Im letzten Beitrag ((1) Begriffe) hatte ich mich im Eilzugtempo durchgehangelt – und zwar vom Beginn der Menschheit als Jäger und Sammler über den Nomaden und dann die Hofwirtschaft – bis hin zur modernen arbeitsteiligen Industriegesellschaft, die nun den Weg aus der Klimakrise sucht und hofft, nicht vom Planeten abgeschüttelt zu werden.
Dabei hatte ich eine Zeichnung angefertigt – die ich gleich nochmal wiederholen werde – in der die Konsumstätten und die Produktionsstätten vom Haushalt H getrennt eingezeichnet waren.
Das war gerechtfertigt, da diese zwar in der ehemaligen Hofwirtschaft noch in den Hof integriert waren (ausgenommen vielleicht das Dorfwirtshaus für externen Konsum),
jetzt aber definitiv getrennte geographische Verortungen hatten, die sich von den Verortungen des Haushalts (Hauptwohnsitze und Nebenwohnsitze der Haushaltsmitglieder) unterschieden.
Aber WARUM beschäftige ich mich mit all diesen Begriffen?
Ist es reine Hirnw*****rei, weil ich nicht ausgelastet bin? Nein, da würde ich mich lieber an den Strand legen.
Will ich mein Metier wechseln? Kann ich damit jemandem in den Ar*** kriechen? Eigentlich nicht (außer dem Stift Göttweig vielleicht, das sich mit Nachhaltigkeit beschäftigt).
Möchte ich die Welt vor dem Klimawandel retten? Wäre das nicht ein wenig überheblich? Eben.
Brauche ich mehr Aufmerksamkeit für mein Ego? Vielleicht.
Wahrscheinlich ärgert mich aber nur der schier undurchdringliche Wust von widersprüchlichen Interessen (cui bono?), die offensichtliche Anwendung von Nebelgranaten (was sonst war die Plandemie, frage ich?) und generell die Wüste, die wir alle durchwandern, dürstend nach einem Tropfen Wahrheit.
Ja, es ist die Suche nach Wahrheit, die mich antreibt. Ich muss es zugeben.
Wer liebt noch die Wahrheit? Wer freut sich noch über einen Übeltäter, der beichtet? Wer will das Sein, nicht den Schein?
Wer hält das unangenehme Gefühl von Ent-Täuschung aus, das mit der Ent-deckung der Wahrheit einhergeht?
Das Märchen von der Machbarkeit muss als solches enttarnt werden.
Das Kind muss angesichts des Kaisers neuer Kleider ausrufen: „Aber, der Mann ist ja nackt!!!“
Man verzeihe mir. Dieses Kind bin ich.
2. Ressourcenrelevante Vorgänge
Die oben genannte Zeichnung, die ich nun in Abbildung 2-1 wiederhole, ist ganz praktisch, weil man die ressourcenrelevanten Vorgänge, die mit dem Haushalt H zusammenhängen, schön überblickt (blau eingezeichnet).
Abbildung 2-1: Getrennte Konsum- und Produktionsstätten, Ressourcenrelevante Vorgänge
Eigentlich möchte ich das Bild ja reduzieren, sodass man nur mehr folgende Elemente sieht:
Mich und meine Rumpffamilie (ICH + WIR = Haushalt H)
Die UMWELT (das, wo ICH, WIR und DER MARKT die RESSOURCEN umsetzen)
Den MARKT (dort, wo man für Geld alles bekommt, aber nicht für alles Geld)
Abbildung 2-2: das endgültige Modell für einen modernen Haushalt
In Abbildung 2-2 habe ich das gemacht, das ist jetzt ein sehr übersichtliches Modell.
Dennoch ist das Modell aus Abbildung 2-1 leichter verständlich, wenn man die Ressourcenumsätze verorten möchte (was wir ja wollen).
2.1. Aber laßt uns mal alle Vorgänge (Prozesse) beschreiben
Da sind einmal die auf den Haushalt H bezogenen Güterströme (Vektorgrößen): Produktion, Konsum, Export, Import, Einlagerung und Auslagerung.
In einem Haushalt H mit 15 verschiedenen Gütern wären das also zum Beispiel 15-dimensionale Vektoren.
Da gilt jetzt die Vektorgleichung (zu jedem Zeitpunkt, aber auch als Integral über einen Zeitraum)
Das ist die Knotengleichung für den schwarz eingezeichneten Knoten in Abbildung 2-2, an dem die Güterströme zusammenkommen bzw. abzweigen.
Mit Hilfe dieser Begriffe kann man nun versuchen Prozesse (Vorgänge) zu benennen. Ich nehme wieder einen beliebigen modernen Haushalt, der – beispielsweise – ein erwerbstätiges Mitglied hat, das in einer Firma als Angestellter arbeitet.
Durch gründliches Nachdenken findet man folgende Prozesse (Vorgänge), zuerst einmal die
2.1.1. Prozesse innerhalb des Hauhalts H
Die Produktionsprozesse innerhalb des Haushalts H
(PROD) Produktion des Haushalts (aller seiner Mitglieder)
(PROD-A) Herstellung und Pflege der Produktionsmittel durch eigene Leistung z.B. autodidakte Aus- und Weiterbildung (z.B. Wikipedia lesen), Hausarbeit, Gartenarbeit, Geschirr spülen, Betten machen usw.
(PROD-B) Produktion direkt aus den Produktionsmitteln z.B. Schlafen, Naschen von den Küchenvorräten, Chillen im Garten, alleine im Familienauto spazieren fahren usw.
(PROD-C) Erzeugung für den Direktkonsum z.B. Grillen im Garten, für Familie und Gäste kochen, als Chauffeur Personenkilometer mit dem Privatwagen generieren usw.
(PROD-D) Erzeugung fürs Lager z.B. Marmelade einkochen usw.
(PROD-E) Erzeugung für den Export z.B. Mannstunden für den Arbeitgeber, Abfälle*), Fäkalien*) usw.
*) Abfälle, Fäkalien und dergleichen haben einen „negativen Preis“, sodaß man für ihre Entsorgung zahlen muß. Sogar bei wiederverwendbaren Wertstoffen ist das teilweise so, was aber eigentlich ungerecht ist.
Dann die Importprozesse für den Haushalt H:
(IMP) Importieren für den Haushalt (für alle seine Mitglieder)
(IMP-A) Kauf von / Miete von / importierte Pflege für Produktionsmittel z.B. Studium, Aus- und Weiterbildung, neues Auto, Automechaniker, neues Bettzeug, neue Möbel, geleasedtes Auto usw.
(IMP-B) n/a
(IMP-C) Importe für den Direktkonsum z.B. Essen im Wirtshaus, Transport mit Öffis, Wasser, Fernwärme, Strom usw.
(IMP-D) Importe fürs Lager z.B. Küchenvorräte, Knabberzeug, Batterien, Lämpchen (Reserve PM) usw. aber auch Wertgegenstände als Anlagevermögen (Kunstwerke, Aktien, …)
(IMP-E) Importe für den Export z.B. wenn ich einen Teil meiner Mannstunden outsource (ist aber eher ein unrealistisches Beispiel)
Zum Schluß noch die Auslagerung aus dem/den Lager(n) des Haushalts H
(LAG) Auslagerung im Rahmen des Haushalts H
(LAG-A) Auslagerung für die Produktionsmittel z.B. Ersatzzündkerze fürs Auto (Eigenreparatur)
(LAG-B) n/a
(LAG-C) Auslagerung für den Konsum z.B. Konsum der Marmelade oder der Knabbersachen aus dem Lager usw.
(LAG-D) Umlagerung
(LAG-E) Export aus dem Lager
Wir wollen alle Ressourcenumsätze „RU“ des Haushalts H den Güterströmen Produktion, Import und Auslagerung zuordnen, die Güterströme Konsum, Export und Einlagerung wollen wir nicht mit Ressourcenumsätzen belasten.
Warum?
Man kann sich das so vorstellen, dass am schwarzen Punkt in Abb. 2-2, am Knoten der Güterströme, der Controller der Familie sitzt, der die hereinkommenden Güterströme – nach ihrem Personal- und Ressourceneinsatz – bewertet und dann den Nutzen bzw. Gewinn bewertet, den sie an einem der drei Ziele bringen werden.
So entscheidet er, wohin er welches Gut leitet.
In einer normalen Familie gibt es solch einen Controller natürlich nicht, er ist in dem Fall eine fiktive Vorstellung.
2.1.2. Geographische Verortung des Ressourcenumsatzes „RU“ mit der Umwelt
Der Controller am Güterknoten bewertet folgende Ressourcen
Produktion / Import / Lagerung für die Produktionsmittel(PROD-A)/(IMP-A)/(LAG-A):
„RU“ für die Produktion, „RU“ für die Produktion im Markt (indirekt über den Kauf-/Mietpreis), „RU“ für den Lagerzeitraum des Gutes,
Transport des Gutes von der Produktionsstätte oder vom Lager zu Betriebsmittel(n)
Direkte Produktion aus den/dem Betriebsmittel(n) (PROD-B)
„RU“ für die Produktion
[kein Transport (Produzent = Konsument)]
Produktion / Import / Lagerung für den direkten Konsum (PROD-C)/(IMP-C)/(LAG-C)
„RU“ für die Produktion, „RU“ für die Produktion im Markt (indirekt über den Kauf-/Mietpreis), „RU“ für den Lagerzeitraum des Gutes,
Transport des Gutes von der Produktionsstätte oder vom Lager zum / zu den Konsumenten
siehe auch das nächste Kapitel
Produktion / Import / Lagerung für das Lager(PROD-D)/(IMP-D)/(LAG-D)
„RU“ für die Produktion, „RU“ für die Produktion im Markt (indirekt über den Kauf-/Mietpreis), „RU“ für den bisherigen Lagerzeitraum des Gutes,
Transport des Gutes von der Produktionsstätte oder vom Lager zum (neuen) Lager
Produktion / Import / Lagerung für den Export(PROD-E)/(IMP-E)/(LAG-E)
„RU“ für die Produktion, „RU“ für die Produktion im Markt (indirekt über den Kauf-/Mietpreis), „RU“ für den Lagerzeitraum des Gutes,
Transport des Gutes von der Produktionsstätte oder vom Lager zur Erwerbsstätte*)
*) Als Erwerbsstätte bezeichne ich die Produktionsstätte, an der ich meinen Umsatz mache. Im Falle eines unselbständig angestellten ist das eine Produktionsstätte meines Arbeitgebers – oder auch mein Home Office. Im Falle eines freien Bauern, der seine Güter am Wochenmarkt verkauft, ist das der Markt, der gleichzeitig eine Konsumstätte für die Kunden ist.
2.1.3. Ressourcenumsatz für den Import
Warum produzieren wir eigentlich?
Nun gut, wir MÜSSEN es tun, damit wir konsumieren können.
Und warum konsumieren wir?
Es lässt sich nicht leugnen, wir wollen LEBEN. Und das glücklich und zufrieden.
Ursprung und Ziel alles Wirtschaftens muss sein, dass wir dereinst zufrieden und glücklich in die Ewigkeit eingehen, daran beißt die Maus keinen Faden ab. (Satz 2-2)
Sollen wir also den Ressourcenumsatz bei der Produktion und beim Import durch eine Umsatzsteuer dem Konsumenten anlasten?
Eigentlich nicht, denn dann stimmt die Verortung nicht.
„RU“ bei der Produktion muss man den Produktionsstätte(n) anlasten,
„RU“ beim Transport dem Markt und alles
muss im Endpreis des Produktes „eingepreist“ sein.
Ressourcensparende Produkte sollen günstiger sein als verschwenderische Produkte und dieses Geld soll dort abgeführt werden, wo der Schaden entstanden ist, nicht dort, wo das Produkt konsumiert wird. (Satz 2-3)
2.1.4. Ressourcenumsatz an der Erwerbsstätte
Den Ressourcenumsatz an der Erwerbsstätte darf man in unserem Beispiel nicht dem Haushalt H anlasten, denn dieser exportiert ja nicht, weil er diese Exporte konsumieren möchte, sondern weil er sich vom Erlös seine Importe leisten möchte (siehe Kapitel 2.1.3.).
Die Produktionsstätte produziert das Produkt ja, weil ANDERE Haushalte diese Produkte konsumieren wollen. Diese „RU“ müssen also dem Preis des Produktes angerechnet werden.
Den Transport meiner Wenigkeit zur Erwerbsstätte muss ich aber selber verantworten, denn ICH habe mir ja die Erwerbsstätte ausgesucht.
Aber ich muss doch zugeben, dass ich sehr wenig recherchiert hatte und mir – insbesondere zur Mathematik der 4 heuristischen Kriterien – so allerhand „aus den Fingern gesogen“ habe.
So schwebt über dieser ganzen Aktion ein unangenehmes Gefühl von Pioniertum und gleichzeitiger Befürchtung das Rad neu zu erfinden.
Nun gut, wer mich kennt, der weiß mittlerweile, dass ich eigentlich kein Problem damit habe, diverse Räder immer wieder neu zu erfinden – aber es wäre halt schon toll, wenn ich zumindest das eine oder andere Wikipedia Zitat unter meine Beiträge mischen könnte.
So versuche ich, das Thema – insbesondere die Details – nocheinmal aufzurollen, und muss also einmal beginnen, die Begriffe, die ich verwende, zu definieren (mit oder ohne Zitate).
Da ist einmal die wirtschaftliche Grundmenge, mit der wir uns in unseren Beispielen beschäftigen wollen, nämlich
Das Habitat, der Hof und der Haushalt
Unsere Modellannahme für den Jäger und Sammler, bzw. den Nomaden war ein Abschnitt der Erdoberfläche, das Habitat H, welches für die Sippe von Menschen von Natur aus – also gratis – bestimmte Ressourcen zur Verfügung stellte und bestimmte Mengen von Abfallstoffen aufnehmen konnte.
Mit Hilfe dieser Ressourcen und dem unserer Spezies anhaftenden Ingenieursgeist war es möglich, Güter aller Art zu produzieren, zu konsumieren, und zwischendurch auch einzulagern.
Bei dieser Modellbildung hatten wir Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Habitaten und Sippen vernachlässigt, die Sippe mochte eine Art „interne Währung“ haben, aber eine „externe Währung“ zum Austausch zwischen verschiedenen Sippen hatte diesem Modell gefehlt.
Abbildung 1-1: Wirtschaftliche Vorgänge in einer autarken Sippe
Die Sippe besteht aus
N Mitgliedern,
den Produktionsmitteln PM und
dem Lager.
Die Größen Produktion, Konsum, Einlagerung und Auslagerung werden entweder als vektorielle Stromgrößen angegeben (jedes Element des Vektors ist der Momentanwert eines Güterstromes, gemessen als „Gütermenge pro Zeiteinheit“) oder als vektorielle Gütermengen (Zeitintegrale der Güterströme), bezogen auf einen Durchrechnungszeitraum.
Unabhängig davon gilt für das Modell aus Abbildung 1-1 immer folgende Gleichung:
*) Verluste, die beim Umlagern, Einlagern, Auslagern oder bei der Übergabe der Güter entstehen, sowie Verluste, die im Lager durch Zeitablauf bewirkt werden (z.B. wegen Fäulnis), kommen in dieser Gleichung noch nicht zum Tragen.
Ich würde alle diese Verluste unter dem Begriff „Schwund“ bzw. – wenn wir moralisieren wollen – „Verschwendung“ zusammenfassen, würde diese dem Lager zuordnen, und schließlich schreiben:
Produktion – Konsum = = Einlagerung – Auslagerung (Gl 1.1a gilt für Momentanwerte und Integrale, aber nur bei autarken Sippen)
Einlagerung – Auslagerung – Schwund = = d/dt Lagerstand (Gl 1.2 gilt für Momentanwerte bei allen behandelten Modellen)
Einlagerung – Auslagerung – Schwund = = Lagerstand(t1) – Lagerstand(t0) (Gl. 1.3 gilt für Integrale bei allen behandelten Modellen)
Beispiel: Nomade mit 7 Gütern, Bezugszeitraum April – Oktober
7 Güter
Milch, Butter, Pökelfleisch, Wolle
Gegenseitig-Entlausen, Geschichten-Erzählen
Pullover-Stricken
Bezugszeitraum
April (t0) bis Oktober (t1)
Produktion 500 l Milch 80 kg Butter 50 kg Pökelfleisch 30 kg Wolle 40 x Entlausen 600 h Erzählen 0h Stricken
Konsum 500 l Milch 80 kg Butter 0 kg Pökelfleisch 0 kg Wolle 40 x Entlausen 600 h Erzählen 0h Stricken
Einlagerung – – 50 kg Pökelfleisch 30 kg Wolle – – –
Auslagerung – – 0 kg Pökelfleisch 0 kg Wolle – – –
Schwund = (-, -, 2 kg Pökelfleisch, 1 kg Wolle, -, -, -).
Lagerstand(t1) – Lagerstand(t0) = (-, -, 48 kg Pökelfleisch, 29 kg Wolle, -, -, -)
Die ersten 4 Elemente des Vektors sind klassische Waren, wobei man Milch und Butter wegen fehlender Kühlungstechnologie aber nicht lagern konnte, die letzten drei Elemente sind Dienstleistungen (die per se nicht lagerfähig sind).
Da die Kopfzahl der Menschheit immer größer wurde, stieß man mit dieser Lebensweise an Grenzen, an die Grenzen des Wachstums. Die vorherrschende Technologie reichte nicht mehr aus, um mit Hilfe der natürlichen Ressourcen friedlich und leidlich existieren zu können.
Man konnte nicht einfach den Planeten verlassen (und auch wir sollten uns nicht täuschen, so schnell werden wir das nicht schaffen, dass wir der Klimakatastrophe entkommen; ein paar Milliardäre werden es vielleicht schaffen).
Also benötigte es Innovation.
Man mußte Mittel und Wege finden, um das Land intensiver zu bewirtschaften.
So wurden wir zu Ackerbauern und Viehzüchtern. Dabei war es wesentlich, einen modernen Begriff von Grundeigentum zu entwickeln.
Wir parzellierten das Land und jeder Bauer war auf Gedeih und Verderb „seiner Scholle“ ausgeliefert, ohne großen Spielraum für strategische Manöver zu haben *).
Stimmt das? Nicht ganz!
Denn es entwickelte sich auch der Markt und der Austausch von Gütern (Waren, Dienstleistungen und Daten), wodurch man die Möglichkeit erhielt, auch Güter zu erwerben, zu „importieren“, die man auf dem eigenen Hof nicht oder nur unwirtschaftlich herstellen konnte.
Das Zauberwort hieß Spezialisierung (jeder Bauer spezialisierte sich auf „seine“ Scholle), das zweite und das dritte Zauberwort waren Währungsunion und freier Güterverkehr.
Dass zweite und das dritte Zauberwort machten es notwendig, dass Machtzentren entstanden, in denen sich Fürsten um die Ermöglichung des Handels (also um die Währungspolitik und den Bau öffentlicher Wege) kümmerten.
*) Der gegenteilige Effekt ist bei modernen Unternehmen zu konstatieren, die das Eigentum fürchten, wie der Teufel das Weihwasser. Dem Eigentum werden wir – weiter unten in diesem Beitrag – noch ein eigenes Kapitel widmen.
Abbildung 1-2: Wirtschaftliche Vorgänge in einem Hof mit Außenhandel
Hier gilt die Gleichung
(Produktion – Konsum) – (Export – Import)= = Einlagerung – Auslagerung (Gl 1.1b gilt für Momentanwerte und Integrale, wenn Außenhandel vorliegt)
Was Europäische Geschichte betrifft, befinden wir uns jetzt in dieser kleinen Erzählung mitten in der Renaissance, bzw. auch schon im Barock. Die Machtzentren sind mächtiger als je zuvor, die schönen Künste blühen und wir befinden uns am Höhepunkt, knapp vor dem Niedergang der Universitäten. Die Idee der Universitas, dass man also eine umfassende Bildung anstrebte, um ein ganzheitliches Leben in der Wissenschaft zu führen, trifft zum Schluß angeblich nur mehr auf einen einzigen Menschen zu, auf den sogenannten „letzten Universalgelehrten“, Gottfried Wilhelm Leibniz **).
**) Dieser gesamte Absatz kann hinterfragt werden, da es Spezialisierung auch schon im Mittelalter gab – auch Universitäten – siehe die Kommentare unten von Kardinal Novize Igor
Damals stieß die Menschheit an die Grenzen des wissenschaftlichen Wachstums von Einzelkämpfern.
Wir wissen aber auch, dass zu diesem Zeitpunkt bereits die Druckerpresse erfunden war und dass somit nichts dagegen sprach, in der Wissenschaft kollaborativ zu arbeiten. D.h., man war sich einig, dass internationale Zusammenarbeit und Austausch der Forschungsergebisse der richtige Weg waren, um die Grenzen des wissenschaftlichen Wachstums zu sprengen.
Bis heute sind Wissenschaftler ein sehr mobiles Völkchen geblieben 🙂
Im Gegensatz zur Wissenschaft – die immer ein fürstliches Anliegen und somit gut dotiert war – mußte man im Gewerbe andere Wege gehen, um die Grenzen des menschlichen Gehirns zu sprengen.
Einerseits mußte man die besten Fachleute einer Disziplin agglomerieren, sodass sie sich gegenseitig befruchteten und noch bessere Ergebnisse lieferten – die Menschheit wuchs ja gnadenlos – andererseits mußte man mit diesen Ergebnissen unternehmensweite Standards ausarbeiten, sodass auch weniger talentierte – billigere – Fachleute mit Hilfe dieser Standards fast genau so gute Ergebnisse liefern konnten.
Die Kunden sollten nicht mehr einem bestimmten „Guru“ oder „Meister“ vertrauen, sondern der Marke des Unternehmens.
Der „Meister“, der „Guru“ hingegen verschenkte seine „Skills“, sein „Know How“, sein „geistiges Eigentum“ an den Unternehmer und war danach von dessen Gnade abhängig. Er musste ständig weiterlernen und immer neue Wissensgebiete beackern, um „immer am Ball zu bleiben“ und so weiterhin von Interesse für den Unternehmer zu sein.
Und jetzt – mit diesen Standards – kommen wir zu den interessanten Themen Unternehmensgeheimnisse, geistiges Eigentum, Patentrecht, Markenrecht und Daten / Information im Allgemeinen.
Auch darüber wollen wir – weiter unten – noch ein paar Worte verlieren.
Ich wage also zu behaupten:
So wie die Menschheit bei der Sesshaftwerdung die land- und forstwirtschaftlichen Flächen parzelliert hat, um das Land intensiver zu bewirtschaften,
so hat sie bei der Industrialisierung, (aber eigentlich auch schon beim technischen Fortschritt im Mittelalter **) die Know How Landschaft parzelliert, um das Know How intensiver zu nützen.
Die Firmen haben schließlich von den Universitäten gelernt, dass globale Kooperation die Effizienz steigert und die Standardisierung wurde outgesourced in nationale, kontinentale und internationale Gremien, die seitdem versuchen, sich mit literarischen Werken über Wasser zu halten, indem sie die „Meister“, die „Gurus“ an sich ziehen und immer weitere Know How Gebiete zu besetzen.
Die Universitäten hingegen müssen aufpassen, dass sie nicht zur staatlich geförderten „verlängerten Werkbank“ der Firmen werden.
Denn es ist die heilige Aufgabe der Wissenschaft, neue Know How Gebiete „der himmlischen Sphäre zu entreißen“ und „den Sterblichen zu bringen“.
War es nicht der Halbgott Prometheus, der den Göttern das Feuer stahl und es den Menschen brachte?
Und brauchte es nicht eine ganze Menge James Watts und George Stephensons, die mit ihren Ingenieurleistungen das Feuer zähmten, sodass es letzten Endes in einer Dampfmaschine den Menschen diente?
Die realen Gebiete, in denen der Mensch Land-, Forst- und Fischwirtschaft betreibt, sind beschränkt und man kann diese Formen der Wirtschaft nicht unendlich intensivieren (ohne an Lebensqualität einzubüßen) ***). Das ist die natürliche Grenze, die der Kopfzahl N der Menschheit hier auf Erden gesetzt ist (der Mensch muss sich nur zu einem großen Teil in Städte – Mega-Cities – zurückziehen, damit Platz für die Lebensmittelherstellung bleibt).
***) das ist eine unbewiesene Behauptung „aus dem Bauch heraus“
Aber die virtuellen – die neu erschaffenen – Know How Gebiete, die die Wissenschaft kreiert hat, können von der Wirtschaft beliebig beackert werden, hier ist die einzige Grenze nur die Phantasie der Menschen – und die ist fast grenzenlos. Im Bereich der virtuellen Welten, die wir füreinander entwerfen, könnten wir Milliarden von Menschen sinnvoll beschäftigen.
Es wäre der Menschheit auch zu raten, soziale Leistungen, die bisher nicht nach Euronen bewertet werden – Krankenbesuche, mit Kindern am Spielplatz zu spielen, Jugendarbeit in der Pfarre, Kinderbetreuung usw. – oder auch Sozialberufe oder Gesundheitsberufe aufzuwerten durch monetäres Danke sagen.
Hier hat die Wirtschaft auch noch Wachstumschancen.
Jetzt aber zum Diagramm mit allen Wirtschaftsbeziehungen eines Haushalts H:
Abbildung 1-3: Wirtschaftliche Vorgänge rund um den Haushalt H blau: ressourcenrelevante Vorgänge
Da Konsum, Leben und Produktion heutzutage voneinander meistens getrennt sind (daran könnte vermehrter Einsatz von Home Office etwas ändern), habe ich hier Konsumstätte(n), Produktionsstätte(n) und den Haushalt H getrennt gezeichnet.
Der Haushalt H hat ein privates Lager und private Produktionsmittel, die aber meistens in der Erwerbstätigkeit der erwerbstätigen Haushaltsmitglieder keine oder nur eine geringe Rolle spielen werden.
Aus privater Sicht habe ich ein Nettoeinkommen NE von NE = 17 Einheiten. Mit jeder meiner Arbeitsstunden kann der Chef der Produktionsstätte – das ist eine R&D Abteilung in irgendeinem Unternehmen – einen Umsatz von z.B. 80 Einheiten lukrieren (das ist z.B. der interne Stundensatz). Die fehlenden 63 Einheiten sind der gesamte Overhead GO.
Der gesamte Overhead, das sind alle, aber auch wirklich alle externen und internen Vorleistungen, die durch „meine Produkte“ (die 100% Erwerbs-Produktion), also durch die 63 Einheiten finanziert werden, inklusive Steuern und Sozialabgaben, so sie bereits vom Unternehmer abgeführt werden.
Wenn man meine Private Wertschöpfung = NE / GO = 17 / 63 ~ 27% berechnet, dann wird klar, dass die drei eingezeichneten Produkte nicht „meine Produkte“ sind, sondern dass ich auf die Vorleistungen der anderen Kollegen sozusagen nur „den Schlußstein draufsetze“ (27%), dieser Ehre darf ich mich nicht entziehen.
Und „meine Produkte“ sind ja auch wieder nur Vorleistungen, auf die jemand anderer – intern oder extern – den Schlußstein setzt, und so fort, bis letzten Endes ein Endprodukt ausgeliefert wird, und die letzte Produktionsstätte in der Wertschöpfungskette einen Umsatz erzielt sowie Umsatzsteuer abführt.
Betriebswirtschaftlich hat natürlich jedes Produkt – und jeder Mitarbeiter – verschiedene Werte der Wertschöpfung, nur für mich privat kann ich das am Nettoeinkommen und am erzielten Bruttoumsatz ablesen.
Alle drei – Konsumstätte(n), Haushalt H und Produktionsstätte(n) *) – sind an sich geographisch verortet, was notwendig ist, um den Ressourcenumsatz den entsprechenden politischen Gebietskörperschaften zuzuordnen – wenn meine Firma im Nachbarort steht, dann ist auch der Bürgermeister des Nachbarortes zuständig, den Ressourcenumsatz der Firma zu besteuern.
*) Die Produktionsstätte(n), in der/denen ich mein Geld verdiene (erwerbe), nenne ich deswegen auch Erwerbsstätte(n), um klar zu machen, dass für mich nicht die dortige Produktion im Mittelpunkt steht, sondern der Gelderwerb**).
**) Hier kratze ich an alteingesessenen Mythen, ich weiß 😉
„RU“ steht also für den – geographisch verorteten – Ressourcenumsatz, der je nach Umweltgesetzgebung entsprechend subventioniert und/oder besteuert wird.
Auch der Markt hat einen Ressourcenumsatz, welcher entlang der Transportrouten und in den Zwischenlagern zu verorten ist.
Die Vorleistungen, die Güter der externen Vorleister, müssen erst zur Produktionsstätte transportiert werden, ausserdem gibt es sicher die eine oder andere Dienstreise vom Vorleister zur Produktionsstätte. All das ist der Vorleistungsverkehr „VLV“.
Berufsverkehr „BV“ = ich muss mich ja – zumindest zwei-, dreimal die Woche, körperlich zur Produktionsstätte begeben.
Konsumverkehr „KV“ – Konsum findet ja nicht immer in den eigenen vier Wänden statt.
Wer für welchen dieser Ressourcenumsätze verantwortlich ist – dafür aufzukommen hat – damit möchte ich mich später in dieser Serie noch beschäftigen.
Jetzt aber zu meinem Lieblingsthema:
Alles dreht sich heute um geistiges Eigentum
Zum Vermögen (eines Individuums, einer Familie, einer Firma, einer staatlichen Einrichtung, einer NGO/NPO), zählen nicht nur die drei Arten von Gütern, die wir bereits kennen, also
Waren,
Dienstleistungen und
Daten.
Nein, zum Vermögen zählen auch Rechte.
Ich würde sagen, Rechte sind – so wie auch Geld – eine spezielle Form einer Ware:
sie lassen sich nicht kopieren (zumindest nicht unautorisiert),
sie sind gut lagerbar,
aber es ist manchmal schwer, ihren Wert in Euronen anzugeben.
So, wie Geldscheine eigentlich nur ein „Recht auf Güter“ sind (ein Schuldschein der Zentralbank), so sind Aktien verbriefte Anteile am Eigentumsrecht über eine Firma*).
Patentrechte und Markenrechte sind Rechte, bestimmte Verfahren zur Lösung eines technischen Problems gewerblich zu nutzen (Patentrecht) und andere Marktteilnehmer daran zu hindern, bzw. gewisse einprägsame Merkmale im Zusammenhang mit einer Marke zu verwenden (Markenrecht) und andere Marktteilnehmer daran zu hindern.
*) Eigentum ist das Recht, über eine Sache zu verfügen, einschließlich dem Recht, diese Sache zu zerstören. Dieses Recht ist nur eingeschränkt durch einen „sozialen Vorbehalt“, wonach sich der Eigentümer bezüglich dieser Sache nicht so benehmen darf, als wäre er der einzige, der mit dieser Sache zu tun habe. Sogenannte Stakeholder (die aufgrund irgendeiner Tatsache ein natürliches Interesse haben, bei dieser Sache mitzureden) haben also so etwas wie ein „natürliches Mitspracherecht“. Das letzte Wort hat aber der juristische Eigentümer.
Wir haben davon gesprochen, dass der „Guru“ bzw. der „Meister“ sein „geistiges Eigentum“ dem Unternehmer abgetreten hat, welcher dann daraus Patentrechte bzw. Markenrechte lukrierte.
Aber worin fußt eigentlich das „Recht“ eines „Gurus“ oder eines „Meisters“, über „seine Werke“ zu „herrschen“?
Das wollen wir im nächsten Kapitel ventilieren.
Urheberschaft ist gottgegeben, Eigentum ist nur geborgt
Jeder Urheber eines Kunstwerkes oder eines literarischen Werkes (also auch einer Software) hat von selbst – ohne Zutun – das Urheberrecht, einzig und allein durch die Tatsache, dass er/sie dieses Werk erschaffen – geschöpft – hat.
Das erinnert ein wenig an das Recht Geld zu schöpfen, welches nur der Zentralbank zukommt.
So wie Geldscheine vom Zentralbankgouverneur unterschrieben werden, so werden Kunstwerke und literarische Werke (und Software) oft vom Schöpfer signiert. Diese Unterschrift garantiert für den Wert des Werkes – bzw. des Geldes.
Das Urheberrecht kann weder verkauft noch sonst irgendwie weitergegeben werden, es ist und bleibt ein Recht des Urhebers und ist bis 70 Jahre nach dessen Tod wirksam.
Erst 70 Jahre nach dem Tod eines Künstlers kann man seine Werke bedenkenlos nutzen.
Ein bisschen schwieriger wird die tatsächliche Durchsetzung des Urheberrechts, insbesondere bei digitalen Daten, welche schwer vor dem Kopieren geschützt werden können.
Was den Umgang mit Daten und Software betrifft, herrscht heutzutage noch ein heilloses Chaos von verschiedensten Ansätzen (DRM, Upload-Filter, usw.) und ich kann einem geldgierigen Jüngling keinesfalls empfehlen, in das Metier der IT einzusteigen. Das rechnet sich nicht. In der IT brauchst Du ein gerüttelt Maß an Altruismus, insbesondere gegenüber Deinem Arbeitgeber, der Dich beim Jammern immer noch haushoch schlägt 🙂
Ich bevorzuge die Begriffe vom Erstling und von der Kopie.
Das Erstellen des Erstlings einer Software ist eine Dienstleistung und es ist immens teuer.
Das Erstellen einer Kopie des Erstlings ist saubillig – und es ist ebenfalls eine Dienstleistung.
Beide Programme – Erstling und Kopie – leisten aber dasselbe. Wie soll man das monetär bewerten?
Wenn man eine Herangehensweise wählt, mit der man a) den Erstling „im Griff behält“ (sog. „geschlossener“ Erstling) und b) das unkontrollierte Weiterkopieren der Software technisch unterbindet, dann kann man die Kosten des Erstlings in den Lizenzen für die Kopien einpreisen. Das ist aber tendenziell unzuverlässig und es neigt dazu, aus offenen Gesellschaften geschlossene zu machen.
Bei einem „offenen“ Erstling tendiere ich dazu, dessen Erstellung als einen „Dienst an der Gesellschaft“ zu interpretieren, der auch von der Öffentlichkeit entsprechend abgegolten wird. Das Modell wäre ähnlich wie die Arbeitsteilung zwischen Wissenschaft – öffentlich finanzierte Dickbrettbohrer – und privatem Sektor – privat finanzierte Dünnbrettbohrer.
Die Öffentlichkeit kümmert sich um die Erstellung des offenen Erstlings und die Infrastruktur für das Kopieren (mit „Öffentlichkeit“ kann auch eine NPO/NGO gemeint sein), die Privatwirtschaft kümmert sich um die Hardware, die zum Ablauf der Kopie benötigt wird.
3D Drucker – Druckerpresse Next Generation
Bis jetzt war es so, dass die Hardware eines Computers fix vorgegeben ist.
Der Computer steht einmal so herum, und ist „an sich“ ein Generalist. Er ist a priori in der Lage, Daten zu verarbeiten und durch die Verarbeitung der Daten durch eine bestimmte Software wird aus diesen Daten dann nützliche Information.
In der Computer-Hardware und in der Firmware sind alle möglichen S/R-Schemata „angelegt“, die dann durch die konkrete Software erst konkret durchgeführt werden.
Die Diskette mit dem Label „MS Flight Simulator“ IST kein Flugsimulator, aber sie MACHT einen Flugsimulator aus dem PC.
Einige wenige Spezialisten haben viele Stunden investiert, um den „MS Flight Simulator“ zu erstellen, aber jetzt ist er 1-2-3 kopiert und kann von jedem mathematischen Laien verwendet werden, um komplexe flugdynamische Berechnungen anzustellen, die einem das Gefühl geben „ich fliege“.
Und mit dem 3D Drucker gehen wir jetzt einen Schritt weiter. Mit Hilfe dieses Geräts bin ich nicht auf die generalisierte Hardware eines PC oder einer Konsole angewiesen, nein ich kann spezifische Hardware selbst erstellen, wieder aufgrund der harten Arbeit einiger Spezialisten, die den Bauplan erarbeitet haben, den ich dann in den 3D Drucker füttere.
Wie Ihr wisst, halte ich den Begriff der Digitalisierung für fehlgeleitet. Schon in den 90er Jahren war die allermeiste Hardware, die wir benutzten, digital. Analoge Hardware gibt es jetzt kaum noch.
Ich denke, dass der Begriff „Virtualisierung“, bzw. „Computerisierung“ den Sachverhalt besser treffen würde.
Seit dem Mai des Jahres 2021 beschäftige ich mich mit den Themen „Nachhaltigkeit“ und „Regionalität“, und versuche auf eine autodidakte Art und Weise die Basis für einen Umgang mit diesen Themen zu finden.
Wenn Dich die gesamte Schriftenreihe interessiert, dann beginnst Du am bestenHIER.
Jetzt möchte ich einmal weitere Beiträge zu diesem Themenkreis umreissen, die mich interessieren – und über die ich im Laufe der nächsten Wochen und Monate noch schreiben möchte – und Euch vielleicht bitten,
zu artikulieren, wenn Euch eines dieser Themen besonders interessiert.
Dann werde ich dieses evtl. vorreihen.
1. Thema: Das heuristische Kriterium für Gleichgewicht und Nachhaltigkeit
In einem der allerersten Beiträge hatte ich behauptet, dass das Kriterium
bezogen auf einen bestimmten Haushalt, angebe, ob ein Haushalt nachhaltig bzw. „ausgeglichen“ agiere.
In diesem Beitrag möchte ich dieses Kriterium, hauptsächlich an Hand von Beispielen, hinterfragen und zu einer endgültigen Aussage gelangen.
Dabei möchte ich auch den Begriff der Wertschöpfung hinterfragen und den Begriff der Regionalität.
Ich möchte aufzeigen, dass dieses Kriterium eben eigentlich nichts mit Nachhaltigkeit zu tun hat (was ich vermute).
2. Thema: Das heuristische Kriterium über „gebunkertes“ Vermögen
In den ersten 5 Beiträgen hatte ich dieses Kriterium entwickelt, welches behauptet, dass
der Umgang mit „gebunkertem“ Vermögen darüber entscheide, ob man Ressourcen verschwende (ein Extrem – zuviel gebunkert / Überfluß / Schwund) oder ob man den Haushalt untragbaren Risiken aussetze (anderes Extrem – zuwenig gebunkert / Mangel in der Krise).
Anhand von detaillierten Beispielen, möchte ich dieses Kriterium
a) auf die moderne Zeit anwenden
b) in Verbindung zum Begriff der Nachhaltigkeit bringen
c) klar machen, dass es aber nichts mit Regionalität zu tun hat
3. Thema: Das Kriterium mit den Naturgesetzen
Bei der Beschäftigung mit externen Effekten und ihrer Internalisierung hatten wir ein drittes Kriterium aufgestellt:
Wenn sich ein Haushalt an die Naturgesetze hält (und damit sind sowohl die Natur des Universumsals auch die Natur der Lebewesen, insbesondere der Menschen gemeint), dann wird er nachhaltigen – auch wirtschaftlichen – Erfolg haben.
Dieses wollen wir hinterfragen und erklären.
4. Thema: Kopfzahl N
Warum tendieren Gruppen zum Wachstum? Was ist es, das uns dem Wachstum hörig macht?
möglichst viele Kinder haben / die Welt verändern?
sich ausbreiten „wie ein Ölfleck“?
—–> die Grenzen des Wachstums
Was genau ist Wachstum? Angebot und Nachfrage? Die drei Arten, zu einem Preis zu kommen?
Sollen wir N reduzieren? Wie könnte das gehen? Verschiedene verrückte Ansätze. Stadt versus Land. Die Schlacht wird am Land geschlagen.
Nachhaltigkeit – Sustainability – Größe der Menschheit (wachsen oder schrumpfen) – einschneidende Ereignisse (notwendig oder nicht?)
5. Thema: Was kann ein einzelner Haushalt tun?
die verschiedenen Verschachtelungen: Individuum, Haushalte vom Typ 1.) – 4.)
sustainable growth aus Sicht eines einzelnen Haushalts (was können WIR tun?)
6. Thema: Noch einmal (geistiges) Eigentum („mein“ Thema)
Natürliches Eigentum (Stakeholder) vs. Juristisches Eigentum (Shareholder)
Urheberschaft ist gottgegeben / Eigentum ist nur geborgt
noch einmal „geistiges Eigentum“ – mein Thema (the mission)
Wenn Euch eines dieser Themen besonders interessiert, gebt mir doch ein Zeichen.
Oder ist jemand der Meinung, dass der gesamte Themenkomplex eigentlich HIER schon ausgelutscht ist?
Chemie? Durchschaut!
ISBN 978-3-99070-324-3
Dipl.-Ing. Dr. Georg Dazinger
Der Autor dieses Buches, Herr Dipl.-Ing. Dr. Georg Dazinger, verspricht in diesem Buch den gesamten Lehrstoff der Chemie von der Unterstufe über die Oberstufe bis hin zum ersten Semester der Universität einfach und in kleinen Schritten zu erklären.
Und tatsächlich sind die Geheimnisse der Chemie klar und einfach dargelegt – was man einem Mann mit solch vielen Titeln gar nicht zutrauen würde 🙂
Ich habe dieses Buch seit gut einer Woche und bin – obwohl ich neben Arbeit, Haushalt und Kindern eigentlich kaum Zeit habe – bereits auf Seite fünfzig.
Ich erwarte mir auch für die nächsten 600 Seiten, dass der Stil weiterhin so flüssig ist und die Erklärungen so einleuchtend wie bisher.
Da Herr Dr. Dazinger so kleine Schritte macht, ist das Buch natürlich etwas dick geraten. Die 650 Seiten haben ihren Preis, aber sie sind diesen Preis tatsächlich wert.
Millionen von Müttern, Schwiegermüttern und Ehefrauen versuchen jedes Jahr, ein Gefühl von Geborgenheit und Wärme „aus dem Hut zu zaubern“, das allerorten mit Liebe verwechselt wird.
Aber ist das nicht nur sentimentaler Neurosengatsch, mit dem wir versuchen, alle dazu zu bringen, zumindest einmal im Jahr nach unserer Pfeife zu tanzen?
Was ist das wirklich? Liebe?
Im Deutschen haben wir leider nur ein einziges Wort für „Liebe“.
In anderen Sprachen gibt es zumindest „Amor“ und „Caritas“, und dann noch die „Amicitia“, die man am besten mit „Freundschaft“ übersetzen kann.
Im Deutschen verwenden viele Frauen die Worte „mögen“ und „lieben“, damit sie eine Trennlinie ziehen zwischen „Kumpel“ und „Freund“.
Dabei meinen sie, das „Verliebtsein“ sei eine höhere Form von „mögen“, die nur einem Menschen vorbehalten bleibt.
Ich würde folgendes Wording vorschlagen: ich „mag“ einen Menschen, wenn ich ihn „gern habe“, wenn ich mir noch etwas „von ihm erwarte“. Wenn ich auf seine Zukunft und unsere Zukunft noch Hoffnungen setze. Das ist also „verliebt sein“ und hat sehr viel mit Egoismus zu tun – mit einem guten Egoismus, der die Gesellschaft innerhalb der Grenzen zusammenhält. Das ist also am ehesten mit „Freundschaft“ oder „amicitia“ zu übersetzen. „verliebt sein“ = „mögen“ = „gern haben“ = „guter Egoismus“.
Dann gibt es noch den „Eros“, also die erotische Liebe zwischen Mann und Frau, die einerseits ein „gemeinsames Spiel“ und ein „gemeinsames Erregtsein“ darstellt und als ebenfalls guter „gemeinsamer Egoismus“ der Fortpflanzung als Ziel dient. Diese Kräfte sind sehr starke Kräfte, die in jedem Menschen schlummern und deren Beherrschung ein hohes Maß an Verantwortung fordert. Wenn wir diese Kräfte nicht beherrschen, dann können ganze Gesellschaften zerbrechen.
Und – last but not least – gibt es die „caritas“, also die selbstlose Liebe, die für den Anderen immer nur das Gute will. Diese Form der Liebe hat viel mit Mitleid zu tun und ihre Grundlage ist die unvergängliche Würde eines jeden Menschen – eines jeden Lebewesens – die aus seiner Gotteskindschaft folgt, ob Freund oder Feind. Diese höchste Form der Liebe überwindet Grenzen und dient dem grenzüberschreitenden Frieden. Sie ist nur aus dem Glauben begründbar und ist der einzige Weg zu dauerhaftem Wohlstand und Frieden der gesamten Menschheit. Man kann auch Altruismus dazu sagen.
Hass ist nur ein Gefühl. Liebe ist mehr als ein Gefühl. Wir sollten zu Weihnachten nicht beim „sentimentalen Neurosengatsch“ hängen bleiben, sondern daran denken, dass die Geburt Jesu etwas durch und durch unsentimentales war. Ein schwangeres Flüchtlingspaar hat wegen des Mitleids eines Wirten einen allerletzten Platz in einem stinkenden Stall bekommen, und die Geburt Jesu weist bereits auf das Kreuz hin. Auf den Kalvarienberg.
Dort – am Kreuz – hat Jesus uns erlöst. Nicht in einem Palast, sondern mitten im Leben und mitten im Tod. Und in der Auferstehung, die uns Hoffnung gibt.
1 Kor 13,1 Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete, / hätte aber die Liebe nicht, / wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke.
1 Kor 13,2 Und wenn ich prophetisch reden könnte / und alle Geheimnisse wüsste / und alle Erkenntnis hätte; / wenn ich alle Glaubenskraft besäße / und Berge damit versetzen könnte, / hätte aber die Liebe nicht, / wäre ich nichts.
1 Kor 13,3 Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte / und wenn ich meinen Leib dem Feuer übergäbe, / hätte aber die Liebe nicht, / nützte es mir nichts.
1 Kor 13,4 Die Liebe ist langmütig, / die Liebe ist gütig. / Sie ereifert sich nicht, / sie prahlt nicht, / sie bläht sich nicht auf.
1 Kor 13,5 Sie handelt nicht ungehörig, / sucht nicht ihren Vorteil, / lässt sich nicht zum Zorn reizen, / trägt das Böse nicht nach.
1 Kor 13,6 Sie freut sich nicht über das Unrecht, / sondern freut sich an der Wahrheit.
1 Kor 13,7 Sie erträgt alles, / glaubt alles, / hofft alles, / hält allem stand.
1 Kor 13,8 Die Liebe hört niemals auf. / Prophetisches Reden hat ein Ende, / Zungenrede verstummt, / Erkenntnis vergeht.
1 Kor 13,9 Denn Stückwerk ist unser Erkennen, / Stückwerk unser prophetisches Reden;
1 Kor 13,10 wenn aber das Vollendete kommt, / vergeht alles Stückwerk.
1 Kor 13,11 Als ich ein Kind war, / redete ich wie ein Kind, / dachte wie ein Kind / und urteilte wie ein Kind. Als ich ein Mann wurde, / legte ich ab, was Kind an mir war.
1 Kor 13,12 Jetzt schauen wir in einen Spiegel / und sehen nur rätselhafte Umrisse, / dann aber schauen wir von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich unvollkommen, / dann aber werde ich durch und durch erkennen, / so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin.
1 Kor 13,13 Für jetzt bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; / doch am größten unter ihnen ist die Liebe.
Es haben schon sehr viel weisere Menschen über das Thema „Verliebtheit vs. Liebe“ geschrieben und gesprochen.
Ich glaube, ich werde da nicht viel beitragen können.
Aber eines ist die Liebe, die Nächstenliebe, die „Caritas“, die allen Christen aufgetragen ist.
Das ist kein Gefühl, keine Duselei, sondern eine beinharte Lebenseinstellung.
Sich selber nicht so wichtig zu nehmen, sondern das Ganze im Auge zu behalten. Bis hin zur Feindesliebe.
„Caritas“ hat viel mit Mitleid zu tun.
Aber ist die „Caritas“ die Liebe, die eine Frau meint, wenn sie sagt: „Dieser Mann ist ein guter Freund für mich, wir sind in allem einer Meinung, haben dieselben Hobbies und passen sehr gut zusammen, aber ich liebe ihn nicht“.
Oder ist es eher die Antwort auf die Frage: „Was fühlst Du in der Nähe dieses Mannes?“
…
…
Reden wir also von „Verliebtheit“?
Verliebtheit ist ein Gefühl. Es ist die Erwartung, dass mir dieser Mensch noch etwas geben wird.
Also eigentlich sehr egoistisch.
Aber warum verwenden Frauen das Wort „Liebe“ für Egoismus?
Lange Pause.
Noch immer lange Pause.
Frauen sind beinharte Geschäftsleute im Fortpflanzungsbusiness.
Nein, kein Scherz.
Wenn ein Mann „es wert ist“, dann verliebt sich eine Frau in ihn.