Sind Staatsschulden gut oder böse?

Gleich mal eines: ich werde diese Frage nicht beantworten.

Im letzten Artikel dieser Serie „Gedanken eines Technikers über die Wirtschaftskrise“, haben wir erkannt, dass Geld IMMER in die Welt kommt, indem irgend jemand Schulden macht.

Also können Schulden nichts „an sich Böses“ sein (wie es vielleicht ein Moraltheologe formulieren könnte).

Bleiben aber die Fragen: Wer „opfert sich“, die Schulden zu machen, die notwendig sind, damit Geld in die Welt kommt und „wieviel Geld bzw. Schulden sind überhaupt möglich/nötig“, damit die „Sache im grünen Bereich bleibt“.

Ich bin kein Wirtschaftsfachmann, darum kann ich auf diese Fragen keine Antworten geben. Ich kann nur einige Denkansätze liefern und um Kommentare bitten.

Ein rigides staatliches Sparprogramm ohne Phantasie ist SICHER NICHT die Antwort auf obige Fragen. Denn da der Staat mittlerweile einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren ist, würe das aus der Staatsschuldenkrise nur wieder eine Wirtschaftskrise machen, die eine Verschärfung der Staatsschuldenkrise nach sich zieht. Die Abwärtsspirale wäre eingeleitet. Das rigide staatliche Sparprogramm in Europa wünscht man sich natürlich jenseits des Atlantiks, denn man möchte gerne die sozialen Probleme exportieren.

Aber wenn der Staat nicht mehr genug Finanzkraft hat, um in die Zukunft zu investieren, wer könnte dann in die Zukunft investieren? Nun gut, vielleicht kann man ja Investoren davon überzeugen, dass das ewige Zocken mit Spielgeld auf den Aktienmärkten letzten Endes doch nicht so interessant ist, wie eine reale Investition in die reale Zukunft (Stichwort Vermögenssteuer auf Aktien, Transaktionssteuer, etc.).

Ausserdem könnte man sich mit jeder Menge Phantasie dazu durchringen, die Realwirtschaft zu stärken.

Hierzu möchte ich ein altes österreichisches Sprichwort ein wenig abwandeln:

Kriege führen mögen andere,
du glückliches Europa rüste sie aus
(ist nur einer von vielen Denkansätzen).

meint
Euer Christoph

One Response to Sind Staatsschulden gut oder böse?

  1. Kardinal Novize Igor sagt:

    Herrlicher Artikel!

    Zu „Tu felix austria, nube“

    Noch eine andere Variation:

    „Andere mögen Waren und Dienstleistungen produzieren.
    Du, glücklicher Neoliberaler, verteile das Geld! (Anm. und zweig dir das meiste ab)“

    lg KNI

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