Wie wirklich ist die Wirklichkeit?

In letzter Zeit werden immer wieder einige neue Begriffe verwendet, so zum Beispiel „virtual reality“, „augmented reality“ und „mixed reality“.

Was hat man sich darunter vorzustellen?

Unter einer „virtual reality“ kann man sich ja noch einiges vorstellen.

Im althergebrachten Fall ist es eine „virtual reality“, wenn ich ein Buch lese. Durch das Lesen „versetze“ ich mich selbst in eine „andere“ Wirklichkeit, in eine Wirklichkeit, die nicht „wirklich“ existiert, sondern nur „virtuell“.

Das heisst nicht, dass diese Wirklichkeit unschärfer sein muss.

Über die Gedankengänge eines James T. Kirk, der nur virtuell existiert, ist mehr bekannt, als über die Gedankengänge von Napoleon, der real existiert hat.

Die heutige Computertechnik ermöglicht es uns, virtuelle Welten zu erstellen, die es möglich machen, sich in diese Welt zu versetzen, ohne allzu viel Phantasie aufwenden zu müssen, da die Simulationen schon sehr realitätsnah sind. Wir sprechen von photorealistischer 3D-Graphik.

Der Begriff der „augmented reality“ ist eindeutig im militärischen Bereich entstanden. Denken wir nur an ein HUD (heads up display), welches einem Piloten in einem Kampfflugzeug diverse Informationen in sein Sichtfeld einblendet, die es ihm ermöglichen, das Gesehene und Gehörte besser und einfacher zu interpretieren.

Bei der „augmented reality“ lebe ich also nach wie vor in der „echten“ Realität, die Computertechnik „verbessert“ diese Realität aber dahingehend, dass ich Dinge wahrnehmen kann, die ich ohne Computertechnik nicht wahrnehmen könnte.

Mit der „mixed reality“ hatte ich immer schon Verständnisschwierigkeiten. Ich konnte mir darunter nichts genaues vorstellen.

Dann kam ich dahinter: mit „mixed reality“ kann man verschiedene Dinge meinen. Einerseits ist der Übergang von „augmented reality“ zu „mixed reality“ ein fließender. Denn die „augmented reality“ hilft mir, reale „Entitäten“ besser zu erkennen, während die „mixed reality“ neue, virtuelle, Entitäten sozusagen „zur Wirklichkeit hinzufügen kann“.

Andererseits kann mit „mixed reality“ gemeint sein, dass man zwei oder mehr „Wirklichkeiten“ gleichzeitig „bewohnt“.

All das habe ich versucht, in der „Beschreibung des konzeptionellen Protokolls C3P (Collaborative 3D Profile)“ zu berücksichtigen.


1. Modes of Operation of C3P

Personal scene instances are inhabited by users.

Each user can inhabit more than one personal scene instance and he can additionally inhabit the reality.

The scene instances synchronize each other via the connectivity platform.

C3P connects the connectivity platform with the scene instances, in a star environment.

sysarch1

Legend:
PSI……..Personal Scene Instance
SCSI…….Server/Controller Scene Instance
ITR……..Interface To Reality
POI……..Point of Interest/Point of Interaction
C3P……..Collaborative 3D Profile

1.1. Virtual/Augmented Reality

1.1.1. Singleuser VR Mode (w/wo interception of trajectory)

In SVR mode, a multiuser session consists of one and only one personal scene instance, which may have been downloaded from a WWW server.

The scene instance virtually represents an interactive, animated scene, which may be a snapshot representation of a subset of the reality.

If the user is not restricted to a pure virtual environment (e.g. some holo-deck like installation), i.e. if the user inhabits reality, then the scene instance may augment this reality.

1.1.2. Multiuser VR Mode (w/wo interception of trajectories)

In MVR mode, a multiuser session consists of several or many personal scene instances, allowing the users to virtually collaborate in a virtual scene, which may have been downloaded from a WWW server.

The scene instances virtually represent an interactive, animated scene, which may be a snapshot representation of a subset of the reality.

The users are able to communicate with each other, using e.g. chat, voice chat, avatar gestures etc.

If the users are not restricted to pure virtual environments (e.g. some holo-deck like installations), i.e. if the users inhabit reality, then the scene instances may augment these realities.

1.2. Mixed Reality Mode (w/wo interception of trajectories)

In MR mode, a multiuser session consists of one, several or many personal scene instances and a server/controller scene instance, allowing the users to collaborate in a scene, which has been downloaded from the WWW server.

The personal scene instances virtually represent an interactive, animated scene, which is a representation of a subset of the reality.

The server/controller scene instance connects the multiuser session with the reality via points of interest/points of interaction. It must be clear that the subset of the reality and the representations of the subset of the reality in the scene instances might not be 100% aligned. This is due to the fact that not everything (every state, every shape, every collateral entity of the subset of the reality, etc.) can be modeled in the representation 100% correctly, nor can it be kept synchronous with the reality in a 100% correct manner.

Hence the reality will often be equalized with a model of the reality. The model of the reality is downloaded via http from the WWW server.

Points of Interaction are entities, that allow bi-directional data exchange between personal scene instances and the reality.

Points of Interest are entities, that allow uni-directional data exchange from the reality to personal scene instances.

The users are able to communicate with each other, using e.g. chat, voice chat, gestures etc.

If the users are not restricted to pure virtual environments (e.g. some holo-deck like installations), i.e. if the users inhabit reality, then the scene instances may augment these realities.

Users, who inhabit reality, may influence the reality directly and hence indirectly impact the representation of the reality within the scene.

1.3. Operating Modes of POIs and Views of Users

Each user may have a different view to the scene. It’s even possible, that a user has more than one view to the scene (this may e.g. happen, when he inhabits more than one personal scene instance).

  1. 3rd person view – such a user will not have the possibility to influence the scene, but he can be connected to the sensors of a POI
  2. pilot view – such a user has the possibility to influence the reality via a POI (he is the pilot of the POI)
  3. real view – the user inhabits the subset of the reality and can interact with the scene without the help of the CP

Each POI operates in one of the following operating modes at a given time

  1. AC/DC Modes
    1. Autonomous Mode/Connected
      the POI may be connected to a pilot, but his influence to the POI is limited
      the sensors of the POI can additionally be connected to 3rd person views
    2. Disconnected Mode
      the POI is not connected to the ITR
  2. Connected Mode
    the POI is controlled by a pilot *)
    the sensors of the POI can additionally be connected to 3rd person views

*) the connection between POI and pilot should be designed in a way, so that a possible outage of the ITR does not influence the controllability of the POI.

8 Responses to Wie wirklich ist die Wirklichkeit?

  1. hansarandt sagt:

    Am besten gefällt mir der AC/DC Code, da ist Musik drinn, die ich mag. Ich beschäftige mich auch gerade mit Realität und Wirklichkeit auf ganz andere Weise hier:
    https://hansarandt.wordpress.com/2014/12/29/wie-kann-die-wirklichekeit-vernunftig-sein/

  2. Yeti sagt:

    Ja, eine Theorie zu verstehen, zu akzeptieren, heisst ja nicht nur, sich „an die Erklärung zu gewöhnen“, sondern es heisst, dass man sie erfolgreich „in das eigene Weltbild eingebaut hat“.

    Wenn eine Mehrheit der Menschen daran glaubt, dass der böse Dämon Huitzipochtli das Wetter erschafft, dann ist das eine vernünftige Wahrheit.

    Wenn man gute Argumente hat, nicht daran zu glauben, und wenn man eine – in den eigenen Augen – bessere Erklärung hat, ist man verpflichtet, missionieren zu gehen.

    A propos AC/DC: das passt hier besonders gut, weil AC/DC einen ihrer größten Erfolge in den 80er Jahren hatten, und zwar mit „back in black“ 😉

  3. Kardinal Novize Igor sagt:

    Die Frage nach der „Wirklichkeit der Wirklichkeit“ lässt sich, denke ich, nicht ausschließlich über den virtuell-real-Gegensatz beantworten und auch nicht über die Struktur des Virtuellen, sondern auch über die Frage, wie interessant das ist (für den einzelnen oder die Allgemeinheit), was in diesen Realitäten gezeigt wird.

    Das ist auch das Problem an der „militärischen“ Sichtweise: Für die ist „alles“ interessant, weil „überall“ Krieg sein kann.

    Den Militär interessieren zb. Berge, aber als nur als topographische Gegeben: als Hindernisse, Schutzwälle, etc.

    Den Lyriker interessieren aber die Berge als Entität des Schönen; er errfreut sich an der Weite, dem Sonnenaufgang am Gletscher, der Luftigkeit, ja der „Luft“ an sich. Den Lyriker wird eine bloße topographische Koordinatensammlung kaum interessieren – der vertieft sich auch in das scheinbar Nebensächliche – den einen Felsen da, den frischen Almgeruch dort……

    …..und wird daher in der bloß militärisch genutzten und darauf optimierten „augmented reality“ bloß ein Ding der Angst und der macht sehen…..

    LG KNI

    • Yeti sagt:

      Tja, das ist halt das Problem, der Unterschied zwischen Natur und künstlicher Wirklichkeit.

      Die Natur ist von selbst da – gratis -, wenngleich wir sie pflegen müssen, um sie zu erhalten.

      Die virtuellen Welten müssen von jemandem programmiert werden, und der macht das meistens nicht gratis.

      Da nunmal das Militär – zumindest in Amerika – am meisten Geld hat, ist es logisch, dass militärische Anwendungen zuerst da sind (waren).

      Aber man kann sich jede Menge nicht-militärischer Anwendungen von virtual, mixed und augmented reality ausdenken.

      Da sollte man dann meiner Meinung strikt unterscheiden zwischen „geographischer Infrastruktur“ (GIS), welche von der öffentlichen Hand garantiert werden sollte, und „Content“, welcher den Gesetzen der Marktwirtschaft unterworfen sein sollte.

      Weiters sollte es möglich sein, Objekte vom „Content“ in die „GIS“ zu verschieben, wenn sie bereits abgeschrieben sind.

  4. Kardinal Novize Igor sagt:

    Ich glaube auch, dass das Militär mit diesen 3D-Projekten angefangen hat.

    Wie man aber sieht, ist diese Technologie bereits in den privaten Bereich vorgestossen (3D Games, Google World etc.)

    Damit stellt sich aber bereits jetzt die Frage nach dem privaten Nutzen, und wie man „Schönes“ damit machen kann.

    Kann man Schönes damit machen? Wenn ja, was? Diese Fragen scheinen mir interessant.

    Oder kann man nichts schönes damit tun? Auch eine wichtige Frage.

    Sollte zweiteres der Fall sein, hätte ich auch kein Problem damit, bleib ich halt in dieser Realität!

    Ah ja, ein schönes fiele mir ein (ich hätts halt gern): einen riiiieeesigen gotischen Dom basteln, in dem ich mich bewegen kann!

    LG KNI

    • hansarandt sagt:

      Wie wäre es mit einem Besuch in Köln, Wien, Starßburg oder Münster? Auch Krakau kann ich sehr empfehlen. Ist halt nicht virtuell aber auch schön

      • Yeti sagt:

        Ich könnte mir vorstellen, dass es Sinn macht, im Rahmen des Architekturstudiums einige echte(!) gotische Dome virtuell(!) zu besuchen.

        Wenn man das im Rahmen einer Multiuser-Szene macht, könnte man gleich die architektonischen Details mit dem Herrn Dozenten besprechen und diskutieren.

        Der echte(!) Besuch eines echten(!) Domes läßt sich durch einen virtuellen(!) Besuch natürlich nicht komplett ersetzen, aber man könnte mit geringeren Kosten mehr Bauwerke „durchnehmen“.

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