Liebe Leser!
„Being unique does not automatically mean you are useful!“
lautet ein neueres Meme im Internet, und man sieht eine ziemlich verbogene – kunstvoll verbogene – Gabel unter 5 anderen, geraden, Gabeln.
Gegebenes und Geraubtes
Aber eigentlich wollte ich meine Gedanken über „private Daten“ weiterführen, die ich gestern HIER begonnen hatte.
Dort hatte ich mir überlegt, dass Daten eigentlich „das Gegebene“ sind.
Wie könnte das gemeint sein?
Na ja, stellen wir uns einen mittelalterlichen Mönch vor, der eine Urkunde ausstellt, ein Pergament. Darunter schreibt er dann, bevor er siegelt, die Worte: Datum anno domini 1492 – Gegeben im Jahre des Herrn 1492
Das Wort Datum, und mit diesem der moderne Begriff der DATEN, dürfte also davon herrühren, dass jemand jemandem ein Dokument übergeben hat.
In unserem Beispiel könnte es sich also um das Recht handeln, den Acker XYZ aus dem Eigentum des Klosters für die nächsten 100 Jahre zu nutzen.
Der Mönch hat dem Bauern also nicht nur ein Pergament mit Schriftzeichen überGEBEN, sondern dieses Dokument hat auch eine BEDEUTUNG. Es DEUTET auf ein Recht, das diesem Bauern tatsächlich gegeben wurde.
Das DEUTEN kann man sich übrigens wortwörtlich vorstellen, denn der Mönch wird ja im selben Moment dieses Recht des Bauern in die Bücher des Klosters eingetragen haben, sodass dann später die Echtheit des Dokuments überprüft werden konnte – sozusagen mit Hilfe einer doppelten Buchführung.
Die Information, die in diesem Dokument steckte, war also mindestens doppelt vorhanden, eventuell wurde noch eine Kopie an den Landesfürsten geschickt, sodass man eigentlich von ÖFFENTLICHEN Daten sprechen muss.
In unserem Beispiel machen ÖFFENTLICHE Daten durchaus einen Sinn, denn JEDER sollte wissen, dass dieser Bauer das Recht hatte, diesen Acker XYZ zu nutzen (nichts Anderes ist das moderne Grundbuch).
Wann nun – frage ich mich – könnte es einen Sinn ergeben, Daten GEHEIM zu halten, sozusagen PRIVATE Daten anzulegen?
Jedes Schrifterl ist ein Gifterl
Nun, um dem Phänomen der privaten – der geheimen – Daten ein wenig auf die Schliche zu kommen, wollen wir uns einmal mit einem alten Sprichwort beschäftigen, das Anwälte gerne bemühen: Jedes Schrifterl ist ein Gifterl.
Jede Information, die ich schriftlich herausgebe, die also beweisbar zu einem bestimmten Datum von mir ausgegangen ist – die ich gegeben habe – kann letzten Endes auch gegen mich verwendet werden.
In den Anfängen meines beruflichen Daseins war mir dieses Gefühl gut bekannt. Dieses unangenehme Gefühl, wenn eine E-Mail abgesendet war und man sie nicht mehr zurückholen konnte.
Aber nicht nur beim Senden von E-Mails, sondern auch beim Veröffentlichen auf einem Blog gibt es dieses „spezielle“ Gefühl, wenn die Information einmal draußen ist.
Denkpause
Es ist jetzt Sonntagabend. Muss Schluss machen bis nächste Woche.
Meint
Euer Christoph
Da müssen wir uns zuerst einmal fragen, wie man geheime Daten überhaupt technisch realisieren könnte.
Veröffentlicht von Yeti 