Hast Du Dich schon einmal gefragt, was eigentlich der Unterschied ist, zwischen einem Telefongespräch und einem Direktgespräch?
Also der Unterschied zwischen einem Gespräch, das zwei Menschen führen, die einander PHYSISCH begegnen, und einem Gespräch, das nur VIRTUELL geführt wird?
Ist es die Tatsache, dass ein virtueller Gesprächspartner leichter simuliert werden kann als ein realer?
Dass es also schwieriger ist zu kontrollieren, ob am „anderen Ende der Leitung“ tatsächlich, wirklich, real ein Mensch „sitzt“? In Zeiten von KI sicher eine wichtige Frage!
Dass es TATSÄCHLICH genau der Mensch ist, den ich am anderen Ende vermute?
Nun, diese Frage der Identitätsfeststellung (Authentifizierung) ist generell ein Problem der Telekommunikation, aber lasst uns kurz einmal annehmen, dass dieses Problem ein für allemal gelöst sei.
Die nächste Frage ist: Wie gehe ich mit meinem Gegenüber um?
Ist es nicht egal, ob ich direkt über das Medium „Schall- und Lichtwellen“ mit einem Menschen verbunden bin, oder über das Medium „Internet“, wenn es um die Frage geht, ob ich mein Gegenüber wie einen Menschen behandeln soll?
Da kommt mit der KI jetzt aber eine gänzlich neue Frage hinzu. Hat die KI Rechte? Gelten für eine künstliche Intelligenz auch die Menschenrechte? Darf ich eine KI belügen?
Spannend.
Ein kluger Mensch hat einmal gesagt: Sobald man Menschen wie Dinge behandelt, wird es böse.
Ist eine KI eine Person oder ein Ding? Eine Sache?
Und natürlich die „Frage aller Fragen“.
Wenn ich das gesamte Universum als Medium betrachte. Ist das Universum nicht einfach ein Medium, über das Gott mit uns spricht? Finden wir die „Spuren Gottes“, die „Muster Gottes“ im Universum? Haben diese Muster für uns eine „Bedeutung“?
Nun wissen wir schon, dass Euch religiöse Überlegungen mehr zusagen, als Gedanken über die schnöde Wirtschaft.
Trotzdem ist es jetzt – und gerade jetzt – und gerade in Österreich – nötig, versöhnende Töne anzuschlagen, was das Verhältnis zwischen Kapital und Arbeit betrifft.
Beim Durchforsten meines Blogs – unseres Blogs – fand ich heraus, dass ich einige Versprechen gemacht hatte, die ich eigentlich noch einlösen muss:
HIER hatte ich versprochen, dass ich mir Gedanken über das „Muster Gottes“ machen möchte, das die Menschen offensichtlich im Laufe ihrer Geschichte entdeckt haben.
HIER habe ich ziemlich klar herausgearbeitet, dass es einen Konflikt zwischen dem Lebensmodell des „quid pro quo“ und dem Lebensmodell der „Hingabe“ gibt. Dieses Thema hat sich dann einige Zeit lang durch das ganze Blog gezogen (Reziprozität im Altertum, die goldene Regel in der Neuzeit, Proaktivität), aber vielleicht sollte man nocheinmal explizit einen Beitrag schreiben, der sich NUR mit diesem Thema beschäftigt. Und eigentlich habe ich mir ja vorgenommen, ein 15. kleines religiöses Büchlein „über die Reziprozität“ zusammenzustellen.
Jedenfalls wünsche ich Euch eine schöne neue Woche
Wenn wir uns die biblische Geschichte von der TEMPELREINIGUNG vor Augen führen, dann scheint es auf den ersten Blick so zu sein, dass Jesus den Kapitalismus und das Geld an sich zum Feind hatte.
Denn diese Episode war, soweit wir das wissen, die einzige Gelegenheit, wo Jesus so richtig „in Saft“ gegangen ist. Wo er nämlich die Händler und Geldwechsler unter Gewaltanwendung aus dem Tempel entfernte, mit den überlieferten Worten: „Steht nicht geschrieben: ‚Mein Haus soll ein Bethaus heißen für alle Völker‘? Ihr aber habt eine Räuberhöhle daraus gemacht“ (Mk 11,17).
Es erscheint uns also keinesfalls als Wunder, dass drei der vier Evangelien diese Episode an den Anfang der Leidensgeschichte stellen. Zu provokativ ist dieses Verhalten gegenüber den geistlichen und weltlichen Eliten.
Gleich nach der Tempelreinigung schreibt Markus die Worte (Mk 11,18): „Die Hohenpriester und die Schriftgelehrten hörten davon und suchten nach einer Möglichkeit, ihn umzubringen. Denn sie fürchteten ihn, weil alle Leute von seiner Lehre sehr beeindruckt waren.“
Auch Lukas schreibt gleich nach der Geschichte über die Tempelreinigung (Lk 19,47): „Er lehrte täglich im Tempel. Die Hohenpriester, die Schriftgelehrten und die übrigen Führer des Volkes aber suchten ihn umzubringen.“
Von den himmlischen Dingen
Trotzdem würde ich die kecke Behauptung aufstellen, dass die Ermordung Jesu eigentlich auf einem Mißverständnis beruhte.
Denn, und ich unterstelle das einmal, es ging Jesus hauptsächlich um die persönliche Beziehung der Menschen mit ihrem Schöpfer, mit ihrem Vater, mit ihrem „Abba“ (das heißt eigentlich „Papi“).
Diese Beziehung zu Gott ist nun nicht im geringsten gleichzusetzen mit auch nur irgendeiner Beziehung im menschlichen Leben.
Unsere weltlichen Beziehungen sind IMMER geprägt von einem Geben und Nehmen, von einem Interessensausgleich, von einem „quid pro quo“ und von Angebot und Nachfrage.
Alle Versuche unsere menschlichen Beziehungen zu „optimieren“, zu „veredeln“ oder sonstwie zu „perfektionieren“, wie zum Beispiel im Kommunismus, sind – und das muss auch ich als eher linker Agent zugeben – kläglich gescheitert.
Nicht einmal die Mönche und Nonnen schweben wie Engel einher, sondern auch in einem Kloster kann es gewaltig menscheln (unterstelle ich mal).
Trotzdem, und gerade deswegen, ist unsere persönliche Beziehung zu Gott, unser Gebet, unsere Opfer, geprägt von einer unendlich hohen Ungleichheit. Gott ist nun mal „der Boss“ (sag‘ ich mal plakativ), und wir sind dringend abhängig davon, dass wir unsere Beziehung zu ihm aufrecht erhalten.
Und hier haben wir den Punkt, an dem Jesus seinen Zorn aufgehängt hat.
Die Händler und Geldwechsler im Tempel waren ja nicht irgenwelche Geldwechsler und Händler, sondern sie handelten mit Opfertieren.
Die Menschen waren also in ihrer Beziehung zu Gott dringend angewiesen auf diese Opfertiere und die Händler und Geldwechsler machten ein Geschäft aus der Notwendigkeit der Gottesbeziehung der Menschen. DAS IST BÖSE.
Aus der Gottesbeziehung der Menschen ein Geschäft zu machen, IST BÖSE.
Jesus ging es nicht um andere, alltägliche Geschäfte. Als man ihn fragte, ob man denn dem Kaiser Steuern zahlen sollte – der römische Kaiser war ja das Oberhaupt der Besatzungsmacht – sprach er sogar die überlieferten Worte: „So gebt dem Kaiser, was dem Kaiser gehört, und Gott, was Gott gehört!“ (Mt 22,21).
Von den irdischen Dingen
Das Böse ist es also, wenn man versucht, die himmlischen Dinge auf die Erde herabzuholen, und zu irdischen Dingen zu machen. Das haben schon die alten Griechen gewußt (ich muss immer wieder an Prometheus denken).
Wenn hingegen der Himmlische selbst herabsteigt, um unser irdisches Leben zu „verhimmlischen“, dann ist das ein Geschenk, das wir gerne annehmen sollen.
Und so können wir unsere alltäglichen „Geschäfte mit der Liebe“, unser „quid pro quo“, unser „do ut des“, unser „Angebot und Nachfrage“, unser „Geben und Nehmen“ und unsere verschiedenen Formen des Interessensausgleichs im Lichte Christi betrachten und sie haben dann in unserem „Außenleben“ nach wie vor einen Platz, sogar in unserer Beziehung zur Menschennatur Christi.
Nur die göttliche Natur des Sohnes, der Vater und der Hl. Geist sind diesen Mechanismen nicht zugänglich. Mit Gott können wir nun mal keine Geschäfte machen. Er ist „der Boss“.
Unser „Innenleben“, unsere „Seele“, soll aber ein Tempel Gottes sein, tief dort drinnen hat Geschäftemacherei nicht den geringsten Platz. Sonst machen wir unser „Innenleben“ auch zu einer Räuberhöhle.
Und wieder einmal habe ich mir HIER so meine Gedanken darüber gemacht.
Und natürlich ist es die Denkfaulheit, die uns in den Abgrund führt, es ist weder der Sozialismus und schon gar nicht der Kapitalismus.
Doch dieses Mal
möchte ich mich lieber mit der Reziprozität beschäftigen, und mit der christlichen Sicht darauf.
Denn die Reziprozität – „wie Du mir, so ich Dir“ – ist eigentlich das ursprünglichste unserer Handlungsmuster. Wenn Du mir eine reinhaust, dann haue ich zurück.
Im Kriegsfall ist ja immer die Frage: Wer hat sich zuerst verteidigt? Oder, wie es die EAV ausgedrückt hat: „Achtung! Hier kommt die Notwehr!“
Und, man muss es ehrlich sagen, sogar das Gesetz „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ war eigentlich ein kultureller Fortschritt. Denn vorher galt das Gesetz: „Wenn er meine Frau auch nur ansieht oder meine Mutter auch nur beleidigt, werde ich ihn töten und schlimme Rache an seiner Familie nehmen“ (noch heute gibt es Kulturen, die noch nicht einmal das „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ verinnerlicht haben, wie wir alle wissen).
Trotzdem, wir sollten besser sein, denn unser Führer ist Jesus Christus, der keinen einzigen Funken Gewalt angewandt hat – außer bei der Vertreibung der Händler aus dem Tempel.
Und für uns gilt die goldene Regel: „Was Du vom anderen erwartest, das tu selber“.
Wir sollen also nicht darauf warten, dass der andere etwas tut – und dann darauf reagieren – sondern wir sollen proaktiv tätig werden, und aus uns selbst heraus die Welt – und uns selber – heilig machen. Mit der Hilfe Gottes, denn ohne ihn geht das nicht.
Aus der antiken Reziprozität wird also die christliche, neuzeitliche Proaktivität, die uns nicht ruhen läßt, bis wir es besser gemacht haben.
Ich habe das immer gerne gesagt, wenn jemand zu mir sagte: „Mach’s gut!“, dann erwiderte ich: „Mach’s besser!“.
Zur Zeit nutze ich die Dienste des Anbieters wordpress.com für dieses Blog. Falls ich in Zukunft umziehen muss, werde ich alle meine Blogs über folgende Seite verfügbar halten:
Ich habe mich nun schon längere Zeit nicht bei Euch gemeldet.
Einerseits liegt das daran, dass ich zur Zeit im Job ziemlich viel um die Ohren habe, andererseits bin ich auch für 3 Wochen im Krankenstand (gewesen), da ich mich um meinen BMI kümmern muss.
Trotzdem möchte ich kurz mitteilen, dass ich die Idee für ein fünfzehntes „Kleines Religiöses Büchlein“ hatte und dass dieses den Titel „Von der Reziprozität“ tragen wird.
In dem neuen kleinen Büchlein möchte ich mich im Wesentlichen mit der „Goldenen Regel“ beschäftigen. Denn Jesu Reich ist zwar nicht von dieser Welt, er hat uns aber in seinen Gleichnissen eine ganze Menge Hinweise gegeben, wie wir uns in dieser Welt verhalten sollen. Der Gipfelpunkt davon ist die „Goldene Regel“.
Aus gegebenem Anlass möchte ich aber zum wiederholten Male auf das Begriffspaar „Sozialismus – Kapitalismus“ hinweisen.
Wenn man sofort und ohne Umschweife auf den Kern der Sache kommt, dann sind das zwei gegensätzliche Prinzipien der Wirtschaftsführung.
Der Sozialismus möchte alle Produktionsfaktoren vergesellschaftlichen – also in das Staats- oder Gemeindeeigentum überführen – während der Kapitalismus alle Produktionsfaktoren im Privatbesitz sehen möchte.
Wie immer ist das Problem ein Problem mit den Allquantoren. Ohne auf den Einzelfall zu achten, möchte man entweder das eine oder das andere für ALLE Produktionsfaktoren, ohne genauer darüber nachdenken zu müssen.
Und so, wie bei allen „ismen“, ist das Problem die Denkfaulheit.
Es braucht nicht viel Hausverstand, um zu erkennen, dass in manchen Fällen die Verstaatlichung der Produktionsfaktoren gut sein wird, in anderen Fällen die Privatisierung. Denken muss man halt ein bisschen, um die Entscheidung im Einzelfall richtig zu treffen.
Was in dieser Diskussion aber IMMER mitschwingt, das ist der kalte Krieg, der neue kalte Krieg, dem wir entgegenarbeiten („der Weg des Wassers“).
Denn der Sozialismus ist – historisch betrachtet – oft mit einer Diktatur einhergeschritten und der Kapitalismus immerhin manchmal mit einer Demokratie.
Darum tappen wir immer wieder in dasselbe Denkmuster – denn dass Diktatur etwas Gutes sei, wird nun wirklich niemand behaupten –
Kapitalismus – gut
Sozialismus – böse
Mein Denkmuster ist halt anders:
Denkfaulheit – böse
Jeden Einzelfall unvoreingenommen entscheiden – gut
habe ich auf einen Artikel auf meinem anderen Blog hingewiesen.
Aus jenem Artikel ist nun – auf jenem Blog, in englischer Sprache – eine ganze Serie entstanden, die ich hier nochmal extra verlinken möchte, und auch ein paar letzte Bemerkungen zu dem Thema möchte ich mir erlauben
Zusammenfassung / Verlinkung
Diese kleine Reihe von Blogbeiträgen versucht, folgendes Thema zu diskutieren:
Eine Schichtung des Universums, oder mit anderen Worten:
Eine Ordnung der Schöpfung.
Die folgenden Blogbeiträge sind derzeit in dieser Reihe verfügbar:
Eine philosophische Zusammenfassung: DIESER BEITRAG HIER
Schlußbemerkungen
Wenn ich meine Schriften so zurück verfolge, dann kommt das Thema der Schichten des Universums zum ersten Mal in meinem 10. Büchlein „Vom Leben“ im März 2018 (https://letztersein.com/kleine-religiose-buchlein/).
Dort beginne ich zum ersten Mal im Kapitel „Geist“, die Technik der sogenannten „Protokollstapel“ einzusetzen, um die Begriffe Geist und Materie in einem Schaubild darzustellen. Ich zeichne die „materiellen“ Schichten eines Menschen „eher unten“ und die „geistigen“ Schichten eines Menschen „eher oben“.
Dies ist den Protokollstapeln nachempfunden, die wir in der Telekom und Netzwerktechnik verwenden, um die verschiedenen Schichten der Kommunikation von Computersystemen darzustellen.
Im 12. Büchlein „Geist – Sinne – Körper – Seele“ und in den beiden genannten Blog Postings,
ventiliere ich das dann in einer größeren Detailtiefe.
In all diesen Schriften folge ich einfach dem heuristischen Ansatz, dass es leicht möglich sei, in allen Entitäten des Universums INNERE Schichten zu identifizieren, die einander – je nach Schicht – ebenbürtig seien, sodass alle diese Entitäten miteinander innerhalb der einzelnen Schichten INTERAGIEREN KÖNNEN.
Wie können wir diese „inneren Schichten“ verstehen?
Nun, zur Idee dieser „inneren Schichten“ führt uns der Begriff der „Abstraktionsschicht“, wie wir ihn aus der Informationstechnologie kennen.
Dies können wir an einem einfachen Beispiel klar machen:
Ich kann einen Menschen sehr konkret kennenlernen, wenn wir einander umarmen, das betrifft auf jeden Fall die „Schicht 0“ (die Materie und die Physik), kann aber auch – wenn Gefühl, Emotion oder andere Sinne beteiligt sind – bis in die „Schicht 1“ des Sinnlichen hochgehen.
Wenn man während einer Umarmung auch noch darüber nachdenkt (ja, auch das gibt es!), dann ist man zwar eher ein „verkopfter Typ“, aber auch eine Umarmung kann eben bis in die „Schicht 2“ vordringen (zum Beispiel jetzt, wenn ich darüber schreibe).
Wenn ich hingegen einem Menschen zuhöre, mit ihm rede oder seine Schriften lese, dann erlebe ich diesen Menschen hauptsächlich auf „Schicht 2“, also geistig, was einem höheren Abstraktionsgrad oder man kann auch sagen, einer zusätzlichen Indirektion, entspricht.
Die unterste Schicht, die „Schicht 0“ ist dabei immer die Physik, die alle Interaktionen im Universum anhand der Begriffe Materie, Energie und Raumzeit beschreibt (das ist zugegeben eine krasse Vereinfachung der Physik).
Die Schicht des Sinnlichen, die ich auf eine Ebene mit der Software im Internet stelle – in welchem wir bekanntlich 5 Schichten unterscheiden – bezeichne ich also entweder als „Schicht 1“ oder als „Schicht 1-5“.
Darüber schwebt dann nur mehr der Geist, also „Schicht 2“ bzw. „Schicht 6“ (hier wäre es vielleicht nötig, noch einmal einen zusätzlichen Text zu schreiben, um genauer zu differenzieren: die Schicht „Geist“ betrifft ja auch Begriffe wie „Intelligenz“, „Weisheit“, „Mind“, „Intelligence“, „Spirit“, und dergleichen).
Was ist die Wuchtel des Ganzen?
Nun, die Wuchtel oder – für meine Leser, die des Wienerischen nicht mächtig sind – das Unerhörte an diesen Modellbildungen ist es, dass ich die Software in unseren Computern – und im Internet – auf eine Stufe mit den menschlichen Sinnen stelle.
Wenn ich sie nun auf eine Stufe stelle, dann heisst das aber eben nicht, dass sie gleichartig und gleichwertig mit unseren menschlichen Sinnen wären, sondern es heisst nur, dass sie mit unseren Sinnen interagieren können.
Denn in der Modellbildung der Protokollstapel kann eben immer nur eine der Schichten mit einer anderen Schicht interagieren, kommunizieren, wenn sie auf derselben Ebene liegt wie diese.
Die Materie eines Steins kann nicht direkt mit meinem Geist interagieren, denn die Materie des Steins liegt in „Schicht 0“ und mein Geist liegt in „Schicht 2“.
Um mit der Materie eines Steins zu interagieren, benötigt mein Geist ein BILD DES STEINS, das ihm die Sinne liefern. Erst mit diesem Bild des Steins kann dann der Geist interagieren und meinen Sinnen und meinem Körper Befehle geben, sodass diese dann direkt mit der Materie des Steins interagieren.
Diese „proximitive Wirkung der Sinne“ kann auch das Internet bieten.
Nicht selten höre ich jemanden fragen: „Bist Du schon auf dem Server XY?“ und ich antworte: „Ja, ich bin schon auf dem Server“.
Bin ich WIRKLICH dort?
Natürlich nicht.
Aber meine Sinne und das Internet bieten meinem Geist ein Erlebnis, das sich für meinen Geist anfühlt, als sei er dort „auf dem Server“.
Das ist meiner Meinung Grund genug, meine Sinne und das Internet auf dieselbe Stufe zu stellen.
Motivation
Aber war das alles nicht nur der Versuch, unsere Sichtweise als Netzwerktechniker und Informationstechniker einfach „auf die gesamte Welt zu übertragen“?
Na ja, wer mich kennt, der weiss, dass ich gerne einfach aus Neugier oder auch nur aus Spass an der Freud mir Gedanken mache. Das ist ja nichts Verwerfliches.
Beginnen wir also von Anfang an
Wir wollten in dieser Schriftenreihe also versuchen, die Interaktionen zwischen den Objekten des Universums generell mit den Methoden der Informationstechnologie darzustellen.
Dazu muss man sich vergegenwärtigen, dass die Informationswissenschaften eigentlich zu den allerjüngsten Wissenschaften gehören.
Wenn man es nämlich historisch betrachtet, dann war da mit den Newton’schen Gesetzen zuerst einmal der Durchbruch der Mechanik und der Thermodynamik, der wohl seinen industriellen Höhepunkt in der Erfindung der Dampfmaschine hatte.
Man könnte es – ein wenig flapsig – auch so formulieren:
Im 18. Jahrhundert wurde die Dampfmaschine erfunden, die große Zeit der Dampfeisenbahn war dann das 19. Jahrhundert
Die elektrische Maschine wurde im 19. Jahrhundert erfunden und die Elektrotechnik erlebte ihre erste große Zeit im 20. Jahrhundert, neben dem Aufstieg des Verbrennungsmotors
Eigentlich konnte man bereits mit Hilfe der Mechanik einfache Rechenmaschinen bauen, aber erst die Elektrotechnik und deren Miniaturisierung erlaubten die Erfindung des Computers im 20. Jahrhundert
Nun, am Anfang des 21. Jahrhunderts erleben wir mit der sogenannten „Digitalisierung“ einen Siegeszug der Computertechnik, die nun in alle, aber auch wirklich alle Gebiete des täglichen Lebens einzug hält.
Wen wundert es also, dass man versucht ist, die gesamte Schöpfungsordung (oder, wie ich sage: die „Schichten des Universums“) aus der Sicht der Informationsverarbeitung zu interpretieren.
Dabei hat die Informationsübertragung auch im menschlichen Gebrauch eine lange Geschichte.
Ist nicht die Sprache unsere ureigenste Form der Informationsübertragung?
Gibt es nicht schon seit langer Zeit Dokumente in verschiedenen Formen? Papyrus? Pergament?
Gab es nicht schon immer Informationsübertragung? Meldeläufer? Postboten? Pony Express? Brieftauben?
Gab es nicht auch schon immer Informationsübertragung per Strahlung bzw. über Wellen? Buschtrommeln? Leuchtfeuer? Rauchzeichen?
Die Informationstechnologie ist also eine sehr alte, dem Menschen ureigene Sache, die aber erst mit der Erfindung des Computers und mit den modernen Informationswissenschaften ihren Höhepunkt findet.
Es spricht also nichts dagegen, einmal die „Nerd-Brille“ aufzusetzen, und damit die ganze Welt, die ganze Schöpfungsordnung zu betrachten.
Meint
Euer Christoph
P.S.: Was könnte noch alles ventiliert werden?
Na ja, bisher habe ich nur von einem „flachen“ Universum geschrieben, in dem also alle Objekte im Informationsraum „nebeneinander“ liegen, wenngleich sie unterschiedlich hohe Protokollstapel haben.
Abbildung 1: „flaches“ Universum
Nun könnte man aber z.B. einen Menschen in seine Einzelteile zerlegen.
Wir hätten in unseren Protokollstapeln also nicht „Otto (ein Mensch)“ und „ein Stein“, sondern wir hätten
„Otto (ein Mensch)“, bestehend aus „Ottos Teilen (Ottos Gliedmaßen, Ottos Organe, Ottos Knochen, Ottos Haut und Haare, …….)“ und „ein Stein“.
Jedes dieser Teilobjekte hätte in sich wieder die „inneren Schichten“, also ausgehend von der Materie, hinauf bis in die Sinne und manche dieser Teile hätten sogar eine „geistige“ Schicht (das gilt dann wahrscheinlich nur fürs Gehirn).
Aber ALLE Interaktionen würden durch materiell/energetische Interaktionen in einer Raumzeit REALISIERT (also auf physikalische Weise), wenngleich sie teilweise auch als Sinne oder Geist ABSTRAHIERT (gedeutet) werden können.
Mein anderes Blog (https://areasharpa.blog/about ) ist zwar normalerweise rein technischen Artikeln gewidmet, aber diesmal habe ich ein wenig Philosophie abgesondert, in Englischer Sprache:
P.S. hier einige Auszüge aus jenem Blog, übersetzt mit Google
Diesmal ein paar Auszüge aus meinem Blog:
Lieber Leser!
Vielleicht ist dieser Blog nicht der richtige Ort für eine Diskussion über die Schichten des Universums, aber ich denke, es ist nie zu früh und nie zu spät, ein wenig innezuhalten und darüber nachzudenken, WAS wir hier tun diesen Planeten, in diesem Universum, JETZT UND HIER, und WARUM wir es tun.
Sie erinnern sich vielleicht, dass wir in diesem Blog bereits vor fast zwei Jahren eine solche Diskussion geführt haben:
Also beschloss ich, bei Null anzufangen und zu versuchen, das alles zu verstehen.
Wahrscheinlich bin ich noch nicht reif genug, um das alles tatsächlich zu verstehen – um erleuchtet zu werden – also los geht’s.
Bitte verstehen Sie diesen Blogbeitrag als einen Versuch, einen Teil des Universums zu verstehen, durchgeführt von einer Art „Wochenendphilosophen“ (wie ich mich selbst bezeichnen würde).
Warum habe ich versucht, die „Schichten des Universums“ zu klassifizieren?
Nun, damals habe ich gesagt:
Ich muss sagen, dass ich Programmierer bin und deshalb daran interessiert bin, jedes System von oben bis unten zu durchschichten – das ist eine Berufskrankheit von uns Programmierern.
Heutzutage wäre ich vorsichtiger.
Ist es nicht ein allgemeines Muster, das wir im Universum finden, wenn wir es studieren?
Wir können feststellen:
— Die Wesenheiten des Universums erbringen einander DIENSTLEISTUNGEN
— Immer ist ein Unternehmen der ANBIETER des Dienstes
– Die andere Entität ist der BENUTZER des Dienstes
Kurz gesagt können wir also sagen:
— Die Nutzung/Konsum der Dienste erfolgt nach den von den Anbietern/Anbietern festgelegten Regeln
— Programmierer nennen ein solches Regelwerk die SCHNITTSTELLE eines Dienstes / einer Entität
Allerdings bringt diese ganze Schichtung des Universums einen großen Nachteil mit sich.
Wenn wir den Benutzer immer über dem Anbieter oder links vom Anbieter zeichnen, werden wir dazu verleitet, ein Urteil über den WERT der Ebenen zu fällen.
[…]Als sie nun in den Weg der Siedlung einbogen, waren Walters Gedanken angespannt. Würden die Kinder einander mögen? Heute waren die beiden Halbgeschwister Carl-Friedrich und Lieserl ebenfalls anwesend, da sie das neue Familienmitglied kennenlernen wollten.
Zuallererst gab es eine Stärkung, die Veronika bereits vorbereitet hatte, dabei stellte Walter das neue Kind vor: „Das ist Conrad Peter. Er wird ab jetzt bei uns wohnen“.
Stille.
Ein schlechtes Zeichen.
„Also, wie wäre es, wenn ihr zur Begrüßung einmal das ‚My Reality‘-Spiel mit Conrad Peter spielt?“
„My Reality?“, fragte Conrad Peter. „Hört sich interessant an, aber ich habe immer gedacht, es gibt nur eine Realität“, fügte er hinzu, und: „Monsignore Kaminsky sagt immer: Es kann nur eine Wahrheit geben.“
Na gut, wir hatten ja bereits erwähnt, daß Conrad Peter noch viel zu lernen hatte.
Jedenfalls hatte Walter in diesem Haus einen Raum eingerichtet, in dem mehrere Computer standen und den Kindern eine Installation boten, die man als „Multiplayer-Holodeck“ bezeichnen konnte, wenngleich die Technologie dafür noch sehr in den Kinderschuhen steckte.
Man konnte dort eigene virtuelle Welten basteln, quasi wie mit einem Lego-Baukasten aus kleinen Steinchen zusammensetzen.
Und man konnte diese Welten dann mehr oder weniger „betreten“ beziehungsweise „bewohnen“.
Man konnte diese virtuellen Welten einzeln oder in Gruppen von bis zu fünf Personen betreten.
Am einfachsten war es natürlich, sitzende Positionen zu simulieren, also Autorennen und Luftkämpfe, aber Walter hatte bereits Pläne, die Motion Capture Technik zu verwenden, um in diesen Welten auch „herumgehen“ und sogar „herumlaufen“ zu können.
Dieses „Ich zeig‘ dir meine Welt, zeig‘ du mir deine“ – Prinzip war bei den Kindern sehr beliebt, und so darf es nicht verwundern, daß sie auf Walters Vorschlag begeistert aufsprangen und Conrad Peter sofort in den Computerraum mitnahmen.
Carl-Friedrich sagte: „Ich schlage vor, wir nehmen das Anfänger Level mit der Eisenbahn, da kann sich Conrad Peter erst einmal daran gewöhnen, wie das System auf seine Bewegungen reagiert“.[…]
Dieses „Ich zeig‘ dir meine Welt, zeig‘ du mir deine“ – Prinzip war bei den Kindern sehr beliebt, und so darf es nicht verwundern, daß sie auf Walters Vorschlag begeistert aufsprangen und Conrad Peter sofort in den Computerraum mitnahmen.
„Ich zeig‘ dir meine Welt zeig‘ du mir deine“
Ist das nicht auch der Ursprung der Sprache?
Kind: „Was ist das?“
Mutter: „ein Bananenfrappé“
Kind: „Mhhhhhh“
Und ist die Sprache nicht der Versuch, die Welt abzubilden, so wie wir sie sehen?
Als ich zum ersten Mal lernte, was objektorientiertes Programmieren bedeutet, sagte unser Lehrer: „Jedes Computerprogramm bildet einen Teil der Welt als Modell ab“.
Mir kam das zu eng vor.
Gibt es nicht auch Programme, Apps, die sich mit purer Mathematik oder mit anderen Phantasiegebilden beschäftigen?
Schon, aber als Inhalt des Kopfes des Programmierers sind sie ja auch ein Teil der Welt.