Vater, Sohn und Hl. Geist

März 11, 2018

Heute geht was weiter.

Nach den Postings

geht’s jetzt endlich „ans Eingemachte“ 🙂

Der Vater, der Sohn und der Hl. Geist

Die Hl. Kirche lehrt uns, dass der Mensch aufgrund seiner Vernunft in der Lage sein müsste, Gott von selbst zu erkennen.

Zum Beispiel können wir durch vernünftige Analogiebetrachtungen erkennen, dass es ein Geschöpf nur geben kann, wenn es einen Schöpfer gibt. So, wie wir Menschen pausenlos schöpferisch tätig sind, muss es auch einen Schöpfer geben, der uns erschaffen hat.

Andernfalls wären wir selber Gott, was nicht sehr glaubwürdig klingt in anbetracht mannigfaltiger Unzulänglichkeiten.

Wir können auch die – zumindest teilweise vorhandenen – Voll­kom­menheiten und die Schönheit der Geschöpfe zum Anlass nehmen, auf einen vollkommenen, allerschönsten Schöpfer zu schließen.

Das Werk ist niemals über dem Meister.

Dennoch, obwohl wir eigentlich zur Gotteserkenntnis fähig sind, ist unser Geist verdunkelt und schwach und es bedurfte der endgültigen Offenbarung Gottes durch den Sohn Jesus Christus.

Was können wir über Gott lernen, wenn wir auf die Worte Jesu hören?

Nun, Jesus hat eine ganze Menge Gleichnisse erzählt, mit dem Inhalt „Mit dem Himmelreich ist es wie mit……“, und es wird überliefert, dass Jesus „lehrte wie einer, der Vollmacht hat“.

Die zentrale Überlieferung ist die, dass der auferstandene Jesus seinen Jüngern aufgetragen hat, die Menschen „auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Hl. Geistes zu taufen“:

Mt 28,16 Die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, den Jesus ihnen genannt hatte.

Mt 28,17 Und als sie Jesus sahen, fielen sie vor ihm nieder. Einige aber hatten Zweifel.

Mt 28,18 Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde.

Mt 28,19 Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes,

Mt 28,20 und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.

Wir können also – weil es Jesus offenbart hat – davon ausgehen, dass Gott wirklich der Vater, der Sohn und der Hl. Geist ist.

Real.

Also keine Diskussion notwendig.

Trotzdem sind wir neugierig und wollen wissen, ob diese Offen­ba­rung mit unserem bisherigen Weltbild übereinstimmt.

Auch die Kirche hat sich in den ersten Jahrhunderten ihres Bestehens ernsthaft theologisch bemüht, bis sie im Wesentlichen folgende Formu­lierung gefun­den hat.

Die Dreifaltigkeit ist ein Gott in drei Personen. Jesus Christus ist eine dieser drei Personen. Er hat eine göttliche Natur und eine Menschennatur.

Mit den drei Personen in einem Gott hat unser Modell kein Problem. Innerhalb des „Urgrunds“ können Identitäten andere Identitäten enthalten („das Universum ist nicht flach“ führt uns auf diese Fährte).

Ein Ehepaar besteht aus zwei Personen. Eine Familie kann aus drei, vier oder noch mehr Personen bestehen. So einfach ist das.

Ein Mysterium hingegen ist das menschliche Leben Jesu Christi. Wir werden gleich sehen, warum.

Wenn wir mit Gott in Kontakt treten, bzw. wenn er mit uns in Kon­takt tritt, dann haben wir es tatsächlich mit drei verschiedenen „Partnern“ zu tun.

Einerseits ist da das, was die „Welt im Innersten zusammenhält“, und an dem wir durch unsere Seele einen „gewissen Anteil“ haben. Das ist die „Liebe Gottes“, die man auch als „Hl. Geist“ bezeichnen kann.

Der Hl. Geist ist meines erachtens am leichtesten zu entdecken von allen dreien.

Dann ist da der Sohn, über den im Prolog des Johannes-Evangeliums so schöne Worte geschrieben stehen:

Joh 1,1 Im Anfang war das Wort, / und das Wort war bei Gott, / und das Wort war Gott.

Joh 1,2 Im Anfang war es bei Gott.

Joh 1,3 Alles ist durch das Wort geworden / und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist.

Joh 1,4 In ihm war das Leben / und das Leben war das Licht der Menschen.

Joh 1,5 Und das Licht leuchtet in der Finsternis / und die Finsternis hat es nicht erfasst.

Joh 1,6 Es trat ein Mensch auf, der von Gott gesandt war; sein Name war Johannes.

Joh 1,7 Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kommen.

Joh 1,8 Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht.

Joh 1,9 Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, / kam in die Welt.

Joh 1,10 Er war in der Welt / und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht.

Joh 1,11 Er kam in sein Eigentum, / aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.

Joh 1,12 Allen aber, die ihn aufnahmen, / gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, / allen, die an seinen Namen glauben,

Joh 1,13 die nicht aus dem Blut, / nicht aus dem Willen des Fleisches, / nicht aus dem Willen des Mannes, / sondern aus Gott geboren sind.

Joh 1,14 Und das Wort ist Fleisch geworden / und hat unter uns gewohnt / und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, / die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, / voll Gnade und Wahrheit.

Joh 1,15 Johannes legte Zeugnis für ihn ab und rief: Dieser war es, über den ich gesagt habe: Er, der nach mir kommt, ist mir voraus, weil er vor mir war.

Joh 1,16 Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, / Gnade über Gnade.

Joh 1,17 Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben, die Gnade und die Wahrheit kamen durch Jesus Christus.

Joh 1,18 Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht.

Ohne den Logos, also ohne Ihn, gäbe es uns nicht. Er ist der, der den Willen des Vaters umsetzt und das Universum „in die Gänge bringt“.

Man kann sich das bildlich vorstellen wie den „Jungbauern“ auf einem Bauernhof, der „im Namen des Vaters“ den Hof managed.

Man verzeihe mir dieses allzu menschliche Bild.

Und er ist es auch, der sich persönlich darum kümmert, wenn es Pro­bleme gibt und dann – dem Vater gegenüber – die Schuld auf sich nimmt.

Der Vater.

Er ist der, der seinen Willen immer durchsetzen kann, der allwissende, der allmächtige, der allbarmherzige.

Jesus sagt: „Niemand kommt zum Vater, ausser durch mich.“

Obwohl die drei so unterschiedlich sind, dass man sie tatsächlich als drei Personen ansprechen kann, sind sie doch „ein Herz und eine Seele“.

Sie sind so sehr „ein Herz und eine Seele“, dass ihre Liebe eben eine eigene Person ist. Im Gotteslob gibt es sogar ein „Gebet zum Hl. Geist“ und zu Pfingsten gibt es das „Komm‘ Hl. Geist“.

Und, jetzt halb scherzhaft, halb ernst: Gott ist nie alleine. Wenn jemand behauptet, Gott hätte die Welt aus Einsamkeit erschaffen, dann ist das ein blanker Unsinn.

Dann eher schon aus Übermut und überschäumender Großzügigkeit, letzten Endes aber aus Liebe.

Aber zurück zum Mysterium des Lebens Jesu:

Die Kirche lehrt, wie gesagt, dass Jesus eine Person ist, die zwei Naturen hat, eine menschliche und eine göttliche.

Wenn ich Jesus Christus also in eines meiner Schichtdiagramme einzeichnen wollte – was ich eh‘ nicht will – dann müßte ich eine Wesenheit zeichnen, die „innerhalb des Universums“ und „ausserhalb des Universums“ gleichzeitig ist. Die also sowohl den Gesetzen der Physik gehorcht, gleichzeitig aber der Gesetzgeber der Physik wäre.

Das wäre so, wie wenn sich eine Zweidrittelmehrheit im Parlament gleichzeitig an die Gesetze halten würde.

Aus menschlicher Sicht unverständlich.

Meint

Euer Christoph


Die Schöpfung ist nicht flach

März 10, 2018

Und noch ein Kapitel. Die anderen Büchlein hier.

Die Schöpfung ist nicht flach

Nach Dr. Google gibt es zur Zeit ca. 194 bis 206 Staaten auf der Erde.

Diese – an sich willkürliche – Einteilung des menschlichen Lebens­raums hat sich im Großen und Ganzen als nützlich erwiesen, leistet aber doch einer gewissen Gesinnung Vorschub, die zur Zeit wieder ganz groß im Kommen ist.

Es ist dies der Nationalismus bzw. Regionalismus, kurz formuliert die Gesinnung „wir sind die Guten“.

Aber sind wir wirklich „die Guten“? Lesen wir den Römerbrief des Hl. Paulus. Dort steht geschrieben „alle haben gesündigt“.

Röm 3,21 Jetzt aber ist unabhängig vom Gesetz die Gerechtigkeit Gottes offenbart worden, bezeugt vom Gesetz und von den Propheten:

Röm 3,22 die Gerechtigkeit Gottes aus dem Glauben an Jesus Christus, offenbart für alle, die glauben. Denn es gibt keinen Unterschied:

Röm 3,23 Alle haben gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verloren.

Röm 3,24 Ohne es verdient zu haben, werden sie gerecht, dank seiner Gnade, durch die Erlösung in Christus Jesus.

Röm 3,25 Ihn hat Gott dazu bestimmt, Sühne zu leisten mit seinem Blut, Sühne, wirksam durch Glauben. So erweist Gott seine Gerechtigkeit durch die Vergebung der Sünden, die früher, in der Zeit seiner Geduld, begangen wurden;

Röm 3,26 er erweist seine Gerechtigkeit in der gegenwärtigen Zeit, um zu zeigen, dass er gerecht ist und den gerecht macht, der an Jesus glaubt.

Röm 3,27 Kann man sich da noch rühmen? Das ist ausgeschlossen. Durch welches Gesetz? Durch das der Werke? Nein, durch das Gesetz des Glaubens.

Röm 3,28 Denn wir sind der Überzeugung, dass der Mensch gerecht wird durch Glauben, unabhängig von Werken des Gesetzes.

Röm 3,29 Ist denn Gott nur der Gott der Juden, nicht auch der Heiden? Ja, auch der Heiden,

Röm 3,30 da doch gilt: Gott ist «der Eine». Er wird aufgrund des Glaubens sowohl die Beschnittenen wie die Unbeschnittenen gerecht machen.

Röm 3,31 Setzen wir nun durch den Glauben das Gesetz außer Kraft? Im Gegenteil, wir richten das Gesetz auf.

Aber abgesehen davon, dass Gruppendenken einfach nur blöd ist und von einem Minderwertigkeitskomplex zeugt, so ist es ausserdem technisch gar nicht möglich, sich abzugrenzen.

Einerseits ist das Universum nicht flach. Neben der Einteilung in Staaten gibt es noch die Einteilung in Staatenbünde, Kontinente, darüber hinaus Planeten, Sonnensysteme und Galaxien.

Andererseits überlappen die verschiedenen Gruppen einander.

Wenn ich ein Brillen tragender Mann bin, kann ich nicht sagen „alle Frauen sind doof, alle Männer klug, alle Brillenträger klug und alle Brillenlosen doof“. Ich würde mir bei der ersten Brillenträgerin oder beim ersten brillenlosen Mann widersprechen.

Wenn ich sage: „Alle Ausländer sind böse“, dann dürfte ich nie nach Deutschland fahren, weil ich dann plötzlich böse wäre.

Unlogischer Quatsch, sowas, meint

Euer Christoph


Noch zwei Kapitel

März 10, 2018

Hier noch die Entwürfe für die nächsten beiden Kapitel des zehnten „kleinen religiösen Büchleins“ mit dem Titel „vom Leben“. Mit der Bitte um Kommentare.

Alle anderen Kapitel und alle anderen Büchlein hier.

Von der Schöpfung und von Gott

Im letzten Kapitel haben wir uns Gedanken gemacht, in welchen Beziehungen Wesen und Dinge zueinander stehen können.

Wir haben gelesen von den Möglichkeiten, die Dinge anbieten, und die von anderen Dingen oder von Menschen mit Hilfe ihrer Sinne und Fähigkeiten genützt werden können.

Wir haben uns auch überlegt, wie die Kommunikation zwischen geistbehafteten Wesen und Geistwesen vor sich gehen könnte, wie man das modellieren könnte.

Aber wie ist das nun mit der Entstehung und mit der Vernichtung von Dingen und Wesenheiten.

Wie wird ein Ding oder eine Wesenheit „ins Leben gerufen“ und wie wird es dann wieder vernichtet?

Kann es überhaupt vernichtet werden?

Immerhin bleiben seine Auswirkungen auf ewig bestehen.

Wenn sich das Wetter und ein Berg gemeinsam „entschließen“, eine Lawine hervorzubringen, dann entsteht ein neues Ding – nämlich die Lawine an sich.

Diese existiert aber nicht lange. Nach kurzer Zeit wird aus ihr ein Lawinenkegel, der spätestens im Frühjahr wieder verschwunden ist.

Trotzdem ist die Lawine ein „Ding an sich“ und wir können darüber philosophieren.

Ist die Lawine wirklich ein „Ding an sich“? Ist diese Grenzziehung zwischen Berg und Lawine nicht vollkommen willkürlich? Vom Menschen gemacht? Ist das nicht alles ein einziges „vor sich hin waberndes Universum“, in dem der Mensch willkürlich Grenzen zieht?

Wir wollen jetzt behaupten: es ist Gott, der das „Wesen“, die „Seele“, aller Dinge und Wesenheiten „ins Leben ruft“. Er hat aber gewissen Dingen und Wesenheiten die Macht gegeben, andere Dinge und Wesenheiten „hervorzubringen“ und teilweise auch wieder zu vernichten.

Wir reden heute alle vom „Konsum“, also von der „Vernichtung“ von Wesenheiten (lat. consumare = „vollständig nehmen“, „vernichten“), aber eigentlich sollte die „Schöpfung“ und die „Vernichtung“ von Wesenheiten in einem schönen Gleichklang zueinander stehen.

Physik kann man erst betreiben, nachdem man Modellbildung betrieben hat. Erst nach Ziehung von Grenzen und nach Definition von Entitäten kann man physikalische Gesetze beschreiben.

Wir haben in der Physik auch keine Schöpfungs- oder Vernich­tungs­sätze, sondern Erhaltungssätze (bitte mich zu korrigieren, falls das nicht stimmt).

Wir haben einen kombinierten Masse- und Energieerhaltungssatz, der zwar beschreibt, dass man Energieformen ineinander überführen kann, der aber nicht erklärt, wo die Energie ursprünglich hergekommen ist.

Wir haben einen Impulserhaltungssatz, der zwar erklärt, dass die Bewegungsgröße im Universum konstant ist, der aber nicht erklärt, woher die Bewegung gekommen ist.

Und wie das mit der Information in der Informationstechnologie ist, ob es also auch einen „Informationserhaltungssatz“ gibt, das wissen wir noch nicht.

Die Evolutionstheorie erklärt zwar, wie und warum Arten sich weiterentwickeln, warum Arten aussterben und neu entstehen, aber am prinzipiellen Verhältnis zwischen Geist, Materie und Seele hat sich dadurch ja nichts geändert.

Es spricht also aus wissenschaftlicher Sicht nichts dagegen, und es ist sogar vernünftig, in unserem Schichtdiagramm eine Schicht „-1“ einzuführen, die noch unter der Physik liegt, an deren Gesetze sich also auch die Physik zu halten hat. Wir wollen diese unterste Schicht als „den Urgrund“ bezeichnen, in dem „die Seele“, also „das Wesen“ aller Dinge und ihre „Identität“ liegt.

Mit „Identität“ meine ich den „Namen, bei dem Gott dieses Ding gerufen hat“, also „die Seele“.

Wenn unser Modell im Geist (MiG) gut mit diesem Modell der Natur übereinstimmt, das „Gottes Modell“ ist, das also die „Realität an sich“ ist, dann werden wir glücklich und zufrieden leben können.

Wenn unser „Modell im Geist“ von der „Wahrheit“ abweicht, dann werden wir unglücklich, unrund, irre. Wir leben dann im Irrtum und in der Gottesferne. Das tut weh.

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Jetzt wissen wir auch, dass meine Schichtmodelle absolute Überheblichkeit sind. Denn ich zeichne hier Modelle, die sich anmaßen der „Wahrheit“ zu entsprechen, nämlich dem „Modell Gottes“.

Insoferne ist das alles Tinnef.

Meint

Euer Christoph

Von der Hierarchie der Schichten

Jeder Informatiker weiss: Die untere Schicht ist die notwendige Voraussetzung für die darüber­liegende Schicht.

Es ist also die darunterliegende Schicht, die die darüberliegende Schicht „hervorbringt“, damit dann die darüberliegende Schicht die darunterliegende Schicht benützen kann.

In einer Cloud zum Beispiel beauftragt der Cloud Manager die Cloud Infrastructure, dass diese eine Virtual Machine kreiert.

Danach beauftragt er die Virtual Machine, dass diese die Applikation installiert und startet.

Die Applikation benützt dann die Virtual Machine, um mit anderen Applikationen zu kommunizieren.

Der Cloud Manager steht also „über“ der Applikation, er befiehlt aber der Schicht „unter“ der Applikation, die Applikation zu kreieren.

Können wir daraus etwas für unser Leben lernen?

Na ja. Es ist eine Glaubensfrage, ob wir daran glauben, dass Gott der Herr es ist, der „ins Leben ruft“, also die Seele eines jeden Dings und Wesens „aus dem Urgrund hervorbringt“. Der also seine Identität erschafft.

Aus wissenschaftlicher Sicht ist es genauso gut möglich, dass die Formen im Universum mehr oder weniger zufällig entstanden sind und dass WIR es sind, die das Universum dann noch einmal – in unserem Geist – erschaffen.

Aber eines können wir lernen: um die Voraussetzungen für Leben zu schaffen – bei der Zeugung eines Kindes – müssen wir zurück zu den „unteren Schichten“, zu den Trieben und zur puren Physik. Wir müssen „es mal laufen lassen“ und „unser Gehirn ausschalten“.

Alles andere ist widernatürlich.

Meint

Euer Christoph


Geist

März 10, 2018

Jetzt ist das nächste Kapitel im „zehnten kleinen religiösen Büchlein“ fast fertig (fehlen noch Reaktionen auf evtl. Kommentare). Alle anderen Kapitel und die anderen Büchlein findet man auf der Büchlein-Page.

Doch jetzt zum neuen Text:

Geist

Im letzten Kapitel ging es um die Liebe und um die Liebe geht es eigentlich immer im Leben.

Aber was ist jetzt eigentlich das „Wesen des Lebens“? Kann man Leben definieren?

Soviel ich weiss, gibt es in der Biologie einen Katalog von einigen zig Kriterien, die zutreffen, wenn es um Leben geht.

Ich mache es mir einfacher und werde nur über das menschliche Leben und nur über den Geist schreiben.

Denn geistbehaftete Wesen sind die interessantesten Lebewesen.

Aber gibt es neben den geistbehafteten Wesen auch reine Geistwesen? Also Wesen, die nicht aus Materie, sondern nur aus Geist bestehen? Kann so ein Wesen real existieren? Und wenn es existiert, was kann man darüber aussagen?

Darüber wollen wir jetzt ein wenig meditieren. Ich möchte dazu die Technik der sogenannten „Protokoll-Stapel“ einsetzen.

In solchen Diagrammen zeichnet man Instanzen, also Wesen­heiten nebeneinander und zerlegt jede Instanz in Schichten. Innerhalb einer Instanz können jeweils benachbarte Schichten miteinander inter­agie­ren. Die obere Schicht „benützt“ dabei die untere Schicht um indirekt mit der „Partner“-Schicht im „Gegenüber“ über ein „Protokoll“ zu „kom­mu­nizieren“.

Die untere Schicht ist eine „notwendige Voraus­setzung“ für die obere.

Schichten zweier Instanzen, die auf gleicher Höhe liegen, können – wie gesagt – miteinander „kommunizieren“, indem sie ein „Protokoll“ verwenden, welches auf den unteren Schichten „aufbaut“.

Nehmen wir zum Beispiel den Fall, dass ein Mensch mit einem Stein interagiert, dann können wir das wie folgt modellieren:

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Der Mensch und der Stein sind Teile des Universums, darum gehorchen sie den Gesetzen der Physik. Das ist sozusagen die „nullte“ Schicht unseres Schichtdiagrammes.

Jede Interaktion zwischen dem Menschen an sich und dem Stein an sich ist letzten Endes ein physikalischer Prozess, der den Gesetzen des Universums gehorcht. Deshalb ist die horizontale Linie in der „nullten“ Schicht durchgezogen und die andere Linie strichpunktiert.

Mit seinen „Sinnen und Fähigkeiten“ „begreift“ der Mensch den Stein an sich. Diese Schicht ist schon abstrakter alls die physikalische Schicht. Wenn wir in dieser Schicht zum Beispiel einen „Stein in die Hand nehmen“, dann bedeutet das eine weitaus kompli­ziertere Anor­d­nung von Prozessen in der nullten Schicht: Arm bewe­gen, bis die Hand den Stein berührt, Finger krümmen. Arm wieder einholen usw.

Diese Schicht – die Schicht der Sinne und Fähigkeiten – werden wir später manchmal zerlegen in die sogenannten „sieben Schichten des OSI Modells“.

Den Geist des Menschen würde ich als „achte Schicht“ modellieren, wobei man noch feiner unterscheiden kann, wenn man will, zum Beispiel in „Intelligenz“ (Problemlösungsfähigkeit) und Sapienz (Selbstbewusstsein).

So weit, so gut. Wir „begreifen“ also den Stein durch unsere „Sinne und Fähigkeiten“, und wir bilden ein „Modell im Geist“, wobei wir uns der Physik des Gehirnes bedienen. Dieses „Modell im Geist“ (MiG) hilft uns, den Stein nach unserem Willen zu beeinflussen und es hilft uns, seine Reaktion vorher­zu­se­hen.

Wie ist es nun, wenn wir – Menschen die wir sind – ein Werkzeug verwenden?

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Im Falle der Verwendung von Werkzeug „begreifen“ wir den Stein also nicht „direkt“, sondern „indirekt“ durch ein anderes Ding, eben durch das Werkzeug.

Gegenüber dem Stein ermöglicht uns das Werkzeug andere, vielleicht bessere, Sinne und Fähigkeiten, nämlich „indirekte Sinne und Fähigkeiten“ (iSuF).

Das könnte zum Beispiel die Fähigkeit sein, den Stein zu spalten, die wir im zuge unserer „natürlichen Sinne und Fähigkeiten“ nicht hätten.

Wir werden also jetzt kein „direktes Modell im Geist“ des Steines mehr benötigen, sondern ein „indirektes Modell im Geist“ (iMiG), das uns ermöglicht, den Stein „im Zusammenhang mit dem Werk­zeug“ zu „verstehen“ und zu „begreifen“.

Das „Verstehen“ ist dabei – würde ich sagen – ein Akt der Intelligenz, „Begreifen“ ist ein Akt der Sinne und Fähigkeiten.

Wie ist es nun, wenn Menschen miteinander kommunizieren? So wünschen wir uns doch unser „Innerstes“ dem anderen mitzuteilen. Und wir sind daran interessiert, die „Seele“ des anderen kennen zu lernen.

Dennoch müssen wir uns der Physik bedienen, um miteinander zu kommunizieren. Z.B. benötigen wir die Luft, die die Schallwellen von einem Mund zum anderen Ohr überträgt.

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Jetzt überträgt die Luft die Schallwellen, die beiden Menschen benützen ihre „Sinne und Fähigkeiten“, um „miteinander zu reden“, und der eine Mensch „hilft dem anderen, das Leben zu verstehen“ – das ist ein geistiger Prozess, bei dem Teile des MiG von einer Person zur anderen übertragen werden.

Dieses „Miteinander Reden“ kann auch indirekt vor sich gehen, indem man sich eines Werkzeugs bedient. Dieses Werkzeug kann zum Beispiel das Internet sein

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Nun wollen wir auf die eigentliche Frage dieses Kapitels zurück kommen: Gibt es Geistwesen? Insbesondere:

  1. Gibt es Geistwesen, mit denen wir kommunizieren können?
  2. Gibt es Geistwesen, die materiebehaftete Wesen und Dinge beeinflussen können?

Na ja, wir können jetzt vier Bilder zeichnen und darüber meditieren.

Einmal eine DIREKTE Kommunikation mit dem Geistwesen:

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Zweitens eine INDIREKTE Kommunikation über ein materielles Medium:

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Und drittens eine indirekte Kommunikation über ein GEISTBEHAFTETES MEDIUM:

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Was die Beeinflussung von Dingen betrifft, würde ich folgendes Bild zeichnen:

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All das möchte ich nun so stehen lassen, nur einige Schlussgedanken:

  • Wenn ich über Geistwesen schreibe, dann heisst das noch lange nicht, dass ich über Gott schreibe.
  • Alle diese Zeichnungen sind MODELLbildungen, sagen also nichts über das Leben aus, sondern nur darüber, wie ICH über das Leben denke.

Meint

Euer Christoph


Gott ist die Liebe

März 6, 2018

Jetzt ist das zehnte „kleine religiöse Büchlein“ schon in Version 0.3 auf der Büchlein-Seite hochgeladen worden.

 

Das neueste Kapitel auch im folgenden:

Ist es wirklich „nur“ die Liebe

Bereits der Hl. Augustinus hat zu Gott gebetet:

Auf Dich hin – Herr – hast Du uns erschaffen,

und unruhig ist unser Herz, bis es ruht in Dir.

Da wir nun aus dem Johannesbrief wissen, dass Gott die Liebe ist – was dort sehr verschämt in einem Nebensatz erwähnt wird –, können wir messerscharf und logisch darauf schließen, dass sich im Leben alles um die Liebe dreht – also um Gott.

So auch Jesus im Evangelium:

Mk 12,28 Ein Schriftgelehrter hatte ihrem Streit zugehört; und da er bemerkt hatte, wie treffend Jesus ihnen antwortete, ging er zu ihm hin und fragte ihn: Welches Gebot ist das erste von allen?

Mk 12,29 Jesus antwortete: Das erste ist: Höre, Israel, der Herr, unser Gott, ist der einzige Herr.

Mk 12,30 Darum sollst du den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft.

Mk 12,31 Als zweites kommt hinzu: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Kein anderes Gebot ist größer als diese beiden.

Aber, so simpel diese Antwort auch ist, so vielfältig ist die notwen­di­ge Umsetzung im Leben.

Selbst Jesus ist jahrelang als Wanderprediger umhergezogen, nur um diese beiden Gebote den Leuten näherzubringen.

Und heute?

Wieviele Enzykliken, Konzilien, Zusammenkünfte, Bischofs­er­nen­nun­gen, Messfeiern, Beichten, Jungscharstunden, Anbetungen und ähnliche Veranstaltungen benötigen wir, um diese simplen zwei Gebote der Menschheit näherzubringen?

Offenbar ist es nicht so einfach, diese Gebote

  1. zu verstehen und
  2. im Leben tatsächlich umzusetzen.

Es beginnt schon mit einer Definition des Wortes „Liebe“. Im Deut­schen gibt es dafür nur ein einziges Wort. Im Lateinischen gab es min­destens drei Arten von Liebe:

  1. Amor = Liebe zwischen Mann und Frau
  2. Caritas = Barmherzigkeit
  3. Amicitia = Freundschaft

Vielleicht können wir uns dem Begriff der Liebe aus dem Gegenteil heraus – e contrario – nähern.

Ist Haß das Gegenteil von Liebe?

Eher nicht, Haß ist nur ein Gefühl, aber Liebe – insbesondere die Caritas – ist doch deutlich mehr als nur Mitgefühl.

Ist Egoismus das Gegenteil von Liebe?

Schon eher. Aber Jesus sagt: Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst. Man muss sich also selbst lieben, bevor man andere Menschen lieben kann – es gehört also auch Egoismus zur Liebe.

Der Weisheit letzter Schluss bleibt:

Das Gegenteil von Liebe ist Lieblosigkeit.

Darüber wollen wir meditieren.

Meint

Euer Christoph


Alles, was mehr Gewinn bringt……

März 4, 2018

……als die Inflationsrate,
kann nur ein Pyramidenspiel sein.

Meint
Euer Christoph


Existiert der Weihnachtsmann als „Ding an sich“

Februar 27, 2018

Im Zuge der Entwicklung meines zehnten religiösen Büchleins „Vom Leben“ hatte ich heute eine interessante Diskussion über das Thema „ist der Weihnachtsmann eine geistige Realität“ oder „ist er nur eine virtuelle Realität“.

Ist etwas, das wir „als Bild“ in unserem Bewußtsein besitzen, deswegen schon eine Realität (eben eine geistige) oder kann man etwas erst dann als „geistige Realität“ bezeichnen, wenn es ein Selbstbewußtsein hat?

Ein Streit um des Kaisers Bart.

Aber lustig.

Die aktuelle Version des „Zehnten religiösen Büchleins“ unter https://letztersein.wordpress.com/kleine-religiose-buchlein

Meint
Euer Christoph


Erste Spuren des zehnten Büchleins

Februar 24, 2018

Da die ersten drei Kapitel schon so großes Interesse hervorgerufen haben, hier jetzt das vierte Kapitel.

Und da ich nicht mehr sicher bin, ob ich an den ersten Kapiteln nicht noch Änderungen vorgenommen habe, einfach alle viere.

Das ist aber nur der erste Hauch von diesem Büchlein. Da ist noch so viel zu sagen und zu schreiben.

Meint

Euer Christoph

Hier Kapitel ein eins bis vier:

Warum vom Leben

Nun habe ich neun „kleine religiöse Büchlein“ geschrieben und es wird Zeit, den Kreis zu schließen mit einem zehnten.

Manchem Leser waren einige der Büchlein zu wenig katholisch, überhaupt zu wenig religiös – vielleicht zu philosophisch.

Das ist schade, denn ich bin durchaus ein Katholik, wenngleich ich das „r“ in „r.-k.“ nicht so sehr als „römisch“ interpretiere, sondern eher als „richtig“.

Sozusagen „ortho-katholisch“ 🙂

Nun gut, aber lass mich Dir mich kurz vorstellen.

Ich bin Programmierer.

Als solcher bin ich gewohnt, dass Computer nicht immer das tun, was ich von ihnen will, sondern sie tun immer das, was ich ihnen auftrage – wenn nicht ein Fehler vorliegt, der tiefer sitzt.

Man muss sich bei einem Computer also sehr gut überlegen, was man ihm aufträgt, damit er dann das macht, was man wirklich will.

Bei Lebewesen ist das anders, den sie denken mit (meistens).

Insoferne agiert der liebe Gott gegenüber der Schöpfung nicht so sehr wie ein Programmierer, sondern eher wie ein Administrator.

Der Administrator, ein ewiges Thema philosophischer Kontemplation in der Computertechnik.

Aber warum beschäftigen wir uns mit dem Leben?

Eigentlich habe ich mir ja vorgenommen, im zehnten Büchlein dann eben über das gesamte Universum zu philosophieren, sozusagen, mein Weltbild darzulegen.

Ich hoffe, dass ich diesmal bereits einen größeren Überblick habe als im Jahr 2005, als ich die Zifferngeschichte geschrieben hatte.

Wenn man es sehr simpel betrachtet, dann hat das Leben im Universum eine Sonderstellung.

Wenn man alle Wesen und Dinge – also alle Objekte unserer Erkenntnis – in die Kategorien „Geist“ und „Materie“ einteilt, dann merkt man sehr schnell, dass es vier Kombinationsmöglichkeiten gibt:

  • alles, was Materie ist, also zum Beispiel, Steine, Himmelskörper und Betonklötze
  • alles, was Geist UND Materie ist, also zum Beispiel uns Lebewesen
  • alles, was NUR Geist ist. Hier werden wir diskutieren müssen, ob es so etwas überhaupt gibt
  • alles, was weder Geist noch Materie ist, also z.B. (das) Nichts

Die Lebewesen – das Leben – hat also eine Sonderstellung im Uni­ver­sum, weil es an der Schnittstelle zwischen Geist und Materie sitzt.

Trotzdem – zu diesem Schluss sind wir in den anderen Büchlein gekommen – sind alle vier Arten von Objekten ein Teil der Realität, denn (das ist jetzt aber eine Nullaussage):

Anything is real.

There is not anything that does not exist.

Beschäftigen wir uns also mit dem Universum, dem Leben und dem ganzen Rest. Das ist eine schöne Sisiphusarbeit.

Geist oder Materie, Real oder Virtuell

Gibt es den Weihnachtsmann?

Na ja, gute Frage. Das ist so ähnlich wie die Frage an Radio Eriwan: „Was ist der Unterschied zwischen der sowjetischen Gewerkschaft und Radio Eriwan?“

„Radio Eriwan existiert nicht offiziell, aber man spürt seine Auswirkungen“.

Wieviel ist schon anders gelaufen in der Welt, weil es eben die Ge­schich­ten vom Weihnachtsmann gibt. Weil wir – mindestens zur Weihnachtszeit – daran erinnert werden, dass es da gute Mächte gibt, Mächte der Liebe und der Kindlichkeit, die uns an die Notwendigkeit erinnern, dass wir als Menschen auch Spielzeug brauchen und nett zueinander sein sollen.

Also – weil er Auswirkungen hat – gibt es ihn doch „irgendwie“, den Weihnachtsmann. Er ist also real – „tatsächlich“ – existent.

Allerdings ist er eine „virtuelle Realität“, da er zwar in vielen vom Menschen gemachten Medien – Büchern, Filmen, Kalendern und ähnlichen Dingen – einen „mate­riellen Niederschlag“ gefunden hat, „an sich“ aber als Phä­no­men nichts Materielles ist.

Er lebt eben durch das und in dem Bewusstsein der Menschen.

Wir kommen dann dahinter: er ist

  • ein geistiges Phänomen, weil er „an sich“ nicht materiell ist
  • eine virtuelle Realität, weil er vom Menschen erfunden ist

Nehmen wir im Gegensatz ein Haus. Ein Haus hat meistens als Idee im Gehirn eines Architekten begonnen, existiert dann aber – nachdem es tatsächlich gebaut worden ist – auch als „an sich“ materielles Objekt.

Das Haus ist also

  • zuerst einmal „er“funden worden (was es mit dem Weihnachtsmann gemeinsam hat),
  • kann dann aber auch als „materielles Phänomen“ von anderen Menschen vor“ge“funden werden, da es „real“ existiert

Ein Stein

  • ist nun sicher ein „an sich“ materielles Phänomen.
  • Und er kann vor“ge“funden werden, ist also „real“.

Doch im Nachhinein, nachdem man den Stein „ge“funden hat, kann man ihn auch „er“finden, indem man über ihn nachdenkt und ihn „in das eigene Weltbild einbaut“. Man kann dann auch mit anderen Menschen über den Stein kommunizieren.

Wie ist es denn nun mit Lebewesen?

Von uns selbst wissen wir, dass wir Phantasie haben und Bewußtsein – leider viel zu wenig Selbstbewußtsein – und dass wir die Welt durch unseren Willen verändern können.

Wir sind also

  • ein „an sich“ geistig/materielles Phänomen

Aber was war zuerst? Sind wir zuerst „ge“funden worden oder sind wir zuerst „er“funden worden? Sind wir Kunst oder sind wir Natur? Erfindet sich nicht jeder Mensch immer wieder selbst?

Gute Fragen.

Und zuletzt: Sind alle rein geistigen Phänomene „er“funden worden? Ist das Nichts „er“funden worden? Oder kann man Gott „vor“finden, bevor man ihn „er“findet?

Hätten wir eine Idee von Gott, wenn unsere Eltern uns nicht von ihm erzählt hätten? Wäre er nicht das ewige „Ding ohne Namen“?

Das Menschliche am Menschen

Im ersten Kapitel ging es also um „Geist vs Materie“. Im zweiten Kapitel haben wir versucht die Begriffe „vor“finden und „er“finden mit den Begriffen der „realen Realität“ und der „virtuellen Realität“ zu verbinden.

Aber ist das Thema „virtuell“ vs „real“ nicht nur ein Aufguss des alten Themas „Kunst“ vs „Natur“? Kunst als Abbild der Natur? Kunst als Vorbild für die – vom Menschen gestaltete – Natur?

Kann man sagen, dass jedes Kunstwerk zuerst „er“funden wird, bevor es „ge“funden wird? Und ist es mit der Natur nicht genau umgekehrt? Werden natürliche Phänomene immer zuerst „ge“funden, bevor sie „er“funden, also in unser Weltbild eingebaut werden?

Und ist dieses geheimnisvolle „Ding ohne Namen“ nicht die „Natur an sich“, die schon existiert, bevor sie benannt wird?

Aus unserer Sicht ist das Universum eine vorgefundene Sache, die wir zu interpretieren versuchen.

Aber wenn es den Schöpfergott tatsächlich gibt, dann ist das Universum aus seiner Sicht ein perfekt gestaltetes Kunstwerk, das er seinen Kindern – uns – als Spielplatz geschenkt hat. Eine virtuelle Realität. Ein interaktiver 360° Spielfilm im Multiuser Modus.

Und wie man aus einem Spielfilm Rückschlüsse auf den Regisseur ziehen kann, so können wir auch aus dem Universum Rückschlüsse auf Gott ziehen, weil wir seine Spuren „vor“finden.

Was wir von unserem Vater – Gott – geerbt haben, ist übrigens diese geniale Fähigkeit, füreinander virtuelle Welten zu „er“finden.

Da stolpert ein Mensch über ein „Ding ohne Namen“. Und sofort beginnt er, darüber zu erzählen.

Vorerst werden ihn seine Mitmenschen für verrückt erklären, weil er nur stottern wird – das Ding ohne Namen hat noch keinen Platz in unserer Sprache – in unserer virtuellen Welt.

Aber schön langsam wird er diese „Findung“ dann „er“finden und „ins Leben holen“, also in unsere virtuelle Welt – die Sprache – einbauen.

Und irgendwann dann wird es Allgemeingut und „Stand der Technik“.

Meint

Euer Christoph

Von der Software und vom Geist

Was ist das eigentlich, eine Software?

Nun, es handelt sich bei einer Software um ein Muster auf einem Datenträger.

Dieses Muster kann von einem Datenträger auf einen anderen über­tragen – kopiert – werden.

Die Leichtigkeit dieses Kopiervorgangs ist es übrigens, die das Wesen der modernen Informationstechnologie ausmacht.

In offenen Systemen ist Software beliebig kopierbar, weswegen sie auch eigentlich keinen Wert hat. Man kann sie auch nicht effektiv vor dem Kopiertwerden schützen.

Das ist der Preis, den wir zahlen, wenn wir offene Systeme haben wollen – Software hat dann nur im Zusammenhang mit Hardware eine wirtschaftliche Bedeutung.

Na gut, aber was passiert nun mit dem Muster? Mit der Software? Ist die Software schon Geist?

Nun ja, in der Natur erkennen wir auch manchmal Muster. Und wir vermuten dahinter einen lenkenden Geist. Oder Geister. Das kann bis zum Verfol­gungs­wahn führen, oder zu anderen Wähnen, wenn man ein Gehirn hat, welches allzu sensibel auf Muster reagiert.

Aber hinter diesen Mustern steckt in den allermeisten Fällen kein lenkender Geist – außer dem göttlichen Geist, der sowieso in jeder kleinsten Lebensäußerung wirkt und dessen Äußerungen oft als „Vorsehung“ bezeichnet werden.

Das Gehirn jedoch, das diese Mustererkennung durchführt, ist dann aber doch von einem Geist bewohnt, der unser eigener ist.

Und so, wie jeder Mensch auf bestimmte Muster „besonders anfällig“ ist, so muss auch die Software auf bestimmte Computer „zugeschnitten“ sein, auf ihr „Betriebssystem“.

Manche Muster führen bei Muslimen zum „kollektiven Ausrasten“, andere Muster bringen Katholiken dazu, kollektiv Buße zu tun und wieder andere Muster führen zu fröhlichen Tänzen an Purim.

Die Realisierung der Software ergibt sich also erst dadurch, dass sie auf einem Computer ausgeführt wird.

Das Muster alleine würde ich also nicht als „Geist“ bezeichnen, dafür ist es mir zu „flüchtig“ und zu „unbestimmt“.

So, wie eine Metapher, die von einigen Menschen sehr gut verstanden wird – weil sie den „Code“ kennen – und von anderen Menschen nicht einmal ignoriert.

Der Mensch hingegen – und vielleicht sogar alle Lebewesen – hat ein Selbstbewußtsein. Und dieses Selbstbewußtsein würde ich als eine der wesentlichsten Eigenschaften von „geistbehafteten“ Wesen entdecken.

Weiters gibt es da den Wunsch nach Sinnhaftigkeit, der allen geistbehafteten Wesen zu eigen ist und nicht zu vergessen die Sehnsucht nach Liebe.

Soweit, so gut. Geist ist Geist, und Materie ist Materie.

Aber es gibt zwei Sonderfälle, über die wir uns noch keine Gedanken gemacht haben.

Ist Gott reiner Geist? Wie machen behaupten?

Ist das Nichts – falls es existiert (was schon eine lustige Fragestellung ist) – einen der beiden Kategorien zuzuordnen? Oder beiden? Oder allen Kombinationen?

Na gut, man kann die Hirnakrobatik auch übertreiben. Und so wollen wir es gut sein lassen.

Meint Euer Christoph


Der Grundzustand des Menschen……

Februar 17, 2018

Eigentlich sollte ich mir Gedanken darüber machen, wie ich die ersten beiden Kapitel des zehnten „Kleinen religiösen Büchleins“ „Vom Leben“ so umformuliere, dass ich dann einen schönen Bogen schlage vom Universum über das Leben bis hin zu dem, „der ins Leben ruft“.

Aber heute ist mir ein neuer Gedanke über den Weg gelaufen:

Ist Mixed Reality nicht der eigentliche Grundzustand des Menschen?

Ich meine

  1. wenn Mixed Reality darin besteht, dass man eine VR und eine RR gleichzeitig(!) bewohnt
  2. wenn MR dem User die „remote Senses and Skills“ ermöglicht
  3. wenn es sowohl eine direkte als auch eine indirekte Verbindung zur RR gibt
  4. wenn RR und VR miteinander synchronisiert werden

dann kann man doch sagen, dass JEDES Werkzeug eine VR ist, die dem Menschen ermöglicht, INDIREKT auf die Welt einzuwirken und dabei „remote Senses and Skills“ ermöglicht.

Und letzten Endes ist unser „Modell im Kopf“ ja auch nur ein Werkzeug, mit dessen Hilfe man die Realität „bewohnt“, zusätzlich zu jener seltsamen DIREKTEN Verbindung.

Meint
Euer Christoph


Leseprobe „Vom Leben“

Februar 5, 2018

Habe jetzt begonnen, das zehnte Büchlein zu schreiben.

Hier die Leseprobe vom ersten Kapitel

Warum vom Leben

Nun habe ich neun „kleine religiöse Büchlein“ geschrieben und es wird Zeit, den Kreis zu schließen mit einem zehnten.

Manchem Leser waren einige der Büchlein zu wenig katholisch, überhaupt zu wenig religiös – vielleicht zu philosophisch.

Das ist schade, denn ich bin durchaus ein Katholik, wenngleich ich das „r“ in „r.-k.“ nicht so sehr als „römisch“ interpretiere, sondern eher als „richtig“.

Sozusagen „ortho-katholisch“.

Nun gut, aber lass mich Dir mich kurz vorstellen.

Ich bin Programmierer.

Als solcher bin ich gewohnt, dass Computer nicht immer das tun, was ich von ihnen will, sondern sie tun immer das, was ich ihnen auftrage – wenn nicht ein Fehler vorliegt, der tiefer sitzt.

Man muss sich bei einem Computer also sehr gut überlegen, was man ihm aufträgt, damit er dann das macht, was man wirklich will.

Bei Lebewesen ist das anders, den sie denken mit (meistens).

Insoferne agiert der liebe Gott gegenüber der Schöpfung nicht so sehr als Programmierer, sondern eher als Administrator.

Der Administrator, ein ewiges Thema philosophischer Kontemplation in der Computertechnik.

Aber warum beschäftigen wir uns mit dem Leben.

Eigentlich habe ich mir ja vorgenommen, im zehnten Büchlein dann eben über das gesamte Universum zu philosophieren, sozusagen, mein Weltbild darzulegen.

Ich hoffe, dass ich diesmal bereits einen größeren Überblick habe als im Jahr 2005, als ich die Zifferngeschichte geschrieben hatte.

Wenn man es sehr simpel betrachtet, dann hat das Leben im Universum eine Sonderstellung.

Wenn man alle Wesen in die Kategorien „Geist“ und „Materie“ einteilt, dann merkt man sehr schnell, dass es vier Kombinationsmöglichkeiten gibt:

  • alles, was Materie ist, also zum Beispiel, Steine, Himmelskörper und Betonklötze
  • alles, was Geist UND Materie ist, also zum Beispiel uns Lebewesen
  • alles, was NUR Geist ist, hier werden wir diskutieren müssen, ob es so etwas überhaupt gibt
  • alles, was weder Geist noch Materie ist, also z.B. (das) Nichts

Die Lebewesen – das Leben – hat also eine Sonderstellung im Universum, weil es an der Schnittstelle zwischen Geist und Materie sitzt.

Trotzdem – zu diesem Schluss sind wir in den anderen Büchlein gekommen – sind alle vier Arten von Wesen ein Teil der Realität, denn (das ist jetzt aber eine Nullaussage):

Anything is real.

There is not anything that does not exist.

Beschäftigen wir uns also mit dem Universum, dem Leben und dem ganzen Rest. Das ist eine schöne Sisiphusarbeit.

Meint

Euer Christoph