Liebe Leser,
Wir Menschen neigen dazu, unsere „claims abzustecken“, unser „kleines Königreich zu errichten“, und es uns „innerhalb unserer 4 Wände leidlich gut gehen zu lassen“.
Ich nehme mich da gar nicht aus.
Die Grenzgänger aber, die Diplomaten und anderen Menschen, die uns daran erinnern, dass die Welt jenseits unserer Mauern weitergeht, dass das Universum sich auch jenseits des Zaunes abspielt, und wie klein wir eigentlich sind, wenn wir uns im Ausland befinden, diese Menschen wollen wir am liebsten zum Teufel jagen, denn sie kratzen an unserem Selbstbewusstsein, an unserer Königswürde.
Trotzdem also jeder seine eigene kleine Welt hat, sein Königreich mit einer eigenen Krone und mit eigenen Gesetzen, und man muss sagen, dass das auch auf die Wissenschaften zutrifft, denn die „universitas“, das „Allgemeinwissen“, gibt es eigentlich nicht mehr, trotzdem also GLAUBEN wir daran, dass es da eine GEMEINSAMKEIT gibt.
Denn alle diese kleinen Schrebergärten, diese biedermeierlichen virtuellen Realitäten, sind eingebettet in ein UNIVERSUM, das nach ALLGEMEIN GÜLTIGEN Universalgesetzen funktioniert, die wir zwar noch nicht komplett verstanden und erforscht haben, an deren Existenz wir aber bedingungslos glauben.
Man könnte auch so sagen: obwohl es viele Lebenswelten gibt, und viele Wahrheiten, die alle nur lokale Bedeutung haben, so eint uns doch der GLAUBE AN DIE EINE REALITÄT.
Ist es nun abwegig, sich Gedanken darüber zu machen, ob es VIELE GÖTTER gibt, die alle in den Bereich der Fiktion fallen, oder ob es EINEN EINZIGEN GOTT gibt, der aber dafür REAL ist?
Nun werden die ganzen Schrebergartenbesitzer natürlich aufschreien und sagen: UNSER GOTT / MEIN GOTT ist der einzig reale, und nur ganz wenige werden sagen: der reale Gott ist natürlich der GOTT ALLER MENSCHEN. Und: wir sind alle Brüder und Schwestern, weil Gott unser Vater ist.
Und so können die Schrebergartenbesitzer ruhig aufeinander zugehen, und einander besuchen, miteinander feiern, denn sie sind eingedenk der Tatsache eines gemeinsamen Gottes und einer Geschwisterlichkeit unter allen Menschen.
Ich finde also nichts Anstößiges daran, mit den Augen der Wirtschaftstheorie über unsere Gottesbeziehung nachzudenken, oder mit evangelischen Augen über die Theorie des elektrischen Feldes oder mit katholischen Augen über die Führung meines Privathaushalts, oder mit den Augen eines Priesters über das Sexualleben von Paaren, oder mit den Augen eines Technikers über die Wirtschaftstheorie oder mit den Augen eines Business Administrators über die Aufgaben einer Reinigungskraft, usw. usw. usw.
Letzten Endes muss das alles IRGENDWIE zusammenpassen.
Eines aber kann keiner von uns. Wir können die Welt NICHT mit Gottes Augen betrachten.
JEDER, der behauptet, er wisse Gottes Willen, ist ein Scharlatan und Sektierer, den man „mit dem nassen Fetzen aus der Stadt jagen soll“.
Meint
Euer Christoph
Dieser Text wirft dann doch einige Fragen auf. Zum Beispiel: Wenn jemand die 10 Gebote für wahrhaftig hält und von Gott gegeben, dann hält er die 10 Gebote ja auch für den Willen Gottes. Er glaubt also, den Willen Gottes zu kennen.
Soll man also jeden gläubigen Christen und jeden gläubigen Juden „mit dem nassen Fetzen aus der Stadt jagen“?
Und auch jeden gläubigen Moslem? Die haben nämlich auch so was wie Gebote?
Das wäre dann doch ein ziemlich intoleranter Ansatz, aber freilich, einigen militanten Atheisten würde er gefallen.
Oder meinst du, dass man zwar an etwas glauben darf, es aber ja nicht zu ernst nehmen sollen, damit man den Nachbarn nicht verärgert?
Sorry, aber jedem alles recht zu machen, hat noch nie funktioniert.
Oder meinst du, dass man mit den 10 Geboten den Willen Gottes in Detailfragen eh nicht kennt? Das ist sicher richtig, nur stellt sich dann die Frage, ob welchem „Prozentsatz“ der Kenntnis des Willens Gottes ein Mensch als Sektierer einzustufen ist.
Ist es in deiner „Stadt“ noch erlaubt, an die heilige Wandlung zu glauben und also an den Willen Gottes, sich uns in Brot zu verschenken?
Oder gelten erst die großen Heiligen als Sektierer, die selber religiöse Bücher geschrieben haben?
Oder meinst du, man solle nur jene (das wäre dann die menschenfreundlichste Interpretation), dass man nur jene „mit dem nassen Fetzen aus der Stadt jagen“ soll, die in allem und jeden Gottes Willen zu wissen glauben?
Nur habe ich einen solchen Menschen noch nie kennen gelernt. Und WENN ich einen solchen kennen würde, so wäre er ein armer Irrer.
Und arrme Irre soll man erst recht nicht „mit dem nassen Fetzen aus der Stadt jagen“, sondern die gehören in Therapie und haben unser Mitleid verdient.
LG KNI
Es bleibt – nach deiner Forderung „mit dem nassen Fetzen aus der Stadt jagen“ also für einen gläubigen Menschen nur ein Satz wie: „Ich halte zwar die 10 Gebote für von Gott gegeben, aber ich weiß nicht, ob sie tatsächlich Gottes Wille sind.“
Ein solcher Satz ist aber ein innerer Widerspruch, und das Leben eines solchen Widerspruches wird zu viel Unglück und Leid führen, wie es ja auch die falsche Toleranz-Ideologie tut. Ich – und kein gesunder Mensch – kann eben NICHT daran glauben, dass 2+2 gleich 4 UND ZUGLEICH gleich 5 ist.
So etwas kann man nur dann glauben, wenn man seine Persönlichkeit spaltet. Eben das passiert in der Toleranz- Ideologie (die ich übrigens, pack schon mal deinen Fetzen aus, NICHT für Gottes Willen halte!), sie erzeugt lauter schizoide Geisteskrüppel.
LG KNI
Lieber KNI,
Du wirst sehen, Deine Zweifel lösen sich in Luft auf, sobald ich detaillierter erklärt habe, wie ich diesen Satz gemeint habe.
Ich hatte also geschrieben: […]JEDER, der behauptet, er wisse Gottes Willen, ist ein Scharlatan und Sektierer, den man „mit dem nassen Fetzen aus der Stadt jagen soll“.[…]
Du hast dann gemeint, dieser Satz beziehe sich auf gläubige Menschen, denn […]dann hält er die 10 Gebote ja auch für den Willen Gottes. Er glaubt also, den Willen Gottes zu kennen[…].
Nun, Du selber bist meistens einer, der Formulierungen exakt analysiert, aber hier muss ich Dir den Vorwurf machen, dass die Emotionen mit Dir durchgegangen sind, denn ich werfe niemandem vor, etwas für den Willen Gottes zu halten, an den Willen Gottes zu GLAUBEN, sondern die Perfidie besteht darin, zu BEHAUPTEN, den Willen Gottes zu WISSEN, und in weiterer Folge den EIGENEN Willen als „Wille Gottes“ darzustellen und damit andere Menschen unter Druck zu setzen.
Das wird typischerweise in Sekten so gemacht.
Natürlich sind die zehn Gebote eine INTERPRETATION des Willens Gottes, aus der Sicht des Mose.
Diese INTERPRETATION ist vom Lehramt der Kirche für Katholiken autorisiert worden und deshalb DÜRFEN wir daran glauben, dass sie Gottes Willen entsprechen, mit allen Unschärfen, die menschlichen Texten innewohnen.
Damit sind auch die weiteren Abstufungen entkräftet, die Du anführst,:
[…]Oder meinst du, dass man zwar an etwas glauben darf, es aber ja nicht zu ernst nehmen sollen, damit man den Nachbarn nicht verärgert?[..]
Natürlich darf man das, woran man glaubt, ernst nehmen, sogar todernst. Aber man darf niemand anderen zwingen, auch daran zu glauben, indem man es als WISSEN ausgibt.
[…]Ich halte zwar die 10 Gebote für von Gott gegeben, aber ich weiß nicht, ob sie tatsächlich Gottes Wille sind.“[…]
Das ist ein Widerspruch, den tatsächlich jeder Gläubige zu ertragen hat. Denn tatsächlich gilt: Glauben heißt nix wissen.
Zum Schluß möchte ich auf den Begriff Schrebergartenbesitzer eingehen (as opposed to Schrebergartenbewohner).
Da möchte ich aber einen ganzen Beitrag dazu schreiben.
Lg
Yeti
Lieber Yeti,
offensichtlich hast du meine Kommentare nicht vollständig gelesen, denn zu: „[…]Ich halte zwar die 10 Gebote für von Gott gegeben, aber ich weiß nicht, ob sie tatsächlich Gottes Wille sind.“[…] habe ICH ja bereits geschrieben, dass es sich um einen Widerspruch handelt, der sich aber leider aus DEINEN Ausführungen ergibt.
LG KNI
„Glaube heisst nix wissen“ kommt aber jetzt wirklich aus der atheistischen Mottenkiste – siehe „Instrumentalisierung“ – es geht dir anscheinend wirklich nicht darum….
Du schreibst: „Nun werden die ganzen Schrebergartenbesitzer natürlich aufschreien und sagen: UNSER GOTT / MEIN GOTT ist der einzig reale, und nur ganz wenige werden sagen: der reale Gott ist natürlich der GOTT ALLER MENSCHEN. Und: wir sind alle Brüder und Schwestern, weil Gott unser Vater ist.“
Abgesehen davon, dass ich die Metapher des „Schrebergartenbesitzers“ für Menschen, die an einen bestimmten Gott glauben, ziemlich herabwürdigend halte, stimmt es auch nicht, dass “ und nur ganz wenige werden sagen: der reale Gott ist natürlich der GOTT ALLER MENSCHEN.“ Das sagen eher die meisten.
Die Frage ist doch eher die, welche Eigenschaften ich einem „realen“ Gott zuschreibe, und ob ich diese Eigenschaften von Gott trennen kann. Wenn also jemand an Gott glaubt, der sich wie ein zorniger Pubertärer aufführt, ist es dann „derselbe“ Gott wie ein liebender, geduldiger Vater?
Das Problem ist ja, dass das Wort „real“ im Zusammenhang mit dem Gottesbegriff schlicht nicht definierbar ist.
Wir erkennen nur bruchstückhaft, schreibt der heilige Paulus. Und die Wesenheit Gottes, Gott an sich also, hat noch niemand gesehen. Also bleibt uns nichts anderes übrig, als Gott anhand seiner Eigenschaften in uns aufzunehmen. Das ist die eigentliche Herausforderung.
Darum ist ja auch Christus der Stein des Anstoßes, denn in Ihm sind alle heiligen Eigenschaften des Vaters versammelt, und doch ist Er „nur“ ein Mensch. Er ist zugleich aber real, und auch wahrhaftiger Gott aufgrund seiner Eigenschaften. Denn hätte Christus gesündigt, wäre Er nicht heilig gewesen, so wäre Er auch nicht Sohn Gottes
Ja, es ist kein Wunder, dass Christus gehasst wird, denke ich mir, denn die ganzen Pseudotoleranten können mit einem Gott mit Eigenschaften nichts anfangen. Da ist es einfacher, sich ein imaginäres Wesen zu schaffen, das man sich nach Belieben glatt bügeln kann.
Wir sehen also, es gibt keine einfache Lösung, dem muss man sich stellen.
LG KNI
Lieber KNI.
Wahrscheinlich werde ich erst am Wochenende Zeit haben, auf Deine Kommentare ausführlich zu antworten.
Soviel für heute: ich habe einmal wieder einige „Wuchteln“ von mir gegeben – was der Kürze und der Würze dienen soll.
Nun ist es daran, die detaillierteren Argumente Stück für Stück ans Licht zu holen.
Alles Gute
Zweitens: Dass die 10 Gebote eine „Interpretation“ des Mose seien, ist nicht katholisch. Es steht dir natürlich frei, eine neue Religion zu gründen, aber mit dem Lehramt hat das nichts zu tun.
LG KNI
Drittens: Du schreibst, die Emotionen seien mit mir durchgegangen. Das falsch, vielmehr sind die Emotionen mit dir durchgegangen. Ich habe bloß Fragen gestellt, wie deine widersprüchlichen Thesen zu interpretieren seien.
Was ich nun bedenklich finde, dass du mir solche Emotionen unterstellen willst. Umgangssprachlich nennt man das „triggern“. Du hältst also meinen Glauben für einen emotionalen Schwachpunkt, weil ich ihn nämlich ernst nehme, und versuchst, mir etwas zu unterstellen, was nicht ist, um mich an meinem scheinbaren Schwachpunkt zu „treffen“.
Leider muss ich dir sagen, dass das bereits eine Instrumentalisierung – nämlich meines – Glaubens darstellt, wie ich sie schon länger vermutet habe. Also nicht nur meines Glaubens, sondern des Glaubens allgemein. Solche Tricks kenne ich zwar von zynischen Atheisten, von dir war ich so was aber bislang nicht gewohnt.
Keine Sorge, es „trifft“ mich nicht, dazu kenne ich diesen Trick schon zu gut! 😉
LG KNI
Viertens: Der theologische „Kern“ deines Kommentars scheint zu sein:
„…..denn ich werfe niemandem vor, etwas für den Willen Gottes zu halten, an den Willen Gottes zu GLAUBEN, sondern die Perfidie besteht darin, zu BEHAUPTEN, den Willen Gottes zu WISSEN, und in weiterer Folge den EIGENEN Willen als „Wille Gottes“ darzustellen und damit andere Menschen unter Druck zu setzen.“
Der Unterschied zwischen „Glauben“ und „Wissen“ ist hier ein reines Schattengefecht. Was heisst denn „Glaube“? Heisst das, dass man einen Unsicherheits-Rest hat, den man zwanghaft beibehalten soll?
Eben nicht. Paulus, Pater Pio, die heilige Theresa von Avilla WISSEN um unsere Erlösung. Und auch ich kleiner Mensch weiß schon so manche Dinge, die über die Logik hinaus gehen.
Ja, die ganzen Verwirrer wollen uns einreden, dass Glaube etwas relatives sei. Sie wollen den Menschen mehrere Wahrheiten zugleich aufzwingen, nach dem Motto „2+2 = 5 ist eh auch wahr.“ Alles weitere zum Thema schizoide Toleranz: Siehe Kommentare oben.
Der Unterschied zwischen Glauben und Wissen liegt NICHT in dieser zwanghaft aufgepfropften Unsicherheit (für die uns auch jeder Moslem oder Hindu auslacht), sondern darin, dass Glaube eine Erfahrungstatsache ist, Wissen hingegen eine Beweistatsache. Das heisst aber nicht, dass man im Glauben unsicher zu bleiben hat, SONDERN, dass man sich klar sein muss, dass man den Glauben nicht durch (logisches) Wissen vermitteln kann.
Also müsste man nach deiner Diktion die großen Heiligen nach wie vor „mit nassen Fetzen aus der Stadt jagen“, und ich bin mit dieser Aussage nach wie vor nicht einverstanden.
LG KNI
In einem Punkt gebe ich dir aber recht: Wenn du schreibst: „und in weiterer Folge den EIGENEN Willen als „Wille Gottes“ darzustellen und damit andere Menschen unter Druck zu setzen.“
Genau, man darf dein eigenen Willen nicht mit jenem Gottes verwechseln. Aber ganz ehrlich: Sprichst du da nicht hauptsächlich Dich selbst an?
Wenn du schreibst: „Ich finde also nichts Anstößiges daran, mit den Augen der Wirtschaftstheorie über unsere Gottesbeziehung nachzudenken“
finde ich das sehr wohl anstößig zumindest dann, wenn man Gott und den Glauben für die Wirtschaftstheorien instrumentalisiert. Letzteres tust du aber offensichtlich, wie ich in Post „Drittens“ beschrieben habe.
Ich werfe dir nicht vor, dass du das immer und absichtlich tust, wohl aber, dass du es oft und aufgrund großer Unschärfen und Vermischungen tust, die eigentlich ent-mischt gehören. Ich denke da an das Paulus- Wort: „Unterscheidung der Geister“.
Es geht doch darum, dass du dir selbst die Absolution erteilen wolltest: Weil man ja den Willen Gottes nicht kenne, dürftest du weiter fest Wirtschaftstheorien mit Glauben vermanschen. Also Jesus höchstpersönlich soll dir bestätigen, dass das Weltvermögen gefälligst in deinen Verein fließen soll.
Fun fact: Babler ist nicht Jesus, lol! Unterschied Christen – Sozis: Die Sozis beneiden die Reichen, Christus bedauert sie.
Du solltest also überlegen, dein Haus an Afghanen zu verschenken, lol!
LG KNI
Das sind jetzt doch einige „Schnellschussargumente“, auf die ich in Ruhe antworten möchte, wenn ich an einem der nächsten Wochenenden Zeit dazu finde.
Lg,
Christoph
Lieber KNI,
Ich kann nicht und ich werde nicht auf alle Spitzen antworten, die Du hier auf mich gerichtet hast.
Trotzdem möchte ich zwei Themenkomplexe näher erörtern, weil sich für diese ein öffentlicher Diskurs lohnt.
1) Glauben heißt nix wissen
Kann man den Willen Gottes erkennen?
Du schreibst: […]Es bleibt – nach deiner Forderung „mit dem nassen Fetzen aus der Stadt jagen“ also für einen gläubigen Menschen nur ein Satz wie: „Ich halte zwar die 10 Gebote für von Gott gegeben, aber ich weiß nicht, ob sie tatsächlich Gottes Wille sind.“[…]
Nun. Das stimmt tatsächlich, es ist aber kein Widerspruch, wenn ich gleich erläutern werde, was ich mit den Begriffen „Wissen“ und „Glauben“ meine.
Wenn ich etwas „weiß“, dann heißt das nicht, daß diese Erkenntnis „sicherer“ ist als wenn ich etwas „glaube“.
Das ist ein landläufiges Mißverständnis, dessen Kenntnis ich vorausgesetzt hatte. Ich hatte dieses Mißverständnis nicht erwähnt, und bin Dir dankbar, dass Du es aufs Tapet bringst.
Tatsächlich habe ich „gewußt“, dass unser Sonnensystem neun Planeten hat. „M“ein „V“ater „e“rklärt „m“ir „j“eden „S“amstag „u“sere „n“eun „P“laneten für „M“erkur, „V“enus, „E“rde, „M“ars, „J“upiter, „S“aturn, „U“ranus, „N“eptun, „P“luto. Das war ein Teil unseres „Wissensschatzes“ aus der Schule, den niemand auch nur im geringsten angezweifelt hätte.
Und was ist?
Schnecken!
Pluto ist kein Planet mehr.
Hat sich Pluto geändert?
Mitnichten!
Die Wissenschaft hat sich geirrt.
Andererseits gibt es in der lateinischen Sprache mindestens zwei Wörter, die „glauben“ bedeuten, nämlich „puto“ (dafürhalten, meinen, glauben) und „credo“.
„Credo“ kommt von „cor dare“ (das Herz schenken) und ist ein ganz sicherer Glaube.
So sicher, dass dieses Wort sogar in der Finanzwirtschaft vorkommt: Kredit = creditum ist „das, was Dir geglaubt wird“ [dass Du es zurückzahlen kannst].
Oder kurz gesagt: man kann sich sicher sein, Gottes Willen zu kennen, auch wenn man ihn nicht tatsächlich „weiss“, sondern „nur“ daran glaubt.
2) Ist die Schrift (und die 10 Gebote) nur eine Interpretation des Autors?
Ich erinnere mich an den Merksatz aus dem Religionsunterricht: „Inspiration ist der Einfluss der Hl Geistes auf den Autor, sodass dieser den Willen Gottes formulieren kann, ohne seine Freiheit zu verlieren“.
Auch hier ist wieder das „NUR“ unser Problem. Wenn ich sage: Die zehn Gebote sind NUR eine Interpretation, bin ich nicht mehr katholisch, aber solange ich sage sie SIND eine Interpretation, bin ich auf der sicheren Seite.
Wir können ja auch Gott hauptsächlich über seine Eigenschaften erkennen, die in seinem Sohn sichtbar werden – da gebe ich Dir recht, aber EIGENTLICH wissen wir nichts über seine Eigenschaften, wir glauben sie. Ich glaube ein Österreichischer Künstler hat das mal so schön gesagt: „Gott ist die Istigkeit“.
Freue mich auf weitere Kommentare, auch wenn ich sicher erst nächstes Wochenende zu einer Antwort komme.
Lg,
Yeti