Diplomaten sind Menschen, ……

Juni 8, 2014

……die man zum Wohl des eigenen Landes weit weg schickt.

😉


Heiligt der Zweck die Mittel?

Mai 31, 2014

Es gab vor einiger Zeit, soweit ich als Laie das mitbekommen habe, eine Diskussion unter Moraltheologen über die Theorie der sogenannten „Güterabwägung“.

Gibt es Handlungen, die in sich gut oder in sich böse sind, oder muss man jede Handlung über ihre Auswirkungen bewerten?

Aber, als Techniker muss ich hier einhaken, was ist denn der Unterschied zwischen Handlung (also dem, was ich mit meiner Hand tue) und Auswirkung?

Viele Naturgesetze äußern sich in Zusammenhängen zwischen Ursache und Änderung einer Auswirkung.

Zum Beispiel ist die Kraft, die man an einen Körper anlegt, direkt proportional zur Änderung der Bewegungsgröße. Bewegung ist also eine Wirkung der Kraft.

Die Kraft kommt zuerst, dann kommt die Bewegung. Ursache und Wirkung.

Aber wenn die Bewegung erst einmal in einem sogenannten „eingeschwungenen“ Zustand ist, dann kann man nicht mehr so gut zwischen Ursache und Wirkung unterscheiden.

Wenn man zwischen Ursache und Wirkung unterscheiden möchte, muss man also genau hinsehen.

Und aus der Wirkung folgt vielleicht noch eine weitere Wirkung und noch eine weitere Wirkung und noch eine weitere Wirkung.

So weiss man manchmal nicht so genau, was ist die „Ur-“ Ursache und was ist die „letztendliche“ Auswirkung.

Und hier sehe ich auch ein Problem, den Wert einer Handlung aus den Auswirkungen zu bestimmen. Denn es gehört schon eine ganz schöne Portion Überheblichkeit dazu, wenn man glaubt, man könnte alle Auswirkungen einer Handlung im voraus berechnen.

Und so ist die Formulierung eines Gesetzes eben im Idealfall eine Erleichterung für den Einzelnen.

Natürlich ist es für nichts und niemanden schädlich, wenn ich bei rot über die Straße gehe, solange ich nur darauf achte, dass kein Auto kommt.

Aber was, wenn mich ein kleines Kinid sieht, und in seiner Naivität mein Verhalten blind nachmacht?

Bin ich dann nicht unter Umständen verantwortlich für den Tod eines Kindes?

Und so helfen uns die konkreten Gesetze dabei, unsere Handlungen zu bewerten, eben ohne alle Auswirkungen im vorhinein berechnen zu müssen.

Und auch hier ist es wieder eine Frage des Maßhaltens. Denn am Wichtigsten im Leben ist es zu wissen, welche Regeln man nicht brechen sollte, und welche Regeln zum Brechen gemacht worden sind 😉

Meint
Euer Christoph


42! Paßt! Weiter so!

Mai 26, 2014

Wenn wir Menschen sagen, dass eine Sache einen Sinn ergibt, dann meinen wir damit meistens, dass es irgendwie zusammenpasst.

Wenn da in unserem Gehirn die eingebaute Mustererkennung anschlägt und sagt „kenn ich schon“, dann sind wir beruhigt und erfreut, dass wir das Leben schon so gut im Griff haben, weil die neue Erfahrung mit dem alten Modell im Gehirn übereinstimmt.

Wenn hingegen die neue Erfahrung mit den alten Mustern nicht zusammenpasst, dann sind wir oft geneigt, die neue Erfahrung schlechtzumachen, zu ignorieren oder sogar zu bekämpfen, weil sie uns ja gezeigt hat, „dass wir nicht recht hatten“.

Wenige Menschen bleiben ihr ganzes Leben lang so flexibel, dass sie aufgrund neuer Tatsachen ihre alten Meinungen adaptieren und ergänzen.

So ist der Sinn des Lebens also darin zu suchen, dass man ein Leben führt, in dem „alles passt“.

Beim Thema „Sinn des Lebens“ muss ich unwillkürlich an die Zahl „42“ und an den Hitchhikers Guide denken, denn oft verwechselt man die „Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest“ mit der „Frage nach dem Sinn des Lebens“.

So wie man die Frage nach dem Sinn des Lebens ganz einfach mit dem Hinweis auf das Leben beantworten kann, in dem alles zusammenpaßt, „aus einem Guss ist“, so kann man die Frage nach dem „Universum, dem Leben und dem ganzen Rest“ definitiv nicht beantworten.

Denn diese Frage ist eine beliebige Frage und sie kann auch nur zu einer beliebigen Antwort führen, eben „42“. Denn wenn man einen Computer fragt, der ja eine Rechenmaschine ist, dann muss als Antwort zwangsläufig eine Zahl herauskommen.

Lustig ist übrigens, dass die Zahl 42 im IA-5-Alphabet dem Zeichen „*“ entspricht, welches hinwiederum in Dateinamen als Platzhalter für Beliebiges steht.

Meint

Euer Christoph


Es kann nicht der Normalfall sein

Mai 16, 2014

Jetzt wurde der Song Contest Sieg von Conchita Wurst groß gefeiert als ein Sieg der Toleranz.

Und tatsächlich ist es so, dass die Toleranz einen wichtigen Wert darstellt.

Ich kenne einen Software Entwickler, der ist ein sogenannter Nachtmensch. Das heißt, es fällt ihm von Natur aus schwer vor 1 oder 2 Uhr schlafen zu gehen und vor 11 Uhr im Büro zu sein.

Ich glaube, wir alle kennen solche Menschen und ich will jetzt keine Namen nennen.

Und dieser Mensch ist von Herzen dankbar für die Toleranz, die ihm seine Kollegen und Vorgesetzten entgegenbringen, seine Arbeit erledigt er ja zuverlässig und das gar nicht einmal so schlecht.

Darum verstehe ich auch Bundeskanzler Faymann, der in einer ersten Reaktion davon gesprochen hat, dass sich bei Conchita Wurst die Qualität der Musik gegenüber den Anfeindungen durchgesetzt hat.

Wobei ich aber schon eher glaube, dass der eine oder andere Juror einfach „Russland eins auswischen“ wollte, na gut, so ist das eben.

Und eigentlich geht es ja um die Freiheit. Um die Freiheit von Angst, „durch den Rost zu fallen“, nur weil man „ein bisschen anders“ ist.

Und um die Freiheit dafür, nach dem eigenen Gewissen leben zu dürfen. Nein, es ist nicht alles gut, was die Mehrheit tut, auch Mehrheiten können irren.

Und so könnte man noch viele Gedanken hinzufügen, warum es gut ist, dass hin und wieder auch ein „spezieller“, „exzentrischer“ oder sonstwie „anderer“ Mensch große Erfolge feiern darf.

Eins jedoch möchte ich „last but not least“ erwähnen. Toleranz gegenüber „speziellen“ Menschen bedeutet eben NICHT, dass man ihr Lebenskonzept als das „normale“, das „erstrebenswerte“, das „gottgefällige“ hinstellt, sondern es bedeutet EBEN, die Besonderheit zu akzeptieren als etwas Erlaubtes und auch Gutes.

Einheit in Vielfalt, sage ich nur.

Conchita Wurst will nicht Erfolg haben, WEIL sie Probleme mit der Geschlechtsidentität hat, sondern TROTZDEM.

Somit ist es eigentlich auch gar nicht notwendig, irgendwelche „Extrawürschte“ im Gesetz und im Kirchenrecht vorzusehen, die sich ja eigentlich nur mit dem Normalfall beschäftigen sollten.

Überspitzt formuliert: Wenn wir für jeden Spezialfall ein eigenes Gesetz machen, dann haben wir in Österreich bald 8 Millionen Gesetze. 1 Gesetz Herbert Maier, 1 Gesetz Adelheid Moser, 1 Gesetz Franz Forstinger usw.

Wenn wir also auch ein kleines „Wehwehchen“, eine kleine „Besonderheit“ haben, wenn wir Angst haben, aus der Masse herauszuragen, dann sollten wir voll Vertrauen darauf hoffen, dass es immer wieder Ausnahmeregelungen geben wird, es muss nicht alles und jeder Strichpunkt im Gesetz erlaubt sein.

Ein besseres Gewissen und viel Weisheit

wünscht sich und Euch
Euer Christoph


Politik ist…

Mai 13, 2014

…das Geschäft einiger weniger auf Kosten weniger einiger.


Des is ma jetzt nimma wuaschd…

Mai 10, 2014

…denkt sich heute mancher Österreicher 🙂


Und dann war da noch…

Mai 10, 2014
  1. …der Resteverwerter, bei dem sich etwas erübrigte
  2. …der Schaffner, der in den letzten Zügen lag
  3. …der Ahnenforscher, der auch Abtreibungen dokumentierte – unter der Rubrik „entfernte Verwandte“
  4. …der Architekt, dem nie etwas „einfiel“ – war das jetzt positiv oder negativ?

Läuten VR-Technologien ein neues Biedermeier ein

Mai 9, 2014

Ist z.B. Oculus Rift nur ein „Rückzug aus der Realität in die Virtualität“ oder „bringen uns solche Technologien die entfernte Wirklichkeit näher“?

Fragen über Fragen
Meint
Euer Christoph


Kleine religiöse Büchlein – III

April 21, 2014

In der Serie “kleine religiöse Büchlein” ist jetzt das dritte fertig geworden:

“Von der Erkenntnis und vom Bewußtsein” – zu finden hier.

Lg
Christoph


Die Person Jesu Christi

April 19, 2014

Ich habe jetzt diese Woche ein wenig im Buch „Jesus von Nazareth“ geschmökert, das uns Papst Benedikt XVI. geschenkt hat.

Ich denke, er wird mir nicht böse sein, wenn ich eine Stelle zitiere, die mir sehr zentral vorkommt:

Zitat aus „Jesus von Nazareth“, Papst Benedikt XVI., S. 136 – 137:

[…]Versuchen wir, das Wesentliche dieses Gesprächs aufzunehmen, um Jesus zu erkennen und um unsere jüdischen Brüder besser zu verstehen. Der Zentralpunkt wird – wie mir scheint – sehr schön sichtbar in einer der beeindruckendsten Szenen, die Neusner in seinem Buch entwirft. Neusner war – in seinem inneren Dialog – Jesus den ganzen Tag über gefolgt und zieht sich nun zu Gebet und Torastudium mit den Juden einer kleinen Stadt zurück, um das Gehörte mit dem dortigen Rabbi – immer im Gedanken der Gleichzeitigkeit über Jahrtausende hin – zu besprechen. Der Rabbi zitiert aus dem Babylonischen Talmud: „‚Rabbi Simlaj trug vor: Sechshundertdreizehn Vorschriften sind Mose überliefert worden; dreihundertfünfundsechzig (Verbote) entsprechen den Tagen des Sonnenjahres, und zweihundertachtundvierzig (Gebote) entsprechen den Gliedern des Menschen. Hierauf kam David und brachte sie auf elf … Hierauf kam Jesaja abermals und brachte sie auf zwei … Vielmehr, hierauf kam Habakuk und brachte sie auf eines, denn es heißt: Der Fromme wird durch seinen Glauben leben (Habakuk 2,4)'“ (ebd., S. 113f).

In Neusners Buch folgt darauf der folgende Dialog: „‚Und dies‘, fragt der Meister, ‚hatte Jesus, der Gelehrte, zu sagen?‘ Ich: ‚Nicht genau, aber ungefähr.‘ Er: ‚Was hat er weggelassen?‘ Ich: ‚Nichts.‘ Er: ‚Was hat er dann hinzugefügt?‘ Ich: ‚Sich selbst.'“ (S. 114). Dies ist der zentrale Punkt des Erschreckens vor Jesu Botschaft für den gläubigen Juden Neusner, und dies ist der zentrale Grund, warum er Jesus nicht folgen will, sondern beim „ewigen Israel“ bleibt: die Zentralität des Ich Jesu in seiner Botschaft, die allem eine neue Richtung gibt. Neusner zitiert an dieser Stelle als Beleg für diese „Hinzufügung“ das Wort Jesu an den reichen jungen Mann: „Wenn du vollkommen sein willst, geh, verkauf deinen Besitz, komm und folge mir“ (vgl. Mt 19,20; S. 114). Die Vollkommenheit, das von der Tora verlangte Heiligsein, wie Gott heilig ist (Lev 19,2; 11,44), besteht jetzt darin, Jesus nachzufolgen.[…]

Ende Zitat.

Dem ist nichts mehr hinzuzufügen

Meint
Euer Christoph