Diesmal haben wir eine ziemlich schwierige Stelle des Vater Unser auf unserer TO DO – Liste.
Es ist dies die Stelle:
Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.
Kann Gott, der doch will, dass wir Gutes tun, uns wirklich in Versuchung führen?
Würde der liebe Vater, den wir in der ersten Zeile des Vater Unser ansprechen, es übers Herz bringen, seine geliebten Kinder in Versuchung zu führen und sie dadurch zum Bösen zu verleiten?
Vielfach ist versucht worden, das damit zu erklären, dass Gott uns prüfen möchte, dass er durch solche Prüfung unser Herz auf die Probe stellt, bevor er sich ganz für uns entscheidet.
Aber solche Erklärungen sind nicht befriedigend, insbesondere, da wir ja glauben, dass Gott ohnehin in unser Herz schauen kann und eh weiss, wie wir ticken.
Wann wird denn der Mensch besonders stark in Versuchung geführt?
Es ist dies immer dann der Fall, wenn er in besonders lieblosen Verhältnissen oder in besonders lieblosen Zeiten lebt.
Es ist eine Binsenweisheit, dass Kinder am ehesten dann in Gefahr sind, auf die schiefe Bahn zu geraten, wenn die Eltern keine Liebe für sie übrig haben.
Oder dass die Menschen dann die schlimmsten Verbrechen begehen, wenn der Geist des Stärkeren weht (z.B. im dritten Reich war es ja verbriefte Philosophie, dass der Herrenmensch den Untermenschen vernichten darf – mit gutem Gewissen).
Wir stoßen also auf die Lieblosigkeit der Verhältnisse als die primäre Ursache, die die Menschen in Versuchung führt, Schlechtes zu tun.
Und weil wir ja wissen, dass Gott die Liebe ist, heißt diese Stelle im Vater Unser nicht mehr und nicht weniger als:
Lass uns nicht alleine.
Also, was bleibt uns zu tun? Gott (die Liebe) nicht durch unsere Lieblosigkeit aus der Welt zu vertreiben.
Meint
Euer Christoph
Veröffentlicht von Yeti