Wie wirklich ist die Wirklichkeit?

Januar 3, 2015

In letzter Zeit werden immer wieder einige neue Begriffe verwendet, so zum Beispiel „virtual reality“, „augmented reality“ und „mixed reality“.

Was hat man sich darunter vorzustellen?

Unter einer „virtual reality“ kann man sich ja noch einiges vorstellen.

Im althergebrachten Fall ist es eine „virtual reality“, wenn ich ein Buch lese. Durch das Lesen „versetze“ ich mich selbst in eine „andere“ Wirklichkeit, in eine Wirklichkeit, die nicht „wirklich“ existiert, sondern nur „virtuell“.

Das heisst nicht, dass diese Wirklichkeit unschärfer sein muss.

Über die Gedankengänge eines James T. Kirk, der nur virtuell existiert, ist mehr bekannt, als über die Gedankengänge von Napoleon, der real existiert hat.

Die heutige Computertechnik ermöglicht es uns, virtuelle Welten zu erstellen, die es möglich machen, sich in diese Welt zu versetzen, ohne allzu viel Phantasie aufwenden zu müssen, da die Simulationen schon sehr realitätsnah sind. Wir sprechen von photorealistischer 3D-Graphik.

Der Begriff der „augmented reality“ ist eindeutig im militärischen Bereich entstanden. Denken wir nur an ein HUD (heads up display), welches einem Piloten in einem Kampfflugzeug diverse Informationen in sein Sichtfeld einblendet, die es ihm ermöglichen, das Gesehene und Gehörte besser und einfacher zu interpretieren.

Bei der „augmented reality“ lebe ich also nach wie vor in der „echten“ Realität, die Computertechnik „verbessert“ diese Realität aber dahingehend, dass ich Dinge wahrnehmen kann, die ich ohne Computertechnik nicht wahrnehmen könnte.

Mit der „mixed reality“ hatte ich immer schon Verständnisschwierigkeiten. Ich konnte mir darunter nichts genaues vorstellen.

Dann kam ich dahinter: mit „mixed reality“ kann man verschiedene Dinge meinen. Einerseits ist der Übergang von „augmented reality“ zu „mixed reality“ ein fließender. Denn die „augmented reality“ hilft mir, reale „Entitäten“ besser zu erkennen, während die „mixed reality“ neue, virtuelle, Entitäten sozusagen „zur Wirklichkeit hinzufügen kann“.

Andererseits kann mit „mixed reality“ gemeint sein, dass man zwei oder mehr „Wirklichkeiten“ gleichzeitig „bewohnt“.

All das habe ich versucht, in der „Beschreibung des konzeptionellen Protokolls C3P (Collaborative 3D Profile)“ zu berücksichtigen.


1. Modes of Operation of C3P

Personal scene instances are inhabited by users.

Each user can inhabit more than one personal scene instance and he can additionally inhabit the reality.

The scene instances synchronize each other via the connectivity platform.

C3P connects the connectivity platform with the scene instances, in a star environment.

sysarch1

Legend:
PSI……..Personal Scene Instance
SCSI…….Server/Controller Scene Instance
ITR……..Interface To Reality
POI……..Point of Interest/Point of Interaction
C3P……..Collaborative 3D Profile

1.1. Virtual/Augmented Reality

1.1.1. Singleuser VR Mode (w/wo interception of trajectory)

In SVR mode, a multiuser session consists of one and only one personal scene instance, which may have been downloaded from a WWW server.

The scene instance virtually represents an interactive, animated scene, which may be a snapshot representation of a subset of the reality.

If the user is not restricted to a pure virtual environment (e.g. some holo-deck like installation), i.e. if the user inhabits reality, then the scene instance may augment this reality.

1.1.2. Multiuser VR Mode (w/wo interception of trajectories)

In MVR mode, a multiuser session consists of several or many personal scene instances, allowing the users to virtually collaborate in a virtual scene, which may have been downloaded from a WWW server.

The scene instances virtually represent an interactive, animated scene, which may be a snapshot representation of a subset of the reality.

The users are able to communicate with each other, using e.g. chat, voice chat, avatar gestures etc.

If the users are not restricted to pure virtual environments (e.g. some holo-deck like installations), i.e. if the users inhabit reality, then the scene instances may augment these realities.

1.2. Mixed Reality Mode (w/wo interception of trajectories)

In MR mode, a multiuser session consists of one, several or many personal scene instances and a server/controller scene instance, allowing the users to collaborate in a scene, which has been downloaded from the WWW server.

The personal scene instances virtually represent an interactive, animated scene, which is a representation of a subset of the reality.

The server/controller scene instance connects the multiuser session with the reality via points of interest/points of interaction. It must be clear that the subset of the reality and the representations of the subset of the reality in the scene instances might not be 100% aligned. This is due to the fact that not everything (every state, every shape, every collateral entity of the subset of the reality, etc.) can be modeled in the representation 100% correctly, nor can it be kept synchronous with the reality in a 100% correct manner.

Hence the reality will often be equalized with a model of the reality. The model of the reality is downloaded via http from the WWW server.

Points of Interaction are entities, that allow bi-directional data exchange between personal scene instances and the reality.

Points of Interest are entities, that allow uni-directional data exchange from the reality to personal scene instances.

The users are able to communicate with each other, using e.g. chat, voice chat, gestures etc.

If the users are not restricted to pure virtual environments (e.g. some holo-deck like installations), i.e. if the users inhabit reality, then the scene instances may augment these realities.

Users, who inhabit reality, may influence the reality directly and hence indirectly impact the representation of the reality within the scene.

1.3. Operating Modes of POIs and Views of Users

Each user may have a different view to the scene. It’s even possible, that a user has more than one view to the scene (this may e.g. happen, when he inhabits more than one personal scene instance).

  1. 3rd person view – such a user will not have the possibility to influence the scene, but he can be connected to the sensors of a POI
  2. pilot view – such a user has the possibility to influence the reality via a POI (he is the pilot of the POI)
  3. real view – the user inhabits the subset of the reality and can interact with the scene without the help of the CP

Each POI operates in one of the following operating modes at a given time

  1. AC/DC Modes
    1. Autonomous Mode/Connected
      the POI may be connected to a pilot, but his influence to the POI is limited
      the sensors of the POI can additionally be connected to 3rd person views
    2. Disconnected Mode
      the POI is not connected to the ITR
  2. Connected Mode
    the POI is controlled by a pilot *)
    the sensors of the POI can additionally be connected to 3rd person views

*) the connection between POI and pilot should be designed in a way, so that a possible outage of the ITR does not influence the controllability of the POI.


Entscheidung für Plan B – Das dritte Kind

Oktober 17, 2014

Liebe Leserinnen und Leser

Wie Ihr wisst, habe ich mich im Rahmen der Erzählung „Das dritte Kind“ mit den technischen Ideen DIGITS und SMUOS/C3P auseinandergesetzt.

Ich habe das so gelöst, dass die erste Hauptfigur – Conrad Peter – eine Allegorie für SMUOS/C3P darstellt und die zweite Hauptfigur – Otto – eine solche für DIGITS.

Der dritte Teil der Erzählung, der sich hauptsächlich mit DIGITS beschäftigt, ist nur im Sinne von einzelnen Fragmenten fertig, aber ich habe jetzt beschlossen, dass ICH mit der Sache fertig bin.

Die letzte Entscheidung, die noch gefällt werden musste, war die für einen der beiden Schlüsse a) oder b).

a) Conrad Peter und Otto sterben den Heldentod und werden in bayerischer Erde begraben
b) Conrad Peter und Otto sterben den Heldentod und nach einer Feuerbestattung wird ihre Asche dem gnädigen Herbstwind übergeben.

Da habe ich mich jetzt sozusagen für „Plan B“ entschieden und überlasse die Asche dem Wind.

Hier nochmal die einzelnen Dokumente:

Lg
Euer Christoph


Begriffe

Oktober 2, 2014

Oft verwenden wir Menschen ein Wort, zum Beispiel „Zeit“, doch wenn wir dann miteinander diskutieren, kommen wir dahinter, dass wir damit die unterschiedlichsten Begriffe meinen.

Denn, je nachdem, welchen Beruf einer hat, oder welchen Werdegang hinter sich, meint er entweder „physikalische Zeit“ oder „philosophische Zeit“ oder „poetische Zeit“ oder „meine Zeit“, „Deine Zeit“, „unsere Zeit“.

Wenn jetzt z.B. ein Theologe, der ja berufsmäßig „die Weisheit mit dem Löffel gefressen haben muss“, weil er ja „mit der Autorität des Lehramtes“ spricht (sprechen muss), versucht, sich „über die Physik zu erheben“ und diese „zu massregeln“, dann ist der Streit vorprogrammiert.

Absolutheitsanspruch ja, aber bitte nur innerhalb Deiner eigenen vier Wände.

Danke

Meint
Euer Christoph


Identität

September 27, 2014

Jede Sekunde sterben im menschlichen Körper geschätzte 50 Millionen Zellen und werden durch neue ersetzt.

Bin ich in einem Jahr noch ich?

Bin ich überhaupt derselbe Mensch, der ich in meiner Jugend war?

Aber auch bei simplen Objekten, wie einem Auto, ist die Frage der Identität des Objektes nicht so einfach zu beantworten, wie man sich denken könnte.

Ersatzteile werden ausgetauscht, Betriebsmittel werden verbraucht, und wenn es nicht die Nummerntafel gäbe, wäre es gar nicht so einfach, die Identität eines Autos festzustellen.

Und sogar die Nummer kann umgemeldet werden.

Wenn wir nicht die Rahmennummer und die Motorblocknummer hätten, wäre das von Natur aus ein schwieriges Unterfangen.

Meint
Euer Christoph


Ist Wahrheit eine Quantität oder eine Qualität

September 13, 2014

Hmmmm, als „gelernter“ Programmierer würde ich sagen:

So, wie es ganzzahlige Werte gibt und wie es Fließkommawerte gibt, so wie es Zeichenwerte und Zeichenkettenwerte gibt, so gibt es auch boole’sche Werte.

Ein boole’scher Wert hat die Eigenschaft, dass er sich im Medium durch ein einzelnes Bit darstellen läßt. Ein Wahrheitswert ist mithin der einfachtste und „kleinste“ aller möglichen Werte, die in Informations- und Kommunikationssystemen verarbeitet werden können.

Als Wert ist er also eindeutig eine Quantität. Eine Quantität, die als Wahrheitseigenschaft zum Beispiel eines Satzes interpretiert werden kann.

Wenn Hegel hingegen von der „Wahrheit, die dem Ding an sich innewohnt“ spricht, dann meint er damit wohl keine Eigenschaft des Dings, denn das Ding kann ja nicht wahr oder falsch sein, es ist ganz einfach seiend.

Mit dieser metaphysischen Wahrheit meint man wohl eher die Tatsache, dass das Ding real ist. In diesem Zusammenhang, wenn man mit der „Wahrheit“ eigentlich die „Realität“ meint, dann ist die Wahrheit wohl eher eine Qualität, denn eine Quantität.

Nix für ungut, bin kein großer Philosoph, sondern nur ein kleiner Programmierer, aber die Sache mit der Wahrheit als Quantität lag mir einfach auf dem Herzen.

Meint
Euer Christoph


Ideen zu haben – Die „echte“ Realität

September 5, 2014

Liebe Leserinnen und Leser

Jetzt hatte ich Euch ja berichtet, dass ich mit meinem Hobby – Projekt SrrTrains v0.01 tatsächlich aufgehört hatte und dass ich auch die zugehörigen Blogs gelöscht hatte.

Weiters hatte ich hier versprochen, dass ich weitere Artikel zur technischen Fragestellung des Projektes schreiben werde.

Was hiermit geschieht.

Jetzt haben wir klargestellt, dass der „Collaboration Server“ (CS) N Instanzen der Simplen Multiuser Szene (SMS) miteinander verbindet, damit alle N User „gemeinsam“ in „derselben“ virtuellen Realität „leben“ können (diese sozusagen „bewohnen“).

Weiters haben wir festgestellt, dass wir im Zuge der Standardisierung auch gewisse Vorgaben über den Inhalt der Szene machen müssen. Wir hatten festgelegt, dass die Szene aus Modulen, Modellen und MIDAS Objekten bestehen soll.

Eine neue, sehr interessante, Frage besteht nun darin, ob man eine SMS nicht mit der „wirklichen“ Realität verbinden kann, die dann eben nicht von Avataren, sondern von Robotern „bewohnt“ wird.

Müßte man nicht bloß die „wirkliche“ Realität als „N+1“-te Instanz in die „virtuelle“ Realität einbinden und diese miteinander synchronisieren?

Z.B.: 2 Leute sitzen im Hobby-Raum vor der „echten“ Modellbahnanlage, weitere 5 Leute können mitspielen, indem sie vor ihrem PC zu Hause sitzen und am Eisenbahnspiel in einer „rein virtuellen“ Umgebung mitspielen.

Gute Frage und eine interessante Aufgabe wäre das.

Meint

Euer Christoph


Drehbuchskizzen – nächste Schritte

September 5, 2014

Nachdem ich Euch jetzt ja mitgeteilt hatte, dass ich mit meinem Software – Hobby – Projekt SrrTrains v0.01 aufgehört hatte, ist nun die Frage, ob ich die gewonnene Zeit nicht nütze, um an den Drehbuchskizzen weiter herumzulaborieren.

Ihr wisst ja, unter https://letztersein.wordpress.com/drehbuchseite ist Version 1.3 des Werkes „Das dritte Kind“ bereits verfügbar:

Das dritte Kind (Version 1.3)

  1. Prolog (Erzählung) – fertig
  2. Freundschaft (Erzählung) – fertig
  3. Die Mission (Fragmente) – muss noch ausgearbeitet werden
    1. Der wahre Gegner
    2. Läuterung
    3. Staffellauf

Nun fehlt im Teil 3.1 „Der wahre Gegner“ zum Beispiel noch das Duell zwischen Otto und Conrad Peter, wo sich der „wahre Gegner“ herauskristallisieren wird (das Duell wird unentschieden ausgehen).

Nun ist die Idee, dass das Duell eine Multiplayer VR Anwendung sein wird, wobei auch gleich die wichtigsten technischen Gedanken vorgestellt werden:

  1. eine Simple Multiuser Szene (SMS) unterscheidet zwischen „Content“ und „Geographischer Infrastruktur“
  2. die „Geographische Infrastruktur“ (GIS) wird frei verfügbar sein (z.B. mit einer Creative Commons)
  3. der „Content“ kann vom Szenenbetreiber nach Belieben lizenziert werden
  4. technisch soll der Unterschied zwischen GIS und Content möglichst klein sein, damit Content je nach Bedarf in die GIS verschoben werden kann

Mal seh’n, wie ich das in der Geschichte unterbringe.

Meint
Euer Christoph


Das Psi und so……

Oktober 19, 2013

Gleich zu Beginn der Hinweis: es geht mal wieder um mein Hobby, nämlich um die virtuelle Modelleisenbahn.

Diese hat jetzt ja einen neuen Namen bekommen („SMUOS“) und ist eigentlich keine Eisenbahn mehr, sondern ein generelles offenes Konzept für 3D Multiuser Szenen.

In dem Dokument, das auf http://smuos.wordpress.com/2011/03/01/smuos-and-the-ietf/ verfügbar ist, habe ich ja bereits im März 2011 eine Architektur vorgeschlagen, an der ich jetzt immer noch feile.

Zuletzt habe ich die Szeneninstanzen (SI) auf persönliche Szeneninstanzen (PSI) „umgetauft“, was schöne Assoziationen ermöglicht.

Hier also das Übersichtsbild (nicht erschrecken, schaut furchtbar kompliziert aus, ist aber nicht einmal so kompliziert wie ein modernes Telefonnetz 😉 )

smuos_sysarch_13

Jetzt haben wir also folgende Ansätze (und ich bitte um fruchtbare Weiterassoziationen).

  • PSI = personal scene instance
  • ITR = interface to reality, enthält das „Modell der Wirklichkeit“
  • WWW-Serv. = WWW Server, enthält das „statische Modell“
  • SCSI = Server/Controller scene instance, enthält das „dynamische Modell“
  • POI = Sensoren und Aktoren, um Wirklichkeit und dynamisches Modell abzugleichen
  • Sensor = point of interest, Aktor = point of interaction

User „bewohnen“ PSIs.

z.B.: User 1 „bewohnt“ PSI 1, User 2 „bewohnt“ PSI 2 und so weiter.

User können mehr als eine PSI bewohnen, sie können auch die „Reality“ bewohnen.

User, die nur die „Reality“ bewohnen, sind aus der Sicht dieses Modells keine „eigentlichen“ User, sondern „kollaterale Entitäten“, die die „virtuelle Wirklichkeit“ nur indirekt beeinflussen können.

Eine PSI stellt nur ein „Bild“ der Wirklichkeit dar aber der User ist trotzdem „mit der Wirklichkeit verbunden“, wenn er nicht „an den Bildern haften bleibt“.

Das „statische Modell“ im ITR ist von einem „Autor“ erstellt worden.

Das POI „ist“ nicht die Wirklichkeit, es ist nur ein „Tor zur Wirklichkeit“.

usw.

Meint
Euer Christoph


Top down, Bottom up

Februar 14, 2013

Vor langer Zeit hat einmal ein dummer Junge folgendes Bild zum Thema „DIGITS und die Anwendungen“ verbrochen:

topbottom

Der Gedanke dahinter war, dass man – ausgehend von einer fiktiven Existenz von DIGITS – sich Gedanken über mögliche Anwendungen machen könnte – sozusagen Top down.

Andererseits ist DIGITS aber eine äußerst kostspielige Angelegenheit und muss sich erst zitzerlweise durch die Anwendungen finanzieren – Bottom up.

Lustig ist in diesem Zusammenhang, dass die Begriffe „Top“ und „Bottom“ hier eigentlich kervehrt verwendet werden, da ja in den üblichen Begriffen von Software- und Netzwerkschichten DIGITS eher einer unteren Schicht zuzuordnen ist und die Anwendungen eher einer oberen Schicht.

Jetzt könnte man trefflich ins Philosophieren kommen, wer hier wen „verursacht“ bzw. „ernährt“. Die Oberschicht die Unterschicht oder die Unterschicht die Oberschicht.

Aus Sicht von DIGITS ist SrrTrains übrigens eine einzige mögliche Anwendung von vielen.

Möchte nur wissen, wie SrrTrains DIGITS ernähren soll, wenn es nicht einmal selber lebensfähig ist 🙂

Aber eigentlich wollte ich ja heute über einen anderen, wenn auch ähnlichen, Kreislauf schreiben

deduktion

In den empirischen Wissenschaften spricht man davon, dass man ausgehend von Erfahrungstatsachen, in einem kreativen Prozess durch sogenannte Induktion ein allgemeines Gesetz (er-)findet, aus welchem man schließlich durch reine logische Schlussfolgerung wieder Einzelfälle vorhersagen kann (Deduktion).

Solange alle Vorhersagen eintreffen, kann man davon ausgehen, dass das allgemeine Gesetz gültig ist, also die „zur Zeit anerkannte Theorie“ darstellt.

Diese Anordnung läßt natürlich jede Menge Schlupflöcher offen für unser allseits beliebtes „kreatives Chaos“.

Denn einerseits können unterschiedliche kreative Köpfe unterschiedliche allgemeine Gesetze zu denselben Tatsachen induzieren (er-finden).

Andererseits hat auch die Deduktion ihre Grenzen.

Wenn man aus einem allgemeinen Gesetz durch „rein logische Schlussfolgerung“ auf einen Einzelfall schliesst, dann heisst das ja, dass man zuvor die „Gesetze der Logik“ als wahr anerkennen muss.

Das ist aber nicht a priori gegeben.

Was ist, wenn jemand der Deduktion keinen Glauben schenkt, weil ihm der Deduzent einfach suspekt ist?

Oder wenn er nicht genügend geistige Kapazität hat, um die „Gesetze der Logik“ überhaupt anzuwenden?

Oder wenn ihm seine Eltern eine „gänzlich andere“ Logik beigebracht haben?

Oder wenn eine Glaubenstatsache dagegen spricht?

Kein ernstzunehmender Atheist würde bezweifeln, dass eine Hostie zwischen Wandlung und Kommunion einfach ein Stück Brot ist.

Aber da gibt es einige unbeugsame Barbaren, die die Gesetze der Logik zum Teufel jagen und darauf bestehen, dass das eben KEIN Brot ist.

Und wie ist das jetzt mit den sogenannten „absoluten“ Wahrheiten? „absolutus“ heißt auf Lateinisch „uneingeschränkt“, „losgelöst“, also sozusagen losgelöst von den Umständen IMMER und ÜBERALL gültig.

Wobei es hier noch eine zusätzliche Feinheit gibt:

Wenn wir nämlich einmal davon ausgehen, dass Wahrheit immer eine Eigenschaft eines Satzes ist, dass man also den Begriff Wahrheit nicht denken kann ohne den Begriff eines Satzes, auf den sich die Wahrheitseigenschaft bezieht,

dann haben wir mit dem Umstand zu tun, dass ein Satz von einem JEMAND entweder GESENDET (gesprochen, geschrieben) oder EMPFANGEN (gehört, gelesen) werden kann.

Von einer ABSOLUTEN Wahrheit müßte man nun fordern, dass der Satz auf den sie sich bezieht, IMMER UND ÜBERALL wahr ist, ganz egal, WER ihn SENDET und/oder WER ihn EMPFÄNGT.

Für einen braven Katholiken ist es jetzt also eine absolute Wahrheit, dass eine Hostie zwischen Wandlung und Kommunion KEIN Brot ist, für einen braven Atheisten hingegen ist das eine absolute Falschheit, denn für ihn ist es definitiv Brot.

Man ist geneigt zu sagen: hoffentlich gibt es bitte nicht allzuviele „brave“ Menschen, denn sonst ist der totale Krieg unausweichlich.

Der Trick ist eben das Wort „für“.

„Für“ einen braven Katholiken ist dies eine absolute Wahrheit, „für“ einen braven Atheisten ist jenes (das Gegenteil) eine absolute Wahrheit.

Ein logischer Widerspruch, den wir nur mit Hilfe von Toleranz, Einfühlsamkeit und Kompromissbereitschaft lösen können.

Denn der brave Katholik muss es halt akzeptieren, dass „seine“ absolute Wahrheit „in Wirklichkeit“ gar keine absolute Wahrheit ist, sondern nur „für ihn“.

Er soll sich selbst nicht für „die Wirklichkeit“ halten, denn auch er lebt nur in „(s)einer Virtuellen Realität (VR)“.

Das muss jetzt nicht heissen, dass es „überhaupt keine Realität“ gibt, nein, ich meine nur, dass wir alle nur „durch unsere voreingenommene VR“ einen Blick auf die „wirkliche“ „Wirklichkeit“ erhaschen, dass wir nur ein „Modell der Wirklichkeit“ in unserem Kopf haben.

Ist übrigens keine neue Erkenntnis, siehe Höhlengleichnis, und auch Kohelet hat ja schon gesagt: „Es gibt nichts Neues unter der Sonne“.

Was wieder einen schönen abgerundeten Schluß ergibt.

Meint
Euer Christoph


Positions- und Lagebestimmung

Mai 15, 2012

Hallo liebe Leute

In meiner Erzählung „Das dritte Kind“ geht es im zweiten Teil auch um ein Go-Kart Rennen, das der Held der Geschichte mit Hilfe einer Mixed Reality/Virtual Reality Anordnung aus einem weit entfernten Zugsabteil mitfährt.

So weit so gut, literarisch beschreiben kann man das ja alles, wenn man sich nicht um technische Details kümmert.

Und in der Erzählung habe ich die technischen Details bewußt weggelassen, weil ich selber keinen blassen Dunst habe, ob und wenn ja wie solch eine Anordnung überhaupt möglich sein könnte.

Am Schwierigsten wird es wohl sein, die Position und Geschwindigkeit der realen Go-Karts in das dynamische Modell des 3D-Games zu übertragen.

Hier habe ich folgende Vorschläge und wollte um Eure Meinung dazu bitten.

  1. Jedes Go-Kart misst die eigene Position und Geschwindigkeit. Diese wird DIREKT an das Spiel weitergegeben
  2. C-3PO (der „Avatar“ des Burschen) misst Positionen und Geschwindigkeiten mit seinen Videokameras und einer entsprechend intelligenten Bilderkennung (nennen wir es „Motion Capture“)
  3. Der Bursche hat sich in alle Überwachungskameras eingehackt und benützt eine intelligente Bilderkennung, um Positionen und Geschwindigkeiten festzustellen (ebenfalls Motion Capture)
  4. Die Go-Karts messen selber ihre Positionen und Geschwindigkeiten und tauschen diese miteinander aus. C-3PO bekommt diese Information über das Datenkabel, durch das er mit dem Go-Kart verbunden ist und gibt sie an das Spiel weiter

Bin schon gespannt auf die Kommentare.

Lg
Christoph