Möglichkeiten, Sinne und Fähigkeiten

Hallo liebe Leute,

Es hat sich wieder ein neues Kapitel zum 12. Kleinen Religiösen Büchlein hinzugesellt.

Diesmal geht es um Möglichkeiten, Sinne und Fähigkeiten (unter diesem Link das UNFERTIGE 12. Büchlein).

Alle anderen 11 Büchlein findet man hier: Kleine Religiöse Büchlein

Eine schöne neue Woche
Meint
Euer Christoph

11 Responses to Möglichkeiten, Sinne und Fähigkeiten

  1. Kardinal Novize Igor sagt:

    „Der Mensch hat Sinnesorgane, deren Benutzung er im Lauf des Lebens erlernt und diese erlernte Software, die ihm bei der Benut-zung der Sinnesorgane behilflich ist, nennen wir die Sinne.“

    Ich würde es so sagen: Das durch diese Software benutzte (oder: das diese Software benutzende) Gehirn, das die Signale (der Sinnesorgane…) verarbeitet, sind die Sinne.

    Aus gläubiger Perspektive würde ich noch hinzu fügen: Das Gehirn, in (nicht geklärter, mystischer) Verbindung mit dem Geist, der Bewußtsein schafft, sind die Sinne.

    (Als Glaubender wird man, im GGs. zum Atheisten zwischen Geist und Hirn unterscheiden)

    LG KNI

    • Yeti sagt:

      Hier möchte ich Dir widersprechen.
      Leider weiss ich zu wenig von Hirnforschung, aber es erschließt sich mir durch einen Analogieschluß.
      Angenommen Du kaufst eine Diskette mit dem MS Flight Simulator.
      Würdest Du dann sagen „Diese Diskette IST der MSFS?“.
      Oder würdest Du nicht eher sagen: „Dieser Datenträger ENTHÄLT den MSFS“.
      Insofern würde ich auch nur sagen „das Gehirn ENTHÄLT die Sinne“ als Muster einer erlernten Software.
      Das Gehirn (die Physis) ist eben Schicht 0 und „trägt“ die Sinne (Schicht 1 – 5).

    • Yeti sagt:

      Ich muss noch ein bisschen konkreter werden.
      Vor ca. einem Jahr habe ich mir einen Luxus gegönnt. Ich musste zur Gastroskopie und habe 70 EUR investiert, um die Gastro „mit Schlafen“, also mit einer Narkose zu bekommen.
      Ich legte mich hin, die Gastroskopie wurde vorbereitet.

      Es wurde schwarz.

      Nach zwei, drei Sekunden wachte ich auf und war allein im Zimmer. Etwas verwirrt fragte ich: „Was ist los?“ Die Ärztin kam vom Nebenzimmer. „Alles schon vorbei“, sagte sie.

      Tatsächlich war eine Viertel Stunde vergangen, die ich einfach nicht erlebt hatte.

      Seit dieser Zeit sehe ich den Tod viel optimistischer.

      Ja, als Christ glaube ich an die Auferstehung, an das Weltgericht und an das ewige Leben auf einer neuen Erde.

      Aber ich hatte doch immer Bedenken, was die Zeit BIS zur Auferstehung betrifft.
      Was, wenn der Tod einem unruhigen fiebrigen Schlaf gleicht?
      Oder wenn es mich im Sarg zu jucken anfängt?

      Wenn man also das Bewusstsein, man kann es auch Geist nennen, durch chemische Mittel (auf Schicht 0) einfach so „ausschalten“ kann, dann ist die Modellierung als „höhere“, also als „abhängige“ Schicht durchaus stimmig.

  2. Kardinal Novize Igor sagt:

    Da gehen unsere Meinungen auseinander.

    Was den Flugsimulator betrifft: Die Diskette IST weder der Flugsimulator, noch „enthält“ sie ihn. Der Flugsimulator ist der Computer UND die Diskette. Erst die Gesamtheit simuliert die Flüge, qed.

    Dass man den Inhalt der Diskette als Flugsimulator bezeichnet, ist nur sprachliche Konvention, weil der Computer auch für andere Dinge gebraucht werden kann. So wird – auf sprachlicher Ebene- das Unterscheidende (der Inhalt der Diskette) zum Ganzen, was aber -im Tatsächlichen- eine Unkorrektheit darstellt.

    Das Bild des Computers ist eben für das menschliche Sein nicht immer anwendbar. Tatsächlich, soviel weiß ich von der Gehirnforschung, sind die Sinne auf verschiedene Areale verteilt: Tatsächlich kann ein Schlaganfall im Seh-Areal zur Erblindung, im Hör-Areal zur Ertaubung führen. Wie es aussieht, sind die Areale nicht austauschbar.

    Also ist das Gehirn Teil der Sinne, eine Unterteilung in „Software“ und „Hardware“ funktioniert nicht. In deinem Schichtenmodell muss also die Schicht 0 Anteil an den Sinnen haben, wenn dein Modell Anspruch auf Relevanz haben will.

    Mir ist beim Lesen deiner Antwort klar geworden, warum du so vehement darauf bestehst, dass der Geist nichts mit den Sinnen zu tun haben dürfe:

    Es wäre mit dem Schichtmodell nicht kompatibel, das du zu halten versuchst.

    Ich möchte aber zu bedenken geben, dass, wie wir es als Techniker/Naturwissenschaftler gelernt haben, wir das Bild der Wahrheit anpassen müssen und nicht umgekehrt. Hier darf uns kein Präjudiz am freien Denken hindern.

    Das selbe gilt auch für die Erfahrungen -also Experimente- mit dem Geist: Es ist tatsächlich interessant und bedenkenswert, dass für uns die Zeit der Narkose gleichsam nicht existiert: Das kann ich bestätigen.

    Aber heißt das, das wir in dieser Zeit tatsächlich nichts erlebt haben? Heißt es tatsächlich, dass das Gehirn den Geist trägt?

    Eigentlich nein. Es heißt nur, dass wir uns an diese Zeit nicht erinnern können. Wie wir uns zb. an die Zukunft nicht „erinnern“ können. Aber das ist nur einer von dutzenden Lösungsansätzen.

    Ich möchte vor allem ein Gegen-Experiment zur Diskussion einbringen, das ich selber erlebt habe, und mir gezeigt hat, dass der Geist auch außerhalb des Körpers weiter existieren kann: Ja, leider kann es passieren, dass es einen im Sarg juckt. Mehr erzähle ich im IRL.

    Für mich war diese Erfahrung ähnlich wichtig wie das Michaelson-Morley-Experiment für die Physik: Ja, es gibt mehr als Newton!!

    Umgelegt: Das Gehirn trägt den Geist NICHT, zumindest nicht absolut; da ist noch was.

    Natürlich kann ein jeder diese meine Erfahrung bezweifeln. Macht nichts: Es hat auch noch Michaelson-Morley noch Newtonianer gegeben. Alle diese hatten Angst um ihr „Modell“. Deswegen werde aber ich meine Erfahrungen nicht verleugnen.

    Offensichtlich jedenfalls wird bewusstes Sehen, bewusstes Hören etc, ohne Geist, der ja dieses bewusste Element einbringt, nicht funktionieren.

    Also trägt auch der Geist das Gehirn.

    Ich möchte also zu bedenken geben, dass es nicht die Aufgabe der Welt ist, sich in irgend ein Modell „hinein zu quetschen“, weil mit diesem Modell irgendwelche Wünsche oder Vorstellungen gekoppelt sind. Das Modell hat sich der Wahrheit anzupassen, auch wenn diese Anpassung zuweilen schmerzhaft ist.

    Bedenken wir in diesem Zusammenhang schließlich das Wort des Herrn: „Die Wahrheit wird euch frei machen!“

    LG KNI

  3. Kardinal Novize Igor sagt:

    PS.: Du musst ja dein Schichtmodell nicht zur Gänze aufgeben. Es gereicht aber dem Mystiker/Philosophen/Menschen zur Ehre, wenn er der Wahrheit verpflichtet bleibt und weiter an seinen Dingen feilt: Auch Newton war ja nach Einstein nicht irrelevant…

    LG KNI

  4. Kardinal Novize Igor sagt:

    Ich möchte in diesem Zusammenhang auch auf mein Beispiel verweisen https://letztersein.com/2019/01/27/interaktion-und-beziehung/#comments :

    „In die Form des Ablaufdiagrammes kann man natürlich auch die genau umgekehrte Kausalität einzeichnen, die es auch gibt:

    Der Körper erteilt dem Geist einen Auftrag, zb. „4 Nougat-Kipferln essen und dann fernsehen.“ Der Geist weiss, dass das sehr schlecht ist, weil dann der Körper fett wird und der Blutzuckerspiegel steigt. Er ist nämlich der Geist.

    Vielmehr weiß er: „der Körper sollte jetzt Sport machen.“ Dies übermittelt er dem Körper. Der sagt aber: „Keine Lust. Ich bin ein fauler Schweinehund. Also, Geist, überleg dir eine Ausrede.“

    Nun hat der Geist die Wahl: Entweder er sagt: „Ja, Körper, hast eh recht, weil: einmal ist keinmal, also 1 = 0, also 4 Nougatkipferl= 0 Nougatkipferl, also, fressen, fernschauen, alles OK.“

    Dann hätte der Körper (=Materie, Lust) über den Geist gesiegt. Natürlich tut er nun weder sich, noch dem Körper was Gutes. Der Geist wird träge, der Körper fett und sehr bald krank.

    Oder aber, der Geist tut das, wozu er Kraft des Gewissens die Vollmacht hat. Er WERTET. Und sagt: „Du Körper bist ein fetter fauler ungustiöser Schweinehund, und mitnichten werde ich deiner Lust nachgeben! Sondern ich zwinge Dich nun ins Fitness-Center, ich ÜBERWINDE dich, weil ich dir und mir was GUTES (Wertung!!!) tun will!“

    Der Geist hat die Wahl.

    Wir nehmen einmal an, er entscheidet sich für die Option 2:

    Und dann macht ihm das Training Spaß! Und die Muskeln wachsen! Und er kann nun seine Nougatkipferln essen, weil die Muskelberge die Kohlehydrate spielend verbrennen! Und das Scheiß-Fernsehen verplempert nicht mehr seine Zeit!

    Und er schaut gut aus! (Der Körper). Und die Weiber schauen nach ihm! Also: Der Körper dankt dem Geist!!

    Dann wird ihm vielleicht sogar eines der Mädchen, die sich nach ihm umgedreht haben, ein Nougatkipferl backen….aber das ist dann eine andere Geschichte.“

  5. Kardinal Novize Igor sagt:

    Ich möchte hier auch auf mein Beispiel in

    https://letztersein.com/2019/01/27/interaktion-und-beziehung/#comments

    hinweisen:

    In die Form des Ablaufdiagrammes kann man natürlich auch die genau umgekehrte Kausalität einzeichnen, die es auch gibt:

    Der Körper erteilt dem Geist einen Auftrag, zb. „4 Nougat-Kipferln essen und dann fernsehen.“ Der Geist weiss, dass das sehr schlecht ist, weil dann der Körper fett wird und der Blutzuckerspiegel steigt. Er ist nämlich der Geist.

    Vielmehr weiß er: „der Körper sollte jetzt Sport machen.“ Dies übermittelt er dem Körper. Der sagt aber: „Keine Lust. Ich bin ein fauler Schweinehund. Also, Geist, überleg dir eine Ausrede.“

    Nun hat der Geist die Wahl: Entweder er sagt: „Ja, Körper, hast eh recht, weil: einmal ist keinmal, also 1 = 0, also 4 Nougatkipferl= 0 Nougatkipferl, also, fressen, fernschauen, alles OK.“

    Dann hätte der Körper (=Materie, Lust) über den Geist gesiegt. Natürlich tut er nun weder sich, noch dem Körper was Gutes. Der Geist wird träge, der Körper fett und sehr bald krank.

    Oder aber, der Geist tut das, wozu er Kraft des Gewissens die Vollmacht hat. Er WERTET. Und sagt: „Du Körper bist ein fetter fauler ungustiöser Schweinehund, und mitnichten werde ich deiner Lust nachgeben! Sondern ich zwinge Dich nun ins Fitness-Center, ich ÜBERWINDE dich, weil ich dir und mir was GUTES (Wertung!!!) tun will!“

    Der Geist hat die Wahl.

    Wir nehmen einmal an, er entscheidet sich für die Option 2:

    Und dann macht ihm das Training Spaß! Und die Muskeln wachsen! Und er kann nun seine Nougatkipferln essen, weil die Muskelberge die Kohlehydrate spielend verbrennen! Und das Scheiß-Fernsehen verplempert nicht mehr seine Zeit!

    Und er schaut gut aus! (Der Körper). Und die Weiber schauen nach ihm! Also: Der Körper dankt dem Geist!!

    Dann wird ihm vielleicht sogar eines der Mädchen, die sich nach ihm umgedreht haben, ein Nougatkipferl backen….aber das ist dann eine andere Geschichte.

    • Yeti sagt:

      Danke für diese Ausführungen. Ich werde die entsprechenden Kapitel des Büchleins abändern.
      Kurz zusammengefasst werde ich wahrscheinlich folgende Formulierungen einfügen.
      A) die Sinne sind nicht in der höheren Schicht „gelegen“, sondern sie „äußern“ sich in der höheren Schicht. Da die Sinne aber auch „Dinge an sich“ sind, haben sie auch Anteil an den unteren Schichten.
      B) ist Software ein Ding an sich? Großes Fragezeichen!
      C) Geist unabhängig vom Körper – eigenes Kapitel zur Diskussion

      • Yeti sagt:

        Was die Geschichte mit den Nougat- Kipferln betrifft, bin ich noch unschlüssig.
        Es widerstrebt mir, meinen Geist und meinen Körper gegeneinander auszuspielen. Das bin ja alles Ich

  6. Kardinal Novize Igor sagt:

    Es stimmt, „ich“ bin sowohl Körper als auch Geist; sowohl meine guten als auch meine unguten Seiten, bin träge und dann wieder nicht usw.

    Es wäre aber wohl ein falsches Harmoniebedürfnis, die Trägheit und alle Untugenden nicht bekämpfen zu wollen, nur damit der Sünder in mir „nicht beleidigt“ ist.

    Jaja, wir leben in einer Zeit der faulen Harmonien, und vermutlich bekommt man sogar Lob für die „Toleranz“ den eigenen Lastern gegenüber. TIgnoranz ist aber nicht Toleranz. Vielleicht sieht man das schon an so einfachen Dingen wie Nougatkipferln…

    LG KNI

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