Gott ist die Liebe und die Angst ist der Teufel…

Mai 12, 2013

Im Film „Contact“ (1997) nimmt eine außerirdische Zivilisation Kontakt mit den Menschen auf. Es ist eine einzige Person, die dazu ausersehen wird, mit ihnen zu sprechen.

Die außerirdische Person äußert unter anderem folgenden Satz (leider habe ich das deutschsprachige Zitat nicht gefunden): […]„You’re an interesting species. An interesting mix. You’re capable of such beautiful dreams, and such horrible nightmares. You feel so lost, so cut off, so alone, only you’re not. See, in all our searching, the only thing we’ve found that makes the emptiness bearable, is each other.[…]

Was ist, wenn Religion also tatsächlich nichts anderes ist, als eine Strategie, die wir selbst entwickelt haben, um mit den überbordenden Phantasien unseres Großhirnes einfach nur irgendwie zu Rande zu kommen, und dabei ein menschenwürdiges soziales Leben zu führen?

„Gott ist die Liebe“ ist ein Zitat aus der Bibel, welches eher verschämt im Johannesbrief nur am Rande erwähnt wird.

Aber eigentlich ist es die zentrale Botschaft des Christentums.

Ist also Gott nur eine allegorische Figur, um die Phänomene der Liebe zu beschreiben?

Und der Teufel eine allegorische Figur, um die katastrophalen Auswirkungen der Angst und der Ängste?

Oder gibt es den „realen“ Schöpfergott „real“? Also „wirklich“? Was ist Wirklichkeit? Was ist Phantasie?

Wie man mit diesen Fragen umgeht, das ist tatsächlich Glaubenssache, und es läßt sich nicht naturwissenschaftlich „beweisen“, ob jetzt einer „recht“ hat oder der andere.

Meint
Euer Christoph


Phantasievoller Ostereier-Wettbewerb zum „Dritten Kind“

Mai 10, 2013

OK, das muß ich jetzt erklären.

Also, „Das dritte Kind“ ist eine kleine Erzählung (bzw. eine Trilogie), die in der Version 1.0 seit Ostern 2013 verfügbar ist: Siehe die Drehbuchseite.

Im „Dritten Kind“ sind nun einige „Ostereier“ versteckt.

Zum Beispiel ist die Hauptfigur Otto eine Allegorie für geographische 3D-Infrastruktur im Internet (also z.B. Google Earth und seine Nachfolger).

Oder der Bigamist Walter kann als „Österreich im kalten Krieg“ aufgefasst werden.

Oder…….

Ja, und genau jetzt möchte ich einen Wettbewerb ausschreiben: wer neue „Ostereier“ „entdeckt“ bzw. „erfindet“, bekommt als Belohnung „viele viele Smileys“ hier auf diesem Blog.

Viel Spaß
Euer Christoph


Hilfe, ich bin suboptimal

April 24, 2013

Während man dieses Wort durchaus als zweideutig einstufen kann – denn in der ursprünglichen wissenschaftlichen Bedeutung meint es fast perfekt bzw. nicht ganz perfekt, in der ironischen Bedeutung meint es schlichtweg miserabel – , so kann man andererseits über einen gewissen Optimierungswahn nur den Kopf schütteln.

Da gibt es Menschen, die suchen „den richtigen Weg“ – so als ob es für sie genau einen richtigen Weg gäbe, und jede Abweichung käme einer Todsünde gleich.

Wie oft verbringen wir Stunden, Tage, Jahre, um die richtige Entscheidung zu treffen, und fühlen uns unglücklich, solange die Entscheidung eben nicht gefallen ist.

Dabei müßten wir unserem Herzen nur einen Ruck geben, und einen Schritt in die richtige Richtung gehen.

Und kaum ist man den einen Schritt gegangen, tun sich neue Horizonte auf und alles ist ganz anders.

  1. Meliorisierung statt Optimierung
  2. Wer das Ziel kennt, kennt auch den nächsten Schritt
  3. Viele Wege führen nach Rom
  4. Eine falsche Entscheidung ist besser als gar keine Entscheidung

Meint
Euer Christoph


Bleibe bei uns, wenn es Abend wird……

April 15, 2013

Diesmal haben wir eine ziemlich schwierige Stelle des Vater Unser auf unserer TO DO – Liste.

Es ist dies die Stelle:

Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.

Kann Gott, der doch will, dass wir Gutes tun, uns wirklich in Versuchung führen?

Würde der liebe Vater, den wir in der ersten Zeile des Vater Unser ansprechen, es übers Herz bringen, seine geliebten Kinder in Versuchung zu führen und sie dadurch zum Bösen zu verleiten?

Vielfach ist versucht worden, das damit zu erklären, dass Gott uns prüfen möchte, dass er durch solche Prüfung unser Herz auf die Probe stellt, bevor er sich ganz für uns entscheidet.

Aber solche Erklärungen sind nicht befriedigend, insbesondere, da wir ja glauben, dass Gott ohnehin in unser Herz schauen kann und eh weiss, wie wir ticken.

Wann wird denn der Mensch besonders stark in Versuchung geführt?

Es ist dies immer dann der Fall, wenn er in besonders lieblosen Verhältnissen oder in besonders lieblosen Zeiten lebt.

Es ist eine Binsenweisheit, dass Kinder am ehesten dann in Gefahr sind, auf die schiefe Bahn zu geraten, wenn die Eltern keine Liebe für sie übrig haben.

Oder dass die Menschen dann die schlimmsten Verbrechen begehen, wenn der Geist des Stärkeren weht (z.B. im dritten Reich war es ja verbriefte Philosophie, dass der Herrenmensch den Untermenschen vernichten darf – mit gutem Gewissen).

Wir stoßen also auf die Lieblosigkeit der Verhältnisse als die primäre Ursache, die die Menschen in Versuchung führt, Schlechtes zu tun.

Und weil wir ja wissen, dass Gott die Liebe ist, heißt diese Stelle im Vater Unser nicht mehr und nicht weniger als:

Lass uns nicht alleine.

Also, was bleibt uns zu tun? Gott (die Liebe) nicht durch unsere Lieblosigkeit aus der Welt zu vertreiben.

Meint
Euer Christoph


Laßt die Mauern einstürzen!

April 9, 2013

Der folgende Satz aus dem Vater unser hängt eigentlich eng mit dem Satz zusammen, den wir beim letzten Mal meditiert haben (Unser tägliches Brot gib‘ uns heute):

Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Denn so wie man die Bitte um das tägliche Brot auch als eine Bitte um das Nicht-Fallen-Gelassen-Werden auffassen kann, so kann man die Bitte um Schuldvergebung auch so interpretieren, dass alles Trennende, alles, was uns voreinander fliehen läßt, möglichst vernichtet werden soll.

Wenn wir also einander eingestehen, dass wir fehlerhaft sind, dass wir immer wieder weitergehen müssen auf diesem Weg der Selbstheiligung und Weltheiligung, dass wir noch nicht am Ziel angelangt sind, dann wird auch ein immer größeres Vertrauen wachsen.

Ein Vertrauen von Dir zu mir, von uns zueinander und ein Vertrauen Gott gegenüber, der uns sicher nicht fallen läßt.

Meint
Euer Christoph


Mehr Vertrauen, bitte!

April 3, 2013

In dieser Serie schreibe ich über das Vater unser.

Diesmal ist ein Satz an der Reihe, der in keiner Weise „philosophisch abgehoben“ oder „weltfremd“ ist, nein, es geht ums Essen, es geht ums nackte Überleben.

Unser tägliches Brot gib‘ uns heute.

Ist das jetzt die Aufforderung an Gott, er soll doch bitte gefälligst um uns sorgen, wenn er uns schon erschaffen hat?

Hört man da die Unzufriedenheit mit der Gesamtsituation?

Du hättest uns nicht erschaffen müssen. Jetzt haben wir den Salat. Mach das doch bitte wieder gut.

Ich denke, wenn Jesus das so gemeint hätte, dann hätte er gebetet „Unser Brot gib‘ uns!“ (mit Rufzeichen), aber nein, er betet „Unser tägliches Brot gib‘ uns heute„.

In einem Zeitalter, das keinen Krankenstand, keine Sozialversicherung und keine Arbeitszeitgesetze kannte, war man im Falle der Arbeitsunfähigkeit auf die Mildtätigkeit der Angehörigen angewiesen.

Heute ist man auf die Mildtätigkeit der Gesunden, Tüchtigen und Fleißigen angewiesen, die brav ihre Sozialversicherung zahlen müssen, damit es auch im Krankheitsfall keine Probleme gibt.

Und so ist diese Bitte an Gott eigentlich eine Bitte darum, dass wir nicht „fallengelassen“ werden.

Und ich sehe es als eine Bitte um Gesundheit.

Aber warum nur „heute“?

Warum nicht „Unser tägliches Brot gib‘ uns allezeit“?

Ich denke, Jesus will uns bewußt darauf hinweisen, dass wir uns unsere Zukunft nicht „absichern“ können.

Jeder Tag muß für sich selbst aufkommen, es hat keinen Sinn, jetzt schon Reichtümer anzuhäufen, die mich dann später einmal ernähren sollen.

Nein, meine Kinder werden mich ernähren, nicht meine Reichtümer.

Ein starkes Plädoyer für das Umlageverfahren, gegen das Kapitaldeckungsverfahren, in der Pensionsversicherung.

Meint
Euer Christoph


Was will ich eigentlich?

März 24, 2013

In dieser Reihe beschäftige ich mich mit dem „Vater unser“.

Diesmal geht es um den Satz

Dein Wille geschehe,
wie im Himmel so auf Erden

Aber wie treffen wir eigentlich Entscheidungen?

Ist es nicht eigentlich so, dass die „Entscheidung mich trifft“, und nicht „ich sie“?

Da wägen wir eine Frage lange ab, beleuchten sie von hinten und vorne, von allen Seiten, wir fragen gute Freunde, wir fragen unseren Partner, eventuell fragen wir sogar unsere Kinder, aber letzten Endes ist es doch so, dass wir auf diesen Moment warten, wo einfach klar ist, was man tun sollte (bzw. was man unterlassen sollte).

Und diese Entscheidung wird eigentlich im Innersten unseres Herzens getroffen, nämlich dort, wo laut Überlieferung „der Teufel keinen Zutritt hat“.

Wie kommen dann aber schlechte Entscheidungen zustande?

Das passiert immer dann, wenn man „an der Oberfläche bleibt“, wenn man „sich von den Umständen beeinflussen läßt“, wenn man „anderen blind vertraut“.

Meint
Euer Christoph


Ubi caritas……

März 15, 2013

Ein schönes meditatives und simples Kirchenlied

Ubi caritas et amor
Deus ibi est

An dieses Lied mußte ich denken, als ich mir vornahm über die dritte Zeile des Vater unser zu schreiben:

Dein Reich komme.

Jesus sagt ja, dass dieses Reich „nicht von dieser Welt“ sei. Es handelt sich also nicht um ein organisiertes Etwas mit einer Regierung und einem Parlament, sondern es ist ganz einfach der Zustand, der herrscht, wenn Liebe und Barmherzigkeit unser Handeln prägen.

Aber das ist natürlich auch kein Zustand, den man „herbeiführen“, „erzwingen“ oder gar „planen“ kann, man kann nur
a) den himmlischen Vater darum bitten
b) den eigenen Beitrag dazu leisten

Mehr gibt’s zu diesem Thema eigentlich nicht zu sagen.

Meint
Euer Christoph


Adressat verzogen

März 8, 2013

Nein, ich meine jetzt nicht die Probleme, die man hat, wenn man einem verzogenen Kind etwas sagen will.

Ich rede diesmal von der zweiten Zeile des Vater unser, nämlich

geheiligt werde Dein Name,

.

Beim letzten Post haben wir uns ja Gedanken über die Adressierung, die Ansprache Gottes in der ersten Zeile des Vater unser gemacht, wir haben uns mehr oder weniger gefragt „Wer ist das eigentlich“?

Und wie könnte man eine Person besser ansprechen, als über ihren Namen?

Aber Jesus will das offensichtlich nicht, er sagt der Name sei geheiligt, also „entrückt“, also „unserem Zugriff entzogen“.

Wenn man nach dem Namen Gottes fragt, oder wenn man googelt „wie viele Namen hat Gott“, dann wird man unterschiedlichste Meinungen finden.

Da gibt es zum Beispiel in der Bibel, im sogenannten alten Testament, einerseits den Namen Elohim und andererseits den Namen Jahwe.

Weiters sagen viele Menschen intuitiv „Gott hat viele Namen“, weil sie zum Beispiel Bezug darauf nehmen, dass es ja viele Religionen gibt, dass Gott aber nur einer sein kann (es kann nur einen geben, wie der Film Highlander pointiert formuliert).

Schließlich findet man angeblich im Koran die Aussage „Gott hat 99 Namen“, die dort angeblich auch alle aufgelistet werden (ich habe das nicht nachgelesen, aber das kann schon gut möglich sein).

Also sieht man schon, dass der Name Gottes ein unheimliches Streitpotential in sich birgt, da ist es schon sehr viel besser, man verwendet den Namen nicht und begnügt sich mit der Anrede

„Vater unser im Himmel“.

Meint
Euer Christoph


Adressierung

Februar 28, 2013

Wie in einem meiner letzten Posts angekündigt, werde ich mir heute einige Gedanken zur ersten Zeile des „Vater unser“ machen.

Nicht, dass ich dazu etwas Neues zu sagen hätte, nein es geht einfach darum, wieder einmal ein wenig zu hinterfragen, was Jesus von uns wollte.

Vater unser im Himmel

So sprechen wir Gott an, wenn wir mit ihm beten. Ansprache – Adressierung – ist etwas ganz Wesentliches in der Kommunikation – und Gebet ist Kommunikation -, das weiss jeder Informatiker.

Wenn Du mit einem Server in Kontakt treten willst, dann brauchst Du zuerst seine Adresse, das ist dieses seltsame http://www.servername.domainname.

Wenn Du den Namen des Servers nicht kennst, dann kannst Du nur „auf gut Glück“ mit Hilfe einer Suchmaschine nach Stichwörtern suchen und findest Tausende oder Millionen von Servern, die alle zu diesem Thema etwas zu sagen haben.

Ob dann wirklich genau der dabei ist, den Du brauchst – Glückssache.

Aber warum „Vater“?

Ich denke, es war Jesus sehr wichtig, dass wir unsere persönliche Beziehung zu Gott aufrecht erhalten, dass wir „im Gespräch bleiben“. Das Bild des „Vaters“ bedeutet eine sehr enge Beziehung zu einem vertrauten Angehörigen, zu dem man immer kommen kann. Kein Problem ist zu klein, kein Ereignis zu nichtig, um damit nicht zum Vater zu gehen.

Und natürlich ist auch kein Problem zu groß.

Wenn wir Gott „ansprechen“, wenn wir ihn „adressieren“, ist das dann ein Monolog? So wie wenn man ein Buch schreibt und es dann nicht veröffentlicht?

Gute Frage.

Ich glaube, dass Gott jedem Beter antwortet.

Aber nicht immer in der Form, die man gerade erwartet. Sondern so, wie er es will.

Da kann man mit Ereignissen und Befindlichkeiten hadern, es bohrt tagelang und nächtelang, und plötzlich, eines Tages, ein unerwartetes Wort von einem Freund oder auch von einem Fremden – und das Problem ist gelöst.

„Du warst jetzt ein Engel für mich“, könnte man diesem Botschafter antworten, der die Lösung des Problems gebracht hat.

War es Zufall?

Hatte Gott seine Hand im Spiel?

Für den gläubigen Menschen hat Gott seine Hand immer im Spiel, sowohl im Guten als auch im Bösen.

Warum aber „Vater unser“?

Nun ja, wenn Gott unser Vater ist, dann sind wir Geschwister.

Grenzziehungen, wie sie im täglichen Leben immer wieder passieren, relativieren sich dadurch zu einer Art von semi-permeablen Membranen.

Ja, ganz gut, dass es Grenzen gibt, und man muss auch immer wieder Grenzen ziehen, wenn die eigene Freiheit sonst beeinträchtigt wäre, aber letzten Endes sind wir Menschen alle Geschwister, weil Söhne und Töchter eines einzigen Vaters.

Tröstlich. Macht Hoffnung auf Frieden.

Warum aber „Vater unser im Himmel“?

Hier ist die Hoffnung auf schnellen Frieden wieder jäh zu Ende. Gott ist ja nicht die alltägliche Wirklichkeit sondern er ist sozusagen „extern“.

Er ist nicht zwingend überall anwesend (um Frieden zu machen), sondern die Geschwister können ihren Vater „ausklammern“, Krieg führen und miteinander streiten.

Er ist eben nicht „von dieser Welt“.

Obwohl, für Christen ist er doch auch(!) von dieser Welt, da er ja in personam Jesu Christi Mensch und einer von uns geworden ist, ein ganzes Menschenleben lang.

Aber das ist eine andere Geschichte.

Meint
Euer Christoph