Kritisches Denken und Geborgenheit

Kritisches Denken kann nur in einer Atmosphäre der Geborgenheit entstehen.

Nur, wenn ich keine Angst haben muss, dass eine kritische Frage mich aus dem System hinauskatapultiert, nur wenn ich keine Angst haben muss, dass meine Fragen das System zum Bersten bringen,

nur dann kann ich wirkliche Fragen stellen.

„Papi, hast Du die Mami wirklich lieb?“

„Papi, wirst Du einmal sterben?“

„Mami, warum tust Du das alles?“

In einem stabilen System kann kritisches Denken entstehen.

Aber in einem System der Angst kann keine kritische Reflexion entstehen.

Wenn wir es nach dem Tod und der Auferstehung Jesu Christi immer noch nicht wissen, dass der Papi uns lieb hat, dann sind wir wahrhaft der Hölle verfallen.

Aber vielleicht wissen wir es ja, wir wollen es nur nicht glauben.

Und deshalb führen wir andauernd Gott in Versuchung, um zu sehen, dass er uns seine Liebe beweist.

Wir führen uns auf wie die letzten Berserker, nur um zu sehen, ob Gott „eh alles wieder zum Guten führen“ kann.

Aber er beweist uns seine Liebe, indem er schweigt und indem er es UNS überläßt, Gott weiss, dass lieben loslassen heisst.

Wenn wir geradewegs in die Hölle marschieren WOLLEN, dann LÄSST er uns.

Dabei könnten wir die Geborgenheit des Christentums nützen, um so sinnvolle Dinge wie die Aufklärung hervorzubringen, denn die Aufklärung war NUR auf der Basis des Christentums möglich.

Inwiefern andere Religionen das kritische Denken zulassen, weiss ich nicht.

Mal sehn.

Meint
Euer Christoph

3 Responses to Kritisches Denken und Geborgenheit

  1. Kardinal Novize Igor sagt:

    GRANDIOS-GENIAL!!!!

    bester Artikel ever!!

    Ich beuge mich in Demut.

    Das macht ur Hoffnung, zeigt aber auch die Probleme auf:

    Wenn Europa die Aufklärung genossen hat als eine Frucht dieser Liebe, die Sicherheit und damit erst den Mut zum „intellektuellen Sprung“ gibt – dann ist das ist die Aufklärung Frucht des Christentums.

    Du hast es gewaltiger ausgedrückt als selbst Immanuel Kant: Dieser wollte, schrieb er im Vorwort, mit der „kritik der reinen Vernunft“ auch „Irrlehren wie den Atheismus“ widerlegen!

    Die Argumentation der Atheisten lautet ja immer, Christen könnten nicht denken, weil sie das Gott überließen.

    Und ganz locker-flockig beweist du das Gegenteil. Gerade die Geborgenheit lässt uns denken!!

    Und was passiert heute mit der Aufklärung? Sie ist in unserer flachen Zeit, die das Geistige nicht kennt, zur Abklärung geworden……!

    Das mit den anderen Religionen, wo du nicht weißt….

    …..wir könnten ja mal Statistiken ansehen, wo Religion und Bildungsstand korreliert sind. Vielleicht ergeben sich da neue Erkenntnisse und Möglichkeiten zu Rückschlüssen, wer weiß?

    LG KNI

    • Yeti sagt:

      Also, was die Statistiken über Bildung und Religion betrifft, bin ich mir nicht sicher, ob das zum Ziel führt.

      Kann man Bildung messen?

      Meinen wir damit nicht eher diese „Herzens“bildung, die noch schwerer zu messen ist?

  2. Kardinal Novize Igor sagt:

    kleine Korrektur:

    ad „Und ganz locker-flockig beweist du das Gegenteil. Gerade die Geborgenheit lässt uns denken!!“

    ist ja eigentlich kein Beweis, sondern, was noch besser ist, eine gefühlsmäßige Herleitung!

    LG KNI

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