Die Leistung, die Würde und die Liebenswürdigkeit

Viele Menschen glauben, sie müßten etwas leisten, um geliebt zu werden.

Und tatsächlich sind es die Leistungen, die wir immer wieder bewundern, um die wir auch unseren Mitmenschen neidig sind,
…die einen Marathon gelaufen sind
…die beim Lat-Ziehen 120 kg schaffen
…die immer um 6h im Büro sind
…die auf fünf Kirtägen gleichzeitg tanzen
…die neben der Betreuung ihrer Kinder noch einen Beruf schupfen und das Doktorat machen
…die sich immer gesund ernähren

Aber ist diese Bewunderung, ist dieser Neid denn auch schon Liebe?

Und sind wir nicht eigentlich immer nur auf der Suche nach Liebe?

Wenn wir einmal eine längere oder gar eine schwere Krankheit haben, wenn wir einmal nichts leisten können und auf Hilfe angewiesen sind, wenn wir unten sind, wenn wir älter werden, wenn wir auf Vergebung angewiesen sind, dann….
…ja dann kommen wir den eigentlichen Geheimnissen des Lebens endlich näher.
…dann werden wir erkennen, welche Menschen unsere gottgegebene Würde mißachten, sobald wir einmal nichts mehr leisten
…dann werden wir erkennen, welche Menschen uns trotzdem(!) Liebe entgegenbringen, die nichts mehr mit „Bewunderung“ und „Aufschauen“ zu tun hat.

Wann ist ein Mensch liebens-würdig? Wann ist ein Mensch ehr-würdig? Ist es nicht die Gotteskindschaft, die ihn liebens-würdig, lebens-würdig und ehr-würdig macht?

Unabhängig von jeder Leistung?

Meint
Euer Christoph

4 Responses to Die Leistung, die Würde und die Liebenswürdigkeit

  1. Yeti sagt:

    Oder, mit Whitney Houston:

    Because the greatest love of all is happening to me
    I found the greatest love of all inside of me

    The greatest love of all
    Is easy to achieve learning to love yourself,
    it is the greatest love of all

  2. Kardinal Novize Igor sagt:

    Da gibts eigentlich wenig zum draufsagen!

    Nur so viel: zu dem „Leisten-können“ gehört auch das „Gut-drauf-sein“ – auch das kann dem Menschen entzogen werden.

    Und auch da zeigt sich dann, wer zu den guten oder weniger guten Freunden gehört…..

    ….andererseits: man kann aus jeder Situation, auch dem Erleben der Ignoranz/Trägheit/Bosheit was lernen – und das bringt einen dann weiter….

    LG KNI

  3. Yeti sagt:

    Stimmt, und ich denke, die allermeisten Menschen wollen ja Leistungen erbringen, schon allein deswegen, um sich selbst leiden zu können.

    Das ist wahrscheinlich die schwierigste Liebe. Wenn man nichts mehr leisten kann (wegen Krankheit, Alter, ……), sich trotzdem selbst zu lieben.

  4. rotegraefin sagt:

    Das schwierigste ist wohl, Liebe annehmen zu können, wenn ein dicker Minderwertigkeitskomplex besteht.

    Mit 15 habe ich mal gesagt, dass ich „den Blödmann mal kennen lernen möchte,der mich liebt:“ Als ich dann gemerkt habe, dass es Gott ist der mich liebt, habe ich mir geschworen, dass ich „in keinen Himmel kommen will, von dem ich weiß, dass es eine Hölle gibt.“

    Und wie sagt Sartre so treffend: „Die Hölle, dass sind die anderen!“
    Ich möchte dazu ergänzen, all diejenigen,die sich auch nicht leiden können. Da setze ich eben einfach ganz vorsichtig an der Oberfläche an.

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