Vom Verantwortungsbewußtsein und von der Gier

Februar 23, 2014

Heute haben wir beim Abendessen unter anderem auch über das südlichste Bundesland Österreichs und über eine dort ansäßige Bank gesprochen.

Es gab unter anderem die Meinung, um weiteren Schaden zu begrenzen, sollte man Kärnten in den Konkurs schicken, und in weiterer Folge sollte die Republik Österreich Kredite an Kärnten gewähren, damit die notwendigsten Dienste aufrecht erhalten werden können (Müllabfuhr, Lehre und Ausbildung, Polizei, ……)

Das sei die gerechteste Lösung, weil sie nach dem Verursacherprinzip den Leuten in Kärnten zeige, dass man auch die Folgen dafür tragen müsse, dass man den Haider gewählt habe.

Jede andere Lösung würde dazu führen, dass sich ganz Österreich in Geiselhaft nehmen ließe für die Verfehlungen einiger Entscheidungsträger.

So weit braucht man nicht gleich gehen, aber ist es nicht ein allgemeines Prinzip, das heute angewandt wird?

Eigentlich sollten ja die Oberen nur deswegen mehr Geld verdienen, weil sie eben die Verantwortung tragen sollten. Sonst gibt es keinen Grund, warum sie mehr Geld verdienen sollen. Am Arbeitspensum liegt es ja sicher nicht 🙂

Aber vom Tragen der Verantwortung ist nichts zu sehen. Ganz im Gegenteil:

  • Gewinne werden privatisiert
  • Verluste werden kommunalisiert

Das ist das neoliberale Gedankengut, das trotz der Krise, die seit 2008 andauert, und die nachweislich wegen des Neoliberalismus in die Welt gekommen ist, immer noch fröhliche Urständ‘ feiert.

Aus christlicher Sicht läßt sich dazu nur sagen, dass die Tugend der Gerechtigkeit und die Tugend der Gewissenhaftigkeit wieder mehr in den Blickpunkt kommen muss, sonst wird es schlimm enden mit Österreich.

Meint
Euer Christoph


Das Echo der Seele

Januar 10, 2014

„Gott ist immer in uns, aber wir sind meistens nicht zu Hause“, hat ein weiser Mann einmal gesagt.

Und ist es nicht wirklich angebracht, zumindest hin und wieder „in sich zu gehen“ und ein wenig der eigenen Seele zuzuhören, damit wir nicht ganz und gar „abheben“, „verlorengehen in der alltäglichen Wirklichkeit“?

Ist nicht unsere Seele, und Gott, der dort wohnt, viel „wirklicher“, als das, was wir normalerweise als „das Reale“ betrachten, also die „Realitäten“, die wir mit uns herumschleppen jeden Tag und jede Nacht?

Was passiert nun mit jemandem, der total „abhebt“ und seine eigene Seele ignoriert?

Letzten Endes wird er vom „Echo der Seele“ eingeholt werden, das ihm aus allen seinen „Realitäten“ entgegenschlägt, er wird „Stimmen hören“, „Zeichen sehen“, und „sich verfolgt fühlen“.

Und das sollte er auch, denn Gott sucht ihn mit aller Liebe und wartet auf die Umkehr, um ihn mit weit ausgebreiteten Armen zuhause zu empfangen.

Meint
Euer Christoph


Im Schweiße Deines Angesichts

Januar 3, 2014

Diesmal wird es kein Blogbeitrag über irgendwelche die Allgemeinheit interessierende Themen, nein einfach ein kleiner Statusbericht über das Hobby.

Die virtuelle Modelleisenbahn macht ja keine Fortschritte, denn letzten Endes könnte ich mit diesem Projekt soviele verschiedene Ziele verfolgen, dass mir die Entscheidung schwer fiele.

Soll ich
a) den Netzwerksensor weiterentwickeln (wäre sehr altruistisch)
b) die virtuelle Modelleisenbahn endlich fertig machen und einen Server betreiben (könnte Geld bringen)
c) das SMUOS/C3P Konzept in die Gänge bringen (wäre die Quadratur des Kreises)

Aber es ist eigentlich sehr einfach.

Ich bin „dem Hobby nämlich einfach noch etwas schuldig“, nämlich die „Wiedererreichung des bereits Dagewesenen, aber mit besserer Qualität“ (also einfach „Step 0033 fertig machen“).

Na ja, aber nebenbei kann man ein bissl über Simple Multiuser Szenen, Replikatoren und Beamer philosophieren:
siehe DIESES PAPER.

Meint
Euer Christoph


Kleine Verbesserungen

November 8, 2013

Also, viel tut sich ja nicht bei der Trilogie „Das dritte Kind“, aber zumindest die Rahmenhandlung habe ich jetzt umgewandelt von der Form eines reinen Dialogs in die Form einer Erzählung (wobei der Erzähler der Rahmenhandlung natürlich ident ist mit dem Erzähler der Trilogie).

Hier also die aktuelle Version als Aviso, die Veröffentlichung der nächsten Version wird ja noch einige Zeit auf sich warten lassen.


Es war passiert, was ich in meinen schlimmsten Alpträumen befürchtet und in meine kühnsten Heldenträumen erhofft hatte: jemand hatte sich bei mir angesteckt.

Nicht was Sie jetzt vielleicht denken, nein, es war ein geistiges Virus.

Der Reporter Chris Thompson wollte alles über die Sache wissen und so forschte er über die Geschichte des Internet und einiger anderer Dinge nach, die uns die siebziger und achtziger Jahre beschert hatten.

Nach seinem Besuch im Yosemite – auf dessen Geschmack ihn die Lektüre des RFC 2468 gebracht hatte – war er letzten Endes in Richtung Südosten auf der 95 unterwegs, um sich noch ein paar schöne Tage in Las Vegas zu machen.

In einer kleinen Stadt, Tonopah hieß sie, mußte er übernachten um sowohl seiner alten Karre als auch seinen alten Knochen die wohlverdiente Ruhe zu gönnen.

Die Nacht verlief ereignislos.

Zwecks Frühstück fuhr er zum nächsten Mäcci, der leider einigermaßen überfüllt war.

Er fand nur Platz an einem Tisch, an dem schon zwei merkwürdige Gestalten saßen. Sie hatten Umhänge in der Art altertümlicher Mönche und genehmigten sich ein ausführliches Frühstück.

Nachdem alle drei eine Zeit lang an ihrem Frühstück herumlaboriert hatten, begann der erste Mönch das Gespräch, er war schon etwas älter: „Was treibt sie in diese Gegend, junger Mann?“

Chris wollte eigentlich nur seine Ruhe haben, aber er antwortete wahrheitsgemäß: „Recherchen“.

Er bekräftigte: „Recherchen für ein Buch und über ein Buch. Sehr interessante Sache“

Nach einer Pause fragte er in Richtung zum ersten Mönch: „Und sie?“

Jedoch der zweite Mönch – er war bedeutend jünger als der erste – fiel ihm ins Wort: „Immer der christliche Auftrag. Seelsorge, Pastoraltheologie und so weiter eben“

Der erste Mönch hatte nachgedacht und wunderte sich: „Was könnte man hier in dieser Gegend recherchieren, worüber nicht schon alles gesagt wäre?“

Chris antwortete nicht direkt, sondern holte weiter aus, um die Sache von Grund auf zu erklären: „Schwierige Sache. Es gibt da einen verrückten Österreicher, der seit Jahren einem Phantom nachjagt und schon unzählige Blogeinträge darüber geschrieben hat“

Wieder mischte sich der zweite Mönch ein: „Man trifft nur noch selten echte Begeisterung, das ist ja mal etwas Positives“

„Bei ihm scheinen Begeisterung und Wahnsinn nahe beisammen zu liegen“, war Chris‘ Resumee.

Und da war es wieder: „Sie erzählen uns nichts Neues“, sagte der erste Mönch.

Kann es für einen Journalisten etwas Schlimmeres geben, als daß er „nichts Neues“ erzählt? Für diese Mönche mag es eine intellektuelle Befriedigung sein, wenn man immer wieder darauf kommt, dass es „nichts Neues unter der Sonne gibt“, aber Chris traf es wie eine Keule. Er ließ sich nichts anmerken, während der erste Mönch weitersprach.

„Das passiert oft, daß jemand einem Phantom nachläuft und dabei irrsinnig wird. Eigentlich wird das seit Jahrtausenden gemacht, weil die Menschen immer noch glauben, wo Rauch ist, muß auch Feuer sein“, räsonierte der Mönch (man würde solche Worte eigentlich nicht aus dem Mund eines Mönchs erwarten) und er stellte eine treffsichere Gegenfrage: „Aber erzählen sie doch mal, was sie an diesem Österreicher so interessiert“

Chris mußte nachdenken, bevor er zu reden begann: „Es ist ein Puzzle. Es erscheint so, als würde er einen Informationsfetzen nach dem anderen erhalten und weitergeben. Man muss nur irgendwie die Steine zusammensetzen, um das ganze Bild zu bekommen“

„Und dieses Bild interessiert sie?“, fragte der zweite Mönch.

Chris fühlte sich wieder in seinem Berufsethos angegriffen: „Ist Neugier etwas Verwerfliches?“, fragte er, denn Neugier war ja die Triebfeder seines Berufes.

Der erste Mönch erklärte: „Seien sie auf der Hut. Solche Puzzles haben sich dann oft als Mosaike entpuppt. Man hat die Steinchen, man glaubt, dahinter versteckt sich ein fertiges Bild, aber in Wirklichkeit macht sich jeder sein eigenes Bild“

Chris wiegelte ab: „Na, jedenfalls hat dieser Mensch alle Informationen einigermaßen zentral zusammengehalten, man findet Alles auf den Blogs

http://erstersein.wordpress.com,
http://zweitersein.wordpress.com und
https://letztersein.wordpress.com

„Den Menschen kenn‘ ich gut, sehr gut“, lachte der erste Mönch, und nach einer Pause: „Er schreibt nichts Neues“. Nach einer weiteren Pause: „Da sind sie in dieser Gegend tatsächlich zu 100 Prozent richtig“ und kicherte.

Jetzt war man ein wenig warm miteinander geworden, so verwundert es nicht, dass der zweite Mönch einen Vorstoß machte, der dazu führen mußte, dass sie alle drei noch länger an diesem Orte verweilten: „Ich bin trotzdem neugierig. Was schreibt er?“, fragte der zweite Mönch.

„Über seine Blogeinträge habe ich herausgefunden, daß er letzten Endes einige technische Konzepte verfolgt, die mit Web3D Graphik zu tun haben, die er aber auch in einem militärischen Zusammenhang sieht“, erklärte Chris, und – nach einer Pause – : „Er versucht darüber metaphernhafte Geschichten zu schreiben, die sich eigentlich mit allgemein menschlichen Zusammenhängen beschäftigen, in denen einige Hauptpersonen aber Allegorien für technische Konzepte sind. So versucht er, die Thematik den Nicht-Technikern in seinem Leserkreis näher zu bringen.“

Chris fühlte, dass sie alle noch länger verweilen wollten und reichte dem zweiten Mönch einen Ausdruck des Werkes auf losen Blättern, mit den Worten: „Bitte schön“

Der zweite Mönch begann zu lesen……


Hier wird der erste Teil der Trilogie in roter Farbe eingefügt


Nachdem der zweite Mönch das Buch fertig gelesen hatte, war es Zeit zum Mittagessen.

Chris hatte sich einstweilen mit dem ersten Mönch darüber unterhalten, welche Sehenswürdigkeiten es denn in dieser Gegend gäbe. Die beiden Mönche waren offensichtlich schon seit einiger Zeit in dieser Stadt stationiert.

Jetzt unterhielt man sich beim Essen über das Buch.

Der zweite Mönch begann sehr direkt: „Also, ich kann in diesem Buch keine Verschwörungs­theorien entdecken. Es ist schon offensichtlich, dass er mit dem Bigamisten nicht nur einen Mann meint, der zwischen seiner ersten, echten Frau und der Firma hin- und hergerissen ist, sondern auch einen neutralen Staat im kalten Krieg. Und dass er mit „den Grünen“ den Westen meint und mit „den Blauen“ den Osten, das ist auch klar.“

„So habe ich das noch gar nicht gesehen“, staunte Chris, ein wenig enttäuscht darüber, dass diese beiden „Besserwisser“ seine Geheimniskrämerei nicht teilten.

Allerdings hatte der zweite Mönch eine Ausnahme vorzuweisen: „Einzig und allein, dass er die B-2 nicht als Ausgeburt des kalten Krieges bezeichnet, sondern als dessen Ursache, das verdient Respekt und bedarf einer gewissen Kontemplation“

Nach einer Pause erklärte der erste Mönch: „Das ist ganz einfach die alte Fragestellung, ob der Geist den Körper lenkt oder der Körper den Geist.“ – „Also eigentlich auch nichts Neues.“ – „Ist allein die Idee eines Tarnkappenbombers derart mächtig, dass sie politische und wirtschaftliche Konstellationen hervorbringt, die letzten Endes zur Realisierung führen?“

„Und dass er mit dem Würfelbecher den Teufel meint, das liegt auch auf der Hand“, ergänzte der zweite Mönch.

„Ja, aber auch Consultants und Rating Agenturen“, toppte der erste Mönch die Exegese.

Chris wurde immer kleinlauter, wie gesagt, es wurmte ihn, dass es da „nichts Neues“ zu entdecken gab. „Für euch beide scheint es überhaupt keine Geheimnisse zu geben“, schlußfolgerte er.

Der erste Mönch sagte mit einem Schulterzucken: „Ich habe ja gefragt, warum dich diese Sache so sehr interessiert“.
Der zweite Mönch hingegen fand, dass man dieser Story noch eine Chance geben sollte: „Aber vielleicht ist der zweite Teil interessanter. Hast du zufällig einen Ausdruck für mich?“

„Ja, gerne“, Chris gab den Ausdruck dem zweiten Mönch und man ging in den Nachmittag.


Hier wird der zweite Teil der Trilogie in blauer Farbe eingefügt


Beim Abendessen traf man sich wieder.

Auch der zweite Teil hatte beim Mönch nicht unbedingt zu einer „Großen Erleuchtung“ geführt, sondern wurde geradewegs zerpflückt.

Er meinte: „Lieber Wanderer. Auch der zweite Teil birgt keine großen Geheimnisse. Hier wird ganz einfach ein Anwendungsfall für die Idee SMUOS/C3P entworfen. Bruder Franziskus hat mir mittlerweile ein wenig die technischen Ideen jenes Menschen erläutert.“

Und nach einer Pause fuhr er fort: „Wenn man bedenkt, dass diese Ideen wohl zum ersten Mal im Zusammenhang mit der F-117A gefunden worden sind, dann darf man sich nicht wundern, dass der Roboter C-3PO aus „Krieg der Sterne“ in dieser Erzählung eine wichtige Rolle spielt.“

Chris verstand nur Bahnhof: „Das verstehe ich nicht“

Der zweite Mönch erklärte: „Die F-117A wurde wegen ihres häßlichen Äußeren bisweilen mit der Maske Darth Vaders verglichen, und es war in „Krieg der Sterne“ ja der junge Anakin Skywalker, der C-3PO gebaut hatte. Desweiteren war C-3PO ein Protokolldroide, dessen hauptsächliche Verwendung die Vermittlung zwischen Mensch und Maschine war“

Schön langsam ging Chris ein Licht auf: „Ich glaube, jetzt sehe ich die Assoziationskette“.

Der zweite Mönch war nachsichtig mit Chris, und alle hatten das Gefühl, man sollte die Story noch nicht endgültig abhaken, also sagte er: „Dann gib‘ mir noch eine Kopie des dritten Buches. Ich will sie gerne über Nacht lesen. Mir fehlt da noch die Idee DIGITS, die auch mit diesem Ideenkomplex zu tun hat“

Man ging wieder auseinander, nachdem Chris eine Kopie herausgekramt und übergeben hatte.


Hier wird der dritte Teil der Trilogie in grüner Farbe eingefügt


Chris kam am nächsten Tag wieder zum Frühstückstisch.

Er fragte den Verkäufer: „Entschuldigung, waren die beiden Mönche heute schon hier?“

„Welche beiden Mönche?“, fragte dieser.

Chris war ein wenig verwirrt: „Na, die beiden Typen, mit denen ich gestern hier so lange diskutiert habe“

„Sie sind gestern den ganzen Tag alleine am Tisch gesessen und haben Selbstgespräche geführt“, schüttelte der Verkäufer demonstrativ seinen Kopf.

Chris zweifelte an seinem Verstand, aber wenn er jetzt ausrastete, würde alles nur schlimmer werden.

Deshalb führte er seinen ursprünglichen Plan weiter und fuhr nach Las Vegas auf ein paar schöne Tage.

Dieses Projekt war für ihn gestorben.


Meint
Euer Christoph


Der Esel, die Karotte und die Weltwirtschaft

August 5, 2013

Oder, wie man es auch noch sagen könnte
– Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Wie lange läßt sich der Esel durch die aufgeknüpfte Karotte motivieren?

Entweder, bis er nicht mehr kann (burn-out), oder bis er das Spiel begreift und einen Plan B ins Auge fasst.

Eigentlich bräuchte er nur ein bisschen(!) mehr gutes(!) Futter, aber das gibt man ihm nicht, solange, bis er darum kämpft(!).

Ein kämpfender Esel ist hingegen gerne gesehen (das heißt nicht, dass er viel arbeitet, es heißt nur, dass er kämpft).

Solange, bis die Weltwirtschaft am burn-out zugrunde geht, oder solange, bis alle kämpfen und niemand mehr die Arbeit macht (was letzten Endes zwar sehr lange gut gehen kann aber dennoch am Schluß in den Abgrund führt).

Dabei wäre es so einfach: gerechter Lohn für gerechte Arbeit

Punctum

Meint
Euer Christoph


Zwei Seelen wohnen, ach, in meiner Brust

Juli 20, 2013

Und wieder geht es um das Hobby: http://smuos.wordpress.com/2013/07/20/yet-another-pdf-yap/.

Da sieht man, ahnt man, die großen Ziele, die ein Techniker, viele Techniker, anstreben könnten.

Und trotzdem muß man mit dem ersten kleinen Schritt beginnen.

Jeder Tag muss für sich selber sorgen.

Auf Pump geht gar nichts. Das sehen wir an Griechenland.

Aber eine Hoffnung blitzt auf: „Wer das Ziel kennt, kennt auch den nächsten Schritt“. Grundprinzip einer Routingtabelle 🙂

Meint
Euer Christoph


Ich gebe es auf

Mai 27, 2013

Zuallererst die Frage: Was meine ich mit „aufgeben“?

„Aufgeben“ im Sinne von engl. „to abandon“ oder „aufgeben“ im Sinne von engl. „to hand in“?

Nun gut, diese Frage möchte ich bewußt offenlassen.

Aber was ist „es“?

„Es“ ist in erster Linie eine Reihe von Ideen, die alle im Laufe der Zeit entstanden sind, und die alle mehr oder weniger veröffentlicht worden sind (jeweils auf einem meiner 5 Blogs oder in einem meiner beiden Sourceforge Projekte).

Warum ich diese Ideen alle veröffentlicht habe und nicht für mich behalte, liegt letzten Endes daran, dass ich für mich persönlich keine Chance gesehen habe, damit Geld zu verdienen, dass mein jeweiliger Arbeitgeber daran nicht interessiert war, und dass ich dann letzten Endes aus einem schlechten Gewissen gegenüber der Menschheit mir immer die Arbeit angetan habe, es zu veröffentlichen.

Ein gewisser Exhibitionismus mag auch dazu beigetragen haben.

Und die Tatsache, dass eine Veröffentlichung letzten Endes der einzige Beweis dafür ist, dass ich diese Idee gehabt habe (als erster oder nicht, ist hier nebensächlich).

Das meiste davon ist nicht neu, aber es ergibt in Summe einen ganz schönen Überblick darüber, was dabei zwangsläufig herauskommen muß, wenn sich ein Mensch aus der Sparte Telekom in seiner Freizeit mit den Möglichkeiten von 3D-Graphik beschäftigt, insbesondere mit Web3D Technologien, insbesondere mit dem Netzwerksensor-Interface.

A) Der persönliche Urknall

Noch bevor ich wußte, was Google Earth ist, war da eine „Inspiration“, die im Wesentlichen auf dasselbe hinausläuft.

Bloß, dass ich von Anfang an von einer verteilten Datenbank geträumt habe, die Server in aller Welt (und von verschiedenen Eigentümern) durch ein Internetprotokoll miteinander verbindet und 3D-Szenen aufgrund eines primary Key zusammensetzt, den ich als „VRA“ (Virtual Roaming Area) bezeichnet habe – ein geschlossenes oder offenes Polygon.

Ich habe das als DIGITS bezeichnet („Distributed Internet Geographic Information Transmission Service“).

Ich nehme an, zur Entwicklung dieser Sache hat man meine Ideen nicht gebraucht, dennoch habe ich sie sicherheitshalber als Unterverzeichnis im Source Code meines ersten Open Source Projektes veröffentlicht: http://simulrr.sourceforge.net

B) Eisenbahn-Simulation

Kann man Web3D verwenden um Eisenbahnen zu simulieren?

Natürlich!

Es gab auch bereits einige nette Beispiele im Web, dennoch fehlte mir noch der Multiuser-Mode.

Ich fragte auf der X3D-public Mailing Liste, ob es hier bereits standardisierte Lösungen für den Multiuser-Mode gab.

Ja, sagte man mir, einerseits gab es da die DIS Komponente (Distributed Interactive Simulation), die bereits fertig standardisiert war – jedoch nur von einem Web3D Browser unterstützt -, andererseits gab es den Netzwerksensor, welcher ein sehr viel generelleres Interface darstellte, aber es gab immerhin zwei Web3D Browser, mit denen man Versuche anstellen konnte.

Ich entschied mich für den Netzwerksensor, obwohl natürlich die Verwendung eines generellen Interfaces für komplizierte Anwendungen (also z.B. für eine Eisenbahn-Simulation) prinzipiell höhere Aufwände bedeutet.

Im Gegenzug war man nicht von einem einzigen Browserhersteller abhängig (theoretisch, zumindest) und man konnte die Funktion des Interfaces auf die eigenen Wünsche „hinbiegen“.

Diese Idee verfolgte ich auf dem Blog http://simulrr.wordpress.com
und im Sourceforge Projekt http://simulrr.sourceforge.net

C) Simple Multiuser Szenen

Idee B) führte dazu, dass ich begann, einen Satz von X3D Prototypen experimentell zu entwickeln. Ich bezeichnete diese Prototypen als „SRR Framework“, wobei der Begriff „Framework“ eher das bezeichnete, was einmal daraus werden sollte, als das, was es tatsächlich schon war.

Da das „SRR Framework“ mittlerweile recht komplex geworden war, beschloss ich, es in einen Basisanteil (das sogenannte „base module“) und spezifische Anteile (sogenannte „extension modules“) zu zerlegen. So könnte der Basisanteil für beliebige „Simple Multiuser Online Scenes“ (SMUOS) und die spezifischen Anteile für verschiedene Anwendungen (Eisenbahnsimulation, Autosimulation, Flugzeugsimulation, Bürozusammenarbeit (Collaboration), etc.) verwendet werden.

Aufgrund mehrerer Ursachen bildete sich daraus

D) Die Idee SMUOS/C3P

Das „Base Module“ des „SRR Frameworks“ läßt sich bereits jetzt für einfache Multiuser-Szenen benützen, hat aber aus Sicht eines Mitarbeiters der Telekom Branche den entscheidenden Nachteil, dass für die Kommunikation mit dem Collaboration Server ein proprietäres Protokoll verwendet wird.

Dieses Protokoll sollte man also definieren.

Weiters wäre es im Sinne einer Standardisierung sinnvoll, das „Base Module“ des „SRR Frameworks“ „tieferzulegen“, also eine X3D Komponente zu definieren, welche im Wesentlichen die API bietet, die im SRR Framework experimentell entwickelt worden ist.

Diese Idee SMUOS/C3P beschreibe ich auf dem Blog http://smuos.wordpress.com
und im (ungestarteten) Sourceforge Projekt http://smuos.sourceforge.net

Ein weiterer Aspekt – der auf eine Mail auf der X3D-public zurückgeht und von dort „inspiriert“ war – ist die Idee, die „Wirklichkeit“ als (N+1)-te Szeneninstanz in die Multiuser-Session einzubinden.

Diese Idee ist in einem Paper zusammengefasst, welches ich am 1.März 2011 veröffentlicht und zuletzt am 18.Jänner 2012 geändert habe. Dieses Paper findet sich unter anderem hier: http://smuos.wordpress.com/2011/03/01/smuos-and-the-ietf/.

So, das war „es“.

Jetzt liegt es an Dir, lieber Leser, zu entscheiden, ob ich mit „aufgeben“ „to abandon“ gemeint habe, oder „to hand in“.

Oder, ein bisschen direkter formuliert, sozusagen mit den Worten der letzten Hornbach-Werbung: „Und jetzt Du.“

Meint
Euer Christoph