Hinweise zur Verortung des „RU“

Hauptartikel: Der Waldmensch ruft – (5/2b) Ressourcen II

Einleitung

Nun haben wir gewisse Grundbegriffe besprochen, damit wir wissen, worüber wir in der Serie „Der Waldmensch ruft“ sprechen (Was ist ein Haushalt? Was sind Ressourcen? Welche Prozesse gibt es in einem Haushalt?)

Nach einem Ausflug in die Theologie – nach theologischer Interpretation des Nachhaltigkeitsbegriffes -, den wir hier vorgenommen haben:

wollen wir nun unseren Ressourcenbegriff zu Ende führen.

Das Verursacherprinzip

Derjenige, der durch seinen – unausgeglichenen – Ressourcenumsatz – bei jemand anderem eine Umsatzeinbuße (oder eine Umsatzsteigerung) bewirkt, hat dafür gerade zu stehen (oder belohnt zu werden).

Siehe den Artikel Das Verursacherprinzip (Replik)

Sind Umweltschäden einfach Umsatzeinbußen woanders

Ja!

Siehe den Artikel Umweltschäden-Umsatzeinbußen (externe Effekte)

Hinweise zur Verortung des „RU“

Wer ist der Souverän?

In den zuletzt geschriebenen Artikeln war einige Male die Rede davon, dass Gesetze oder Entscheidungen „im Namen des Souveräns“ exekutiert bzw. getroffen werden.

Nun herrscht heutzutage in den Medien eine gewisse „Nebelgranatenstimmung“, die immer wieder so tut, als wären

  • die Regierung,
  • die Unternehmen,
  • die Wirtschaft oder gar
  • das Individuum

der Souverän, der anderen Leuten beliebige Vorschriften machen könnte.

Also: Wer ist der Souverän?

Antwort:
Der einzige wirklich und absolut
regierende Souverän ist
Gott der Herr
(darum ist er ja auch „der Herr“).
(Satz 5-3-1)

Aber:

Jede Autorität kommt von Gott, aber
ER selbst läßt sich hier im Universum
offensichtlich von den Dienern vertreten,

die er sich nach Belieben erwählt
(mit Ausnahme der 33 Jahre, die
SEIN SOHN in Palästina
anwesend war, und der Kommunion).

Zum Beispiel:

1.) Von den Engeln und Dämonen,
die nicht so furchterregend sind wie ER

2.) Von den Naturgesetzen, deren
Erforschung sich die Wissenschaften
verschrieben haben.

3.) Von erwählten Menschen, die
sich einer NATÜRLICHEN AUTORITÄT
bedienen

4.) Von seiner Hl. Kirche, der er den
HEILIGEN GEIST gesandt hat

5.) Von Lehrern

6.) Vom Ehepartner und von den Eltern

7.) Von den Vorsitzenden und Regierenden
der Staaten und anderer Haushalte *)

*) es gibt verschiedene – auch fehlerhafte – Methoden, wie die Haushalte ihre Vorsitzenden und Regierenden „feststellen“, aber „erwählt“ werden sie von GDH, machmal auch als Gottes Strafe für ein sündiges Volk.
„Jedes Volk hat die Regierenden, die es verdient“, sagt man. Auch die fehlerhaften Methoden führen zu dem Ziel, welches GDH vorgesehen hat.

Umwelt / Haushalt / Markt

In dieser Beitragsreihe dreht sich alles um den „Haushalt H“, um seine Beziehungen zur Umwelt und um seine Beziehungen zum Markt.

Ich kann immer nur aus meiner Perspektive denken, fühlen und handeln. In „meinen Haushalten“ gibt es also immer ein ICH.

Anmerkung: natürlich kann ich in mehreren Haushalten Mitglied sein:

  • Ich bin Mitglied meiner Rumpffamilie
  • Ich bin noch verbunden mit meiner Herkunftsfamilie
  • Ich bin Mitarbeiter in einem bestimmten Unternehmen
  • Ich bin Wiener
  • Ich bin Österreicher
  • Ich bin Europäer
  • Ich bin Einwohner der Erde (ich nenne sie „Humanistan“ 🙂 )
  • Ich gehöre zur Milchstraße
  • Ich bin katholisch und somit rückwärtskompatibel zur christlichen Orthodoxie
  • Auch zu Moses, zum Judentum, zu Abraham und zu Noah
  • Ich bin sogar rückwärts kompatibel mit dem Agnostizismus und wohl so mancher Naturreligion*))
  • Allerdings bin ich nicht rückwärts kompatibel mit Muslimen, da Mohammed die Ergänzungen, die nach Abraham hinzugefügt wurden, wieder entfernt (verboten) und durch eigene Ergänzungen ersetzt hat.
  • Auch die Protestanten haben Sachen verboten, an die ein Katholik eigentlich glauben darf
  • Zum Atheismus bin ich auch nicht kompatibel, da dort generell verboten wird an Gott zu glauben

*)) nur, dass ich das, was die alten Naturreligionen als „Götter“ bezeichnet haben, eher als „Engel und Dämonen“ bezeichnen würde.

Natürlich kann ich versuchen – und soll das auch – die Probleme der anderen Menschen mitzudenken, mitzufühlen und in meinen Handlungen zu berücksichtigen, aber auf die Menschen in fremden Haushalten Rücksicht zu nehmen, fällt schwer, insbesondere, wenn Interessen der eigenen Haushalte in Gefahr sind.

Jesus Christus hat aber sogar die Feindesliebe angeordnet, ich muss also sogar Islamisten gegenüber mich wohlwollend verhalten, auch wenn es schwer fällt (das schließt eine Notwehr nicht aus).

Ich muss Muslime aber nicht unbedingt als „Teil meines Haushaltes“ bezeichnen / bewerten / behandeln, in ihrer Eigenschaft als Muslime werden sie für mich immer Gäste bleiben.

In meinen Haushalten gibt es also jeweils ein ICH und ein WIR.

Jeder Mensch – auch aus fremden Haushalten – ist ein DU, aber er gehört nicht unbedingt zum WIR.

Wenn DU ein Muslim bist, kann ich sagen: „WIR sind Menschen“, „WIR sind Wiener“, „WIR sind Österreicher“, „WIR sind Europäer“, „WIR sind Erdenbürger“, „WIR sind Einwohner der Milchstraße“, aber ich kann NICHT sagen: „WIR haben kompatible Religionen“, so sorry.

Beziehungen zu Umwelt und Markt

Jetzt ist einigermaßen klar, dass ein Haushalt eine Gruppe von Menschen ist, eine Gemeinschaft.

Und zwar eine Gemeinschaft, die die gemeinsame Bewirtschaftung von Gütern und Ressourcen betrifft.

Ein Haushalt besteht also

  • aus einer Menge von in ihren Wirtschaftsprozessen zusammenhängenden menschlichen Personen,
  • aus ihrem produktiven Vermögen – Eigentum und Besitz -, das bezeichne ich als „Produktionsmittel“
  • aus ihrem unproduktiven Vermögen – das ist üblicherweise Eigentum – im Lager / in den Lagern des Haushalts

Einige Beispiele:

  • Eine Religion ist zum Beispiel eine Gemeinschaft, die hauptsächlich ihre GLAUBENSSCHÄTZE gemeinsam bewirtschaftet (um das ewige Ziel zu erreichen).
  • Eine Firma ist eine Gemeinschaft, die hauptsächlich ihr geistiges Eigentum gemeinsam bewirtschaftet (um die Ziele der Eigentümer zu erreichen).
  • Die Wissenschaft ist eine Gemeinschaft, die ihr geistiges Eigentum gemeinsam bewirtschaftet (um den Fortbestand der Menschheit langfristig zu sichern)
  • Eine Familie ist eine Gemeinschaft, die ihr gesamtes VERMÖGEN, insbesondere ihre ZUNEIGUNG, gemeinsam bewirtschaftet (um den Fortbestand der Menschheit für die nächste Generation zu sichern).
  • Ein Bauernhof bewirtschaftet das ACKERLAND, die WÄLDER, GEWÄSSER und WIESEN (um den Fortbestand der Menschheit für die nächsten Jahre zu sichern)
  • Ein Staat ist eine Gemeinschaft, die aus allen Bewohnern des Staatsgebiets besteht und alle Ressourcen des Staatsgebietes und das Vermögen des Volkes bewirtschaftet (um die Menschenrechte auf dem Staatsgebiet zu sichern)
  • usw.

Die Beziehungen zum Markt äußern sich durch Exporte und Importe, die Beziehungen zur Umwelt äußern sich durch Ressourcenumsätze „RU“.

Dabei ist klar, dass die Exporte die Importe finanzieren (ob es sich um bezahlte Güter oder um Tauschgeschäfte handelt, spielt hier keine Rolle) und dass der Ressourcenumsatz a priori gratis ist.

Ist Umwelt gleich Natur?

Nein!

In ganz Europa gibt es nur mehr einige Quadratkilometer naturbelassene Wälder, Urwälder, alles andere ist durch menschliche Forstwirtschaft beeinflußt.

Trotzdem ist es in vielen Staaten per Gesetz erlaubt, frei die Wälder zu durchstreifen, obwohl sie einen Eigentümer haben.

In diesem Beispiel versorgt mich ein anderer Haushalt mit einer gratis Ressource – dem Erholungserlebnis im Wald – die ich in einem Urwald – der vor Dickicht nur so strotzt – nicht hätte.

Zählt dieser Wald jetzt zum „Markt“ (das Erholungserlebnis hat ein anderer Haushalt zur Verfügung gestellt) oder zählt er zur „Umwelt“ (das Erlebnis ist gratis)?

Ich möchte die Begriffe „Umwelt“ und „Markt“ über ihre Beziehungen zum Haushalt H definieren:

  • Der Gütertransfer zwischen „Haushalt H“ und „seiner Umwelt“ ist frei (kann jedoch vom Souverän sanktioniert werden)
  • Der Gütertausch zwischen „Haushalt H“ und „seinem Markt“ folgt dem Prinzip „Quid pro Quo“

Das heisst letzten Endes, dass es für mich auch Haushalte gibt, die in „meiner Umwelt“ liegen, da wir uns gegenseitig Geschenke machen. Andere Haushalte liegen in „meinem Markt“, da wir einander Rechnung legen.

Open Source Software ist z.B. in vielen Fällen ein „Geschenk an die Gesellschaft“, welches nur durch „Umwegrentabilität“ finanziert werden kann.

Arbeitsplatz vs. Arbeit

In der allgemeinen Deklaration der Menschenrechte kann man im Artikel 23 lesen:

Artikel 23 (Recht auf Arbeit, gleichen Lohn)

  1. Jeder Mensch hat das Recht auf Arbeit, auf freie Berufswahl, auf gerechte und befriedigende Arbeitsbedingungen sowie auf Schutz vor Arbeitslosigkeit.
  2. Jeder Mensch, ohne Unterschied, hat das Recht auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit.
  3. Jeder Mensch, der arbeitet, hat das Recht auf gerechte und befriedigende Entlohnung, die ihm und der eigenen Familie eine der menschlichen Würde entsprechende Existenz sichert, gegebenenfalls ergänzt durch andere soziale Schutzmaßnahmen.
  4. Jeder Mensch hat das Recht, zum Schutz der eigenen Interessen Gewerkschaften zu bilden und solchen beizutreten.

Nun, dem ist nichts hinzuzufügen. Außer…… Ja, ich weiß ich bin ein i-Tüpferlreiter, aber eigentlich will ich kein „Recht auf Arbeit“, sondern ein „Recht auf einen Arbeitsplatz“.

Warum?

Der Arbeitgeber ist eigentlich kein Arbeitgeber, sondern ein ArbeitsPLATZgeber. Der ARBEITgeber bin schon ich, weil ich ja meine Arbeit hergebe – und dafür einen Lohn bekomme.

Den ArbeitsPLATZ gibt aber der Unternehmer, und ich muss dafür bezahlen!

Warum muss ich für meinen ArbeitsPLATZ bezahlen?

Nun, als unselbständig Angestellter verdiene ich – z.B. 17,- EUR netto, d.s. ca. 34,- EUR brutto.

Ein Selbständiger, z.B. mein Installateur, bekommt für eine Arbeitsstunde aber an die 100,- EUR.

Ich gebe zu, dass der Vergleich zwischen Software-Entwickler und Installateur hinkt, aber es sieht so aus, als würde mich mein ArbeitsPLATZ, den ich vom ArbeitsPLATZmarkt importiert habe, an die 60,- EUR pro Stunde kosten.

Meint

Euer Christoph

Lenkungseffekt, Machbarkeit, Gebet

In Arbeit

9 Responses to Hinweise zur Verortung des „RU“

  1. […] Diesen Artikel findet man HIER (Hinweise) […]

  2. Kardinal Novize Igor sagt:

    Zum Thema „angestellt vs selbstständig“: So einfach ist die Rechnung nicht. Der Angestellte muss sich die Sozialversicherung selber zahlen – das ist bis zu 25% des Einkommens. Außerdem muss der Angestellte Werbung machen. Die zahlt ihm auch keiner; auch nicht die Zeit, die er dafür investiert. Auch das Risiko trägt der Selbstständige selber. Es ist zwar so, dass auch der Angestellte Risiko trägt, aber das wirtschaftliche Risiko ist doch für den Angestellten ein wenig „gepolstert“.

    Aber natürlich: Wenn alles funktioniert, geht es dem Selbstständigen besser. Ist es gerecht, dass dem Selbstständigen das Risiko vergolten wird? Ich finde schon. Denn auch der Angestellte geht das Risiko ein: Studieren oder nicht? Er RISKIERT Lebenszeit, um dann mehr zu verdienen. Wer findet, Risiko sollte sich nicht lohnen, muss sich mit denen solidarisieren, die gar kein Risiko eingingen und zb. gleich arbeiten gehen, zb die Kassiererin beim Supermarkt.

    Auch Punkt 2:“gleicher Lohn für gleiche Arbeit ist ein Recht“ stimmt nicht. Arbeitgeben/nehmen ist ein Geschäft. In Geschäften ist der Preis Verhandlungssache. Und nein Verhandlungen sind niemals gerecht. Wer aber „Gerechtigkeit“ bei Geldmachereien hofft, der erhofft sich das Heil von der falschen Seite.

    Ad: Haushalt/Religion: Bin ich im großen und ganzen deiner Meinung. Das mit der „Rückwärtskompatibilität“ gefällt mir gut.

    Ad: Umwelt: Beim Lesen dachte ich: „ja, eh“. Das ist ein bisschen SEHR allgemein gehalten, ich fürchte, das weiß ohnehin jeder.

    Ganz allgemein, fehlt mir zwischen diesen drei Themenbereichen ein roter Faden. Ich habe sie als Einzelkapitel interpretiert.

    LG KNI

    • Yeti sagt:

      Der rote Faden in diesem Beitrag ist, dass alle 3 Themen
      – wer ist der Souverän
      – was ist Haushalt/Umwelt/Markt
      – Arbeit vs. Arbeitsplatz

      jedes für sich ein Hinweis ist, wie ich mir vorstelle, dass man die „Verortung des Ressourcenumsatzes“ angehen sollte.

      Beim Thema Arbeitsplatz vs. Arbeit geht es mir nicht um konkrete Zahlenwerte, sondern um den Gedankengang, dass mir der Unternehmer viele Sorgen und Risiken abnimmt, dass mich das aber etwas kostet. Er vermietet mir eben einen fix-fertigen Arbeitsplatz mit Team und Kunden und zieht mir diese Kosten vom Lohn ab.

      Bei dem Artikel der Menschenrechte muss uns bewußt sein, dass die Menschenrechte ja kein Auftrag an den Unternehmer, sondern ein Auftrag an den Staat sind.

      Der Staat muss sehr wohl sein Bestes tun, damit auf seinem Staatsgebiet gleiche Arbeit mit gleichem Lohn belohnt wird.

  3. Kardinal Novize Igor sagt:

    Nein, die funktionieren anders. Denn die Menschenrechte sind unverhandelbar, das Gehalt ist verhandelbar. Da spielt Angebot und Nachfrage hinein, weil die Arbeit eines Angestellten letztlich eine Dienstleistung ist. Die Rolle des Staates ist hier nicht, diese Verhandlung außer Kraft zu setzen, sondern Untergrenzen einzuführen, also Kollektivverträge.

    LG KNI

  4. […] Siehe den Artikel Hinweise zur Verortung des „RU“ […]

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