Gott darauf, dass wir Menschen den Teufel durch unsere Mildtätigkeit erlösen?

Puuuhhh.

Also, was die beiden miteinander zu schaffen haben, das ist wirklich nicht unser Bier.

Und der Teufel sollte wirklich der Letzte sein, um den wir uns Sorgen machen.

Meint

Euer Christoph