Wieder einmal geht es um die Nachbearbeitung einer Diskussion auf den sozialen Medien, die mich antreibt einen Beitrag hier auf meinem Blog zu schreiben.
Es dreht sich darum, dass die Frage virulent geworden ist, ob der Mensch denn nun „immerwährend neutral“ sein kann (wie uns als gelernten Österreichern der siebziger Jahre eingeimpft worden ist), oder ob man doch manchmal die Messlatte hervorkramen muss, um zwischen gut und böse zu unterscheiden.
Aber beginnen wir am Anfang
Einem meiner Leser auf den sozialen Medien ist sauer aufgestoßen, dass ich das Sparbuch als sichere Anlageform bezeichnet hatte, und er vermutete dahinter wieder gleich linkslinke Umtriebe, da seiner Meinung ein Sparbuch etwas „typisch Sozialistisches“ sei.
Eine gute Anlageform konnte natürlich nur so etwas sein, wie eine „gute kapitalistische Aktie“ oder andere Anlageformen, bei denen der kleine Mann möglichst in die Lage kommen soll, sein hart erarbeitetes Vermögen als Ganzes einzubüßen, und nicht „nur“ im Rahmen der Inflation.
Ich verstieg mich wieder zu meinem üblichen „Es kommt darauf an“, und versuchte klarzustellen, dass es tatsächlichen einen Unterschied macht, ob man investieren möchte, oder ob man sparen muss.
Anhand dieser Bewertung, „gutes Investieren“ und „böses Sparen“, begannen wir eine Diskussion über Gut und Böse, die ich hiermit wieder einmal aufwärmen möchte.
Gut oder Böse, Links oder Rechts?
Natürlich wollte dieser Leser, dass ich mich seiner Meinung anschließe
Links = Böse
Rechts = Gut
Ich zitiere: […]Eh ist es nicht einfach. Darum muss man sich damit konfrontieren. Keiner spricht gerne negative Urteile aus (bis vielleicht Restaurantkritiker, haha!), aber manchmal sind sie notwendig. Auch Paulus hat seine Schäflein manchmal scharf kritisiert. Wer immer alles verurteilt, dem verengt sich die Sicht; wer aber nie ein Urteil spricht, in dem sammeln sie sich wie in einem Druckkochtopf, aus dem sie dann unkontrolliert und ungerecht heraus-platzen. Es bedarf also eines Maßes; 0% ist nicht gut und 100% auch nicht.[…]
Ich könnte jetzt die Sache abkürzen, und sagen: „Klar, das Maß ist das Bekenntnis zu den Menschenrechten“ (welches bei der FPÖ nicht gegeben ist), aber ich möchte eigentlich weg von der Tagespolitik und hin zu philosophischen und religiösen Betrachtungen.
Also stelle ich mir die Frage
Ist es gut zu urteilen?
Haha, wirst Du sagen, das ist wieder ein Paradoxon, weil, wenn ich sage, es ist nicht gut zu urteilen, dann ist das selbst ja schon wieder ein Urteil.
Und Du hast recht.
Aber für heute lasse ich es gut sein, und werde die Gedanken noch ein wenig wuseln lassen, bevor ich hier mit dem nächsten Beitrag weitermache.
Wir sind in Österreich gerade dabei, den Klassenkampf neu aufzulegen, wie Ihr alle wisst. Die Reichen und Mächtigen haben soeben begonnen, uns mit Hilfe ihrer Vasallen in der Politik das letzte Hemd vom Leib zu reissen.
Wollen wir deswegen einstimmen in den Chor der Gefangenen?
Nein.
Erstens, weil es eh keinen Sinn hat, und zweitens, weil es viel lustiger ist, sich generelle philosophische Gedanken über dieses Thema zu machen. Diese Blog ist ja nicht angetreten die wirklichen Probleme zu lösen 🙂
Also, welche Sichtweisen stehen uns zur Verfügung?
Um diese Frage zu ventilieren, möchte ich – wieder einmal – eine typische Arbeitsstunde zur Basis nehmen, und einmal klarstellen, dass
a. diese Arbeitsstunde einen Umsatz verursacht
b. dieser Umsatz im Wesentlichen in drei Kostenfaktoren fließt.
Erstens ist da der Lohn für den Arbeiter, der diesen Umsatz generiert hat.
Zweitens sind es die Vorleistungen.
Drittens ist es der Gewinn für den Eigentümer des Unternehmens.
Abbildung 1 – Übersicht: Eine Arbeitsstunde
Der Einfachheit halber habe ich angenommen, dass sowohl der Arbeiter als auch der Eigentümer 20% des Umsatzes bekommen, und dass 60% in die Vorleistungen fließen. Das sind natürlich nur Hausnummern.
Jetzt kann sich der Arbeiter fragen: wie kann ich meinen Anteil erhöhen?
Und der Eigentümer kann sich fragen: wie kann ich meinen Anteil erhöhen.
Abbildung 2: keine Änderung bei Umsatz und Vorleistungen –> KLASSENKAMPF
Solange der Umsatz und die Vorleistungen denselben Wert haben, solange es also keine INNOVATION gibt, bleiben wir im NACKTEN KLASSENKAMPF hängen.
Und weil weder die FPÖ, noch die ÖVP dafür berühmt sind, Innovation zu unterstützen, wird es wohl dabei bleiben.
Jeder von Euch blickt auf eine lange Reihe von Vorfahren zurück, die es alle geschafft haben sich fortzupflanzen.
Jeder Deiner Vorfahren – 100% von ihnen – hat es geschafft sich fortzupflanzen. Du bist also das Ergebnis einer langen Reihe von Erfolgen.
Es ist nämlich nicht jedem Individuum vergönnt sich fortzupflanzen. Ganz im Gegenteil. Die meisten aller Lebewesen schaffen es NICHT sich fortzupflanzen, bevor sie der Tod ereilt.
Genau genommen ist es erst eine Errungenschaft der modernen menschlichen Wissenschaft, die es uns ermöglicht, dass die meisten menschlichen Individuen das Erwachsenenalter erreichen. Aber auch das ist noch keine Garantie dafür, dass man Kinder haben wird.
Ein wenig erinnert mich diese Geschichte an die Ausrüstungsgegenstände von James Bond.
Immer zu Beginn des Abenteuers erhält er GENAU die Ausrüstungsgegenstände, die er dann in GENAU diesem Abenteuer brauchen wird. Sei es die Armbanduhr mit dem eingebauten Seilzug, der explodierende Kugelschreiber oder einfach sein Aston Martin.
Und hier geht es los mit der „rückwärtsgewandten Treffsicherheit“.
Der Autor von James Bond kannte ja bereits das „geplante“ Abenteuer, als er beschrieb, wie Q den Agenten mit Ausrüstungsgegenständen versorgte. Die Erfolgsgeschichte wurde also „rückwärts geschrieben“, ausgehend vom Happy End, zurück zu den Anfängen.
Und mit der anfangs erzählten Erfolgsgeschichte Deines Lebens ist es leider auch so.
Ich kann mich noch so sehr bemühen Dich zu motivieren, indem ich Dir erzähle, dass die VERGANGENHEIT ja aus Deiner Sicht ein voller Erfolg war – Du hast ja überlebt -, aber Du bist wahrscheinlich eher an der Gegenwart und an der Zukunft interessiert.
Zur GEGENWART und zur ZUKUNFT kann ich jedoch leider nur die Aussage tätigen, dass es – auch – an Dir liegt, was Du daraus machst, bzw. ist es natürlich eine Sache von Gottes Segen.
An Gottes Segen ist alles gelegen.
Nun dürfen wir nicht den Fehler machen, dass wir die Vergangenheit mit der Zukunft verwechseln.
Wenn wir die Vergangenheit betrachten, dann sehen wir viele Wege, die möglich gewesen wären aber nur einen Weg zum Ziel, also zur Gegenwart, so wie wir sie kennen.
Für die Zukunft sehen wir ebenfalls viele Möglichkeiten, aber wir können nicht entscheiden, welches Ziel wir erreichen, denn neben uns gibt es unzählige andere Lebewesen, die auch ihre Ziele verfolgen und dadurch unsere Wege beeinflussen. Wir können also nur in eine bestimmte Richtung drängen oder durch unsere Wissenschaft neue Wege eröffnen. Wir haben aber NICHT IM GRIFF, was das ERGEBNIS sein wird.
Ein weiser Mensch (ich habe vergessen, wer es war) hat einmal gesagt: Wir dürfen nicht annehmen, dass es NUR den EINEN Weg gäbe, den wir UNBEDINGT gehen müssten, um zum Glück zu gelangen. Ganz im Gegenteil bauen, bilden wir den Weg erst dadurch, dass wir ihn gehen.
Oder, anders gesagt: je präziser Du Deine Ziele formulierst, desto größer ist die Sicherheit, dass Du sie verfehlen wirst. Denn die „rückwärtsgewandte Treffsicherheit“ gilt eben nicht für die Zukunft.
Wenn wir uns die biblische Geschichte von der TEMPELREINIGUNG vor Augen führen, dann scheint es auf den ersten Blick so zu sein, dass Jesus den Kapitalismus und das Geld an sich zum Feind hatte.
Denn diese Episode war, soweit wir das wissen, die einzige Gelegenheit, wo Jesus so richtig „in Saft“ gegangen ist. Wo er nämlich die Händler und Geldwechsler unter Gewaltanwendung aus dem Tempel entfernte, mit den überlieferten Worten: „Steht nicht geschrieben: ‚Mein Haus soll ein Bethaus heißen für alle Völker‘? Ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht“ (Mk 11,17).
Es erscheint uns also keinesfalls als Wunder, dass drei der vier Evangelien diese Episode an den Anfang der Leidensgeschichte stellen. Zu provokativ ist dieses Verhalten gegenüber den geistlichen und weltlichen Eliten.
Gleich nach der Tempelreinigung schreibt Markus die Worte (Mk 11,18): „Die Hohenpriester und die Schriftgelehrten hörten davon und suchten nach einer Möglichkeit, ihn umzubringen. Denn sie fürchteten ihn, weil alle Leute von seiner Lehre sehr beeindruckt waren.“
Auch Lukas schreibt gleich nach der Geschichte über die Tempelreinigung (Lk 19,47): „Er lehrte täglich im Tempel. Die Hohenpriester, die Schriftgelehrten und die übrigen Führer des Volkes aber suchten ihn umzubringen.“
Von den himmlischen Dingen
Trotzdem würde ich die kecke Behauptung aufstellen, dass die Ermordung Jesu eigentlich auf einem Mißverständnis beruhte.
Denn, und ich unterstelle das einmal, es ging Jesus hauptsächlich um die persönliche Beziehung der Menschen mit ihrem Schöpfer, mit ihrem Vater, mit ihrem „Abba“ (das heißt eigentlich „Papi“).
Diese Beziehung zu Gott ist nun nicht im geringsten gleichzusetzen mit auch nur irgendeiner Beziehung im menschlichen Leben.
Unsere weltlichen Beziehungen sind IMMER geprägt von einem Geben und Nehmen, von einem Interessensausgleich, von einem „quid pro quo“ und von Angebot und Nachfrage.
Alle Versuche unsere menschlichen Beziehungen zu „optimieren“, zu „veredeln“ oder sonstwie zu „perfektionieren“, wie zum Beispiel im Kommunismus, sind – und das muss auch ich als eher linker Agent zugeben – kläglich gescheitert.
Nicht einmal die Mönche und Nonnen schweben wie Engel einher, sondern auch in einem Kloster kann es gewaltig menscheln (unterstelle ich mal).
Trotzdem, und gerade deswegen, ist unsere persönliche Beziehung zu Gott, unser Gebet, unsere Opfer, geprägt von einer unendlich hohen Ungleichheit. Gott ist nun mal „der Boss“ (sag‘ ich mal plakativ), und wir sind dringend abhängig davon, dass wir unsere Beziehung zu ihm aufrecht erhalten.
Und hier haben wir den Punkt, an dem Jesus seinen Zorn aufgehängt hat.
Die Händler und Geldwechsler im Tempel waren ja nicht irgenwelche Geldwechsler und Händler, sondern sie handelten mit Opfertieren.
Die Menschen waren also in ihrer Beziehung zu Gott dringend angewiesen auf diese Opfertiere und die Händler und Geldwechsler machten ein Geschäft aus der Notwendigkeit der Gottesbeziehung der Menschen. DAS IST BÖSE.
Aus der Gottesbeziehung der Menschen ein Geschäft zu machen, IST BÖSE.
Jesus ging es nicht um andere, alltägliche Geschäfte. Als man ihn fragte, ob man denn dem Kaiser Steuern zahlen sollte – der römische Kaiser war ja das Oberhaupt der Besatzungsmacht – sprach er sogar die überlieferten Worte: „So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!“ (Mt 22,21).
Von den irdischen Dingen
Das Böse ist es also, wenn man versucht, die himmlischen Dinge auf die Erde herabzuholen, und zu irdischen Dingen zu machen. Das haben schon die alten Griechen gewußt (ich muss immer wieder an Prometheus denken).
Wenn hingegen der Himmlische selbst herabsteigt, um unser irdisches Leben zu „verhimmlischen“, dann ist das ein Geschenk, das wir gerne annehmen sollen.
Und so können wir unsere alltäglichen „Geschäfte mit der Liebe“, unser „quid pro quo“, unser „do ut des“, unser „Angebot und Nachfrage“, unser „Geben und Nehmen“ und unsere verschiedenen Formen des Interessensausgleichs im Lichte Christi betrachten und sie haben dann in unserem „Außenleben“ nach wie vor einen Platz, sogar in unserer Beziehung zur Menschennatur Christi.
Nur die göttliche Natur des Sohnes, der Vater und der Hl. Geist sind diesen Mechanismen nicht zugänglich. Mit Gott können wir nun mal keine Geschäfte machen. Er ist „der Boss“.
Unser „Innenleben“, unsere „Seele“, soll aber ein Tempel Gottes sein, tief dort drinnen hat Geschäftemacherei nicht den geringsten Platz. Sonst machen wir unser „Innenleben“ auch zu einer Räuberhöhle.
Zur Zeit nutze ich die Dienste des Anbieters wordpress.com für dieses Blog. Falls ich in Zukunft umziehen muss, werde ich alle meine Blogs über folgende Seite verfügbar halten:
Ich habe mich nun schon längere Zeit nicht bei Euch gemeldet.
Einerseits liegt das daran, dass ich zur Zeit im Job ziemlich viel um die Ohren habe, andererseits bin ich auch für 3 Wochen im Krankenstand (gewesen), da ich mich um meinen BMI kümmern muss.
Trotzdem möchte ich kurz mitteilen, dass ich die Idee für ein fünfzehntes „Kleines Religiöses Büchlein“ hatte und dass dieses den Titel „Von der Reziprozität“ tragen wird.
In dem neuen kleinen Büchlein möchte ich mich im Wesentlichen mit der „Goldenen Regel“ beschäftigen. Denn Jesu Reich ist zwar nicht von dieser Welt, er hat uns aber in seinen Gleichnissen eine ganze Menge Hinweise gegeben, wie wir uns in dieser Welt verhalten sollen. Der Gipfelpunkt davon ist die „Goldene Regel“.
Aus gegebenem Anlass möchte ich aber zum wiederholten Male auf das Begriffspaar „Sozialismus – Kapitalismus“ hinweisen.
Wenn man sofort und ohne Umschweife auf den Kern der Sache kommt, dann sind das zwei gegensätzliche Prinzipien der Wirtschaftsführung.
Der Sozialismus möchte alle Produktionsfaktoren vergesellschaftlichen – also in das Staats- oder Gemeindeeigentum überführen – während der Kapitalismus alle Produktionsfaktoren im Privatbesitz sehen möchte.
Wie immer ist das Problem ein Problem mit den Allquantoren. Ohne auf den Einzelfall zu achten, möchte man entweder das eine oder das andere für ALLE Produktionsfaktoren, ohne genauer darüber nachdenken zu müssen.
Und so, wie bei allen „ismen“, ist das Problem die Denkfaulheit.
Es braucht nicht viel Hausverstand, um zu erkennen, dass in manchen Fällen die Verstaatlichung der Produktionsfaktoren gut sein wird, in anderen Fällen die Privatisierung. Denken muss man halt ein bisschen, um die Entscheidung im Einzelfall richtig zu treffen.
Was in dieser Diskussion aber IMMER mitschwingt, das ist der kalte Krieg, der neue kalte Krieg, dem wir entgegenarbeiten („der Weg des Wassers“).
Denn der Sozialismus ist – historisch betrachtet – oft mit einer Diktatur einhergeschritten und der Kapitalismus immerhin manchmal mit einer Demokratie.
Darum tappen wir immer wieder in dasselbe Denkmuster – denn dass Diktatur etwas Gutes sei, wird nun wirklich niemand behaupten –
Kapitalismus – gut
Sozialismus – böse
Mein Denkmuster ist halt anders:
Denkfaulheit – böse
Jeden Einzelfall unvoreingenommen entscheiden – gut
habe ich auf einen Artikel auf meinem anderen Blog hingewiesen.
Aus jenem Artikel ist nun – auf jenem Blog, in englischer Sprache – eine ganze Serie entstanden, die ich hier nochmal extra verlinken möchte, und auch ein paar letzte Bemerkungen zu dem Thema möchte ich mir erlauben
Zusammenfassung / Verlinkung
Diese kleine Reihe von Blogbeiträgen versucht, folgendes Thema zu diskutieren:
Eine Schichtung des Universums, oder mit anderen Worten:
Eine Ordnung der Schöpfung.
Die folgenden Blogbeiträge sind derzeit in dieser Reihe verfügbar:
Eine philosophische Zusammenfassung: DIESER BEITRAG HIER
Schlußbemerkungen
Wenn ich meine Schriften so zurück verfolge, dann kommt das Thema der Schichten des Universums zum ersten Mal in meinem 10. Büchlein „Vom Leben“ im März 2018 (https://letztersein.com/kleine-religiose-buchlein/).
Dort beginne ich zum ersten Mal im Kapitel „Geist“, die Technik der sogenannten „Protokollstapel“ einzusetzen, um die Begriffe Geist und Materie in einem Schaubild darzustellen. Ich zeichne die „materiellen“ Schichten eines Menschen „eher unten“ und die „geistigen“ Schichten eines Menschen „eher oben“.
Dies ist den Protokollstapeln nachempfunden, die wir in der Telekom und Netzwerktechnik verwenden, um die verschiedenen Schichten der Kommunikation von Computersystemen darzustellen.
Im 12. Büchlein „Geist – Sinne – Körper – Seele“ und in den beiden genannten Blog Postings,
ventiliere ich das dann in einer größeren Detailtiefe.
In all diesen Schriften folge ich einfach dem heuristischen Ansatz, dass es leicht möglich sei, in allen Entitäten des Universums INNERE Schichten zu identifizieren, die einander – je nach Schicht – ebenbürtig seien, sodass alle diese Entitäten miteinander innerhalb der einzelnen Schichten INTERAGIEREN KÖNNEN.
Wie können wir diese „inneren Schichten“ verstehen?
Nun, zur Idee dieser „inneren Schichten“ führt uns der Begriff der „Abstraktionsschicht“, wie wir ihn aus der Informationstechnologie kennen.
Dies können wir an einem einfachen Beispiel klar machen:
Ich kann einen Menschen sehr konkret kennenlernen, wenn wir einander umarmen, das betrifft auf jeden Fall die „Schicht 0“ (die Materie und die Physik), kann aber auch – wenn Gefühl, Emotion oder andere Sinne beteiligt sind – bis in die „Schicht 1“ des Sinnlichen hochgehen.
Wenn man während einer Umarmung auch noch darüber nachdenkt (ja, auch das gibt es!), dann ist man zwar eher ein „verkopfter Typ“, aber auch eine Umarmung kann eben bis in die „Schicht 2“ vordringen (zum Beispiel jetzt, wenn ich darüber schreibe).
Wenn ich hingegen einem Menschen zuhöre, mit ihm rede oder seine Schriften lese, dann erlebe ich diesen Menschen hauptsächlich auf „Schicht 2“, also geistig, was einem höheren Abstraktionsgrad oder man kann auch sagen, einer zusätzlichen Indirektion, entspricht.
Die unterste Schicht, die „Schicht 0“ ist dabei immer die Physik, die alle Interaktionen im Universum anhand der Begriffe Materie, Energie und Raumzeit beschreibt (das ist zugegeben eine krasse Vereinfachung der Physik).
Die Schicht des Sinnlichen, die ich auf eine Ebene mit der Software im Internet stelle – in welchem wir bekanntlich 5 Schichten unterscheiden – bezeichne ich also entweder als „Schicht 1“ oder als „Schicht 1-5“.
Darüber schwebt dann nur mehr der Geist, also „Schicht 2“ bzw. „Schicht 6“ (hier wäre es vielleicht nötig, noch einmal einen zusätzlichen Text zu schreiben, um genauer zu differenzieren: die Schicht „Geist“ betrifft ja auch Begriffe wie „Intelligenz“, „Weisheit“, „Mind“, „Intelligence“, „Spirit“, und dergleichen).
Was ist die Wuchtel des Ganzen?
Nun, die Wuchtel oder – für meine Leser, die des Wienerischen nicht mächtig sind – das Unerhörte an diesen Modellbildungen ist es, dass ich die Software in unseren Computern – und im Internet – auf eine Stufe mit den menschlichen Sinnen stelle.
Wenn ich sie nun auf eine Stufe stelle, dann heisst das aber eben nicht, dass sie gleichartig und gleichwertig mit unseren menschlichen Sinnen wären, sondern es heisst nur, dass sie mit unseren Sinnen interagieren können.
Denn in der Modellbildung der Protokollstapel kann eben immer nur eine der Schichten mit einer anderen Schicht interagieren, kommunizieren, wenn sie auf derselben Ebene liegt wie diese.
Die Materie eines Steins kann nicht direkt mit meinem Geist interagieren, denn die Materie des Steins liegt in „Schicht 0“ und mein Geist liegt in „Schicht 2“.
Um mit der Materie eines Steins zu interagieren, benötigt mein Geist ein BILD DES STEINS, das ihm die Sinne liefern. Erst mit diesem Bild des Steins kann dann der Geist interagieren und meinen Sinnen und meinem Körper Befehle geben, sodass diese dann direkt mit der Materie des Steins interagieren.
Diese „proximitive Wirkung der Sinne“ kann auch das Internet bieten.
Nicht selten höre ich jemanden fragen: „Bist Du schon auf dem Server XY?“ und ich antworte: „Ja, ich bin schon auf dem Server“.
Bin ich WIRKLICH dort?
Natürlich nicht.
Aber meine Sinne und das Internet bieten meinem Geist ein Erlebnis, das sich für meinen Geist anfühlt, als sei er dort „auf dem Server“.
Das ist meiner Meinung Grund genug, meine Sinne und das Internet auf dieselbe Stufe zu stellen.
Motivation
Aber war das alles nicht nur der Versuch, unsere Sichtweise als Netzwerktechniker und Informationstechniker einfach „auf die gesamte Welt zu übertragen“?
Na ja, wer mich kennt, der weiss, dass ich gerne einfach aus Neugier oder auch nur aus Spass an der Freud mir Gedanken mache. Das ist ja nichts Verwerfliches.
Beginnen wir also von Anfang an
Wir wollten in dieser Schriftenreihe also versuchen, die Interaktionen zwischen den Objekten des Universums generell mit den Methoden der Informationstechnologie darzustellen.
Dazu muss man sich vergegenwärtigen, dass die Informationswissenschaften eigentlich zu den allerjüngsten Wissenschaften gehören.
Wenn man es nämlich historisch betrachtet, dann war da mit den Newton’schen Gesetzen zuerst einmal der Durchbruch der Mechanik und der Thermodynamik, der wohl seinen industriellen Höhepunkt in der Erfindung der Dampfmaschine hatte.
Man könnte es – ein wenig flapsig – auch so formulieren:
Im 18. Jahrhundert wurde die Dampfmaschine erfunden, die große Zeit der Dampfeisenbahn war dann das 19. Jahrhundert
Die elektrische Maschine wurde im 19. Jahrhundert erfunden und die Elektrotechnik erlebte ihre erste große Zeit im 20. Jahrhundert, neben dem Aufstieg des Verbrennungsmotors
Eigentlich konnte man bereits mit Hilfe der Mechanik einfache Rechenmaschinen bauen, aber erst die Elektrotechnik und deren Miniaturisierung erlaubten die Erfindung des Computers im 20. Jahrhundert
Nun, am Anfang des 21. Jahrhunderts erleben wir mit der sogenannten „Digitalisierung“ einen Siegeszug der Computertechnik, die nun in alle, aber auch wirklich alle Gebiete des täglichen Lebens einzug hält.
Wen wundert es also, dass man versucht ist, die gesamte Schöpfungsordung (oder, wie ich sage: die „Schichten des Universums“) aus der Sicht der Informationsverarbeitung zu interpretieren.
Dabei hat die Informationsübertragung auch im menschlichen Gebrauch eine lange Geschichte.
Ist nicht die Sprache unsere ureigenste Form der Informationsübertragung?
Gibt es nicht schon seit langer Zeit Dokumente in verschiedenen Formen? Papyrus? Pergament?
Gab es nicht schon immer Informationsübertragung? Meldeläufer? Postboten? Pony Express? Brieftauben?
Gab es nicht auch schon immer Informationsübertragung per Strahlung bzw. über Wellen? Buschtrommeln? Leuchtfeuer? Rauchzeichen?
Die Informationstechnologie ist also eine sehr alte, dem Menschen ureigene Sache, die aber erst mit der Erfindung des Computers und mit den modernen Informationswissenschaften ihren Höhepunkt findet.
Es spricht also nichts dagegen, einmal die „Nerd-Brille“ aufzusetzen, und damit die ganze Welt, die ganze Schöpfungsordnung zu betrachten.
Meint
Euer Christoph
P.S.: Was könnte noch alles ventiliert werden?
Na ja, bisher habe ich nur von einem „flachen“ Universum geschrieben, in dem also alle Objekte im Informationsraum „nebeneinander“ liegen, wenngleich sie unterschiedlich hohe Protokollstapel haben.
Abbildung 1: „flaches“ Universum
Nun könnte man aber z.B. einen Menschen in seine Einzelteile zerlegen.
Wir hätten in unseren Protokollstapeln also nicht „Otto (ein Mensch)“ und „ein Stein“, sondern wir hätten
„Otto (ein Mensch)“, bestehend aus „Ottos Teilen (Ottos Gliedmaßen, Ottos Organe, Ottos Knochen, Ottos Haut und Haare, …….)“ und „ein Stein“.
Jedes dieser Teilobjekte hätte in sich wieder die „inneren Schichten“, also ausgehend von der Materie, hinauf bis in die Sinne und manche dieser Teile hätten sogar eine „geistige“ Schicht (das gilt dann wahrscheinlich nur fürs Gehirn).
Aber ALLE Interaktionen würden durch materiell/energetische Interaktionen in einer Raumzeit REALISIERT (also auf physikalische Weise), wenngleich sie teilweise auch als Sinne oder Geist ABSTRAHIERT (gedeutet) werden können.
[…]Als sie nun in den Weg der Siedlung einbogen, waren Walters Gedanken angespannt. Würden die Kinder einander mögen? Heute waren die beiden Halbgeschwister Carl-Friedrich und Lieserl ebenfalls anwesend, da sie das neue Familienmitglied kennenlernen wollten.
Zuallererst gab es eine Stärkung, die Veronika bereits vorbereitet hatte, dabei stellte Walter das neue Kind vor: „Das ist Conrad Peter. Er wird ab jetzt bei uns wohnen“.
Stille.
Ein schlechtes Zeichen.
„Also, wie wäre es, wenn ihr zur Begrüßung einmal das ‚My Reality‘-Spiel mit Conrad Peter spielt?“
„My Reality?“, fragte Conrad Peter. „Hört sich interessant an, aber ich habe immer gedacht, es gibt nur eine Realität“, fügte er hinzu, und: „Monsignore Kaminsky sagt immer: Es kann nur eine Wahrheit geben.“
Na gut, wir hatten ja bereits erwähnt, daß Conrad Peter noch viel zu lernen hatte.
Jedenfalls hatte Walter in diesem Haus einen Raum eingerichtet, in dem mehrere Computer standen und den Kindern eine Installation boten, die man als „Multiplayer-Holodeck“ bezeichnen konnte, wenngleich die Technologie dafür noch sehr in den Kinderschuhen steckte.
Man konnte dort eigene virtuelle Welten basteln, quasi wie mit einem Lego-Baukasten aus kleinen Steinchen zusammensetzen.
Und man konnte diese Welten dann mehr oder weniger „betreten“ beziehungsweise „bewohnen“.
Man konnte diese virtuellen Welten einzeln oder in Gruppen von bis zu fünf Personen betreten.
Am einfachsten war es natürlich, sitzende Positionen zu simulieren, also Autorennen und Luftkämpfe, aber Walter hatte bereits Pläne, die Motion Capture Technik zu verwenden, um in diesen Welten auch „herumgehen“ und sogar „herumlaufen“ zu können.
Dieses „Ich zeig‘ dir meine Welt, zeig‘ du mir deine“ – Prinzip war bei den Kindern sehr beliebt, und so darf es nicht verwundern, daß sie auf Walters Vorschlag begeistert aufsprangen und Conrad Peter sofort in den Computerraum mitnahmen.
Carl-Friedrich sagte: „Ich schlage vor, wir nehmen das Anfänger Level mit der Eisenbahn, da kann sich Conrad Peter erst einmal daran gewöhnen, wie das System auf seine Bewegungen reagiert“.[…]
Dieses „Ich zeig‘ dir meine Welt, zeig‘ du mir deine“ – Prinzip war bei den Kindern sehr beliebt, und so darf es nicht verwundern, daß sie auf Walters Vorschlag begeistert aufsprangen und Conrad Peter sofort in den Computerraum mitnahmen.
„Ich zeig‘ dir meine Welt zeig‘ du mir deine“
Ist das nicht auch der Ursprung der Sprache?
Kind: „Was ist das?“
Mutter: „ein Bananenfrappé“
Kind: „Mhhhhhh“
Und ist die Sprache nicht der Versuch, die Welt abzubilden, so wie wir sie sehen?
Als ich zum ersten Mal lernte, was objektorientiertes Programmieren bedeutet, sagte unser Lehrer: „Jedes Computerprogramm bildet einen Teil der Welt als Modell ab“.
Mir kam das zu eng vor.
Gibt es nicht auch Programme, Apps, die sich mit purer Mathematik oder mit anderen Phantasiegebilden beschäftigen?
Schon, aber als Inhalt des Kopfes des Programmierers sind sie ja auch ein Teil der Welt.
Viele von Euch werden die biblische Geschichte vom Manna kennen, vom Himmelsbrot, das der Herr den Israeliten zukommen ließ, als sie auf ihrem Weg durch die Wüste waren.
Man sagt, der Name Manna komme von dem verwunderten Ausspruch „Was ist das?“, den sie taten, als sie das Himmelsbrot entdeckten.
Die Story vom Himmelsbrot spiegelt sich im Gebet des Herrn wieder, wo es heißt: „unser tägliches Brot gib‘ uns heute“.
Es ist eine Geschichte vom Grundvertrauen, denn das Himmelsbrot konnte nicht für mehrere Tage gespeichert werden, es ist aber auch eine Geschichte der Arbeit und der Wissenschaft.
„Was ist denn das?“ ist wahrscheinlich die erste wissenschaftliche Frage des Menschen.
Und man mußte sich bücken – abmühen – um das Brot einzusammeln.
Es geht also letzten Endes um die Mühe und um das Geschick, mit denen wir aus den Dingen, die wir VOR-finden, dann letzten Endes unseren Unterhalt bestreiten, indem wir auch neue Verfahren ER-finden.
Dieses Geschick und der Erfindergeist sind notwendige Sachen, denn die Menschen werden immer mehr, es bleibt aber immer (noch) derselbe Planet.
Doch, bleiben wir einmal bei der
BESTANDSAUFNAHME,
bei der ersten aller Fragen WAS IST DENN DAS?
Am letzten Samstag, am 23. März, habe ich versucht, meine Frage nach den „privaten Daten“ zu einem Abschluss zu bringen (man kann das HIER nachlesen). Da fragte ich mich nach der Sacheigenschaft von Daten, und weil ich so schön in Schuss war, habe ich versucht eine KOMPLETTE KLASSIFIZIERUNG ALLER MÖGLICHEN GÜTER vorzunehmen, nicht daran denkend, dass ich dadurch die Sichtweisen der Juristen (was ist eine Sache?), der Wirtschaftswissenschaftler (was ist ein Gut?) und der Physiker bzw. der Mathematiker/Informatiker (was ist Materie, was nicht?) hoffnungslos vermanscht habe.
Hier nochmal die Tabelle, mein kläglicher Versuch einer „Theory of Everything“
Doch, dieser klägliche Versuch bringt mich auf eine neue Idee.
Bevor wir uns mit derart komplexen „Modellen des Universums“ beschäftigen (was ist eine Sache? Was ist ein Gut? Was ist Materie/Energie? Was ist Raum/Zeit?), denken wir doch daran, was unser „erstes Modell des Universums“ ist.
Unser erstes abstraktes „Modell des Universums“ ist doch unsere Sprache, wahrscheinlich haben wir vor der Sprache noch andere – nicht so abstrakte – Modelle oder zumindest ein anderes „Modell im Kopf“, aber darüber will ich nicht schreiben, denn davon verstehe ich nun mal wirklich nichts.
Wenn wir also die „typisch menschliche Betrachtungsweise“ verstehen wollen, dann müssen wir die Sprache verstehen.
Was ist ein Subjekt?
Was ist ein Prädikat?
Was ist ein Objekt?
Was ist ein Adverb?
Wie ist die typisch menschliche Art, all das zu kombinieren, um das Universum zu beschreiben?
Und als nächsten Schritt sollten wir hinter die Kulissen der Mathematik blicken, die als Kurzsprache in den Wissenschaften gerne verwendet wird.
Ich beschäftige mich nun seit einiger Zeit mit dem Begriff der „privaten Daten“, so lange schon, dass ich Gefahr laufe meine Leser zu langweilen.
Deswegen möchte ich alle meine Leser, die sich mit diesem Thema, „Informationstheorie“ und „Datentechnik“ so gar nicht identifizieren können, auch wenn ich es teilweise aus religiöser Sicht betrachte und vielleicht so einige allgemein gültige Schlussfolgerungen ziehen kann, bitten diesen Text gütig zu überlesen.
Denn ich möchte das gesamte Thema diesmal abschließen und es besteht die Gefahr, dass dieser Artikel deswegen etwas länglich und auch langatmig ausfällt.
Die letzten Gedanken, die ich noch zu ventilieren vorgehabt habe, seien kurz aufgelistet,
Von der Daten-Rendite. Haben Daten die „Sacheigenschaft“? Gehören Daten zum Vermögen?
bevor ich jedoch noch einmal einen Index anlegen möchte, der alle meine Beiträge zu diesem Thema verlinkt.
Index (zum Thema „Private Daten“)
Begonnen hatte ich dieses Thema anfangs März mit einem AHA-Erlebnis, wonach der Begriff der „privaten Daten“ eigentlich in sich einen Widerspruch darstellt:
Nach einem „Aufhänger“, der eigentlich aber auch gar nichts mit dem Thema zu tun hat (oder doch?), habe ich kurz erklärt, warum ich der Meinung bin, dass der Begriff der Daten vom lateinischen Wort „datum“, also „gegeben“, herrührt und dass es – inbesondere im Zusammenhang mit „persönlichen“ Daten – aber auch einen Sinn ergeben kann, Daten „zurückzuhalten“, also „private“ Daten zu speichern:
Diese Gedanken habe ich dann weiter ausgeführt, also die Spannung zwischen der natürlichen Eigenschaft von Daten, dass sie eben weitergegeben werden, und dem Recht auf Privatsphäre, wonach zumindest einige Arten von Daten es wert sind, vor der schrankenlosen Weitergabe geschützt zu werden:
Aufgrund eines Kommentars in den sozialen Medien, für den ich sehr dankbar bin, kam ich zu dem Gedanken, dass Daten ja auch einen Nutzen haben, und sammelte in diesem Zusammenhang, also hier
Von der Daten-Rendite. Haben Daten die „Sacheigenschaft“? Gehören Daten zum Vermögen?
folgt hier
Von der Rendite
Jeder Mensch hat Vermögen *).
Was „vermagst“ Du? Am Anfang sicher wenig. Dann immer mehr. Dann aber wieder weniger.
Mit der Hilfe Deiner Eltern und sonstiger Mitmenschen erarbeitest Du Dir von Anfang an immer mehr Vermögen. Am Anfang vermagst Du nicht einmal zu sitzen, geschweige denn zu stehen oder zu gehen.
Aber Du – nicht faul – lernst dazu und gewinnst immer mehr Vermögen.
Diesen Zugewinn an Vermögen nennt man Rendite, denn je mehr Du vermagst, desto mehr Möglichkeiten hast Du, neues Vermögen dazu zu gewinnen. Das Hinzugewinnen von Vermögen bedeutet aber eine gewisse Mühe und – nicht zu vergessen – Glück muss auch dabei sein.
*) Anmerkung: ich verwende hier das Wort „Vermögen“ in einer sehr allgemeinen Art und Weise (etwa als das „Potential einer Person“). In den Wirtschaftswissenschaften gibt es eine engere Definition (die man z.B. auf Wikipedia nachlesen kann): In den Wirtschaftswissenschaften ist Vermögen der in Geld ausgedrückte Wert aller materiellen und immateriellen Güter, die im Eigentum einer Wirtschaftseinheit stehen.
Ich würde das in folgenden Formeln beschreiben
Erste Formel: Vermögenszuwachs: F(t+1) = F(t) + R(t) – S(t)
Zum Zeitpunkt t hast Du ein Vermögen F(t).
Dieses Vermögen wird von selbst weniger wert, das ist der Schwund S(t).
Der Schwund ist umso größer, je größer das Vermögen ist, und er hängt auch davon ab, ob gewisse Risiken eintreten oder nicht, ist also Glückssache:
Zweite Formel: Schwund: S(t) = PF x SO x F(t)
PF = Pechfaktor, SO = Schwundoperator
Aber mit Hilfe Deines momentanen Vermögens F(t) erarbeitest Du Dir eine Rendite R(t) für Dein zukünftiges Vermögen.
Die Rendite ist umso größer, je größer das Vermögen ist, hängt aber auch von der eingesetzten Mühe ab (Intelligenz und Selbstvertrauen sind als Bestandteil des Vermögens modelliert):
Dritte Formel: Rendite: R(t) = GF x MO x F(t)
GF = Glücksfaktor, MO = Müheoperator
Anmerkung: Hier habe ich SO und MO als Operatoren angesetzt, die als „pro Zeiteinheit“ angegeben werden (1/sec), also eigentlich müsste man die erste Formel als dF/dt = R + S anschreiben.
Über GF und PF weiss man eigentlich nichts.
Gehören also Daten zum Vermögen?
Nun, die Frage ist: Können sich Daten so verhalten, wie sich ein Vermögen verhält?
also:
Verschwindet der Wert von Daten mit der Zeit automatisch?
Gibt es einen Schwund von Daten?
Verursachen sie Kosten?
Muss man sie nach einer gewissen Zeit abschreiben?
Können mir Daten helfen mein Gesamtvermögen zu vergrößern?
Ich würde mit einem glatten „Ja“ antworten. Vielleicht schreibe ich darüber noch einmal weitere Gedanken, aber heute möchte ich es einfach bei dieser Antwort belassen.
Haben Daten die Sacheigenschaft?
Haben wir das nicht soeben beantwortet? Wenn etwas zum Vermögen zählt, dann muss es doch eine Sache sein. Oder?
Nein.
Denn ein Vermögen ist im weitesten Sinne alles, womit ich eine Rendite erwirtschaften kann (siehe oben). Der Begriff des Vermögens ist auch ein Begriff der Wirtschaftstheorie, während der Sachbegriff ein iuristischer Begriff ist. Das sind also zwei komplett verschiedene Denkweisen
Aber, was eigentlich ist eine Sache?
Nun, das ist nicht einfach. Wenn man z.B. auf Wikipedia nachliest, dann erkennt man, dass der Sachbegriff sich im Laufe der Geschichte verändert hat, und die grundlegenden Gesetze in Deutschland, Österreich und der Schweiz haben auch unterschiedliche Herangehensweisen im Sachenrecht.
Wenn ich richtig informiert bin, dann wird den Daten zur Zeit die Sacheigenschaft eher nicht zugestanden, es läßt sich aber nicht endgültig ausschließen, dass sich das in Zukunft ändern könnte.
Darum will ich auch gar nicht auf den iuristischen Sachbegriff eingehen, sondern mir meine eigenen Gedanken machen.
Materiell oder Immateriell?
Nun, wir haben uns darauf geeinigt (ich habe mich in Eurem Namen darauf geeinigt :-)), dass Daten Muster auf Datenträgern sind. Als solche sind sie immateriell, das heisst aber noch nichts, denn es gibt auch immaterielle Sachen, zum Beispiel Rechte.
Speicherbar?
Daten sind meist gut speicherbar, die Lebensdauer hängt dabei nur von den Eigenschaften des Datenträgers und von der Codierung der Informationen ab, nicht von den Informationen selbst.
Sind Daten Güter?
Nicht unbedingt. Güter sind „Mittel zur Bedürfnisbefriedigung“, als solches kann man letzten Endes nur die Informationen bezeichnen, aber nicht die ganzen Daten (Daten = Informationen + Redundanz).
Die Redundanz ist der an sich unnötige Teil der Daten, der nur der sicheren Übertragung der Informationen dient, ansonsten aber für den Empfänger nutzlos ist.
Kopierbar?
Daten sind relativ gut kopierbar, insbesondere die digitalen Daten sind sehr gut und sogar verlustfrei kopierbar und man kann das Original nicht von den Kopien unterscheiden.