Identität

September 27, 2014

Jede Sekunde sterben im menschlichen Körper geschätzte 50 Millionen Zellen und werden durch neue ersetzt.

Bin ich in einem Jahr noch ich?

Bin ich überhaupt derselbe Mensch, der ich in meiner Jugend war?

Aber auch bei simplen Objekten, wie einem Auto, ist die Frage der Identität des Objektes nicht so einfach zu beantworten, wie man sich denken könnte.

Ersatzteile werden ausgetauscht, Betriebsmittel werden verbraucht, und wenn es nicht die Nummerntafel gäbe, wäre es gar nicht so einfach, die Identität eines Autos festzustellen.

Und sogar die Nummer kann umgemeldet werden.

Wenn wir nicht die Rahmennummer und die Motorblocknummer hätten, wäre das von Natur aus ein schwieriges Unterfangen.

Meint
Euer Christoph


Ideen zu haben – Module, Kacheln, DIGITS

September 9, 2014

Liebe Leserinnen und Leser

Jetzt hatte ich Euch ja berichtet, dass ich mit meinem Hobby – Projekt SrrTrains v0.01 tatsächlich aufgehört hatte und dass ich auch die zugehörigen Blogs gelöscht hatte.

Weiters hatte ich hier versprochen, dass ich weitere Artikel zur technischen Fragestellung des Projektes schreiben werde.

Was hiermit geschieht.

Unter anderem hatten wir festgestellt, dass wir im Zuge der Standardisierung auch gewisse Vorgaben über den Inhalt der Szene machen müssen. Wir hatten festgelegt, dass die Szene aus Modulen, Modellen und MIDAS Objekten besteht.

Module sind sozusagen einzelne Abschnitte, aus denen die Landschaft zusammengesetzt wird.

Zuerst hatten wir hier zwischen statischen und dynamischen Modulen unterschieden. Dynamische Module sind dabei Module, die nur bei Bedarf nachgeladen werden, um Speicherplatz zu sparen.

Weiters hatten wir noch die Idee der Moving Modules. Das wären Module, die in einem Modell enthalten sind, und sich mit diesem mitbewegen.

Noch gänzlich unerforscht ist der mögliche Zusammenhang zwischen Kacheln, wie sie in herkömmlichen Simulatorsystemen verwendet werden und dem Begriff der Module.

Hierbei sei auf den wesentlichen Unterschied hingewiesen, dass eine Kachel per Definition einen Abschnitt der Erdoberfläche darstellt, während ein Modul einen beliebigen Ausschnitt des Universums darstellen kann (zum Beispiel das Sonnensystem).

Weiters müßte noch der Zusammenhang mit der Idee DIGITS erforscht werden (Distributed Internet Geographic Information Transmission Service), deren Ziel es ist, das Universum im Internet abzuspeichern (zu „retten“).

Gute Fragen und interessante Aufgaben wären das.

Meint
Euer Christoph


Und sie bewegt sich doch……

September 9, 2014

Welch riesige kybernetische Gebilde der Mensch erdacht hat, um „die Welt in Bewegung zu halten“.

Eine Aufsichtsratssitzung jagt die andere, Besprechungen jeder Art, Gigabytes von E-Mails und trotzdem bleibt die alte Frage:

Sind wir es, die die Welt in Bewegung halten, oder hält die Welt uns in Bewegung?

Wäre nicht Zeit für ein wenig Bescheidenheit?

Eine alte Weisheit aus dem Gebetsleben: nicht wir ändern Gott durch das Gebet, sondern Gott ändert uns im Gebet.

Wenn wir das Universum in Bewegung hielten, dann wäre das fürwahr so, als ob der Schwanz mit dem Hund wedelt.

Meint
Euer Christoph


Ideen zu haben – Einleitung

August 30, 2014

Liebe Leserinnen und Leser

Jetzt hatte ich Euch ja berichtet, dass ich mit meinem Hobby – Projekt SrrTrains v0.01 tatsächlich aufgehört hatte und dass ich auch die zugehörigen Blogs gelöscht hatte.

Das hatte ich in folgendem Beitrag berichtet: Der Mohr hat seine Arbeit getan…

Die Gründe waren vielfältig, letzten Endes geht es aber darum, dass mir meine Freizeit mittlerweile zu wertvoll ist, um in eben dieser Freizeit Dinge zu tun, die andere Leute während ihrer Dienstzeit viel besser erledigen könnten.

Es war einerseits sehr sinnvoll, die Projektdokumentation von den technischen Blogs zu löschen – damit ich in der Loop bleibe –, andererseits möchte ich meinem Nachfolger, der diese Ideen weiterführen wird, nennen wir ihn vorläufig mit Mt 9,38 den „Herrn der Ernte“, das Leben nicht allzu schwer machen.

Deshalb spiele ich mit dem Gedanken, auf diesem Blog hier eine Artikelserie unter dem Titel „Ideen zu haben“ zu schreiben, die sich mit technischen Fragestellungen zum Projekt beschäftigen wird.

Ich entschuldige mich jetzt bereits bei allen Lesern, die lieber religiöse, philosophische und psychologische Themen diskutieren, dass sich hie und da ein technischer Artikel unter die anderen Artikel gesellen wird.
Lg
Euer Christoph

Alle Artikel dieser Reihe:

  1. Ideen zu haben – das Ziel – Alice und Bob
  2. Ideen zu haben – der Inhalt – Module, Modelle und Objekte
  3. Ideen zu haben – die „echte“ Realität – N+1 ist eine schöne Zahl
  4. Ideen zu haben – Module, Kacheln, DIGITS – ich baue mir ein Universum

Anmerkung (2015-01-31)
Obwohl ich die Blogs zum Projekt SrrTrains v0.01 gelöscht hatte, sind immer noch einige Informationen öffentlich erreichbar.

Alle öffentlich erreichbaren Informationen kann man über
https://letztersein.wordpress.com/srrtrains-v0-01/
erreichen.


Vom Echo der Seele – neues Büchlein fertig

August 2, 2014

In der Reihe „kleine religiöse Büchlein“ (siehe den Tab oben im Blog) gibt es jetzt ein neues:

Vom Echo der Seele.

Lg
Christoph


Vom Echo der Seele

Juli 26, 2014

Ich habe ja bisher drei „kleine religiöse Büchlein“ geschrieben, die sich unter der Adresse https://letztersein.wordpress.com/kleine-religiose-buchlein/ wiederfinden.

Nun ist ein viertes religiöses Büchlein in Arbeit.

Es wird den Titel „Vom Echo der Seele“ tragen, und eigentlich wird es eine Erzählung sein, eine Erzählung über einen Mann, der das Echo seiner Seele kennenlernt.

Hier eine Leseprobe (der Beginn des Büchleins):

Beginn Zitat:
[…]“Angst ist die Wurzel aller Schlechtigkeit auf Erden“, dachte sich Herr Peter zum x-ten Male und er mußte unwillkürlich an seine Mutter denken, die ihnen immer wieder gepredigt hatte: „Wenn Du den Hunden zeigst, dass Du Angst vor ihnen hast, dann werden sie erst recht aggressiv“.

Aber wie war er in diesen Kreislauf der Angst und der Angetriebenheit hineingeraten, der ihm jetzt die Luft nahm und die Energie?

Er war soeben dabei sich im Hamsterrad zu Tode zu laufen, aber er erkannte es nicht.

Immer noch versuchte er, es allen recht zu machen und er lief immer noch dieser „großen Belohnung“ nach, die der Fleiß und die Leistung unzweifelhaft für ihn bereit hielten.

Jetzt stand er an einer windigen Straßenecke, hielt Ausschau nach dem „Big C“ und fragte sich, ob man das „C“, wenn man es deutsch aussprach, nicht auch als „großen Zeh“ interpretieren könne.

Mit einem „großen Zeh“ assoziierte man häufig „eingewachsene Zehennägel“, und so fragte er sich, ob er nicht nach einem „eingewachsenen“, oder „kleingewachsenen“ Menschen Ausschau halten solle.

Herr Peter war ein Meister, wenn es darum ging das Gras wachsen zu hören.

Kaum gab es die kleinsten diplomatischen Verstimmungen zwischen Deutschland und Russland, war er schon überzeugt davon, dass alles auf den dritten Weltkrieg hinzuschlidderte.

Kaum verbrannte seine Frau einmal die Suppe, war er schon überzeugt davon, dass sie das aus Absicht tat, um ihn dazu zu bringen, dass er die Scheidung einreichte.

Kaum stand ein Passant am Bahnsteig der U-Bahn ein wenig näher zum Gleis als die meisten anderen, stellte er sich in seiner Phantasie schon vor, wie dieser vor den einfahrenden Zug sprang.

Und kaum hörte er eine Polizeisirene, war seine intuitive Reaktion: „Die suchen mich schon!“

Ja, er bezog immer alles auf sich.[…] Ende Zitat


Die Vorbildwirkung hat ausgeschissen

Juni 15, 2014

Oft hat man uns gepredigt, wir sollen, wenn wir doch die Welt verändern und andere Menschen motivieren wollen, dann sollen wir doch mit gutem Vorbild vorangehen.

Im Arbeitszimmer von Kaiser Franz Joseph habe ab 5 Uhr in der Früh das Licht gebrannt.

Wir sollen immer da sein, da sein für die anderen und ihre Fragen und Probleme.

Anwesenheit sei der Kernpunkt der Vorbildwirkung, immer DA sein.

Ist das noch zeitgemäß? Führt das nicht zu Neurosen und Zwangs-Psychosen, in denen die Menschen sich nicht ihrer Natur gemäß benehmen und dann zwangsmäßig irgendwann entgleisen, wenn sie dem Druck nicht mehr standhalten?

Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich’s gänzlich ungeniert.

Das ist sozusagen das Gegen-Paradigma.

Ist es nicht wieder einmal eine Frage des Maßhaltens? Ist es nicht so, dass man im Leben zwischen den Extremen pendelt bzw. Den „guten Mittelweg“ findet?

Meint
Euer Christoph


Heiligt der Zweck die Mittel?

Mai 31, 2014

Es gab vor einiger Zeit, soweit ich als Laie das mitbekommen habe, eine Diskussion unter Moraltheologen über die Theorie der sogenannten „Güterabwägung“.

Gibt es Handlungen, die in sich gut oder in sich böse sind, oder muss man jede Handlung über ihre Auswirkungen bewerten?

Aber, als Techniker muss ich hier einhaken, was ist denn der Unterschied zwischen Handlung (also dem, was ich mit meiner Hand tue) und Auswirkung?

Viele Naturgesetze äußern sich in Zusammenhängen zwischen Ursache und Änderung einer Auswirkung.

Zum Beispiel ist die Kraft, die man an einen Körper anlegt, direkt proportional zur Änderung der Bewegungsgröße. Bewegung ist also eine Wirkung der Kraft.

Die Kraft kommt zuerst, dann kommt die Bewegung. Ursache und Wirkung.

Aber wenn die Bewegung erst einmal in einem sogenannten „eingeschwungenen“ Zustand ist, dann kann man nicht mehr so gut zwischen Ursache und Wirkung unterscheiden.

Wenn man zwischen Ursache und Wirkung unterscheiden möchte, muss man also genau hinsehen.

Und aus der Wirkung folgt vielleicht noch eine weitere Wirkung und noch eine weitere Wirkung und noch eine weitere Wirkung.

So weiss man manchmal nicht so genau, was ist die „Ur-“ Ursache und was ist die „letztendliche“ Auswirkung.

Und hier sehe ich auch ein Problem, den Wert einer Handlung aus den Auswirkungen zu bestimmen. Denn es gehört schon eine ganz schöne Portion Überheblichkeit dazu, wenn man glaubt, man könnte alle Auswirkungen einer Handlung im voraus berechnen.

Und so ist die Formulierung eines Gesetzes eben im Idealfall eine Erleichterung für den Einzelnen.

Natürlich ist es für nichts und niemanden schädlich, wenn ich bei rot über die Straße gehe, solange ich nur darauf achte, dass kein Auto kommt.

Aber was, wenn mich ein kleines Kinid sieht, und in seiner Naivität mein Verhalten blind nachmacht?

Bin ich dann nicht unter Umständen verantwortlich für den Tod eines Kindes?

Und so helfen uns die konkreten Gesetze dabei, unsere Handlungen zu bewerten, eben ohne alle Auswirkungen im vorhinein berechnen zu müssen.

Und auch hier ist es wieder eine Frage des Maßhaltens. Denn am Wichtigsten im Leben ist es zu wissen, welche Regeln man nicht brechen sollte, und welche Regeln zum Brechen gemacht worden sind 😉

Meint
Euer Christoph


Die Person Jesu Christi

April 19, 2014

Ich habe jetzt diese Woche ein wenig im Buch „Jesus von Nazareth“ geschmökert, das uns Papst Benedikt XVI. geschenkt hat.

Ich denke, er wird mir nicht böse sein, wenn ich eine Stelle zitiere, die mir sehr zentral vorkommt:

Zitat aus „Jesus von Nazareth“, Papst Benedikt XVI., S. 136 – 137:

[…]Versuchen wir, das Wesentliche dieses Gesprächs aufzunehmen, um Jesus zu erkennen und um unsere jüdischen Brüder besser zu verstehen. Der Zentralpunkt wird – wie mir scheint – sehr schön sichtbar in einer der beeindruckendsten Szenen, die Neusner in seinem Buch entwirft. Neusner war – in seinem inneren Dialog – Jesus den ganzen Tag über gefolgt und zieht sich nun zu Gebet und Torastudium mit den Juden einer kleinen Stadt zurück, um das Gehörte mit dem dortigen Rabbi – immer im Gedanken der Gleichzeitigkeit über Jahrtausende hin – zu besprechen. Der Rabbi zitiert aus dem Babylonischen Talmud: „‚Rabbi Simlaj trug vor: Sechshundertdreizehn Vorschriften sind Mose überliefert worden; dreihundertfünfundsechzig (Verbote) entsprechen den Tagen des Sonnenjahres, und zweihundertachtundvierzig (Gebote) entsprechen den Gliedern des Menschen. Hierauf kam David und brachte sie auf elf … Hierauf kam Jesaja abermals und brachte sie auf zwei … Vielmehr, hierauf kam Habakuk und brachte sie auf eines, denn es heißt: Der Fromme wird durch seinen Glauben leben (Habakuk 2,4)'“ (ebd., S. 113f).

In Neusners Buch folgt darauf der folgende Dialog: „‚Und dies‘, fragt der Meister, ‚hatte Jesus, der Gelehrte, zu sagen?‘ Ich: ‚Nicht genau, aber ungefähr.‘ Er: ‚Was hat er weggelassen?‘ Ich: ‚Nichts.‘ Er: ‚Was hat er dann hinzugefügt?‘ Ich: ‚Sich selbst.'“ (S. 114). Dies ist der zentrale Punkt des Erschreckens vor Jesu Botschaft für den gläubigen Juden Neusner, und dies ist der zentrale Grund, warum er Jesus nicht folgen will, sondern beim „ewigen Israel“ bleibt: die Zentralität des Ich Jesu in seiner Botschaft, die allem eine neue Richtung gibt. Neusner zitiert an dieser Stelle als Beleg für diese „Hinzufügung“ das Wort Jesu an den reichen jungen Mann: „Wenn du vollkommen sein willst, geh, verkauf deinen Besitz, komm und folge mir“ (vgl. Mt 19,20; S. 114). Die Vollkommenheit, das von der Tora verlangte Heiligsein, wie Gott heilig ist (Lev 19,2; 11,44), besteht jetzt darin, Jesus nachzufolgen.[…]

Ende Zitat.

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen

Meint
Euer Christoph


Vom Re-agieren zum Agieren

April 13, 2014

Kann ich wollen, was ich will?

„Wollen“ im Sinne von „mögen“ wahrscheinlich schon.

Aber kann ich „festlegen“, was mein „Wille“ ist?

Nein. Im allerbesten Falle bin ich schon so sehr zur Ruhe gekommen, dass ich die leise Stimme meines Herzens höre und dass ich also „weiss, was ich will“.

Aber da wäre ich schon sehr weit fortgeschritten.

Meistens folgen wir nicht unserem „inneren Wollen“, sondern den „äußeren Einflüssen“, die uns sagen: „Sei erfolgreich“, „werde reich“, „habe ein großes Auto“, „habe viele Freunde“, „sei einflußreich“.

Dieser „innere Wille“, manche bezeichnen ihn als „Wille Gottes“ – und das ist gar nicht mal so falsch -, ist eine schwache Stimme.

Manchmal reagiere ich bloß auf die Anfeindungen aus dem Munde meiner Mitmenschen. Dann bin ich ein „mich ängstlich verteidigender Angreifer“. Aber eigentlich – halte kurz inne – gib‘ der Stimme der Vernunft eine Chance. Besinne Dich – und dann agiere aus Deinem Innersten heraus.

Gib‘ Deinem Herzen einen Ruck und re-agiere nicht auf die äußeren Triebe sondern auf den inneren Willen.

Meint
Euer Christoph