Existiert der Weihnachtsmann als „Ding an sich“

Im Zuge der Entwicklung meines zehnten religiösen Büchleins „Vom Leben“ hatte ich heute eine interessante Diskussion über das Thema „ist der Weihnachtsmann eine geistige Realität“ oder „ist er nur eine virtuelle Realität“.

Ist etwas, das wir „als Bild“ in unserem Bewußtsein besitzen, deswegen schon eine Realität (eben eine geistige) oder kann man etwas erst dann als „geistige Realität“ bezeichnen, wenn es ein Selbstbewußtsein hat?

Ein Streit um des Kaisers Bart.

Aber lustig.

Die aktuelle Version des „Zehnten religiösen Büchleins“ unter https://letztersein.wordpress.com/kleine-religiose-buchlein

Meint
Euer Christoph

10 Responses to Existiert der Weihnachtsmann als „Ding an sich“

  1. Yeti sagt:

    Ich habe jetzt nochmal darüber nachgedacht.

    Einerseits möchte ich gerne den Weihnachtsmann als „Teil der Realität“ behalten, als „Ding an sich“. Eben weil er Auswirkungen hat.

    Andererseits verstehe ich das Argument, dass man den Weihnachtsmann nicht als „geistiges Phänomen“ bezeichnen kann, weil er ja kein Selbstbewußtsein hat.

    Ich werde in meinem Büchlein also folgende Einteilung vornehmen:

    materielle Phänomene:
    z.B. Steine, Himmelskörper und Betonklötze

    immaterielle Phänomene:
    z.B. den Weihnachtsmann und das Nichts

    geistig/materielle Phänomene:
    z.B. Lebewesen oder „das Leben“

    rein geistige Phänomene:
    ???

  2. Kardinal Novize Igor sagt:

    Ich halte diese Frage für durchaus wichtig;
    denn wenn wir an das erste Gebot denken, dass man sich kein Bild von Gott machen soll, betrifft das die Frage der Kontaktaufname mit Gott!

    LG KNI

    • Yeti sagt:

      Ja, da kommen wir dann auch in das Gebiet des Turing Tests. Wann handelt es sich bei unserem „Gegenüber“ um eine „geistige Wesenheit“ und wann ist es bloße „Software“.

      Ich habe das damit aufzulösen versucht, dass man als Benutzer einer Software ja eigentlich nicht mit der Software kommuniziert, sondern im Sinne einer „Schicht acht“, mit dem Programmierer.

      Der Programmierer ist ja immer noch eine „geistige Wesenheit“.

      • Kardinal Novize Igor sagt:

        Sozusagen Turing-Test; ja, aber dann auch wieder überhaupt nicht, denn man kann Gott nicht unter eine Experimental-Glocke stellen und ihm einen Verhaltens-Test aussetzen, da wird er uns höchstens auslachen.

        Bedenken wir „Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt“

        und:

        „Du sollst Gott deinen Herrn nicht in Versuchung führen“ (auch nicht mit Turing-Tests).

        Wenn wir glauben, Gott müsste auf unsere „Tests“ so oder so reagieren, haben wir uns da nicht schon wieder ein Bild von ihm gemacht?

        LG KNI

      • Yeti sagt:

        Ich habe das eher auf den Weihnachtsmann bezogen. Irgendwann dann sind wir alle dahinter gekommen, dass die Briefe ans Christkind eigentlich von den Eltern gelesen und beantwortet werden.

  3. rotegraefin sagt:

    Der Weihnachtsmann wurde erfunden, damit die Kindern ihren Eltern nicht für die Geschenke danken zu müssen. Es wird also eine Zwischeninstanz eingebaut. Die genau wie das Idealbild, welches wir uns von dem „guten Gott“ gemacht haben nicht zerstört wird.
    Dabei hat Gott zwei Seiten eine gute und liebevolle und eine schreckliche und zerstörerische. Aus diesem Grunde kommt es immer auf das richtige Maß an, in dem wir handeln.
    So gibt es im Buddhismus einen Spruch: „Triffst Du Buddha unterwegs, dann töte ihn!“
    Liebevoller halte ich allerdings den christlichen Glauben: „Liebe Deinen Nächsten, wie dich selbst!“ Eine ganz große Anstrengung für einen Menschen wie mich, der zur Selbstverleugnung und damit zum Selbsthass erzogen wurde.

    • Yeti sagt:

      Liebe @rg : Ich glaube auch, dass der christliche Glaube in vieler Hinsicht der am weitesten fortgeschrittene Glaube auf der Welt ist. Allerdings möchte ich manche Errungenschaften von anderen Religionen, zum Beispiel im Gebiet der Meditation, nicht missen.

      Das ist auch im Zusammenhang zu sehen mit @KNIs Kommentar, der das „Kontaktaufnehmen“ mit Gott betrifft.

  4. Yeti sagt:

    (Vorläufige) Zusammenfassung: ob der Weihnachtsmann ein „Ding an sich“ ist, muss ich erst im zehnten Büchlein besser herausarbeiten. Ich hoffe, dass ich in der Version 0.3 dann die Dinge besser formuliert haben werde.

    Ich muss das irgendwie unter einen Hut bringen:

    1) Ich möchte die Analogie zwischen Simple Multiuser Scenes und den „Zimmern des uralten Hauses“ nicht aufgeben, sondern besser herausarbeiten.

    2) Der Weihnachtsmann hat natürlich kein Bewusstsein, er ist also keine „geistige Wesenheit“

    3) Ich habe ein Modell des Weihnachtsmannes im Kopf aber das haben viele Leute —-> gibt es ein „gesellschaftliches Phänomen Weihnachtsmann“, das man dann aber schon als „Ding an sich“ bezeichnen könnte, weil es nicht vom Individuum Mensch abhängt sondern von der menschlichen „Gesellschaft“ als Ganzes.

    4) So wie die „westlich kapitalistische “ Gesellschaft einer SMS entspricht, so ist dann mit jedem Kunstwerk, das sich mit dem Weihnachtsmann beschäftigt. Ist der Weihnachtsmann in all diesen SMSn „derselbe“? Eher nein, weil er ja nicht als „Ding an sich“ existiert. Jede SMS hat ein eigenes „Modell“ des Weihnachtsmannes. Die (N+1)te Szeneninstanz kennt ihn nicht. Er ist ein „Modell“, aber kein „RLO“.

    5) Ein RLF, das kein „Modell“ hat, ist kein RLO, sondern eine CE – das entspricht dem „Ding ohne Namen“

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