Was zum Kuckuck hat denn dieser Ausspruch jetzt mit der Wirtschaftskrise zu tun (zu der ich mir in der Serie „Gedanken eines Technikers zur Weltwirtschaft“ nun zum letzten Mal Gedanken mache)?
Na ja, eigentlich hat ja Geld einen rein psychologischen Wert, denn der Wert des Geldes entscheidet sich im Verkaufsgespräch zwischen Einkäufer und Verkäufer, wenn es um den Kauf einer Ware oder Dienstleistung geht.
Mithin sind die Methoden der Mathematik vollkommen fehl am Platze, wenn es um Geld geht, und man sollte sich eher der Methoden der Psychlogie bedienen.
Lieber Leser, lass einmal folgende Aussagen durchsickern und entscheide dann, was Du denken sollst bzw. willst.
„Eine Firma regt die Phantasie eines Investors an – oder eben nicht“
„Der Geist, weht wo er will – und wo er nicht will, da weht er eben nicht“
„Innovation läßt sich nicht in EXCEL Tabellen fassen“
„gehörst Du zur Denkschule ‚Alles im grünen Bereich‘ oder zur anderen ‚wir sind auf dem Weg zum Abgrund'“? Welches ist Dein Glaubensbekenntnis?
„Betest Du am Abend: ‚unser tägliches Brot gib uns heute‚ oder betest Du: ‚und das für morgen übermorgen und nächste Woche hätte ich am liebsten auch gleich‘?“
„Treffen sich zwei Freunde. Sagt der eine: ‚Heute sind die Börsen auf Talfahrt‘. Sagt der andere: ‚Und hast Du auch schlechte Nachrichten?'“
Gleich mal eines: ich werde diese Frage nicht beantworten.
Im letzten Artikel dieser Serie „Gedanken eines Technikers über die Wirtschaftskrise“, haben wir erkannt, dass Geld IMMER in die Welt kommt, indem irgend jemand Schulden macht.
Also können Schulden nichts „an sich Böses“ sein (wie es vielleicht ein Moraltheologe formulieren könnte).
Bleiben aber die Fragen: Wer „opfert sich“, die Schulden zu machen, die notwendig sind, damit Geld in die Welt kommt und „wieviel Geld bzw. Schulden sind überhaupt möglich/nötig“, damit die „Sache im grünen Bereich bleibt“.
Ich bin kein Wirtschaftsfachmann, darum kann ich auf diese Fragen keine Antworten geben. Ich kann nur einige Denkansätze liefern und um Kommentare bitten.
Ein rigides staatliches Sparprogramm ohne Phantasie ist SICHER NICHT die Antwort auf obige Fragen. Denn da der Staat mittlerweile einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren ist, würe das aus der Staatsschuldenkrise nur wieder eine Wirtschaftskrise machen, die eine Verschärfung der Staatsschuldenkrise nach sich zieht. Die Abwärtsspirale wäre eingeleitet. Das rigide staatliche Sparprogramm in Europa wünscht man sich natürlich jenseits des Atlantiks, denn man möchte gerne die sozialen Probleme exportieren.
Aber wenn der Staat nicht mehr genug Finanzkraft hat, um in die Zukunft zu investieren, wer könnte dann in die Zukunft investieren? Nun gut, vielleicht kann man ja Investoren davon überzeugen, dass das ewige Zocken mit Spielgeld auf den Aktienmärkten letzten Endes doch nicht so interessant ist, wie eine reale Investition in die reale Zukunft (Stichwort Vermögenssteuer auf Aktien, Transaktionssteuer, etc.).
Ausserdem könnte man sich mit jeder Menge Phantasie dazu durchringen, die Realwirtschaft zu stärken.
Hierzu möchte ich ein altes österreichisches Sprichwort ein wenig abwandeln:
Kriege führen mögen andere,
du glückliches Europa rüste sie aus (ist nur einer von vielen Denkansätzen).
Hier, im ersten Artikel der Serie „Gedanken eines Technikers über die Weltwirtschaft“ (Einleitung siehe dort), werde ich nicht sofort und reflexartig darauf hinweisen, dass die Krise eben daraus folgt, dass man zuwenig in Forschung und Entwicklung investiert hat, sondern ich werde mich bemühen, dem Phänomen des Geldes ehrlich auf die Spur zu kommen.
Ein meiner Meinung nach guter Ansatz ist folgender Hinweis darauf, dass Geld eben keinen „Wert an sich“ darstellt, sondern nur das „Anrecht auf“ einen Wert: Gute Fee’s Weblog.
So hat man darauf hingewiesen, dass ein Geldschein eigentlich nichts anderes ist, als ein Schuldschein. Wenn Du 100 Euro in der Hand hast, dann hat der Staat, bzw. die Gesellschaft, Schulden bei Dir im Gegenwert von 100 Euro. Der Staat garantiert, dass es Güter und Dienstleistungen im „Gegenwert von 100 Euro“ tatsächlich gibt, dass du also theoretisch jederzeit in der Lage bist, diese 100 Euro gegen etwas „einzutauschen“, das dir wirklich nützt.
So weit, so theoretisch. Denn einerseits wissen wir aus der geschichtlichen Praxis, dass der „Wert des Geldes“ nicht immer konstant bleibt – der Staat garantiert dir nur einen „fiktiven Gegenwert von 100 Euro“, er garantiert nicht, wieviele Brote Du dafür tatsächlich bekommst, oder wieviele Liter Heizöl oder Benzin. Inflation kann ja einerseits heissen, dass es „zuviel Geld“ gibt, andererseits kann es auch bedeuten, dass es „zu wenig Waren und Dienstleistungen“ gibt.
In beiden Fällen bedeutet Inflation, dass sich nur mehr die Reichen alle Bedürfnisse befriedigen können, während sich die Ärmeren einschränken müssen (soziale Konflikte, letzten Endes Kriege sind vorprogrammiert).
Da gibt es einerseits das Bargeld. Dieses darf nur von der Zentralbank geschöpft (gedruckt) werden. Man bekommt Bargeld letzten Endes, indem es sich jemand von der Zentralbank ausgeliehen hat.
Weiters gibt es das Buchgeld. Dieses darf von den Kreditinstituten geschöpft und vernichtet werden, indem sie Kredite vergeben.
Der Kreditnehmer kann letzten Endes immer der Staatshaushalt, ein Wirtschaftsunternehmen oder ein Privathaushalt sein.
Hierbei ist also
Bargeld ein Anrecht auf eine Ware oder Dienstleistung
Buchgeld ein Anrecht auf Bargeld
eine Aktie ein Anrecht auf eine Dividende (die ja in den meisten Fällen auch Buchgeld ist)
eine Option ein Anrecht auf eine Aktie
und so weiter
Wir sehen also, dass sich Geld immer weiter vermehrt, je weiter wir uns von der Realität entfernen. Denn niemals werden alle, die „ein Anrecht auf“ eine Sache haben, gleichzeitig und gemeinsam von diesem Anrecht gebrauch machen, und darauf spekuliert man eben.
Jetzt fragt man sich: muss diese Blase aus Blasen aus Blasen nicht eines Tages platzen?
Nicht unbedingt.
Denn einerseits kann man der Blase „schön langsam und vorsichtig die Luft auslassen“ (Stichwort Transaktionssteuer).
Andererseits kann man ja die Realwirtschaft vergrößern.
Jetzt hat mich doch tatsächlich ein Freund gebeten, ich möge auch einmal etwas zum Thema Wirtschaftskrise schreiben, denn ich als Techniker müsse doch in der Lage sein – da ich ja viel kompliziertere Zusammenhänge verstehe -, die Mechanismen der Weltwirtschaft einfach zu erklären.
Na ja, eigentlich wehre ich mich gegen diesen Auftrag, denn in technischen Systemen läuft alles streng nach Naturgesetzen, während in Wirtschaftssystemen der menschliche Faktor eine große Rolle spielt.
Ich erinnere auch an den Witz, wonach der Stationsarzt in einem Irrenhaus dem Oberarzt berichtet: „Heute haben wir zwei neue Fälle. Der eine ist ein relativ leichter Fall. Er behauptet, er verstehe die Weltwirtschaft nicht und sei verwirrt“. „Kein Problem“, sagt der Oberarzt, „in zwei Wochen ist er wieder draussen, und was ist mit dem zweiten?“. Der Stationsarzt setzt eine ernste Miene auf: „Der ist ein ernster Fall. Er behauptet, er versteht die Weltwirtschaft“.
Nun gut. Ich werde mich also nicht auf ein Thema kaprizieren, ähnlich dem Thema „So funktioniert die Weltwirtschaft“, sondern ich werde einfach einige Teilaspekte getrennt beleuchten. Das ist – so glaube ich – eine angemessene Vorgehensweise.
Mir erscheinen die folgenden drei Themenkreise als interessant genug, um über jeden einen Blog-Beitrag zu schreiben, Änderungen aber nach Bedarf möglich.
Jetzt habe ich also tatsächlich ein neues Blog begonnen. Und diesmal möchte ich versuchen, mit dem Schreiben immer solange zu warten, bis sich ein lohnendes Thema ergibt.
Ich bitte Euch also, dieses Blog zu abonnieren, wenn Ihr daran interessiert seid. Dadurch erspart Ihr Euch häufiges Anclicken des Blogs und seid immer informiert, wenn sich etwas tut.
„Ich möchte ein Engel sein“, sprach die Raupe.
Da erfand Gott den Schmetterling.
Aber ist die Theorie des Schmetterlingseffekts nicht nur ein Versuch, die Verantwortung für die großen weltpolitischen Ereignisse abzuwälzen auf arme kleine wehrlose Schmetterlinge?
Die Theorie vom Schmetterlingseffekt sagt ja, dass in großen, nichtlinearen, dynamischen Systemen kleine Änderungen auf lange Frist große unvorhersagbare Änderungen hervorrufen können. (übrigens nicht zu verwechseln mit dem Schneeballeffekt, der prinzipiell vorhersagbar ist)
Wenn diese Änderungen also prinzipiell nicht vorhersagbar sind, wo bleibt dann der Begriff der Verantwortlichkeit?
Bleibt mir mein „Künstlername“ Yeti und die Aussage „Ja, mir ist ein Reinhold Messner begegnet“.
Nein, im Ernst, ich hoffe, dass die treuen Stammleser und Stammleserinnen diesen (letzten) Schwenk auch noch mitmachen. Denn ich habe tatsächlich vor, mich jetzt unter diesem URL https://letztersein.wordpress.com„einzuzementieren“.
„Letzter Sein“ ist tatsächlich ein sinnvolles Lebensziel, denn in der Bibel steht ja geschrieben: „Die Letzten werden die Ersten sein“, womit wir wieder am Anfang wären 😉
Lg und nix für ungut
Christoph
P.S.: Zum Einstieg hier der wohl schlechteste Song aller Zeiten (ich mag den)