Gott ist die Liebe und die Angst ist der Teufel…

Im Film „Contact“ (1997) nimmt eine außerirdische Zivilisation Kontakt mit den Menschen auf. Es ist eine einzige Person, die dazu ausersehen wird, mit ihnen zu sprechen.

Die außerirdische Person äußert unter anderem folgenden Satz (leider habe ich das deutschsprachige Zitat nicht gefunden): […]„You’re an interesting species. An interesting mix. You’re capable of such beautiful dreams, and such horrible nightmares. You feel so lost, so cut off, so alone, only you’re not. See, in all our searching, the only thing we’ve found that makes the emptiness bearable, is each other.[…]

Was ist, wenn Religion also tatsächlich nichts anderes ist, als eine Strategie, die wir selbst entwickelt haben, um mit den überbordenden Phantasien unseres Großhirnes einfach nur irgendwie zu Rande zu kommen, und dabei ein menschenwürdiges soziales Leben zu führen?

„Gott ist die Liebe“ ist ein Zitat aus der Bibel, welches eher verschämt im Johannesbrief nur am Rande erwähnt wird.

Aber eigentlich ist es die zentrale Botschaft des Christentums.

Ist also Gott nur eine allegorische Figur, um die Phänomene der Liebe zu beschreiben?

Und der Teufel eine allegorische Figur, um die katastrophalen Auswirkungen der Angst und der Ängste?

Oder gibt es den „realen“ Schöpfergott „real“? Also „wirklich“? Was ist Wirklichkeit? Was ist Phantasie?

Wie man mit diesen Fragen umgeht, das ist tatsächlich Glaubenssache, und es läßt sich nicht naturwissenschaftlich „beweisen“, ob jetzt einer „recht“ hat oder der andere.

Meint
Euer Christoph

25 Responses to Gott ist die Liebe und die Angst ist der Teufel…

  1. Muriel sagt:

    Was ist, wenn Religion also tatsächlich nichts anderes ist, als eine Strategie, die wir selbst entwickelt haben, um mit den überbordenden Phantasien unseres Großhirnes einfach nur irgendwie zu Rande zu kommen, und dabei ein menschenwürdiges soziales Leben zu führen?

    Dann sollten wir zusehen, dass wir möglichst bald eine bessere finden, denke ich.

    Ist also Gott nur eine allegorische Figur, um die Phänomene der Liebe zu beschreiben?

    Fände ich eigenartig, denn um die geht es in der Bibel ja eigentlich gar nicht, so wie ich sie gelesen habe.

    Und der Teufel eine allegorische Figur, um die katastrophalen Auswirkungen der Angst und der Ängste?

    Wäre ulkig, wenn man mal vergleicht, wie viel Schaden Jahwe in der Bibel anrichtet, und wie wenig der Teufel.

    Wie man mit diesen Fragen umgeht, das ist tatsächlich Glaubenssache, und es läßt sich nicht naturwissenschaftlich “beweisen”, ob jetzt einer “recht” hat oder der andere.

    Naja, wie mans nimmt.
    Strenge Beweise gibt es in der Tat nur in der Formallogik.
    Aber wer die Frage nach dem Monster unter meinem Bett unter Verweis auf die fehlende letztgültige Beweisbarkeit offen halten will, der hat in meinen Augen eine höchst merkwürdige Weltsicht.

  2. payoli sagt:

    Ich denke, solange man die Gottes- Frage über Bibel und anderes Menschenwerk klären will, ist es tatsächlich eine Frage des Glaubens (oder Nichtglaubens).
    Wer aber in der Natur ‚liest‘, der sieht und weiß es einfach.
    Dieser Gott hat eine so perfekte Schöpfung hingelegt … Und uns da reingestellt! In ihr ist für alle unsere Bedürfnisse gesorgt.
    Doch wir Größenwahnsinnigen wollen nicht dieses Paradies genießen, wie Abermillionen anderer (Tier- und Pflanzen-)Wesen, sondern meinen, ein Werk eines Allwissenden und Allmächtigen nachbessern zu müssen. Die desaströsen Ergebnisse von Kriegen, über Müllberge bis zum Brutalstkapitalismus, sind allerorten zu ‚bewundern‘.
    So gesehen sind WIR, durch unsere Dummheit und Überheblichkeit, die Teufel!
    In diesem Sinne:
    paradise your life ! 😉

  3. Yeti sagt:

    @payoli:

    Ich denke, auch wenn wir der Meinung sind, die Spuren Gottes im Universum zu interpretieren in dem Sinne, dass wir dann an Gott glauben, so ist das streng genommen kein Beweis.

    So wie ein Physiker ein Muster in einer Detektorauswertung sieht und glaubt: das ist jetzt ein Positron.

    Nein, es ist kein Positron, der Physiker glaubt an ein Positron.

    Ich glaube auch, dass es nicht unvernünftig ist, an Gott zu glauben, und auch nicht unlogisch.

    Und wenn ich auf einer Bergwiese liege, die Sonne und den Wind spüre und das Essen genieße, das mir meine Frau eingepackt hat, dann bin ich eins mit dem Universum und spüre, dass da etwas ist, das größer ist als ich.

    Aber ein stringenter logischer Beweis ist es nicht.

    Lg
    Christoph

  4. Yeti sagt:

    @Muriel:

    Zitat: […]Aber wer die Frage nach dem Monster unter meinem Bett unter Verweis auf die fehlende letztgültige Beweisbarkeit offen halten will[…]

    Man sagt: wo Rauch ist, da ist auch Feuer.

    Das Kind mag an das Monster unter seinem Bett glauben.

    Ich als sein Vater glaube nicht an das Monster unter dem Bett.

    Aber ich sehe: Da ist etwas, das meinem Kind Angst macht.

    Und ich möchte gerne wissen, was es ist. Wo liegt die wirkliche Ursache für die Angst.

    Darf ich ein psychisches Phänomen wie die Angst personalisieren? Darf ich sagen, das ist ein Dämon?

    Darf ich sagen, da ist ein Verwirrer, der mein Kind davor „bewahrt“, die Wahrheit zu erkennen?

    Meint
    Euer Christoph

    • Muriel sagt:

      Du darfst sagen, was immer du möchtest.

      • Yeti sagt:

        Danke, ich weiß das zu schätzen.

        Für ein und dasselbe Phänomen kann es eben mehr als ein Modell geben.

      • Muriel sagt:

        Und manche von denen ergeben mehr Sinn, andere weniger.

      • Yeti sagt:

        Und der Sinn liegt im Auge des Betrachters 😉

      • Muriel sagt:

        Man kann da zwar verschiedener Meinung sein, aber nun ist Sinn keine Geschmacksfrage wie Schönheit.
        Eine Argumentation ist objektiv schlüssig, oder nicht.

      • Yeti sagt:

        Diese Meinung teile ich nicht.

        Meiner Meinung ist Sinnhaftigkeit eben keine objektive Kategorie.

        Man kann objektiv einzig und allein feststellen, ob sich eine Hypothese durchgesetzt hat oder eben nicht.

        In den allermeisten Fällen sind Physiker nicht korrupt und werden sich durch Werte wie Sinnhaftigkeit, Einfachheit und Schönheit leiten lassen, wenn sie sich entscheiden, ob sie eine Hypothese unterstützen oder nicht.

        Aber nur weil ein Physiker einen Sinn in einer Hypothese sieht, heißt das noch lange nicht, dass Sinn etwas Objektives ist.

      • Muriel sagt:

        Meiner Meinung ist Sinnhaftigkeit eben keine objektive Kategorie.

        Ich vermute, wir meinen damit unterschiedliche Dinge.
        Ich meine damit nicht Sinn im Sinne einer Motivation, sondern im Sinne von Schlüssigkeit.
        Eine Argumentation ergibt objektiv Sinn (Wenn A dann B, wir wissen dass A, also B), oder eben nicht (Wenn A dann B, wir wissen dass B, also A).
        Natürlich kann man sich darüber täuschen (Der Trugschluss in meinem Beispiel für eine objektiv unsinnige Diskussion ist ja nicht selten.) und insofern verschiedener Meinung sein, aber es bleibt trotzdem eine objektiv entscheidbare Frage.
        Hat jemand eine solcherart schlüssige Argumentation für seine Weltsicht, habe ich kein Problem mit selbiger.

      • Yeti sagt:

        Du meintest natürlich (Wenn A dann B, wir wissen dass nicht B, also nicht A)

        Ich korrigiere das nur der Vollständigkeit halber. Diese Unterschiede sollten ja jedem Erstsemester in Aussagenlogik bewußt sein, aber ich habe auch jüngere Leser 🙂

      • Muriel sagt:

        Es sollte doch ein Beispiel für eine nicht schlüssige Argumentation sein. Insofern war das, was du korrigiert hast, zwar in gewisser Weise falsch, aber beabsichtigt.

      • Yeti sagt:

        Stimmt. Jetzt verstehe ich auch, was Du meinst.

        Und ich gebe zu, dass dieser Trugschluß ein weit verbreiteter ist, insbesondere bei Leuten, die ihr gesamtes Leben auf die Religion aufgebaut haben, und sich dann davor fürchten, dass das alles ja unter Umständen gar nicht wahr ist.

        Unser Wiener Kardinal Christoph Schönborn hat das auch in einem Interview einmal zugegeben, dass das eine seiner größten Ängste ist, dass er eines Tages sterben könnte und dann draufkommt, dass „das alles nicht gestimmt hat“.

        Aber ich denke mir: wenn jemand religiös ist und mit dieser Motivation ein Leben führt, dass für ihn und andere angenehm ist, ein „gutes“ Leben ist, dann kann diese Angst gar nicht so groß sein, denn was kann es schöneres geben, als nach einem „guten“ Leben zufrieden zu sterben?

      • Muriel sagt:

        Klar. Wenn Religion keine nachteiligen Auswirkungen auf das Leben eines Menschen hat, dann hat sie keine nachteiligen Auswirkungen auf sein Leben. Soll vorkommen.

  5. Kardinal Novize Igor sagt:

    @Yeti:
    Auf die hier gestellten Fragen, ob religiöse Menschen irre sind oder überhaupt einfach nur Untermenschen (wie es suggeriert sein mag), etc, mag ich nicht mehr eingehen……Toleranz auf Volksschul-Level setze ich voraus! Ob es so viel vernünftiger ist, voll Inbrunst NICHT an einen Gott zu glauben? Da geh ich dann doch lieber Pizza essen!

    Interessanter die Frage, ob Gott einfach nur eine Allegorie ist! Wahrscheinlich ist er eher noch viel weniger, weil: das Denken einer Allegorie setzt noch immer so was wie eine körperliche Aktivität voraus, einen Gehirn-Knoten. Gott berührt das körperliche jedoch nicht: „Das Fleisch nützt nichts.“

    Inwiefern der Mensch mehr ist, als sein Körper, lässt sich nicht begründen, sondern nur erfahren. Jede Deduktion ist körperlich. Fasse es, wer es fassen kann. Die Erfahrung Gottes aber ist im Geist und nur in der Kontemplation möglich. (Wobei „Kontemplation“ ein weites Feld absteckt, dem immer der gute Wille zugrunde liegen muss.) Arme Deterministen, die Gut und Böse nicht mehr zu erkennen vermögen! Sklaven sozusagen!

    Gott, und damit sei NICHTS über ihn gesagt, ist eine unkörperlich-moralische Erfahrungstatsache.

    LG KNI

  6. Thomas G. sagt:

    Was ist die Wirklichkeit lässt sich doch recht einfach feststellen wenn wir nur der Liebe und unserer Wahrnehmung vertrauen würden. Ohne diese Wahrnehmung wäre die Religion gar nicht erst entstanden, so aber ist für jeden Erdenbürger seine Wirklichkeit als individuelle Realität zu verstehen. Für den einen Moment lebst du im Paradies und für den nächsten wohl möglich im Chaos mit Höllenängsten. Es gibt keine Antwort darauf wer oder was Richtig ist sondern beides sind seelische Faktoren die nebeneinander zeitweise Bestand haben.

  7. Yeti sagt:

    @Thomas G.

    Zitat: wenn wir nur der Liebe und unserer Wahrnehmung vertrauen würden

    Ich denke, Wahrnehmung kann trügerisch sein.

    Aber wenn wir unsere Wahrnehmung einbetten in ein soziales Gefüge von Menschen, deren Rat wir vertrauen, dann haben wir eine breitere Basis und kommen dem, was man als „Wahrheit“ bezeichnen könnte, schon sehr viel näher.

    Nicht umsonst ist jeder Mensch 14 – 25 Jahre lang „in der Ausbildung“, bevor er „auf die Menschheit losgelassen“ wird, bzw. hört das Lernen ja eigentlich ein Leben lang nicht auf.

    Lernen, sich einfügen in ein Weltbild, bzw. teilweises Übernehmen der Weltbilder von unterschiedlichen Lehrern, Eltern, Verwandten, Freunden – je nach Vertrauensbasis – das sind ganz schön ausgebuffte Mechanismen, die die Menschheit da entwickelt hat, und die uns der Wahrheit immer näher führen.

    Bzw. der Wirklichkeit, je nachdem, ob man es als „Wahrheit“ oder als „Wirklichkeit“ bezeichnet (sind aber nur zwei Seiten derselben Medaille).

    Meint
    Euer Christoph

  8. Thomas G. sagt:

    @yeti
    Deine vorherige Argumentation ist keine weil sie für den Religiösen genauso wie für den vermeintlichen Atheisten gilt.
    Ich zitiere:
    Und ich gebe zu, dass dieser Trugschluß ein weit verbreiteter ist, insbesondere bei Leuten, die ihr gesamtes Leben auf die Religion aufgebaut haben, und sich dann davor fürchten, dass das alles ja unter Umständen gar nicht wahr ist.

  9. Kardinal Novize Igor sagt:

    Der Heilige Hund grüsset von meinem Blog!

    LG!

  10. Yeti sagt:

    @Thomas G.

    Du meinst, dass auch Atheisten sich davor fürchten, sie könnten unrecht haben?

    Ja, kann sein, wer fürchtet sich nicht davor, sich zu irren?

    Aber eigentlich will ich auch gar nicht pro Religion oder contra Religion argumentieren.

    Ich erlaube mir nur, meine Meinung zu äußern, wonach es nicht unvernünftig ist, ein gläubiger Mensch zu sein, weiters bekenne ich mich zu meinem römisch-katholischen Glauben.

    Ich wehre mich nur, wenn mich jemand angreift, und behauptet, ich sei dumm, ein Untermensch, etc., weil ich mich zum römisch-katholischen Glauben bekenne.

    Keineswegs jedoch behaupte ich, dass ich meinen Glauben beweisen oder naturwissenschaftlich herleiten kann.

    Ich denke, das sagt alles.

    Euer
    Christoph

  11. Yeti sagt:

    @KNI

    Sei gegrüßet.

    Ich werde den Artikel gleich lesen. Aber wenn Du schon darauf hinweist, dann solltest Du auch einen Link angeben 😉

    http://novizeigor.wordpress.com/2013/05/17/der-heilige-hund/

    Lg

  12. […] …aus der manche Menschen die Existenz eines Gottes ableiten wollen (siehe zum Beispiel payoli als Kommentator zu diesem Blog: https://letztersein.wordpress.com/2013/05/12/gott-ist-die-liebe-und-die-angst-ist-der-teufel/). […]

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