Viele von Euch werden die biblische Geschichte vom Manna kennen, vom Himmelsbrot, das der Herr den Israeliten zukommen ließ, als sie auf ihrem Weg durch die Wüste waren.
Man sagt, der Name Manna komme von dem verwunderten Ausspruch „Was ist das?“, den sie taten, als sie das Himmelsbrot entdeckten.
Die Story vom Himmelsbrot spiegelt sich im Gebet des Herrn wieder, wo es heißt: „unser tägliches Brot gib‘ uns heute“.
Es ist eine Geschichte vom Grundvertrauen, denn das Himmelsbrot konnte nicht für mehrere Tage gespeichert werden, es ist aber auch eine Geschichte der Arbeit und der Wissenschaft.
„Was ist denn das?“ ist wahrscheinlich die erste wissenschaftliche Frage des Menschen.
Und man mußte sich bücken – abmühen – um das Brot einzusammeln.
Es geht also letzten Endes um die Mühe und um das Geschick, mit denen wir aus den Dingen, die wir VOR-finden, dann letzten Endes unseren Unterhalt bestreiten, indem wir auch neue Verfahren ER-finden.
Dieses Geschick und der Erfindergeist sind notwendige Sachen, denn die Menschen werden immer mehr, es bleibt aber immer (noch) derselbe Planet.
Doch, bleiben wir einmal bei der
BESTANDSAUFNAHME,
bei der ersten aller Fragen WAS IST DENN DAS?
Am letzten Samstag, am 23. März, habe ich versucht, meine Frage nach den „privaten Daten“ zu einem Abschluss zu bringen (man kann das HIER nachlesen). Da fragte ich mich nach der Sacheigenschaft von Daten, und weil ich so schön in Schuss war, habe ich versucht eine KOMPLETTE KLASSIFIZIERUNG ALLER MÖGLICHEN GÜTER vorzunehmen, nicht daran denkend, dass ich dadurch die Sichtweisen der Juristen (was ist eine Sache?), der Wirtschaftswissenschaftler (was ist ein Gut?) und der Physiker bzw. der Mathematiker/Informatiker (was ist Materie, was nicht?) hoffnungslos vermanscht habe.
Hier nochmal die Tabelle, mein kläglicher Versuch einer „Theory of Everything“
Doch, dieser klägliche Versuch bringt mich auf eine neue Idee.
Bevor wir uns mit derart komplexen „Modellen des Universums“ beschäftigen (was ist eine Sache? Was ist ein Gut? Was ist Materie/Energie? Was ist Raum/Zeit?), denken wir doch daran, was unser „erstes Modell des Universums“ ist.
Unser erstes abstraktes „Modell des Universums“ ist doch unsere Sprache, wahrscheinlich haben wir vor der Sprache noch andere – nicht so abstrakte – Modelle oder zumindest ein anderes „Modell im Kopf“, aber darüber will ich nicht schreiben, denn davon verstehe ich nun mal wirklich nichts.
Wenn wir also die „typisch menschliche Betrachtungsweise“ verstehen wollen, dann müssen wir die Sprache verstehen.
Was ist ein Subjekt?
Was ist ein Prädikat?
Was ist ein Objekt?
Was ist ein Adverb?
Wie ist die typisch menschliche Art, all das zu kombinieren, um das Universum zu beschreiben?
Und als nächsten Schritt sollten wir hinter die Kulissen der Mathematik blicken, die als Kurzsprache in den Wissenschaften gerne verwendet wird.
Ich beschäftige mich nun seit einiger Zeit mit dem Begriff der „privaten Daten“, so lange schon, dass ich Gefahr laufe meine Leser zu langweilen.
Deswegen möchte ich alle meine Leser, die sich mit diesem Thema, „Informationstheorie“ und „Datentechnik“ so gar nicht identifizieren können, auch wenn ich es teilweise aus religiöser Sicht betrachte und vielleicht so einige allgemein gültige Schlussfolgerungen ziehen kann, bitten diesen Text gütig zu überlesen.
Denn ich möchte das gesamte Thema diesmal abschließen und es besteht die Gefahr, dass dieser Artikel deswegen etwas länglich und auch langatmig ausfällt.
Die letzten Gedanken, die ich noch zu ventilieren vorgehabt habe, seien kurz aufgelistet,
Von der Daten-Rendite. Haben Daten die „Sacheigenschaft“? Gehören Daten zum Vermögen?
bevor ich jedoch noch einmal einen Index anlegen möchte, der alle meine Beiträge zu diesem Thema verlinkt.
Index (zum Thema „Private Daten“)
Begonnen hatte ich dieses Thema anfangs März mit einem AHA-Erlebnis, wonach der Begriff der „privaten Daten“ eigentlich in sich einen Widerspruch darstellt:
Nach einem „Aufhänger“, der eigentlich aber auch gar nichts mit dem Thema zu tun hat (oder doch?), habe ich kurz erklärt, warum ich der Meinung bin, dass der Begriff der Daten vom lateinischen Wort „datum“, also „gegeben“, herrührt und dass es – inbesondere im Zusammenhang mit „persönlichen“ Daten – aber auch einen Sinn ergeben kann, Daten „zurückzuhalten“, also „private“ Daten zu speichern:
Diese Gedanken habe ich dann weiter ausgeführt, also die Spannung zwischen der natürlichen Eigenschaft von Daten, dass sie eben weitergegeben werden, und dem Recht auf Privatsphäre, wonach zumindest einige Arten von Daten es wert sind, vor der schrankenlosen Weitergabe geschützt zu werden:
Aufgrund eines Kommentars in den sozialen Medien, für den ich sehr dankbar bin, kam ich zu dem Gedanken, dass Daten ja auch einen Nutzen haben, und sammelte in diesem Zusammenhang, also hier
Von der Daten-Rendite. Haben Daten die „Sacheigenschaft“? Gehören Daten zum Vermögen?
folgt hier
Von der Rendite
Jeder Mensch hat Vermögen *).
Was „vermagst“ Du? Am Anfang sicher wenig. Dann immer mehr. Dann aber wieder weniger.
Mit der Hilfe Deiner Eltern und sonstiger Mitmenschen erarbeitest Du Dir von Anfang an immer mehr Vermögen. Am Anfang vermagst Du nicht einmal zu sitzen, geschweige denn zu stehen oder zu gehen.
Aber Du – nicht faul – lernst dazu und gewinnst immer mehr Vermögen.
Diesen Zugewinn an Vermögen nennt man Rendite, denn je mehr Du vermagst, desto mehr Möglichkeiten hast Du, neues Vermögen dazu zu gewinnen. Das Hinzugewinnen von Vermögen bedeutet aber eine gewisse Mühe und – nicht zu vergessen – Glück muss auch dabei sein.
*) Anmerkung: ich verwende hier das Wort „Vermögen“ in einer sehr allgemeinen Art und Weise (etwa als das „Potential einer Person“). In den Wirtschaftswissenschaften gibt es eine engere Definition (die man z.B. auf Wikipedia nachlesen kann): In den Wirtschaftswissenschaften ist Vermögen der in Geld ausgedrückte Wert aller materiellen und immateriellen Güter, die im Eigentum einer Wirtschaftseinheit stehen.
Ich würde das in folgenden Formeln beschreiben
Erste Formel: Vermögenszuwachs: F(t+1) = F(t) + R(t) – S(t)
Zum Zeitpunkt t hast Du ein Vermögen F(t).
Dieses Vermögen wird von selbst weniger wert, das ist der Schwund S(t).
Der Schwund ist umso größer, je größer das Vermögen ist, und er hängt auch davon ab, ob gewisse Risiken eintreten oder nicht, ist also Glückssache:
Zweite Formel: Schwund: S(t) = PF x SO x F(t)
PF = Pechfaktor, SO = Schwundoperator
Aber mit Hilfe Deines momentanen Vermögens F(t) erarbeitest Du Dir eine Rendite R(t) für Dein zukünftiges Vermögen.
Die Rendite ist umso größer, je größer das Vermögen ist, hängt aber auch von der eingesetzten Mühe ab (Intelligenz und Selbstvertrauen sind als Bestandteil des Vermögens modelliert):
Dritte Formel: Rendite: R(t) = GF x MO x F(t)
GF = Glücksfaktor, MO = Müheoperator
Anmerkung: Hier habe ich SO und MO als Operatoren angesetzt, die als „pro Zeiteinheit“ angegeben werden (1/sec), also eigentlich müsste man die erste Formel als dF/dt = R + S anschreiben.
Über GF und PF weiss man eigentlich nichts.
Gehören also Daten zum Vermögen?
Nun, die Frage ist: Können sich Daten so verhalten, wie sich ein Vermögen verhält?
also:
Verschwindet der Wert von Daten mit der Zeit automatisch?
Gibt es einen Schwund von Daten?
Verursachen sie Kosten?
Muss man sie nach einer gewissen Zeit abschreiben?
Können mir Daten helfen mein Gesamtvermögen zu vergrößern?
Ich würde mit einem glatten „Ja“ antworten. Vielleicht schreibe ich darüber noch einmal weitere Gedanken, aber heute möchte ich es einfach bei dieser Antwort belassen.
Haben Daten die Sacheigenschaft?
Haben wir das nicht soeben beantwortet? Wenn etwas zum Vermögen zählt, dann muss es doch eine Sache sein. Oder?
Nein.
Denn ein Vermögen ist im weitesten Sinne alles, womit ich eine Rendite erwirtschaften kann (siehe oben). Der Begriff des Vermögens ist auch ein Begriff der Wirtschaftstheorie, während der Sachbegriff ein iuristischer Begriff ist. Das sind also zwei komplett verschiedene Denkweisen
Aber, was eigentlich ist eine Sache?
Nun, das ist nicht einfach. Wenn man z.B. auf Wikipedia nachliest, dann erkennt man, dass der Sachbegriff sich im Laufe der Geschichte verändert hat, und die grundlegenden Gesetze in Deutschland, Österreich und der Schweiz haben auch unterschiedliche Herangehensweisen im Sachenrecht.
Wenn ich richtig informiert bin, dann wird den Daten zur Zeit die Sacheigenschaft eher nicht zugestanden, es läßt sich aber nicht endgültig ausschließen, dass sich das in Zukunft ändern könnte.
Darum will ich auch gar nicht auf den iuristischen Sachbegriff eingehen, sondern mir meine eigenen Gedanken machen.
Materiell oder Immateriell?
Nun, wir haben uns darauf geeinigt (ich habe mich in Eurem Namen darauf geeinigt :-)), dass Daten Muster auf Datenträgern sind. Als solche sind sie immateriell, das heisst aber noch nichts, denn es gibt auch immaterielle Sachen, zum Beispiel Rechte.
Speicherbar?
Daten sind meist gut speicherbar, die Lebensdauer hängt dabei nur von den Eigenschaften des Datenträgers und von der Codierung der Informationen ab, nicht von den Informationen selbst.
Sind Daten Güter?
Nicht unbedingt. Güter sind „Mittel zur Bedürfnisbefriedigung“, als solches kann man letzten Endes nur die Informationen bezeichnen, aber nicht die ganzen Daten (Daten = Informationen + Redundanz).
Die Redundanz ist der an sich unnötige Teil der Daten, der nur der sicheren Übertragung der Informationen dient, ansonsten aber für den Empfänger nutzlos ist.
Kopierbar?
Daten sind relativ gut kopierbar, insbesondere die digitalen Daten sind sehr gut und sogar verlustfrei kopierbar und man kann das Original nicht von den Kopien unterscheiden.
„Die Gesamtsumme aller Guthaben und aller Schulden dieser Welt ist Null“, lernt man in der Schule.
Man geht also davon aus, dass Geld Immer so in Umlauf gebracht wird, dass jemand Schulden aufnehmen muss, um eben Geld in Umlauf zu bringen. Wenn man hingegen Schulden bei der Zentralbank oder bei den Kreditinstituten begleicht, dann verschwindet das Geld wieder aus dem Umlauf.
Nicht umsonst hat ein Geldschein alle Merkmale eines Schuldscheins.
Wenn Du einen 100 Euro Schein in Händen hältst, dann ist das dein verbrieftes Recht, dass die Gesellschaft Dir Güter im Gegenwert von 100 Euro schuldet.
Insofern könnte man also sagen, dass alles Geld, das von den europäischen Banken in Umlauf gebracht worden ist, den Gegenwert für das gesamte veräußerbare Europäische Volksvermögen darstellt. Mit der gesamten Geldmenge könntest Du einmal „ganz Europa kaufen“, also alle materiellen und immateriellen Werte (ausgenommen Geldwerte, aber auch Devisen), die sich im Eigentum der Europäer befinden (und die verkäuflich sind).
Wenn nun zuviel Geld in Umlauf ist (man erkennt das an einer zu hohen Inflation), dann erhöht die Zentralbank die Zinsen, was bewirkt, dass die Menschen ihre Schulden wieder zurückzahlen wollen (müssen). Es wird dann also mehr gespart bzw. weniger konsumiert bzw. beides (je nach Lebenssituation). Dadurch sinkt dann auch die Wirtschaftsleistung (was für die Umwelt gut wäre, aber den Arbeitslosen nicht so schmeckt, es sei denn, man nützt die Chance für eine generelle Arbeitszeitverkürzung).
Wenn hingegen zuwenig Geld im Umlauf ist, dann senkt man die Zinsen, damit wieder mehr Menschen Kredite aufnehmen und auch mehr konsumieren und weniger sparen (wieder je nach Lebenssituation unterschiedlich). Die Wirtschaftsleistung steigt, aber natürlich auch die Umweltverschmutzung.
Hört sich lustig an, hört sich gut an und hört sich beruhigend an, aber:
Ist es wirklich wahr? Ist dieses Modell nicht zu einfach gestrickt?
Ist das nicht eines dieser vielen Märchen, die man uns aufgetischt hat?
Wie kann man es sich praktisch vorstellen?
Ist das überhaupt christlich? Wenn man den Menschen in der Inflation auch noch die Zinsen erhöht?
Viele Fragen, also ist es am besten, wir beginnen am Anfang.
„Quid pro quo“ oder „Hingabe“ – welches ist des Schöpfers Wille?
Viele von Euch werden sich an den Unspruch des Jahres 2011 erinnern, den Walter Meischberger in einem Telefongespräch über seine Provision nachweislich von sich gegeben hat: „Wos woar mei Leistung?“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Meischberger).
Er hatte also, und wir alle haben also ein ungutes Gefühl, wenn wir Leistungen in Anspruch nehmen, ohne eine Gegenleistung zu erbringen.
Eine Hand wäscht die andere, sagt man, und: „Du kratzt mich am Buckel, ich kratz‘ Dich.“
Der lateinische Begriff dafür ist „quid pro quo“ und heisst eigentlich „was für was?“, meint also das stete Fragen nach der gerechten Gegenleistung.
Der gerechte Preis für ein Gut.
Der gerechte Lohn für eine Dienstleistung.
Das gerechte Trinkgeld, um „Danke“ zu sagen.
Usw.
Kann man Dankbarkeit mit den Kategorien der Gerechtigkeit definieren? Sollte die Gegenleistung nicht ein „individuelles Dankeschön“ sein, das sich der Beschenkte nachher überlegt, ohne dass man vorher darüber verhandeln muss? Oder dass man es gar in einem Gesetzestext definiert?
Und tatsächlich sind mir in meinem Leben einige Denkungsarten begegnet, vor allem im religiösen Bereich, die als Ideal die „Hingabe“ sehen.
Ich gebe meine Leistung hin, habe nicht die geringste Sicherheit und hoffe auf ein Dankeschön. Eigentlich darf ich nicht einmal auf ein Dankeschön hoffen, diese Hoffnung muss ich dann neurotisch verstecken, weil man mir ein „quid pro quo“ oder gar ein „do ut des“ vorwerfen würde.
Um ehrlich zu sein, ich weiss nicht, welches der beiden neurotischer ist: das „quid pro quo“ oder die „Hingabe“.
Meint
Euer Christoph
P.S.: ich weiss noch nicht, wie, aber ich möchte zu diesem Thema noch mehr schreiben
Ziemlich genau vor zwei Wochen hatte ich so eine „plötzliche Eingebung“, dass Daten ja eigentlich etwas sind, was man weitergibt und dass das Zurückhalten von Daten, also dass man „private“ Daten hält, eigentlich ein Widerspruch ist (siehe den Blogbeitrag von vor zwei Wochen: HIER).
Ich hatte das dann weiter ausgeführt, letzten Endes habe ich aber die Beantwortung folgender Fragen, bzw. das „Ventilieren“ dieser Fragen, auf die lange Bank geschoben:
Was genau meine ich mit dem Begriff „private“ Daten? Was ist der Unterschied zu „persönlichen Daten“? Von der sogenannten „Trust Domain“!
Mittlerweile sind wir uns auch einigermaßen klar geworden, WAS Daten eigentlich SIND (sie sind Muster auf einem Datenträger), und dass Daten Information enthalten, wobei die Information eigentlich etwas Subjektives ist, solange man sich nicht auf einen GEMEINSAMEN CODE geeinigt hat.
So hat z.B. die politische Farbe ROT in Österreich eine andere BEDEUTUNG als in den U.S.A.
Oder es hat in den Staaten eine andere Bedeutung, wenn man eine Frau zum Abendessen einlädt.
Nun gut, aber wann sprechen wir nun von „privaten“ Daten?
Von der Informationsweitergabe
Wenn jemand mit sich selber spricht, dann betrachten wir das zumindest als seltsam.
Da die Sprache DAS Mittel zur menschlichen Informationsweitergabe schlechthin ist, wollen wir sofort den Schluss ziehen, dass Daten immer dazu da sind, um weitergegeben zu werden.
Dass dem aber nicht so ist – zumindest, wenn wir unser Ziel darin sehen, uns und unser Wissen immer zum höchstmöglichen Preis zu verkaufen – das vermittelt bereits folgende heuristische Überlegung:
Gefühlt: wenn ich Daten einmal herausgegeben habe, wenn es keine privaten Daten mehr sind, dann ist ihr Nutzen endgültig „verpufft“. Ich kann diese Daten nicht noch einmal auf die Waagschale legen und muss sie endgültig abschreiben.
Und auch die Erfahrung innerhalb unserer menschlichen Gesellschaften lehrt uns, dass die Machthaber in den diversen Haushalten „auf Ihrem Datenbestand hocken wie die Gluckhennen“ und es gar nicht gerne gesehen wird, wenn man „interne“ Daten „extern“ weitergibt.
Also, irgendetwas muss es doch auf sich haben mit diesen „privaten“ Daten.
Lassen wir unsere Phantasie ein wenig schweifen. Ich komme da zu einem Alchemisten im Mittelalter, der ein gutes neues Rezept gefunden hat. Sei es eine neue Duftessenz oder was auch immer.
Ich stelle mir nun vor, wie dieser Alchemist einerseits Angst hat, dass dieses Rezept von einem anderen Alchemisten nachgemacht wird. Andererseits hat er jeden Tag mit so vielen Rezepturen zu tun, dass er Angst hat, all das durcheinanderzubringen, wenn er es sich nicht aufschreibt.
Also, nicht faul, nimmt er ein Pergament, schreibt das Rezept darauf und gibt es in eine große eiserne Schatulle, die mit einem Schlüssel abgesperrt wird, den er immer bei sich trägt, am besten an einer Kette um den Hals.
Nun stelle ich mir vor, dass das Geschäft des Alchemisten wächst. Er hat nun schon mehrere Gehilfen, die ihm beim Mischen der Rezepturen helfen.
Schließlich wird ihm auch das Abwiegen und -messen der Bestandteile zu viel, sodass er einen Hauptgehilfen braucht, der ihm dabei zur Hand geht.
Dieser Hauptgehilfe bekommt nun einen Zweitschlüssel für die Schatulle und wir wissen nun, dass es zwischen ihm und dem Alchemisten ein besonderes Vertrauensverhältnis gibt.
Die beiden teilen ihre „privaten“, ihre „internen“ Daten, geben sie aber nicht „extern“ weiter.
Diese Daten gehören also zum geistigen Eigentum, zum Know How des Betriebes.
Und wir sind beim Begriff der „Trust Domain“.
Solange die „Trust Domain“ nach außen hin dicht ist, ist alles in Ordnung und man kann intern die allergrößten Geheimnisse breittreten.
Wir sehen schon, wo das Problem liegt. Niemand ist ganz dicht. Letzten Endes hat jeder seinen Preis.
Das Modell von der „scharf begrenzten“ Trust Domain ist ein ziemlicher Nonsens.
Es ist eher so, dass wir viele einander überlappende Trust Domains haben, in vielen verschiedenen Graustufen.
Meint
Euer Christoph
P.S. „persönliche“ Daten sind etwas gänzlich Anderes. Es sind dies Daten, die man mit einer Person in Verbindung bringen kann. Wegen des allgemeinen Rechtes auf Privatsphäre unterliegen solche Daten einem besonderen Schutz durch den Gesetzgeber.
Jeder redet von Big Data. Von großen Datenhaufen, die es zu durchwühlen gilt, um nach der einen Stecknadel zu suchen, die Dir dann den großen Gewinn verheißt. Die Lösung aller Probleme. Das Paradies. Das Mutterschiff. Die Balance. Das ewige Glück.
Genau.
Jeder von uns rennt ja einem Ziel nach. Wie heißt das doch gleich. Ach ja – die Liebe war’s.
Und der beste Verkäufer ist der, der Dir Liebe verspricht.
Wenn, ja wenn Du halt in sein Produkt investierst.
Die Datenkraken, Google, Facebook und wie sie alle heißen, haben jetzt seit 20 Jahren Daten gesammelt – große Mengen von Daten – und jetzt wissen wir schön langsam, was wir mit diesen Daten alles machen können.
Aber wie hat es begonnen?
Einleitung
Ich muss vorausschicken, dass ich kein Experte bin. Vielmehr bin ich eine Art „Wochenendphilosoph“.
Im letzten Beitrag hatte ich versprochen, dass ich mir zu folgenden Fragen Gedanken machen möchte:
Was eigentlich sind Daten? Sind Daten und Information nicht eigentlich dasselbe?
Es ist immer gut, wenn man mit dem Use Case beginnt. Also stellen wir uns folgende Frage:
Was können wir mit Daten alles anstellen?
Auch hier muss ich sagen: ich bin zwar ein Programmierer, und sollte also einen Begriff davon haben, WAS Daten eigentlich sind, aber – und das ist leider eine Tatsache – trotz dem täglichen Umgang mit Daten und Informationen bin ich nicht in der Lage, in aller Klarheit zu sagen, WAS Daten eigentlich sind.
Deshalb möchte ich mich – wie gesagt – als „Wochenendphilosoph“ betätigen und mir zuerst einmal überlegen, woher unser Umgang mit Daten und Informationen eigentlich entstanden sein könnte.
Ist es nicht so, dass schon im Tier- und Pflanzenreich, also eigentlich für jedes Lebewesen, der Umgang mit Informationen ein wesentlicher Faktor ist?
Denken wir an einen Hund, der sich sozusagen den „lokalen Tratsch erschnüffelt“, wenn er mit seiner Schnauze den nächsten Hydranten begutachtet.
Oder die Pflanzen, die aufgrund der Lufttemperatur und der Sonneneinstrahlung feststellen, dass es Zeit ist, mit der Blüte loszulegen.
Und hier sehen wir schon den Unterschied zwischen Daten und Informationen.
Nehmen wir die Datenlage „frühlingshaftes Wetter“, dann BEDEUTET das für verschiedene Lebewesen etwas Verschiedenes. Der Informationsgehalt ist ein anderer.
Pflanzen werden die Information bekommen: „es ist Zeit, mit der Blüte zu beginnen“. Menschen werden aus dem „frühlingshaften Wetter“ ableiten: „es ist Zeit, die Autoreifen zu wechseln“.
Dieselben DATEN können unter anderen Umständen eine andere BEDEUTUNG haben. Einen anderen INFORMATIONSGEHALT.
Zweifellos ist unsere menschliche Sprache ein Gipfelpunkt der Evolution, was die Möglichkeiten der Informationsweitergabe betrifft.
Trotzdem gibt es Menschen, die schneller „zum Punkt“ kommen, und solche, die komplizierte Geschichten erzählen, um ein einziges „AHA-Erlebnis“ mitzuteilen.
Das bringt uns zum Begriff der REDUNDANZ (also zum begriff der „unnötigen“ Daten) und zu einer heuristischen Formel:
DATEN = INFORMATION + REDUNDANZ
Das, was Du von anderen Menschen bekommst, sind die Daten als Gesamtheit, und Deine mühsame Aufgabe ist es jetzt, die Information aus den Daten herauszuschälen und die Information zu behalten.
Die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen.
WAS sind Daten?
Daten sind also das, was man bekommt. Bzw. das, was man hergibt Es sind MUSTER AUF EINEM DATENTRÄGER
Information ist das, was ankommt
Und damit wollen wir es für diese Woche gut sein lassen.
In meinem Beitrag, den ich letzten Montag am Abend nach der Arbeit so „schnell vor mich hingekritzelt“ hatte (siehe HIER), kam ich zu folgendem Ergebnis, da ich mir über den Begriff der „privaten Daten“ so meine Gedanken machen wollte:
Das Wesen von Daten ist es eigentlich, dass sie weitergegeben werden und nicht, dass man sie verschließt. Aber – und das ist dem allgemeinen kranken Zustand der Welt geschuldet – es gibt gewisse Notwendigkeiten, dass man sich nicht exponiert, dass man sich vor den Aggressionen anderer Menschen schützt, indem man Informationen zurückhält und eben NICHT weitergibt bzw. veröffentlicht.
Einleitung
Dieses oben genannte „Ergebnis“ habe ich dann auch auf den sozialen Medien „abgesondert“, wobei ich einen interessanten Kommentar bekam:
Ist es nicht eher das Wesen von Daten, dass sie genützt werden und die allfällige Weitergabe lediglich ein Nebeneffekt ist?
Nun hatten wir eine kurze Diskussion begonnen – leider ist unter der Woche nicht viel Zeit für so etwas – denn es ist auf den ersten Blick nicht ganz klar, was man unter einem „Nutzen“ zu verstehen hat.
Ich schlug vor, Daten als Teil des Vermögens zu betrachten und den Nutzen der Daten als Rendite zu bezeichnen. Das stieß nicht auf viel Gegenliebe, denn der Nutzen muss ja nicht unbedingt monetärer Natur sein.
Dies gilt es nun zu ventilieren………..
Auf, werfet den Ventilator an! 🙂
Nach diesem ersten Vortasten bei der Annäherung an das Thema der „privaten Daten“ haben wir nun folgendes intuitives Gefühl:
Gefühlt: wenn ich Daten einmal herausgegeben habe, wenn es keine privaten Daten mehr sind, dann ist ihr Nutzen endgültig „verpufft“. Ich kann diese Daten nicht noch einmal auf die Waagschale legen und muss sie endgültig abschreiben.
Um dieses Gefühl nun zu erforschen, wollen wir folgende Fragen stellen:
Was eigentlich sind Daten? Sind Daten und Information nicht eigentlich dasselbe?
Was genau meine ich mit dem Begriff „private“ Daten? Was ist der Unterschied zu „persönlichen Daten“? Von der sogenannten „Trust Domain“.
Von der Daten-Rendite. Haben Daten die „Sacheigenschaft“? Gehören Daten zum Vermögen?
Nun, die Beantwortung – das Ventilieren – all dieser Fragen ist zu groß für einen einzelnen Blog-Beitrag. Aber bitte besucht doch im Laufe der folgenden Wochen immer wieder dieses, mein, Blog und seht doch nach, unter der Adresse: https://letztersein.com
Eigentlich bin ich über den Begriff der „privaten Daten“ ja nur „gestolpert“, denn ich habe mir mehr oder weniger PLÖTZLICH gedacht, dass das ja eigentlich ein großer Widerspruch sei (diesem Erstaunen habe ich hier Ausdruck verliehen: https://letztersein.com/2024/03/02/private-daten/).
Im nächsten Beitrag (also hier: https://letztersein.com/2024/03/03/einzigartigkeit-und-nutzen/) habe ich dann den Gedanken entwickelt, warum ich eigentlich der Meinung bin, dass das Wort „Datum“ bzw. der moderne Begriff der „Daten“ davon herrührt, dass das lateinische Wort „datum esse anno domini xxxx“ eigentlich bedeutet: „gegeben im Jahre des Herrn xxxx“.
Und nun bin ich eigentlich der Meinung, dass Daten immer etwas sind, das man HERGIBT. Daten sind also etwas, das von seinem Wesen etwas ÖFFENTLICHES ist, zumindest sind sie etwas, das man nicht FÜR SICH BEHÄLT.
Wie meine ich das?
Nun, wenn ich Information herGEBE, dann muss ich davon ausgehen, dass sie auch WEITERgegeben wird. Alles andere wäre eine Illusion. Ich habe nie die Leute verstanden, die Dir ein Geheimnis anvertraut haben und im selben Atemzug haben sie darauf bestanden, dass „Du es nicht weitersagen darfst“ (meine Mutter hat das gerne gemacht, Gott hab‘ sie selig).
Warum sagen sie es mir dann, wenn ich es nicht weitergeben darf? Eine seltsame Denkungsweise.
Aber bitte. Vielleicht gibt es sinnvolle Anwendungsfälle für „private Daten“?
Anwendungsfälle für „private“ Daten
Beginnen wir also einmal mit dem Sprichwort „Jedes Schrifterl ist ein Gifterl“, welches von Anwälten gerne zitiert wird. Denn tatsächlich ist es so, dass die Herausgabe – die Veröffentlichung – von Information, aber auch das Senden von e-Mails und dergleichen, bei mir immer einen inneren Konflikt verursacht.
Was ist, wenn jemand diese Information gegen mich verwendet?
Was ist, wenn ich einen Fehler gemacht habe? Durch die Veröffentlichung werde ich so angreifbar.
Was ist, wenn ich mit dieser Information jemanden verärgere?
Nun, im Laufe meines Lebens ist dieses Problem immer geringer geworden, auch deswegen, weil ich bewußt begonnen habe, einen Blog zu betreiben.
Und ich bin mir ziemlich sicher, dass dieses Problem viel mit einer allgemeinen Ängstlichkeit zu tun hat, schlimmstenfalls sogar mit einer Art Verfolgungswahn.
Also, zumindest aus psychologischer Sicht ist es doch oft so, dass man – aus einer Angst heraus – manche Dinge lieber „für sich behält“.
Andererseits ist die Zahl der psychischen Störungen Legion, die entstanden sind, weil man etwas „in sich hineinfrißt“. Weil man es nicht loswird. Weil man Angst vor der Wahrheit hat.
Die Welt ist krank
Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr komme ich zu folgendem Schluss:
Das Wesen von Daten ist es eigentlich, dass sie weitergegeben werden und nicht, dass man sie verschließt. Aber – und das ist dem allgemeinen kranken Zustand der Welt geschuldet – es gibt gewisse Notwendigkeiten, dass man sich nicht exponiert, dass man sich vor den Aggressionen anderer Menschen schützt, indem man Informationen zurückhält und eben NICHT weitergibt bzw. veröffentlicht.
Lasst uns zuerst ein wenig nachdenken, was der Unterschied zwischen öffentlichen und privaten Informationen ist.
„Being unique does not automatically mean you are useful!“
lautet ein neueres Meme im Internet, und man sieht eine ziemlich verbogene – kunstvoll verbogene – Gabel unter 5 anderen, geraden, Gabeln.
Gegebenes und Geraubtes
Aber eigentlich wollte ich meine Gedanken über „private Daten“ weiterführen, die ich gestern HIER begonnen hatte.
Dort hatte ich mir überlegt, dass Daten eigentlich „das Gegebene“ sind.
Wie könnte das gemeint sein?
Na ja, stellen wir uns einen mittelalterlichen Mönch vor, der eine Urkunde ausstellt, ein Pergament. Darunter schreibt er dann, bevor er siegelt, die Worte: Datum anno domini 1492 – Gegeben im Jahre des Herrn 1492
Das Wort Datum, und mit diesem der moderne Begriff der DATEN, dürfte also davon herrühren, dass jemand jemandem ein Dokument übergeben hat.
In unserem Beispiel könnte es sich also um das Recht handeln, den Acker XYZ aus dem Eigentum des Klosters für die nächsten 100 Jahre zu nutzen.
Der Mönch hat dem Bauern also nicht nur ein Pergament mit Schriftzeichen überGEBEN, sondern dieses Dokument hat auch eine BEDEUTUNG. Es DEUTET auf ein Recht, das diesem Bauern tatsächlich gegeben wurde.
Das DEUTEN kann man sich übrigens wortwörtlich vorstellen, denn der Mönch wird ja im selben Moment dieses Recht des Bauern in die Bücher des Klosters eingetragen haben, sodass dann später die Echtheit des Dokuments überprüft werden konnte – sozusagen mit Hilfe einer doppelten Buchführung.
Die Information, die in diesem Dokument steckte, war also mindestens doppelt vorhanden, eventuell wurde noch eine Kopie an den Landesfürsten geschickt, sodass man eigentlich von ÖFFENTLICHEN Daten sprechen muss.
In unserem Beispiel machen ÖFFENTLICHE Daten durchaus einen Sinn, denn JEDER sollte wissen, dass dieser Bauer das Recht hatte, diesen Acker XYZ zu nutzen (nichts Anderes ist das moderne Grundbuch).
Wann nun – frage ich mich – könnte es einen Sinn ergeben, Daten GEHEIM zu halten, sozusagen PRIVATE Daten anzulegen?
Jedes Schrifterl ist ein Gifterl
Nun, um dem Phänomen der privaten – der geheimen – Daten ein wenig auf die Schliche zu kommen, wollen wir uns einmal mit einem alten Sprichwort beschäftigen, das Anwälte gerne bemühen: Jedes Schrifterl ist ein Gifterl.
Jede Information, die ich schriftlich herausgebe, die also beweisbar zu einem bestimmten Datum von mir ausgegangen ist – die ich gegeben habe – kann letzten Endes auch gegen mich verwendet werden.
In den Anfängen meines beruflichen Daseins war mir dieses Gefühl gut bekannt. Dieses unangenehme Gefühl, wenn eine E-Mail abgesendet war und man sie nicht mehr zurückholen konnte.
Aber nicht nur beim Senden von E-Mails, sondern auch beim Veröffentlichen auf einem Blog gibt es dieses „spezielle“ Gefühl, wenn die Information einmal draußen ist.
Denkpause
Es ist jetzt Sonntagabend. Muss Schluss machen bis nächste Woche.
Meint
Euer Christoph
Da müssen wir uns zuerst einmal fragen, wie man geheime Daten überhaupt technisch realisieren könnte.
„Datum“ ist – auf lateinisch – „das Gegebene“ und „Privatum“ ist – auf lateinisch – „das Geraubte“.
Kann es einen größeren Widerspruch geben, als zwischen „dem Gegebenen“ und „dem Geraubten“?
Und tatsächlich, das was man landläufig als „Datenpiraterie“ bezeichnet, ist kein Raub im eigentlichen Sinne. Wenn ich eine sogenannte Raubkopie anfertige, dann hat der „Beraubte“ ja nachher immer noch seine Daten. Ich habe sie ihm nicht weggenommen, ich habe sie nur kopiert – vervielfältigt.
Bei den großen Streitfragen, um die es heutzutage geht, sind wir oft in Versuchung, das Geld und die Arbeit gegeneinander auszuspielen.
Wie meine ich das?
Von der Arbeit
Ein gutes Gewerkschaftsmitglied – das ich ja bin – müsste lauthals einstimmen in den Chor derer, die mit Inbrunst verkünden:
Unsere Arbeit und Mühe sind die Grundlagen des Wohlstands. Wir sind es, die die Reichen und Mächtigen durchfüttern mit unserer Arbeit.
Und tatsächlich, wenn wir unser Privatleben betrachten, dann ist es bei den meisten Menschen wirklich so, dass die Arbeit und das Geschick, also die Fähigkeiten und die Mühe, die man investiert, eine Grundvoraussetzung dafür sind, um das Vermögen zu vergrößern.
Faule Menschen sind noch nie reich geworden – es sei denn, sie haben geerbt oder im Lotto gewonnen – aber natürlich: Fleiß alleine ist noch kein Garant für einen schönen Lebensabend.
Vom Geld
Auf der anderen Seite sind da diejenigen, die schon etwas zu bieten haben.
Also, die Grundeigentümer, Haus- und Wohnungsbesitzer, und nicht zu vergessen die Kapitalisten, denen große Geldvermögen gehören.
Sie haben soo viel, dass sie selbst gar nicht alles brauchen, und Teile ihres Vermögens gegen Entgelt verborgen können.
Diese Leute posaunen vor sich her, auch nicht ganz ohne Recht:
Ohne unser Vermögen, das wir mit einem gewissen Risiko verborgen, könnten die Unternehmer keine Arbeitsplätze sichern. Also: Arbeit macht nicht Geld, sondern Geld macht Arbeit.
Von MEINEM Beitrag
Nun gut, im ersten Kapitel hatten wir die Sichtweise der arbeitenden Schicht – da zähle ich auch mich dazu – wieder einmal ein wenig ventiliert.
Dieser egozentrische Arbeiter geht also davon aus, dass alles von ihm ausgeht. ER ist die Ursache allen Wohlstands.
MEIN Beitrag ist ALLES.
Nicht besser ist der egozentrische Vermögende, dessen Sichtweise wir im zweiten Kapitel kennengelernt haben. Und zwar war dort die Rede von den Vermögenden, die so viel besitzen, dass sie fast gar kein Risiko mehr tragen – kein unternehmerisches Risiko -, denn ihr Vermögen vermehrt sich fast „ganz von selbst“.
Es hat mehr als die „kritische Masse“.
Aber was ist mit der Mittelschicht?
Mit den unzähligen Unternehmern und unternehmerischen Menschen. Kleinstunternehmer, Klein-, Mittel- und Großbetrieb, die alle ein unternehmerisches Risiko auf sich nehmen, um ihr Vermögen zu vergrößern und es durch die Generationen hindurch über die „kritische Masse“ zu bringen?
Die erst dafür sorgen, dass die arbeitende Klasse ihre Leistung so richtig „auf die Straße bringen“ und den Wohlstand schaffen kann? Denn DAS können die Superreichen nicht, dazu sind sie zu träge und zu satt (sagt man).
Wenn wir also wieder einmal – ich weiss, ich wiederhole mich – auf den Begriff der Wertschöpfung blicken, auf den „added value“, dann sehen wir die bescheidenere Sichtweise des Unternehmers.
Natürlich wird jeder Unternehmer trachten, die Wertschöpfung – also den eigenen Beitrag – möglichst groß zu gestalten, damit ihm nicht die Kosten für die Vorleistungen „die Haare vom Kopf fressen“. Trotzdem ist dieser Ansatz, dass die eigene Leistung nicht ALLES ist, sondern nur sozusagen der „Schlussstein“, den man auf eine gemeinsame Anstrengung setzt, sehr viel bescheidener als der Ansatz, dass die eigene Leistung alles sei.
Und natürlich ist der Begriff der Wertschöpfung eine Sache des Blickwinkels.
Der Eigentümer eines Unternehmens wird den Gewinn als die eigentliche Wertschöpfung betrachten, denn der Gewinn ist die Rendite für seinen Kapitaleinsatz.
Andererseits wird der Arbeitnehmer sein Nettogehalt als Wertschöpfung empfinden, denn das ist das „Ergebnis, mit dem er nach Hause geht“.
Ich habe mir erlaubt, dies in einem Diagramm beispielhaft darzustellen:
Abbildung 1: Vorleistungen und Wertschöpfung – Übersicht
In Abbildung 1 sieht man symbolisch eine Arbeitsstunde, die ich leiste. Mein Chef bekommt von seinem Kunden dafür einen Preis – einen Umsatz – von 100%.
Der Nettogehalt, der mir übrig bleibt, beträgt 20% – das Grüne ist also meine persönliche Wertschöpfung.
Der Eigentümer bekommt von meinem Chef das Gelbe – hier ebenfalls 20% – das nennt sich Gewinn. Damit bezahlt mein Chef das Kapital, das ihm der Eigentümer geborgt hat. Für den Laien mag es sich seltsam anhören, aber Geld kostet etwas – Geld ist nicht gratis.
Aus Sicht des Eigentümers ist natürlich der Gewinn gleichzusetzen mit der Wertschöpfung des Unternehmens, alles andere – die Gehälter und die Vorleistungen – sind natürlich „nur“ Kosten.
Wertschöpfung ist also für jeden Menschen etwas sehr persönliches, nämlich „der Gegenwert seines eigenen Beitrags“.
Vom Konsum
Aber WARUM tun wir das alles? Warum investiert der Eigentümer sein Kapital in ein Unternehmen? Warum investiert ein Arbeiter seine Arbeitskraft in ein Unternehmen? Kurz gesagt: WARUM leben wir?
Nun Abbildung 1 hat uns schon gezeigt, dass weder die Arbeit noch das Kapital ein Selbstzweck sind, denn beide – Kapital und Arbeit – sind nur gleichberechtigte Produktionsfaktoren bei der Produktion von Gütern.
Das generelle Ziel ist also eigentlich weder der Gewinn noch der Lohn – diese Ziele sind die egozentrischen Ziele der an der Produktion beteiligten Personen, die miteinander in Konkurrenz stehen – sondern die Produktion und der Konsum von Gütern, also der Umsatz.
Und nun sind wir schon knapp an der volkswirtschaftlichen Sichtweise.
Der ganze Rest
Tatsächlich wird der gesamte in einer Volkswirtschaft erwirtschaftete Umsatz – das Bruttonationaleinkommen BNE – oft als Kenngröße herangezogen, wenn man darstellen möchte, ob es einem Volk „gut geht“.
Aber ist nicht auch das noch viel zu kurz gegriffen?
Was ist MIT DEM GANZEN REST?
Glück? Sinn? Glaube? Hoffnung? Liebe?
Nun, darüber könnte man nun wirklich viiiiiieeeeeeel schreiben, aber für heute reicht’s mir.