Wie man Gott anspricht

September 9, 2023

Ich möchte also drei Beiträge über das Vater Unser schreiben, das ich wie folgt in drei Abschnitte einteile:

1. Wie man Gott anspricht

Vater unser im Himmel,

2. Die himmlischen Dinge

geheiligt werde Dein Name,

Dein Reich komme,

Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.

3. Die irdischen Dinge

Unser tägliches Brot gib‘ uns heute,

und vergib‘ uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Und beginne hiermit mit dem ersten Abschnitt:

Wie man Gott anspricht

Kann man / soll man Gott direkt ansprechen?

Da fallen mir zwei Punkte ein.

Erstens: soll man Gott überhaupt ansprechen? Werden uns die Atheisten dann nicht vorwerfen, dass wir als Erwachsene immer noch mit unserem imaginären Freund reden? Ist das nicht ein Zeichen eines schlecht entwickelten Selbstbewußtseins?

Zweitens: soll man Gott direkt ansprechen?

Ich meine, wir sprechen Gott doch sehr of indirekt an, meinen aber eigentlich jemand anderen.

Wie viele Fürbitten in der Messe strotzen nur so vor Pädagogik, die eigentlich an das Auditorium gerichtet ist?

Und wie oft erleben wir Priester, die bei der Ausformulierung bzw. Betonung ihrer Gebete in der Liturgie eher an das „Publikum“ denken, und nicht so sehr an den Herrn?

Ist das OK?

Ich denke nicht, denn Gott hat es sich durchaus verdient, dass wir ihn direkt ansprechen und nicht nur „von der Seit’n“.

Und wie sollen wir ihn jetzt direkt ansprechen?

Nun, Jesus verwendet das Wort „Vater“, also ist Gott sozusagen unser „Pappi“.

Und zweitens: er ist nicht „mein“ Vater, sondern er ist „unser“ Vater.

Jemand, der das Vater „unser“ betet, kann zu seinem Mitmenschen nichts mehr anderes sagen, ausser „Lieber Bruder“ und „Liebe Schwester“ (und „Liebes Diverses“, natürlich 🙂 ).

Trotz aller Nähe und Vertrautheit, er ist der Vater „im Himmel“, also gibt es schon eine gewisse Distanz. Gottes Gedanken sind nicht unsere Gedanken, und wir sind nicht in der Lage, die Dinge „aus seiner Sicht“ zu sehen.

Meint

Euer Christoph


Vom Vater im Himmel

August 15, 2023

Nun gibt es tatsächlich viele Gebete.

Das Beten, das „Reden mit Gott“, ist es auch, das offensichtlich ein Alleinstellungsmerkmal des Menschen gegenüber der anderen Kreatur ist (ich weiß, man kann das bezweifeln).

Und viele Gebete, zum Beispiel der Rosenkranz, sprechen im Menschen eher das Gefühlsbetonte, das Meditative an.

Ich selbst bin eher ein Mensch der Vernunft, der Ratio – auch wenn ich bekanntlich eine Schwäche für Metaphern und Allegorien habe – doch auch für mich gibt es zumindest ein Gebet, welches eher die Ratio anspricht.

Das „Vater Unser“ ist aber auch „das“ Gebet, das uns laut Überlieferung Christus selbst gelehrt hat.

Ich möchte also drei Beiträge über das Vater Unser schreiben, das ich wie folgt in drei Abschnitte einteile:

1. Wie man Gott anspricht

Vater unser im Himmel,

2. Die himmlischen Dinge

geheiligt werde Dein Name,

Dein Reich komme,

Dein Wille geschehe wie im Himmel so auf Erden.

3. Die irdischen Dinge

Unser tägliches Brot gib‘ uns heute,

und vergib‘ uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Wie gesagt, ich plane drei Beiträge.

Meint

Euer Christoph


Neues (?) Thema: Produktion, Arbeit, Kapital

Juli 31, 2023

Es ist kein Geheimnis.

Seitdem die herrschende Klasse wieder den Klassenkampf ausgerufen und unter Mithilfe der Dummheit der Politiker eine wunderschöne Inflation inszeniert hat, wird allerorten wieder darüber diskutiert, wer denn nun tatsächlich die Urheber des Wohlstands seien.

Entsteht Geld durch Arbeit oder entsteht Arbeit durch Geld?

Ist leistungsloses Einkommen wirklich so unmoralisch?

Wer sind denn nun tatsächlich die Leistungsträger?

Uns scheinen wieder alle Felle davonzuschwimmen, und in unserer Angst werden wir zu Angstbeissern, zu „uns ängstlich verteidigenden Angreifern“.

Sollen wir uns fürchten?

Alles große Fragen, dabei wollte ich einfach nur darüber schreiben, dass „gebunkertes“ Vermögen große Gefahren in sich birgt.

Reden wir lieber über etwas Positives: wir haben den Verein gegründet: die „Gesellschaft für rechnergestützte Zusammenarbeit“: https://areasharpa.blog/the-society/

Meint

Euer Christoph


Die Güte der Gütesiegel

Juli 16, 2023

Habe heute ein interessantes Interview gehört, wonach Greenpeace mit den Gütesiegeln in Österreich nicht bedingungslos zufrieden ist, und danach die Sache gegoogelt: https://greenpeace.at/ratgeber/guetezeichen/

Jetzt stellt sich natürlich die Frage: wer überprüft Greenpeace? 🙂

Meint

Euer Christoph


Der Monopolist und das Rindvieh

Juni 17, 2023

Liebe Leser!

Eigentlich wollte ich dieses Wochenende ja wieder einen fertigen Artikel bereitstellen, aber mit dem zunehmenden Alter werde ich immer fauler – und ich bekomme fürs Bloggen ja auch kein Geld 🙂

Worum geht es?

Nun, in den „Wirtschaftlichen Grundlagen der Elektrotechnik“ hatte uns damals auf der TU unser Professor vorgerechnet, dass es bei endlichen Ressourcen, die nicht nachwachsen, also zum Beispiel beim Erdöl, sich so verhält, dass ein Monopolist mit diesen Ressourcen länger auskommt, dass er diese also schonender behandelt, als es der freie Markt tut.

Grund dafür ist, dass der Wirtschaftstreibende seinen Gewinn über die Lebensdauer maximieren wird, und dass ihm dass gelingt, indem er weniger Erdöl fördert und so einen höheren Preis erzielt.

Wenn er hingegen Konkurrenten hat, dann wird sich der Preis entsprechend dem Gesetz der Grenzkosten einpendeln – also billiger sein – weshalb mehr Erdöl verbraucht wird.

Früher haben die Landwirte gesagt: „Du wirst die Kuh nicht schlachten, wenn Du sie noch melken willst“.

Nun und dieses Gesetz möchte ich jetzt auf verschiedene Beispiele anwenden:

  • Wenn man heiratet, hat man dann ein „Monopol“ auf den Partner, geht deshalb also schonender mit ihm um?
  • Ist Grundeigentum nicht auch eine Art Monopol auf einen bestimmten Abschnitt der Erdoberfläche?
  • Wie ist das mit Staatseigentum? Wird das, weil es ja ein „gemeinsames“ Eigentum ist, grob ausgeschlachtet?
  • Liegt es an diesem Gesetz, dass Staaten (fast) immer Schulden machen, während private Firmen (fast) immer Gewinne schreiben?
  • Was bedeutet dieses Gesetz für die Vermögensungleichheit und für den Great Reset?

Jetzt muss (möchte) ich aber für heute Schluss machen und verweise auf eines der nächsten Wochenenden.

Lg,

CP/V


VR/AR Commando Room

Juni 4, 2023

Dieses Wochenende hatte ich leider keine Zeit weitere Gedanken über das Gewissen zu spinnen,

aber ich bin dazu gekommen, auf meinem anderen Blog ein Wortspiel auszudenken.

Es geht um die drei Worte MARMOR, MARBLE und MARBRE, die in verschiedenen Sprachen immer wieder dasselbe bedeuten.

Denn es handelt sich nur um drei unterschiedliche Anwendungsfälle derselben Idee:
https://areasharpa.blog/2023/06/03/marble-marbre-marmor/

Meint

Euer Christoph


Sind wir wirklich die Guten?

Mai 29, 2023

In meinem letzten Beitrag über das Gewissen und die Menschenrechte (siehe HIER) hatte ich wie folgt geendet:

Dieses Gefühl „WIR SIND DIE GUTEN“ kann man nun in den Kampf mitnehmen, in den Konkurrenzkampf der „Wertekreise“, den wir ja alle gewinnen wollen.

Doch wollen wir das wirklich?

Gewissen und Gerechtigkeit

Im letzten Kapitel war die Rede vom Selbstwertgefühl und vom guten Gewissen, die hand in hand gehen.

Und es war die Rede von einem „Konkurrenzkampf der Wertekreise“, in dem es offensichtlich darum gehe, den eigenen Leuten möglichst ein gutes Gewissen zu machen, damit diese sich im Kampf leichter tuen.

Wenn man nun im Römerbrief liest

Röm 3,23 Alle haben gesündigt und die Herrlichkeit Gottes verloren.

Röm 3,24 Ohne es verdient zu haben, werden sie gerecht, dank seiner Gnade, durch die Erlösung in Christus Jesus.

dann bekommt man so ein komisches Gefühl, als ob dem Apostel Paulus diese Gesetzmäßigkeiten nicht bekannt gewesen wären.

Wollte er seinen Leuten „ein schlechtes Gewissen machen“? Das wäre doch klar kontaproduktiv.

Auch wenn der Papst Franziskus immer wieder darauf drängt, dass die Missbrauchsfälle in der Kirche ehrlich und wahrheitsgemäß aufgearbeitet werden müssen, dann denkt man sich unwillkürlich: „Will er die Kirche vernichten?“.

Wie geht das zusammen?

Nun, erst einmal müssen wir uns im Klaren sein, was Gott eigentlich von uns will:

Hos 6,6 Liebe will ich, nicht Schlachtopfer, / Gotteserkenntnis statt Brandopfer.

Natürlich ist es schön, wenn die Kirche viele große und stattliche Gebäude hat, in denen man das Opfer feiern kann, und natürlich ist es beeindruckend, wenn sich hunderttausend Menschen bei einer Papstmesse versammeln, keine Frage,

aber primär hat das mit dem Willen Gottes nichts zu tun.

Den Willen Gottes erfüllen wir, wenn wir jeden Tag in unseren kleinen alltäglichen Begebenheiten der Liebe den Vortritt lassen.

„Put a little love in your heart“.

Dann ist unser gutes Gewissen nicht nur ein „gesellschaftlich aufgepfropftes Gefühl“, sondern hat tatsächlich etwas mit Gerechtigkeit zu tun.

Meint

Euer Christoph


Noch etwas……

Mai 29, 2023

……über das Gewissen, das ich loswerden möchte.

Dieser Beitrag ist aber mit Vorsicht zu genießen, dann ich möchte darauf hinweisen, dass das nicht die einzige Sichtweise ist.

Die Menschenrechte

Was haben die Menschenrechte in einem Buch über das Gewissen zu suchen?

Gute Frage, aber tasten wir uns langsam an das Thema heran.

Zuerst einmal empfehle ich jedem, den Wikipedia Artikel über die Geschichte der Menschenrechte zu lesen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Menschenrechte#Geschichte

Da wird man erfahren, dass auch die jüdisch-christliche Tradition, der man das ja gemeinhin nicht zutrauen würde, wesentliche Beiträge zur Entwicklung eines allgemeinen Menschenrechts geleistet hat.

Was hat nun aber das Menschenrecht für einen Zusammenhang mit dem Gewissen?

Nun, der Zusammenhang ergibt sich aus dem Begriff des WERTES.

Einerseits beWERTet das Gewissen meine Gedanken, Worte und Wer­ke, andererseits werden die Rechte eines Menschen im Allge­mei­nen als Teile seines VERMÖGENS, also als etwas WERTvolles an­ge­sehen.

Das gute Gewissen hat also viel mit dem SelbstWERTgefühl zu tun.

Das Selbstwertgefühl kann sich aber nicht nur auf ein Individuum beziehen, sondern auch auf eine Gemeinschaft, eine Gesellschaft.

Eine Gesellschaft, die die Menschenrechte „hat“, wird also im Allge­meinen ein größeres Selbstwertbewußtsein, eine Selbst­sicher­heit ent­wickeln können, als eine solche, die diese Rechte nicht „hat“.

Dieses Gefühl „WIR SIND DIE GUTEN“ kann man nun in den Kampf mitnehmen, in den Konkurrenzkampf der „Wertekreise“, den wir ja alle gewinnen wollen.

Meint

Euer Christoph


Noch mehr über das Gewissen

Mai 29, 2023

Nun habe ich versprochen, noch ein wenig über den Widerspruch zwischen Gefühlen und Vernunft zu schreiben, wenn es um das Gewissen geht.

Denn „in erster Linie“ ist ein schlechtes Gewissen ein Gefühl. Wir fühlen uns schlecht, wenn wir der Autorität durch unsere Taten widersprochen haben. Das ist letzten Endes eine Angst.

Aber das Gewissen hat auch viel mit Vernunft zu tun………..

Christliche Entscheidungsfindung

Jetzt haben wir uns also viele Gedanken über das Gewissen gemacht, und wir haben uns sogar zu der Aussage verstiegen, das Gewissen sei „in erster Linie“ ein Gefühl.

Ganz zu Beginn des Büchleins hatten wir aber eine Definition des Gewissens aufgeschrieben, wonach das Gewissen eine „Eigenschaft der Vernunft“ sei.

Haben wir uns hier nicht in einen Widerspruch verstrickt?

Na ja, überlegen wir uns einmal, wie wir normalerweise Entscheidungen treffen.

Da sind einerseits die einfachen, kurzfristigen Entscheidungen, die fast instinktiv – eben entsprechend unserer Gefühle und Triebe – getroffen werden.

Wenn ich aufs Klo muss, dann muss ich aufs Klo. Da ist nicht viel zu überlegen.

Und bevor ich verhungere, werde ich mich auf den Weg in den Supermarkt machen, vielleicht auch die Küche putzen, jedenfalls ist auch hier ziemlich klar, was getan werden muss und man kann hier ruhig seinen Gefühlen vertrauen.

Aber was ist mit den langfristigen Entscheidungen? Mit den Lebensentscheidungen?

Soll ich in diese Schule gehen? Soll ich dieses Studium beginnen?

Soll ich mit dieser Frau / diesem Mann eine Partnerschaft eingehen?

Soll ich in dieses Kloster gehen?

Soll ich aus der Kirche austreten?

Alle diese langfristigen Entscheidungen, die sozusagen mein gesamtes Lebenskonzept betreffen, wie wage ich mich an diese?

Nun, wir werden versuchen, das Pro und das Contra abzuwägen, wir werden uns wahrscheinlich sogar beraten lassen und wir werden ziemlich lange „über dieser Entscheidung brüten“.

Wenn wir Gläubige sind, dann werden wir sogar Gott um Erleuch­tung bitten, eventuell in den Stephansdom gehen und ein Kerzerl anzünden, und wir werden also mit unserem Gewissen in Beratung gehen.

Trotzdem werden wir nicht genau wissen, warum und wieso wir diese Entscheidung getroffen haben. Eines Tages, wenn wir gerade nicht sehr angespannt sind, wenn unser Gewissen ein wenig zur Ruhe gekommen ist, werden wir „einfach wissen, was wir wollen“.

Diese „vernünftige“ Vorgehensweise ist also eine Mischung zwischen Intellekt – wenn wir unserer Intelligenz die Pros und Contras vorlegen – und unserer „Erkenntnisfähigkeit“.

Eine Erkenntnis ist ein Geschenk des Hl. Geistes, das wir nicht verdient haben, und ich würde folgende Gleichung aufstellen:

Vernunft = Intelligenz + Erkenntnisfähigkeit

Die Gefühle, die auch zum Gewissen gehören, könnte man mit einer gewissen Berechtigung auch als eine „niedrigere“ Stufe der Intelligenz bezeichnen, da Gefühle näher an der Materie, am Sinnlichen liegen, und Intelligenz eher schon in Richtung Geist geht (wenn wir das Universum in Materie + Geist zerlegen wollen).

Meint

Euer Christoph


Pfingsten

Mai 28, 2023

ist das Fest des Hl. Geistes und sozusagen „der Geburtstag der Kirche“. So haben wir es in der Schule gelernt.

Aber auch in meinem Privatleben hat sich – bezüglich meiner Hobbies – einiges getan, was ich HIER AUF MEINEM ANDEREN BLOG dokumentiere.

Trotzdem schulde ich meinem treuen Leser KNI noch weitere Ausführungen zum Gewissen, denn ich habe immer sehr betont, dass es sich beim Gewissen um ein GEFÜHL handelt, laut Definition ist das Gewissen aber eine Eigenschaft der VERNUNFT.

Ist das ein Widerspruch? Können wir diesen Gegensatz auflösen oder müssen wir ihn so stehen lassen?

Weiters wittern wir einen Zusammenhang zwischen der WERTEDISKUSSION und dem Begriff des Gewissens, denn auch das Gewissen beWERTet unsere Taten.

Und dann ist da noch der Unterschied zwischen der Bewertung durch das Gewissen und der TATSÄCHLICHEN Gerechtigkeit, die viel mit unserer Gottesbeziehung zu tun hat.

All dies möchte ich noch im 14. der „kleinen religiösen Büchlein“ unterbringen, die sich ALLE HIER FINDEN.

Meint

Euer Christoph