Mühsam nährt sich das Eichhörnchen

Juli 19, 2014

Der Blogger „Ausgesucht“ hat auf seinem Blog „Unerhörte Worte“ [http://sinnsucht.wordpress.com] einen Beitrag über
die Relativitätstheorie geschrieben: Link [http://sinnsucht.wordpress.com/2014/07/14/laengenkontraktion-2/].

Er behandelt die Reflexion eines Lichtblitzes an einer 45°-Ebene einmal aus der Sicht eines
unbewegten Beobachters und einmal aus der Sicht eines mit der Geschwindigkeit v bewegten
Beobachters.

Durch konsequente Anwendung des Optimierungskriteriums für einen Lichtweg („der Lichtblitz
nimmt immer den schnellsten Weg zwischen zwei Punkten“) kommt er zu Widersprüchen.

Er verwendet folgendes Optimierungskriterium:

srt_11_1

Das Linienintegral vom Anfangspunkt A zum Endpunkt E der mit dem Brechungsindex gewichteten
Wegelemente soll also minimiert werden (die notwendige Voraussetzung zur Berechnung des
Minimums ist das Verschwinden des vollständigen Differentials).

Da er seine Rechnungen nicht komplett veröffentlicht, sondern nur den Ausgangspunkt und das
Ergebnis, möchte ich seinen Gedankengang konsequent verfolgen, um den angeblichen
Widerspruch in der Relativitätstheorie dingfest zu machen

Das Modell aus der Sicht des unbewegten Beobachters

Ich verwende ein leicht modifiziertes Modell (kein Prisma sondern einen Spiegel), um die Sache
möglichst einfach anzugehen.

Hier ist bereits der blaue Beobachter angedeutet, der sich mit der Geschwindigkeit v an der Szenerie
vorbeibewegt.

srt_11_abb_1

Das Modell aus der Sicht des bewegten Beobachters

srt_11_abb_2

Wir treffen folgende Modellbildung:

  • t1 = 0 sei der Zeitpunkt aus Sicht des bewegten Beobachters, an dem der Lichtblitz den
    Ausgangspunkt A verläßt. Zu diesem Zeitpunkt verläuft der Spiegel durch den Ursprung des
    Koordinatensystems
  • Durch x1, y1 = 0 und t1 sei aus Sicht des bewegten Beobachters das Ereignis beschrieben, dass sich der Lichtblitz am Ausgangspunkt A „auf den Weg macht“
  • t sei der Zeitpunkt der Reflexion aus Sicht des bewegten Beobachters, damit ist die Reflexion durch das Ereignis R(x, y, t) beschrieben
  • Der Spiegel zum Zeitpunkt der Reflexion sei aus Sicht des bewegten Beobachters durch die Gerade y = – x tg α – v t definiert
  • Durch x2 = 0, y2 und t2 sei aus Sicht des bewegten Beobachters das Ereignis beschrieben, dass der Lichtblitz am Endpunkt E „eintrifft“, und zwar setzen wir y2 als die y-Koordinate des Endpunktes zur Zeit t = 0
  • Deshalb hat der Endpunkt zur Eintreffzeit t2 die Koordinaten E (0 / y2 – v t2)

Die Optimierungsaufgabe

  • 0 < tan (α) = sqrt(1 − v^2 / c^2) < 1 sei gegeben
  • x1 < 0 und y2 < 0 seien gegeben
  • Die Variablen x, y und t (Ort und Zeit des Reflexionsereignisses R (x, y, t) aus Sicht des bewegten Beobachters) müssen variiert werden, sodass das Optimierungskriterium erfüllt
    wird:
    srt_11_2
  • 1. Nebenbedingung

    Das Licht bewegt sich vom Punkt A zum Punkt R mit Lichtgeschwindigkeit
    srt_11_3
  • 2. Nebenbedingung

    das Ereignis R(x, y, t) liegt auf dem Spiegel
    srt_11_4
  • 3. Nebenbedingung

    t2 ergibt sich aus der Bedingung, dass sich das Licht vom Punkt R zum Punkt E mit Lichtgeschwindigkeit bewegt
    srt_11_5

Berechnung

Wir gehen von einer Modellbildung mit konstantem Brechungsindex n=1 aus.

Der räumliche Abstand der Ereignisse A und R ergibt sich zu:

srt_11_6

Der räumliche Abstand der Ereignisse R und E ergibt sich zu:

srt_11_7

Die Optimierungsaufgabe lautet jetzt also:

srt_11_8

mit den Abkürzungen

srt_11_9

srt_11_10

Die Nebenbedingungen (11.9) und (11.10) ergeben sich durch Lösen je einer quadratischen Gleichung (hergeleitet aus (11.3) bzw. (11.5)) unter der Berücksichtigung der Tatsachen, dass die Werte t und t2 – t positiv sein müssen (Selektion je einer der beiden Lösungen).

Wir differenzieren Gleichung (11.8) nach x, vermuten dass x = 0 die Lösung ist, und setzen ein:

Tatsächlich ergibt sich

srt_11_11

Das heisst, der Lichtblitz wird bei x = 0 reflektiert.

Die beiden Hilfsgrößen f(x) und g(x) ergeben sich zu

srt_11_12

und das Ereignis R(x, y, t) ergibt sich zu

srt_11_13

Interpretation

Es beruhigt, dass als Ergebnis der Wert x = 0 herauskommt, da dadurch der Lichtblitz für den bewegten Beobachter dieselben Ereignisse durchläuft, wie für den ruhenden Beobachter.

Meine vorläufige Vermutung, dass eventuell das Optimierungskriterium (11.1) für den bewegten Beobachter nicht mehr gültig sein könnte, hat sich also nicht bestätigt.

Wenn man einen neuen Winkel β einführt, kann man die Ergebnisse aus Sicht des bewegten Beobachters geometrisch deuten.

srt_11_14

Es ergibt sich folgender Zusammenhang zwischen α und β:

srt_11_15

srt_11_abb_3

Während der Lichtblitz die Strecke vom Ereignis A zum Ereignis R durcheilt, vergeht die Zeit t,
somit ist die Wegstrecke, die er durcheilt gleich

srt_11_16

Der Lichtblitz fällt also aus Sicht des bewegten Beobachters schräg unter dem Winkel β ein.

Vom Reflexionsereignis am Ort

srt_11_17

benötigt der Lichtblitz bis zum Eintreffen beim Endpunkt die Zeit

srt_11_18

Da das Ereignis E vom Ereignis R aus Sicht des bewegten Beobachters den räumlichen Abstand |y2| hat, aber der Punkt E mit der Geschwindigkeit v „vor dem Lichtblitz davonläuft“, sodass dieser – aus Sicht des bewegten Beobachters – dem Ereignis E mit der Geschwindigkeit (c – v) „entgegeneilt“, ist auch das glaubwürdig.

Zum Schluss die Behauptung, dass das Reflexionsgesetz nach wie vor gültig ist

Wir behaupten

srt_11_19

Was man umschreiben kann

srt_11_20-25

Diese Gleichung (11.25) ist nicht wahr, das Reflexionsgesetz „Ausfallswinkel = Einfallswinkel“ läßt sich also für den bewegten Beobachter nicht aufrecht erhalten (oder es liegt hier irgendwo ein Rechenfehler vor).

Meint

Euer Christoph

P.S.: Irrtümer vorbehalten 🙂 😛


Die Vorbildwirkung hat ausgeschissen

Juni 15, 2014

Oft hat man uns gepredigt, wir sollen, wenn wir doch die Welt verändern und andere Menschen motivieren wollen, dann sollen wir doch mit gutem Vorbild vorangehen.

Im Arbeitszimmer von Kaiser Franz Joseph habe ab 5 Uhr in der Früh das Licht gebrannt.

Wir sollen immer da sein, da sein für die anderen und ihre Fragen und Probleme.

Anwesenheit sei der Kernpunkt der Vorbildwirkung, immer DA sein.

Ist das noch zeitgemäß? Führt das nicht zu Neurosen und Zwangs-Psychosen, in denen die Menschen sich nicht ihrer Natur gemäß benehmen und dann zwangsmäßig irgendwann entgleisen, wenn sie dem Druck nicht mehr standhalten?

Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich’s gänzlich ungeniert.

Das ist sozusagen das Gegen-Paradigma.

Ist es nicht wieder einmal eine Frage des Maßhaltens? Ist es nicht so, dass man im Leben zwischen den Extremen pendelt bzw. Den „guten Mittelweg“ findet?

Meint
Euer Christoph


Der Klügere gibt nach…

Mai 30, 2014

…deshalb wird die Welt von Dummen regiert.

So oder ähnlich haben wir es in unserer Jugend ausgedrückt, wenn wir sagen wollten, dass es nicht immer das Beste ist, sich im Altruismus zu ergehen.

Nein, manchmal muss man klar Stellung beziehen.

Und heute ist es leider so, dass die Mittelschicht stirbt – nein, sie wird gestorben.

Wenn man den Politikern keine absolute Dummheit unterstellen will, dann kommt man zum unerschütterlichen Ergebnis, dass die Österreichischen Politiker nur die Politik betreiben, für die sie bezahlt werden.

Und damit meine ich nicht den „normalen“ Gehalt, den sie beziehen, sondern gewisse „Interessenbezeugungen“, die von der einen oder anderen Seite eintrudeln.

Es wäre längst Zeit, dass die Schäden, die durch Nichttätigkeit und kalte Progression verursacht worden sind, den Steuerzahlern auf Heller und Pfennig wiedergutgemacht würden, weiters müßte der Faktor Arbeit endlich entlastet werden, damit es aufwärts gehen kann.

Aber die Damen und Herren Politiker fahren das Land sehenden Auges an die Wand.

Warum?

Weil ihnen die konkreten Jobangebote „für später“ und die konkreten „Vergünstigungen“ wichtiger sind als das Gemeinwohl, um das sie sich eigentlich kümmern sollten.

Aber heute muss man
1) bezahlen
2) erst recht wieder alles selber machen

So muss man heutzutage Politik selber machen, weil sie den Politikern wurscht ist.

Altruisten haben immer schon für die Scheisse bezahlt, die die Egoisten angestellt haben.

Aber heutzutage werden Altruisten zusätzlich noch beschimpft und ausgelacht „wie dumm sie nicht sind“. „Gier ist gut“.

„Wer denkt denn noch an die Zukunft?“ „Zukunft ist Vergangenheit“

Wenn man heutzutage etwas tut, was auch nur zwei Millimeter über die eigene Nasenspitze hinausreicht, dann ist man definitiv der Blöde.

Meint
Euer Christoph


Warum die Krise vorbei ist!

April 29, 2014

Wir sind uns alle einig, es ist ein Luxus, den wir uns leisten, wenn wir die Hypo Alpe Adria retten.

Aber unseren reichen Mitbürgern zuliebe leisten wir uns diesen Luxus, denn offensichtlich haben wir alle sehr viel Geld, um das zu finanzieren.

Darum ist die Krise jetzt vorbei. Punctum.

(Till Eulenspiegel läßt grüßen)

Meint
Euer Christoph


Berechenbare Menschheit……

April 11, 2014

Ich hab’s jetzt ja schon angekündigt.

Obwohl ich nicht gerade der große Experte auf diesem Gebiet bin, möchte ich mir Gedanken über die Quantentheorie machen.

Zuallererst: ich habe da einen guten Blog gefunden, wo eigentlich eh schon alles erklärt ist: http://scienceblogs.de/hier-wohnen-drachen/2010/10/21/die-schrodingergleichung-teil-i-die-gleichung/.

Meine Herangehensweise kommt eher aus der Beschäftigung mit der Relativitätstheorie, wie ich hier erklärt habe: https://letztersein.wordpress.com/2014/04/06/raum-und-zeit-und-materie/.

Was ist es eigentlich, was wir in der Schule als Allererstes über die Quantentheorie lernen? Genau: Materie kann sich verhalten, als wären es Teilchen, sie kann sich aber auch verhalten, als wären es Wellen. Ein schönes Beispiel ist „die Welle“ im Stadion, die auch aus einzelnen Individuen (Menschen) besteht.

Unser Physiklehrer hat das so gesagt: Meine Damen und Herren, sie sitzen hier im Hörsaal als „Ensemble“ von Menschen. Dass dieses „Ensemble“ in fünf Minuten den Hörsaal verlassen hat, kann ich mit Sicherheit vorhersagen, ob aber nicht der eine oder andere sitzenbleibt und noch im Skriptum schmökert, das entzieht sich meiner Vorhersage.

So ist es auch mit der Weltpolitik. Man kann aufgrund der derzeitigen Lage (soziale Probleme, die Reichen werden reicher, die Armen werden ärmer, Machthaber brauchen „äußere Feinde“ und „Eroberungsfeldzüge“, um dem Volk „Erfolge“ präsentieren zu können, Stealth-Technologie ist entschärft, was die konventionellen Waffen wieder wichtiger macht, unbemannter Nachfolger der B-2 ist noch in weiter Ferne, …….) messerscharf schließen, dass ein Krieg ins Haus steht, aber ob ich oder Du bei diesem Krieg sterben werde/wirst, lässt sich nicht hundertprozentig voraussagen.

So ist es auch mit der Quantentheorie.

Meint
Euer Christoph


Der Neid ist eine starke Triebkraft……

April 8, 2014

……deswegen muss es auch immer zwei Sith Lords geben in der Erzählung vom Krieg der Sterne.

Meint
Euer Christoph


A.E.I.O.U.

März 14, 2014

Ein kleiner Wettbewerb.

Wer findet die originellste Bedeutung von A.E.I.O.U.?

  • Alles Ende ist offenbar unsicher
  • Am Ende ist offensichtlich Urlaub
  • Aber es ist ohnehin unentschieden
  • Als es in Ottakring unterkam
  • Aber echt – ich onaniere überhaupt-nicht
  • Abraham erteilte Ismael originellen Unterricht

Lg
Euer Christoph


Vom Verantwortungsbewußtsein und von der Gier

Februar 23, 2014

Heute haben wir beim Abendessen unter anderem auch über das südlichste Bundesland Österreichs und über eine dort ansäßige Bank gesprochen.

Es gab unter anderem die Meinung, um weiteren Schaden zu begrenzen, sollte man Kärnten in den Konkurs schicken, und in weiterer Folge sollte die Republik Österreich Kredite an Kärnten gewähren, damit die notwendigsten Dienste aufrecht erhalten werden können (Müllabfuhr, Lehre und Ausbildung, Polizei, ……)

Das sei die gerechteste Lösung, weil sie nach dem Verursacherprinzip den Leuten in Kärnten zeige, dass man auch die Folgen dafür tragen müsse, dass man den Haider gewählt habe.

Jede andere Lösung würde dazu führen, dass sich ganz Österreich in Geiselhaft nehmen ließe für die Verfehlungen einiger Entscheidungsträger.

So weit braucht man nicht gleich gehen, aber ist es nicht ein allgemeines Prinzip, das heute angewandt wird?

Eigentlich sollten ja die Oberen nur deswegen mehr Geld verdienen, weil sie eben die Verantwortung tragen sollten. Sonst gibt es keinen Grund, warum sie mehr Geld verdienen sollen. Am Arbeitspensum liegt es ja sicher nicht 🙂

Aber vom Tragen der Verantwortung ist nichts zu sehen. Ganz im Gegenteil:

  • Gewinne werden privatisiert
  • Verluste werden kommunalisiert

Das ist das neoliberale Gedankengut, das trotz der Krise, die seit 2008 andauert, und die nachweislich wegen des Neoliberalismus in die Welt gekommen ist, immer noch fröhliche Urständ‘ feiert.

Aus christlicher Sicht läßt sich dazu nur sagen, dass die Tugend der Gerechtigkeit und die Tugend der Gewissenhaftigkeit wieder mehr in den Blickpunkt kommen muss, sonst wird es schlimm enden mit Österreich.

Meint
Euer Christoph


Positiv betrachtet, ……

Februar 17, 2014

……müßten wir die Preiserhöhungen im Mobilfunkbereich eigentlich so interpretieren, dass die Netzbetreiber den Wunsch nach Netzneutralität ernst nehmen, und jetzt eben alles teurer wird, dafür werden Premium Dienste nicht übertrieben bevorzugt.

Der Zweckoptimismus eines Till Eulenspiegel, ich weiß 😛

Lg


Braucht man den Satz vom Peripheriewinkel,

Februar 15, 2014

um das Internet zu verstehen?

ell_und_g

Oder sollte man sich nicht so sehr mit den Fragen der Wellenbeugung beschäftigen, sondern eher mit der Wellenstreuung.

Wenn wir nur einen Fachmann in unserer Runde hätten, Seufz !

Ich mein‘ ja nur.

Meint
Euer Christoph