Manchmal frage ich mich, was mich am Kabarett so fasziniert.
Oder am Villacher Fasching (in seinen besseren Zeiten).
Ist es nicht so, dass uns der Komödiant einen Spiegel vorhält, in dem wir uns selbst erkennen? Und ist nicht dieses Lachen eigentlich ein Lachen über mich selbst, über meine Fehler, meine Abgründe und meine Ungereimtheiten?
Und erfüllen die Komödianten, diese modernen Till Eulenspiegels nicht eine geradezu göttliche Mission?
Ich habe mich schon einmal gefragt, was diese Aussage aus dem Glauben bedeutet, dass wir Menschen ja als Ebenbild Gottes erschaffen werden. Ist es nicht so, dass wir durch die Vertreibung aus dem Paradies unser Ebenbild verloren haben, unseren Spiegel, unser Gewissen? Wir haben nicht nur Gott verloren, sondern eben dadurch uns selber.
Und wenn man kein Gewissen mehr hat, dann braucht man diese Vorurteile – eben diese „Erkenntnis von Gut und Böse“ -, die uns die gesamte Buntheit und alle Schattierungen des menschlichen Lebens „vom Halse schafft“ und uns hilft, schnell und simpel Entscheidungen zu treffen.
Aber ob das dann gute Entscheidungen sind?
Ich wünsche uns allen viel mehr Humor und ein ausgeprägtes Gewissen
meint
Euer Christoph
Veröffentlicht von Yeti