Im letzten Artikel (Walter, das Werkzeug Gottes) hatte ich mir Gedanken gemacht über die Funktion eines „Werkzeuges Gottes“ und habe dafür auch eine sehr menschliche Metapher verwendet, nämlich die Metapher vom Manager, der ja eigentlich auch nur ein Werkzeug des Direktors ist.
Einer meiner treuesten Stammleser, Kardinal Novize Igor, hat dann darauf hingewiesen, dass es aber zwischen Gott und einem „Werkzeug Gottes“ sozusagen eine „innere Verbindung“ gebe, die man zwischen Manager und Direktor nicht unbedingt voraussetzen kann.
Und auch ich habe mir weitere Gedanken gemacht, sodass ich diesmal folgenden Fragen nachgehen möchte:
Die „innere Verbindung“ zwischen Gott und dem Menschen
Was hat diese innere Verbindung mit Freiheit zu tun?
Inwieferne ist die Kirche eigentlich ein „Werkzeug Gottes“?
Die innere Verbindung mit Gott
Folgendes Zitat wird Meister Eckhart zugeschrieben, dem bekannten Mystiker:
Gott ist allezeit bereit – aber wir sind sehr unbereit. Gott ist uns nahe, aber wir sind ihm ferne. Gott ist drinnen, wir sind draußen. Gott ist in uns heimisch, wir sind Fremde.
Wenn wir also Meister Eckhart folgen, dann sollen wir Gott nicht in Äußerlichkeiten suchen, also in der Macht, im Geld, im Ansehen, nicht einmal im Geliebtwerden, sondern man muß ruhig werden, gelassen, und nach innen gehen.
Das hört sich jetzt schwer an, und ist es wohl auch. Darum kann man nur immer wieder den Rat geben, ruhig zu werden und sein „Radio auf Empfang zu schalten“.
Oft verstecken sich die Zuneigungen Gottes in Kleinigkeiten. Das kann ein liebes Wort sein, ein Vogelgezwitscher, oder – man verzeihe mir – ein ordentlicher Stuhlgang.
Wir selbst sind es, unsere Seele ist es, die den äußeren Dingen eine Bedeutung zumisst. Also, wenn wir in äußeren Dingen Spuren Gottes entdecken, dann ist das eigentlich ein innerer Vorgang.
Menschen, die nicht an Gott glauben, werden in denselben äußeren Dingen eine andere Bedeutung entdecken als wir.
Konstante, unveränderliche Bedeutungslosigkeit, um nicht zu sagen Sinnlosigkeit, hält kein Mensch aus.
Wenn wir nicht nach Innen gehen, werden wir unseren Sinn verfehlen.
[…]Insgesamt waren alle vom ersten Augenblick an auf der Suche nach einer „Exit“ Strategie, und das war gut so. Denn im Laufe der Zeit zeigte sich, daß die blauen Zimmer auf seltsame Weise immer leerer wurden und die grünen immer voller. Das lag wohl daran, daß die Grünen ein seltsames Ding bei sich hatten: Wenn Du ankommst, leuchtet sie Dir von weitem entgegen, wenn Du dann da bist, mußt Du ihre Gesetze befolgen.[…]
Damit meinte ich die beiden Arme der Freiheitsstatue in New York City. Mit einem Arm streckt sie eine Fackel hoch, mit der „sie dir heimleuchtet“, im anderen hält sie ein Gesetzesbuch.
Und ist es nicht so, dass die Gesetzlosigkeit in die Unfreiheit führt? Wo der Starke den Schwachen unterdrückt und ausnützt?
Was hat nun Freiheit zu tun mit dem Wunsch ein Werkzeug Gottes zu werden?
Nun, ich würde sagen: „Sehr viel!“
Wenn wir nur den Äußerlichkeiten nachlaufen, dann sind wir eigentlich ein Blatt im Wind, ein reines Segelflugzeug.
Wir wünschen uns diesen inneren Motor, der uns auch ermöglicht gegen den Strom zu schwimmen, wir wollen uns auf Gott einlassen und vom Heiligen Geist treiben lassen, damit wir aktiv diese Welt verbessern.
„Werkzeug Gottes“ zu sein heißt also nicht „frei von“, sondern „frei für“, nämlich „frei sein für Gott“.
Und Gottes Gesetz macht uns nicht unfrei, sondern es dient unserer „Freiheit von der Welt für Gott“.
Und da macht es auch keinen Unterschied, ob man verheiratet ist, ob (noch) ledig, oder ob man zölibatär lebt. Die „Freiheit für Gott“ ist in jeder Lebenslage machbar.
Die Kirche
Was hat denn Kirche mit Freiheit zu tun? magst Du fragen.
Und mit unserer inneren Verbindung zu Gott?
Beginnen wir mit einem Merksatz aus der Schule: „Die Kirche ist das auf dem Weg zur ewigen Heimat pilgernde neutestamentliche Gottesvolk“.
Na ja, Pilgern hat eigentlich schon sehr viel mit Freiheit von Äußerlichkeiten zu tun.
Auf einer Pilgerreise läßt man vieles hinter sich – Termine, Freunde, Verwandte, Bequemlichkeiten.
Alles, um frei zu werden für Gott.
Insoferne sollte die Kirche ein Vehikel sein, das unserer Freiheit auf die Sprünge hilft, solange wir unterwegs sind.
Im Himmel wird die Kirche, werden wir, dann nicht mehr pilgern müssen. Da ist sie dann – nach einem anderen Bild – die geheimnisvolle Braut Christi.
Lasst mich diesmal einen Ausschnitt aus meiner Erzählung „Das dritte Kind“ an den Anfang setzen, und zwar aus dem ersten Teil „Prolog“, den Anfang der 30. Szene, wo Walter mit Hilfe einer Nebenrolle – einem Kardinal – einen neuen Anfang in seinem Leben macht:
Am Nachmittag kam Walters Schulfreund ins Wellnesshotel zu Besuch. Dieser Schulfreund war jetzt Kardinal, dennoch kam er im schlichten schwarzen Priesteranzug.
„Dir geht’s gut, du hast es weit gebracht“, eröffnete Walter das Gespräch.
Der Kardinal winkte ab: „Karriere in der Kirche ist etwas Relatives.“
Walter reagierte auf das Reizwort „Karriere“ und antwortete in einem Anfall von ‚Fishing for Compliments‘: „Ich werde niemals Karriere machen, bei all den Fehlern, die ich mir geleistet habe.“
„Weißt du, was mein schlimmster Fehler ist? Ich treffe keine Entscheidungen. Ich lasse mich immer nur benützen.“, führte er seine Gedanken weiter.
Auch der Kardinal kannte sich im Leben aus, deshalb stieg er nicht direkt auf Walters Argumentation ein und begann nicht Walter Komplimente zu machen: „Das würde ich nicht so sagen. Schau, ich bin letzten Endes doch auch nur ein Werkzeug Gottes. Trotz aller eigenen Entscheidungen die ich treffe, bin ich in einen Ablauf eingebettet, den wir Vorsehung nennen.“
Walter begann zu schwärmen: „Werkzeug Gottes. Ja, das wäre ein Lebensziel!“
Er relativierte seine Gedanken jedoch sofort wieder: „Weißt Du, ich bin zwar immer brav in die Kirche gegangen, war in meiner Jugend sehr aktiv, aber jetzt, wo ich verheiratet bin……Wer ist das eigentlich, dieser Gott? Wo ist er geblieben?“[…]
Was hat Walter gemeint mit „Werkzeug Gottes“?
Nun, was Walter gemeint hat, darüber können wir nur mutmaßen, denn Walter ist eine literarische Figur und wir können ihn nicht befragen.
Aber ich bin es, der die Geschichte „Das dritte Kind“ geschrieben hat – wenn auch diversen Inspirationen folgend – und ich kann guten Gewissens feststellen: „Dieser Walter hat viel von mir geerbt, wenngleich er eigentlich nur eine Metapher für das neutrale Österreich im kalten Krieg ist – ein Mann mit Entscheidungsschwächen, der zwischen zwei Stühlen sitzt“.
Bei mir persönlich waren das zu jener Zeit die Firma S* und meine Frau V*, die beiden Stühle, zwischen denen ich gesessen bin, ohne mich entscheiden zu wollen (ohne mich entscheiden zu können).
Heute ist das zum Glück alles anders, aber damals war Walter ein Blatt im Wind, das keinen sichtbaren eigenen Willen hatte.
Und genau das ist es NICHT, was der Kardinal meint, wenn er von einem „Werkzeug Gottes“ spricht.
Nicht umsonst haben wir heutzutage die Metapher vom „mächtigen Manager“, der „alles im Griff hat“ und sozusagen „allwissend“, „allmächtig“ und „allgegenwärtig“ ist. Das sind lustiger weise alles göttliche Eigenschaften, obwohl für Gott in der Wirtschaft eigentlich kein Platz ist.
Und wenn wir genau darüber nachdenken, dann ist der Manager eigentlich kein göttliches Wesen, sondern er ist nur ein „Werkzeug des Direktors“, das nichts anderes tut, als den „Willen des Direktors umzusetzen“. Sich darum „zu kümmern“.
Und so, wie wir uns einen guten Manager vorstellen, als ein Vorbild, das den anderen Angestellten im Kampf leuchtend voranschreitet, so müssen wir uns auch ein „Werkzeug Gottes“ vorstellen.
Als sich König Salomo zu Beginn seiner Amtszeit von Gott etwas wünschen durfte, wünschte er sich ein „hörendes Herz“.
Und so dürfen wir uns ein Werkzeug Gottes in erster Linie als einen Menschen vorstellen, der auf den Willen Gottes hinhören kann, um Gutes vom Bösen zu unterscheiden und so das Volk – bzw. im Falle von Walter seine Familie – weise zu leiten.
Wenn wir uns umsehen – in unserem Leben, in der Familie, in der Wirtschaft, usw. – dann kommen wir meistens auf folgendes Ergebnis:
Es ist NICHT GUT so, wie es ist.
Es könnte BESSER sein.
Und oft haben wir auch so ein unbestimmtes Gefühl, dass FRÜHER ALLES BESSER GEWESEN SEI.
Auch die Autoren des Buches Genesis, des ersten Buches der Bibel, haben das erkannt und haben eine weltbekannte Geschichte daraus gemacht: Die Erzählung vom Paradies, welches Gott als SEHR GUT erschaffen hatte, und von der Vertreibung des Menschen aus ebendiesem Paradies, weil er die Frucht vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse gegessen hat, obwohl Gott genau das verboten hatte.
Und so sind die Bücher der Bibel voll von Aufbrüchen.
Immer wieder sind Menschen aufgebrochen, um das HIER UND JETZT zu verlassen und dem Willen Gottes zu folgen, um an ein BESSERES ZIEL zu gelangen.
Bei Noah ging es um das NACKTE ÜBERLEBEN, da er eine große Flut herankommen sah.
Bei Abraham ging es UM MACHT, da ihm Nachfahren versprochen worden waren, zahlreich wie der Sand am Meer und wie die Sterne am Himmel.
Moses kämpfte um die FREIHEIT DES VOLKES von Sklaverei, um das GELOBTE LAND.
Jesus macht im Gleichnis vom verlorenen Sohn klar, um welche Art von Aufbruch es IHM geht:
Der verlorene Sohn macht sich auf den Weg nach Hause, weil er MIT DER GESAMTSITUATION UNZUFRIEDEN IST und sich MIT DEM VATER VERSÖHNEN möchte.
Aber interessanter weise spricht Jesus nicht davon, dass WIR in ein gelobtes Land aufbrechen müssten, sozusagen in ein neues Paradies, sondern im Vater unser lehrt er uns zu beten:
Vater unser im Himmel,
geheiligt werde Dein Name,
Dein Reich komme,
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auch auf Erden,
usw.
Das Reich Gottes, der Himmel, ist also bei Jesus schon etwas, das sich AUSSERHALB befindet, dort wo der VATER wohnt.
Aber wir sollen nicht versuchen, zum Vater – in den Himmel – zu kommen, sondern wir sollen bitten, dass sein Reich ZU UNS KOMME.
Wir brauchen also nicht wie die Israeliten und andere Asylanten physisch aufzubrechen und ins gelobte Land zu wandern. Jesus geht es in erster Linie um einen INNEREN AUFBRUCH.
Am deutlichsten sieht man das im Dialog mit Pontius Pilatus, knapp bevor Jesus hingerichtet wurde:
Joh 18,36 Jesus antwortete: Mein Königtum ist nicht von dieser Welt. Wenn es von dieser Welt wäre, würden meine Leute kämpfen, damit ich den Juden nicht ausgeliefert würde. Aber mein Königtum ist nicht von hier.
Aber eigentlich hatte ich ja vorgehabt, die Weisheiten des christlichen Glaubens aus der Sicht der Wirtschaftstheorie zu betrachten.
Was können wir aus Jesu Lehre vom Reich Gottes lernen? Vom Ziel des Menschen?
Welche Ziele verfolgen wir denn mit unserer Arbeit?
Was ist das Ziel unserer wirtschaftlichen Tätigkeit?
Eigentlich, wenn man es von der Definition her betrachtet, ist Wirtschaft nichts anderes als „die Gesamtheit aller Einrichtungen und Handlungen, die der planvollen Befriedigung der menschlichen Bedürfnisse dienen“.
Und wann bedarf es eines „Aufbruchs“? Sei es nun ein „innerer“ Aufbruch oder ein „äußerer“?
Nun, wenn wir im Mangel leben, wenn HIER UND JETZT nicht mehr alle unsere Bedürfnisse adäquat erfüllt werden können, dann bedarf es einer Änderung, eines Aufbruchs.
Genau genommen lassen sich alle Möglichkeiten eines Aufbruchs, die wir dann haben, nur nach den drei Buchstaben L-L-C aufzählen:
Love it,
Leave it or
Change it.
Wir können erkennen, dass unsere Bedürfnisse nicht gerechtfertigt waren, und (in engen Grenzen) UNSERE BEDÜRFNISSE REDUZIEREN (Love it), damit wir wieder zufrieden sind. Kurzfristig ist das oft die einzige Möglichkeit und auch die einfachste Möglichkeit, die wir haben, trotzdem würde ich sie als „Plan C“ bezeichnen, weil sie eigentlich immer zu langfristiger Unzufriedenheit führt.
Sodann haben wir die Möglichkeit, das HIER UND JETZT ZU VERLASSEN (Leave it), uns also physisch oder geistig an einen anderen Ort zu versetzen. Wenn ein besseres DRÜBEN für mich (physisch oder geistig) erreichbar ist, zum Beispiel bei einer Flucht in die Literatur oder in den Konsum von Kulturgütern (Musik, Ausstellungen, ……), ist das ein einigermaßen gangbarer Weg, er ist aber auf jeden Fall mit Kosten und Mühen verbunden. Ich würde diese Möglichkeit als „Plan B“ bezeichnen.
Alle Helden von heute folgen dem „Plan A“. Sie bleiben TEILE DES SYSTEMS und sorgen für einen AUFBRUCH DES SYSTEMS. So, wie Moses das ganze Volk mitgenommen hat ins gelobte Land, so nehmen diese Helden ihre Familien, alle ihre Kollegen und sogar ganze Völker mit in eine bessere Zukunft. Auch dieser Aufbruch muss kein physischer Aufbruch sein. Es kann sich auch hier um einen „inneren Aufbruch“ handeln.
[…]Mit August 2022 wurde mir bewußt, dass die reine Philosophie mit volkswirtschaftlichen und betriebswirtschaftlichen Gedankengängen mich nicht mehr befriedigt.
Ich entschied mich, aus Sicht der gegenwärtigen wirtschaftlichen Probleme (Klimawandel, Umweltzerstörung, ……) auch ein wenig im Traditionsschatz des Christentums zu graben, und begann mit folgendem Beitrag:
In den einleitenden Worten – im folgenden grau wiederholt – hatte ich noch einigermaßen ordentlich das Grundprinzip von Vorleistungen, Wertschöpfung und Produktionsergebnis wiederholt (das ich schon mehrmals in meiner Laufbahn als Blogger erwähnt hatte).
Jetzt habe ich Euch schon des öfteren mit einem Diagramm gequält, mit einem Diagramm, das man eigentlich als „die“ zentrale Offenbarung der Betriebswirtschaftslehre bezeichnen muss.
Mit einem Diagramm, welches die produktive Arbeit des Menschen – bzw. deren Wert – in Beziehung setzt zum Wert des Ergebnisses, dem „Brutto-Umsatz“ oder auch „Produktionsergebnis“:
Wieviel hast Du beigetragen? Was ist Dein Beitrag zum allgemeinen Glück? Deine Wertschöpfung? Fühlst Du Dich schuldig, wenn die Zeiten wieder schlechter werden? Fehlt etwas an Deinem Beitrag? Ist Glück überhaupt machbar?
Große Fragen! Dumme Fragen! Wir möchten ihnen auf den Grund gehen.
Aber, beginnen wir einmal uns mit der Philosophie der Abb. 1 auseinanderzusetzen, bevor wir derart große Fragen wälzen, wie die eben genannten.
Genau genommen wird in Abb. 1 aus der Gesamtproduktion nur ein einzelner Prozess herausgegriffen und dieser (Teil-)Prozess wird in Beziehung gesetzt zum Gesamtergebnis (bzw. zu dessen Wert).
Mit „Wert“ meinen wir hier immer eine „finanzielle Bewertung durch den Markt“ (wer auch immer das ist 😛 ) – viele Menschen sind der Meinung, dass es auch einen „eigentlichen“ Wert gibt, der mit Geld nichts zu tun hat – das wird in Abb. 1 nicht berücksichtigt.
Man unterscheidet also zwischen „Vor“leistungen – das sind alle menschlichen bezahlten Leistungen, die als Voraussetzung erbracht werden müssen, damit der gegenständliche Teilprozess sinnvoll stattfinden kann – und Wert“schöpfung“, das sind alle menschlichen bezahlten Leistungen, die direkt in diesem Teilprozess erbracht werden.
Wenn man zu den Vorleistungen anteilsmäßig auch alle öffentlichen Dienstleistungen rechnet und auch den Gewinn – der ja die Rendite für das Vermögen darstellt, das die Eigentümer als ihre Vorleistung in den Prozess eingebracht haben – und auch all die strategischen Investitionen – die ja eine Vorleistung für eine „gesunde Umwelt/Umgebung“ des Prozesses sind – dann entspricht diese Summe genau dem Brutto-Umsatz, der durch diesen Teilprozess erbracht worden ist.
Danach argumentierte ich – immer noch halbwegs konsistent, im folgenden grau wiederholt – dass die Unterscheidung zwischen „Vor“leistungen und EIGENTLICHER Wert“schöpfung“ ja dazu dienen kann, zwischen Angestelltem/Arbeiter und Unternehmer zu unterscheiden. Ist es doch der Unternehmer, oder zumindest der „unternehmerisch denkende Mensch“, der sich eben auch um die „Vor“leistungen KÜMMERT, während sich der Angestellte/Arbeiter auf die EIGENTLICHE Wert“schöpfung“ – also auf „seine Arbeit“ – konzentrieren kann.
Wer ist der Kümmerer?
Nun kann man sich anhand von Abb. 1 Gedanken machen, wer sich um die Vorleistungen kümmert (wir haben das eigentlich bereits HIER getan).
Die Vorleistungen müssen ja vorher erbracht werden, BEVOR die Wertschöpfung erbracht wird und also auch, BEVOR MAN DAS PRODUKT VERKAUFEN KANN.
Deswegen weiss man eigentlich noch nicht, ob man sich die Vorleistungen überhaupt leisten kann, weil ja noch nicht feststeht, wieviel Brutto-Umsatz man für das Produkt letztendlich bekommen wird.
Das bedarf also einer ganzen Menge organisatorischen und juristischen Talents, das mit der eigentlichen Wertschöpfung (mit der eigentlichen Arbeit) nichts zu tun hat.
Alle diese organisatorischen und juristischen Vorleistungen – ja, das Kümmern um die Vorleistungen ist AUCH eine Vorleistung – übernimmt normalerweise der Unternehmer, sodass sich der Angestellte bzw. der Arbeiter auf die EIGENTLICHE Arbeit konzentrieren kann.
Sodann kehrte ich den Spieß um. Was ist denn TATSÄCHLICH die EIGENTLICHE Wert“schöpfung“?
Die Aufteilung in „Vor“leistungen und Wert“schöpfung“ ist ja doch recht subjektiv, weil eigentlich jeder SEINEN Beitrag als die EIGENTLICHE Wert“schöpfung“ betrachten wird, während alles andere nur „Vor“leistungen seien.
Und tatsächlich gibt es nur einen einzigen Beitrag, der in der Wertschöpfungskette einen HERAUSRAGENDEN, nicht zu ersetzenden Platz einnimmt. Es ist dies der Beitrag des Endbenutzers, des Konsumenten.
Was ist die EIGENTLICHE Arbeit?
Jetz‘ hamm’se ’n Haus jebaut.
Was war jetzt die EIGENTLICHE Arbeit?
Das Ausheben der Baugrube?
Der Ausbau des Kellers?
Das Hochziehen der Mauern?
Das Dach?
Der Innenausbau?
Die Planung?
Die Bauaufsicht?
Die Finanzierung?
Die Auswahl und der Kauf des Grundstücks?
Nun, jeder dieser Teilprozesse, und wir gehen mal davon aus, dass jeder Teilprozess einen eigenen „Process Owner“ hat, also, jeder dieser „Process Owner“ wird das anders sehen.
„Ohne mich könnte das Haus nicht so dastehen, wie es dasteht“, könnte jeder dieser „Process Owner“ mit fug und recht behaupten.
Gut, es gibt schon aus physikalischen Gründen eine bestimmte Reihenfolge. Man kann zum Beispiel nicht das Dach decken, bevor man die Wände hochgezogen hat, aber im Sinne einer NOTWENDIGKEIT bzw. SINNHAFTIGKEIT ist das Dach genauso wichtig wie der Keller. Ein Haus ohne Dach würde den Zweck eines Hauses nicht – oder nur teilweise – erfüllen.
Es ist also hier auf den ersten Blick gar nicht so einfach, zwischen „Vor“leistung und Wert“schöpfung“ zu unterscheiden, oder?
Na ja. Es gibt schon einen herausragenden „Process Owner“.
Wer das ist?
Der Bauherr. Darum ist er ja der BauHERR (oder auch die BauFRAU, natürlich).
Wenn sich der Bauherr nicht entschieden hätte, gegenwärtige und zukünftige Teile seines Vermögens zu opfern, um hier dieses Haus zu bauen, dann wäre dieses Haus hier nicht gebaut worden.
Der Architekt, zum Beispiel, kann das nicht von sich behaupten. Wenn er sich geweigert hätte, dann hätte halt ein anderer Architekt dieses Haus geplant.
Das Haus wäre dann vielleicht nicht genau SO gebaut worden wie es gebaut worden ist – also nicht gleichARTIG – aber sicher gleichWERTIG.
Nur ganz wenige Architekten können von sich behaupten, dass niemand anderer in der Lage ist, gleichWERTIGE Häuser zu planen.
So gibt es im Zusammenhang mit diesem Haus und diesem Grundstück sicher viele Personen, die an der Produktion beteiligt waren, aber nur die Leistung des Eigentümers, der Einsatz seines Vermögens, ist die EIGENTLICHE Leistung, die im Zusammenhang mit all den Vorleistungen der Banken, der Planer, der Bauaufsicht und der Handwerker zur Lebensqualität seiner Familie beitragen soll.
Weil ja der Endbenutzer Teile seines gegenwärtigen und zukünftigen Vermögens „opfert“, um von dem Konsumgut einen Nutzen zu lukrieren, ist er auch derjenige, der der ganzen Wertschöpfungskette erst den Sinn verleiht, ja der sie finanziert.
Und genau hier, bei der weiteren Ausarbeitung des Themas „Endbenutzer“, habe ich dann eben „geschludert“. Ich habe nur mehr Stichworte aneinander gereiht und kurz angerissen, ohne die Gedanken „ordentlich zu Ende zu führen“.
Das will ich nun nachholen:
Wer ist schuld?
Der Markt? Der Souverän? Der Konsument?
Liebe Leser, Ihr kennt vielleicht das Lied „Sie hab’n a Haus baut“ von Arik Brauer. Darin geht es um anonyme „sie“. „Sie“, die uns „a Haus herbaut“ haben, sodass wir keinen Ausblick mehr haben.
Aber sind wirklich diese anonymen „sie“ daran schuld, dass wir keinen Ausblick mehr haben? Gab es da nicht einen einzigen(!) Eigentümer, der diese Entscheidung getroffen hat?
Ist es nicht immer der Eigentümer, der Endbenutzer, der Konsument, der durch seine Entscheidungen, insbesondere durch seine Konsumentscheidungen, erstens die Wirtschaft in Gang hält, und zweitens also auch „schuld daran“ ist?
Schuld insbesondere an der Umweltverschmutzung? Am Klimawandel? An der Lärmbelästigung durch den Verkehr? Am Feinstaub?
Ich würde mit einem klaren und deutlichen JAIN antworten.
JA, weil natürlich der Endbenutzer entscheidet, WAS er konsumiert, bzw. WIEVIEL er konsumiert. Diese Entscheidungen können natürlich von der Notenbank (vom Leitzinssatz) und von der Werbung, vom Marketing, beeinflusst werden, aber letzten Endes stehen sie in der Verantwortung des Einzelnen.
Aber NEIN, weil WIE die Güter produziert werden, das entscheiden der Markt und der Souverän mit seinen Gesetzen, an die sich ja auch der Markt zu halten hat.
Man könnte noch anmerken, dass es viele Leute gibt, die nicht an den freien Willen glauben. Demnach wären die Entscheidungen der Konsumenten und die Entscheidungen der Politiker einfach nur simple Mechanismen, die eigentlich im Rahmen der Evolution PASSIEREN.
Als christlicher Autor gehe ich vom Begriff der Verantwortung aus, die den politischen Entscheidungen und den Konsumentscheidungen innewohnt.
Also:
Der Souverän darf sich nicht einfach so auf den Konsumenten herausreden und der Konsument darf sich nicht einfach so auf den Souverän herausreden.
Beide tragen ihren Teil der Verantwortung.
Der Markt trägt keine Verantwortung, der Markt ist nur ein simpler, leicht zu durchschauender, Mechanismus, den wir in intelligenter Art und Weise nutzen sollten.
Jetzt habe ich Euch schon des öfteren mit einem Diagramm gequält, mit einem Diagramm, das man eigentlich als „die“ zentrale Offenbarung der Betriebswirtschaftslehre bezeichnen muss.
Mit einem Diagramm, welches die produktive Arbeit des Menschen – bzw. deren Wert – in Beziehung setzt zum Wert des Ergebnisses, dem „Brutto-Umsatz“ oder auch „Produktionsergebnis“:
Wieviel hast Du beigetragen? Was ist Dein Beitrag zum allgemeinen Glück? Deine Wertschöpfung? Fühlst Du Dich schuldig, wenn die Zeiten wieder schlechter werden? Fehlt etwas an Deinem Beitrag? Ist Glück überhaupt machbar?
Große Fragen! Dumme Fragen! Wir möchten ihnen auf den Grund gehen.
Aber, beginnen wir einmal uns mit der Philosophie der Abb. 1 auseinanderzusetzen, bevor wir derart große Fragen wälzen, wie die eben genannten.
Genau genommen wird in Abb. 1 aus der Gesamtproduktion nur ein einzelner Prozess herausgegriffen und dieser (Teil-)Prozess wird in Beziehung gesetzt zum Gesamtergebnis (bzw. zu dessen Wert).
Mit „Wert“ meinen wir hier immer eine „finanzielle Bewertung durch den Markt“ (wer auch immer das ist 😛 ) – viele Menschen sind der Meinung, dass es auch einen „eigentlichen“ Wert gibt, der mit Geld nichts zu tun hat – das wird in Abb. 1 nicht berücksichtigt.
Man unterscheidet also zwischen „Vor“leistungen – das sind alle menschlichen bezahlten Leistungen, die als Voraussetzung erbracht werden müssen, damit der gegenständliche Teilprozess sinnvoll stattfinden kann – und Wert“schöpfung“, das sind alle menschlichen bezahlten Leistungen, die direkt in diesem Teilprozess erbracht werden.
Wenn man zu den Vorleistungen anteilsmäßig auch alle öffentlichen Dienstleistungen rechnet und auch den Gewinn – der ja die Rendite für das Vermögen darstellt, das die Eigentümer als ihre Vorleistung in den Prozess eingebracht haben – und auch all die strategischen Investitionen – die ja eine Vorleistung für eine „gesunde Umwelt/Umgebung“ des Prozesses sind – dann entspricht diese Summe genau dem Brutto-Umsatz, der durch diesen Teilprozess erbracht worden ist.
Wer ist der Kümmerer?
Nun kann man sich anhand von Abb. 1 Gedanken machen, wer sich um die Vorleistungen kümmert (wir haben das eigentlich bereits HIER getan).
Die Vorleistungen müssen ja vorher erbracht werden, BEVOR die Wertschöpfung erbracht wird und also auch, BEVOR MAN DAS PRODUKT VERKAUFEN KANN.
Deswegen weiss man eigentlich noch nicht, ob man sich die Vorleistungen überhaupt leisten kann, weil ja noch nicht feststeht, wieviel Brutto-Umsatz man für das Produkt letztendlich bekommen wird.
Das bedarf also einer ganzen Menge organisatorischen und juristischen Talents, das mit der eigentlichen Wertschöpfung (mit der eigentlichen Arbeit) nichts zu tun hat.
Alle diese organisatorischen und juristischen Vorleistungen – ja, das Kümmern um die Vorleistungen ist AUCH eine Vorleistung – übernimmt normalerweise der Unternehmer, sodass sich der Angestellte bzw. der Arbeiter auf die EIGENTLICHE Arbeit konzentrieren kann.
Was ist die EIGENTLICHE Arbeit?
Jetz‘ hamm’se ’n Haus jebaut.
Was war jetzt die EIGENTLICHE Arbeit?
Das Ausheben der Baugrube?
Der Ausbau des Kellers?
Das Hochziehen der Mauern?
Das Dach?
Der Innenausbau?
Die Planung?
Die Bauaufsicht?
Die Finanzierung?
Die Auswahl und der Kauf des Grundstücks?
Nun, jeder dieser Teilprozesse, und wir gehen mal davon aus, dass jeder Teilprozess einen eigenen „Process Owner“ hat, also, jeder dieser „Process Owner“ wird das anders sehen.
„Ohne mich könnte das Haus nicht so dastehen, wie es dasteht“, könnte jeder dieser „Process Owner“ mit fug und recht behaupten.
Gut, es gibt schon aus physikalischen Gründen eine bestimmte Reihenfolge. Man kann zum Beispiel nicht das Dach decken, bevor man die Wände hochgezogen hat, aber im Sinne einer NOTWENDIGKEIT bzw. SINNHAFTIGKEIT ist das Dach genauso wichtig wie der Keller. Ein Haus ohne Dach würde den Zweck eines Hauses nicht – oder nur teilweise – erfüllen.
Es ist also hier auf den ersten Blick gar nicht so einfach, zwischen „Vor“leistung und Wert“schöpfung“ zu unterscheiden, oder?
Na ja. Es gibt schon einen herausragenden „Process Owner“.
Wer das ist?
Der Bauherr. Darum ist er ja der BauHERR (oder auch die BauFRAU, natürlich).
Wenn sich der Bauherr nicht entschieden hätte, gegenwärtige und zukünftige Teile seines Vermögens zu opfern, um hier dieses Haus zu bauen, dann wäre dieses Haus hier nicht gebaut worden.
Der Architekt, zum Beispiel, kann das nicht von sich behaupten. Wenn er sich geweigert hätte, dann hätte halt ein anderer Architekt dieses Haus geplant.
Das Haus wäre dann vielleicht nicht genau SO gebaut worden wie es gebaut worden ist – also nicht gleichARTIG – aber sicher gleichWERTIG.
Nur ganz wenige Architekten können von sich behaupten, dass niemand anderer in der Lage ist, gleichWERTIGE Häuser zu planen.
So gibt es im Zusammenhang mit diesem Haus und diesem Grundstück sicher viele Personen, die an der Produktion beteiligt waren, aber nur die Leistung des Eigentümers, der Einsatz seines Vermögens, ist die EIGENTLICHE Leistung, die im Zusammenhang mit all den Vorleistungen der Banken, der Planer, der Bauaufsicht und der Handwerker zur Lebensqualität seiner Familie beitragen soll.
Wer ist schuld?
Vielleicht kennt Ihr das Lied von Arik Brauer „Sie hab’n a Haus baut“.
Wer sind „sie“?
Gibt es nicht immer „genau einen“, der für eine Sache verantwortlich ist? Einen Eigentümer?
Wer zahlt, schafft an!
Verantwortung ist die Kehrseite des Eigentums.
Ist es wirklich so, dass der Eigentümer – und also auch der Kunde – letztgültige Entscheidungen trifft?
Hat nicht der Souverän ein Wörtchen mitzureden? (Wer das ist, DER SOUVERÄN, darüber haben wir uns HIER Gedanken gemacht).
Wenn sich also alle Eigentümer beim Gebrauch ihres Eigentums an die Gesetze halten – und ansonsten einfach ihren Bedürfnissen folgen – und trotzdem ist unsere Welt nicht gerade das, was man als ein Paradies bezeichnet. Sind dann die Gesetze falsch? Ist der Souverän schuld?
Na gut, wir halten uns ja NICHT an die 10 Gebote. Wenn wir uns an die 10 Gebote hielten, würden wir auch unsere inneren Bedürfnisse erkennen.
Und wenn wir denen folgten, dann gäbe es auf der Welt keine Probleme.
Letzte Woche habe ich mich plötzlich gefragt, was eigentlich der wesentliche Unterschied ist, zwischen den beiden Aussagen (A) „Ich habe einen Arbeitsplatz“ und (B) „Ich habe ein Geschäft“.
„Nun gut“, wirst Du sagen: „der Unterschied könnte nicht größer sein, als er ist zwischen selbständig und angestellt“.
Und: „Wo noch könnte es einen größeren Unterschied geben?“
„Trotzdem“, werde ich sagen: „wenn man es auf den allerletzten Grundbegriff der Betriebswirtschaft herunterbricht, auf die Begriffe von Produktionsergebnis (Bruttoumsatz) sowie Vorleistungen und persönlicher Wertschöpfung (Nettoeinkommen), dann kann in folgendem Diagramm kein prinzipieller Unterschied zwischen der Arbeit eines Selbständigen und der Arbeit eines Angestellten festgestellt werden:“
Angenommen, der Angestellte (A) arbeite für eine bestimmte Geschäftseinheit, dann meine ich mit Bruttoumsatz den Anteil des Bruttoumsatzes der Geschäftseinheit, für den er selbst „verantwortlich“ *) ist.
*) in vielen Fällen sind Angestellte z.B. „verantwortlich“ für ihren persönlichen Zeitaufwand, der in Form von internen Stundensätzen an andere Geschäftseinheiten im Unternehmen verrechnet wird.
Im Fall (B) ist es der gesamte Bruttoumsatz des Geschäftes, für den der Eigentümer ja insgesamt „verantwortlich“ ist.
Im Falle eines Einpersonenunternehmens (EPU) ist hier also gar kein Unterschied zum Angestellten zu entdecken, je größer das Geschäft aber wird – je mehr Personen im Geschäft mitarbeiten – desto stärker wiegt natürlich die Verantwortung der Eigentümer, wie wir zugeben.
Verantwortung hat jedoch in obigem Diagramm keinen Platz (da geht es nur ums Geld, um Umsätze, Kosten und Gewinne).
Ausgenommen man modelliert das „Verantwortungsproblem“ mit den Gesetzen von Angebot und Nachfrage: Je mehr Verantwortung man an einem Arbeitsplatz tragen muss, desto weniger Leute werden sich dafür melden, sodass man mit der Bezahlung in die Höhe gehen muss.
Erklärung – Wertschöpfung
Wenn ich alle Vorleistungen – und ich meine wirklich ALLE Vorleistungen – vom Produktionsergebnis subtrahiert habe, dann bleibt mir ein Nettoeinkommen, von dem ich (und meine Familie) leben muss.
Mein allererstes Problem ist also, dass meine persönliche Wertschöpfung, mein „added value“ (mein Nettoeinkommen) so groß sein muss, dass ich (wir) davon leben kann (können).
(A) Zuallererst muss sich mein Arbeitsplatz für mich und meine Familie RENTIEREN, sonst wäre es besser, etwas Anderes zu machen
(B) Zuallererst muss sich mein Geschäft für mich und meine Familie RENTIEREN, sonst wäre es besser, etwas Anderes zu machen
Alles andere wäre dann eine Frage der Sozialgesetzgebung.
Im Fall (A) ist das für den Angestellten kein Problem, weil er mit dem Unternehmen einen fixen Lohn (bzw. ein Gehalt) vereinbart hat und die Kosten für die Vorleistungen sind eigentlich das Problem des Arbeitgebers.
Wirklich?
Na ja: Wenn ich mich an diesem Arbeitsplatz für den Arbeitgeber nicht rentiere, oder wenn sich der Arbeitsplatz generell für den Arbeitgeber nicht rentiert, dann gibt es eigentlich nur folgende Möglichkeiten:
Es gibt MICH bald nicht mehr an diesem Arbeitsplatz
Es gibt DIESEN ARBEITSPLATZ bald nicht mehr (hier)
Es gibt DIESEN ARBEITGEBER bald nicht mehr (hier)
Wir sehen, dass sich der Unternehmer (B) um die Effektivität und Effizienz aller seiner Arbeitsplätze kümmern muss, aber auch der Angestellte (A) trägt Verantwortung für sich selbst (für seine Weiterbildung und Weiterentwicklung) und für Effektivität und Effizienz seines Arbeitsplatzes.
Vom Kümmern……
……kommen Schlafstörungen, sagt man.
Aber, es hilft nichts, die Kosten für die Vorleistungen müssen uns kümmern.
Wenn wir uns weiterbilden, weiterentwickeln, dann können wir unseren Teil beitragen, dass der Gesamtumsatz steigt – da ist eigentlich kein Unterschied zwischen Fall (A) und Fall (B), aber die ganze Weiterbildung und -entwicklung, all die schöne Innovation, nützt überhaupt nichts, wenn der Umsatz von den Vorleistungen aufgefressen wird.
Und, was das Kümmern um die Vorleistungen betrifft, genau da sehe ich den wesentlichen Unterschied zwischen Angestelltem (A) und Geschäftsinhaber (B). Hier kann sich der Angestellte ein wenig zurücknehmen (ganz vergessen kann auch er diese Sache nicht) und graue Haare einsparen.
Der Geschäftsinhaber muss sich darum kümmern, dass Druckerpapier da ist, wenn man es braucht, er hat aber dafür den Vorteil, dass er nicht die ganze Arbeit selber machen muss, die er ja an seine Angestellten delegieren kann.
Arme EPUs. Die müssen machen UND organisieren (dafür ist ihr Geschäft aber zum Glück überschaubar 🙂 ).
Wieder einmal wurde im Fernsehen über das bedingungslose Grundeinkommen (BGE) diskutiert und wieder hat es in weiterer Folge Diskussionen in den sozialen Medien gegeben.
Ich möchte hier versuchen aus moralisch-ethischer Sicht und aus der Sicht eines Christen diese Frage unvoreingenommen zu ventilieren, hoffe auch auf rege Beteiligung an der Diskussion.
Beginnen wir gleich mit dem Ergebnis der Analyse. Am Ende unserer Untersuchungen werden wir erkennen, dass wir es mit den zwei Seiten einer einzigen Münze zu tun haben.
Die Frage „Darf der Staat Geld verschenken?“ ist die eine Seite der Medaille, die andere Seite besteht in der Frage: „Darf sich Vermögen selbständig vermehren, ohne dass der Eigentümer dafür etwas leistet?“
Versuchen wir einmal, die erste Frage zu beantworten – Darf der Staat Geld verschenken?
Nun, da müssen wir weiter ausholen. Was ist Geld?
Manche Menschen wittern einen Paradigmenwechsel, der bewirken würde, dass der Begriff des Geldes sich grundlegend ändert. Mit einem bedingungslosen Grundeinkommen würde man das Prinzip „quid pro quo“ über Bord werfen und dem ideal christlichen Ansatz einer bedingungslosen Nächstenliebe folgen. Einer Solidarität ohne Grenzen und ohne Maß.
Wäre das nicht unsere christliche Idealvorstellung?
Das bedingungslose Grundeinkommen müßte natürlich durch Steuererhöhungen finanziert werden, aber eben wegen des bedingungslosen Grundeinkommens würde es uns ja auch leichter fallen, höhere Steuern zu zahlen.
Hmmmmmm, das klingt irgendwie nach einer Inflationsspirale, zumindest sagt mir das mein Bauchgefühl. Diese Frage wird eben näher zu durchleuchten sein.
Na gut, aber zumindest nach dem „klassischen Paradigma“ ist Geld immer ein Gegenwert für materielle oder immaterielle Güter. Nach dem Prinzip „quid pro quo“ entspricht die Gesamtsumme aller Euro also allen materiellen und immateriellen Gütern, die sich im Eigentum aller in Europa ansäßigen Personen befinden. Also allen Gütern, über die der Souverän verfügen kann.
Wenn nun Güter vernichtet werden, ohne die Geldmenge zu verringern (zum Beispiel durch kriegerische Ereignisse), dann folgt logischerweise eine Inflation. Oder umgekehrt wäre eine Inflation die Folge, wenn der Souverän einfach neues Geld druckt, um das BGE zu bezahlen. Das wäre also ein Schuß ins Knie.
Durch welche Gegenleistungen könnte man also ein BGE finanzieren?
Angenommen ein BGE würde die Menschen derart motivieren, dass sie plötzlich beginnen, viel mehr wertvolle Güter zu erschaffen.
Aber, moment mal. Dann würden sie ja wegen des BGE plötzlich mehr verdienen und bräuchten eigentlich kein BGE. Hmmmmm.
Oder sie würden die Güter gratis als sogenannte freie Güter (open source) erschaffen. Aber dann gäbe es kein höheres Steueraufkommen, mit dem man das BGE finanzieren könnte, sie wären also wieder abhängige Sklaven der vermögenden Klasse. Hmmmmm. Moment mal.
Wie lösen wir diesen Knäuel?
Nun, erst einmal:
Wir müssen akzeptieren: ein BGE wäre immer ein Geschenk und es könnte nichts sein, worauf man „ein Recht hätte“.
Normalerweise ist eine Geldleistung immer an Bedingungen geknüpft:
Es hat schon eine Gegenleistung gegeben (normales Geschäftsgebaren)
Es gibt ein Recht – oder zumindest eine Hoffnung – auf eine zukünftige Gegenleistung (Investition)
Es gibt eine Hoffnung auf Wertsteigerung durch gesellschaftliche Neubewertung (Spekulation)
Der Empfänger beweist, oder macht zumindest glaubhaft, dass er ein Sozialfall ist und somit ein Recht auf Hilfe hat
Überspitzt formuliert: um ein BGE zu argumentieren, müßten wir nach (4.) zugeben, dass wir alle ein Sozialfall sind.
Aber was wäre, wenn wir das BGE nicht durch Ankurbelung der Wirtschaft argumentieren, sondern durch Dämpfung im Sinne des Umweltschutzes?
Wenn wir also das BGE nicht durch eine Steuer auf Arbeit finanzierten, sondern entweder durch eine Steuer auf Vermögen, oder durch eine auf Vermögensertrag?
Nun gut, dass unseren oberen Zehntausend ein kleiner Aderlaß ganz gut tun würde, darüber sind wir uns ja alle einig. Zweifellos. Aber wie soll man das begründen?
Nun, einerseits verursacht Vermögen Kosten (zum Beispiel Abschreibungen oder Inflation sowie Wartung und Instandhaltung).
Aber andererseits kann man Vermögen selber nutzen (z.B. das berühmte Häuschen am Land) oder es verursacht auch einen Ertrag (Miete, Pacht, Zinsen, Spekulation, ……).
Kein Mensch versteht aber, warum Vermögen alleine dadurch, dass es da ist, ohne Leistung mehr werden soll.
Es ist also durchaus argumentierbar, dass der Staat dafür sorgen soll, dass Vermögenserträge nach Abzug des Eigengebrauchs und der Kosten für Verwaltung, Instandhaltung, Reparatur, …… (generell zur Werterhaltung) gleich Null sein sollen.
Meint
Euer Christoph
P.S. am 24.4.: das alles sind aber rein ethisch-moralische Überlegungen, wie ich schon geschrieben habe. Rechnerisch geht sich das sicher nicht aus. Vermögensbezogene Steuern bringen höchstens ein paar Milliarden. Ein BGE von 1000,- mtl. würde glatt 1000 x 12 x 8 Mill. = ca. 100 Mrd. kosten!!!
Ein BGE müsste also an die Substanz(!) des Vermögens gehen.
P.P.S. am 25.4. ich habe hier also die These aufgestellt, dass ein BGE, das über arbeitsbezogene Steuern finanziert wird, entweder zu einer Inflation oder zu einer Anheizung der Wirtschaft (und des Klimas) führen würde.
Zweite These: ein BGE, das aus den größten Vermögen finanziert wird, würde zu einer – dringend benötigten – Abkühlung der Wirtschaft (und des Klimas) führen, wäre aber nur temporär machbar als freiwilliger Beitrag der vermögenden Klasse zu einer nachhaltigen Zukunft der Menschheit.
These 3: So oder so, das BGE birgt die Saat der Sklaverei in sich („Brot und Spiele“).
Oft hört man, dass wir angeblich die sogenannten Europäischen Werte verteidigten, also eigentlich die westlichen Werte von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.
Also eigentlich, und man muss das Kind beim Namen nennen, die Menschenrechte.
Aber – und ich will das jetzt wirklich hinterfragen – was ist das eigentlich, ein Wert? Hat alles, was einen Wert hat, auch einen Preis? Bestimmt sich der Wert einer Sache dadurch, wieviel wir für sie opfern würden?
Gibt es so etwas wie objektive Werte?
Kann man etwas objektiv bewerten?
Was bedeutet eigentlich das Wort objektiv?
Wenn heute ein Brot 3,- EUR kostet, und morgen kostet das gleiche Brot 5,- EUR, ist das Brot morgen mehr wert? Oder eher der Euro weniger? Objektiv?
Wahrscheinlich werden wir dahinter kommen, dass der Tauschwert eines Gutes den Gesetzen von Angebot und Nachfrage unterliegt.
Also, wieder einmal ist auf meinem Blog nichts Neues zu finden, was ja an sich nichts Neues ist 🙂
Aber lassen wir die Sache sich entwickeln.
Wenn wir nachschlagen, finden wir zwei Bedeutungen des Wortes „objektiv“:
nicht von persönlichen Gefühlen oder Meinungen bestimmt
unabhängig vom Subjekt
Ad 1)
Kann ein Mensch auch nur irgendeine objektive Aussage tätigen? Eine Aussage, die nicht von seinen persönlichen Gefühlen oder Meinungen bestimmt ist?
Eher nicht.
So etwas wie Objektivität kann es erst geben, wenn man mindestens eine zweite Meinung eingeholt hat (ich muss an das sog. Vier-Augen-Prinzip denken, welches Werner von Siemens eingeführt hatte). Und eine internationale Gemeinschaft von vielen voneinander unabhängigen Menschen – also zum Beispiel die Wissenschaft – kann tatsächlich einigermaßen gesicherte „objektive Wahrheiten“ entdecken.
Ad 2)
Hier kommen wir in die Rechtsmaterie des Sachenrechts. Im Sachenrecht wird die Zuordnung von Sachen zu Personen geregelt (also zum Beispiel das Eigentum).
Sehr simpel gesprochen: alles, was keine Person ist, ist eine Sache (also ein Objekt).
§ 285 ABGB: „Alles, was von der Person unterschieden ist, und zum Gebrauche der Menschen dient, wird im rechtlichen Sinne eine Sache genannt.“
Allerdings wird diese simple Definition in letzter Zeit immer schwieriger. Zum Beispiel können nun nicht mehr nur Personen sogenannte Rechtssubjekte – also Träger von Rechten und Pflichten – sein, sondern haben in letzter Zeit auch Tiere Rechte, vielleicht hat sogar die Umwelt gewisse Rechte.
Auch in der Informationstechnologie gibt es immer neue Begriffe, zum Beispiel die allseits beliebten NFTs oder auch die Roboter mit ihrer künstlichen Intelligenz, die dazu führen, dass man gar nicht mehr so einfach sagen kann, was alles eine Sache – ein Objekt – ist, und wer alles eine Person ist.
Ich lasse das einfach mal so stehen, OK?
Werte oder Vermögen?
Was nützt mir der beste Wert, wenn ich nicht über ihn verfügen kann? Wenn er für mich keinen Nutzen hat? Was nützen mir die besten Menschenrechte, wenn sie in meiner Heimat nicht zur Verfügung stehen? Was nützen mir Rechte generell, wenn es in meiner Heimat keine Rechtssicherheit gibt?
Wegen dieser Überlegung bin ich der Meinung, dass die Menschenrechte in Europa nur dann ein echtes „Asset“ darstellen, wenn sie von den europäischen Staaten auch tatsächlich umgesetzt und geschützt werden und werden können. Wenn die Menschenrechte also tatsächlich Teil des Volksvermögens sind.
Wenn hingegen ruchbar wird, dass die Menschenrechte tatsächlich gar nicht geschützt werden können in Europa, dann sinkt das immaterielle Volksvermögen und damit auch der Wert des Euro, was sich in einer Inflation äußert.
[…]In den Wirtschaftswissenschaften ist Vermögen (englisch assets) der in Geld ausgedrückte Wert aller materiellen und immateriellen Güter, die im Eigentum einer Wirtschaftseinheit stehen.[…]
Den Wert eines Vermögens stellt der Eigentümer selbst fest (z.B. indem eine AG ihre Bilanz veröffentlicht), der Markt reagiert darauf, indem z.B. der Aktienkurs einer AG sinkt oder steigt, das entspricht der externen, also sozusagen „objektiven“ Bewertung der Assets.
Europa wird zum Beispiel objektiv bewertet, indem der Euro sinkt oder steigt.
Den tatsächlichen, also objektiven, Wert eines Vermögens findet man erst dann, wenn man das Vermögen veräußern muss, also durch die Gesetze von Angebot und Nachfrage.
Wie ich bereits im siebenten Büchlein erörtert habe, wollen wir Menschen geliebt werden.
Die Liebe ist die größte Stärke des Menschen, aber auch seine größte Schwäche.
Weil wir Angst vor dem sozialen Tod haben, haben wir auch Angst davor nicht geliebt zu werden.
In unserer Angst tun wir dann die verrücktesten Sachen – das ist der „Unsinn des Gewissens“. Und eigentlich ist es auch der Ursprung des Bösen.
Wie meine ich das?
Nun, man sagt das grundlegendste, das ursprünglichste und das erste Bedürfnis jedes Menschen sei es, angenommen zu sein, wie man ist. Also geliebt zu werden, ohne sich anbiedern zu müssen.
Wenn dieses Bedürfnis nicht befriedigt wird, vor allem nicht von den Eltern, dann reiten wir in unserer Verzweiflung von einer Trotzphase in die nächste.
Wir machen verrückte Purzelbäume, schneiden uns nicht die Haare, waschen uns nicht und fangen an zu stinken, nehmen Drogen, schwänzen die Schule und drohen damit unser Leben wegzuwerfen, solange, bis dieses grundlegendste aller Bedürfnisse erfüllt wird.
Aber ich darf nicht ungerecht sein. Die Strategie, die ich soeben beschrieben habe, die „Strategie des Trotzes“, wird nicht von jedem Kind oder Jugendlichen verfolgt.
Manche, vor allem schwache Charaktere, wählen auch den „Weg der Anpassung“. Sie erkaufen sich die Anerkennung, indem sie sich selbst verbiegen. Und bringen sich selbst um die Befriedigung des grundlegendsten aller Bedürfnisse.
Das sind die wirklich unglücklichen, also bösen Charaktere.
Die Mitläufer, die Denunzianten, die mit den Wölfen heulen und die das „Fahrradfahren“1beherrschen.
Das ist der „Unsinn des Gewissens“ in Reinkultur. Das ist die Grundlage aller Neurosen und Psychosen und davon leben die Psychiater und Beichtväter seit Generationen.
Meint
Euer Christoph
1Fahrradfahren = nach oben buckeln und nach unten treten