Wieder einmal: Sozialismus oder Kapitalismus?

Juni 19, 2024

Liebe Leser!

Ich habe mich nun schon längere Zeit nicht bei Euch gemeldet.

Einerseits liegt das daran, dass ich zur Zeit im Job ziemlich viel um die Ohren habe, andererseits bin ich auch für 3 Wochen im Krankenstand (gewesen), da ich mich um meinen BMI kümmern muss.

Trotzdem möchte ich kurz mitteilen, dass ich die Idee für ein fünfzehntes „Kleines Religiöses Büchlein“ hatte und dass dieses den Titel „Von der Reziprozität“ tragen wird.

Wie Ihr wisst, befinden sich alle meinen „kleinen religiösen Büchlein“ auf der Seite https://letztersein.com/kleine-religiose-buchlein/.

In dem neuen kleinen Büchlein möchte ich mich im Wesentlichen mit der „Goldenen Regel“ beschäftigen. Denn Jesu Reich ist zwar nicht von dieser Welt, er hat uns aber in seinen Gleichnissen eine ganze Menge Hinweise gegeben, wie wir uns in dieser Welt verhalten sollen. Der Gipfelpunkt davon ist die „Goldene Regel“.

Aus gegebenem Anlass möchte ich aber zum wiederholten Male auf das Begriffspaar „Sozialismus – Kapitalismus“ hinweisen.

Wenn man sofort und ohne Umschweife auf den Kern der Sache kommt, dann sind das zwei gegensätzliche Prinzipien der Wirtschaftsführung.

Der Sozialismus möchte alle Produktionsfaktoren vergesellschaftlichen – also in das Staats- oder Gemeindeeigentum überführen – während der Kapitalismus alle Produktionsfaktoren im Privatbesitz sehen möchte.

Wie immer ist das Problem ein Problem mit den Allquantoren. Ohne auf den Einzelfall zu achten, möchte man entweder das eine oder das andere für ALLE Produktionsfaktoren, ohne genauer darüber nachdenken zu müssen.

Und so, wie bei allen „ismen“, ist das Problem die Denkfaulheit.

Es braucht nicht viel Hausverstand, um zu erkennen, dass in manchen Fällen die Verstaatlichung der Produktionsfaktoren gut sein wird, in anderen Fällen die Privatisierung. Denken muss man halt ein bisschen, um die Entscheidung im Einzelfall richtig zu treffen.

Was in dieser Diskussion aber IMMER mitschwingt, das ist der kalte Krieg, der neue kalte Krieg, dem wir entgegenarbeiten („der Weg des Wassers“).

Denn der Sozialismus ist – historisch betrachtet – oft mit einer Diktatur einhergeschritten und der Kapitalismus immerhin manchmal mit einer Demokratie.

Darum tappen wir immer wieder in dasselbe Denkmuster – denn dass Diktatur etwas Gutes sei, wird nun wirklich niemand behaupten –

  • Kapitalismus – gut
  • Sozialismus – böse

Mein Denkmuster ist halt anders:

  • Denkfaulheit – böse
  • Jeden Einzelfall unvoreingenommen entscheiden – gut

Meint

Euer Christoph


Private Daten – II

März 17, 2024

Liebe Leser!

Ziemlich genau vor zwei Wochen hatte ich so eine „plötzliche Eingebung“, dass Daten ja eigentlich etwas sind, was man weitergibt und dass das Zurückhalten von Daten, also dass man „private“ Daten hält, eigentlich ein Widerspruch ist (siehe den Blogbeitrag von vor zwei Wochen: HIER).

Ich hatte das dann weiter ausgeführt, letzten Endes habe ich aber die Beantwortung folgender Fragen, bzw. das „Ventilieren“ dieser Fragen, auf die lange Bank geschoben:

Was genau meine ich mit dem Begriff „private“ Daten?
Was ist der Unterschied zu „persönlichen Daten“?
Von der sogenannten „Trust Domain“!

Mittlerweile sind wir uns auch einigermaßen klar geworden, WAS Daten eigentlich SIND (sie sind Muster auf einem Datenträger), und dass Daten Information enthalten, wobei die Information eigentlich etwas Subjektives ist, solange man sich nicht auf einen GEMEINSAMEN CODE geeinigt hat.

So hat z.B. die politische Farbe ROT in Österreich eine andere BEDEUTUNG als in den U.S.A.

Oder es hat in den Staaten eine andere Bedeutung, wenn man eine Frau zum Abendessen einlädt.

Nun gut, aber wann sprechen wir nun von „privaten“ Daten?

Von der Informationsweitergabe

Wenn jemand mit sich selber spricht, dann betrachten wir das zumindest als seltsam.

Da die Sprache DAS Mittel zur menschlichen Informationsweitergabe schlechthin ist, wollen wir sofort den Schluss ziehen, dass Daten immer dazu da sind, um weitergegeben zu werden.

Dass dem aber nicht so ist – zumindest, wenn wir unser Ziel darin sehen, uns und unser Wissen immer zum höchstmöglichen Preis zu verkaufen – das vermittelt bereits folgende heuristische Überlegung:

Gefühlt: wenn ich Daten einmal herausgegeben habe, wenn es keine privaten Daten mehr sind, dann ist ihr Nutzen endgültig „verpufft“.
Ich kann diese Daten nicht noch einmal auf die Waagschale legen und muss sie endgültig abschreiben.

Und auch die Erfahrung innerhalb unserer menschlichen Gesellschaften lehrt uns, dass die Machthaber in den diversen Haushalten „auf Ihrem Datenbestand hocken wie die Gluckhennen“ und es gar nicht gerne gesehen wird, wenn man „interne“ Daten „extern“ weitergibt.

Also, irgendetwas muss es doch auf sich haben mit diesen „privaten“ Daten.

Lassen wir unsere Phantasie ein wenig schweifen. Ich komme da zu einem Alchemisten im Mittelalter, der ein gutes neues Rezept gefunden hat. Sei es eine neue Duftessenz oder was auch immer.

Ich stelle mir nun vor, wie dieser Alchemist einerseits Angst hat, dass dieses Rezept von einem anderen Alchemisten nachgemacht wird. Andererseits hat er jeden Tag mit so vielen Rezepturen zu tun, dass er Angst hat, all das durcheinanderzubringen, wenn er es sich nicht aufschreibt.

Also, nicht faul, nimmt er ein Pergament, schreibt das Rezept darauf und gibt es in eine große eiserne Schatulle, die mit einem Schlüssel abgesperrt wird, den er immer bei sich trägt, am besten an einer Kette um den Hals.

Nun stelle ich mir vor, dass das Geschäft des Alchemisten wächst. Er hat nun schon mehrere Gehilfen, die ihm beim Mischen der Rezepturen helfen.

Schließlich wird ihm auch das Abwiegen und -messen der Bestandteile zu viel, sodass er einen Hauptgehilfen braucht, der ihm dabei zur Hand geht.

Dieser Hauptgehilfe bekommt nun einen Zweitschlüssel für die Schatulle und wir wissen nun, dass es zwischen ihm und dem Alchemisten ein besonderes Vertrauensverhältnis gibt.

Die beiden teilen ihre „privaten“, ihre „internen“ Daten, geben sie aber nicht „extern“ weiter.

Diese Daten gehören also zum geistigen Eigentum, zum Know How des Betriebes.

Und wir sind beim Begriff der „Trust Domain“.

Solange die „Trust Domain“ nach außen hin dicht ist, ist alles in Ordnung und man kann intern die allergrößten Geheimnisse breittreten.

Wir sehen schon, wo das Problem liegt. Niemand ist ganz dicht. Letzten Endes hat jeder seinen Preis.

Das Modell von der „scharf begrenzten“ Trust Domain ist ein ziemlicher Nonsens.

Es ist eher so, dass wir viele einander überlappende Trust Domains haben, in vielen verschiedenen Graustufen.

Meint

Euer Christoph

P.S. „persönliche“ Daten sind etwas gänzlich Anderes. Es sind dies Daten, die man mit einer Person in Verbindung bringen kann. Wegen des allgemeinen Rechtes auf Privatsphäre unterliegen solche Daten einem besonderen Schutz durch den Gesetzgeber.


Jedes Schrifterl ist ein Gifterl

März 4, 2024

Liebe Leser!

Eigentlich bin ich über den Begriff der „privaten Daten“ ja nur „gestolpert“, denn ich habe mir mehr oder weniger PLÖTZLICH gedacht, dass das ja eigentlich ein großer Widerspruch sei (diesem Erstaunen habe ich hier Ausdruck verliehen: https://letztersein.com/2024/03/02/private-daten/).

Im nächsten Beitrag (also hier: https://letztersein.com/2024/03/03/einzigartigkeit-und-nutzen/) habe ich dann den Gedanken entwickelt, warum ich eigentlich der Meinung bin, dass das Wort „Datum“ bzw. der moderne Begriff der „Daten“ davon herrührt, dass das lateinische Wort „datum esse anno domini xxxx“ eigentlich bedeutet: „gegeben im Jahre des Herrn xxxx“.

Und nun bin ich eigentlich der Meinung, dass Daten immer etwas sind, das man HERGIBT. Daten sind also etwas, das von seinem Wesen etwas ÖFFENTLICHES ist, zumindest sind sie etwas, das man nicht FÜR SICH BEHÄLT.

Wie meine ich das?

Nun, wenn ich Information herGEBE, dann muss ich davon ausgehen, dass sie auch WEITERgegeben wird. Alles andere wäre eine Illusion. Ich habe nie die Leute verstanden, die Dir ein Geheimnis anvertraut haben und im selben Atemzug haben sie darauf bestanden, dass „Du es nicht weitersagen darfst“ (meine Mutter hat das gerne gemacht, Gott hab‘ sie selig).

Warum sagen sie es mir dann, wenn ich es nicht weitergeben darf? Eine seltsame Denkungsweise.

Aber bitte. Vielleicht gibt es sinnvolle Anwendungsfälle für „private Daten“?

Anwendungsfälle für „private“ Daten

Beginnen wir also einmal mit dem Sprichwort „Jedes Schrifterl ist ein Gifterl“, welches von Anwälten gerne zitiert wird. Denn tatsächlich ist es so, dass die Herausgabe – die Veröffentlichung – von Information, aber auch das Senden von e-Mails und dergleichen, bei mir immer einen inneren Konflikt verursacht.

  • Was ist, wenn jemand diese Information gegen mich verwendet?
  • Was ist, wenn ich einen Fehler gemacht habe? Durch die Veröffentlichung werde ich so angreifbar.
  • Was ist, wenn ich mit dieser Information jemanden verärgere?

Nun, im Laufe meines Lebens ist dieses Problem immer geringer geworden, auch deswegen, weil ich bewußt begonnen habe, einen Blog zu betreiben.

Und ich bin mir ziemlich sicher, dass dieses Problem viel mit einer allgemeinen Ängstlichkeit zu tun hat, schlimmstenfalls sogar mit einer Art Verfolgungswahn.

Also, zumindest aus psychologischer Sicht ist es doch oft so, dass man – aus einer Angst heraus – manche Dinge lieber „für sich behält“.

Andererseits ist die Zahl der psychischen Störungen Legion, die entstanden sind, weil man etwas „in sich hineinfrißt“. Weil man es nicht loswird. Weil man Angst vor der Wahrheit hat.

Die Welt ist krank

Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr komme ich zu folgendem Schluss:

Das Wesen von Daten ist es eigentlich, dass sie weitergegeben werden und nicht, dass man sie verschließt.
Aber – und das ist dem allgemeinen kranken Zustand der Welt geschuldet – es gibt gewisse Notwendigkeiten, dass man sich nicht exponiert, dass man sich vor den Aggressionen anderer Menschen schützt, indem man Informationen zurückhält und eben NICHT weitergibt bzw. veröffentlicht.

Lasst uns zuerst ein wenig nachdenken, was der Unterschied zwischen öffentlichen und privaten Informationen ist.

Die „Trust Domain“

Hier mache ich am Wochenende weiter…………..

Meint

Euer Christoph


Einzigartigkeit und Nutzen

März 3, 2024

Liebe Leser!

„Being unique does not automatically mean you are useful!“

lautet ein neueres Meme im Internet, und man sieht eine ziemlich verbogene – kunstvoll verbogene – Gabel unter 5 anderen, geraden, Gabeln.

Gegebenes und Geraubtes

Aber eigentlich wollte ich meine Gedanken über „private Daten“ weiterführen, die ich gestern HIER begonnen hatte.

Dort hatte ich mir überlegt, dass Daten eigentlich „das Gegebene“ sind.

Wie könnte das gemeint sein?

Na ja, stellen wir uns einen mittelalterlichen Mönch vor, der eine Urkunde ausstellt, ein Pergament. Darunter schreibt er dann, bevor er siegelt, die Worte: Datum anno domini 1492 – Gegeben im Jahre des Herrn 1492

Das Wort Datum, und mit diesem der moderne Begriff der DATEN, dürfte also davon herrühren, dass jemand jemandem ein Dokument übergeben hat.

In unserem Beispiel könnte es sich also um das Recht handeln, den Acker XYZ aus dem Eigentum des Klosters für die nächsten 100 Jahre zu nutzen.

Der Mönch hat dem Bauern also nicht nur ein Pergament mit Schriftzeichen überGEBEN, sondern dieses Dokument hat auch eine BEDEUTUNG. Es DEUTET auf ein Recht, das diesem Bauern tatsächlich gegeben wurde.

Das DEUTEN kann man sich übrigens wortwörtlich vorstellen, denn der Mönch wird ja im selben Moment dieses Recht des Bauern in die Bücher des Klosters eingetragen haben, sodass dann später die Echtheit des Dokuments überprüft werden konnte – sozusagen mit Hilfe einer doppelten Buchführung.

Die Information, die in diesem Dokument steckte, war also mindestens doppelt vorhanden, eventuell wurde noch eine Kopie an den Landesfürsten geschickt, sodass man eigentlich von ÖFFENTLICHEN Daten sprechen muss.

In unserem Beispiel machen ÖFFENTLICHE Daten durchaus einen Sinn, denn JEDER sollte wissen, dass dieser Bauer das Recht hatte, diesen Acker XYZ zu nutzen (nichts Anderes ist das moderne Grundbuch).

Wann nun – frage ich mich – könnte es einen Sinn ergeben, Daten GEHEIM zu halten, sozusagen PRIVATE Daten anzulegen?

Jedes Schrifterl ist ein Gifterl

Nun, um dem Phänomen der privaten – der geheimen – Daten ein wenig auf die Schliche zu kommen, wollen wir uns einmal mit einem alten Sprichwort beschäftigen, das Anwälte gerne bemühen: Jedes Schrifterl ist ein Gifterl.

Jede Information, die ich schriftlich herausgebe, die also beweisbar zu einem bestimmten Datum von mir ausgegangen ist – die ich gegeben habe – kann letzten Endes auch gegen mich verwendet werden.

In den Anfängen meines beruflichen Daseins war mir dieses Gefühl gut bekannt. Dieses unangenehme Gefühl, wenn eine E-Mail abgesendet war und man sie nicht mehr zurückholen konnte.

Aber nicht nur beim Senden von E-Mails, sondern auch beim Veröffentlichen auf einem Blog gibt es dieses „spezielle“ Gefühl, wenn die Information einmal draußen ist.

Denkpause

Es ist jetzt Sonntagabend. Muss Schluss machen bis nächste Woche.

Meint

Euer Christoph

Da müssen wir uns zuerst einmal fragen, wie man geheime Daten überhaupt technisch realisieren könnte.


Vermögenssteuern – eine Näherung

November 7, 2023

Nun hat mich mein verehrter Leser KNI darauf hingewiesen, dass ich doch nicht in den Chor der Neidgenossenschaft einstimmen solle, die nach Vermögens- und Erbschaftssteuern lechzt.

Ich habe doch selber ein kleines Sommerhäuschen, das ich mir dann nicht mehr leisten könnte, denn die Enteignung solchen Eigentums sei ja das definierte und öffentlich gemachte Ziel des sogenannten Great Reset.

Nun, ich kann dieser Argumentation durchaus etwas abgewinnen, denn das Häuschen wirft tatsächlich nichts ab, sondern verursacht im Gegenteil nur Kosten, die ich mir „gerade mal noch so“ leisten kann, ganz zu schweigen von dringend nötigen Reparaturen und Renovierungen.

Wenn ich nun auf dieses Eigentum noch Steuern zahlen müsste, dann wäre das über kurz oder lang ein Notverkauf zu sehr schlechten Konditionen.

Trotzdem muss man feststellen, dass das Vermögen in Österreich sehr ungleich verteilt ist, sodass man geneigt ist, als einzige mögliche Lösung dieses Dilemmas nach Vermögens- und Erbschaftssteuern zu rufen.

Ob dem wirklich so ist, das möchte ich im folgenden ausarbeiten

Steuern auf die Substanz?

Jetzt habe ich bei der Schaffung des Vermögens eh schon Steuern gezahlt (Kapitalertragssteuer, Umsatzsteuer, Lohnsteuer, Grunderwerbssteuer, Spekulationssteuer, ……), wieso soll ich dann auf die Substanz NOCH EINMAL Steuern zahlen?

demnächst hier

Wie kommt ein Einkommen zustande?

Von dem, was man HAT, IST und TUT und von den Gesetzen von Angebot und Nachfrage. Wertschöpfung.

Angebot und Nachfrage, oder doch nur „Erpressung und Geiselnahme“? Vom Wucher.

demnächst hier

Conclusio

demnächst hier


Neues (?) Thema: Produktion, Arbeit, Kapital

Juli 31, 2023

Es ist kein Geheimnis.

Seitdem die herrschende Klasse wieder den Klassenkampf ausgerufen und unter Mithilfe der Dummheit der Politiker eine wunderschöne Inflation inszeniert hat, wird allerorten wieder darüber diskutiert, wer denn nun tatsächlich die Urheber des Wohlstands seien.

Entsteht Geld durch Arbeit oder entsteht Arbeit durch Geld?

Ist leistungsloses Einkommen wirklich so unmoralisch?

Wer sind denn nun tatsächlich die Leistungsträger?

Uns scheinen wieder alle Felle davonzuschwimmen, und in unserer Angst werden wir zu Angstbeissern, zu „uns ängstlich verteidigenden Angreifern“.

Sollen wir uns fürchten?

Alles große Fragen, dabei wollte ich einfach nur darüber schreiben, dass „gebunkertes“ Vermögen große Gefahren in sich birgt.

Reden wir lieber über etwas Positives: wir haben den Verein gegründet: die „Gesellschaft für rechnergestützte Zusammenarbeit“: https://areasharpa.blog/the-society/

Meint

Euer Christoph


Der Monopolist und das Rindvieh

Juni 17, 2023

Liebe Leser!

Eigentlich wollte ich dieses Wochenende ja wieder einen fertigen Artikel bereitstellen, aber mit dem zunehmenden Alter werde ich immer fauler – und ich bekomme fürs Bloggen ja auch kein Geld 🙂

Worum geht es?

Nun, in den „Wirtschaftlichen Grundlagen der Elektrotechnik“ hatte uns damals auf der TU unser Professor vorgerechnet, dass es bei endlichen Ressourcen, die nicht nachwachsen, also zum Beispiel beim Erdöl, sich so verhält, dass ein Monopolist mit diesen Ressourcen länger auskommt, dass er diese also schonender behandelt, als es der freie Markt tut.

Grund dafür ist, dass der Wirtschaftstreibende seinen Gewinn über die Lebensdauer maximieren wird, und dass ihm dass gelingt, indem er weniger Erdöl fördert und so einen höheren Preis erzielt.

Wenn er hingegen Konkurrenten hat, dann wird sich der Preis entsprechend dem Gesetz der Grenzkosten einpendeln – also billiger sein – weshalb mehr Erdöl verbraucht wird.

Früher haben die Landwirte gesagt: „Du wirst die Kuh nicht schlachten, wenn Du sie noch melken willst“.

Nun und dieses Gesetz möchte ich jetzt auf verschiedene Beispiele anwenden:

  • Wenn man heiratet, hat man dann ein „Monopol“ auf den Partner, geht deshalb also schonender mit ihm um?
  • Ist Grundeigentum nicht auch eine Art Monopol auf einen bestimmten Abschnitt der Erdoberfläche?
  • Wie ist das mit Staatseigentum? Wird das, weil es ja ein „gemeinsames“ Eigentum ist, grob ausgeschlachtet?
  • Liegt es an diesem Gesetz, dass Staaten (fast) immer Schulden machen, während private Firmen (fast) immer Gewinne schreiben?
  • Was bedeutet dieses Gesetz für die Vermögensungleichheit und für den Great Reset?

Jetzt muss (möchte) ich aber für heute Schluss machen und verweise auf eines der nächsten Wochenenden.

Lg,

CP/V


Totale Verfinsterung des Herzens

Juni 10, 2023

Heute, als ich mit dem Auto zum Landhaus fuhr, um hier ein paar Tage Home Office zu machen, spielten sie auf Radio NÖ den berühmten Song von Bonnie Tyler:

Und natürlich musste ich auch an den „Tanz der Vampire“ denken:

Na gut, das ist ja nicht schwer zu interpretieren.

Es geht um die Sehnsucht nach Liebe und die Vampire sind eine Metapher für die Kapitalisten, die diese Schwäche des Menschen ausnützen.

OK, also warum soll man darüber extra etwas schreiben? Das ist ja wirklich kein großes Geheimnis.

Die zwei Elefanten

Na ja, manchmal traut sich niemand, den Elefanten anzusprechen, der im Raum steht.

Und es wäre doch gut, wenn wir über den Elefanten redeten, denn wenn wir über den Elefanten NICHT reden und ihn ignorieren, dann könnte es passieren, dass er uns eines schönen Tages zu Tode trampelt.

Genau genommen sind es zwei Elefanten, den einen spricht Doskozil an, und den anderen der Babler.

Da ist einerseits die Zuwanderungsproblematik. Diese wird von der eher rechten Seite angesprochen, also von Dosko.

Andererseits ist die Schieflast in der Vermögensverteilung mittlerweile unerträglich und auch gefährlich für die Freiheit des Menschen. Dieses Problem sprechen die linken Teile der SPÖ an.

Welcher Elefant ist wichtiger?

Na gut, ein bisschen Ungleichheit muss sein, sonst gibt es GAR keine Wirtschaft mehr, aber die Ungleichheit darf nicht so weit gehen, dass es Menschen gibt, die nicht mehr heizen können, die nicht mehr satt werden und die keine Zeit mehr haben, ins Kino zu gehen oder ein Buch zu lesen.

DAS ist DER Elefant, über den wir reden MÜSSEN: die exzessive Ungleichheit in der Vermögensverteilung. Es KANN NICHT SEIN, dass eine Hand soviel Geld in der Hand hat, dass sie einen ganzen Kleinstaat „kaufen“ kann.

Das Zuwanderungsproblem halte ich für sekundär. Denn wenn der Sozialstaat entsprechend ausgeprägt ist, dann haben Zuwanderer auch genug Chancen, sich zu integrieren, dazuzulernen und einen sozialen Aufstieg durchzumachen. Dadurch entfallen dann auch die Probleme mit Lohn- und Sozialdumping, für das man anspruchslosere, erpressbare Einwanderer normalerweise braucht.

Meint

Euer Christoph


Eine Analyse (Europäische Werte)

April 29, 2023

Was ist das eigentlich – ein WERT?

Nun, wenn etwas wertVOLL ist, dann hat es einen hohen Wert, Güter mit niedrigem Wert sind hingegen eher wertLOS.

Wenn es um die Bestimmung von Werten geht, so geht es also letzten Endes um die Bestimmung von Gut und Böse.

Also, flapsig formuliert, um das Begriffspaar Wir und die Anderen.

Werte sind ein ideologisches Konstrukt, sie sind Vorstellungen, die eine Gesellschaft zusammenhalten sollen, indem sie das gemeinsame immaterielle Volksvermögen erhöhen, das man im Wettbewerb der Werte einsetzen kann.

Es sind zum Beispiel die Menschenrechte immaterielle Werte einer Gesellschaft, die den gesamten Wert des Volksvermögens heben, wenn sie TATSÄCHLICH verfügbar und einklagbar sind.

Eine angstbesetzte Gesellschaft wie die im Dritten Reich kann sich auf Dauer nicht durchsetzen, da sie einfach nicht genug Vermögen besitzt. Die Angst wirkt mindernd auf das Volksvermögen. Nur einige wenige profitieren davon und unterstützen das natürlich.

Die Europäischen Werte

Die Europäischen Werte sind meines Wissens nirgends klar definiert, aber die Werte der Europäischen Union sind im Artikel 2 des EU Vertrags beschrieben (https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX:12012M002):

  • Achtung der Menschenwürde
  • Freiheit
  • Demokratie
  • Gleichheit
  • Rechtsstaatlichkeit
  • Achtung der Menschenrechte, einschließlich der Rechte von Minderheiten

Man hofft also, dass diese Werte sich positiv im immateriellen Volksvermögen niederschlagen.

Das Christentum

Eingangs (in DIESEM Artikel) hatte ich erwähnt, dass ich mich dem Christentum verpflichtet fühle.

Nun, da die Europäischen Werte zweifellos vom Christentum herrühren – auch wenn sich die Kirche selbst nicht immer daran gehalten hat – kann ich getrost meinen Kompass nach dem Berg Horeb ausrichten, und werde damit den Europäischen Werten nicht widersprechen.

Aber was ist jetzt mit dem Verhältnis von Christentum und anderen Kulturen und Religionen?

Ist der christliche Absolutheitsanspruch nicht ein Hindernis beim friedlichen Zusammenleben?

Der Absolutheitsanspruch

Erstens: nach jeder Messe werden die Christen mit den Worten „Gehet hin in Frieden“ entlassen und nicht mit den Worten „Gehet hin in Wahrheit“.

Der Auftrag an den Christen ist also nicht in erster Linie, allen zu zeigen, wie gescheit er ist, sondern mit allen Menschen möglichst in Frieden zu leben.

Zweitens: ich muss ja sowieso davon ausgehen, dass ich meinen Sinnen trauen kann.

Wenn ich dauern davon ausginge, dass ich nicht recht habe, dann würde ich im Leben nicht viel weiterbringen.

Es hat also jeder Mensch – mit Recht – einen gewissen Absolutheitsanspruch, weil er ja in erster Linie davon ausgehen muss, dass er nicht in irgendwelchen Wahnvorstellungen lebt.

Wenn dem so wäre, dann wäre es krankhaft und müsste vom Psychiater behandelt werden.

Wenn ich mir meiner selbst sicher bin, dann kann ich auch mit Andersgläubigen auf Augenhöhe kommunizieren, und vielleicht wird sogar ein ernsthaftes theologisches Gespräch daraus.

Meint

Euer Christoph


Der Berg Horeb

April 29, 2023

Standortbestimmung

Allerorten hört man Klagen, dass in unserer Gesellschaft ein sogenannter „Werterelativismus“ einreiße.

Alles sei richtig, alles sei wahr und man könne sich auf nichts mehr verlassen (am wenigsten auf die Jugend), liest man allenthalben in traditionsreichen Medien.

Wir müssen uns wieder auf die „Europäischen Werte“ rückbesinnen, heißt es da meistens, und die guten alten Traditionen würden uns den Weg in die Zukunft zeigen.

Nun.

Auch ich selbst würde mich aus Sicht meines „Wertekorsetts“ als „guten alten katholischen Christen“ bezeichnen und ich fühle mich den zehn Geboten verpflichtet (auch wenn ich kein „vorbildlicher“ Christ bin, der wirklich jeden Sonntag in die Kirche geht).

Aber werde ich deswegen in den Chor der Ewiggestrigen einstimmen, die ihr Heil immer in der Vergangenheit suchen?

Wagen wir eine Analyse.

Also eine Analyse

Diese Analyse folgt im nächsten Beitrag.

Meint

Euer Christoph