Absichtslose Neugier

September 13, 2013

„Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen“.

Dieser Satz wird Jesus nachgesagt, und er ist wohl eine der zentralen Botschaften des Christentums.

Aber was ist damit gemeint?

Der Satz hat sicher viele Interpretationsmöglichkeiten, ich möchte mich heute mit dem Thema der kindlichen Neugier, der absichtslosen Neugier beschäftigen.

Könntest Du Deinem Kind eine Antwort verweigern, wenn es ohne Hintergedanken, einfach nur aus der puren Lust am Leben, Dir eine Frage stellt?

Wenn es zum Beispiel wissen möchte, warum der Himmel blau ist.

Oder die Wiese grün.

Oder ob es immer schon Flugzeuge gegeben hat.

Und wirst Du Dich nicht bemühen, eine adäquate Antwort zu geben, die für das Kind passt?

Und so ist es auch mit dem lieben Gott. Niemals könnte er uns eine Antwort verweigern, wenn wir nur ehrlich fragen.

Meint
Euer Christoph


Keine Teilzeitchristen

August 2, 2013

Am Weltjugendtag hat Papst Franziskus die jungen angefeuert, weiterzumachen und die Welt zu verbessern.

Sie sollen keine „Teilzeitchristen“ sein, die trennen zwischen Religion und Leben, sondern wir sollen Menschen sein, die ihre Religion „ins Leben mitnehmen“. (das sind jetzt keine Zitate im eigentlichen Sinn, aber ich denke, so kann man seine Aussagen interpretieren).

Gehen wir einmal in uns und denken wir nach: „Was ist die erste Eigenschaft, die Dir zu Dir selbst einfällt?“

„Ich bin ein……“ und was legt Dir Dein Gewissen hier auf die Zunge?

„…ein Wiener“
„…ein Mensch“
„…ein Kind Gottes“
„…usw.“

Und das sagt doch schon sehr viel über mich aus, was mir da sofort einfällt. Und in welcher Reihenfolge.

Meint
Euer Christoph


Simplex, Halbduplex oder Vollduplex

Juli 10, 2013

Ich habe mich einigermaßen geärgert.

Da hat doch ein Blogger auf einen meiner Beiträge zur Relativitätstheorie reagiert und einen – zugegebenermaßen negativen und zugegebenermaßen dummen – Kommentar geschrieben.

Aber darüber habe ich mich nicht geärgert. Nein, worüber ich mich geärgert habe, das ist sein Simplex-Verfahren, nämlich seine Kommunikation in Form einer Einbahnstraße.

Da habe ich mich hingesetzt und habe mühsam seinen Denkfehler aufgezeigt, die Problematik seiner Argumentation
offengelegt, mit einem Wort, ich bin auf ihn eingegangen (trotz seiner offensichtlichen Simplizität).

Und was sagt mir die Zugriffsstatistik?

Null!

Nicht einmal gelesen hat er meine Antwort, geschweige denn, darauf reagiert.

Wenn jemand seine Meinung einfach nur so ins Weltall hineinrotzt, ohne sich für die Reaktion zu interessieren, dann ist das wahrlich ärgerlich.

Selbst die klassischen Simplex-Kanäle (also z.B. Zeitung, Radio und Fernsehen) lassen Dir als Konsument eine Möglichkeit, auf die Information zu reagieren (Leserbriefe, Beschwerdestelle etc.).

Und ist es nicht eigentlich dieses „Hin und Her“, dieses Duplex-Verfahren, das uns Menschen erst zu Menschen macht?

Weil wir eben voneinander lernen können, und es nicht immer nur „von oben nach unten“ geht, sondern „hin und zurück“.

Sind wir nicht alle noch in der Schule und müssen voneinander lernen?

Ein Leben lang?

Immer schön demütig. Da gibt es keinen, der „besser“ ist und „auf die anderen hinunterblicken“ dürfte. Aber man soll auch nicht nur „nach oben schauen“ und die „Verantwortung nach oben delegieren“.

In der Waagrechten entscheidet sich das Christentum, im täglichen Leben. Da gibt es kein „oben“ und „unten“.

Meint
Euer Christoph


Im Nachhinein wird vieles klarer

Juli 3, 2013

Ich hab’s ja schon in der „Zifferngeschichte“ angedeutet, und zwar doppelt.

Einmal in der Einleitung:


  • Haben Sie, verehrter Leser, schon einmal überlegt, wie überflüssig die Ziffern auf dem Zifferblatt so mancher Analoguhr sind? Solange die Uhr gerade hängt oder steht oder solange man einen anderen Bezugspunkt hat (z.B. das Uhrband und die Krone oder die Kette, an der eine Taschenuhr hängt), um herauszufinden, welcher der zwölf Striche dem Mittag entspricht, solange wird man immer in der Lage sein, den zwölf Markierungen die richtige Uhrzeit zuzuordnen. Mit anderen Worten: Die Ziffern kann man wohl nur begreifen, wenn man sich mit dem Begriff der Redundanz (überflüssige Information) auseinandersetzt.
    Außerdem rühren wir wieder an der uralten Frage, ob ein Bezugssystem nötig ist oder nicht.

Zum zweiten Mal im Fragment „Ziffernphilosophie“:


  • Gegenstand: „Und welche Ziffern sind es, die an der Pendeluhr angebracht sind?“
    Jemand: „Römische!….Halt. Oder doch nicht? Nein, ich weiß es nicht, aber ich glaube, es hat was mit Brot und mit einem Haus in der Nähe der Stadt zu tun.“
    Gegenstand: „Siehst Du? Das sind die Probleme von Euch Menschen. Ihr braucht die Ziffern, nicht wir!“

Und das alles hat nun eine vierfache Bedeutung:

a)
Engel brauchen keine Religion (sie halten sich an Gott)
b)
Für die Geheimdienste bedeutet DIGITS nur zusätzliche Arbeit (ächz).
Die Geheimdienste brauchen den Datenaustausch zwischen den Menschen (also „die Straßen“) generell nicht, es sind die Menschen, die die Straßen brauchen (für ihre Wirtschaft).
Aber wenn viele Menschen die Straßen benützen, braucht man auch Polizisten (ächz, stöhn, Überstunden)
c)
Sind die Religionen (und die Künste), also „die Ziffern“ nicht auch Metaphernwelten, um über „das Unaussprechliche“ reden zu können, das man nur im gesicherten (Geheimdienst-)bereich (Vertrauensbereich) „beim Namen nennen“ kann?
WIR brauchen die Religionen, um über „das Unaussprechliche“ kommunizieren zu können.
d)
Das „absolute“ Weltkoordinatensystem im Gegensatz zum „relativen“ lokalen Koordinatensystem.
Die „Ziffern“ sind das „relative“ (lokale) Koordinatensystem, welches die Menschen brauchen, um sich vor Angriffen zu schützen, die mit Hilfe des „absoluten“ (globalen) Koordinatensystems zielen.

Meint
Euer Christoph


Vom Sinn des Lebens

Juni 23, 2013

Jetzt habe ich lautstark verkündet, dass das Hobbyprojekt endgültig gestorben ist (https://letztersein.wordpress.com/2013/05/27/ich-gebe-es-auf/) und nun erkenne ich, dass ich das sinnstiftende Element dieses Hobbies – bzw. das sinnvernichtende Element des Nicht-Hobbies – wieder einmal unterschätzt habe.

Und nun sitze ich im Kaffeehaus und kopiere das simulrr/ – Verzeichnis in ein neues smuos/ – Verzeichnis, wobei ich in einem ersten Schritt die unwichtigen Elemente gleich entferne, ausserdem die Eisenbahn-Anteile, die ich – vorerst – nicht mehr benötige.

Schrumpft von knappen 30 MB sofort auf 12 MB, das Projekt.

Und ausserdem verkünde ich überall, dass ich das Projekt starte (sogar auf X3D-public), damit ich dann keinen Rückzieher mache: http://smuos.wordpress.com/2013/06/22/smuos-a-new-sourceforge-project/.

Seltsam, seltsam, dieses Leben.

Meint
Euer Christoph


Für jetzt aber bleiben uns Glaube, Hoffnung, Liebe…

Juni 9, 2013

Nicht nur das alte Testament hat das sogenannte Hohelied, auch im neuen Testament gibt es ein Hohelied der Liebe.

Man möchte es nicht glauben, aber es stammt von Paulus und ist bei 1 Kor 13, also im 13. Kapitel des ersten Briefes an die Korinther zu finden.

Ich möchte mich jetzt nicht in Bibelexegese üben, sondern ein paar andere Zitate zum Thema „Glaube, Hoffnung, Liebe“ zum besten geben, ohne allzuviele eigene Worte zu machen.

„Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft“ (Marie von Ebner-Eschenbach)

„Man darf das Schiff nicht an einen einzigen Anker und das Leben nicht an eine einzige Hoffnung binden“ (Epiktet)

„Die größte Stärke des Menschen ist seine Hoffnung“ (Weisheit aus Deutschland)

„Nichts kann einen Menschen mehr stärken als das Vertrauen, das man ihm entgegenbringt“ (Adolf von Harnack)

Lg
Christoph


Harmonie und Chaos

Mai 26, 2013

Wenn ich bedenke, dass die wichtigsten Periodendauern, die für uns Menschen existieren, nämlich

  • Umlauf der Erde um die Sonne
  • Umlauf des Mondes um die Erde
  • Rotation der Erde

also aus unserer Sicht

  • Jahr
  • Monat
  • Tag

eben nicht in einem ganzzahligen Verhältnis zueinander stehen, und wenn ich bedenke, welch atemberaubende Kopfstände die Kalendermacher aller Zeiten vollbringen mußten, um hier ein wenig Sytem in das Wirrwarr zu bringen,

dann frage ich mich wirklich, wo sie sein soll, diese viel besungene Harmonie des Weltalls.

…aus der manche Menschen die Existenz eines Gottes ableiten wollen (siehe zum Beispiel payoli als Kommentator zu diesem Blog: https://letztersein.wordpress.com/2013/05/12/gott-ist-die-liebe-und-die-angst-ist-der-teufel/).

Nein, wenn es einen Beweis für Gott gibt, dann liegt er einzig und allein im Menschen selber.

Meint
Euer Christoph


Gott ist die Liebe und die Angst ist der Teufel…

Mai 12, 2013

Im Film „Contact“ (1997) nimmt eine außerirdische Zivilisation Kontakt mit den Menschen auf. Es ist eine einzige Person, die dazu ausersehen wird, mit ihnen zu sprechen.

Die außerirdische Person äußert unter anderem folgenden Satz (leider habe ich das deutschsprachige Zitat nicht gefunden): […]„You’re an interesting species. An interesting mix. You’re capable of such beautiful dreams, and such horrible nightmares. You feel so lost, so cut off, so alone, only you’re not. See, in all our searching, the only thing we’ve found that makes the emptiness bearable, is each other.[…]

Was ist, wenn Religion also tatsächlich nichts anderes ist, als eine Strategie, die wir selbst entwickelt haben, um mit den überbordenden Phantasien unseres Großhirnes einfach nur irgendwie zu Rande zu kommen, und dabei ein menschenwürdiges soziales Leben zu führen?

„Gott ist die Liebe“ ist ein Zitat aus der Bibel, welches eher verschämt im Johannesbrief nur am Rande erwähnt wird.

Aber eigentlich ist es die zentrale Botschaft des Christentums.

Ist also Gott nur eine allegorische Figur, um die Phänomene der Liebe zu beschreiben?

Und der Teufel eine allegorische Figur, um die katastrophalen Auswirkungen der Angst und der Ängste?

Oder gibt es den „realen“ Schöpfergott „real“? Also „wirklich“? Was ist Wirklichkeit? Was ist Phantasie?

Wie man mit diesen Fragen umgeht, das ist tatsächlich Glaubenssache, und es läßt sich nicht naturwissenschaftlich „beweisen“, ob jetzt einer „recht“ hat oder der andere.

Meint
Euer Christoph


Phantasievoller Ostereier-Wettbewerb zum „Dritten Kind“

Mai 10, 2013

OK, das muß ich jetzt erklären.

Also, „Das dritte Kind“ ist eine kleine Erzählung (bzw. eine Trilogie), die in der Version 1.0 seit Ostern 2013 verfügbar ist: Siehe die Drehbuchseite.

Im „Dritten Kind“ sind nun einige „Ostereier“ versteckt.

Zum Beispiel ist die Hauptfigur Otto eine Allegorie für geographische 3D-Infrastruktur im Internet (also z.B. Google Earth und seine Nachfolger).

Oder der Bigamist Walter kann als „Österreich im kalten Krieg“ aufgefasst werden.

Oder…….

Ja, und genau jetzt möchte ich einen Wettbewerb ausschreiben: wer neue „Ostereier“ „entdeckt“ bzw. „erfindet“, bekommt als Belohnung „viele viele Smileys“ hier auf diesem Blog.

Viel Spaß
Euer Christoph


Hilfe, ich bin suboptimal

April 24, 2013

Während man dieses Wort durchaus als zweideutig einstufen kann – denn in der ursprünglichen wissenschaftlichen Bedeutung meint es fast perfekt bzw. nicht ganz perfekt, in der ironischen Bedeutung meint es schlichtweg miserabel – , so kann man andererseits über einen gewissen Optimierungswahn nur den Kopf schütteln.

Da gibt es Menschen, die suchen „den richtigen Weg“ – so als ob es für sie genau einen richtigen Weg gäbe, und jede Abweichung käme einer Todsünde gleich.

Wie oft verbringen wir Stunden, Tage, Jahre, um die richtige Entscheidung zu treffen, und fühlen uns unglücklich, solange die Entscheidung eben nicht gefallen ist.

Dabei müßten wir unserem Herzen nur einen Ruck geben, und einen Schritt in die richtige Richtung gehen.

Und kaum ist man den einen Schritt gegangen, tun sich neue Horizonte auf und alles ist ganz anders.

  1. Meliorisierung statt Optimierung
  2. Wer das Ziel kennt, kennt auch den nächsten Schritt
  3. Viele Wege führen nach Rom
  4. Eine falsche Entscheidung ist besser als gar keine Entscheidung

Meint
Euer Christoph