Wo Tauben sind, fliegen Tauben zu

Dezember 11, 2021

Mit diesem Spruch (wo Tauben sind, fliegen Tauben zu), den man sich richtig plastisch vorstellen kann, wenn man sich eine kleine niederösterreichische Gemeinde in den 50er und 60er Jahren vorstellt – mit einem reichen Großbauern und einem Rest an armen Schluckern – , hat unsere Mutter versucht uns etwas klar zu machen, was eigentlich sehr traurig ist:

Reiche Menschen haben von Geburt an bessere Chancen auf eine gute Ausbildung, als Menschen, die in finanziell ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen sind.

Auch wenn es eigentlich eine Binsenweisheit ist, wird es dennoch oft abgelehnt, diese Erkenntnis klar und deutlich auszusprechen:

Vermögen ist ein Wettbewerbsvorteil

und

Ungleichheit rentiert sich

Wie meine ich das?

Nun gut, stellen wir uns vor die gesamte Welt lebte auf Bauernhöfen und jeder dieser Höfe wäre für sich autark.

Handel wäre nicht nötig.

Das Bruttoinlandsprodukt BIP wäre gleich Null.

Trotzdem wären die Grundbedürfnisse aller Menschen befriedigt (zumindest aus wirtschaftlicher Sicht).

Erst dadurch, dass ein Hof Güter produziert, die er nicht benötigt und dadurch, dass andere Höfe diese Dinge benötigen, kommt es zuerst zu Tauschhandel und schließlich zu einem BIP.

Also: Ungleiche Chancenverteilung macht die einen potentiell reich und die anderen potentiell arm.

Das ist eine positive Verstärkung und führt also zu einem potentiell instabilen System, das z.B. durch Almosen oder Sozialgesetzgebung stabilisiert werden kann. Andernfalls wird es höchstwahrscheinlich zu Revolte, Aufruhr, Mord und Totschlag kommen.

Können wir das auch durch eine Graphik, durch Visualisierung, klar machen?

Ja, ich denke schon:

Abbildung 1: Verteilung des Bruttonationaleinkommens (BNE – früher Bruttosozialprodukt)

Stellen wir uns eine „Republik X“ vor, also ein Land mit einem Bruttonationaleinkommen BNE. Das ist der gesamte Brutto-Umsatz, der mit Gütern erzielt wird, die von Inländern im Inland und im Ausland produziert bzw. erbracht werden.

Inländer sind dabei alle Menschen, die ihren Hauptwohnsitz in „Republik X“ haben.

Da laut Steuerrecht zwischen 7 Arten von Einkünften unterschieden wird ( https://www.bmf.gv.at/themen/steuern/fuer-unternehmen/einkommensteuer/einkommensbegriff.html ), haben wir:

Die 7 Einkunftsarten

  1. Einkünfte aus selbständiger Arbeit
  2. Einkünfte aus Land/Forstwirtschaft
  3. Einkünfte aus Gewerbebetrieben
  4. Einkünfte aus unselbständiger Arbeit
  5. Einkünfte aus Kapitalvermögen
  6. Einkünfte aus Vermietung/Verpachtung
  7. Sonstige Einkünfte

Damit können wir einen willkürlichen Schnitt machen:

Wir zerlegen die Bevölkerung in eine „erwerbstätige Klasse“, die ihr Einkommen hauptsächlich mit den Einkunftsarten 1. – 4. (inkl. Pensionen) erzielt, und eine „vermögende Klasse“, die ihre Einkünfte hauptsächlich aus den Arten 5. bis 7. bekommt.

Nun nehmen wir an, die Einkünfte der vermögenden Klasse seien in etwa gleich groß mit den Einkünften der erwerbstätigen Klasse, allerdings hat die vermögende Klasse sehr viel weniger Mitglieder.

Dann zerlegen wir die notwendigen(!) Kosten – die wir für jeden Menschen gleich annehmen – in zwei Teile,

  • die Lebenshaltungskosten (LH) und
  • die Investitionen (INV) in die Produktionsmittel (z.B. Bildung und Ausbildung).

Dann sehen wir, dass die notwendigen Kosten für die „vermögende Klasse“ im Verhältnis sehr viel geringer zu Buche schlagen, sodass ein großer Brocken Einkommen übrig bleibt (Luxus LUX).

Natürlich schützt Reichtum nicht vor Dummheit, aber wenn das überschüssige Einkommen nicht allzu sehr für überflüssigen Konsum verschwendet wird, dann bleibt einiges übrig, um in die Zukunft zu investieren, was der nächsten Generation das Leben ziemlich erleichtern kann (abgesehen von psychologischen Effekten).

Meint

Euer Christoph


Weihnachtsputz

November 28, 2021

Fühlte mich frei, meine Blogs aufzuräumen.

  • alte Versionen von PDFs aus dem Medieninventar gelöscht
    (dies sollte nicht sichtbar sein)
  • die unnötigen S&P-ARK- und P&S-ARK-Seiten aus dem Area#A-Blog gelöscht. Sie sind direkt auf GitHub verfügbar

https://www.github.com/christoph-v
https://areasharpa.blog/about (3D-Web)
https://letztersein.com (privater Blog, deutsche Sprache)

meint

euer christoph


Alles in Allem (Beitrag „A“)

November 4, 2021
  • Anmerkung: die Begriffe [1], [2], [3], [4] und [5] werden gegen Ende des Artikels erklärt, [a], [b], [c] und [d] in Abbildung 1.

In letzter Zeit versuche ich manchmal die Welt aus der Sicht eines Ökonomen zu betrachten (der ich ja in Wirklichkeit nicht bin).

Das hat man an zwei Beitragsreihen *) hier auf diesem Blog gemerkt:

  • „Vom freien Nomaden zum Sklaven des Marktes“ (Einstieg HIER)
  • „Der Waldmensch ruft“ (Einstieg HIER)

Neues Erkenntnis: Ungleichheit rentiert sich

Den oben verlinkten Beitragsreihen *) muss man hinzufügen, dass ich autodidaktisch arbeite, dass ich mich also der Wahrheit „asymptotisch“ nähere.

Das neueste Erkenntnis zum Beispiel, dass sich nämlich Ungleichheit finanziell rentiert (Vermögen ist ein Wettbewerbsvorteil), ist in diesen Beitragsreihen noch nicht wirklich berücksichtigt (siehe weitere Erklärungen unten in diesem Artikel).

Anmerkung: dieser Artikel wurde am 9. Februar 2022 überarbeitet

Ich weiß ja auch nicht so genau, warum ich das alles tue, vielleicht versuche ich ja die momentane Krise so zu betrachten, wie sie von den Entscheidungsträgern wahrgenommen wird, damit ich dann vielleicht mit ihnen darüber kommunizieren kann.

Na ja. Keine schöne Zukunftsvision – unter Technikern ist es meistens lustiger als unter Krawattingern 🙂 .

Aber irgendjemand muss das ja tun.

Der Haushalt [3]

Eine kleine charmante Eigenheit dieses Blogs: Wir verwenden hier den Begriff Haushalt generell für alle Wirtschaftseinheiten ([3]), also auch für Betriebe und Unternehmen.

Dabei stellen wir nicht so sehr den Gedanken der wirtschaftlichen Selbständigkeit des Haushalts in den Vordergrund, sondern den Gedanken der Gemeinschaft.

Wir definieren also:

Ein Haushalt [3]
ist eine Gemeinschaft von Personen [1],
die die gemeinsame Bewirtschaftung
von Gütern und Ressourcen [4]
betrifft.

(Satz A-1)

Wir hatten bereits HIER einige Beispiele angegeben, was wir unter einem Haushalt verstehen, die ich gerne wiederhole:

  • Eine Religion ist zum Beispiel eine Gemeinschaft, die hauptsächlich ihre GLAUBENSSCHÄTZE bewirtschaftet (um das ewige Ziel zu erreichen).
  • Eine Firma ist eine Gemeinschaft, die hauptsächlich ihr geistiges Eigentum bewirtschaftet (um die Ziele der Eigentümer zu erreichen).
  • Die Wissenschaft ist eine Gemeinschaft, die ihr geistiges Eigentum bewirtschaftet (um den Fortbestand der Menschheit langfristig zu sichern).
  • Eine Familie ist eine Gemeinschaft, die ihr gesamtes VERMÖGEN, insbesondere ihre ZUNEIGUNG, bewirtschaftet (um den Fortbestand der Menschheit für die nächste Generation zu sichern).
  • Ein Bauernhof bewirtschaftet das ACKERLAND, die WÄLDER, GEWÄSSER und WIESEN (um den Fortbestand der Menschheit für die nächsten Jahre zu sichern).
  • Ein Staat ist eine Gemeinschaft, die aus allen Personen besteht, die sich auf dem Staatsgebiet befinden, und alle Ressourcen des Staatsgebietes und das Vermögen des Volkes bewirtschaftet (um die Menschenrechte auf dem Staatsgebiet zu sichern)

Ein Haushalt besteht also (in der Begriffswelt dieses Blogs)

  1. aus einer Gemeinschaft von N in ihren Wirtschaftsprozessen zusammenhängenden Personen [1],
  2. aus ihrem „produktiven“ Vermögen [2] und
  3. aus ihrem „gebunkerten“ Vermögen [2].

Zu den Begriffen „produktiv“ und „gebunkert“ haben wir uns im Beitrag IV (Risiken) und am Anfang des Beitrags V (Daten) nähere Gedanken gemacht.

Diese Begriffe sind ziemlich subjektiv, denn „gebunkertes“ Vermögen ist dadurch gekennzeichnet, dass es JETZT und HIER FÜR DIESEN HAUSHALT keinen Nutzen hat, dass man aber hofft, dass es in der KRISE seinen Wert entfalten wird (weshalb man es also auch nicht herborgen wird, denn die Krise kann ja jederzeit eintreffen).

Von Vermögen, das weder jetzt und hier einen Nutzen hat noch Hoffnungsträger für die Krise ist, wird man sich i.a. trennen, außer man ist ein sogenannter „Messie“.

Zum „gebunkerten“ Vermögen zähle ich auch die sog. „Brache“, die aber nicht auf die plötzliche Krise abzielt, sondern auf Nachhaltigkeit in einem mehrjährigen Produktionszyklus.

Wir benötigen diese Begriffe für die ethische Bewertung von „gebunkertem“ Vermögen (siehe unten, Satz A-2).

Ethik läßt sich nicht objektivieren, weshalb das mit der subjektiven Definition des „gebunkerten“ Vermögens ja „ganz gut zusammen passt“, welche aber in einer objektiven Wissenschaft wie der Ökonomie wohl keinen Platz hat.

In Abbildung 1 sehen wir das „Universum aus Sicht eines Haushalts, wenn man die ‚ökonomische Brille laut Yeti‘ aufsetzt„.

Abbildung 1: „Wirtschaftsuniversum“ aus Sicht des Haushalts H

Die schwarzen Pfeile stellen (vektorielle) Güterströme dar. Die blauen breiten Doppelpfeile sind Ressourcenströme.

Der Haushalt ist dabei eine Gemeinschaft von Personen – das heißt, dass die Personen die Agenden des Haushalts gemeinsam verfolgen, mehr oder weniger abgeglichen mit den eigenen Privatinteressen – und muß nicht unbedingt eine juristische Person sein. Er ist aber oft eine Wirtschaftseinheit [3].

Wie sich die Personen eines Haushalts koordinieren, ob eher chaotisch-emotional (wie in den meisten Privathaushalten) oder streng hierarchisch-faktenbasiert (wie in den meisten Betrieben und Unternehmen), das sei hier dahingestellt.

Ein Haushalt hat also erstens einen inneren Markt (siehe [a] in Abbildung 1),

Solange der Haushalt keine Güter importiert und/oder exportiert, benötigt er auch keine (externe) Währung.

Es wird nur einen kostenlosen Verkehr von Ressourcen mit der für ihn erreichbaren Umwelt geben (siehe [b] in Abbildung 1) und die Personen des Haushalts werden intern Güter tauschen oder verschenken.

Ein Teil des Vermögens kann auch im Sinne einer Gütergemeinschaft gemeinsam verwaltet werden.

Evtl. wird es eine interne Währung geben, die innerhalb des Haushalts ermöglicht, die knappen Güter zu bepreisen.

Innerhalb des Haushalts (bzw. in der erreichbaren Umwelt) kann es auch sog. Gemeingüter geben, das sind eigentlich knappe Güter, die aber gemeinschaftlich bereitgestellt werden, sodass die Mitglieder des Haushalts (bzw. der Haushalt an sich) nicht direkt oder gar nicht dafür bezahlen müssen.

Zum Beispiel berichtet die Bibel von den ersten Christengemeinden: „[…] Apg 4,32 Die Gemeinde der Gläubigen war ein Herz und eine Seele. Keiner nannte etwas von dem, was er hatte, sein Eigentum, sondern sie hatten alles gemeinsam.[…]“

Dies ist allerdings ein sehr idealistischer Ansatz, denn meistens etabliert sich so etwas wie eine „interne Währung“ zum Beispiel der „gute Ruf als besonders gläubiger Christ“ oder „die Verpflichtung, sich mit überfließendem Überschwang zu bedanken“ oder „sichtbare Freude/Glücklichkeit“ o.ä.

Die produzierten Güter werden entweder konsumiert oder gelagert oder in der Umwelt abgelagert (letzteres eher nur bei sog. Ungütern, z.B. Abfällen).

Der Konsum und die Investition in das produktive Vermögen geschieht entweder direkt aus der Produktion oder aus dem Lager oder aus den Ressourcen der Umwelt.

Produktion, Konsum / Investition, Einlagerung und Auslagerung (siehe [a]) sowie Ablagerung und Aneignung (siehe [b]) sind die wirtschaftlichen Prozesse des Haushalts H (noch ohne Berücksichtigung des äußeren Marktes).

Weiters wirtschaftet der Haushalt mit Gütern am äußeren Markt

Dabei sind die wirtschaftlichen Prozesse der Export und der Import (siehe [c]).

Für einen modernen städtischen Privathaushalt sind praktisch alle Güter Export- und Importgüter, da er ja praktisch nichts, was er braucht, selbst produzieren kann.

Er ist also gezwungen, Güter hervorzubringen,

  1. die er selbst nicht (dringend) braucht **) und
  2. die in anderen Haushalten (dringend) gebraucht werden,

um durch diese Ungleichheit in die Lage zu kommen diese Güter am Markt rentabel einzutauschen gegen die Güter, die er (dringend) benötigt.

Als kostenlose Ressourcen zählen evtl. noch die Luft, die die Haushaltsmitglieder atmen, die Sonneneinstrahlung und der Erholungswert eines Aufenthalts in der freien Natur (wobei der Transport dorthin schon nur mehr als kostenlos gelten kann, wenn er „auf Schusters Rappen“ möglich ist).

**) Auch ansonsten unnötiges Vermögen zahlt sich immer noch aus, wenn es von anderen Haushalten – dringend – gebraucht wird:

Wenn man mehr als genug Vermögen hat – sodass man es wirklich nicht braucht – dann kann man Teile davon herborgen (gegen Pacht, Miete oder Zins) oder an Haushalte verkaufen, die diese Teile dringender „haben wollen“ bzw. „zu brauchen glauben“ (Spekulation).

Vermögen ist also ein genereller Wettbewerbsvorteil im Leben, für den, der es schon hat (zum Beispiel geerbt).

Natürlich darf nicht ruchbar werden, dass man dieses Vermögen eigentlich nicht braucht – sonst sinkt die Rendite (das erklärt auch, warum viele Millionäre und Milliardäre ein betont dezentes Äußeres pflegen).

Ressourcenumsatz im äußeren Markt (siehe [d] in Abbildung 1)

Der äußere Markt besteht natürlich auch aus Haushalten (woraus sonst), wobei jeder dieser Haushalte einen Ressourcenumsatz hat, also einen „Verkehr von kostenlosen Gütern mit der von ihm erreichbaren Umwelt“.

Die Anteile dieser Ressourcenumsätze, die auf [c] zurückgeführt werden können, also auf die Importe und Exporte des Haushalts H, sind in [d] zusammengefaßt und sind auch diesem Haushalt H anzulasten ***).

An sich gibt es keine Notwendigkeit den Verkehr mit freien Gütern irgendjemandem „anzulasten“, sie sind ja per Definition im Überfluss vorhanden bzw. abzulagern und somit preislos.

Jedoch stellt sich im Laufe der Menschheitsgeschichte heraus, dass immer mehr freie Güter in Wirklichkeit zu knappen Gütern, bestenfalls zu Gemeingütern werden (die sog. „externe Kosten“ verursachen).

Konnte man früher bedenkenlos im Meer fischen, so ist heutzutage ein koordiniertes Vorgehen nötig, um das Meer nicht zu überfischen.

Man muss das Meer also planvoll bewirtschaften.

Der Haushalt, dem das Meer gehört (wer ist das eigentlich?), muss also Regeln erstellen und sanktionieren, die eine Überfischung verhindern.

***) es wurde oft vorgeschlagen, dass die Produzenten und der Handel alle wichtigen Informationen über die Produktion mit dem Produkt mitliefern (sog. „Produktkennzeichnung„), damit der Konsument entscheiden kann, welches Produkt „ethisch korrekt“ ist und welches nicht. Wir halten diese Vorgehensweise für problematisch, da der Konsument nicht das gesamte Know How über die Produktion der Produkte haben kann, und insbesondere, weil dieses Vorhaben mit zunehmender Arbeitsteilung immer komplexer und unmöglicher wird.

Wir schlagen die konsequente Internalisierung externer Kosten vor (siehe auch den Hauptartikel 2b (= 5) – Ressourcen II), wodurch Fachleute – Experten im Auftrag des Gesetzgebers – feststellen, welche Arten von Ressourcenumsätzen mit Steuern zu belegen und welche mit Subventionen zu stützen sind, bzw. durch das Strafgesetzbuch geregelt werden müssen.

Dadurch würden die „externen Ressourcenumsätze [d]“ komplett in den „Preisen am externen Markt [c]“ berücksichtigt. Ethische Produkte wären tendenziell billiger als ansonsten gleichwertige unethische Produkte.

Neue Erkenntnis: Ungleichheit rentiert sich finanziell

Im Artikel „Vom freien Nomaden zum Sklaven des Marktes – X Zusammenschau“ hatten wir das

Heuristische allzeit gültige Kriterium für „gebunkertes“ Vermögen

formuliert:

Die Einlagerung von Geld- und/oder Sachwerten soll in Summe
der Deckung von unversicherten Risiken
und der Deckung der (Netto-)Inflation dienen.
Sowohl ein Mehr als auch ein Weniger sind unethisch,

da ein Mehr zur Inflation der Vermögenswerte führt,
ein Weniger den Haushalt durch Risiken verletzbar macht.

(Satz A-2)

Nun, dieser Satz A-2 stimmt nur bedingt (er ist irreführend). Es sind nämlich zwei Aspekte zu berücksichtigen. Vermögen bezeichne ich dann und nur dann als „gebunkertes“ Vermögen, wenn

  1. der Haushalt jetzt und hier keinen Nutzen davon hat (wenn es kein aktives Produktionsmittel ist)
  2. der Haushalt realistischerweise plant, damit unversicherte Risiken auszugleichen, sobald sie eintreten

Vermögen, das man eigentlich nicht braucht (weder jetzt und hier noch zur Deckung zukünftiger planbarer Risiken) und deswegen gegen Pacht, Miete oder Zins verborgt oder damit spekuliert, würde ich als produktives Vermögen bezeichnen, weil man damit ja jetzt und hier eine Rendite „produziert“.

Hier noch die Begriffe, die ich verwende

  • Person [1]: siehe auch https://de.wikipedia.org/wiki/Person (im folgenden eine knappe Zusammenfassung)

    WAS eine Person wirklich IST, scheint noch nicht geklärt zu sein, der Begriff der Person wird nämlich je nach Kontext unterschiedlich verwendet.
    Wir kümmern uns hier hauptsächlich um den Begriff der Person als Wirtschaftssubjekt oder als Rechtssubjekt (Subjekte agieren), im Gegensatz zum Gegenstand bzw. zum Objekt (Objekte reagieren bzw. entwickeln sich).
    • Das Rechtssubjekt
      Die Rechtswissenschaften unterscheiden zwischen natürlichen Personen und juristischen Personen als Träger von Rechten und Pflichten, neuerdings kommt noch die Diskussion über elektronische Personen hinzu (Roboter, Apps, usw.)
    • Das Wirtschaftssubjekt
      In der Wirtschaftstheorie ist die Person einerseits ein Element, das in Privathaushalten vorkommt (z.B. bei der statistischen Bestimmung von Durchschnittseinkommen, Lebenshaltungskosten und dergleichen), andererseits agiert die Person als Konsument, Unternehmer oder generell als Marktteilnehmer.
      Weiters kommen Personen als Teile des Personals vor. Mit Personal meint man die Gesamtheit der Beschäftigten, die im Auftrag eines Unternehmens agieren. Im Gegensatz dazu steht der Begriff der Privatperson, die im eigenen Interesse und nicht im Auftrag eines Unternehmens oder einer Behörde agiert.
  • Vermögen [2]: siehe auch https://de.wikipedia.org/wiki/Vermögen_(Wirtschaft), im folgenden zitiert (am 2.11.2021)

    […]In den Wirtschaftswissenschaften ist Vermögen (englisch assets) der in Geld ausgedrückte Wert aller materiellen und immateriellen Güter [4], die im Eigentum einer Wirtschaftseinheit [3] stehen.[…]

    […] Man unterscheidet grob zwischen Sachvermögen und Geldvermögen, je nachdem, ob Sachwerte oder geldnahe Vermögenswerte im Vordergrund stehen:
    • Sachvermögen: Eigentum an beweglichen Sachen und deren Zubehör, an Immobilien (Wohn- oder Gewerbeimmobilien, Grundstücken, grundstücksgleichen Rechten), an nicht börsennotierten Unternehmensbeteiligungen, an Produktionsmitteln oder Rohstoffen und an Schutzrechten (Patente, Lizenzen).
    • Geldvermögen: Bargeld, Geldanlagen (Bankguthaben), Wertpapiere (Aktien, Anleihen oder Investmentanteile) oder Forderungen.
    • Milton Friedman fügte 1957 noch das Arbeitsvermögen (englisch human capital) als Vermögen in Gestalt menschlicher Kenntnisse und Qualifikationen hinzu.[13] Arbeitsvermögen stellt somit die (abgezinsten) in Geld bewerteten Fähigkeiten einer Arbeitskraft dar, Einkommen zu erzielen.[…]
  • Aus Sicht der Betriebswirtschaft gibt es drei relevante Arten von Wirtschaftseinheiten [3]:

    Wirtschaftseinheiten sind definiert als wirtschaftlich selbständige Entscheidungsträger, das sind:
    • Öffentliche Haushalte,
    • Privathaushalte und
    • Betriebe (das sind
      • Öffentliche Betriebe und Verwaltungen sowie
      • Unternehmen).
  • Güter und Ressourcen [4]: siehe auch https://de.wikipedia.org/wiki/Gut_(Wirtschaftswissenschaft), im folgenden zitiert (am 2.11.2021)

    […]Als Gut im Allgemeinen bezeichnet man in der Wirtschaftswissenschaft alle materiellen und immateriellen Mittel, die der Bedürfnisbefriedigung dienen[…]

    Klassifikation von Gütern nach der Verfügbarkeit:

    […] Hier lassen sich freie und knappe Güter unterscheiden.[…]

    […]Freie Güter (Anmerkung: hier auf diesem Blog verwenden wir dafür auch den Begriff Ressourcen, was eigentlich nicht korrekt ist)
    Ein Gut ist frei, wenn es im betreffenden Gebiet zur betrachteten Zeit in so großer Menge vorhanden ist, dass jeder Mensch so viele Einheiten des Gutes konsumieren kann, wie er will, beziehungsweise bis seine Sättigungsmenge erreicht ist.[…]

    […]Da freie Güter in einem ausreichenden Maße zur Verfügung stehen, haben sie keinen Preis.[…]

    […] Freie Güter sind nicht zu verwechseln mit Gemeingütern. Diese sind zwar für alle Nachfrager frei zugänglich, ihre Bereitstellung ist jedoch meistens mit Kosten verbunden. So kann beispielsweise eine Gemeinde oder ein privater Betreiber eines Supermarkts Parkplätze für Autofahrer kostenfrei anbieten. Das Angebot an Parkplätzen ist jedoch naturgemäß begrenzt und kann deshalb knapp sein (→ Tragik der Allmende).[…]

    […]Knappe Güter
    Im Gegensatz zu den freien Gütern stehen knappe Güter (auch ökonomische Güter, wirtschaftliche Güter oder Wirtschaftsgüter) nicht in einem ausreichenden Maß zur Verfügung. Knappe Güter müssen durch die wirtschaftliche Tätigkeit von Menschen erzeugt oder bereitgestellt werden. In einem marktwirtschaftlichen System erfolgt der Ausgleich zwischen dem knappen Güterangebot und der weitaus höheren Nachfrage meist über den Preis. So wird bei einem hohen Preis ein Gut in der Regel weniger nachgefragt als bei einem niedrigeren Preis. Wirtschaftliche Güter werden in Realgüter (Sachgüter, Dienstleistungen und Rechte) sowie Nominalgüter (Geld und geldwerte Zahlungsmittel) eingeteilt.[…]

    Klassifikation nach dem Vorzeichen des Nutzens

    […]Waren und Dienstleistungen, deren Nutzen negativ sind, werden wirtschaftswissenschaftlich als „Ungut“ (teilweise auch „Missgut„, „Last“ oder „Übel„; englisch bad) bezeichnet. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass der Konsument (entgegen einem „Gut“) möglichst wenig von ihnen haben möchte; der Nutzen also bei steigender Menge abnimmt (statt zunimmt). Klassische Beispiele dafür sind Müll oder Schadstoffe: Man ist bereit, Geld dafür auszugeben, dieses „Ungut“ zu vermeiden, da es einen negativen Nutzen stiftet[…]
  • Wirtschaft [5]: siehe auch https://de.wikipedia.org/wiki/Wirtschaft, im folgenden zitiert (am 2.11.2021)

    […]Wirtschaft oder Ökonomie ist die Gesamtheit aller Einrichtungen und Handlungen, die der planvollen Befriedigung der Bedürfnisse dienen. Zu den wirtschaftlichen Einrichtungen gehören Unternehmen, private und öffentliche Haushalte, zu den Handlungen des Wirtschaftens Herstellung, Absatz, Tausch, Konsum, Umlauf, Verteilung und Recycling/Entsorgung von Gütern. Solche Zusammenhänge bestehen zum Beispiel auf welt-, volks-, stadt-, betriebs- und hauswirtschaftlicher Ebene.[…]

Guten Morgen

Oktober 28, 2021

Gestern am Abend durfte ich mit einem Simulationsexperten diskutieren.

Was mir an seiner Argumentation auffiel, war, dass er bei „Objekten des realen Universums“ zwei Arten unterschied, warum sich solch ein Objekt verändert:

  1. Evolution…die Natur verändert sich „automatisch“
  2. Induktion…ein User ändert etwas an der Natur.

Beim Schlafengehen musste ich darüber nachdenken.

Das Vorhandensein von „Induktion“ heißt ja eigentlich, dass der Mensch einen freien Willen hat, weil er an der Natur Änderungen vornehmen kann, die von selbst nicht entstanden wären.

Hier ist natürlich die Frage, ob man den Beobachter vom System trennt oder nicht.

Wenn man den Beobachter nämlich als Teil des Systems modelliert, dann entwickelt (Evolution!) er sich ja MIT dem System und die Sache mit dem freien Willen relativiert sich.

Überhaupt muss man als gläubiger Mensch ja feststellen, dass auch Gott einen freien Willen hat, und dass er seinen Willen – da er ja der Stärkere ist – sicher durchsetzen wird.

Ist also der freie Wille des Menschen für religiöse Menschen eine Illusion?

Nein. Denn Gottes Gedanken sind nicht unsere Gedanken, und AUS UNSERER SICHT haben wir sehr wohl einen freien Willen.

Das impliziert aber, dass Gott seine Gedanken – und sich selbst – bis zu einem gewissen Grad vor uns versteckt.

Und nun stellte ich mir – wie gesagt, beim Schlafengehen – die Frage, WARUM sich Gott vor uns versteckt.

Ich konnte nur eine Antwort finden:

So wie es uns Menschen unangenehm ist, unsere Blöße zu zeigen, so ist es auch Gott unangenehm, wenn seine Blöße offenbar wird.

Wenn unsere Blöße endgültig offenbar wird, dann bricht nur das Wirtschaftssystem zusammen.

Aber wenn Gottes Blöße offenbar wird, dann ist das das Ende des Universums an sich.

Meint

Euer Christoph


Kleiner Quercheck (BIP vs. Nettoeinkommen)

Oktober 22, 2021

Hallo liebe Leser,

Habe mich letzte Woche gefragt, wohin denn unser ganzes Geld kommt.

Meines Wissens war das BIP in Österreich 2020 knapp über 400 Milliarden EUR, das gesamte Nettoeinkommen der Österreicher aber meiner Meinung unter 100 Milliarden.

Ich, als der Wirtschaftstheorie unkundiger, frage mich natürlich: wo kommen diese 300 Milliarden hin?

  • Versickern die in „dunklen Kanälen“?
  • Ist das das Budget des Staatshaushalts?
  • Bekommen das 1:1 die „Reichen und Mächtigen“?
  • sonstige unangenehme Erkenntnisse

Und so muss ich mir die Arbeit machen, die Zahlen zusammenzugoogeln.

Tabelle 1: Erwerbsstatus der Österreicher

Zuerst einmal beziehe ich mich auf die Statistik Austria, die den Erwerbsstatus der Österreicher (in Österreich ansäßigen Personen) auf folgender Seite minutiös auflistet:
(https://www.statistik.at/web_de/statistiken/menschen_und_gesellschaft/arbeitsmarkt/erwerbsstatus/index.html) ,

insbesondere in der EXCEL Datei https://www.statistik.at/wcm/idc/idcplg?IdcService=GET_NATIVE_FILE&RevisionSelectionMethod=LatestReleased&dDocName=062859

Wenn man Arbeitslose zu den „Erwerbspersonen“ hinzuzählt (laut ILO Konzept) und Kinder unter 15 Jahren zu den „Nicht-Erwerbspersonen“ addiert (diese Freiheit nehme ich mir, um die Gesamtbevölkerung abzubilden), dann ergibt sich auf Basis Q4/2020 eine Quote (EP = Erwerbspersonen, EW = Einwohner) von


EP (über 15 J.) = 4,575 Millionen
EW = 8,7733 Millionen
EP / EW = 52%

Wenn man nicht die Erwerbspersonen, sondern die Erwerbstätigen rechnet (wenn man also die Arbeitslosen subtrahiert), dann kommt man auf Basis Q4/2020 zu einer Quote (ET = EP – AL, ET = Erwerbstätige, AL = Arbeitslose) von


ET (über 15 J.) = 4,3248 Millionen
(also 0,25 Millionen AL – Arbeitslose)
ET / EW = 49%

Ich werde mir die Freiheit nehmen, und im folgenden mit einer „Effektiven Erwerbsquote (EEQ)“ von 50% rechnen:

EEQ = 50%

OK, nun wissen wir also, mit wem wir es zu tun haben.

Aber wir fragen uns ja, was diese Leute verdienen (Gesamtnettoeinkommen der Inländer) und woher dieses Geld kommt (Bruttosozialprodukt):

Tabelle 2: Einkommenssituation

Die Einkommenssituation der Österreicher behandelt die Statistik Austria auf folgender Seite: https://www.statistik.at/web_de/statistiken/menschen_und_gesellschaft/soziales/personen-einkommen/allgemeiner_einkommensbericht/index.html

insbesondere in folgender Datei (Zahlen leider aus dem Jahr 2017): https://www.statistik.at/wcm/idc/idcplg?IdcService=GET_NATIVE_FILE&RevisionSelectionMethod=LatestReleased&dDocName=021680

Dort findet man folgende Summenwerte (Anzahl Personen / arithmetisches Mittel des Bruttojahreseinkommens):

  • Ausschließlich selbstständig Erwerbstätige: 355.682 / 29.207,-
  • Unselbständig Erwerbstätige und Pensionisten: 6.369.259 / 23.679,-
  • Mischfälle (Schwerpunkt selbstständig): 79.419 / 59.950,-
  • Mischfälle (Schwerpunkt unselbständig): 433.420 / 43.730

Check 1:

  • 355.682 + 6.369.259 + 79.419 + 433.420 = 7.237.780 Personen über 15 Jahre (Basis 2017)
  • In der Tabelle 1 (Erwerbsstatus) steht für diesen Wert 7,496 Millionen Personen über 15 Jahre (Basis Q4/2020)
  • Das passt also in etwa

Check 2: Gesamtes Bruttoeinkommen

  • 355.682 x 29.207,- +
    6.369.259 x 23.679,- +
    79.419 x 59.950,- +
    433.420 x 43.730 =
    ———————–
    = 10.388.404.174,00 € + 150.817.683.861,00 € + 4.761.169.050,00 € + 18.953.456.600,00 €
    ———————–
    = 184.920.713.685,00 €
  • Gesamtes Bruttoeinkommen aus Erwerbstätigkeit und Pensionen: ~185 Milliarden Euro (Stand 2017)
  • Das wollen wir jetzt mit dem BNE vergleichen.

Bruttonationaleinkommen (Bruttosozialprodukt)

Das Bruttonationaleinkommen BNE ist entsprechend der Seite
https://de.statista.com/statistik/daten/studie/704703/umfrage/bruttonationaleinkommen-bne-von-oesterreich/
im Jahr 2017

BNE = 365,88 Milliarden Euro

gewesen.

Und das ist jetzt seltsam.

Das BNE ist ja der Gegenwert der Güter und Dienstleistungen, die von in Österreich ansäßigen Personen produziert worden sind, abzüglich der Vorleistungen, die von Nicht-Inländern erbracht worden sind, also die „nationale Gesamtwertschöpfung“.

Man sollte also annehmen, dass sich aus diesen 365,88 Milliarden Euro 1:1 das Bruttoeinkommen ergibt, also – dividiert durch 8 Millionen – ca. 45.000,- Euro pro Mann und Nase, vom Baby bis zum Großvater (arithmetisches Mittel).

Laut Einkommensbericht „verdienen“ aber 7,5 Millionen Personen insgesamt 185 Milliarden Euro. Das sind also durchschnittlich (arithmetisches Mittel) ca. 25.000,- Euro.

Wo ist die andere Hälfte der Beute?

Wir haben hier also das Bild eines Kriegszuges vor uns, dessen halbe Beute an die Soldaten (die selbständig oder unselbständig Erwerbstätigen) ausgeschüttet wird.

Aber wer bekommt die andere Hälfte?

Hier hilft uns folgender Link:

Es wird nämlich zwischen 7 Arten von Einkünften unterschieden ( https://www.bmf.gv.at/themen/steuern/fuer-unternehmen/einkommensteuer/einkommensbegriff.html ) und der „Allgemeine Einkommensbericht“ (Tabelle 2) berücksichtigt eben nicht alle Einkünfte der Inländer.

7 Einkunftsarten

  1. Einkünfte aus selbständiger Arbeit
  2. Einkünfte aus Land/Forstwirtschaft
  3. Einkünfte aus Gewerbebetrieben
  4. Einkünfte aus unselbständiger Arbeit
  5. Einkünfte aus Kapitalvermögen
  6. Einkünfte aus Vermietung/Verpachtung
  7. Sonstige Einkünfte

Der Einkommensbericht berücksichtigt aber nur 1) , 2) , 3) , 4) + Pensionen

Die andere Hälfte des Volkseinkommens ergibt sich aber durch „arbeitsloses Einkommen“ nach 5) , 6) und 7) ( Karl Marx, schau oba ).

D.h. die Hälfte der österreichischen Wertschöpfung wird durch Pacht, Miete, Zinsen oder Spekulation erwirtschaftet, indem Vermögende Teile ihres Vermögens, die sie eigentlich nicht (mehr) brauchen, an Leute überlassen, die diese so dringend brauchen, dass sie dafür eben Pacht, Miete, Zinsen oder einen höheren Preis zahlen.

Meint

Euer Christoph


The Parable of the Prodigal Son (Plan A/Plan B)

Oktober 3, 2021

Dear all,

I guess, most of you will know the parable of the prodigal son, at least from some early visits to the church in your childhood (to remember, you can read this: https://en.wikipedia.org/wiki/Parable_of_the_Prodigal_Son).

However, the story is not new. It already starts in the first book of Mose, the book Genesis (citing):

[…]
[2:8] And the LORD God planted a garden in Eden, in the east; and there he put the man whom he had formed.
[2:9] Out of the ground the LORD God made to grow every tree that is pleasant to the sight and good for food, the tree of life also in the midst of the garden, and the tree of the knowledge of good and evil.
[…]
[2:15] The LORD God took the man and put him in the garden of Eden to till it and keep it.
[2:16] And the LORD God commanded the man, „You may freely eat of every tree of the garden;
[2:17] but of the tree of the knowledge of good and evil you shall not eat, for in the day that you eat of it you shall die.“
[…]
[3:1] Now the serpent was more crafty than any other wild animal that the LORD God had made. He said to the woman, „Did God say, ‚You shall not eat from any tree in the garden‘?
[3:2] The woman said to the serpent, „We may eat of the fruit of the trees in the garden;
[3:3] but God said, ‚You shall not eat of the fruit of the tree that is in the middle of the garden, nor shall you touch it, or you shall die. ‚“
[…]

We see, the serpent tried to confuse the woman completely, for it lied on the command of God.

However, the woman was already a bit confused (probably by the man), for she thought the fruits of the tree in the middle of the garden should not be eaten (that would comprise both trees, the tree of life and the tree of the knowledge of good and evil), but God had never forbidden to eat the fruits of the tree of life!!

We see: God had two plans for mankind.

Plan A: Mankind would eat from the tree of life, evolution of mankind would end (for everybody lived for eternity), and all would live happily and eternally without any sin in the garden.

Plan B: Mankind would eat from the tree of the knowledge of good and evil, mankind would have to leave the garden and hence the tree of life would be unreachable for mankind, until they got smart enough to ask for forgiveness.

Mankind was too stupid to take the fruits of the tree of life. So God sent the serpent to teach mankind and to activate Plan B.

Now, when mankind was far away from home to learn the „rules of life“ – like the prodigal son – mankind kept to be stupid and did not learn and did not return home.

Hence God activated Plan C and sent his son to settle the bill and to bring mankind the fruits of the tree of life.

We – nowadays – are still experiencing a high level of stupidity, so we wonder: Will there be a Plan D?

I do not know.

Says

Yours Christoph


Lenkungseffekt, Machbarkeit, Gebet

September 24, 2021

Hauptartikel: Der Waldmensch ruft – (5/2b) Ressourcen II

Einleitung

Nun haben wir gewisse Grundbegriffe besprochen, damit wir wissen, worüber wir in der Serie „Der Waldmensch ruft“ sprechen (Was ist ein Haushalt? Was sind Ressourcen? Welche Prozesse gibt es in einem Haushalt?)

Nach einem Ausflug in die Theologie – nach theologischer Interpretation des Nachhaltigkeitsbegriffes -, den wir hier vorgenommen haben:

wollen wir nun unseren Ressourcenbegriff zu Ende führen.

Das Verursacherprinzip

Derjenige, der durch seinen – unausgeglichenen – Ressourcenumsatz – bei jemand anderem eine Umsatzeinbuße (oder eine Umsatzsteigerung) bewirkt, hat dafür gerade zu stehen (oder belohnt zu werden).

Siehe den Artikel Das Verursacherprinzip (Replik)

Sind Umweltschäden einfach Umsatzeinbußen woanders

Ja!

Siehe den Artikel Umweltschäden-Umsatzeinbußen (externe Effekte)

Hinweise zur Verortung des „RU“

  • Wer ist der Souverän?
  • Was genau sind Haushalt / Umwelt / Markt?
  • Der importierte ArbeitsPLATZ

Siehe den Artikel Hinweise zur Verortung des „RU“

Lenkungseffekt, Machbarkeit, Gebet

Wer zahlt, schafft an.

Und wer anschafft, zahlt.

(Satz 5-4-1)

Wie war das mit dem Lenkungseffekt und der Internalisierung externer Effekte (siehe HIER)? Wenn man die Ausgleichszahlung dem Haushalt aufbrummt, der den Umweltschaden VERURSACHT hat, dann wird, kann und darf er sich entscheiden, statt der Ausgleichszahlung ein umweltfreundlicheres Verhalten an den Tag zu legen.

Dieser sogenannte Lenkungseffekt hat nur einen Fehler: gerade die Menschen, die einen besonders großen ökologischen Fußabdruck haben (die Reichen und Mächtigen), können sich diese Ausgleichszahlungen sozusagen „aus der Portokassa leisten“, ohne ihr Verhalten ändern zu müssen.

Wir werden also sehen, ob die CO2-Steuer wirklich etwas bewirkt, außer dass die Armen wieder ärmer und die Reichen wieder reicher werden.

Die Machbarkeit unserer Umweltgelüste ist also – so sehr ich das Engagement der Greta Thunberg und der Fridays for Future und aller anderen Umweltaktivisten schätze – trotzdem fraglich.

Solange unsere Pläne und Hoffnungen nicht im Einklang sind mit dem, der der wirkliche Souverän ist, werden wir keinen Erfolg haben (und wer das ist, das hatte ich HIER geschrieben).

Meint

Euer Christoph

Nachwehen

Nachdem wir nun unseren Ressourcenbegriff zu Ende geführt haben, wollen wir noch ein paar Details aus der Serie VOM FREIEN NOMADEN ZUM SKLAVEN DES MARKTES (ZUSAMMENFASSUNG HIER) nachbessern, die sich im Prinzip mit demselben Thema beschäftigt hatte wie DER WALDMENSCH RUFT, jedoch sozusagen der VORLÄUFER ist, bei dem ich mir der Dinge noch nicht so recht bewußt war.

Hier also jetzt eine Liste von Themen, die in Zukunft evtl. noch bearbeitet werden.

Allerdings möchte ich meine Leser nicht langweilen und werde es wahrscheinlich von Eurem Feed Back abhängig machen, ob ich auf diese Themen noch einmal zurück komme.

Hier also die Liste:

1.) Kopfzahl:

  • möglichst viele Kinder haben / die Welt verändern,
  • Wachstum aus Geselligkeit,
  • N vergrößern wegen Macht des Fürsten,
  • sich ausbreiten „wie ein Ölfleck“.

—> die Grenzen des Wachstums

Was genau ist Wachstum? Angebot und Nachfrage? Die drei Arten, zu einem Preis zu kommen?

Sollen wir N reduzieren? Wie könnte das gehen? Verschiedene verrückte Ansätze. Stadt versus Land. Die Schlacht wird am Land geschlagen.

Nachhaltigkeit – Sustainability – Größe der Menschheit (wachsen oder schrumpfen) – einschneidende Ereignisse (notwendig oder nicht?)

2.) Erstes Kriterium: die Geheimnisse der Wertschöpfung. Erstes Kriterium. Möglichst wenig Transport? Unendliche Wertschöpfung.

3.) Zweites Kriterium: Schwund, Inflation – rekapituliere.

nachhaltig = keine menschliche Arbeitskraft verschwenden und krisensicher sein.

4.) Drittes Kriterium: Naturgesetze, externe Effekte.

5.) „Was kann ein einzelner Haushalt tun (die verschiedenen Verschachtelungen: Individuum, 1. – 4.)?“ und „sustainable growth“.

6.) Noch einmal Eigentum (zum x-ten Male wiederholt)

  1. Parzellierung – Intensivierung – Effizienz
  2. Natürliches Eigentum (Stakeholder) vs. Juristisches Eigentum (Shareholder)
  3. Urheberschaft ist gottgegeben / Eigentum ist nur geborgt
  4. noch einmal „geistiges Eigentum“ – mein Thema (the mission)
  5. Rolle der Wissenschaft bei der „Parzellierung des Know How“

Hinweise zur Verortung des „RU“

September 19, 2021

Hauptartikel: Der Waldmensch ruft – (5/2b) Ressourcen II

Einleitung

Nun haben wir gewisse Grundbegriffe besprochen, damit wir wissen, worüber wir in der Serie „Der Waldmensch ruft“ sprechen (Was ist ein Haushalt? Was sind Ressourcen? Welche Prozesse gibt es in einem Haushalt?)

Nach einem Ausflug in die Theologie – nach theologischer Interpretation des Nachhaltigkeitsbegriffes -, den wir hier vorgenommen haben:

wollen wir nun unseren Ressourcenbegriff zu Ende führen.

Das Verursacherprinzip

Derjenige, der durch seinen – unausgeglichenen – Ressourcenumsatz – bei jemand anderem eine Umsatzeinbuße (oder eine Umsatzsteigerung) bewirkt, hat dafür gerade zu stehen (oder belohnt zu werden).

Siehe den Artikel Das Verursacherprinzip (Replik)

Sind Umweltschäden einfach Umsatzeinbußen woanders

Ja!

Siehe den Artikel Umweltschäden-Umsatzeinbußen (externe Effekte)

Hinweise zur Verortung des „RU“

Wer ist der Souverän?

In den zuletzt geschriebenen Artikeln war einige Male die Rede davon, dass Gesetze oder Entscheidungen „im Namen des Souveräns“ exekutiert bzw. getroffen werden.

Nun herrscht heutzutage in den Medien eine gewisse „Nebelgranatenstimmung“, die immer wieder so tut, als wären

  • die Regierung,
  • die Unternehmen,
  • die Wirtschaft oder gar
  • das Individuum

der Souverän, der anderen Leuten beliebige Vorschriften machen könnte.

Also: Wer ist der Souverän?

Antwort:
Der einzige wirklich und absolut
regierende Souverän ist
Gott der Herr
(darum ist er ja auch „der Herr“).
(Satz 5-3-1)

Aber:

Jede Autorität kommt von Gott, aber
ER selbst läßt sich hier im Universum
offensichtlich von den Dienern vertreten,

die er sich nach Belieben erwählt
(mit Ausnahme der 33 Jahre, die
SEIN SOHN in Palästina
anwesend war, und der Kommunion).

Zum Beispiel:

1.) Von den Engeln und Dämonen,
die nicht so furchterregend sind wie ER

2.) Von den Naturgesetzen, deren
Erforschung sich die Wissenschaften
verschrieben haben.

3.) Von erwählten Menschen, die
sich einer NATÜRLICHEN AUTORITÄT
bedienen

4.) Von seiner Hl. Kirche, der er den
HEILIGEN GEIST gesandt hat

5.) Von Lehrern

6.) Vom Ehepartner und von den Eltern

7.) Von den Richtern, Parlamenten, Vorsitzenden und Regierenden
der Staaten und anderer Haushalte *)

*) es gibt verschiedene – auch fehlerhafte – Methoden, wie die Haushalte ihre Vorsitzenden und Regierenden „feststellen“, aber „erwählt“ werden sie von GDH, machmal auch als Gottes Strafe für ein sündiges Volk.
„Jedes Volk hat die Regierenden, die es verdient“, sagt man. Auch die fehlerhaften Methoden führen zu dem Ziel, welches GDH vorgesehen hat.

Umwelt / Haushalt / Markt

In dieser Beitragsreihe dreht sich alles um den „Haushalt H“, um seine Beziehungen zur Umwelt und um seine Beziehungen zum Markt.

Ich kann immer nur aus meiner Perspektive denken, fühlen und handeln. In „meinen Haushalten“ gibt es also immer ein ICH.

Anmerkung: natürlich kann ich in mehreren Haushalten Mitglied sein:

  • Ich bin Mitglied meiner Rumpffamilie
  • Ich bin noch verbunden mit meiner Herkunftsfamilie
  • Ich bin Mitarbeiter in einem bestimmten Unternehmen
  • Ich bin Wiener
  • Ich bin Österreicher
  • Ich bin Europäer
  • Ich bin Einwohner der Erde (ich nenne sie „Humanistan“ 🙂 )
  • Ich gehöre zur Milchstraße
  • Ich bin katholisch und somit rückwärtskompatibel zur christlichen Orthodoxie
  • Auch zu Moses, zum Judentum, zu Abraham und zu Noah
  • Ich bin sogar rückwärts kompatibel mit dem Agnostizismus und wohl so mancher Naturreligion*))
  • Allerdings bin ich nicht rückwärts kompatibel mit Muslimen, da Mohammed die Ergänzungen, die nach Abraham hinzugefügt wurden, wieder entfernt (verboten) und durch eigene Ergänzungen ersetzt hat.
  • Auch die Protestanten haben Sachen verboten, an die ein Katholik eigentlich glauben darf
  • Zum Atheismus bin ich auch nicht kompatibel, da dort generell verboten wird an Gott zu glauben

*)) nur, dass ich das, was die alten Naturreligionen als „Götter“ bezeichnet haben, eher als „Engel und Dämonen“ bezeichnen würde.

Natürlich kann ich versuchen – und soll das auch – die Probleme der anderen Menschen mitzudenken, mitzufühlen und in meinen Handlungen zu berücksichtigen, aber auf die Menschen in fremden Haushalten Rücksicht zu nehmen, fällt schwer, insbesondere, wenn Interessen der eigenen Haushalte in Gefahr sind.

Jesus Christus hat aber sogar die Feindesliebe angeordnet, ich muss also sogar Islamisten gegenüber mich wohlwollend verhalten, auch wenn es schwer fällt (das schließt eine Notwehr nicht aus).

Ich muss Muslime aber nicht unbedingt als „Teil meines Haushaltes“ bezeichnen / bewerten / behandeln, in ihrer Eigenschaft als Muslime werden sie für mich immer Gäste bleiben.

In meinen Haushalten gibt es also jeweils ein ICH und ein WIR.

Jeder Mensch – auch aus fremden Haushalten – ist ein DU, aber er gehört nicht unbedingt zum WIR.

Wenn DU ein Muslim bist, kann ich sagen: „WIR sind Menschen“, „WIR sind Wiener“, „WIR sind Österreicher“, „WIR sind Europäer“, „WIR sind Erdenbürger“, „WIR sind Einwohner der Milchstraße“, aber ich kann NICHT sagen: „WIR haben kompatible Religionen“, so sorry.

Beziehungen zu Umwelt und Markt

Jetzt ist einigermaßen klar, dass ein Haushalt eine Gruppe von Menschen ist, eine Gemeinschaft.

Und zwar eine Gemeinschaft, die die gemeinsame Bewirtschaftung von Gütern und Ressourcen betrifft.

Ein Haushalt besteht also

  • aus einer Menge von in ihren Wirtschaftsprozessen zusammenhängenden menschlichen Personen,
  • aus ihrem produktiven Vermögen – Eigentum und Besitz -, das bezeichne ich als „Produktionsmittel“
  • aus ihrem unproduktiven Vermögen – das ist üblicherweise Eigentum – im Lager / in den Lagern des Haushalts

Einige Beispiele:

  • Eine Religion ist zum Beispiel eine Gemeinschaft, die hauptsächlich ihre GLAUBENSSCHÄTZE gemeinsam bewirtschaftet (um das ewige Ziel zu erreichen).
  • Eine Firma ist eine Gemeinschaft, die hauptsächlich ihr geistiges Eigentum gemeinsam bewirtschaftet (um die Ziele der Eigentümer zu erreichen).
  • Die Wissenschaft ist eine Gemeinschaft, die ihr geistiges Eigentum gemeinsam bewirtschaftet (um den Fortbestand der Menschheit langfristig zu sichern)
  • Eine Familie ist eine Gemeinschaft, die ihr gesamtes VERMÖGEN, insbesondere ihre ZUNEIGUNG, gemeinsam bewirtschaftet (um den Fortbestand der Menschheit für die nächste Generation zu sichern).
  • Ein Bauernhof bewirtschaftet das ACKERLAND, die WÄLDER, GEWÄSSER und WIESEN (um den Fortbestand der Menschheit für die nächsten Jahre zu sichern)
  • Ein Staat ist eine Gemeinschaft, die aus allen Bewohnern des Staatsgebiets besteht und alle Ressourcen des Staatsgebietes und das Vermögen des Volkes bewirtschaftet (um die Menschenrechte auf dem Staatsgebiet zu sichern)
  • usw.

Die Beziehungen zum Markt äußern sich durch Exporte und Importe, die Beziehungen zur Umwelt äußern sich durch Ressourcenumsätze „RU“.

Dabei ist klar, dass die Exporte die Importe finanzieren (ob es sich um bezahlte Güter oder um Tauschgeschäfte handelt, spielt hier keine Rolle) und dass der Ressourcenumsatz a priori gratis ist.

Ist Umwelt gleich Natur?

Nein!

In ganz Europa gibt es nur mehr einige Quadratkilometer naturbelassene Wälder, Urwälder, alles andere ist durch menschliche Forstwirtschaft beeinflußt.

Trotzdem ist es in vielen Staaten per Gesetz erlaubt, frei die Wälder zu durchstreifen, obwohl sie einen Eigentümer haben.

In diesem Beispiel versorgt mich ein anderer Haushalt mit einer gratis Ressource – dem Erholungserlebnis im Wald – die ich in einem Urwald – der vor Dickicht nur so strotzt – nicht hätte.

Zählt dieser Wald jetzt zum „Markt“ (das Erholungserlebnis hat ein anderer Haushalt zur Verfügung gestellt) oder zählt er zur „Umwelt“ (das Erlebnis ist gratis)?

Ich möchte die Begriffe „Umwelt“ und „Markt“ über ihre Beziehungen zum Haushalt H definieren:

  • Der Gütertransfer zwischen „Haushalt H“ und „seiner Umwelt“ ist frei (kann jedoch vom Souverän sanktioniert werden)
  • Der Gütertausch zwischen „Haushalt H“ und „seinem Markt“ folgt dem Prinzip „Quid pro Quo“

Das heisst letzten Endes, dass es für mich auch Haushalte gibt, die in „meiner Umwelt“ liegen, da wir uns gegenseitig Geschenke machen. Andere Haushalte liegen in „meinem Markt“, da wir einander Rechnung legen.

Open Source Software ist z.B. in vielen Fällen ein „Geschenk an die Gesellschaft“, welches nur durch „Umwegrentabilität“ finanziert werden kann.

Arbeitsplatz vs. Arbeit

In der allgemeinen Deklaration der Menschenrechte kann man im Artikel 23 lesen:

Artikel 23 (Recht auf Arbeit, gleichen Lohn)

  1. Jeder Mensch hat das Recht auf Arbeit, auf freie Berufswahl, auf gerechte und befriedigende Arbeitsbedingungen sowie auf Schutz vor Arbeitslosigkeit.
  2. Jeder Mensch, ohne Unterschied, hat das Recht auf gleichen Lohn für gleiche Arbeit.
  3. Jeder Mensch, der arbeitet, hat das Recht auf gerechte und befriedigende Entlohnung, die ihm und der eigenen Familie eine der menschlichen Würde entsprechende Existenz sichert, gegebenenfalls ergänzt durch andere soziale Schutzmaßnahmen.
  4. Jeder Mensch hat das Recht, zum Schutz der eigenen Interessen Gewerkschaften zu bilden und solchen beizutreten.

Nun, dem ist nichts hinzuzufügen. Außer…… Ja, ich weiß ich bin ein i-Tüpferlreiter, aber eigentlich will ich kein „Recht auf Arbeit“, sondern ein „Recht auf einen Arbeitsplatz“.

Warum?

Der Arbeitgeber ist eigentlich kein Arbeitgeber, sondern ein ArbeitsPLATZgeber. Der ARBEITgeber bin schon ich, weil ich ja meine Arbeit hergebe – und dafür einen Lohn bekomme.

Den ArbeitsPLATZ gibt aber der Unternehmer, und ich muss dafür bezahlen!

Warum muss ich für meinen ArbeitsPLATZ bezahlen?

Nun, als unselbständig Angestellter verdiene ich – z.B. 17,- EUR netto, d.s. ca. 34,- EUR brutto.

Ein Selbständiger, z.B. mein Installateur, bekommt für eine Arbeitsstunde aber an die 100,- EUR.

Ich gebe zu, dass der Vergleich zwischen Software-Entwickler und Installateur hinkt, aber es sieht so aus, als würde mich mein ArbeitsPLATZ, den ich vom ArbeitsPLATZmarkt importiert habe, an die 60,- EUR pro Stunde kosten.

Meint

Euer Christoph

Lenkungseffekt, Machbarkeit, Gebet

Diesen Artikel findet man HIER (Lenkungseffekt / Machbarkeit / Gebet)


Sind Umweltschäden einfach Umsatzeinbußen?

September 18, 2021

Hauptartikel: Der Waldmensch ruft – (5/2b) Ressourcen II

Einleitung

Nun haben wir gewisse Grundbegriffe besprochen, damit wir wissen, worüber wir in der Serie „Der Waldmensch ruft“ sprechen (Was ist ein Haushalt? Was sind Ressourcen? Welche Prozesse gibt es in einem Haushalt?)

Nach einem Ausflug in die Theologie – nach theologischer Interpretation des Nachhaltigkeitsbegriffes -, den wir hier vorgenommen haben:

wollen wir nun unseren Ressourcenbegriff zu Ende führen.

Das Verursacherprinzip

Derjenige, der durch seinen – unausgeglichenen – Ressourcenumsatz – bei jemand anderem eine Umsatzeinbuße (oder eine Umsatzsteigerung) bewirkt, hat dafür gerade zu stehen (oder belohnt zu werden).

Siehe den Artikel Das Verursacherprinzip (Replik)

Sind Umweltschäden einfach Umsatzeinbußen woanders?

Ja!

Und ich kann das auch begründen.

Es erscheint ja auf den ersten Blick seltsam, dass man eine ethisch-moralische Angelegenheit, was eine „Umweltsünde“ ja ist, mit rein finanziell-wirtschaftlichen Mitteln wieder gut machen möchte (siehe oben „Das Verursacherprinzip“).

Nehmen wir wieder das Beispiel vom Fabriksbesitzer, der die Abwässer seiner Fabrik ungeklärt in den Fluß leitet.

Durch diese Abwässer sinkt der Fischbestand und der Fischer, der 10 km flußabwärts sein Geschäft betreibt, erleidet eine Umsatzeinbuße.

Nun verurteilt ein Richter den Fabriksbesitzer im Namen des Souveräns, dass er dem Fischer diese Umsatzeinbuße ausgleichen soll.

Abb. 5-2-1: Internalisierung externer Effekte durch ein UMWELTGERICHT

Ich habe mir den Spaß erlaubt im Katechismus der katholischen Kirche (KKK) nachzulesen.

Dort finden wir die „Achtung vor der Unversehrtheit der Schöpfung“ in dem Kapitel, das sich mit dem siebenten Gebot des Mose beschäftigt, welches da lautet: „Du sollst nicht stehlen“.

Ich erlaube mir zu zitieren aus dem KKK (https://www.vatican.va/archive/DEU0035/__P8H.HTM):

[…]2401 Das siebte Gebot verbietet, fremdes Eigentum unrechtmäßig an sich zu nehmen oder zurückzubehalten und dem Nächsten auf irgendwelche Weise an Hab und Gut Schaden zuzufügen. Es schreibt Gerechtigkeit und 1807 Liebe in der Verwaltung der irdischen Güter und der Früchte der menschlichen Arbeit vor. Es verlangt, im Hinblick auf das Gemeinwohl, die allgemeine Bestimmung der Güter und das Recht auf Privateigentum zu achten. Der Christ ist in seinem Leben bestrebt, die Güter dieser Welt auf Gott und 952 die Bruderliebe hinzuordnen.[…]

[…]2415 Das siebte Gebot verlangt auch, die Unversehrtheit der Schöpfung zu achten. Tiere, Pflanzen und leblose Wesen sind von Natur aus zum gemeinsamen Wohl der Menschheit von gestern, heute und morgen bestimmt [Vgl. Gen 1,28-31]. Die Bodenschätze, die Pflanzen und die Tiere der Welt dürfen nicht ohne Rücksicht auf sittliche Forderungen genutzt werden. Die Herrschaft über die belebte und die unbelebte Natur, die der Schöpfer dem Menschen übertragen hat, ist nicht absolut; sie wird gemessen an der Sorge um die Lebensqualität des Nächsten, wozu auch die künftigen Generationen zählen; sie verlangt Ehrfurcht vor der Unversehrtheit der Schöpfung [Vgl. CA 37-38].[…]

Auch hier wird also der Umweltschutz über den Umweg der Nächstenliebe definiert.

Umweltschutz ist Menschenschutz und Menschennutz.
(Satz 5-2-1)

Weiters müssen wir uns klar werden, was wir unter dem Begriff „Umsatz“ verstehen.

Zu diesem Zweck hatten wir im Artikel II – Zur Hofwirtschaft einen „fiktiven Bruttoumsatz fBU = R / EQ“ definiert.

D.h. wir hatten den Gesamtaufwand im Haushalt – gemessen in Personenstunden – in Beziehung gesetzt zum Aufwand für den Export (und damit eine Erwerbsquote EQ definiert), sowie den Erlös für den Export (Revenue R) hochgerechnet auf die Gesamtproduktion.

Damit ist fBU ein fiktiver Wert für die „wirtschaftliche Größe“ des Haushalts, in der aber auch die interne Eigenproduktion für den internen Eigenverbrauch mit berücksichtigt ist, also zum Beispiel die Führung des Haushalts, die Eigenproduktion von Marmelade und dergleichen.

Wenn nun der Fischer aus dem o.g. Beispiel eine Umsatzeinbuße hat (eine Reduktion von R), dann wird er auch weniger Geld haben, um die Materialien und Produktionsmittel für die Eigenproduktion zu importieren. Die Eigenproduktion wird also auch Einbußen erleiden, der Haushalt „läuft nicht mehr so rund“, die Familie ist unglücklich und hadert.

Mit einem Wort, diese Einbuße an Lebensqualität sollte ebenfalls über die Ausgleichszahlung „eingepreist“ werden, sozusagen als „Schmerzensgeld“.

Ist nun dem Fischer geholfen?

Eigentlich nicht, denn die wahre Ursache, der Schmutz im Fluß, ist immer noch nicht beseitigt.

Aber nun wird der Fabriksbesitzer seinen Rechenstift hervorholen und wird abwägen, was ihn weniger kostet. Die Ausgleichszahlungen für die geschädigten Mitmenschen oder der Einbau einer Kläranlage.

Und ich wette, wenn man wirklich ALLE Umsatzeinbußen der Mitmenschen berechnete, dann würde sich eine Kläranlage hundertmal rentieren.

Man könnte natürlich einfach den Einbau einer Kläranlage durch ein Gesetz des Souveräns vorschreiben. Dann würde man sich das komplizierte Gerichtsverfahren um die Ausgleichszahlungen ersparen. So wird es auch in vielen Fällen gemacht (die Unternehmer jammern dann natürlich über einen Vorschriftendschungel, aber sollen sie jammern, mich störts nicht).

Meint

Euer Christoph

Detaillierte Verortung des „RU“

Diesen Artikel findet man HIER (Hinweise)

Lenkungseffekt, Machbarkeit, Gebet

Diesen Artikel findet man HIER (Lenkungseffekt / Machbarkeit / Gebet)


Das Verursacherprinzip (Replik)

September 15, 2021

Hauptartikel: Der Waldmensch ruft – (5/2b) Ressourcen II

Einleitung

Nun haben wir gewisse Grundbegriffe besprochen, damit wir wissen, worüber wir in der Serie „Der Waldmensch ruft“ sprechen (Was ist ein Haushalt? Was sind Ressourcen? Welche Prozesse gibt es in einem Haushalt?)

Nach einem Ausflug in die Theologie – nach theologischer Interpretation des Nachhaltigkeitsbegriffes -, den wir hier vorgenommen haben:

wollen wir nun unseren Ressourcenbegriff zu Ende führen:

Das Verursacherprinzip

Solange sich alles im Haushalt H oder am Markt abspielt, ist das Prinzip „Quid pro Quo“ üblicherweise garantiert.

Natürlich kann man das Prinzip „Quid pro Quo“ hinterfragen – Jesus Christus hat das zum Beispiel getan -, und auch Mutterliebe wird nie fragen, ob sie „etwas zurückbekommt“, bevor sie dem Kind alles gibt.

Dieses Prinzip, dass also jede Leistung entweder direkt oder auf Umwegen wieder durch eine Gegenleistung „begründet“ bzw. „bedankt“ werden sollte, ist also eine der Grundsäulen des menschlichen Wirtschaftslebens.

Darauf baut die Tauschwirtschaft und – später – die Wirtschaft mit Geld als universellem Tauschmittel.

Trotzdem gibt es einen Player, dem gegenüber wir dieses Prinzip meist nicht anwenden, nämlich die Umwelt.

Wer bedankt sich bei dem Schwein, das er ißt?
Wer bedankt sich für die Luft, die er atmet?
Wer bedankt sich für den Tag und die Nacht, den Wechsel von Licht und Dunkelheit, die uns erst den richtigen Rhythmus geben?
Wer bedankt sich für den Ozean, der uns Nahrung gibt und das Festland, das uns Heimat gibt?

Wer bedankt sich für das Leben?

Und so habe auch ich in Abbildung 5-1-1 die Umwelt als „allumfassenden Hintergrund“ eingezeichnet, lasse aber die konkreten Beziehungen zwischen Haushalt H und Umwelt sowie zwischen Markt und Umwelt offen.

Abb. 5-1-1: Güterströme im Haushalt und zwischen Haushalt und Markt

Das, was mit der Umwelt ausgetauscht wird,
– das sind natürlich auch Güter*) –
bezeichne ich als Ressourcen.
(Satz 5-1-1)

*) Als Güter bezeichnen wir nach dem derzeitigen Erkenntnisstand Waren, Dienstleistungen und Daten

Leider ist der „Austausch“ von Ressourcen mit der Umwelt meist eben KEIN Tausch, sondern eine Einbahnstraße – eine Ausbeutung.

Kann sich die Natur wehren? Wir werden sehen.
(Satz 5-1-2)

Wie können wir die Ausbeutung der Umwelt in Worte fassen, feststellen, dingfest machen?

Einen allerersten Ansatz hatten wir HIER (XII – Externe Effekte) gemacht, indem wir den Schaden, den die Ressourcenumsätze verursachen, an der Umsatzeinbuße der anderen Haushalte messen wollten.

Abb. 5-1-2: Internalisierung externer Effekte nach dem VERURSACHERPRINZIP

In Abb. 5-1-2 sehen wir (in den braunen Pfeilen) den „direkten“ Ressourcenumsatz eines Haushaltes B und seinen „indirekten“ Ressourcenumsatz durch die Importe und Exporte vom/zum Markt.

Diese Ressourcenumsätze – die an sich kostenlos sind – verursachen im Haushalt A einen „externen Effekt“ und damit eine Umsatzeinbuße (oder auch -steigerung).

Der Souverän des Systems verurteilt Haushalt B zu einer Ausgleichszahlung genau in Höhe der verursachten Umsatzeinbuße (oder er erteilt Haushalt A den Befehl, Haushalt B für die Umsatzsteigerung zu belohnen).

Verortung der Ressourcenumsätze „RU“

Im Beitrag (2) Ich / Wir / Umwelt / Markt hatten wir die Prozesse im Haushalt kategorisiert.

Dabei sind wir daraufgekommen, dass es eigentlich nur 3 Kategorien gibt, denen man einen Ressourcenumsatz des Haushalts H zuordnen kann:

  • (PROD) Ressourcenumsatz durch Produktion aus Eigenleistung im Haushalt H……
  • ……und zugehörige Güter- und Personentransporte
  • (IMP) Ressourcenumsatz durch Import in den Haushalt H……
  • ……und zugehörige Güter- und Personentransporte
  • (LAG) Ressourcenumsatz durch Lagerung im Haushalt H……
  • ……und zugehörige Güter- und Personentransporte

Innerhalb dieser Kategorien kann man noch einmal unterscheiden nach der Art des Konsums, für den diese Güter gedacht sind:

  • Produktion (PROD-A) / Import (IMP-A) / Auslagerung (LAG-A) für die Aufrechterhaltug der Produktionsmittel (A)
  • Direkter Konsum aus den Produktionsmitteln (Konsument = Produzent, PROD-B)
  • Produktion (PROD-C) / Import (IMP-C) / Auslagerung (LAG-C) für den direkten Konsum (C)
  • Produktion (PROD-D) / Import (IMP-D) / Umlagerung (LAG-D) fürs Lager (D)
  • Produktion (PROD-E) / Import (IMP-E) / Auslagerung (LAG-E) für den Export (E)

Wir modellieren das so, dass dem Konsum an sich kein Ressourcenumsatz zugeordnet wird.

Sollte z.B. aus Nahrungsmitteln wieder Dung erzeugt werden, so ist das ein dem Konsum nachgelagerter, anderer Prozess: „Produktion für den Export“ (PROD-E).

Wegen Consumere (lat.) = „vollständig vernichten, zerstören“ passt das ganz gut, dass Konsum eben nichts mit der Umwelt zu tun hat, weil das Gut dabei komplett im Nichts aufgeht (und evtl. in einem nachgelagerten Prozess in andere Güter transformiert wird).

Wenn man nun alle relevanten Haushalte einzeichnet, die mit dem Haushalt H zu tun haben, also

  1. die Erwerbsstätte(n) des Haushalts H,
  2. die Konsumstätte(n) des Haushalts H und
  3. den Haushalt H selbst,

dann kommt man auf folgende Ressourcenumsätze, die mit Haushalt H zu tun haben:

  1. Indirekter Ressourcenumsatz an den Konsumstätten („RU“ K)
    z.B.:
    • Transport der Güter vom Großhändler zur Konsumstätte
    • Verpackungsmüll
    • usw.
  2. Direkter Ressourcenumsatz des Haushalts H („RU“ H)
    z.B.:
    • Abgase des privaten PKW bei Spazierfahrten
    • Abgase des privaten Rasenmähers
    • Kühlmittel aus dem Kühlschrank des Lagers
    • „Gerüche“ beim Lüften der Schlafzimmer
    • Sonneneinstrahlung im Wohnzimmer
    • Personen- und Güterverkehr für den Export
    • Personen- und Güterverkehr für den Import
    • Fahrten zum privaten Obstgarten
    • usw.
  3. Indirekter Ressourcenumsatz an den Erwerbsstätten („RU“ E)
    z.B.:
    • Transporte der Erzeugnisse zum Markt
    • Transporte der externen Vorleistungen zur Erwerbsstätte
    • Sonnenschein ins Büro
    • Dienstreisen
    • usw.
Abb. 5-1-3: Alle relevanten Haushalte (Überblick)

Eine Bemerkung zur Verortung der Transporte:

Der Umweltschaden, der durch Personen- und Gütertransporte verursacht wird, wird das entlang des Transportweges. Daraus – aus der Route – ergibt sich, welcher Souverän den Schaden in den Transportkosten einpreisen sollte.

Dafür aufkommen muss derjenige, in dessen Interesse / Auftrag der Transport erfolgt.

Z.B.:
Ich habe mir die Erwerbsstätte ausgesucht -> ich muss für den Transport meiner selbst zur und von der Erwerbsstätte aufkommen
Mein Arbeitgeber hat sich das Ziel der Dienstreise ausgesucht -> er muss für die Dienstreise aufkommen
Der Lebensmittelhändler hat sich das Ursprungsland ausgesucht -> er muss für den Transport aufkommen
Ich habe mir den Supermarkt ausgesucht -> ich muss für den Transport nach Hause aufkommen

=>

  • für „RU“ H muss der Haushalt H aufkommen
  • für „RU“ K muss die Konsumstätte aufkommen, kann und soll diese Kosten aber auf den Import des Haushalts H abwälzen
  • für „RU“ E muss die Erwerbsstätte aufkommen, sie kann und soll diese Kosten – die nichts mit dem Haushalt H zu tun haben – aber auf ihre Kunden abwälzen

Da die Produkte heutzutage aus einer Reihe von Vorleistungen zusammengesetzt werden, habe ich in Abbildung 5-1-4 nochmal den Markt weiter aufgeschlüsselt, wieder aus Sicht des Haushalts H.

Abb. 5-1-4: Alle relevanten Haushalte (Aufschlüsselung)
  • GO = gesamter Overhead
  • GO = anteiliges Nettoeinkommen aller Vorleister
  • NE = R = Nettoeinkommen des Haushalts H
  • R = Umsatz (Revenue) des Haushalts H
  • NE = Nettoeinkommen der Produzenten 1., 2., 3., .:. Ordnung
  • C = Gesamtkosten für den Import
  • C = Bruttoumsatz der Produktionsstätte 0. Ordnung
  • Produktionsstätte 0. Ordnung = Konsumstätte
  • GO = gesamter Overhead der Produktionsstätte N.ter Ordnung = Bruttoumsatz der Produktionsstätten (N+1)ter Ordnung

Die Verortung der Ressourcenumsätze in Abb. 5-1-4 ist die Hausaufgabe für den werten Leser 😛 (vielleicht komme ich später nochmal darauf zurück)

Meint

Euer Christoph

Sind Umweltschäden einfach Umsatzeinbußen woanders?

Diesen Artikel findet man HIER (Umweltschäden sind Umsatzeinbußen)

Detaillierte Verortung des „RU“

Diesen Artikel findet man HIER (Hinweise)

Lenkungseffekt, Machbarkeit, Gebet

IDiesen Artikel findet man HIER (Lenkungseffekt / Machbarkeit / Gebet)