Der Himmel – wo ist der eigentlich?

August 22, 2022

Wenn wir uns umsehen – in unserem Leben, in der Familie, in der Wirtschaft, usw. – dann kommen wir meistens auf folgendes Ergebnis:

Es ist NICHT GUT so, wie es ist.

Es könnte BESSER sein.

Und oft haben wir auch so ein unbestimmtes Gefühl, dass FRÜHER ALLES BESSER GEWESEN SEI.

Auch die Autoren des Buches Genesis, des ersten Buches der Bibel, haben das erkannt und haben eine weltbekannte Geschichte daraus gemacht: Die Erzählung vom Paradies, welches Gott als SEHR GUT erschaffen hatte, und von der Vertreibung des Menschen aus ebendiesem Paradies, weil er die Frucht vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse gegessen hat, obwohl Gott genau das verboten hatte.

Und so sind die Bücher der Bibel voll von Aufbrüchen.

Immer wieder sind Menschen aufgebrochen, um das HIER UND JETZT zu verlassen und dem Willen Gottes zu folgen, um an ein BESSERES ZIEL zu gelangen.

Bei Noah ging es um das NACKTE ÜBERLEBEN, da er eine große Flut herankommen sah.

Bei Abraham ging es UM MACHT, da ihm Nachfahren versprochen worden waren, zahlreich wie der Sand am Meer und wie die Sterne am Himmel.

Moses kämpfte um die FREIHEIT DES VOLKES von Sklaverei, um das GELOBTE LAND.

Jesus macht im Gleichnis vom verlorenen Sohn klar, um welche Art von Aufbruch es IHM geht:

Der verlorene Sohn macht sich auf den Weg nach Hause, weil er MIT DER GESAMTSITUATION UNZUFRIEDEN IST und sich MIT DEM VATER VERSÖHNEN möchte.

Aber interessanter weise spricht Jesus nicht davon, dass WIR in ein gelobtes Land aufbrechen müssten, sozusagen in ein neues Paradies, sondern im Vater unser lehrt er uns zu beten:

  • Vater unser im Himmel,
  • geheiligt werde Dein Name,
  • Dein Reich komme,
  • Dein Wille geschehe,
  • wie im Himmel, so auch auf Erden,
  • usw.

Das Reich Gottes, der Himmel, ist also bei Jesus schon etwas, das sich AUSSERHALB befindet, dort wo der VATER wohnt.

Aber wir sollen nicht versuchen, zum Vater – in den Himmel – zu kommen, sondern wir sollen bitten, dass sein Reich ZU UNS KOMME.

Wir brauchen also nicht wie die Israeliten und andere Asylanten physisch aufzubrechen und ins gelobte Land zu wandern. Jesus geht es in erster Linie um einen INNEREN AUFBRUCH.

Am deutlichsten sieht man das im Dialog mit Pontius Pilatus, knapp bevor Jesus hingerichtet wurde:

Joh 18,36 Jesus antwortete: Mein Königtum ist nicht von dieser Welt. Wenn es von dieser Welt wäre, würden meine Leute kämpfen, damit ich den Juden nicht ausgeliefert würde. Aber mein Königtum ist nicht von hier.


Aber eigentlich hatte ich ja vorgehabt, die Weisheiten des christlichen Glaubens aus der Sicht der Wirtschaftstheorie zu betrachten.

Was können wir aus Jesu Lehre vom Reich Gottes lernen? Vom Ziel des Menschen?

Welche Ziele verfolgen wir denn mit unserer Arbeit?

Was ist das Ziel unserer wirtschaftlichen Tätigkeit?

Eigentlich, wenn man es von der Definition her betrachtet, ist Wirtschaft nichts anderes als „die Gesamtheit aller Einrichtungen und Handlungen, die der planvollen Befriedigung der menschlichen Bedürfnisse dienen“.

Und wann bedarf es eines „Aufbruchs“? Sei es nun ein „innerer“ Aufbruch oder ein „äußerer“?

Nun, wenn wir im Mangel leben, wenn HIER UND JETZT nicht mehr alle unsere Bedürfnisse adäquat erfüllt werden können, dann bedarf es einer Änderung, eines Aufbruchs.

Genau genommen lassen sich alle Möglichkeiten eines Aufbruchs, die wir dann haben, nur nach den drei Buchstaben L-L-C aufzählen:

  • Love it,
  • Leave it or
  • Change it.

Wir können erkennen, dass unsere Bedürfnisse nicht gerechtfertigt waren, und (in engen Grenzen) UNSERE BEDÜRFNISSE REDUZIEREN (Love it), damit wir wieder zufrieden sind. Kurzfristig ist das oft die einzige Möglichkeit und auch die einfachste Möglichkeit, die wir haben, trotzdem würde ich sie als „Plan C“ bezeichnen, weil sie eigentlich immer zu langfristiger Unzufriedenheit führt.

Sodann haben wir die Möglichkeit, das HIER UND JETZT ZU VERLASSEN (Leave it), uns also physisch oder geistig an einen anderen Ort zu versetzen. Wenn ein besseres DRÜBEN für mich (physisch oder geistig) erreichbar ist, zum Beispiel bei einer Flucht in die Literatur oder in den Konsum von Kulturgütern (Musik, Ausstellungen, ……), ist das ein einigermaßen gangbarer Weg, er ist aber auf jeden Fall mit Kosten und Mühen verbunden. Ich würde diese Möglichkeit als „Plan B“ bezeichnen.

Alle Helden von heute folgen dem „Plan A“. Sie bleiben TEILE DES SYSTEMS und sorgen für einen AUFBRUCH DES SYSTEMS. So, wie Moses das ganze Volk mitgenommen hat ins gelobte Land, so nehmen diese Helden ihre Familien, alle ihre Kollegen und sogar ganze Völker mit in eine bessere Zukunft. Auch dieser Aufbruch muss kein physischer Aufbruch sein. Es kann sich auch hier um einen „inneren Aufbruch“ handeln.

Meint

Euer Christoph


Wie geht’s weiter mit den Wirtschaftsgedanken?

August 21, 2022

Liebe Leser!

Habe nun die Seite https://letztersein.com/wirtschaftsgedanken um einen weiteren Abschnitt ergänzt:

[…]Mit August 2022 wurde mir bewußt, dass die reine Philosophie mit volkswirtschaftlichen und betriebswirtschaftlichen Gedankengängen mich nicht mehr befriedigt.

Ich entschied mich, aus Sicht der gegenwärtigen wirtschaftlichen Probleme (Klimawandel, Umweltzerstörung, ……) auch ein wenig im Traditionsschatz des Christentums zu graben, und begann mit folgendem Beitrag:

Eine schöne neue Woche

Euer Christoph


Unser Vater von Außerhalb – II

August 18, 2022

Liebe Leser!

Was hat Gott mit der Wirtschaft zu tun? (man ist geneigt, das Wortspiel zu übertreiben: „Was hat Gott eigentlich mit unserer Sauwirtschaft hier auf diesem Planeten zu schaffen?“)

Fragen wir einmal die Primärliteratur. Was steht in der Bibel eigentlich so zum Thema Gott?

In der sogenannten „Einheitsübersetzung“, auf die ich mich der Einfachheit halber beziehe (obwohl manche Theologen behaupten, dass man sie eigentlich nicht mit „ts“, sondern lieber mit „z“ schreiben sollte 🙂 ), beginnt das allererste Buch mit folgenden allerersten Worten:

Gen 1,1 Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde;
Gen 1,2 die Erde aber war wüst und wirr, Finsternis lag über der Urflut und Gottes Geist schwebte über dem Wasser.

Bam. Gott wird einfach vorausgesetzt.

Kein bißchen wird versucht, Gott zu beweisen oder herzuleiten, nein er ist einfach als Tatsache vorausgesetzt. Gott ist also nicht unsere Erfindung, sondern wir sind seine.

Himmel und Erde *) hat ER erschaffen, er war schon vorher da.

Wenn man in der modernen Wirtschaft tätig ist, hat man es jedoch meist mit einer Werteumkehr zu tun.

Beim Hl. Augustinus hat es noch geheißen:

Geschaffen hast du uns auf dich hin, o Herr, und unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in dir.

In der modernen Wirtschaft ist es jetzt aber so, dass es nur ein einziges Ziel gibt: Geld, Geld und nochmals Geld.

Ruhe gibt es gar keine mehr. Das einzige, was konstant ist, ist die Veränderung, sagt man.

Aus dem – an sich ganz praktischen – universellen Tauschmittel Geld ist all so unser neuer Gott geworden, der alles andere beherrscht, alle unsere Beziehungen, Anstrengungen und sogar unseren Urlaub, unsere Muße.

Und auch die Kirchen und Klöster.

*) zum Thema „Erschaffung von Himmel und Erde“: Der Autor (oder die Autoren) des Buches Genesis hatten noch nicht die Erkenntnisse der modernen Naturwissenschaft, darum sind sie von einem Weltbild ausgegangen, in dem es außer Himmel und Erde nichts gibt. Weiters sind sie in ihrer Beschreibung von einer „Urflut“ ausgegangen, ÜBER deren Wassern der Geist Gottes schwebte. Sie haben Gott also bereits als jemanden beschrieben, der sich AUSSERHALB des Universums befindet (das gilt auch heute noch, trotz moderner Physik).

Aus unserem Ziel GOTT, das also AUSSERHALB des Universums liegt, ist so ein rein innerweltliches Ziel geworden.

Anstatt, dass wir DAS GELD IM GRIFF HABEN, und es als nützlichen Diener für unser Leben zu Gottes Ehre einsetzen, HAT DAS GELD UNS IM GRIFF und bestimmt jede unserer Herzensregungen, unserer Handlungen, unserer Worte und unserer Gedanken.

Was hatte Jesus zu diesem Thema zu sagen?

Gehen wir wieder in die Primärliteratur:

Mt 6,24 Niemand kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon.
Mt 6,25 Deswegen sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben und darum, dass ihr etwas zu essen habt, noch um euren Leib und darum, dass ihr etwas anzuziehen habt. Ist nicht das Leben wichtiger als die Nahrung und der Leib wichtiger als die Kleidung?
Mt 6,26 Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie?
Mt 6,27 Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine kleine Zeitspanne verlängern?
Mt 6,28 Und was sorgt ihr euch um eure Kleidung? Lernt von den Lilien, die auf dem Feld wachsen: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht.
Mt 6,29 Doch ich sage euch: Selbst Salomo war in all seiner Pracht nicht gekleidet wie eine von ihnen.
Mt 6,30 Wenn aber Gott schon das Gras so prächtig kleidet, das heute auf dem Feld steht und morgen ins Feuer geworfen wird, wie viel mehr dann euch, ihr Kleingläubigen!
Mt 6,31 Macht euch also keine Sorgen und fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen?
Mt 6,32 Denn um all das geht es den Heiden. Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr das alles braucht.
Mt 6,33 Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben.
Mt 6,34 Sorgt euch also nicht um morgen; denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat genug eigene Plage.

Hmmmmmmm, heißt das jetzt, wir sollen in den Tag hinein leben, und gänzlich aufhören zu planen?

Sollen wir die Erkenntnisse der Wirtschaftstheorie, die sich ja mit einer „planvollen Befriedigung der Bedürfnisse“ beschäftigt, komplett über Bord werfen?

Ich denke, der Schlüssel, den wir benötigen, um Jesus hier zu verstehen, liegt im Vers Mt 6,34. „Jeder Tag hat genug eigene Plage“.

Wir sollen also nicht Probleme wälzen, die noch gar nicht eingetreten sind, sondern wir sollen uns auf das HIER UND JETZT konzentrieren.

Auf die Menschen, die uns JETZT geschenkt sind.

Auf die Güter, die wir JETZT genießen können und auf die – auch vorausblickende – Arbeit, die wir JETZT erledigen können.

Prognosen werden ja erstellt, damit man JETZT darauf reagiert, um sich eben KEINE Sorgen um die Zukunft machen zu müssen (das ist jetzt natürlich, was den Klimawandel betrifft, zu spät, das hätte man 1970 berücksichtigen müssen).

Meint

Euer Christoph


Henne und Ei

August 18, 2022

And now, to something completely different:

Meint

Euer Christoph


Unser Vater von Außerhalb

August 16, 2022

Liebe Leser! *)

Wie Ihr wißt, habe ich seit dem Frühjahr 2021 immer wieder Gedanken zur Wirtschaftstheorie gesponnen, da bin ich jetzt aber mehr oder weniger an einem natürlichen Ende angelangt.

Siehe auch oben die Seite über Wirtschaftsgedanken.

Aber heute ist mir ein Gedanke gekommen, den ich wert finde ihn aufzuschreiben:

Wenn ich heute als Teil unseres Wirtschaftssystems agiere und re-agiere,

dann bin ich oft eingespannt in ein Gleichungssystem aus Umständen, Sachzwängen, Optimierungs-notwendigkeiten und mannigfaltigsten Wünschen und Bedürfnissen, die mich daran zweifeln lassen, ob ich überhaupt noch etwas „zu sagen“ habe.

Und meistens komme ich nicht einmal dazu, darüber nachzudenken, ob die Dinge und Menschen „mir etwas sagen“.

Das alles ist eigentlich ziemlich bedeutungslos, genau genommen.

Und genau das sollten wir verfolgen. Was bedeutet mir das alles? Was bedeuten mir meine Kollegen? Was bedeuten all die Dinge und Gedanken, die wir jeden Tag von links nach rechts und von rechts nach links wälzen?

Was ist die Bedeutung meiner Familie in diesem ganzen Konvolut? Was bedeutet mir meine Heimat? Wo hat sich Gott versteckt?

Ich möchte versuchen, ein paar Schätze zu heben, die für wirtschaftlich aktive Menschen wertvoll sein können, und sich im reichen Fundus der Tradition der Kirche verstecken.

In erster Linie denke ich an die zehn Gebote, die Bergpredigt und das Vater Unser.

Meint

Euer Christoph

P.S.: ich bin weder in der Wirtschaftstheorie fertig ausgebildet, noch in der Theologie, bin aus ganzem Herzen Techniker. Hatte jedoch im Zuge meines Studiums der Elektrischen Energietechnik zwei oder drei Vorlesungen zu wirtschaftlichen Themen gehört und im Gymnasium einen exzellenten Religionslehrer.

*) ich habe neulich durch einen Leserbrief in einer großen Zeitung gelernt, dass das Geschlecht des Wortes „der Leser“, wenn man es inklusiv betrachtet, eben nicht das natürliche Geschlecht (den Sexus) bedeutet, sondern das grammatische Geschlecht (den Genus), dass das Wort „der Leser“ also ganz automatisch auch „die Leserin“ bedeuten kann, wenn man es gut meint. Da ich davon ausgehe, dass mir meine Leser keine schlechten Absichten unterstellen, werde ich das Gendern ab sofort gänzlich sein lassen.


Wer ist schuld? – II

Juli 30, 2022

Liebe Leserin! Lieber Leser! Liebe Leser:innen!

Selten – aber doch – muss ich bei meinen Beiträgen nachbessern, weil ich „geschludert“ habe.

Beim letzten Beitrag vom Sonntag, 24. Juli 2022, ist es wieder einmal passiert.

In den einleitenden Worten – im folgenden grau wiederholt – hatte ich noch einigermaßen ordentlich das Grundprinzip von Vorleistungen, Wertschöpfung und Produktionsergebnis wiederholt (das ich schon mehrmals in meiner Laufbahn als Blogger erwähnt hatte).

Jetzt habe ich Euch schon des öfteren mit einem Diagramm gequält, mit einem Diagramm, das man eigentlich als „die“ zentrale Offenbarung der Betriebswirtschaftslehre bezeichnen muss.

Mit einem Diagramm, welches die produktive Arbeit des Menschen – bzw. deren Wert – in Beziehung setzt zum Wert des Ergebnisses, dem „Brutto-Umsatz“ oder auch „Produktionsergebnis“:

Abb. 1: Wertschöpfung = Produktionsergebnis(Wert) – Vorleistungen(Wert)

Wieviel hast Du beigetragen? Was ist Dein Beitrag zum allgemeinen Glück? Deine Wertschöpfung? Fühlst Du Dich schuldig, wenn die Zeiten wieder schlechter werden? Fehlt etwas an Deinem Beitrag? Ist Glück überhaupt machbar?

Große Fragen! Dumme Fragen! Wir möchten ihnen auf den Grund gehen.

Aber, beginnen wir einmal uns mit der Philosophie der Abb. 1 auseinanderzusetzen, bevor wir derart große Fragen wälzen, wie die eben genannten.

Genau genommen wird in Abb. 1 aus der Gesamtproduktion nur ein einzelner Prozess herausgegriffen und dieser (Teil-)Prozess wird in Beziehung gesetzt zum Gesamtergebnis (bzw. zu dessen Wert).

Mit „Wert“ meinen wir hier immer eine „finanzielle Bewertung durch den Markt“ (wer auch immer das ist 😛 ) – viele Menschen sind der Meinung, dass es auch einen „eigentlichen“ Wert gibt, der mit Geld nichts zu tun hat – das wird in Abb. 1 nicht berücksichtigt.

Man unterscheidet also zwischen „Vor“leistungen – das sind alle menschlichen bezahlten Leistungen, die als Voraussetzung erbracht werden müssen, damit der gegenständliche Teilprozess sinnvoll stattfinden kann – und Wert“schöpfung“, das sind alle menschlichen bezahlten Leistungen, die direkt in diesem Teilprozess erbracht werden.

Wenn man zu den Vorleistungen anteilsmäßig auch alle öffentlichen Dienstleistungen rechnet und auch den Gewinn – der ja die Rendite für das Vermögen darstellt, das die Eigentümer als ihre Vorleistung in den Prozess eingebracht haben – und auch all die strategischen Investitionen – die ja eine Vorleistung für eine „gesunde Umwelt/Umgebung“ des Prozesses sind – dann entspricht diese Summe genau dem Brutto-Umsatz, der durch diesen Teilprozess erbracht worden ist.

Danach argumentierte ich – immer noch halbwegs konsistent, im folgenden grau wiederholt – dass die Unterscheidung zwischen „Vor“leistungen und EIGENTLICHER Wert“schöpfung“ ja dazu dienen kann, zwischen Angestelltem/Arbeiter und Unternehmer zu unterscheiden. Ist es doch der Unternehmer, oder zumindest der „unternehmerisch denkende Mensch“, der sich eben auch um die „Vor“leistungen KÜMMERT, während sich der Angestellte/Arbeiter auf die EIGENTLICHE Wert“schöpfung“ – also auf „seine Arbeit“ – konzentrieren kann.

Wer ist der Kümmerer?

Nun kann man sich anhand von Abb. 1 Gedanken machen, wer sich um die Vorleistungen kümmert (wir haben das eigentlich bereits HIER getan).

Die Vorleistungen müssen ja vorher erbracht werden, BEVOR die Wertschöpfung erbracht wird und also auch, BEVOR MAN DAS PRODUKT VERKAUFEN KANN.

Deswegen weiss man eigentlich noch nicht, ob man sich die Vorleistungen überhaupt leisten kann, weil ja noch nicht feststeht, wieviel Brutto-Umsatz man für das Produkt letztendlich bekommen wird.

Das bedarf also einer ganzen Menge organisatorischen und juristischen Talents, das mit der eigentlichen Wertschöpfung (mit der eigentlichen Arbeit) nichts zu tun hat.

Alle diese organisatorischen und juristischen Vorleistungen – ja, das Kümmern um die Vorleistungen ist AUCH eine Vorleistung – übernimmt normalerweise der Unternehmer, sodass sich der Angestellte bzw. der Arbeiter auf die EIGENTLICHE Arbeit konzentrieren kann.

Sodann kehrte ich den Spieß um. Was ist denn TATSÄCHLICH die EIGENTLICHE Wert“schöpfung“?

Die Aufteilung in „Vor“leistungen und Wert“schöpfung“ ist ja doch recht subjektiv, weil eigentlich jeder SEINEN Beitrag als die EIGENTLICHE Wert“schöpfung“ betrachten wird, während alles andere nur „Vor“leistungen seien.

Und tatsächlich gibt es nur einen einzigen Beitrag, der in der Wertschöpfungskette einen HERAUSRAGENDEN, nicht zu ersetzenden Platz einnimmt. Es ist dies der Beitrag des Endbenutzers, des Konsumenten.

Was ist die EIGENTLICHE Arbeit?

Jetz‘ hamm’se ’n Haus jebaut.

Was war jetzt die EIGENTLICHE Arbeit?

Das Ausheben der Baugrube?

Der Ausbau des Kellers?

Das Hochziehen der Mauern?

Das Dach?

Der Innenausbau?

Die Planung?

Die Bauaufsicht?

Die Finanzierung?

Die Auswahl und der Kauf des Grundstücks?

Nun, jeder dieser Teilprozesse, und wir gehen mal davon aus, dass jeder Teilprozess einen eigenen „Process Owner“ hat, also, jeder dieser „Process Owner“ wird das anders sehen.

„Ohne mich könnte das Haus nicht so dastehen, wie es dasteht“, könnte jeder dieser „Process Owner“ mit fug und recht behaupten.

Gut, es gibt schon aus physikalischen Gründen eine bestimmte Reihenfolge. Man kann zum Beispiel nicht das Dach decken, bevor man die Wände hochgezogen hat, aber im Sinne einer NOTWENDIGKEIT bzw. SINNHAFTIGKEIT ist das Dach genauso wichtig wie der Keller. Ein Haus ohne Dach würde den Zweck eines Hauses nicht – oder nur teilweise – erfüllen.

Es ist also hier auf den ersten Blick gar nicht so einfach, zwischen „Vor“leistung und Wert“schöpfung“ zu unterscheiden, oder?

Na ja. Es gibt schon einen herausragenden „Process Owner“.

Wer das ist?

Der Bauherr. Darum ist er ja der BauHERR (oder auch die BauFRAU, natürlich).

Wenn sich der Bauherr nicht entschieden hätte, gegenwärtige und zukünftige Teile seines Vermögens zu opfern, um hier dieses Haus zu bauen, dann wäre dieses Haus hier nicht gebaut worden.

Der Architekt, zum Beispiel, kann das nicht von sich behaupten. Wenn er sich geweigert hätte, dann hätte halt ein anderer Architekt dieses Haus geplant.

Das Haus wäre dann vielleicht nicht genau SO gebaut worden wie es gebaut worden ist – also nicht gleichARTIG – aber sicher gleichWERTIG.

Nur ganz wenige Architekten können von sich behaupten, dass niemand anderer in der Lage ist, gleichWERTIGE Häuser zu planen.

So gibt es im Zusammenhang mit diesem Haus und diesem Grundstück sicher viele Personen, die an der Produktion beteiligt waren, aber nur die Leistung des Eigentümers, der Einsatz seines Vermögens, ist die EIGENTLICHE Leistung, die im Zusammenhang mit all den Vorleistungen der Banken, der Planer, der Bauaufsicht und der Handwerker zur Lebensqualität seiner Familie beitragen soll.

Weil ja der Endbenutzer Teile seines gegenwärtigen und zukünftigen Vermögens „opfert“, um von dem Konsumgut einen Nutzen zu lukrieren, ist er auch derjenige, der der ganzen Wertschöpfungskette erst den Sinn verleiht, ja der sie finanziert.

Und genau hier, bei der weiteren Ausarbeitung des Themas „Endbenutzer“, habe ich dann eben „geschludert“. Ich habe nur mehr Stichworte aneinander gereiht und kurz angerissen, ohne die Gedanken „ordentlich zu Ende zu führen“.

Das will ich nun nachholen:

Wer ist schuld?

Der Markt? Der Souverän? Der Konsument?

Liebe Leser, Ihr kennt vielleicht das Lied „Sie hab’n a Haus baut“ von Arik Brauer. Darin geht es um anonyme „sie“. „Sie“, die uns „a Haus herbaut“ haben, sodass wir keinen Ausblick mehr haben.

Aber sind wirklich diese anonymen „sie“ daran schuld, dass wir keinen Ausblick mehr haben? Gab es da nicht einen einzigen(!) Eigentümer, der diese Entscheidung getroffen hat?

Ist es nicht immer der Eigentümer, der Endbenutzer, der Konsument, der durch seine Entscheidungen, insbesondere durch seine Konsumentscheidungen, erstens die Wirtschaft in Gang hält, und zweitens also auch „schuld daran“ ist?

Schuld insbesondere an der Umweltverschmutzung? Am Klimawandel? An der Lärmbelästigung durch den Verkehr? Am Feinstaub?

Ich würde mit einem klaren und deutlichen JAIN antworten.

JA, weil natürlich der Endbenutzer entscheidet, WAS er konsumiert, bzw. WIEVIEL er konsumiert. Diese Entscheidungen können natürlich von der Notenbank (vom Leitzinssatz) und von der Werbung, vom Marketing, beeinflusst werden, aber letzten Endes stehen sie in der Verantwortung des Einzelnen.

Aber NEIN, weil WIE die Güter produziert werden, das entscheiden der Markt und der Souverän mit seinen Gesetzen, an die sich ja auch der Markt zu halten hat.

Man könnte noch anmerken, dass es viele Leute gibt, die nicht an den freien Willen glauben. Demnach wären die Entscheidungen der Konsumenten und die Entscheidungen der Politiker einfach nur simple Mechanismen, die eigentlich im Rahmen der Evolution PASSIEREN.

Als christlicher Autor gehe ich vom Begriff der Verantwortung aus, die den politischen Entscheidungen und den Konsumentscheidungen innewohnt.

Also:

Der Souverän darf sich nicht einfach so auf den Konsumenten herausreden und der Konsument darf sich nicht einfach so auf den Souverän herausreden.

Beide tragen ihren Teil der Verantwortung.

Der Markt trägt keine Verantwortung, der Markt ist nur ein simpler, leicht zu durchschauender, Mechanismus, den wir in intelligenter Art und Weise nutzen sollten.

Meint

Euer Christoph


Wer ist schuld?

Juli 24, 2022

Liebe Leserin! Lieber Leser! Liebe sonstige Leser:innen!

Jetzt habe ich Euch schon des öfteren mit einem Diagramm gequält, mit einem Diagramm, das man eigentlich als „die“ zentrale Offenbarung der Betriebswirtschaftslehre bezeichnen muss.

Mit einem Diagramm, welches die produktive Arbeit des Menschen – bzw. deren Wert – in Beziehung setzt zum Wert des Ergebnisses, dem „Brutto-Umsatz“ oder auch „Produktionsergebnis“:

Abb. 1: Wertschöpfung = Produktionsergebnis(Wert) – Vorleistungen(Wert)

Wieviel hast Du beigetragen? Was ist Dein Beitrag zum allgemeinen Glück? Deine Wertschöpfung? Fühlst Du Dich schuldig, wenn die Zeiten wieder schlechter werden? Fehlt etwas an Deinem Beitrag? Ist Glück überhaupt machbar?

Große Fragen! Dumme Fragen! Wir möchten ihnen auf den Grund gehen.

Aber, beginnen wir einmal uns mit der Philosophie der Abb. 1 auseinanderzusetzen, bevor wir derart große Fragen wälzen, wie die eben genannten.

Genau genommen wird in Abb. 1 aus der Gesamtproduktion nur ein einzelner Prozess herausgegriffen und dieser (Teil-)Prozess wird in Beziehung gesetzt zum Gesamtergebnis (bzw. zu dessen Wert).

Mit „Wert“ meinen wir hier immer eine „finanzielle Bewertung durch den Markt“ (wer auch immer das ist 😛 ) – viele Menschen sind der Meinung, dass es auch einen „eigentlichen“ Wert gibt, der mit Geld nichts zu tun hat – das wird in Abb. 1 nicht berücksichtigt.

Man unterscheidet also zwischen „Vor“leistungen – das sind alle menschlichen bezahlten Leistungen, die als Voraussetzung erbracht werden müssen, damit der gegenständliche Teilprozess sinnvoll stattfinden kann – und Wert“schöpfung“, das sind alle menschlichen bezahlten Leistungen, die direkt in diesem Teilprozess erbracht werden.

Wenn man zu den Vorleistungen anteilsmäßig auch alle öffentlichen Dienstleistungen rechnet und auch den Gewinn – der ja die Rendite für das Vermögen darstellt, das die Eigentümer als ihre Vorleistung in den Prozess eingebracht haben – und auch all die strategischen Investitionen – die ja eine Vorleistung für eine „gesunde Umwelt/Umgebung“ des Prozesses sind – dann entspricht diese Summe genau dem Brutto-Umsatz, der durch diesen Teilprozess erbracht worden ist.

Wer ist der Kümmerer?

Nun kann man sich anhand von Abb. 1 Gedanken machen, wer sich um die Vorleistungen kümmert (wir haben das eigentlich bereits HIER getan).

Die Vorleistungen müssen ja vorher erbracht werden, BEVOR die Wertschöpfung erbracht wird und also auch, BEVOR MAN DAS PRODUKT VERKAUFEN KANN.

Deswegen weiss man eigentlich noch nicht, ob man sich die Vorleistungen überhaupt leisten kann, weil ja noch nicht feststeht, wieviel Brutto-Umsatz man für das Produkt letztendlich bekommen wird.

Das bedarf also einer ganzen Menge organisatorischen und juristischen Talents, das mit der eigentlichen Wertschöpfung (mit der eigentlichen Arbeit) nichts zu tun hat.

Alle diese organisatorischen und juristischen Vorleistungen – ja, das Kümmern um die Vorleistungen ist AUCH eine Vorleistung – übernimmt normalerweise der Unternehmer, sodass sich der Angestellte bzw. der Arbeiter auf die EIGENTLICHE Arbeit konzentrieren kann.

Was ist die EIGENTLICHE Arbeit?

Jetz‘ hamm’se ’n Haus jebaut.

Was war jetzt die EIGENTLICHE Arbeit?

Das Ausheben der Baugrube?

Der Ausbau des Kellers?

Das Hochziehen der Mauern?

Das Dach?

Der Innenausbau?

Die Planung?

Die Bauaufsicht?

Die Finanzierung?

Die Auswahl und der Kauf des Grundstücks?

Nun, jeder dieser Teilprozesse, und wir gehen mal davon aus, dass jeder Teilprozess einen eigenen „Process Owner“ hat, also, jeder dieser „Process Owner“ wird das anders sehen.

„Ohne mich könnte das Haus nicht so dastehen, wie es dasteht“, könnte jeder dieser „Process Owner“ mit fug und recht behaupten.

Gut, es gibt schon aus physikalischen Gründen eine bestimmte Reihenfolge. Man kann zum Beispiel nicht das Dach decken, bevor man die Wände hochgezogen hat, aber im Sinne einer NOTWENDIGKEIT bzw. SINNHAFTIGKEIT ist das Dach genauso wichtig wie der Keller. Ein Haus ohne Dach würde den Zweck eines Hauses nicht – oder nur teilweise – erfüllen.

Es ist also hier auf den ersten Blick gar nicht so einfach, zwischen „Vor“leistung und Wert“schöpfung“ zu unterscheiden, oder?

Na ja. Es gibt schon einen herausragenden „Process Owner“.

Wer das ist?

Der Bauherr. Darum ist er ja der BauHERR (oder auch die BauFRAU, natürlich).

Wenn sich der Bauherr nicht entschieden hätte, gegenwärtige und zukünftige Teile seines Vermögens zu opfern, um hier dieses Haus zu bauen, dann wäre dieses Haus hier nicht gebaut worden.

Der Architekt, zum Beispiel, kann das nicht von sich behaupten. Wenn er sich geweigert hätte, dann hätte halt ein anderer Architekt dieses Haus geplant.

Das Haus wäre dann vielleicht nicht genau SO gebaut worden wie es gebaut worden ist – also nicht gleichARTIG – aber sicher gleichWERTIG.

Nur ganz wenige Architekten können von sich behaupten, dass niemand anderer in der Lage ist, gleichWERTIGE Häuser zu planen.

So gibt es im Zusammenhang mit diesem Haus und diesem Grundstück sicher viele Personen, die an der Produktion beteiligt waren, aber nur die Leistung des Eigentümers, der Einsatz seines Vermögens, ist die EIGENTLICHE Leistung, die im Zusammenhang mit all den Vorleistungen der Banken, der Planer, der Bauaufsicht und der Handwerker zur Lebensqualität seiner Familie beitragen soll.

Wer ist schuld?

Vielleicht kennt Ihr das Lied von Arik Brauer „Sie hab’n a Haus baut“.

Wer sind „sie“?

Gibt es nicht immer „genau einen“, der für eine Sache verantwortlich ist? Einen Eigentümer?

Wer zahlt, schafft an!

Verantwortung ist die Kehrseite des Eigentums.

Ist es wirklich so, dass der Eigentümer – und also auch der Kunde – letztgültige Entscheidungen trifft?

Hat nicht der Souverän ein Wörtchen mitzureden? (Wer das ist, DER SOUVERÄN, darüber haben wir uns HIER Gedanken gemacht).

Wenn sich also alle Eigentümer beim Gebrauch ihres Eigentums an die Gesetze halten – und ansonsten einfach ihren Bedürfnissen folgen – und trotzdem ist unsere Welt nicht gerade das, was man als ein Paradies bezeichnet. Sind dann die Gesetze falsch? Ist der Souverän schuld?

Na gut, wir halten uns ja NICHT an die 10 Gebote. Wenn wir uns an die 10 Gebote hielten, würden wir auch unsere inneren Bedürfnisse erkennen.

Und wenn wir denen folgten, dann gäbe es auf der Welt keine Probleme.

Meint

Euer Christoph


Was sich der liebe Gott wünscht

Juli 18, 2022

Letzte Woche hatte ich zwei interessante „Erkenntnisse“ (man kann auch „Erlebnisse“ dazu sagen).

ERSTENS habe ich die beiden Worte „Geldmenge Europa“ gegoogelt und kam auf folgenden Artikel:

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/241829/umfrage/entwicklung-der-geldmenge-m3-in-der-euro-zone/

Da kann man klipp und klar lesen, dass die Geldmenge im Jahr 2020 um 11 (elf!!!) Prozent angestiegen ist und im Jahr 2021 immer noch um 7 (sieben!!!) Prozent.

Wenn das nicht die wirkliche Ursache der Inflation ist?

Der Krieg in der Ukraine ist grauslich und sollte unbedingt vermieden werden, keine Frage, aber die Ursache für die Inflation ist er NICHT!

Also, was ist normalerweise die Ursache für Inflation?

  • Wenn die Geldmenge zu groß wird im Vergleich zum Volksvermögen (Sachvermögen + Rechte + Humankapital)
  • Wenn das netto Erwerbseinkommen, das ja der Rendite für das Humankapital entspricht, zu klein ist im Vergleich zur Rendite bei leistungsloser Überlassung von Vermögenswerten
  • Wenn es zuviel gratis Arbeit gibt (sodass die Menschen keine Zeit mehr haben, Erwerbseinkommen zu erzielen)
  • Allerletzte Ursache ist natürlich eine allzu ungleiche Vermögensverteilung (Erpressung, Geiselnahme/Sklaverei, Wucher), weil korrupte Regierung/Administration

Und was kann man gegen Inflation tun?

  • Den Gürtel enger schnallen und weniger konsumieren
  • Seinen ganzen Mut zusammen nehmen und mit weniger Arbeit mehr Geld verdienen
  • Arbeit aufwerten, die bisher gratis getan werden mußte
  • Der Staat muss seine Schulden bei der Zentralbank zurückzahlen, anstatt neue Schulden anzuhäufen
  • Die Reichen müssen sich ihrer Verantwortung für die Armut bewusst werden und für das Sozialsystem – zumindest teilweise – aufkommen, weil der Staat die Steuern auf den Mittelstand senken muss, damit dieser die entlassenen Beamten aufnehmen kann

Aber, ich will nicht jammern, ich hatte ZWEITENS ein nettes Erlebnis beim Beten. Es wurde mir die Erkenntnis geschenkt darüber, was der größte Wunsch Gottes ist.

Der liebe Gott will nicht immer Recht behalten. Einmal, ein einziges Mal nur, einmal im Leben möchte er sich irren.

Er würde sich wünschen, dass ihn die Menschheit einmal nur, ein einziges mal im Leben POSITIV ÜBERRASCHT.

Meint

Euer Christoph

P.S.: der christliche Theologe wird mich daran erinnern, dass Maria den größten Wunsch Gottes bereits erfüllt hat


Vom Kümmern

Juli 2, 2022

Letzte Woche habe ich mich plötzlich gefragt, was eigentlich der wesentliche Unterschied ist, zwischen den beiden Aussagen (A) „Ich habe einen Arbeitsplatz“ und (B) „Ich habe ein Geschäft“.

„Nun gut“, wirst Du sagen: „der Unterschied könnte nicht größer sein, als er ist zwischen selbständig und angestellt“.

Und: „Wo noch könnte es einen größeren Unterschied geben?“

„Trotzdem“, werde ich sagen: „wenn man es auf den allerletzten Grundbegriff der Betriebswirtschaft herunterbricht, auf die Begriffe von Produktionsergebnis (Bruttoumsatz) sowie Vorleistungen und persönlicher Wertschöpfung (Nettoeinkommen), dann kann in folgendem Diagramm kein prinzipieller Unterschied zwischen der Arbeit eines Selbständigen und der Arbeit eines Angestellten festgestellt werden:“

Abbildung 1: Wertschöpfung = Produktionsergebnis – Vorleistungen

Erklärung – Bruttoumsatz

Angenommen, der Angestellte (A) arbeite für eine bestimmte Geschäftseinheit, dann meine ich mit Bruttoumsatz den Anteil des Bruttoumsatzes der Geschäftseinheit, für den er selbst „verantwortlich“ *) ist.

*) in vielen Fällen sind Angestellte z.B. „verantwortlich“ für ihren persönlichen Zeitaufwand, der in Form von internen Stundensätzen an andere Geschäftseinheiten im Unternehmen verrechnet wird.

Im Fall (B) ist es der gesamte Bruttoumsatz des Geschäftes, für den der Eigentümer ja insgesamt „verantwortlich“ ist.

Im Falle eines Einpersonenunternehmens (EPU) ist hier also gar kein Unterschied zum Angestellten zu entdecken, je größer das Geschäft aber wird – je mehr Personen im Geschäft mitarbeiten – desto stärker wiegt natürlich die Verantwortung der Eigentümer, wie wir zugeben.

Verantwortung hat jedoch in obigem Diagramm keinen Platz
(da geht es nur ums Geld, um Umsätze, Kosten und Gewinne).

Ausgenommen man modelliert das „Verantwortungsproblem“ mit den Gesetzen von Angebot und Nachfrage:
Je mehr Verantwortung man an einem Arbeitsplatz tragen muss, desto weniger Leute werden sich dafür melden, sodass man mit der Bezahlung in die Höhe gehen muss.

Erklärung – Wertschöpfung

Wenn ich alle Vorleistungen – und ich meine wirklich ALLE Vorleistungen – vom Produktionsergebnis subtrahiert habe, dann bleibt mir ein Nettoeinkommen, von dem ich (und meine Familie) leben muss.

Mein allererstes Problem ist also, dass meine persönliche Wertschöpfung, mein „added value“ (mein Nettoeinkommen) so groß sein muss, dass ich (wir) davon leben kann (können).

(A) Zuallererst muss sich mein Arbeitsplatz für mich und meine Familie RENTIEREN, sonst wäre es besser, etwas Anderes zu machen

(B) Zuallererst muss sich mein Geschäft für mich und meine Familie RENTIEREN, sonst wäre es besser, etwas Anderes zu machen

Alles andere wäre dann eine Frage der Sozialgesetzgebung.

Im Fall (A) ist das für den Angestellten kein Problem, weil er mit dem Unternehmen einen fixen Lohn (bzw. ein Gehalt) vereinbart hat und die Kosten für die Vorleistungen sind eigentlich das Problem des Arbeitgebers.

Wirklich?

Na ja: Wenn ich mich an diesem Arbeitsplatz für den Arbeitgeber nicht rentiere, oder wenn sich der Arbeitsplatz generell für den Arbeitgeber nicht rentiert, dann gibt es eigentlich nur folgende Möglichkeiten:

  1. Es gibt MICH bald nicht mehr an diesem Arbeitsplatz
  2. Es gibt DIESEN ARBEITSPLATZ bald nicht mehr (hier)
  3. Es gibt DIESEN ARBEITGEBER bald nicht mehr (hier)

Wir sehen, dass sich der Unternehmer (B) um die Effektivität und Effizienz aller seiner Arbeitsplätze kümmern muss, aber auch der Angestellte (A) trägt Verantwortung für sich selbst (für seine Weiterbildung und Weiterentwicklung) und für Effektivität und Effizienz seines Arbeitsplatzes.

Vom Kümmern……

……kommen Schlafstörungen, sagt man.

Aber, es hilft nichts, die Kosten für die Vorleistungen müssen uns kümmern.

Wenn wir uns weiterbilden, weiterentwickeln, dann können wir unseren Teil beitragen, dass der Gesamtumsatz steigt – da ist eigentlich kein Unterschied zwischen Fall (A) und Fall (B), aber die ganze Weiterbildung und -entwicklung, all die schöne Innovation, nützt überhaupt nichts, wenn der Umsatz von den Vorleistungen aufgefressen wird.

Und, was das Kümmern um die Vorleistungen betrifft, genau da sehe ich den wesentlichen Unterschied zwischen Angestelltem (A) und Geschäftsinhaber (B). Hier kann sich der Angestellte ein wenig zurücknehmen (ganz vergessen kann auch er diese Sache nicht) und graue Haare einsparen.

Der Geschäftsinhaber muss sich darum kümmern, dass Druckerpapier da ist, wenn man es braucht, er hat aber dafür den Vorteil, dass er nicht die ganze Arbeit selber machen muss, die er ja an seine Angestellten delegieren kann.

Arme EPUs. Die müssen machen UND organisieren (dafür ist ihr Geschäft aber zum Glück überschaubar 🙂 ).

Meint

Euer Christoph


Die Tragödie vom armen reichen Mann, ……

Juni 17, 2022

……den niemand liebte.

Seit einiger Zeit schreibe ich immer wieder Beiträge, die vermuten lassen, dass meine Ideologie sehr links sei.

Vermögen ist ein Wettbewerbsvorteil“ , liest man da auf meinem Blog, und: „Vermögensertrag sollte, unter dem Strich, gleich Null sein“ (Vermögen sollte nicht „von selbst“ mehr werden können).

Will ich also eine Neid-Diskussion auslösen, so wie man es den Linken gemeinhin vorwirft?

Nein, will ich nicht.

Nicht zuletzt liegt das daran, dass es immer schon eine Strategie der Oberschicht war, den Neid in der Unterschicht zu schüren, sodass die Unterschicht geneigt war die Mittelschicht „aufzufressen“. Das beseitigte sozusagen im Auftrag der Oberschicht den potentiellen Konkurrenten, die Mittelschicht.

Ein Spiel, bei dem wir nicht mitspielen sollten, denn dadurch verlieren letztlich Alle etwas.

Aber, was will ich eigentlich?

Als Blogger bin ich der Wahrheit verpflichtet

Darum will ich diesmal ein paar „ungeschminkte Gedanken“ zum Thema „Rendite“ ventilieren.

Was ist eine Rendite?

Nehmen wir also das Beispiel vom Holzkohlengriller, der sich in meinem Eigentum befindet (in Wirklichkeit besitze ich so etwas nicht, das ist nur ein Beispiel).

Der Holzkohlengriller hat keinen DIREKTEN Nutzen für mich – ich kann ihn weder essen noch trinken, noch auf ihm schlafen, noch sonst ein Grundbedürfnis direkt mit ihm befriedigen (ich möchte da jetzt auch nicht irgendwelchen schrägen Phantasien Vorschub leisten) – er ist also KEIN KONSUMGUT, sondern ein PRODUKTIONSMITTEL (oder auch INVESTITIONSGUT), also ein Gut, das seinen Nutzen erst später INDIREKT entfaltet, indem ich es benütze, um Nahrung zuzubereiten. Die Nahrung konsumiere ich dann direkt, diese IST also ein Konsumgut.

So weit, so gut. Es ist nun aber so, dass ich im Sommer oft auf Ausflügen bin (auch das ist wieder nur ein Beispiel und stimmt nicht wirklich), und eigentlich sehr selten dazu komme, den Griller „auszupacken“ und mit der Familie eine Grillerei zu veranstalten.

Mein Nachbar hingegen ist auch im Sommer am Wochenende meistens im Garten – und er hat eigentlich eher wenig Geld, sodass er sich die 480,- für einen Griller eigentlich nicht leisten will (das ist jetzt eine Hausnummer, gebe ich zu) – möchte mit seiner Familie aber eigentlich mindestens zwei mal im Sommer eine Grillerei veranstalten.

Deswegen fragt er mich, ob er sich den Griller ausborgen kann, dafür schenkt er mir dann jeweils einen guten Wein im Gegenwert von 10,-.

Für mich heißt das, dass mein Griller nicht ungenutzt herumsteht und verstaubt, ganz im Gegenteil, ich bekomme sogar eine Gegenleistung dafür, dass ich ihn herborge.

Diese Gegenleistung für die Überlassung eines Produktionsmittels ist also etwas, das im professionellen Bereich als Miete, Pacht oder Zinsen bezeichnet wird, man kann dafür auch ganz allgemein den Begriff Rendite verwenden (wenn man den Wert der Gegenleistung aufs Jahr hochrechnet und zum Gesamtwert des eingesetzten Kapitals in Beziehung setzt).

Doch das Abenteuer unseres Helden ist noch nicht zu Ende. Unser Held gewinnt eines Tages im Lotto einen Betrag von 24.000,- und fragt sich, was er damit machen soll.

Da er sich mit der Aufbewahrung und Instandhaltung, und ein wenig auch mit dem Betrieb, von Holzkohlegrillern gut auskennt, entwickelt er den Plan, 50 Griller zum Preis von je 480,- zu kaufen und diese dann professionell an Leute zu vermieten, die auch zuwenig Geld haben um sich einen eigenen Griller zu leisten, so wie sein Nachbar.

Dummerweise hat er mein Blog gelesen und kalkuliert so, dass „unterm Strich eine Null rauskommt“. Er kalkuliert so:

Wenn ich jeden Griller jede Woche einmal verborge, und wenn die Grillsaison jedes Jahr 12 Wochen dauert, dann kann ich damit rechnen, dass die Griller je 4 Jahre lang halten, bevor sie kaputt gehen.

Ich muss also für jedesmal Herborgen einen Betrag von 480,- / (4 x 12) = 10,- einheben.

Fein, das entspricht genau den 10,- die mein mittelloser Nachbar auch immer gerne bezahlt hat“ , sagt er sich.

Na gut, auf die Feinheiten werden wir noch eingehen, aber eines können wir gleich jetzt sagen: Mit dieser Kalkulation wird er keine Expansionsstrategie finanzieren können. Er wird Zeit seines Lebens 50 Griller besitzen und davon leben diese zu verborgen. Auch für sonstige „strategische Manöver“ – zum Beispiel in Bezug auf mögliche Mitbewerber – wird er keinen Spielraum haben.

Aber unser Held ist kein Trottel. Bevor er seinen Businessplan fixiert, redet er noch mit seiner Frau.

„Du Trottel hast alle zusätzlichen Kosten vergessen“, sagt sie.

„Erstens, wir müssen davon leben. Du vermietest 50 Griller, jeden davon 4 mal im Monat, also 200 Geschäftsfälle pro Monat. Wir brauchen 6000,- brutto zum Leben, also must Du auf jeden Geschäftsfall schon mal 30,- draufschlagen“.

Er sagte: „Macht also 40,- in Wirklichkeit“.

Sie: „Und wo willst Du die Griller lagern? Bei uns im Wohnzimmer?“

Er: „OK“.

Sie: „Und wenn ein Griller repariert werden muss?“

Er: „Das mach‘ ich selber“

Sie: „Aber Du wirst dazu Material benötigen“

Kurz und gut: Sie kamen auf einen „gerechten“ Preis von 60,- pro Geschäftsfall.

Die „gerechte“ Rendite

Als sie das ihrem Nachbarn erzählten, sagte dieser spontan: „Da kann ich mir gleich einen eigenen Griller kaufen. Wenn ich mir zwei mal im Jahr um sechzig Euro einen Griller ausborge, bin ich nach 4 Jahren bei genau 480,-. Und wenn ich meinen Griller nur 2 mal pro Jahr verwende, hält er sicher länger als vier Jahre.“ Das wäre billiger als Ausborgen.

Unser Held ist also in einer schwachen Position, weil es für seinen Businessplan kaum einen Markt gibt. Letztendlich könnte man ja ohne größere Probleme auf Grillereien auch gänzlich verzichten.

Aber wie können WIR den Gesamtpreis von 60,- interpretieren?

Heißt das, dass man beim Verborgen eines Grillers einfach so eine Rendite von 60,- x 12 / 480 = 150% erzielen kann?

Nein. Denn eine Rendite ist definiert als der „Ertrag des eingesetzten Kapitals“. Wir müssen also alle Kosten unter Aufrechterhaltung des Kapitals in betracht ziehen.

Erstens erbringt unser Held zusätzliche Leistungen, die über die reine Überlassung der Griller hinausgehen. Die Kosten für diese Leistungen muss man natürlich abziehen:

  • Er lagert die Griller fachgerecht, solange sie nicht benützt werden
  • Er kümmert sich um Reparaturen zur Erhaltung der Funktionsfähigkeit

In unserem Beispiel bleiben also 40,- x 12 / 480 = 100% Rendite nach Abzug der Kosten für die Zusatzleistungen.

Weiters haben die Griller nur eine Lebensdauer von 4 Jahren, es gehen also 25% der Rendite drauf, um die Zahl der Griller aufrechtzuerhalten (genau genommen müßte man auch noch die Inflation berücksichtigen, da die Griller in 4 Jahren ja mehr kosten werden als jetzt).

Es bleibt also immer noch ein stattlicher Reingewinn (Rendite) von 75%, mit dem unser Held (in den Sommermonaten) seine Familie ernähren kann.

Ist das ungerecht? Ist das gerecht?

Na ja, es ist auch eine Frage von Angebot und Nachfrage, nicht nur von Gerechtigkeit.

Und es ist eine Frage der Konkurrenz. Ein anderer Mensch in derselben Stadt könnte mit demselben Geschäftsmodell 150 Griller (um 72.000,-) einsetzen, um seine Familie zu ernähren (falls er das Geld hat).

Jener bräuchte nur 25% Rendite, um die 18.000,- für seine Familie aufzutreiben (für die Sommermonate) und könnte billiger anbieten.

Weitere Feinheiten, zum Beispiel Transportkosten, wären noch zu klären, aber es ist klar, worauf unser Beispiel hinausläuft:

Interpretation des Beispiels / Schlussfolgerungen

Wir haben also im letzten Beispiel folgende Zwecke kennengelernt, für die der Held die Miete für die Holzkohlengriller verwendet:

  • Werterhaltung des eingesetzten Vermögens/Kapitals (der Griller)
  • Reingewinn / Rendite, um die eigene Familie zu ernähren

Und hier sehen wir, wie schwierig es ist, von einer „gerechten“ Rendite zu sprechen. Wieviel Geld darf eine Familie „verbrauchen“? 3000,- netto? 5000,- netto? 20.000,- netto?

Ich weiß es nicht.

Eines ist aber sicher. Der Held in unserem Beispiel ist in einer sehr schwachen Position, weil

  • er Güter vermietet, die niemand wirklich braucht,
  • er in Konkurrenz zu anderen Anbietern steht,
  • er seine Familie allein erhalten muss (ohne Plan B), seine Frau trägt ja nichts bei.

Wenn jemand Güter vermietet oder verpachtet, die man unbedingt zum Leben benötigt, zum Beispiel Wohnraum oder Lebensraum, oder wenn jemand Geld schöpft (so wie es die Zentralbank tut), dann kann man die Benützer sehr viel leichter unter Druck setzen.

Das geht so weit, dass manche Menschen die Gesetze von Angebot und Nachfrage tatsächlich in Zusammenhang bringen mit den Begriffen von Erpressung und Geiselnahme (der Fachbegriff dafür wäre Wucher).

Das einzige, was den modernen Menschen – der sich seine Grundbedürfnisse ja nicht selber befriedigen kann – vor Wucher schützt, ist das Kartellrecht, das es den Anbietern verbietet zuviel Marktmacht anzuhäufen.

Und das Kartellrecht sollte sich eben auch generell auf jede Art von Vermögen beziehen – Sachvermögen und Geldvermögen – das ja die Grundlage der Marktmacht ist.

Ergänzung am 18. Juni 2022 – Verantwortung

Im oben genannten Beispiel wurden also die 60,- Miete, die unser Held für jeden Geschäftsfall verrechnete,

  • zur einen Hälfte für die Kosten verwendet, die das Vermögen selbst verursachte (10,- um die Anzahl von 50 Grillern aufrechtzuerhalten und 20,- für Lagerung und Reparatur) und
  • zur anderen Hälfte, um die Familie unseres Helden zu finanzieren.

Aber, Moment mal, die Familie unseres Helden hat doch in der Kalkulation seiner Firma nichts zu suchen, oder seh‘ ich das falsch?

Es ist heutzutage absolut unüblich, zum Chef zu gehen und zu sagen: „Meine Frau bekommt ein Kind, ich brauche also eine Gehaltserhöhung!“. Familie ist Privatsache und wird höchstens in der Mittagspause erwähnt, oder beim Kaffeeklatsch.

Stimmt, und die 30,- sind ja auch der Gegenwert für die Leistung unseres Helden, für seine Dienstleistung:

Jedes Wochenende steht er im Lager und händigt die Griller an die Kunden aus, nimmt diese am Abend wieder zurück. Unter der Woche verwendet er seine wertvolle Zeit, um die Griller instand zu halten und letzten Endes musste er ja auch Werbezettel verteilen und Annoncen schalten, damit die Leute im Einzugsgebiet über diesen Service informiert waren (im Idealfall ist Marketing ja ein Dienst am Kunden, nämlich die Zurverfügungstellung von Information).

Diese 30,- verdient er also nicht aufgrund der reinen Überlassung der Griller an die Kunden, sondern aufgrund seiner eigenen Leistung.

Wir bleiben bei unserer Behauptung: die reine leistungslose Überlassung von Vermögen (gegen Miete, Pacht oder Zins) soll ein Nullsummenspiel sein. Die Rendite soll genau die Kosten zur Werterhaltung des überlassenen Vermögens abdecken.

Darüber hinaus gehende Einkünfte sollen durch Leistungen des Eigentümers gerechtfertigt werden (also Dienstleistungen, zum Beispiel Beratung oder eigenhändige Instandhaltung des überlassenen Vermögens).

Wenn nun die Kunden mit unserem Helden zufrieden sind – wenn sie der Meinung sind, dass er mit den Grillern VERANTWORTUNGSVOLL umgeht – dann wird er mit seinen Zusatzleistungen auch mehr Geld verdienen und sein Geschäft vergrößern können.

Vermögen hat nämlich immer auch mit VERANTWORTUNG zu tun:

Nach allgemeinem bürgerlichem Gesetzbuch (ABGB) ist das Eigentumsrecht zwar jenes Recht, das mir erlaubt mit meinem Eigentum „nach Belieben zu verfahren und auch dritte davon auszuschließen“ (was die Konsumation bzw. Vernichtung mit einschließt), es gibt aber eine Art „sozialen Vorbehalt“, wonach ich durch den Gebrauch meines Eigentums nicht in Rechte dritter eingreifen darf und mich auch an die allgemeinen Vorschriften halten muss, die ja der Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung dienen.

In anbetracht auf die gesellschaftlichen – und auch familiären – Auswirkungen darf unser Held also nicht einfach so absichtlich sein Geschäft kaputt machen oder „an die Wand fahren“ (was man bei manchen mächtigen Leuten immer wieder annehmen muss, wenn sie plötzlich „einen Rappel kriegen“).

Das Ende vom Lied

Mittlerweile sind 20 Jahre vergangen und unser Held versorgt ganz Österreich mit Mietgrillern. In jedem größeren Dorf hat er eine Filiale und alle sind glücklich.

Aber er bekommt einen Brief von der Brüsseler Wettbewerbsbehörde: Da er der einzige große Grillervermieter in Österreich ist und mittlerweile eine 90%-ige Marktabdeckung erzielt, wurde er verurteilt, sein Geschäft zu halbieren und die eine Hälfte zu verkaufen.

Er soll nicht in Versuchung kommen, Wucherpreise zu verlangen. Nie wäre ihm das eingefallen (er weiß nicht, dass ihm seine Frau GENAU das am nächsten Wochenende vorschlagen wollte).

Happy End

Meint

Euer Christoph