Liebe Leser!
Selbst die extremsten totalitären Regime der Geschichte legten Wert auf eine Form der internen Ordnung und gesetzlichen Regelung.
Das zeigt: Rechtsstaatlichkeit ist kein Selbstzweck, sondern ein technisches Werkzeug – ein Grundpfeiler, auf dem jede Machtstruktur, egal welcher Ausprägung, aufbaut.
Aber, bevor ich hier die „Nazi-Keule“ oder die „Kummerl-Keule“ schwinge, sollte ich vielleicht an die Wurzeln des Themas gehen.
Besitz vs. Eigentum
Der Begriff des „Besitzes“ ist eigentlich älter, als der Besitz des „Eigentums“.
Besitz ist die bloße faktische Gewalt über eine Sache; Eigentum hingegen ist die rechtliche Absicherung dieser Macht.
Ohne den Staat, der das Eigentum in Besitz transformieren kann, bleibt Eigentum ein abstraktes Konstrukt auf dem Papier.
Wenn ich etwas besitze, dann kann ich nämlich TATSÄCHLICH darauf zugreifen.
Wenn ich der Eigentümer bin, dann habe ich nur ein RECHT, darauf zuzugreifen.
Was aber, wenn niemand mir dieses Recht verschafft und ich zu schwach bin, um das Recht auszuüben.
Dann bin ich zwar der Eigentümer, aber leider ist mir der Zugriff nicht möglich, auch wenn ich will.
Ohne gesicherte Eigentumsrechte gibt es aber so etwas wie „Verborgen“, „Vermieten“ oder „Sonstwie temporär überlassen“ eigentlich nicht.
Und damit ist auch die Grundlage für jeden Kapitalismus ein starker Staat, der auch dem schwachen Eigentümer seine Eigentumsrechte sichert.
Meint
Euer Christoph