Was ist Leistung?

Oktober 31, 2023

Liebe Leser,

Nun habe ich mich entrüstet über das sogenannte „Leistungslose Einkommen“, also über das Einkommen, das man ohne eigentliche Arbeitsleistung erzielen kann.

Leistungsloses Einkommen – was ist das?

Meine ich damit die Arbeitslosen?

Oder die Bezieher der Mindestsicherung?

Mitnichten!

Denn das Geld, das Arbeitslose bekommen, entstammt ja der Arbeitslosenversicherung, die bekanntlich durch Arbeitsleistung finanziert wird. Oder der Steuerleistung, die ja auch hauptsächlich durch Lohn- und Umsatzsteuer finanziert wird, also durch Arbeitsleistung.

Nein, ich meine das Einkommen, das man erzielt, indem man Vermögen, das man eigentlich nicht braucht, vermietet, verpachtet oder sonstwie gegen Entgelt verborgt.

Also jenes Einkommen, das Vermögende einfach dadurch erzielen, dass sie vermögend SIND und dass sie Vermögen HABEN.

Ich meine also ein Einkommen, dass man erzielt, weil man etwas IST oder HAT, nicht jenes Einkommen, das man erzielt, weil man etwas TUT.

Was ist Leistung?

Na gut, aber wann bezeichnen wir dann etwas, das wir TUN, als eine LEISTUNG? Welches Tun ist eine große Leistung und welches Tun ist nur eine kleine?

Wenn man in Süditalien Kühlschränke herstellt und betreibt, dann ist das zweifellos eine Leistung. Aber unser Gefühl sagt es uns, dass es eine GRÖSZERE Leistung sein muss, wenn man Kühlschränke nördlich des Polarkreises herstellt und verkauft.

Mitnichten!

Nördlich des Polarkreises werden die Menschen kaum etwas bezahlen für einen Kühlschrank, während sie in Süditalien bereit sein werden, einen erklecklichen Teil ihres Einkommens für einen Kühlschrank aufzubringen.

Die Wirtschaftstheorie hat also einen anderen Leistungsbegriff als die Physik.

Das, was die Physik glorios als Leistung bezeichnen würde, wird in der Wirtschaft unter dem Begriff „Kosten“ eher gering geschätzt. Nein, in der Wirtschaftstheorie muss man zusätzlich die Gesetze von Angebot und Nachfrage berücksichtigen, sodass dort als Leistung etwas nur dann gilt, wenn es auch NACHGEFRAGT wird.

Wenn tausende Programmierer mühselig einen Roboter in C++ programmieren, sodass er wirklich ressourceneffizient arbeitet, wenn aber diese Ressourcen spottbillig sind, sodass der Kunde mit einem billigen Python-Roboter aus der Hand von 50 Programmierern zufrieden ist, der halt mehr Strom braucht (na und?), dann ist der C++ Roboter eindeutig eine Themenverfehlung.

Der billige Python Roboter leistet in diesem Beispiel mehr als der ausgefuchste C++ Roboter, weil er den Erfordernissen des Kunden besser gerecht wird.

Die Leistungs-Ideologie von der Machbarkeit

Wir haben gesehen, dass wir im alltäglichen Sprachgebrauch unter einer Leistung etwas verstehen, das wir TUN.

Etwas, das wir SIND oder HABEN, würden wir gefühlsmäßig nicht als Leistung bezeichnen.

Ist es eine Leistung, dass ich das Kind meiner Eltern bin?

Ist es eine Leistung, dass ich in Österreich geboren bin?

Ist es eine Leistung, dass ich ohne Erbkrankheiten geboren bin?

Ist es eine Leistung, dass ich in meinem Leben so viele positve Bekanntschaften gemacht habe, die mich weitergebracht haben?

Wir sehen, die wichtigsten aller Faktoren, die meinen Werdegang beeinflussen, sind KEINE EIGENE LEISTUNG.

Trotzdem gibt es kaum einen Kinofilm und kaum ein Buch, in dem wir nicht DURCH LEISTUNG ERLÖST werden. In „Stirb langsam“ leistet Bruce Willis 90 Minuten lang Überirdisches, um zum Schluss ein Happy End HERVORZUBRINGEN.

Nicht einmal den Herrn Jesus Christus haben wir mit unserer Leistungsideologie verschont. Er musste mühsam das Kreuz tragen, sonst hätten wir ihm die Erlösung nicht geglaubt.

Fast möchte man sagen, die Wirtschaftstheorie ist hier menschlicher als unsere Leistungsideologie. Denn in der Wirtschaft zählt alles als Leistung, das einen Umsatz erzeugt. Alles, was ich HABE, BIN und TUE, gilt als Leistung, wenn ich es nur verkaufen bzw. vermieten kann.

Und wenn ich mit 75 Jahren nichts mehr TUE, aber soviel HABE, dass ich von der Miete leben kann, wohlan, warum nicht?

Meint

Euer Christoph


Vom Vater im Himmel

August 15, 2023

Nun gibt es tatsächlich viele Gebete.

Das Beten, das „Reden mit Gott“, ist es auch, das offensichtlich ein Alleinstellungsmerkmal des Menschen gegenüber der anderen Kreatur ist (ich weiß, man kann das bezweifeln).

Und viele Gebete, zum Beispiel der Rosenkranz, sprechen im Menschen eher das Gefühlsbetonte, das Meditative an.

Ich selbst bin eher ein Mensch der Vernunft, der Ratio – auch wenn ich bekanntlich eine Schwäche für Metaphern und Allegorien habe – doch auch für mich gibt es zumindest ein Gebet, welches eher die Ratio anspricht.

Das „Vater Unser“ ist aber auch „das“ Gebet, das uns laut Überlieferung Christus selbst gelehrt hat.

Ich möchte also drei Beiträge über das Vater Unser schreiben, das ich wie folgt in drei Abschnitte einteile:

1. Wie man Gott anspricht

Vater unser im Himmel,

2. Die himmlischen Dinge

geheiligt werde Dein Name,

Dein Reich komme,

Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.

3. Die irdischen Dinge

Unser tägliches Brot gib‘ uns heute,

und vergib‘ uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Wie gesagt, ich plane drei Beiträge.

Meint

Euer Christoph


Der Monopolist und das Rindvieh

Juni 17, 2023

Liebe Leser!

Eigentlich wollte ich dieses Wochenende ja wieder einen fertigen Artikel bereitstellen, aber mit dem zunehmenden Alter werde ich immer fauler – und ich bekomme fürs Bloggen ja auch kein Geld 🙂

Worum geht es?

Nun, in den „Wirtschaftlichen Grundlagen der Elektrotechnik“ hatte uns damals auf der TU unser Professor vorgerechnet, dass es bei endlichen Ressourcen, die nicht nachwachsen, also zum Beispiel beim Erdöl, sich so verhält, dass ein Monopolist mit diesen Ressourcen länger auskommt, dass er diese also schonender behandelt, als es der freie Markt tut.

Grund dafür ist, dass der Wirtschaftstreibende seinen Gewinn über die Lebensdauer maximieren wird, und dass ihm dass gelingt, indem er weniger Erdöl fördert und so einen höheren Preis erzielt.

Wenn er hingegen Konkurrenten hat, dann wird sich der Preis entsprechend dem Gesetz der Grenzkosten einpendeln – also billiger sein – weshalb mehr Erdöl verbraucht wird.

Früher haben die Landwirte gesagt: „Du wirst die Kuh nicht schlachten, wenn Du sie noch melken willst“.

Nun und dieses Gesetz möchte ich jetzt auf verschiedene Beispiele anwenden:

  • Wenn man heiratet, hat man dann ein „Monopol“ auf den Partner, geht deshalb also schonender mit ihm um?
  • Ist Grundeigentum nicht auch eine Art Monopol auf einen bestimmten Abschnitt der Erdoberfläche?
  • Wie ist das mit Staatseigentum? Wird das, weil es ja ein „gemeinsames“ Eigentum ist, grob ausgeschlachtet?
  • Liegt es an diesem Gesetz, dass Staaten (fast) immer Schulden machen, während private Firmen (fast) immer Gewinne schreiben?
  • Was bedeutet dieses Gesetz für die Vermögensungleichheit und für den Great Reset?

Jetzt muss (möchte) ich aber für heute Schluss machen und verweise auf eines der nächsten Wochenenden.

Lg,

CP/V


Totale Verfinsterung des Herzens

Juni 10, 2023

Heute, als ich mit dem Auto zum Landhaus fuhr, um hier ein paar Tage Home Office zu machen, spielten sie auf Radio NÖ den berühmten Song von Bonnie Tyler:

Und natürlich musste ich auch an den „Tanz der Vampire“ denken:

Na gut, das ist ja nicht schwer zu interpretieren.

Es geht um die Sehnsucht nach Liebe und die Vampire sind eine Metapher für die Kapitalisten, die diese Schwäche des Menschen ausnützen.

OK, also warum soll man darüber extra etwas schreiben? Das ist ja wirklich kein großes Geheimnis.

Die zwei Elefanten

Na ja, manchmal traut sich niemand, den Elefanten anzusprechen, der im Raum steht.

Und es wäre doch gut, wenn wir über den Elefanten redeten, denn wenn wir über den Elefanten NICHT reden und ihn ignorieren, dann könnte es passieren, dass er uns eines schönen Tages zu Tode trampelt.

Genau genommen sind es zwei Elefanten, den einen spricht Doskozil an, und den anderen der Babler.

Da ist einerseits die Zuwanderungsproblematik. Diese wird von der eher rechten Seite angesprochen, also von Dosko.

Andererseits ist die Schieflast in der Vermögensverteilung mittlerweile unerträglich und auch gefährlich für die Freiheit des Menschen. Dieses Problem sprechen die linken Teile der SPÖ an.

Welcher Elefant ist wichtiger?

Na gut, ein bisschen Ungleichheit muss sein, sonst gibt es GAR keine Wirtschaft mehr, aber die Ungleichheit darf nicht so weit gehen, dass es Menschen gibt, die nicht mehr heizen können, die nicht mehr satt werden und die keine Zeit mehr haben, ins Kino zu gehen oder ein Buch zu lesen.

DAS ist DER Elefant, über den wir reden MÜSSEN: die exzessive Ungleichheit in der Vermögensverteilung. Es KANN NICHT SEIN, dass eine Hand soviel Geld in der Hand hat, dass sie einen ganzen Kleinstaat „kaufen“ kann.

Das Zuwanderungsproblem halte ich für sekundär. Denn wenn der Sozialstaat entsprechend ausgeprägt ist, dann haben Zuwanderer auch genug Chancen, sich zu integrieren, dazuzulernen und einen sozialen Aufstieg durchzumachen. Dadurch entfallen dann auch die Probleme mit Lohn- und Sozialdumping, für das man anspruchslosere, erpressbare Einwanderer normalerweise braucht.

Meint

Euer Christoph


Pfingsten

Mai 28, 2023

ist das Fest des Hl. Geistes und sozusagen „der Geburtstag der Kirche“. So haben wir es in der Schule gelernt.

Aber auch in meinem Privatleben hat sich – bezüglich meiner Hobbies – einiges getan, was ich HIER AUF MEINEM ANDEREN BLOG dokumentiere.

Trotzdem schulde ich meinem treuen Leser KNI noch weitere Ausführungen zum Gewissen, denn ich habe immer sehr betont, dass es sich beim Gewissen um ein GEFÜHL handelt, laut Definition ist das Gewissen aber eine Eigenschaft der VERNUNFT.

Ist das ein Widerspruch? Können wir diesen Gegensatz auflösen oder müssen wir ihn so stehen lassen?

Weiters wittern wir einen Zusammenhang zwischen der WERTEDISKUSSION und dem Begriff des Gewissens, denn auch das Gewissen beWERTet unsere Taten.

Und dann ist da noch der Unterschied zwischen der Bewertung durch das Gewissen und der TATSÄCHLICHEN Gerechtigkeit, die viel mit unserer Gottesbeziehung zu tun hat.

All dies möchte ich noch im 14. der „kleinen religiösen Büchlein“ unterbringen, die sich ALLE HIER FINDEN.

Meint

Euer Christoph


Eine Analyse (Europäische Werte)

April 29, 2023

Was ist das eigentlich – ein WERT?

Nun, wenn etwas wertVOLL ist, dann hat es einen hohen Wert, Güter mit niedrigem Wert sind hingegen eher wertLOS.

Wenn es um die Bestimmung von Werten geht, so geht es also letzten Endes um die Bestimmung von Gut und Böse.

Also, flapsig formuliert, um das Begriffspaar Wir und die Anderen.

Werte sind ein ideologisches Konstrukt, sie sind Vorstellungen, die eine Gesellschaft zusammenhalten sollen, indem sie das gemeinsame immaterielle Volksvermögen erhöhen, das man im Wettbewerb der Werte einsetzen kann.

Es sind zum Beispiel die Menschenrechte immaterielle Werte einer Gesellschaft, die den gesamten Wert des Volksvermögens heben, wenn sie TATSÄCHLICH verfügbar und einklagbar sind.

Eine angstbesetzte Gesellschaft wie die im Dritten Reich kann sich auf Dauer nicht durchsetzen, da sie einfach nicht genug Vermögen besitzt. Die Angst wirkt mindernd auf das Volksvermögen. Nur einige wenige profitieren davon und unterstützen das natürlich.

Die Europäischen Werte

Die Europäischen Werte sind meines Wissens nirgends klar definiert, aber die Werte der Europäischen Union sind im Artikel 2 des EU Vertrags beschrieben (https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:12012M002):

  • Achtung der Menschenwürde
  • Freiheit
  • Demokratie
  • Gleichheit
  • Rechtsstaatlichkeit
  • Achtung der Menschenrechte, einschließlich der Rechte von Minderheiten

Man hofft also, dass diese Werte sich positiv im immateriellen Volksvermögen niederschlagen.

Das Christentum

Eingangs (in DIESEM Artikel) hatte ich erwähnt, dass ich mich dem Christentum verpflichtet fühle.

Nun, da die Europäischen Werte zweifellos vom Christentum herrühren – auch wenn sich die Kirche selbst nicht immer daran gehalten hat – kann ich getrost meinen Kompass nach dem Berg Horeb ausrichten, und werde damit den Europäischen Werten nicht widersprechen.

Aber was ist jetzt mit dem Verhältnis von Christentum und anderen Kulturen und Religionen?

Ist der christliche Absolutheitsanspruch nicht ein Hindernis beim friedlichen Zusammenleben?

Der Absolutheitsanspruch

Erstens: nach jeder Messe werden die Christen mit den Worten „Gehet hin in Frieden“ entlassen und nicht mit den Worten „Gehet hin in Wahrheit“.

Der Auftrag an den Christen ist also nicht in erster Linie, allen zu zeigen, wie gescheit er ist, sondern mit allen Menschen möglichst in Frieden zu leben.

Zweitens: ich muss ja sowieso davon ausgehen, dass ich meinen Sinnen trauen kann.

Wenn ich dauern davon ausginge, dass ich nicht recht habe, dann würde ich im Leben nicht viel weiterbringen.

Es hat also jeder Mensch – mit Recht – einen gewissen Absolutheitsanspruch, weil er ja in erster Linie davon ausgehen muss, dass er nicht in irgendwelchen Wahnvorstellungen lebt.

Wenn dem so wäre, dann wäre es krankhaft und müsste vom Psychiater behandelt werden.

Wenn ich mir meiner selbst sicher bin, dann kann ich auch mit Andersgläubigen auf Augenhöhe kommunizieren, und vielleicht wird sogar ein ernsthaftes theologisches Gespräch daraus.

Meint

Euer Christoph


Digitalisierung und Eigentum

Februar 4, 2023

Liebe Leser!

Nun habe ich mir also vorgenommen, ein paar Gedanken zum Thema „Geistiges Eigentum“ zu spinnen. Weil das meiner Meinung ein Schlüsselbegriff bei der Digitalisierung sein wird (bzw. schon ist).

Ich bin nun – wieder einmal – kein Fachmann zu diesem Thema und kann nur meine Gedanken schweifen lassen, in der Hoffnung, Dir lieber Leser ein wenig Kurzweil zu bieten.

Wenn wir den Begriff „Geistiges Eigentum“ in unser Gehirn sickern lassen, und wenn wir uns einige hundert oder gar tausend Jahre in unseren Gedanken zurückversetzen, was kommt uns in den Sinn?

  • Da sind einmal die Alchemisten des Königs, die ihre Rezepte in einer gut verschlossenen Kiste, auf haltbarem Pergament abgelegt haben
  • Dann sind da auch die Kräuterhexen und irgendwelche verdächtigen Bücher mit Zaubersprüchen
  • Außerdem muss ich an die „großen religiösen Bücher“ denken, an die Bibel, an den Koran, die Tora
  • Nicht zuletzt muss ich an die Phrase denken „es steht geschrieben“, die gleichzusetzen war mit der Phrase „es ist wahr“
  • An die Vertrauensstellung des „Dorfschreibers“, den man für alle „offiziellen“ Wege brauchte

Wir sehen also, dass diese „Schriften“, diese „Rezepte“ und diese „Berichte“, auch die „Gesetze“, immer einen Beigeschmack von Macht haben und von Geld.

Eine Schrift, die sich in meinem Besitz befand, bedeutete immer auch Macht und Geld für mich. So wie jedes andere Eigentum auch.

Denn jedes wertvolle Eigentum – jedes Vermögen – ist dadurch gekennzeichnet, dass es eben eine Rendite abwirft, oder zumindest einen direkten Nutzen.

Gewerbe und Industrie

Wodurch begannen Unternehmen, immer größer zu werden?

Warum wurde aus „Meister Eders Schreinerwerkstatt“ dann ein multinationaler Konzern wie IKEA?

Nun, über das „Warum“ zu schreiben, dazu fühle ich mich nicht berufen, aber ich kann ein Schlaglicht auf das WIE werfen.

Denn eine wichtige Änderung bestand darin, dass man das geistige Eigentum sozusagen der Einzelperson entriß. Man betrieb eine sogenannte Standardisierung, indem man die Vorgehensweisen, die Rezepte und Baupläne, die verwendet wurden, um die Produkte herzustellen, in das Vermögen des Unternehmens einverleibte, unabhängig von irgendwelchen „Meistern“ oder „Gurus“.

Nein, die Kunden sollten nicht mehr dem „Meister Eder“ vertrauen, sondern der unpersönlichen „Marke IKEA“.

Aber überhaupt die Tatsache, dass der Urheber eines schöpferischen Werkes ein Urheberrecht hat, war gar nicht so selbstverständlich, wie man hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_des_Urheberrechts nachlesen kann. Im Altertum gab es so etwas wie ein Urheberrecht überhaupt nicht, auch nicht im Mittelalter, und erst durch die Erfindung der Druckerpresse wurde so etwas wie ein Urheberrecht – bzw. seine Vorgänger – nötig.

Erst im 18./19. Jahrhundert – also während der Industrialisierung Europas – gab es dann erste Gesetze, die ein generelles Urheberrecht – zumindest an literarischen Werken – dem Autor zusprachen.

Das läßt mich – auf Verdacht – folgenden Satz formulieren:

So, wie vor der Sesshaftwerdung des Menschen Grund und Boden von einem freien Gut zu einem knappen Gut wurde, so wurde vor der Industrialisierung das geistige Eigentum von einem freien Gut zu einem knappen Gut und man begann, es systematisch zu bewirtschaften.
Satz 1

Oder, für Dummies: nachdem die Menschen immer mehr wurden, mussten die Wissenschaftler und Techniker immer neue Dinge erfinden, mit denen man die Menschen beschäftigen konnte. Dieser Wettlauf gegen die Langeweile hält bis heute an.

Aber dann kam die Digitaltechnik

Wie es weitergegangen ist?

Mehr demnächst hier

Meint

Euer Christoph


Der Wert der Nachhaltigkeit

Januar 28, 2023

Einleitung

Zum Titel „Der Wert der Nachhaltigkeit“ bin ich gelangt, weil diese Woche auf einem sozialen Medium (das mit „linked“ beginnt und auf „In“ endet) eine Diskussion über Unternehmenswerte angeregt wurde.

Es wurde darauf hingewiesen, dass jedes Unternehmen klar seine Werte definieren sollte und dass Werte eigentlich etwas seien, was nicht „verhandelbar“ sein dürfe. Sozusagen „Leitplanken“ und „Schienen“, auf denen man fährt.

Es wurden Schlagworte wie Respekt, Toleranz und ähnliche Handlungsprinzipien angegeben.

Ich habe mir dann erlaubt, anzumerken, dass ich das, was man im Managementsprech offensichtlich als Werte bezeichnet, eben eher als „Handlungsprinzipien“ bezeichnen würde, und dass Werte im Gegensatz eher doch – aus meiner Sicht – etwas sind, was man klar in eine Bilanz schreiben kann, also – materielle oder immaterielle – Vermögensbestandteile, die eine Rendite abwerfen – materiell oder immateriell.

Ich habe dann noch die 6 Grundwerte der Europäischen Union zitiert, von denen einer die Achtung der Menschenrechte ist.

Nachhaltigkeit und Regionalität als „Werte“

Ist nun also Nachhaltigkeit ein Wert?

Nun muss uns klar sein, dass die Formulierung eines Wertes immer auch eine WertUNG darstellt. Reden wir also von einem guten Wert oder reden wir von einem bösen?

Ist also Nachhaltigkeit immer gut? Ist sie ein ABSOLUTER Wert?

Na ja, wenn wir die Erde nachhaltig zerstören, dann ist das wohl nicht so gut, aber es wäre nachhaltig.

Also hätten wir schon bewiesen, dass Nachhaltigkeit KEIN ABSOLUTER WERT ist, sondern immer nur im Zusammenhang mit anderen Werten sozusagen einen Zusatzwert bedeutet.

Wenn man heutzutage von Nachhaltigkeit redet, dann meint man meistens die nachhhaltige Existenz der Menschheit in großer Zahl. Wir meinen also die Erhaltung – und sogar das weitere Wachstum – unserer Art hier auf Erden.

Denn natürlich gibt es angesichts der Endlichkeit der Erde wieder die berühmten drei Strategien:

  • Love it (Plan C),
  • Leave it (Plan B) und
  • Change it (Plan A).

Wir können uns damit arrangieren (Plan C), dass wir durch die Naturgesetze immer wieder dezimiert werden, wenn wir einfach so weitermachen wie bisher. Ein Ansatz, den Waffenlieferanten, Waffenhändler und Religionsgemeinschaften sicher sehr reizvoll finden, aber auch alle Menschen, die Angst vor Veränderung haben.

Einige wenige Menschen könnten es schaffen (Plan B), in neue Welten aufzubrechen und dort neu anzufangen. Ich persönlich finde das nicht reizvoll, aber auf lange Sicht, wird der Menschheit wohl nichts Anderes übrig bleiben (unser Sonnensystem hat bekanntlich ein Ablaufdatum).

Plan A (kurzfristig – also auf ca. 100 Jahre) wird es zur Erhaltung der Anzahl der Menschen das beste sein, nachhaltigER zu leben, also in die richtige Richtung innovativ zu sein.

Eine dieser Innovationen ist die Regionalisierung, auf die viele Menschen große Hoffnungen setzen, insbesondere wegen dem Wegfall von Transportwegen – unter gleichzeitiger Globalisierung der Informationsgesellschaft.

Aber schon allein durch die Notwendigkeit des Internet sehen wir, dass auch Regionalisierung kein ABSOLUTER Wert ist. Bei manchen Dingen wird es einen Vorteil bringen, wenn man sie in die Region „zurückholt“, andere Dinge wird man auch weiterhin oder endlich global regeln müssen:

  • Bewirtschaftung und Schutz der Weltmeere (der staatenlosen Teile der Meere)
  • Bewirtschaftung und Schutz des Luftraumes und des Weltklimas
  • Bewirtschaftung und kartellrechtliche Kontrolle großer Privatvermögen
  • Bewirtschaftung und demokratische Kontrolle von Weltmonopolen
  • Kontrolle strategischer Waffen
  • Bewirtschaftung des erdnahen Weltraums (z.B. bezügl. Weltraumschrott, …..)
  • das Internet
  • usw.

Ob Regionalität und Nachhaltigkeit also letzten Endes ein Wert, ein „Asset“ der Menschheit sein werden, wird sich erst zeigen müssen.

Meint

Euer Christoph


Was kann ich tun?

Januar 21, 2023

Nein, ich will mich – hier – nicht mit den Grundfragen der Philosophie beschäftigen, die man etwas flapsig angeben könnte, wie folgt:

  • Was kann ich glauben?
  • Was darf ich hoffen?
  • Was soll ich tun?,

sondern ich möchte mich mit der Frage beschäftigen, die in uns hochkommt, wenn wir betrachten, dass alle Reichen und Mächtigen dieser Welt sich darauf geeinigt zu haben scheinen, dass (Werbung für) Nachhaltigkeit und Regionalität die Lösung aller Probleme sei(en).

Fast schon jedes Lebensmittel macht damit Werbung, dass es „regional erzeugt“ sei, fast jedes Unternehmen schreibt die „Nachhaltigkeit“ auf seine Fahnen (man ist geneigt, an umfassendes, globales „Greenwashing“ zu glauben) und fast jeder Normalbürger hat ein schlechtes Gewissen und Angst.

Die Rechnung des Diabolos scheint aufzugehen. Angst überall. Keine Wahrheit. Nur Verwirrung. Kein Glaube, kein Vertrauen, maximaler Egoismus. Keine Liebe.

Was kann ich anhand dieser maximalen Verwirrung tun? Was kann ICH tun? Habe ich überhaupt eine Möglichkeit, diesen Rahmenbedingungen etwas Gutes abzugewinnen? Ist nicht eh alles vertan, verwirkt, verloren?

Nun, zuerst einmal würde ich mich zurückbesinnen auf das, was ich schon vor langer Zeit als wahr erkannt habe. Ist es nicht nur im Laufe der Zeit verschüttet worden? Habe ich es nicht nur vergessen? Wurde es überdeckt von der Geschäftigkeit des Alltags?

Bei mir persönlich sind das zum Beispiel folgende zwei Sätze:

  • Zeit spielt keine Rolle
  • Nie alleine

Ich kann jetzt nicht im Detail erklären, was mir diese beiden Sätze bedeuten, aber ich stelle Dir diese Frage:

Was ist es, das Du in Deiner frühen Zeit, in Deiner Jugend als richtig erkannt hast, aber die Zeit, der Alltag, die „Randbedingungen“ haben Dich von diesen Zielen „abgedrängt“, haben Dich „abgelenkt“ oder Dich mit „sonstigem Müll zugeschüttet“?

Denk‘ drüber nach!

Bittet

Euer Christoph


Vom Souverän und seiner Macht

Dezember 3, 2022

Liebe Familie, Freunde und Kollegen,

Einige male schon habe ich Euch belästigt mit dem Begriff der „Internalisierung externer Kosten“, bekanntlich einem roten Tuch für Neoliberalisten.

Aber worum geht es eigentlich?

Einerseits ist da die Philosophie des Liberalismus, die von der Freiheit des Individuums ausgeht.

Das Individuum dürfe tun und lassen, was es wolle, denn durch den Widerstreit der Kräfte, durch die Evolution (survival of the fittest) und durch die Gesetze von Angebot und Nachfrage, also durch alle diese weisen Naturgesetze, die man normalerweise als „der freie Markt“ bezeichnet, werde sich sowieso ein Gleichgewicht einstellen, welches für eine leidliche Weiterexistenz der Menschheit sorge, soweit diese im Interesse des Planeten liege.

Wenn es für den Planeten besser sei, dass die Menschheit aussterbe, auch gut, sagt der Neoliberalist, dann ist das eben unser Schicksal. Eigentlich ist das die Philosophie des Materialismus, die dem Geist keinerlei Entscheidungskompetenz einräumt.

Andererseits ist da die Philosophie, die davon ausgeht, dass es immer einen Souverän gebe, der die Freiheit des Individuums aufgrund seiner Eigenschaft als Souverän beliebig einschränken dürfe. Meist wird diese Einschränkung durch einen Verweis auf das Gemeinwohl gerechtfertigt.

Eigentlich ist das die Philosophie des Idealismus, die davon ausgeht, dass der Geist dazu in der Lage sei, die Umstände so zu beeinflussen, dass sich eine Verbesserung ergebe.

Die „Internalisierung externer Effekte“ ist nun ein Eingriff in die Freiheit des Individuums, den der Souverän anordnet, weil die externen Kosten eben nicht der Allgemeinheit angelastet werden – so wie es der Neoliberalismus fordert – sondern dem Verursacher – so wie es das Verursacherprinzip fordert.

Wir sehen schon, wir kommen hier in die alte Diskussion zwischen dem Begriff der Vorsehung und dem Begriff der Willensfreiheit, die noch immer nicht endgültig entschieden ist – und hoffentlich im Leben nicht endgültig entschieden werden wird.

Und wir kommen zu der Frage, ob das Individuum Verantwortung tragen kann, und inwieweit die Verantwortung dem Individuum vom Souverän abgenommen wird.

Alles alte – uralte – Streitfragen, die nie im Leben endgültig entschieden werden, aber wir können meditieren, wie wir uns den Souverän denn vorstellen.

Dazu hatte ich vor einiger Zeit schon einen Beitrag geschrieben:

Aus christlicher Sicht kann es nur einen einzigen wirklichen, absolut herrschenden, Souverän geben, und das ist Gott, der Vater, der Sohn und der Hl. Geist.

Trotzdem machen wir im Leben die Erfahrung, dass die Souveränität im Sinne einer Hierarchie auf viele Instanzen aufgeteilt ist:

  1. auf die Engel und Dämonen, die nicht so furchterregend sind wie ER
  2. auf die Naturgesetze, deren Erforschung sich die Naturwissenschaft widmet
  3. auf besonders begabte Menschen, die sich einer NATÜRLICHEN Autorität bedienen
  4. auf die Kirche, der ER seinen Hl. Geist gesandt hat
  5. auf Eltern und Ehepartner
  6. auf Lehrer
  7. auf Persönlichkeiten der Politik, der Iurisdiktion, des Managements und sonstiger Haushaltsführung

Manchen meiner Leser wird nicht gefallen, dass ich Politik und Management erst an die letzte Stelle setze, anderen Lesern wird nicht gefallen, dass ich Engel und Dämonen über die Naturgesetze stelle, wieder anderen Lesern wird nicht gefallen, dass ich besonders begabte Menschen (sog. Propheten) ÜBER die Kirche stelle, und den Lehrern unter meinen Lesern wird nicht gefallen, dass ich die Eltern höher setze.

Na ja,

Jedenfalls eine schöne neue Woche

Euer Christoph

P.S.: ich glaube, dass meine Liste ziemlich vollständig ist, bin aber für Anregungen immer noch dankbar