Bleibe bei uns, wenn es Abend wird……

Diesmal haben wir eine ziemlich schwierige Stelle des Vater Unser auf unserer TO DO – Liste.

Es ist dies die Stelle:

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Kann Gott, der doch will, dass wir Gutes tun, uns wirklich in Versuchung führen?

Würde der liebe Vater, den wir in der ersten Zeile des Vater Unser ansprechen, es übers Herz bringen, seine geliebten Kinder in Versuchung zu führen und sie dadurch zum Bösen zu verleiten?

Vielfach ist versucht worden, das damit zu erklären, dass Gott uns prüfen möchte, dass er durch solche Prüfung unser Herz auf die Probe stellt, bevor er sich ganz für uns entscheidet.

Aber solche Erklärungen sind nicht befriedigend, insbesondere, da wir ja glauben, dass Gott ohnehin in unser Herz schauen kann und eh weiss, wie wir ticken.

Wann wird denn der Mensch besonders stark in Versuchung geführt?

Es ist dies immer dann der Fall, wenn er in besonders lieblosen Verhältnissen oder in besonders lieblosen Zeiten lebt.

Es ist eine Binsenweisheit, dass Kinder am ehesten dann in Gefahr sind, auf die schiefe Bahn zu geraten, wenn die Eltern keine Liebe für sie übrig haben.

Oder dass die Menschen dann die schlimmsten Verbrechen begehen, wenn der Geist des Stärkeren weht (z.B. im dritten Reich war es ja verbriefte Philosophie, dass der Herrenmensch den Untermenschen vernichten darf – mit gutem Gewissen).

Wir stoßen also auf die Lieblosigkeit der Verhältnisse als die primäre Ursache, die die Menschen in Versuchung führt, Schlechtes zu tun.

Und weil wir ja wissen, dass Gott die Liebe ist, heißt diese Stelle im Vater Unser nicht mehr und nicht weniger als:

Lass uns nicht alleine.

Also, was bleibt uns zu tun? Gott (die Liebe) nicht durch unsere Lieblosigkeit aus der Welt zu vertreiben.

Meint
Euer Christoph

3 Responses to Bleibe bei uns, wenn es Abend wird……

  1. Yeti sagt:

    Nik schreibt wieder!!

    Und zwar auf diesem Beitrag (der schon ein wenig älter ist, deswegen hier ein Link):

    https://letztersein.wordpress.com/2013/02/14/top-down-bottom-up/

    Lg,
    Christoph

  2. Kardinal Novize Igor sagt:

    „Lass uns nicht allein“- das ist schön!

    Aber da gehört noch was dazu, glaube ich: Angeblich kann man das „Führe uns nicht in Versuchung“ auch mit „Führe uns nicht an unsere Grenzen“ übersetzen.

    Das ist ein neuer Aspekt: Dass wir den Herrn darum bitten, uns nicht zu überforden! Vielleicht auch, dass wir uns nicht überschätzen. Denn ist es nicht unser Stolz, der uns uns selbst überschätzen lässt?

    Dass wir Dinge tun wollen, die in der Hand Gottes liegen, und nur dort liegen, und auch dort bleiben sollen?

    Dass wir uns übernehmen, weil wir an die Stelle Gottes treten wollen? Insofern wäre es auch eine Bitte um Gelassenheit – und um den Frieden.

    LG KNI

  3. Yeti sagt:

    Zitat: Dass wir Dinge tun wollen, die in der Hand Gottes liegen

    Hier sind wir eigentlich wieder ein bisschen bei dem Thema, das wir unlängst auf Deinem Blog diskutiert haben.

    Ist es nicht eine Versuchung, „die Welt zu retten“? Erliegen wir nicht manchmal dem „Weltverbesserungswahn“? Denn eigentlich ist es Gottes Sache, „uns vom Bösen zu erlösen“.

    Ob und wann wir vom Teufel befreit werden, bzw. ob und wann dieser bekehrt wird, das sind eben Dinge, die uns nichts angehen.

    Nicht einmal die eigene Erlösung haben wir „im Griff“. Da kann man jahrelang zum Psychotherapeuten gehen, aber wann dann dieser „Moment der Vernunft“, „diese intellektuelle Niederkunft“ endlich eintritt, nein, das haben wir nicht im Griff.

    Und eigentlich können wir nur beständig und hoffnungsvoll immer wieder den Acker bearbeiten. Ob dann eine Ernte herausspringt, das werden wir selbst nicht mehr erleben.

    Meint
    Euer Christoph

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