Das Echo der Seele

Januar 10, 2014

„Gott ist immer in uns, aber wir sind meistens nicht zu Hause“, hat ein weiser Mann einmal gesagt.

Und ist es nicht wirklich angebracht, zumindest hin und wieder „in sich zu gehen“ und ein wenig der eigenen Seele zuzuhören, damit wir nicht ganz und gar „abheben“, „verlorengehen in der alltäglichen Wirklichkeit“?

Ist nicht unsere Seele, und Gott, der dort wohnt, viel „wirklicher“, als das, was wir normalerweise als „das Reale“ betrachten, also die „Realitäten“, die wir mit uns herumschleppen jeden Tag und jede Nacht?

Was passiert nun mit jemandem, der total „abhebt“ und seine eigene Seele ignoriert?

Letzten Endes wird er vom „Echo der Seele“ eingeholt werden, das ihm aus allen seinen „Realitäten“ entgegenschlägt, er wird „Stimmen hören“, „Zeichen sehen“, und „sich verfolgt fühlen“.

Und das sollte er auch, denn Gott sucht ihn mit aller Liebe und wartet auf die Umkehr, um ihn mit weit ausgebreiteten Armen zuhause zu empfangen.

Meint
Euer Christoph


Der Glauben? Der Glauben!

Dezember 14, 2013

Jetzt habe ich mir vorgenommen, in die Wertediskussion einzusteigen, und zuerst bin ich einmal über die drei sogenannten göttlichen Tugenden gestolpert:

  1. Glaube
  2. Hoffnung
  3. Liebe

wobei uns überliefert ist, dass die Liebe die größte unter den dreien sei (siehe auch Ja ja, die Liebe).

Mit der Hoffnung haben wir uns auch schon beschäftigt (Die Hoffnung? Die Hoffnung!).

Jetzt fehlt es uns also noch am Glauben 🙂

Und ich muss mich spontan an einen Traum erinnern, den ich öfters habe: ich kann fliegen – und das ist sehr schön -, jedoch in dem Moment, wo ich bewußt entdecke „Hoppla, ich kann ja fliegen“, und wenn ich dann bewußt versuche, weiterzufliegen – willentlich sozusagen – dann sacke ich ab, solange, bis ich am Boden stehe und ich kann nicht mehr weiterfliegen.

Das erinnert mich an eine beliebte Sequenz aus Predigten aus der Kirche: „Wenn Euer Glaube auch nur so groß wäre wie ein Senfkorn, dann würdet Ihr zu diesem Berg sagen:“Hebe Dich hinweg“ und der Berg würde sich hinwegheben“.

Und warum können wir dann keine Berge versetzen? Natürlich weil unser Glaube zu klein ist.

Scheisse, wieder selber schuld.

Mein Glaube ist zu klein, also bin ich selber es, der es verhindert, dass ich Berge versetzen könnte.

Genialer Schachzug der Oberen, um Dir ein schlechtes Gewissen zu machen und Dich kleinzukriegen 😉

Aber wie ist es denn wirklich mit dem Glauben?

Der Glauben ist eine Gnade, also ein unverdientes Geschenk von oben, der Glauben ist nicht machbar.

Gerade in einer Zeit, in der wir dem Glauben an die Machbarkeit huldigen, wo wir immer noch glauben, wir könnten bewußt die Lebensdauer der Menschheit verlängern, indem wir einen Gesinnungswandel herbeiführen, der zu einer nachhaltigen Lebensweise führt, ist es notwenig zu sagen:

Wie oft bist Du Dir bewußt, dass schon allein das aufrechte Gehen ein riskantes Unterfangen ist, eigentlich ein kontrolliertes Stolpern in die Richtung zum Ziel, wie oft erinnerst Du Dich daran, dass das Leben eben lebensgefährlich ist?

Ist Dir klar, dass es ein unverdientes Geschenk ist, wenn Du trotz alledem immer noch an ein Happy End glauben kannst?

Darum wollen wir beten. Nicht um das Happy End an sich (denn das ist unausweichlich), sondern darum, dass wir an ein Happy End glauben können.

Meint
Euer Christoph

Siehe auch:
Die Zukunft? Die Zukunft!
Die Werte? Die Werte!


Gott ist immer in uns, nur wir sind selten zu Hause.

Oktober 4, 2013

Dieses Zitat von Meister Eckhart verleitet dazu, ein wenig innezuhalten und über unseren „Weg nach Hause“ nachzudenken.

Denn ist das Leben nicht ein „Weg nach Hause“ und dem genannten Zitat entsprechend also ein „Weg nach innen“?

Tun wir alle unseren äußeren Werke – die Leistungen in Beruf, Familie und Freizeit – nicht immer nur deswegen, um uns „innen drinnen“ glücklicher zu fühlen?

Beginnt das Leben nicht damit, dass wir äußerlich versuchen unseren Eltern zu gefallen? (da wir von ihnen abhängig sind)

Nimmt es nicht seinen Fortgang, indem wir uns von den Eltern loslösen?

Meistens versuchen wir dann, jemand anderem zu gefallen: einem Partner (im Privatleben), einem Kunden (im Berufsleben) oder den Menschen, die einen dann im Alter erhalten (im Pensionsleben).

All dies sind Abhängigkeiten.

Aber müssen wir uns von allen diesen Egoismen nicht loslösen und letzten Endes zu dem Punkt kommen, wo wir uns selber gefallen und wo wir in aller letzter Konsequenz „ganz innen drinnen“ Gott gefallen?

Da will man immer für wichtig genommen werden, tut dies und jenes, um „das Universum zu retten“ und „geliebt zu werden“ und man kommt letzten Endes darauf:

Der Einzige, für den Du wirklich wichtig bist, ist der liebe Gott. Denn für Gott bist Du unersetzlich. In Christo bist Du sein geliebter Sohn bzw. seine geliebte Tochter.

Und für Gott musst Du nicht das Universum retten, das hat er schon selber getan 🙂

Meint
Euer Christoph


Absichtslose Neugier

September 13, 2013

„Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen“.

Dieser Satz wird Jesus nachgesagt, und er ist wohl eine der zentralen Botschaften des Christentums.

Aber was ist damit gemeint?

Der Satz hat sicher viele Interpretationsmöglichkeiten, ich möchte mich heute mit dem Thema der kindlichen Neugier, der absichtslosen Neugier beschäftigen.

Könntest Du Deinem Kind eine Antwort verweigern, wenn es ohne Hintergedanken, einfach nur aus der puren Lust am Leben, Dir eine Frage stellt?

Wenn es zum Beispiel wissen möchte, warum der Himmel blau ist.

Oder die Wiese grün.

Oder ob es immer schon Flugzeuge gegeben hat.

Und wirst Du Dich nicht bemühen, eine adäquate Antwort zu geben, die für das Kind passt?

Und so ist es auch mit dem lieben Gott. Niemals könnte er uns eine Antwort verweigern, wenn wir nur ehrlich fragen.

Meint
Euer Christoph


Keine Teilzeitchristen

August 2, 2013

Am Weltjugendtag hat Papst Franziskus die jungen angefeuert, weiterzumachen und die Welt zu verbessern.

Sie sollen keine „Teilzeitchristen“ sein, die trennen zwischen Religion und Leben, sondern wir sollen Menschen sein, die ihre Religion „ins Leben mitnehmen“. (das sind jetzt keine Zitate im eigentlichen Sinn, aber ich denke, so kann man seine Aussagen interpretieren).

Gehen wir einmal in uns und denken wir nach: „Was ist die erste Eigenschaft, die Dir zu Dir selbst einfällt?“

„Ich bin ein……“ und was legt Dir Dein Gewissen hier auf die Zunge?

„…ein Wiener“
„…ein Mensch“
„…ein Kind Gottes“
„…usw.“

Und das sagt doch schon sehr viel über mich aus, was mir da sofort einfällt. Und in welcher Reihenfolge.

Meint
Euer Christoph


Für jetzt aber bleiben uns Glaube, Hoffnung, Liebe…

Juni 9, 2013

Nicht nur das alte Testament hat das sogenannte Hohelied, auch im neuen Testament gibt es ein Hohelied der Liebe.

Man möchte es nicht glauben, aber es stammt von Paulus und ist bei 1 Kor 13, also im 13. Kapitel des ersten Briefes an die Korinther zu finden.

Ich möchte mich jetzt nicht in Bibelexegese üben, sondern ein paar andere Zitate zum Thema „Glaube, Hoffnung, Liebe“ zum besten geben, ohne allzuviele eigene Worte zu machen.

„Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft“ (Marie von Ebner-Eschenbach)

„Man darf das Schiff nicht an einen einzigen Anker und das Leben nicht an eine einzige Hoffnung binden“ (Epiktet)

„Die größte Stärke des Menschen ist seine Hoffnung“ (Weisheit aus Deutschland)

„Nichts kann einen Menschen mehr stärken als das Vertrauen, das man ihm entgegenbringt“ (Adolf von Harnack)

Lg
Christoph


Harmonie und Chaos

Mai 26, 2013

Wenn ich bedenke, dass die wichtigsten Periodendauern, die für uns Menschen existieren, nämlich

  • Umlauf der Erde um die Sonne
  • Umlauf des Mondes um die Erde
  • Rotation der Erde

also aus unserer Sicht

  • Jahr
  • Monat
  • Tag

eben nicht in einem ganzzahligen Verhältnis zueinander stehen, und wenn ich bedenke, welch atemberaubende Kopfstände die Kalendermacher aller Zeiten vollbringen mußten, um hier ein wenig Sytem in das Wirrwarr zu bringen,

dann frage ich mich wirklich, wo sie sein soll, diese viel besungene Harmonie des Weltalls.

…aus der manche Menschen die Existenz eines Gottes ableiten wollen (siehe zum Beispiel payoli als Kommentator zu diesem Blog: https://letztersein.wordpress.com/2013/05/12/gott-ist-die-liebe-und-die-angst-ist-der-teufel/).

Nein, wenn es einen Beweis für Gott gibt, dann liegt er einzig und allein im Menschen selber.

Meint
Euer Christoph


Gott ist die Liebe und die Angst ist der Teufel…

Mai 12, 2013

Im Film „Contact“ (1997) nimmt eine außerirdische Zivilisation Kontakt mit den Menschen auf. Es ist eine einzige Person, die dazu ausersehen wird, mit ihnen zu sprechen.

Die außerirdische Person äußert unter anderem folgenden Satz (leider habe ich das deutschsprachige Zitat nicht gefunden): […]„You’re an interesting species. An interesting mix. You’re capable of such beautiful dreams, and such horrible nightmares. You feel so lost, so cut off, so alone, only you’re not. See, in all our searching, the only thing we’ve found that makes the emptiness bearable, is each other.[…]

Was ist, wenn Religion also tatsächlich nichts anderes ist, als eine Strategie, die wir selbst entwickelt haben, um mit den überbordenden Phantasien unseres Großhirnes einfach nur irgendwie zu Rande zu kommen, und dabei ein menschenwürdiges soziales Leben zu führen?

„Gott ist die Liebe“ ist ein Zitat aus der Bibel, welches eher verschämt im Johannesbrief nur am Rande erwähnt wird.

Aber eigentlich ist es die zentrale Botschaft des Christentums.

Ist also Gott nur eine allegorische Figur, um die Phänomene der Liebe zu beschreiben?

Und der Teufel eine allegorische Figur, um die katastrophalen Auswirkungen der Angst und der Ängste?

Oder gibt es den „realen“ Schöpfergott „real“? Also „wirklich“? Was ist Wirklichkeit? Was ist Phantasie?

Wie man mit diesen Fragen umgeht, das ist tatsächlich Glaubenssache, und es läßt sich nicht naturwissenschaftlich „beweisen“, ob jetzt einer „recht“ hat oder der andere.

Meint
Euer Christoph


Bleibe bei uns, wenn es Abend wird……

April 15, 2013

Diesmal haben wir eine ziemlich schwierige Stelle des Vater Unser auf unserer TO DO – Liste.

Es ist dies die Stelle:

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Kann Gott, der doch will, dass wir Gutes tun, uns wirklich in Versuchung führen?

Würde der liebe Vater, den wir in der ersten Zeile des Vater Unser ansprechen, es übers Herz bringen, seine geliebten Kinder in Versuchung zu führen und sie dadurch zum Bösen zu verleiten?

Vielfach ist versucht worden, das damit zu erklären, dass Gott uns prüfen möchte, dass er durch solche Prüfung unser Herz auf die Probe stellt, bevor er sich ganz für uns entscheidet.

Aber solche Erklärungen sind nicht befriedigend, insbesondere, da wir ja glauben, dass Gott ohnehin in unser Herz schauen kann und eh weiss, wie wir ticken.

Wann wird denn der Mensch besonders stark in Versuchung geführt?

Es ist dies immer dann der Fall, wenn er in besonders lieblosen Verhältnissen oder in besonders lieblosen Zeiten lebt.

Es ist eine Binsenweisheit, dass Kinder am ehesten dann in Gefahr sind, auf die schiefe Bahn zu geraten, wenn die Eltern keine Liebe für sie übrig haben.

Oder dass die Menschen dann die schlimmsten Verbrechen begehen, wenn der Geist des Stärkeren weht (z.B. im dritten Reich war es ja verbriefte Philosophie, dass der Herrenmensch den Untermenschen vernichten darf – mit gutem Gewissen).

Wir stoßen also auf die Lieblosigkeit der Verhältnisse als die primäre Ursache, die die Menschen in Versuchung führt, Schlechtes zu tun.

Und weil wir ja wissen, dass Gott die Liebe ist, heißt diese Stelle im Vater Unser nicht mehr und nicht weniger als:

Lass uns nicht alleine.

Also, was bleibt uns zu tun? Gott (die Liebe) nicht durch unsere Lieblosigkeit aus der Welt zu vertreiben.

Meint
Euer Christoph


Laßt die Mauern einstürzen!

April 9, 2013

Der folgende Satz aus dem Vater unser hängt eigentlich eng mit dem Satz zusammen, den wir beim letzten Mal meditiert haben (Unser tägliches Brot gib‘ uns heute):

Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Denn so wie man die Bitte um das tägliche Brot auch als eine Bitte um das Nicht-Fallen-Gelassen-Werden auffassen kann, so kann man die Bitte um Schuldvergebung auch so interpretieren, dass alles Trennende, alles, was uns voreinander fliehen läßt, möglichst vernichtet werden soll.

Wenn wir also einander eingestehen, dass wir fehlerhaft sind, dass wir immer wieder weitergehen müssen auf diesem Weg der Selbstheiligung und Weltheiligung, dass wir noch nicht am Ziel angelangt sind, dann wird auch ein immer größeres Vertrauen wachsen.

Ein Vertrauen von Dir zu mir, von uns zueinander und ein Vertrauen Gott gegenüber, der uns sicher nicht fallen läßt.

Meint
Euer Christoph