Die Liebesfalle

März 12, 2022

Wie ich bereits im siebenten Büchlein erörtert habe, wollen wir Men­schen geliebt werden.

Die Liebe ist die größte Stärke des Menschen, aber auch seine größte Schwäche.

Weil wir Angst vor dem sozialen Tod haben, haben wir auch Angst davor nicht geliebt zu werden.

In unserer Angst tun wir dann die verrücktesten Sachen – das ist der „Unsinn des Gewissens“. Und eigentlich ist es auch der Ursprung des Bösen.

Wie meine ich das?

Nun, man sagt das grundlegendste, das ursprünglichste und das erste Bedürfnis jedes Menschen sei es, angenommen zu sein, wie man ist. Also geliebt zu werden, ohne sich anbiedern zu müssen.

Wenn dieses Bedürfnis nicht befriedigt wird, vor allem nicht von den Eltern, dann reiten wir in unserer Verzweiflung von einer Trotzphase in die nächste.

Wir machen verrückte Purzelbäume, schneiden uns nicht die Haare, waschen uns nicht und fangen an zu stinken, nehmen Drogen, schwänzen die Schule und drohen damit unser Leben wegzuwerfen, solange, bis dieses grundlegendste aller Bedürfnisse erfüllt wird.

Aber ich darf nicht ungerecht sein. Die Strategie, die ich soeben beschrieben habe, die „Strategie des Trotzes“, wird nicht von jedem Kind oder Jugendlichen verfolgt.

Manche, vor allem schwache Charaktere, wählen auch den „Weg der Anpassung“. Sie erkaufen sich die Anerkennung, indem sie sich selbst verbiegen. Und bringen sich selbst um die Befriedigung des grundlegendsten aller Bedürfnisse.

Das sind die wirklich unglücklichen, also bösen Charaktere.

Die Mitläufer, die Denunzianten, die mit den Wölfen heulen und die das „Fahrradfahren“1 beherrschen.

Das ist der „Unsinn des Gewissens“ in Reinkultur. Das ist die Grund­lage aller Neurosen und Psychosen und davon leben die Psychiater und Beichtväter seit Generationen.

Meint

Euer Christoph

1Fahrradfahren = nach oben buckeln und nach unten treten


Das ES-Gewissen

März 6, 2022

Wenn ein Kind geboren wird, dann lernt es die Leiden des Lebens am eigenen Leib kennen:

  • ICH habe Hunger
  • ICH fühle mich kalt
  • ICH fühle mich einsam

Am Anfang sind es diese ICH-bezogenen unangenehmen Gefühle, die uns sagen, was gut und was böse ist.

Und in den meisten Fällen müssen wir nur ein bisschen weinen – evtentuell schreien –, damit unsere unangenehmen Gefühle beseitigt werden. Wie werden ge“stillt“, damit wir eben still sind.

Irgendwann dann beginnen wir zu denken, wir lernen, dass die Mutter, der Vater auch Menschen sind, und dass wir von ihnen abhängig sind.

Der Mensch fürchtet eigentlich nur zwei Dinge:

  1. den physischen Tod,
  2. den sozialen Tod.

Diese Furcht vor dem sozialen Tod, dass die, von denen wir abhängig sind, uns nicht mehr mögen, diese Furcht führt zum ES-Gewissen.

  • ES wäre gut, wenn mich meine Eltern mögen
  • ES wäre gut, wenn meine Eltern reich und angesehen sind
  • ES wäre gut, wenn auf der Welt Frieden ist

Und so wird unser Gewissen von der Umwelt geformt, durch die Menschen, von denen wir abhängig und auf die wir angewiesen sind.

Das ist die Basis für den Unsinn des Gewissens.

Meint

Euer Christoph


Von Sinn und Unsinn des Gewissens – II

März 6, 2022

Nun habe ich tatsächlich begonnen, das 14. „kleine religiöse Büchlein“ zu schreiben (alle bisherigen findet man hier: https://letztersein.com/kleine-religiose-buchlein).

Zumindest die Einleitung ist schon fertig:

Von Sinn und Unsinn des Gewissens

Haben wir das Recht, über unser Gewissen zu urteilen?

Sinn und Unsinn des Gewissens festzustellen?

Ist es nicht das Gewissen, das über uns urteilt, statt umgekehrt?

Ist nicht das Gewissen die allerletzte Instanz, die über Gut und Böse entscheidet?

Nun, diesen Fragen sollten wir auf den Grund gehen.

Beginnen wir mit der Definition, die wir in der Schule gelernt haben:

Das Gewissen ist jene Fähigkeit der Vernunft, die es dem Menschen ermöglicht zu erkennen, was recht ist,
und es ist der Antrieb nach dieser Erkenntnis zu handeln.

Und da haben wir schon den Schlamassel:

Die Vernunft des Menschen ist irrtumsfähig.

Das heißt also, dass auch das Gewissen irrtumsfähig ist.

Wenn wir uns jetzt also in unseren moralischen und ethischen Bewertungen irren können, was ist nun der Maßstab, den wir anlegen können?

Wonach sollen wir uns richten?

Wo ist unser Leuchtturm, unser Kompass, unser Navi?

Was ist die Wahrheit, der wir folgen sollen?

Ich möchte versuchen, diese Fragen in diesem „kleinen religiösen Büchlein“ ein wenig zu ventilieren.

Lieber Leser, liebe Leserin, Du mußt mir nicht glauben, trotzdem wünsche ich Dir, daß Dich das Büchlein anrege und begleite.

Meint

Euer Christoph


Von Sinn und Unsinn des Gewissens

Februar 20, 2022

Liebe Leser und Leserinnen,

Nun habe ich mir also tatsächlich vorgenommen, ein 14. „Kleines religiöses Büchlein“ zu schreiben, ein Büchlein über „Sinn und Unsinn des Gewissens“.

Was meine ich damit?

Nun, Gewissen „bewertet“. Vor allem bewertet es uns selbst.

Das heißt, es vollführt eine Transformation, die aus komplexen Lebenssituationen einen binären skalaren Ausdruck extrahiert, der nur zwei Werte annehmen kann: „gut“ oder „böse“ bzw. „ich fühl‘ mich gut“ oder „ich fühl‘ mich schlecht“.

Also ein Bit, ein binary digit.

Manche Menschen denken auch in Graustufen und kennen die Werte „sehr böse“, „ziemlich böse“, „einigermaßen böse“, „ein bißchen böse“, „kaum böse“, „neutral“, „kaum gut“, „ein bißchen gut“, „einigermaßen gut“, „ziemlich gut“ und „sehr gut“.

Anmerkung: von Regenbogenfarben reden wir (noch) nicht, obwohl es gerade hier angebracht wäre 😉

Und zuletzt hatten wir uns mit einem skalaren Zahlenwert beschäftigt, mit dem der Markt einen Haushalt bewertet, nämlich mit der sogenannten „Wertschöpfung“.

Aber dann sind wir dahintergekommen, dass Wertschöpfung im üblichen Sinn eigentlich nur im Zusammenhang mit der Wertschöpfungskette der Produktionseinheiten einen Sinn ergibt. Eine „gesamtmenschliche Wertschöpfung“ oder eine „weltwirtschaftliche Wertschöpfung“ ergibt beim besten Willen keinen Sinn (siehe Beispiele 1: Wertschöpfung), wenn man die übliche Definition der Wertschöpfung zugrunde legt:

Wertschöpfung = Produktionsergebnis – Vorleistungen
(Satz B1a-1)

Wir werten das als Hinweis, dass der Sinn des Lebens sicher nicht in der Produktion und im Konsum begraben liegt. Sinnlose Produktion oder sinnloser Konsum mag zu gewissen lokalen Wertschöpfungen beitragen, aber sie „bringen die Menschheit insgesamt nicht weiter“.

All das wird im 14. Büchlein zu ventilieren sein, doch möchte ich diesmal noch ein wenig den Begriff der Wertschöpfung aus Sicht des beliebten alleinerziehenden Softwareentwicklers in einer Großstadt detaillierter betrachten.

Unser Softwareentwickler ist also in der R&D Abteilung irgend eines Unternehmens angestellt, diese Abteilung verkauft eine Arbeitsstunde unseres Softwareentwicklers um 80 € an andere Abteilungen (die 80 € sind also ein „interner Stundensatz“).

D.h. also, unser Softwareentwickler verursacht durch seine Arbeit (genau genommen durch seine Anwesenheit 🙂 ) bei seinem Chef einen Umsatz von 80 Einheiten.

Anmerkung: hier gilt Bruttoumsatz (BU) = Nettoumsatz = 80 Einheiten, weil ja für die interne Weitergabe meiner Arbeitsleistung im Unternehmen keine Umsatzsteuer verrechnet wird. Das ist auch gerechtfertigt, weil ja (fast) kein Transport der Leistung nötig ist. Die Umsatzsteuer dient ja im Allgemeinen dazu, die externen Kosten des landesinternen Gütertransports (Umweltschäden u. dgl.) abzudecken.

Nach Abzug des „gesamten Overhead“ (GO) bleibt für unseren Softwareentwickler ein Nettogehalt (NG) von 17 Einheiten.

Abb. B1a-1: Sicht des Programmierers (oben) /
Sicht des Arbeitgebers (unten)

Was dieser gesamte Overhead (GO=63) bedeutet, das wollen wir jetzt ventilieren.

GO aus Sicht des Softwareentwicklers

Aus Sicht des Softwareentwicklers ist der Nettogehalt (NG = 17 Einheiten) der Gegenwert für seinen persönlichen Beitrag zur Gesamtproduktion (ich würde ihn als „persönliche Wertschöpfung (PWS)“ bezeichnen).

Das, was ich als gesamten Overhead (GO = 63 Einheiten) bezeichne, ist aus seiner Sicht ein Maß dafür, wieviel äquivalente Dienstleistung durch seine Arbeit „ermöglicht“ *) wird.

Seine Arbeit „ermöglicht“ *) also die Finanzierung von insgesamt (NG + GO) / NG = 1 + GO/NG = 1 + 63/17 = 1 + 3.7 „äquivalenten Dienstleistern“ (inkl. seiner selbst).

Damit ist es also eigentlich eine „gemeinsame Anstrengung“, auf die er „den Schlußstein setzt“.

*) Eigentlich werden die Vorleistungen durch das Vertrauen darauf ermöglicht, dass sein Chef die Vorleistungen bezahlen wird. Dieses Vertrauen ist aber eng verknüpft mit dem Vertrauen, dass der Chef „jemanden hat“, der den Schlußstein auf die Vorleistungen setzen wird.

Der Erwerbstätige fühlt also umso mehr Stolz in seiner Brust, je kleiner die persönliche Wertschöpfung (PWS), bezogen auf den Bruttoumsatz (BU), ist, und er selbst und seine Familie trotzdem noch leben können (m.a.W. je mehr Umsatz er verursacht, und deswegen immer noch genug verdient, obwohl er möglichst wenig leistet).

Sollen wir uns vom Stolz leiten lassen? Das wäre noch zu ventilieren.

Recht auf Arbeit vs. Recht auf Arbeitsplatz

Im Artikel „Verortung des Ressourcenumsatzes“ (siehe HIER) hatte ich eine – etwas launige – Abhandlung gehalten, die versuchte die Begriffe „Arbeitgeber“ und „Arbeitsplatzgeber“ gegeneinander abzuwägen:

[…]In der allgemeinen Deklaration der Menschenrechte kann man im Artikel 23 lesen:

Artikel 23 (Recht auf Arbeit, gleichen Lohn)

  1. Jeder Mensch hat das Recht auf Arbeit, auf freie Berufswahl, auf gerechte und befriedigende Arbeitsbedingungen sowie auf Schutz vor Arbeitslosigkeit.[…]

Nun, dem ist nichts hinzuzufügen. Außer…… Ja, ich weiß ich bin ein i-Tüpferlreiter, aber eigentlich will ich kein „Recht auf Arbeit“, sondern ein „Recht auf einen Arbeitsplatz“.

Warum?

Der Arbeitgeber ist eigentlich kein Arbeitgeber, sondern ein ArbeitsPLATZgeber. Der ARBEITgeber bin schon ich, weil ich ja meine Arbeit hergebe – und dafür einen Gehalt bekomme.

Den ArbeitsPLATZ gibt aber der Unternehmer, und ich muss dafür bezahlen!

Warum muss ich für meinen ArbeitsPLATZ bezahlen?

Nun, aus meiner Sicht ist der Bruttoumsatz (BU) der Wert meiner Arbeit, unter der Voraussetzung, dass ich sie auf diesem Arbeitsplatz verrichte.

Ich kann den Wert GO (gesamter Overhead) also mit gutem Gewissen als die „Miete für meinen Arbeitsplatz“ interpretieren.

Der Chef meiner Abteilung stellt mir diesen Arbeitsplatz zur Verfügung, ich stelle meine Fähigkeiten und meine Arbeit zur Verfügung, gemeinsam erwirtschaften wir damit den Bruttoumsatz (BU).

Mein Anteil am Bruttoumsatz (BU) – nachdem die Kosten für den Arbeitsplatz abgezogen worden sind – ist der Nettogehalt NG (übers Jahr gerechnet, nach Steuerausgleich).

Darum ist es in meinem Interesse, dass der Arbeitgeber den Arbeitsplatz – auch mit meiner Hilfe – möglichst effizient gestaltet, was die Kosten für die Vorleistungen betrifft, damit mehr für mich übrig bleibt.

Man müßte also die Menschenrechte umformulieren:

Nicht das „Recht auf Arbeit“ sollte vom Staat gesichert werden, sondern das „Recht auf leistbare Arbeitsplätze“, dieses „abgestimmt auf die Lebenssituation der Einwohner und Einwohnerinnen“.

GO aus Sicht des Arbeitgebers / aus Sicht des Marktes

Für meinen Chef steht die Gesamtwertschöpfung der R&D Abteilung im Vordergrund, das sind in unserem Beispiel *) die gesamten Personalkosten:

  • PK = LK + IPVL
  • LK = Lohnkosten der internen Produzenten (inkl. Steuern und Sozialabgaben)
  • IPVL = Lohnkosten der internen Vorleister (inkl. Steuern und Sozialabgaben)

Unter der Voraussetzung, dass alle Beteiligten inkl. des Staates kostenoptimal arbeiten, sollte diese Gesamtwertschöpfung möglichst groß sein im Vergleich zu den externen Vorleistungen EPVL, um die Abhängigkeiten von externen Vorleistern klein zu halten.

Ausgenommen von dieser Regel sind Vorleistungen, die der Arbeitgeber selbst nicht so effizient (also kostengünstig) verrichten KANN, wie andere Wirtschaftseinheiten.

Solche Vorleistungen SOLLTE man – unter Berücksichtigung des Verursacherprinzips und unter Berücksichtigung des Prinzips von der gerechten Entlohnung – an unternehmensinterne, andere private oder öffentliche Dienstleister auslagern.

*) Wir gehen davon aus, dass unsere R&D Abteilung kein nennenswertes Vermögen besitzt. Damit hat sie auch keinen Anteil am Eigenkapital und muss keinen Reingewinn an die Eigentümer abliefern (als Rendite für das Kapital). Sie muss auch keine Abschreibungen für Sachvermögen finanzieren und um die Rechte kümmert sich die – zentrale – Patentabteilung. Im Gegenzug ist dafür der „interne Stundensatz“ ziemlich „mager“ ausgefallen.

Für unseren Softwareentwickler heißt das also

Im folgenden die Vorleistungen, die für unseren Software-Entwickler sichtbar sind. Alles, was ich hier vergessen / übersehen habe, bitte mir nachzusehen.

  • Öffentliche Vorleistungen (ÖVL)
    Anmerkung: wenn man die Länge der folgenden Liste mit der Größe des Balkens ÖVL in Abbildung B1a-1 vergleicht, sieht man die Effizienz, mit der die öffentlichen Dienstleister hier arbeiten
    • Arbeitnehmerbeiträge (ANB)
      • Pensionsversicherung
      • Arbeitslosenversicherung
      • Krankenversicherung
      • Arbeitsgesetz – Rechtssicherheit
      • Arbeiterkammer
      • gratis Bildung und Ausbildung bis zum Eintritt
      • Straßen für die Fahrt zur Dienststelle
      • Öffentlicher Verkehr zur Dienststelle
      • etc.
    • Arbeitgeberbeiträge (AGB)
      • gut gebildete/ausgebildete Jobanfänger und Quereinsteiger
      • Verschiedene Infrastruktur
        • für Dienstreisen
          • Straßen
          • Öffentlicher Verkehr
        • für Telekommunikation
          • Telekom Control (Rechtssicherheit)
      • Rechtssicherheit
        • Arbeitsverträge
        • Patente
        • Markenrechte
      • Wirtschaftskammer
      • Öffentliche Sicherheit
      • Sicherung des sozialen Friedens
      • etc.
  • Externe private Vorleistungen (EPVL)
    • Raummiete für das Büro
    • Strom, Hausmeister, Empfang etc.
    • Geleasedter Laptop
    • Geleasedte Monitore
    • IT Infrastruktur
  • Externe Vorleistungen im selben Unternehmen
    Anmerkung: diese sind „durch die Niedrigkeit des internen Stundensatzes“ bereits berücksichtigt
    • Reingewinn für die Eigentümer (inkl. Gewinnsteuer)
    • Vorstand, Aufsichtsrat
    • höheres Management
    • IT Support
    • HR Management
    • Patentabteilung
    • etc.
  • (Abteilungs)interne Vorleistungen (IPVL)
    • internes Management (LK für den Chef)
    • Teamleitung (LK für die Teamleiter)
    • Meine unproduktiven Stunden (Trainings, Administrative Tätigkeiten)

Meint

Euer Christoph


Fragmente zur Weltwirtschaft

Februar 9, 2022

Wenn man die gesamte Menschheit, bzw. sogar das gesamte Leben der Welt als einen „Haushalt“ modelliert, dann ergeben sich im Zusammenhang mit unserem „Standardmodell eines Haushalts H“ folgende Aussagen:

Standardmodell eines Haushalts H
  • Unsere „Umwelt“ ist der Weltraum mit den Himmelskörpern (Sterne, Planeten, Kometen, Asteroiden, …..)
  • Es gibt (noch) keinen „Äußeren Markt“ und weder Exporte noch Importe.
    • Es gibt also auch keine „globale Wertschöpfung“ (im herkömmlichen Sinn)
    • Die weltinterne Geldwirtschaft ist für unsere externen Beziehungen also (noch) egal
  • Der „Ressourcenumsatz“ mit der Umwelt (mit dem Weltraum) besteht aus
    • Sonnen- und Sternenlicht, Sternenstaub und kleineren Himmelskörpern (die eingeschlagen sind),
    • einigen Flügen zum Mond, der einen oder anderen Raumstation und einigen unbemannten „Botschaftern“ und „Pionieren“, die wir vorgeschickt haben.
    • Dieser Ressourcenumsatz besteht bisher nur aus sog. „freien“ Gütern*), weil wir dem Weltraum außer den Dingen, die er „von selber“ hergibt,
      • (bisher) beliebige Proben „entnehmen“ können, ohne Schaden anzurichten
      • und weil der Weltraum unsere „Botschafter und Pioniere“ (noch) in beliebiger Zahl aufnehmen kann
  • religiös: Wir sind uns schon ziemlich sicher, dass wir die „Krone des Sonnensystems“ sind, aber ob wir auch die „Krone der Schöpfung“ sind, wissen wir noch nicht (siehe auch Joh 10,16).

*) Im „erdnahen“ Weltraum stimmt das bekanntlich nicht mehr, Weltraummüll ist ja dort schon ein Problem

Fazit: die Weltwirtschaft als einen einzigen Haushalt zu modellieren, macht momentan noch selten Sinn (außer beim Weltraummüll, bei der Atmosphäre und bei den Weltmeeren, zum Beispiel).

Meint

Euer Christoph


Beispiele 1: Wertschöpfung (Beitrag „B1“)

Februar 7, 2022

In letzter Zeit schreibe ich hin und wieder einige meiner unmaßgeblichen Gedanken zur Wirtschaftstheorie in dieses Blog (siehe vor allem die Einleitung/Zusammenfassung Alles in allem (Beitrag „A“)), bin mir aber selber nicht sicher, warum ich das tue, vielleicht, weil es halt Spaß macht.

Zuallererst mußte ich natürlich definieren, dass sich in meiner Begriffswelt alles um den „Haushalt“ dreht. Laßt mich diese Definition hier ausnahmsweise wiederholen, weil sie mir so wichtig ist:

Ein „Haushalt“
ist eine Gemeinschaft von Personen,
die die gemeinsame „Bewirtschaftung“
von „Gütern“ und „Ressourcen“
betrifft.
(Satz A-1 = Satz B1-1)

Ein Haushalt kann also eine Familie sein (was dem ursprünglichen Begriff am nächsten kommt, und die Familie sei ja auch die „Keimzelle der Gesellschaft“, sagt man), es kann sich aber auch zum Beispiel um einen Staatshaushalt handeln oder um ein Unternehmen, einen Verein, eine Glaubensgemeinschaft oder sogar die Weltwirtschaft an sich (da sind dann halt die Exporte und die Importe gleich Null – solange der Kontakt zu den Außerirdischen noch nicht hergestellt ist 🙂 ).

Den Begriff „Güter“ verwende ich in Einklang mit der üblichen Wirtschaftstheorie als „materielle oder immaterielle Mittel, die der Bedürfnisbefriedigung dienen“.

Den Begriff „Ressource“ verwende ich jedoch nicht genau so, wie ihn die übliche Wirtschaftstheorie (vor allem die Betriebswirtschaftslehre) verwendet, weil ich Menschen nicht als Ressourcen bezeichnen möchte (HR möge mir verzeihen 🙂 ).

Mit dem Begriff Ressource meine ich
die Güter und die Aufnahmefähigkeit für Ungüter,

die von/in der Umwelt
gratis zur Verfügung gestellt werden.
(Satz B1-2)

„Ressourcen“ sind also in meinem Sprachgebrauch einerseits „freie Güter“ bzw. „freie Aufnahmefähigkeiten für Ungüter“, die die durch den Haushalt erreichbare Umwelt im Überfluß bereitstellt, sodass man dafür keinen Preis definieren kann, andererseits sind es „Gemeingüter“ bzw. „gemeinsam zur Verfügung gestellte Aufnahmefähigkeiten für Ungüter“, deren Bereitstellung zwar „externe Kosten“ in der Umwelt verursacht, für den fraglichen Haushalt aber gratis ist.

Anmerkung: die „vom fraglichen Haushalt erreichbare Umwelt“ ist nicht nur Natur. Auch andere Haushalte können Teil dieser Umwelt sein, wenn sie Ressourcen „in dieser Umwelt bereitstellen“.

Ich bezeichne also zum Beispiel auch freie Software (Open Source Software – ein freies Gut) als Ressource.

Man muß aber aufpassen, aus freien Gütern werden manchmal – oft rascher, als man denkt – knappe Güter, was wir aktuell an der Überfischung der Weltmeere oder bei der Aufnahmefähigkeit der Atmosphäre für Treibhausgase merken.

Unter dem Begriff „Bewirtschaftung“ verstehe ich – wieder im Einklang mit der üblichen Wirtschaftstheorie – die „planvolle Befriedigung von Bedürfnissen“.

Um was geht es also?

Diesmal möchte ich anhand der oben angeführten Begriffe das eine oder andere Beispiel ausarbeiten, um den Begriff der „Wertschöpfung“ (engl. „added value“) näher zu beleuchten.

Weiters möchte ich auf die beiden Arten der Wertschöpfung eingehen, die mit den Einkunftsarten zu tun haben (siehe auch den Beitrag Wo Tauben sind, fliegen Tauben zu):

  1. Wertschöpfung durch Überlassung von Vermögen gegen Miete/Pacht/Zins und
  2. Wertschöpfung durch Erwerbstätigkeit (selbständig, unselbständig, gewerblich, Land- und Forstwirtschaft)

Wenn wir nach Karl Marx gehen, dann ist 1. eine „böse“, weil „arbeitslose“ Wertschöpfung, und 2. ist die „gute“, weil „durch ehrliche Arbeit verdiente“ Wertschöpfung. Das wird zu hinterfragen sein.

Beginnen wir mit einem allgemeinen Exkurs, in dem der Begriff der Wertschöpfung noch keine zentrale Rolle spielt:

Beispiel 1-1: Alles ist Dienstleistung

Wie meine ich das?

Nun, wenn für ein Gut bezahlt wird (also genau genommen für ein „knappes“ Gut, „freie“ Güter wären ja gratis), dann wird das Geld immer einem Menschen oder einer Gruppe von Menschen in die Hand gegeben. Es ist meiner Meinung noch nie vorgekommen, dass wir der Natur (oder irgendeinem Naturgott) Geld geopfert hätten, als Dank für eine Ressource, die wir der Natur entnommen haben.

Wenn wir für ein Gut einen Geldpreis
bezahlen, dann kommt
das Geld immer
Menschen zu gute.

Entsprechend der üblichen Wirtschaftstheorie gibt es folgende Arten von Realgütern (im Gegensatz zu Nominalgütern, also Geld und geldwerten Zahlungsmitteln):

  • Sachgüter
  • Dienstleistungen
  • Rechte

Ich behaupte nun, dass hinter allen Realgütern in Wirklichkeit menschliche Dienstleistungen stecken, also auch hinter Sachgütern und Rechten, die ja bereits an sich einen Nutzen und einen Wert haben, auch wenn wir den „menschlichen Aufwand dahinter“ nicht kennen:

Auch Realgüter außer
Dienstleistungen
(also auch Sachgüter und Rechte)
sind letzten Endes immer gleichbedeutend

mit einer Akkumulation von Dienstleistungen.
(Satz B1-3)

Um diesen Sachverhalt zu ventilieren, denken wir uns die Endmontage eines Autos. Sehr simpel betrachtet nehmen wir

  • ein Chassis,
  • einen Motor und
  • eine Karosserie

und stecken diese zusammen zu einem fertigen Auto (zumindest bei einem Auto von IKEA *) wäre das so einfach 🙂 ).

Abb. B1-1: Endmontage eines IKEA *) Autos

Was in Abbildung B1-1 sofort auffällt, ist die geringe Wertschöpfung bei der Endmontage des Autos.

  • Weil eine qualitativ hochwertige Montageanleitung als freies Gut (im World Wide Web) verfügbar ist und weil die Werkzeuge mit den Einzelteilen mitgeliefert werden, kann jeder mittelbegabte Otto Normalverbraucher solch ein Auto montieren.
  • Deshalb ist die Wertschöpfung bei der Endmontage auch so gering und deswegen wird sich kein Unternehmen finden, das die Montage durchführt.
  • Jeder Käufer muss das Auto in der eigenen Garage selbst zusammenbasteln. Der Brutto-Umsatz (BU) ist nur ein fiktiver Umsatz für den Fall, dass der Käufer des Bausatzes das Auto gleich nach der Montage doch noch weiterverkauft.

Jedenfalls ist klar, dass es sich zumindest bei der Endmontage um eine reine Dienstleistung handelt.

Die Vorleistungen sind nun alle Leistungen, die als Voraussetzung für die Endmontage erbracht worden sind:

  • Die Einzelteile (also Chassis, Motor und Karosserie) müssen hergestellt und geliefert werden:
    • Dahinter stecken unzählige Dienstleistungen, z.B. von der Montage des Motors bis hin zur Schürfung der Erze, die für die Rohstoffe des Motors das Ausgangsprodukt waren, nicht zu vergessen den Transport der jeweils halbfertigen Produkte zum nächsten Glied der Wertschöpfungskette.
      Zu diesen Dienstleistungen zählen anteilig auch die Mannstunden, die für benötigte Investitionsgüter aufgewendet worden sind (z.B. für eine Fabrikshalle, die sich im Eigentum einer der beteiligten Wirtschaftseinheiten befindet)
    • Dazu kommen anteilig auch Dienstleistungen, die in den beteiligten Wirtschaftseinheiten als unterstützende Leistungen erbracht werden (diverse Formen von Management, Führung und Kontrolle, verschiedene Formen von Infrastruktur wie zum Beispiel Wartung der Produktionsmittel und dergleichen)
    • Überlassungen von Produktionsmitteln, Finanzdienstleistungen und dergleichen, z.B.
      • die Vermietung (Überlassung) einer Immobilie für einen Produktionsstandort (das ist zweifelsfrei eine Dienstleistung)
      • die Eigentümer der beteiligten Wirtschaftseinheiten haben Kapital investiert, auch das ist zweifellos eine Dienstleistung (nämlich eine Finanzdienstleistung)
    • Für all das müssen nun auch Steuern und Sozialabgaben entrichtet werden
      • Dass der Staat und die Sozialversicherungsträger Dienstleister sind, ist allgemein bekannt, und dass diese Dienstleistungen guten Gewissens als Vorleistungen gezählt werden können, die unsere Art des Wirtschaftens erst ermöglichen, ist auch leicht einsehbar.
      • Selbst wenn der Staat Teile der Steuern verwendet, um Sozialhilfe auszuschütten oder (andere) marode Firmen als Staatsunternehmen wieder aufzupäppeln, bevor er sie verkaufen kann, ist das eine Dienstleistung an den beteiligten Wirtschaftseinheiten: nämlich die Sicherstellung des sozialen Friedens.
    • Wir nehmen an, dass IKEA *) ein Patent auf eine besondere Art von Motor hat. Deswegen kann IKEA *) für diese Art von Motor eine künstliche Verknappung inszenieren, wodurch die Wertschöpfung für den Motorproduzenten steigt. Der Motorproduzent zahlt eine angemessene Lizenzgebühr, sodaß sich das Patent für IKEA rechnet. Die künstliche Verknappung durch das Patentrecht ist letzten Endes eine Dienstleistung des Rechtsstaats.
    • Bleibt noch die Frage, wie wir die Erstellung der eingangs erwähnten „qualitativ hochwertigen“ Montageanleitung verbuchen. Diese ist als „freies Gut“ in unbegrenzter Stückzahl für jeden Menschen mit Internetanschluß gratis kopierbar, kann also, weil gratis, nicht direkt als Vorleistung verrechnet werden.
      Irgendwann einmal mußte der „Erstling“ jedoch mühsam erarbeitet werden. Da IKEA *) sicher nicht auf diesen Kosten sitzenbleiben will, müssen diese durch eine „Umwegrentabilität“ gedeckt werden (wie bei allen „freien Gütern“, die marktwirtschaftlich produziert werden). Man könnte diese Montageanleitung zum Beispiel als Marketinginstrument verbuchen, das erst die Nachfrage nach derartigen Autos so richtig steigen läßt. Gepaart mit der oben genannten künstlichen Verknappung des Motors (dieser ist ein unverzichtbarer Bestandteil des Autos), kann sich das rechnen. Auch die Erstellung des „Erstlings“ der Montageanleitung ist natürlich eine Dienstleistung.

*) Der Markenname IKEA wird in diesem Artikel zu satirischen Zwecken verwendet, um durch die satirische Überhöhung klar zu machen, dass man Möbel nicht mit Autos vergleichen kann

Wir sehen also:

Alles, wofür wir Geld ausgeben,
läuft letzten Endes
auf menschliche Dienstleistungen **)
hinaus.

**) Andersherum ist nicht gesagt, dass für jede menschliche Dienstleistung Geld verlangt werden muss, wenn es sich zum Beispiel nicht um eine Dienstleistung im Sinne der üblichen Wirtschaftstheorie handelt

Nun gehen wir medias in res, und werden uns dem Thema der Wertschöpfung nähern:

Beispiel 1-2: Von der Wertschöpfung

Anmerkung: Mehr zur Wertschöpfung bei Wikipedia – Wertschöpfung (Wirtschaft)

In Beispiel 1-1 ist uns bereits eine Wertschöpfung begegnet, die so jämmerlich klein war, dass sich kein Unternehmen ihrer angenommen hätte (weil die Vorleistungen fast den gesamten Produktionswert, also Umsatz, „aufgefressen“ hatten).

Und tatsächlich wird die Wertschöpfung als das Ziel der Produktion in jeder Geldwirtschaft bezeichnet. Immerhin entspricht sie dem Bruttogewinn, mit dem man sinnvolle Sachen machen kann (zum Beispiel das Eigenkapital aufstocken, um krisenfester zu werden, oder auch in Produktionsmittel oder Innovationen investieren), nachdem man den – leider notwendigen – Reingewinn an die Eigentümer ausbezahlt hat.

Definition der Wertschöpfung:

Wertschöpfung = Produktionswert – Vorleistungen

Ob das wirklich immer gilt – dass die Wertschöpfung unser oberstes Ziel sei – möchte ich anhand einiger Beispiele ventilieren. Dazu bediene ich mich wieder – siehe Abbildung B1-2 – unseres Modells von einem beliebigen Haushalt.

Der Haushalt H ist – zu einem bestimmten Zeitpunkt – eine Gemeinschaft von N bestimmten Personen, die ihr produktives Vermögen und ihr gebunkertes Vermögen (inklusive ihrer persönlichen Fähigkeiten) bewirtschaften, um ihre Bedürfnisse möglichst effizient zu befriedigen.

Abb. B1-2: Wirtschaftsuniversum aus Sicht des Haushalts H

Dazu produzieren sie unter Verwendung ihres produktiven Vermögens (inkl. ihrer persönlichen Fähigkeiten) bestimmte Güter, um diese

  • zu konsumieren (Nutzen sofort) bzw. zu investieren (Nutzen später),
  • für schlechte Zeiten einzulagern oder
  • den Überschuß zu exportieren.

Wenn die Produktion hinter dem Bedarf herhinkt, können sie in Ausnahme- (Krisen-)fällen

  • die Produktion aus dem gebunkerten Vermögen (Lager) auffetten.

Für den Export von Realgütern (also Sachgütern, Dienstleistungen und Rechten) erzielt man – zumindest in der Geldwirtschaft – einen Gegenwert an Nominalgütern (Geld und geldwerten Zahlungsmitteln) in Höhe des Umsatzes (Revenue R).

Vom Umsatz R kann man nun

  • Haushaltsmitgliedern einen gerechten Anteil am Exporterfolg zukommen lassen
  • das Geldvermögen vergrößern
  • Importe finanzieren – Kosten (Costs C)
    • um den Konsum aufzufetten
    • um das Lager für Krisenzeiten aufzufüllen
    • um in das produktive Vermögen zu investieren (Produktionsmittel, Innovation, Schulungen, …)

Die Wertschöpfung („added value“ AV) ergibt sich mit diesem Modell also zu

AV = R – C
Wertschöpfung = Umsatz – Kosten(Vorleistungen)
(Satz B1-4)

Wie sieht das nun aus, wenn wir einige konkrete Haushalte durchexerzieren?

Beispiel 1-2-1: der beliebte Jäger und Sammler

Wir wollen den Haushalt H hier als eine Sippe von Jägern und Sammlern interpretieren, der wir unterstellen, dass sie keine externen Kontakte zu anderen Sippen und also auch keine externe Währung habe (eigentlich eine gewagte Unterstellung).

Da wir es also nicht mit einer Geldwirtschaft zu tun haben, ist die Frage nach der Wertschöpfung eigentlich müßig, aber wir könnten zumindest versuchen, eine äquivalente Wertschöpfung nach der Formel

Wertschöpfung = Output – Input

zu beschreiben.

Da die Sippe keinen externen Markt als „menschlichen Widerpart“ hat, aus dessen Sicht diese Differenz bewertet werden könnte, versuchen wir die Sippe eben aus der „Sicht der Natur“ zu bewerten. Welchen Mehrwert könnte eine Sippe von Menschen für den Urwald haben? Was ist der Input? Was ist der Output?

Der Input ist natürlich der Verbrauch natürlicher Ressourcen, der dem Menschen zu eigen ist.

Aber was ist der Output des Menschen? Einfach nur Scheiße? Wos woar mei Leistung?

Was kann der Mensch besonders gut?

  1. Der Mensch hat Hände, er kann „Handlungen setzen“ und damit seine Umwelt „begreifen“
  2. Der Mensch hat ein großes Gehirn, um seine Umwelt zu „verstehen“

Mit diesen beiden Voraussetzungen und mit seiner Vernunft, mit der Fähigkeit zum Zuhören könnte er ein „weiser Landschaftsarchitekt“ sein, durch den auf der Erde vieles schöner, eleganter, vollkommener, man könnte sogar sagen besser würde. Das würde den Ressourcenverbrauch der Menschheit rechtfertigen.

Könnte, würde.

Beispiel 1-2-2: der beliebte Bauernhof

Jetzt wollen wir den Haushalt H als Bauernhof interpretieren, der nach wie vor „ziemlich autark“ agiert, aber aufgrund der effizienteren Produktionsmethoden des sesshaften Menschen einen Überschuß seiner Produkte zum Markt bringen kann.

Vom Umsatz R werden dann Luxusprodukte gekauft, also Produkte, die er selber nicht produzieren kann.

Man könnte eine Wertschöpfung berechnen, aber sie ist Null, weil R = C. Der gesamte Erlös der Überschüsse wird für Luxusprodukte ausgegeben, da der Bauernhof durch eine auf langer Erfahrung basierende Lagerhaltung auch in Krisenzeiten mit Geld eigentlich sonst nichts anfangen kann.

Natürlich könnte der Bauer eine Expansionsstrategie fahren, möglichst viel Geld sparen, und dann weitere Grundstücke dazu kaufen, aber unser Bauer ist eigentlich mit der Gesamtsituation zufrieden.

Beispiel 1-2-3: der beliebte alleinerziehende Software Entwickler

Dieser Angestellte und seine Rumpffamilie leben von seinem Nettogehalt und der Familienbeihilfe, das ist ihr Umsatz R.

Sie hätten gerne eine hohe Wertschöpfung, um sich mehr Manövrierspielraum zu verschaffen, aber sie haben nun mal kein Vermögen und müssen alle Produktionsmittel mieten, leasen oder ähnliches, was ihnen teuer zu stehen kommt.

Auch hier gilt R = C, Wertschöpfung gleich Null, obwohl er durch seine Arbeit bleibende Werte schafft.

Schön langsam zweifeln wir an der Aussagekraft der Maßzahl Wertschöpfung.

Beispiel 1-2-4: endlich der Produktionsbetrieb

Der Produktionsbetrieb hat, wie unser Software Entwickler, eigentlich keine nennenswerten Vermögenswerte vorzuweisen (außer ein paar Patenten und Markenrechten und einem bemerkenswerten Cash Flow). Aber die meisten Produktionsmittel, Gebäude, IT usw. muss er mieten bzw. leasen.

Dadurch behält er sich zwar seine Flexibilität – die er nicht hätte, wenn das alles sein Eigentum wäre – aber es kostet eben zusätzlich eine Lawine.

Er ist jedoch in der glücklichen Lage, dass er diese Kosten an seine Kunden weitergeben kann, weil er dank seiner gut ausgebildeten und motivierten Mitarbeiter seinen Kunden eben einen richtigen Mehrwert (einen „added value“, eine „Wertschöpfung“) bieten kann.

Dadurch kommt der Kunde auch nicht in Versuchung diesen Zwischenschritt selber zu machen und direkt zu den Vorleistern zu gehen (so wie es der Endkunde des IKEA *) Autos getan hat, bzw. tun mußte).

Wir sehen, dass der Begriff des Mehrwertes – des „added value“ – insbesondere in der Wertschöpfungskette der Produktionsbetriebe eine wichtige Rolle spielt.

Beispiel 1-2-5: Na ja, der Staatshaushalt

Auch Staaten stehen, ähnlich den Produktionsbetrieben, in einem Wettbewerb zueinander. Große Wertschöpfung heißt, dass man teuer (bzw. wertvoll) exportiert, aber billig (bzw. preisgünstig) importiert. Reine Agrarländer – wenn es sie gäbe – hätten de facto eine Wertschöpfung von 100% (die Vorleistung heißt Wetter, ist gratis, und kommt vom lieben Gott), allerdings sollte man nicht die Abhängigkeit von Saatgut- und Düngerproduzenten unterschätzen, die sehr unangenehm werden könnte.

Je „höherwertig“ die Güter sind, die in einem Staat produziert werden, desto schwieriger wird es, die Kosten für all die Vorleistungen niedrig zu halten und noch eine verträgliche Wertschöpfung „hinzukriegen“. Gut wäre halt in jedem Land ein Mix aus niedrig- und hochwertigen Gütern, sodass man unabhängig bleibt, verteilt auf unterschiedlich fortschrittliche Regionen innerhalb des Staates, sodass die Produzenten mit ihren Lebenshaltungskosten und ihrem Lebensstandard klarkommen.

Ein alter Witz: unsere Regierung hat den Lebensstandard so hoch getrieben, dass ihn niemand mehr erreichen kann.

Beispiel 1-2-6: Ach ja, die Weltwirtschaft

Die Weltwirtschaft hat weder Exporte noch Importe – wie gesagt, solange wir keinen Kontakt mit den kleinen grünen Männchen haben -, sodaß es eine globale Wertschöpfung de facto nicht geben kann. Hier gilt wieder der Versuch einer äquivalenten Wertschöpfung, den wir im Beispiel 1-2-1 im Zusammenhang mit den Jägern und Sammlern bereits gemacht haben.

Nun haben wir – glaube ich – einigermaßen ventiliert, was Wertschöpfung an sich ist. Nun wollen wir noch versuchen, den Unterschied zwischen „guter“ und „böser“ Wertschöpfung (nach Karl Marx) zu behirnen.

Beispiel 1-3: Der „gute“ und der „böse“ Hauseigentümer

Laut Steuerrecht wird ja zwischen 7 Einkunftsarten unterschieden ( https://www.bmf.gv.at/themen/steuern/fuer-unternehmen/einkommensteuer/einkommensbegriff.html ):

  1. Einkünfte aus selbständiger Arbeit
  2. Einkünfte aus Land/Forstwirtschaft
  3. Einkünfte aus Gewerbebetrieben
  4. Einkünfte aus unselbständiger Arbeit
  5. Einkünfte aus Kapitalvermögen
  6. Einkünfte aus Vermietung/Verpachtung
  7. Sonstige Einkünfte

Wenn man ein sehr vereinfachtes Weltbild anstrebt, könnte man also die Menschen in 2 Klassen teilen:

  • Die vermögende Klasse, die hauptsächlich von Einkünften nach 5., 6. und 7. lebt
  • Die erwerbstätige Klasse, die hauptsächlich von Einkünften 1. – 4. lebt

Ich habe Karl Marx nie gelesen, aber man erzählt, er habe die Einkünfte durch Überlassung von Vermögen als „arbeitslose Einkünfte“ gebrandmarkt, die eben deswegen moralisch minderwertig seien, während er die Erwerbsarbeit wegen ihrer „ehrlichen Anstrengung“ als moralisch höherwertig lobte.

Aber wie ist es nun wirklich?

Können wir für diese Untersuchung wieder unser „Modell vom Haushalt H“ verwenden? Ich denke, ja.

Beginnen wir mit der von mir vorgeschlagenen Klassifizierung von Vermögen in „produktives Vermögen“ und „gebunkertes Vermögen“.

Gebunkertes Vermögen:

Der Begriff läßt vermuten, dass man dieses Vermögen in einen Bunker legt, weil man es nicht braucht.

Das stimmt nicht, bzw. nur teilweise.

Gebunkertes Vermögen hat die Eigenschaft, dass man es zur Zeit(!) nicht benötigt, dass man aber mit dem Eintritt von Risiken (Krisen, Produktionsausfällen und dergleichen) rechnet, deren Folgewirkungen mit Hilfe dieser Vermögenswerte gelindert oder gänzlich gut gemacht werden können.

Da die Risiken ja jederzeit eintreten können, kann man dieses „gebunkerte“ Vermögen auch niemandem überlassen (zum Beispiel herborgen oder es anlegen).

Produktives Vermögen:

Produktives Vermögen besteht einerseits aus Produktionsmitteln, die man in der Produktion direkt benötigt – auch diese Vermögensanteile wird man niemandem ohne Not überlassen -, und andererseits aus Werten, die man eigentlich nicht benötigt und deswegen anderen Menschen zeitweise oder dauerhaft überlassen kann.

Einerseits erwartet man sich für diese Überlassung natürlich Pacht, Miete oder Zinsen, die zumindest die Abschreibungen bzw. die Inflation decken, andererseits kann man sich nicht (viel) mehr erwarten, denn Geld ist „institutionalisiertes Dankeschön“, und welches Dankeschön bitte kann man erwarten, wenn man etwas herborgt, was man eh nicht braucht?

Dieser Gedankengang scheint Karl Marx zu unterstützen, aber wir werden noch ein Beispiel ventilieren, das uns näher an die Wahrheit heranführt.

Zuerst ein alter Witz: Ein Kreditinstitut ist wie ein Regenschirmgeschäft, das Regenschirme bei Sonnenschein verleiht, und bei Regen sofort wieder zurückfordert.

Wir stellen uns nun einen – den ersten – Hauseigentümer vor, der die Wohnungen seines Hauses nicht selber braucht (er hat ja eine Villa in Hietzing) und somit an Wohnungssuchende vermieten kann.

Er hat das Haus eben erst von einem entfernten Verwandten geerbt, kennt sich mit diesen Dingen eigentlich gar nicht aus und hat auch kein Interesse daran.

Um Kosten zu sparen, lädt er sich einen Mustervertrag aus dem Internet und fragt einfach im Nachbarhaus, was die Mieter dort an Miete zahlen. Diese Werte setzt er in den Mustervertrag ein und ist eigentlich recht glücklich mit der kosteneffizienten Lösung (er hat keine Beratung gebraucht und auch keinen Verwalter beauftragen müssen). Irgendwelche Mieter haben sich dann eh gefunden.

Beim ersten auftretenden Problem (einem Problem mit einer Eingangstür) stellt er sich taub und wartet, bis der Mieter klagt. Vor Gericht willigt er dann sofort in einen Vergleich ein. Auch wenn das etwas kostet, die Mühen, die er sich erspart hat, machen das alles wieder wett.

Letzten Endes wird er mit dieser Methode nicht so viel „herausquetschen“ wie andere Hauseigentümer, aber er hat ein sorgenfreies Leben, zumindest, was das Haus betrifft.

Ob die Mieter damit glücklich sind, sei dahingestellt.

Der zweite Hauseigentümer ist das aus Leidenschaft. Schon sein Vater und sein Großvater haben Wohnungen in ihren Zinshäusern vermietet.

Natürlich achtet er darauf, dass sich die Mietverhältnisse auch rechnen, aber er kennt die einschlägigen Gesetze aus dem ff. – auch die neuesten Änderungen und Entwicklungen – und hat das alles „ziemlich im Griff“.

Er braucht keinen Hausverwalter, um zu erkennen, wann eine Beschwerde gerechtfertigt ist, und wann es sich um eine Lappalie handelt, der man nicht nachgeben muss. Er kalkuliert „hart, aber gerecht“. Wenn ein Subunternehmer Mist gebaut hat, braucht er keinen Sachverständigen, sondern überzeugt den Handwerker mit fachspezifischen Argumenten, dass hier eine Korrektur angebracht wäre.

Er investiert viel seiner kostbaren Zeit in diese Angelegenheiten, muss aber nur sehr selten „seinen Rechtsanwalt mit juristischen Fragen belästigen“, weil er praktisch alles selber weiß – jahrelange Erfahrung.

Die Mieter haben durchwegs „ein gutes Gefühl“ und zahlen gerne eine leicht erhöhte Miete, weil sie die zusätzliche Dienstleistung, den „added value“, den „Mehrwert“ durch die Person des Vermieters schätzen.

Ist nun der erste Hausbesitzer „böse“ und der zweite „gut“?

So einfach kann man das nicht sagen. Es gibt Mieter, die schätzen die hohe „Lieferqualität“ des zweiten Hausbesitzers und den „Mehrwert“, andere Mieter hätten lieber einen Vermieter, der sich um nichts kümmert, weil sie eh alles selber im Griff haben und lieber im Gegenzug die Miete drücken.

Aber generell möchte ich schon sagen:

Wenn jemandem
gewisse Teile seines Vermögens
keinen Spaß mehr machen,
dann wäre es besser
sich davon zu trennen und
vom Erlös etwas Spaßiges
zu kaufen.

Meint

Euer Christoph


Alles in Allem (Beitrag „A“)

November 4, 2021
  • Anmerkung: die Begriffe [1], [2], [3], [4] und [5] werden gegen Ende des Artikels erklärt, [a], [b], [c] und [d] in Abbildung 1.

In letzter Zeit versuche ich manchmal die Welt aus der Sicht eines Ökonomen zu betrachten (der ich ja in Wirklichkeit nicht bin).

Das hat man an zwei Beitragsreihen *) hier auf diesem Blog gemerkt:

  • „Vom freien Nomaden zum Sklaven des Marktes“ (Einstieg HIER)
  • „Der Waldmensch ruft“ (Einstieg HIER)

Neues Erkenntnis: Ungleichheit rentiert sich

Den oben verlinkten Beitragsreihen *) muss man hinzufügen, dass ich autodidaktisch arbeite, dass ich mich also der Wahrheit „asymptotisch“ nähere.

Das neueste Erkenntnis zum Beispiel, dass sich nämlich Ungleichheit finanziell rentiert (Vermögen ist ein Wettbewerbsvorteil), ist in diesen Beitragsreihen noch nicht wirklich berücksichtigt (siehe weitere Erklärungen unten in diesem Artikel).

Anmerkung: dieser Artikel wurde am 9. Februar 2022 überarbeitet

Ich weiß ja auch nicht so genau, warum ich das alles tue, vielleicht versuche ich ja die momentane Krise so zu betrachten, wie sie von den Entscheidungsträgern wahrgenommen wird, damit ich dann vielleicht mit ihnen darüber kommunizieren kann.

Na ja. Keine schöne Zukunftsvision – unter Technikern ist es meistens lustiger als unter Krawattingern 🙂 .

Aber irgendjemand muss das ja tun.

Der Haushalt [3]

Eine kleine charmante Eigenheit dieses Blogs: Wir verwenden hier den Begriff Haushalt generell für alle Wirtschaftseinheiten ([3]), also auch für Betriebe und Unternehmen.

Dabei stellen wir nicht so sehr den Gedanken der wirtschaftlichen Selbständigkeit des Haushalts in den Vordergrund, sondern den Gedanken der Gemeinschaft.

Wir definieren also:

Ein Haushalt [3]
ist eine Gemeinschaft von Personen [1],
die die gemeinsame Bewirtschaftung
von Gütern und Ressourcen [4]
betrifft.

(Satz A-1)

Wir hatten bereits HIER einige Beispiele angegeben, was wir unter einem Haushalt verstehen, die ich gerne wiederhole:

  • Eine Religion ist zum Beispiel eine Gemeinschaft, die hauptsächlich ihre GLAUBENSSCHÄTZE bewirtschaftet (um das ewige Ziel zu erreichen).
  • Eine Firma ist eine Gemeinschaft, die hauptsächlich ihr geistiges Eigentum bewirtschaftet (um die Ziele der Eigentümer zu erreichen).
  • Die Wissenschaft ist eine Gemeinschaft, die ihr geistiges Eigentum bewirtschaftet (um den Fortbestand der Menschheit langfristig zu sichern).
  • Eine Familie ist eine Gemeinschaft, die ihr gesamtes VERMÖGEN, insbesondere ihre ZUNEIGUNG, bewirtschaftet (um den Fortbestand der Menschheit für die nächste Generation zu sichern).
  • Ein Bauernhof bewirtschaftet das ACKERLAND, die WÄLDER, GEWÄSSER und WIESEN (um den Fortbestand der Menschheit für die nächsten Jahre zu sichern).
  • Ein Staat ist eine Gemeinschaft, die aus allen Personen besteht, die sich auf dem Staatsgebiet befinden, und alle Ressourcen des Staatsgebietes und das Vermögen des Volkes bewirtschaftet (um die Menschenrechte auf dem Staatsgebiet zu sichern)

Ein Haushalt besteht also (in der Begriffswelt dieses Blogs)

  1. aus einer Gemeinschaft von N in ihren Wirtschaftsprozessen zusammenhängenden Personen [1],
  2. aus ihrem „produktiven“ Vermögen [2] und
  3. aus ihrem „gebunkerten“ Vermögen [2].

Zu den Begriffen „produktiv“ und „gebunkert“ haben wir uns im Beitrag IV (Risiken) und am Anfang des Beitrags V (Daten) nähere Gedanken gemacht.

Diese Begriffe sind ziemlich subjektiv, denn „gebunkertes“ Vermögen ist dadurch gekennzeichnet, dass es JETZT und HIER FÜR DIESEN HAUSHALT keinen Nutzen hat, dass man aber hofft, dass es in der KRISE seinen Wert entfalten wird (weshalb man es also auch nicht herborgen wird, denn die Krise kann ja jederzeit eintreffen).

Von Vermögen, das weder jetzt und hier einen Nutzen hat noch Hoffnungsträger für die Krise ist, wird man sich i.a. trennen, außer man ist ein sogenannter „Messie“.

Zum „gebunkerten“ Vermögen zähle ich auch die sog. „Brache“, die aber nicht auf die plötzliche Krise abzielt, sondern auf Nachhaltigkeit in einem mehrjährigen Produktionszyklus.

Wir benötigen diese Begriffe für die ethische Bewertung von „gebunkertem“ Vermögen (siehe unten, Satz A-2).

Ethik läßt sich nicht objektivieren, weshalb das mit der subjektiven Definition des „gebunkerten“ Vermögens ja „ganz gut zusammen passt“, welche aber in einer objektiven Wissenschaft wie der Ökonomie wohl keinen Platz hat.

In Abbildung 1 sehen wir das „Universum aus Sicht eines Haushalts, wenn man die ‚ökonomische Brille laut Yeti‘ aufsetzt„.

Abbildung 1: „Wirtschaftsuniversum“ aus Sicht des Haushalts H

Die schwarzen Pfeile stellen (vektorielle) Güterströme dar. Die blauen breiten Doppelpfeile sind Ressourcenströme.

Der Haushalt ist dabei eine Gemeinschaft von Personen – das heißt, dass die Personen die Agenden des Haushalts gemeinsam verfolgen, mehr oder weniger abgeglichen mit den eigenen Privatinteressen – und muß nicht unbedingt eine juristische Person sein. Er ist aber oft eine Wirtschaftseinheit [3].

Wie sich die Personen eines Haushalts koordinieren, ob eher chaotisch-emotional (wie in den meisten Privathaushalten) oder streng hierarchisch-faktenbasiert (wie in den meisten Betrieben und Unternehmen), das sei hier dahingestellt.

Ein Haushalt hat also erstens einen inneren Markt (siehe [a] in Abbildung 1),

Solange der Haushalt keine Güter importiert und/oder exportiert, benötigt er auch keine (externe) Währung.

Es wird nur einen kostenlosen Verkehr von Ressourcen mit der für ihn erreichbaren Umwelt geben (siehe [b] in Abbildung 1) und die Personen des Haushalts werden intern Güter tauschen oder verschenken.

Ein Teil des Vermögens kann auch im Sinne einer Gütergemeinschaft gemeinsam verwaltet werden.

Evtl. wird es eine interne Währung geben, die innerhalb des Haushalts ermöglicht, die knappen Güter zu bepreisen.

Innerhalb des Haushalts (bzw. in der erreichbaren Umwelt) kann es auch sog. Gemeingüter geben, das sind eigentlich knappe Güter, die aber gemeinschaftlich bereitgestellt werden, sodass die Mitglieder des Haushalts (bzw. der Haushalt an sich) nicht direkt oder gar nicht dafür bezahlen müssen.

Zum Beispiel berichtet die Bibel von den ersten Christengemeinden: „[…] Apg 4,32 Die Gemeinde der Gläubigen war ein Herz und eine Seele. Keiner nannte etwas von dem, was er hatte, sein Eigentum, sondern sie hatten alles gemeinsam.[…]“

Dies ist allerdings ein sehr idealistischer Ansatz, denn meistens etabliert sich so etwas wie eine „interne Währung“ zum Beispiel der „gute Ruf als besonders gläubiger Christ“ oder „die Verpflichtung, sich mit überfließendem Überschwang zu bedanken“ oder „sichtbare Freude/Glücklichkeit“ o.ä.

Die produzierten Güter werden entweder konsumiert oder gelagert oder in der Umwelt abgelagert (letzteres eher nur bei sog. Ungütern, z.B. Abfällen).

Der Konsum und die Investition in das produktive Vermögen geschieht entweder direkt aus der Produktion oder aus dem Lager oder aus den Ressourcen der Umwelt.

Produktion, Konsum / Investition, Einlagerung und Auslagerung (siehe [a]) sowie Ablagerung und Aneignung (siehe [b]) sind die wirtschaftlichen Prozesse des Haushalts H (noch ohne Berücksichtigung des äußeren Marktes).

Weiters wirtschaftet der Haushalt mit Gütern am äußeren Markt

Dabei sind die wirtschaftlichen Prozesse der Export und der Import (siehe [c]).

Für einen modernen städtischen Privathaushalt sind praktisch alle Güter Export- und Importgüter, da er ja praktisch nichts, was er braucht, selbst produzieren kann.

Er ist also gezwungen, Güter hervorzubringen,

  1. die er selbst nicht (dringend) braucht **) und
  2. die in anderen Haushalten (dringend) gebraucht werden,

um durch diese Ungleichheit in die Lage zu kommen diese Güter am Markt rentabel einzutauschen gegen die Güter, die er (dringend) benötigt.

Als kostenlose Ressourcen zählen evtl. noch die Luft, die die Haushaltsmitglieder atmen, die Sonneneinstrahlung und der Erholungswert eines Aufenthalts in der freien Natur (wobei der Transport dorthin schon nur mehr als kostenlos gelten kann, wenn er „auf Schusters Rappen“ möglich ist).

**) Auch ansonsten unnötiges Vermögen zahlt sich immer noch aus, wenn es von anderen Haushalten – dringend – gebraucht wird:

Wenn man mehr als genug Vermögen hat – sodass man es wirklich nicht braucht – dann kann man Teile davon herborgen (gegen Pacht, Miete oder Zins) oder an Haushalte verkaufen, die diese Teile dringender „haben wollen“ bzw. „zu brauchen glauben“ (Spekulation).

Vermögen ist also ein genereller Wettbewerbsvorteil im Leben, für den, der es schon hat (zum Beispiel geerbt).

Natürlich darf nicht ruchbar werden, dass man dieses Vermögen eigentlich nicht braucht – sonst sinkt die Rendite (das erklärt auch, warum viele Millionäre und Milliardäre ein betont dezentes Äußeres pflegen).

Ressourcenumsatz im äußeren Markt (siehe [d] in Abbildung 1)

Der äußere Markt besteht natürlich auch aus Haushalten (woraus sonst), wobei jeder dieser Haushalte einen Ressourcenumsatz hat, also einen „Verkehr von kostenlosen Gütern mit der von ihm erreichbaren Umwelt“.

Die Anteile dieser Ressourcenumsätze, die auf [c] zurückgeführt werden können, also auf die Importe und Exporte des Haushalts H, sind in [d] zusammengefaßt und sind auch diesem Haushalt H anzulasten ***).

An sich gibt es keine Notwendigkeit den Verkehr mit freien Gütern irgendjemandem „anzulasten“, sie sind ja per Definition im Überfluss vorhanden bzw. abzulagern und somit preislos.

Jedoch stellt sich im Laufe der Menschheitsgeschichte heraus, dass immer mehr freie Güter in Wirklichkeit zu knappen Gütern, bestenfalls zu Gemeingütern werden (die sog. „externe Kosten“ verursachen).

Konnte man früher bedenkenlos im Meer fischen, so ist heutzutage ein koordiniertes Vorgehen nötig, um das Meer nicht zu überfischen.

Man muss das Meer also planvoll bewirtschaften.

Der Haushalt, dem das Meer gehört (wer ist das eigentlich?), muss also Regeln erstellen und sanktionieren, die eine Überfischung verhindern.

***) es wurde oft vorgeschlagen, dass die Produzenten und der Handel alle wichtigen Informationen über die Produktion mit dem Produkt mitliefern (sog. „Produktkennzeichnung„), damit der Konsument entscheiden kann, welches Produkt „ethisch korrekt“ ist und welches nicht. Wir halten diese Vorgehensweise für problematisch, da der Konsument nicht das gesamte Know How über die Produktion der Produkte haben kann, und insbesondere, weil dieses Vorhaben mit zunehmender Arbeitsteilung immer komplexer und unmöglicher wird.

Wir schlagen die konsequente Internalisierung externer Kosten vor (siehe auch den Hauptartikel 2b (= 5) – Ressourcen II), wodurch Fachleute – Experten im Auftrag des Gesetzgebers – feststellen, welche Arten von Ressourcenumsätzen mit Steuern zu belegen und welche mit Subventionen zu stützen sind, bzw. durch das Strafgesetzbuch geregelt werden müssen.

Dadurch würden die „externen Ressourcenumsätze [d]“ komplett in den „Preisen am externen Markt [c]“ berücksichtigt. Ethische Produkte wären tendenziell billiger als ansonsten gleichwertige unethische Produkte.

Neue Erkenntnis: Ungleichheit rentiert sich finanziell

Im Artikel „Vom freien Nomaden zum Sklaven des Marktes – X Zusammenschau“ hatten wir das

Heuristische allzeit gültige Kriterium für „gebunkertes“ Vermögen

formuliert:

Die Einlagerung von Geld- und/oder Sachwerten soll in Summe
der Deckung von unversicherten Risiken
und der Deckung der (Netto-)Inflation dienen.
Sowohl ein Mehr als auch ein Weniger sind unethisch,

da ein Mehr zur Inflation der Vermögenswerte führt,
ein Weniger den Haushalt durch Risiken verletzbar macht.

(Satz A-2)

Nun, dieser Satz A-2 stimmt nur bedingt (er ist irreführend). Es sind nämlich zwei Aspekte zu berücksichtigen. Vermögen bezeichne ich dann und nur dann als „gebunkertes“ Vermögen, wenn

  1. der Haushalt jetzt und hier keinen Nutzen davon hat (wenn es kein aktives Produktionsmittel ist)
  2. der Haushalt realistischerweise plant, damit unversicherte Risiken auszugleichen, sobald sie eintreten

Vermögen, das man eigentlich nicht braucht (weder jetzt und hier noch zur Deckung zukünftiger planbarer Risiken) und deswegen gegen Pacht, Miete oder Zins verborgt oder damit spekuliert, würde ich als produktives Vermögen bezeichnen, weil man damit ja jetzt und hier eine Rendite „produziert“.

Hier noch die Begriffe, die ich verwende

  • Person [1]: siehe auch https://de.wikipedia.org/wiki/Person (im folgenden eine knappe Zusammenfassung)

    WAS eine Person wirklich IST, scheint noch nicht geklärt zu sein, der Begriff der Person wird nämlich je nach Kontext unterschiedlich verwendet.
    Wir kümmern uns hier hauptsächlich um den Begriff der Person als Wirtschaftssubjekt oder als Rechtssubjekt (Subjekte agieren), im Gegensatz zum Gegenstand bzw. zum Objekt (Objekte reagieren bzw. entwickeln sich).
    • Das Rechtssubjekt
      Die Rechtswissenschaften unterscheiden zwischen natürlichen Personen und juristischen Personen als Träger von Rechten und Pflichten, neuerdings kommt noch die Diskussion über elektronische Personen hinzu (Roboter, Apps, usw.)
    • Das Wirtschaftssubjekt
      In der Wirtschaftstheorie ist die Person einerseits ein Element, das in Privathaushalten vorkommt (z.B. bei der statistischen Bestimmung von Durchschnittseinkommen, Lebenshaltungskosten und dergleichen), andererseits agiert die Person als Konsument, Unternehmer oder generell als Marktteilnehmer.
      Weiters kommen Personen als Teile des Personals vor. Mit Personal meint man die Gesamtheit der Beschäftigten, die im Auftrag eines Unternehmens agieren. Im Gegensatz dazu steht der Begriff der Privatperson, die im eigenen Interesse und nicht im Auftrag eines Unternehmens oder einer Behörde agiert.
  • Vermögen [2]: siehe auch https://de.wikipedia.org/wiki/Vermögen_(Wirtschaft), im folgenden zitiert (am 2.11.2021)

    […]In den Wirtschaftswissenschaften ist Vermögen (englisch assets) der in Geld ausgedrückte Wert aller materiellen und immateriellen Güter [4], die im Eigentum einer Wirtschaftseinheit [3] stehen.[…]

    […] Man unterscheidet grob zwischen Sachvermögen und Geldvermögen, je nachdem, ob Sachwerte oder geldnahe Vermögenswerte im Vordergrund stehen:
    • Sachvermögen: Eigentum an beweglichen Sachen und deren Zubehör, an Immobilien (Wohn- oder Gewerbeimmobilien, Grundstücken, grundstücksgleichen Rechten), an nicht börsennotierten Unternehmensbeteiligungen, an Produktionsmitteln oder Rohstoffen und an Schutzrechten (Patente, Lizenzen).
    • Geldvermögen: Bargeld, Geldanlagen (Bankguthaben), Wertpapiere (Aktien, Anleihen oder Investmentanteile) oder Forderungen.
    • Milton Friedman fügte 1957 noch das Arbeitsvermögen (englisch human capital) als Vermögen in Gestalt menschlicher Kenntnisse und Qualifikationen hinzu.[13] Arbeitsvermögen stellt somit die (abgezinsten) in Geld bewerteten Fähigkeiten einer Arbeitskraft dar, Einkommen zu erzielen.[…]
  • Aus Sicht der Betriebswirtschaft gibt es drei relevante Arten von Wirtschaftseinheiten [3]:

    Wirtschaftseinheiten sind definiert als wirtschaftlich selbständige Entscheidungsträger, das sind:
    • Öffentliche Haushalte,
    • Privathaushalte und
    • Betriebe (das sind
      • Öffentliche Betriebe und Verwaltungen sowie
      • Unternehmen).
  • Güter und Ressourcen [4]: siehe auch https://de.wikipedia.org/wiki/Gut_(Wirtschaftswissenschaft), im folgenden zitiert (am 2.11.2021)

    […]Als Gut im Allgemeinen bezeichnet man in der Wirtschaftswissenschaft alle materiellen und immateriellen Mittel, die der Bedürfnisbefriedigung dienen[…]

    Klassifikation von Gütern nach der Verfügbarkeit:

    […] Hier lassen sich freie und knappe Güter unterscheiden.[…]

    […]Freie Güter (Anmerkung: hier auf diesem Blog verwenden wir dafür auch den Begriff Ressourcen, was eigentlich nicht korrekt ist)
    Ein Gut ist frei, wenn es im betreffenden Gebiet zur betrachteten Zeit in so großer Menge vorhanden ist, dass jeder Mensch so viele Einheiten des Gutes konsumieren kann, wie er will, beziehungsweise bis seine Sättigungsmenge erreicht ist.[…]

    […]Da freie Güter in einem ausreichenden Maße zur Verfügung stehen, haben sie keinen Preis.[…]

    […] Freie Güter sind nicht zu verwechseln mit Gemeingütern. Diese sind zwar für alle Nachfrager frei zugänglich, ihre Bereitstellung ist jedoch meistens mit Kosten verbunden. So kann beispielsweise eine Gemeinde oder ein privater Betreiber eines Supermarkts Parkplätze für Autofahrer kostenfrei anbieten. Das Angebot an Parkplätzen ist jedoch naturgemäß begrenzt und kann deshalb knapp sein (→ Tragik der Allmende).[…]

    […]Knappe Güter
    Im Gegensatz zu den freien Gütern stehen knappe Güter (auch ökonomische Güter, wirtschaftliche Güter oder Wirtschaftsgüter) nicht in einem ausreichenden Maß zur Verfügung. Knappe Güter müssen durch die wirtschaftliche Tätigkeit von Menschen erzeugt oder bereitgestellt werden. In einem marktwirtschaftlichen System erfolgt der Ausgleich zwischen dem knappen Güterangebot und der weitaus höheren Nachfrage meist über den Preis. So wird bei einem hohen Preis ein Gut in der Regel weniger nachgefragt als bei einem niedrigeren Preis. Wirtschaftliche Güter werden in Realgüter (Sachgüter, Dienstleistungen und Rechte) sowie Nominalgüter (Geld und geldwerte Zahlungsmittel) eingeteilt.[…]

    Klassifikation nach dem Vorzeichen des Nutzens

    […]Waren und Dienstleistungen, deren Nutzen negativ sind, werden wirtschaftswissenschaftlich als „Ungut“ (teilweise auch „Missgut„, „Last“ oder „Übel„; englisch bad) bezeichnet. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass der Konsument (entgegen einem „Gut“) möglichst wenig von ihnen haben möchte; der Nutzen also bei steigender Menge abnimmt (statt zunimmt). Klassische Beispiele dafür sind Müll oder Schadstoffe: Man ist bereit, Geld dafür auszugeben, dieses „Ungut“ zu vermeiden, da es einen negativen Nutzen stiftet[…]
  • Wirtschaft [5]: siehe auch https://de.wikipedia.org/wiki/Wirtschaft, im folgenden zitiert (am 2.11.2021)

    […]Wirtschaft oder Ökonomie ist die Gesamtheit aller Einrichtungen und Handlungen, die der planvollen Befriedigung der Bedürfnisse dienen. Zu den wirtschaftlichen Einrichtungen gehören Unternehmen, private und öffentliche Haushalte, zu den Handlungen des Wirtschaftens Herstellung, Absatz, Tausch, Konsum, Umlauf, Verteilung und Recycling/Entsorgung von Gütern. Solche Zusammenhänge bestehen zum Beispiel auf welt-, volks-, stadt-, betriebs- und hauswirtschaftlicher Ebene.[…]

Guten Morgen

Oktober 28, 2021

Gestern am Abend durfte ich mit einem Simulationsexperten diskutieren.

Was mir an seiner Argumentation auffiel, war, dass er bei „Objekten des realen Universums“ zwei Arten unterschied, warum sich solch ein Objekt verändert:

  1. Evolution…die Natur verändert sich „automatisch“
  2. Induktion…ein User ändert etwas an der Natur.

Beim Schlafengehen musste ich darüber nachdenken.

Das Vorhandensein von „Induktion“ heißt ja eigentlich, dass der Mensch einen freien Willen hat, weil er an der Natur Änderungen vornehmen kann, die von selbst nicht entstanden wären.

Hier ist natürlich die Frage, ob man den Beobachter vom System trennt oder nicht.

Wenn man den Beobachter nämlich als Teil des Systems modelliert, dann entwickelt (Evolution!) er sich ja MIT dem System und die Sache mit dem freien Willen relativiert sich.

Überhaupt muss man als gläubiger Mensch ja feststellen, dass auch Gott einen freien Willen hat, und dass er seinen Willen – da er ja der Stärkere ist – sicher durchsetzen wird.

Ist also der freie Wille des Menschen für religiöse Menschen eine Illusion?

Nein. Denn Gottes Gedanken sind nicht unsere Gedanken, und AUS UNSERER SICHT haben wir sehr wohl einen freien Willen.

Das impliziert aber, dass Gott seine Gedanken – und sich selbst – bis zu einem gewissen Grad vor uns versteckt.

Und nun stellte ich mir – wie gesagt, beim Schlafengehen – die Frage, WARUM sich Gott vor uns versteckt.

Ich konnte nur eine Antwort finden:

So wie es uns Menschen unangenehm ist, unsere Blöße zu zeigen, so ist es auch Gott unangenehm, wenn seine Blöße offenbar wird.

Wenn unsere Blöße endgültig offenbar wird, dann bricht nur das Wirtschaftssystem zusammen.

Aber wenn Gottes Blöße offenbar wird, dann ist das das Ende des Universums an sich.

Meint

Euer Christoph


Kleiner Quercheck (BIP vs. Nettoeinkommen)

Oktober 22, 2021

Hallo liebe Leser,

Habe mich letzte Woche gefragt, wohin denn unser ganzes Geld kommt.

Meines Wissens war das BIP in Österreich 2020 knapp über 400 Milliarden EUR, das gesamte Nettoeinkommen der Österreicher aber meiner Meinung unter 100 Milliarden.

Ich, als der Wirtschaftstheorie unkundiger, frage mich natürlich: wo kommen diese 300 Milliarden hin?

  • Versickern die in „dunklen Kanälen“?
  • Ist das das Budget des Staatshaushalts?
  • Bekommen das 1:1 die „Reichen und Mächtigen“?
  • sonstige unangenehme Erkenntnisse

Und so muss ich mir die Arbeit machen, die Zahlen zusammenzugoogeln.

Tabelle 1: Erwerbsstatus der Österreicher

Zuerst einmal beziehe ich mich auf die Statistik Austria, die den Erwerbsstatus der Österreicher (in Österreich ansäßigen Personen) auf folgender Seite minutiös auflistet:
(https://www.statistik.at/web_de/statistiken/menschen_und_gesellschaft/arbeitsmarkt/erwerbsstatus/index.html) ,

insbesondere in der EXCEL Datei https://www.statistik.at/wcm/idc/idcplg?IdcService=GET_NATIVE_FILE&RevisionSelectionMethod=LatestReleased&dDocName=062859

Wenn man Arbeitslose zu den „Erwerbspersonen“ hinzuzählt (laut ILO Konzept) und Kinder unter 15 Jahren zu den „Nicht-Erwerbspersonen“ addiert (diese Freiheit nehme ich mir, um die Gesamtbevölkerung abzubilden), dann ergibt sich auf Basis Q4/2020 eine Quote (EP = Erwerbspersonen, EW = Einwohner) von


EP (über 15 J.) = 4,575 Millionen
EW = 8,7733 Millionen
EP / EW = 52%

Wenn man nicht die Erwerbspersonen, sondern die Erwerbstätigen rechnet (wenn man also die Arbeitslosen subtrahiert), dann kommt man auf Basis Q4/2020 zu einer Quote (ET = EP – AL, ET = Erwerbstätige, AL = Arbeitslose) von


ET (über 15 J.) = 4,3248 Millionen
(also 0,25 Millionen AL – Arbeitslose)
ET / EW = 49%

Ich werde mir die Freiheit nehmen, und im folgenden mit einer „Effektiven Erwerbsquote (EEQ)“ von 50% rechnen:

EEQ = 50%

OK, nun wissen wir also, mit wem wir es zu tun haben.

Aber wir fragen uns ja, was diese Leute verdienen (Gesamtnettoeinkommen der Inländer) und woher dieses Geld kommt (Bruttosozialprodukt):

Tabelle 2: Einkommenssituation

Die Einkommenssituation der Österreicher behandelt die Statistik Austria auf folgender Seite: https://www.statistik.at/web_de/statistiken/menschen_und_gesellschaft/soziales/personen-einkommen/allgemeiner_einkommensbericht/index.html

insbesondere in folgender Datei (Zahlen leider aus dem Jahr 2017): https://www.statistik.at/wcm/idc/idcplg?IdcService=GET_NATIVE_FILE&RevisionSelectionMethod=LatestReleased&dDocName=021680

Dort findet man folgende Summenwerte (Anzahl Personen / arithmetisches Mittel des Bruttojahreseinkommens):

  • Ausschließlich selbstständig Erwerbstätige: 355.682 / 29.207,-
  • Unselbständig Erwerbstätige und Pensionisten: 6.369.259 / 23.679,-
  • Mischfälle (Schwerpunkt selbstständig): 79.419 / 59.950,-
  • Mischfälle (Schwerpunkt unselbständig): 433.420 / 43.730

Check 1:

  • 355.682 + 6.369.259 + 79.419 + 433.420 = 7.237.780 Personen über 15 Jahre (Basis 2017)
  • In der Tabelle 1 (Erwerbsstatus) steht für diesen Wert 7,496 Millionen Personen über 15 Jahre (Basis Q4/2020)
  • Das passt also in etwa

Check 2: Gesamtes Bruttoeinkommen

  • 355.682 x 29.207,- +
    6.369.259 x 23.679,- +
    79.419 x 59.950,- +
    433.420 x 43.730 =
    ———————–
    = 10.388.404.174,00 € + 150.817.683.861,00 € + 4.761.169.050,00 € + 18.953.456.600,00 €
    ———————–
    = 184.920.713.685,00 €
  • Gesamtes Bruttoeinkommen aus Erwerbstätigkeit und Pensionen: ~185 Milliarden Euro (Stand 2017)
  • Das wollen wir jetzt mit dem BNE vergleichen.

Bruttonationaleinkommen (Bruttosozialprodukt)

Das Bruttonationaleinkommen BNE ist entsprechend der Seite
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/704703/umfrage/bruttonationaleinkommen-bne-von-oesterreich/
im Jahr 2017

BNE = 365,88 Milliarden Euro

gewesen.

Und das ist jetzt seltsam.

Das BNE ist ja der Gegenwert der Güter und Dienstleistungen, die von in Österreich ansäßigen Personen produziert worden sind, abzüglich der Vorleistungen, die von Nicht-Inländern erbracht worden sind, also die „nationale Gesamtwertschöpfung“.

Man sollte also annehmen, dass sich aus diesen 365,88 Milliarden Euro 1:1 das Bruttoeinkommen ergibt, also – dividiert durch 8 Millionen – ca. 45.000,- Euro pro Mann und Nase, vom Baby bis zum Großvater (arithmetisches Mittel).

Laut Einkommensbericht „verdienen“ aber 7,5 Millionen Personen insgesamt 185 Milliarden Euro. Das sind also durchschnittlich (arithmetisches Mittel) ca. 25.000,- Euro.

Wo ist die andere Hälfte der Beute?

Wir haben hier also das Bild eines Kriegszuges vor uns, dessen halbe Beute an die Soldaten (die selbständig oder unselbständig Erwerbstätigen) ausgeschüttet wird.

Aber wer bekommt die andere Hälfte?

Hier hilft uns folgender Link:

Es wird nämlich zwischen 7 Arten von Einkünften unterschieden ( https://www.bmf.gv.at/themen/steuern/fuer-unternehmen/einkommensteuer/einkommensbegriff.html ) und der „Allgemeine Einkommensbericht“ (Tabelle 2) berücksichtigt eben nicht alle Einkünfte der Inländer.

7 Einkunftsarten

  1. Einkünfte aus selbständiger Arbeit
  2. Einkünfte aus Land/Forstwirtschaft
  3. Einkünfte aus Gewerbebetrieben
  4. Einkünfte aus unselbständiger Arbeit
  5. Einkünfte aus Kapitalvermögen
  6. Einkünfte aus Vermietung/Verpachtung
  7. Sonstige Einkünfte

Der Einkommensbericht berücksichtigt aber nur 1) , 2) , 3) , 4) + Pensionen

Die andere Hälfte des Volkseinkommens ergibt sich aber durch „arbeitsloses Einkommen“ nach 5) , 6) und 7) ( Karl Marx, schau oba ).

D.h. die Hälfte der österreichischen Wertschöpfung wird durch Pacht, Miete, Zinsen oder Spekulation erwirtschaftet, indem Vermögende Teile ihres Vermögens, die sie eigentlich nicht (mehr) brauchen, an Leute überlassen, die diese so dringend brauchen, dass sie dafür eben Pacht, Miete, Zinsen oder einen höheren Preis zahlen.

Meint

Euer Christoph


The Parable of the Prodigal Son (Plan A/Plan B)

Oktober 3, 2021

Dear all,

I guess, most of you will know the parable of the prodigal son, at least from some early visits to the church in your childhood (to remember, you can read this: https://en.wikipedia.org/wiki/Parable_of_the_Prodigal_Son).

However, the story is not new. It already starts in the first book of Mose, the book Genesis (citing):

[…]
[2:8] And the LORD God planted a garden in Eden, in the east; and there he put the man whom he had formed.
[2:9] Out of the ground the LORD God made to grow every tree that is pleasant to the sight and good for food, the tree of life also in the midst of the garden, and the tree of the knowledge of good and evil.
[…]
[2:15] The LORD God took the man and put him in the garden of Eden to till it and keep it.
[2:16] And the LORD God commanded the man, „You may freely eat of every tree of the garden;
[2:17] but of the tree of the knowledge of good and evil you shall not eat, for in the day that you eat of it you shall die.“
[…]
[3:1] Now the serpent was more crafty than any other wild animal that the LORD God had made. He said to the woman, „Did God say, ‚You shall not eat from any tree in the garden‘?
[3:2] The woman said to the serpent, „We may eat of the fruit of the trees in the garden;
[3:3] but God said, ‚You shall not eat of the fruit of the tree that is in the middle of the garden, nor shall you touch it, or you shall die. ‚“
[…]

We see, the serpent tried to confuse the woman completely, for it lied on the command of God.

However, the woman was already a bit confused (probably by the man), for she thought the fruits of the tree in the middle of the garden should not be eaten (that would comprise both trees, the tree of life and the tree of the knowledge of good and evil), but God had never forbidden to eat the fruits of the tree of life!!

We see: God had two plans for mankind.

Plan A: Mankind would eat from the tree of life, evolution of mankind would end (for everybody lived for eternity), and all would live happily and eternally without any sin in the garden.

Plan B: Mankind would eat from the tree of the knowledge of good and evil, mankind would have to leave the garden and hence the tree of life would be unreachable for mankind, until they got smart enough to ask for forgiveness.

Mankind was too stupid to take the fruits of the tree of life. So God sent the serpent to teach mankind and to activate Plan B.

Now, when mankind was far away from home to learn the „rules of life“ – like the prodigal son – mankind kept to be stupid and did not learn and did not return home.

Hence God activated Plan C and sent his son to settle the bill and to bring mankind the fruits of the tree of life.

We – nowadays – are still experiencing a high level of stupidity, so we wonder: Will there be a Plan D?

I do not know.

Says

Yours Christoph