Was alle Menschen gleich macht ist, ……

……daß sich jeder für etwas Besonderes hält.

Oder, anders ausgedrückt: einem Menschen mit Verfolgungswahn müßte man eigentlich ins Gesicht sagen: „Du nimmst Dich zu wichtig!“

Andererseits sollte man jedoch einen Depressiven daran erinnern, dass er ein einzigartiges Wesen ist.

Ja was denn jetzt? Krone der Schöpfung oder Staubkorn am Rande des Universums, in einer durchschnittlichen Galaxis?

Von Gott geliebtes Geschöpf oder ein zufälliger Zellhaufen?

Immer dieses Hin und Her, immer dieses Auf und Ab. Können wir uns bitte für eines der beiden entscheiden?

Ich mein ja nur.

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Aber wahrscheinlich sollte man gar nicht soviel über sich selber nachdenken – Nabelschau betreiben – sondern einfach „fröhlich sein, gute Werke tun und die Spatzen pfeifen lassen“ (Don Bosco).

Meint
Euer Christoph

15 Responses to Was alle Menschen gleich macht ist, ……

  1. PinkPanther sagt:

    naja, ab einem gewissen BMI geht die Nabelschau eh nur mehr im Spiegel 🙂 und das mein ich durchaus als Metapher, nicht umsonst spricht man ja von Selbstreflexion. Zur Auflockerung kann man das ja im Spiegelkabinett oder in der Ausstellung Spiegelwelten im WIen-Energie-Haus in der Mariahilfer Straße tun – aber bitte nicht mit entblößtem Nabel 😉 Mitunter kann man ja erleichtert üauch über sich selbst lachen, und zwar nicht aus- sondern überrascht, was man da alles an sich entdeckt, wenn nicht immer alles in der gewohnten Perspeltive und Größenskala zu sehen ist. Nein, keine Anspielungen auf bestimmte Körperteile, sondern wieder jetzt etwas ernsthafter als Metapher für die eigene Persönlichkeit gedacht.
    Und nein, wir entscheiden und nicht für nur eines, weil wir beides vereinen. Was alle Menschen gleich macht … dass jede(r) etwas Besonderes ist, müsstge es heißen.

  2. PinkPanther sagt:

    … und die Tippfehler sind dieses eine Mal im Sonderangebot gratis 🙂

  3. Yeti sagt:

    Ja, wir haben beides, da hast Du recht.

    Denn eigentlich hat ja der liebe Gott die Evolutionstheorie erfunden, damit er sich dahinter verstecken kann, wenn er mal wieder seine Ruhe vor uns haben will.

    Bzw. sagen die Evolutionstheoretiker, dass die Evolution Gott erfunden hat, um das Leben für uns erträglicher zu gestalten.

    Such Dir’s aus.

    Lg 🙂

    • Halb11 sagt:

      Tja das läßt sich von unserem Standpunkt aus wohl nicht eindeutig feststellen. Aber wenn man ein den Wissenschaften nicht abgeneigter Programmierer ist, der trotzdem an eine Göttlichkeit glaubt, könnte man es sich so vorstellen:
      Gott schreibt ein Programm, legt die physikalischen Gesetze im Source-code fest, legt die Anfangsbedingungen fest (und hat natürlich eine sehr gute Vorstellung, was die richtigen Anfangsbedingungen sind) und startet das Programm – BigBang! Dann schaut er zu wie sich alles entwickelt: Sterne, Planeten, Leben und so. Siehe Siedler oder ähnliches: der Wuselfaktor muss grossartig sein. Weitere Eingriffe nicht notwendig.

      • Yeti sagt:

        Ja, nur die Siedler werden hundertemale ausprobiert (getestet), bevor man sie auf den Endbenutzer losläßt. Da kann man dann noch an der einen oder anderen Schraube drehen, damit der Wuselfaktor besser wird.

        Die physikalischen Konstanten hingegen sind seit jeher gleich geblieben. Gravitationskonstante G, Lichtgeschwindigkeit c0, dielektrische Feldkonstante ε0, usw. usw.

        Da war sozusagen der erste Schuß ein Treffer.

        Aber wer weiss, vielleicht ist das ja nicht das erste Universum, das er gemacht hat 😉

  4. PinkPanther sagt:

    Tja, genau das tu ich: als mittlerweile gelernter Konstruktivist such ich mirs aus. Und zwar so wies mir grad passt und ohne Missionsdrang, andere von meiner Sicht überzeugen zu wollen 🙂

  5. […] so kommen zu ganz alten Blogeinträgen, zum Beispiel hier: https://letztersein.wordpress.com/2012/09/03/was-alle-menschen-gleich-macht-ist/, immer wieder zu neuen Diskussionen, zu denen ich ganz herzlich einlade (siehe den Beitrag von […]

  6. PinkPanther sagt:

    @ 1/2 11: zum „Weitere Eingriffe nicht notwendig“ habe ich 2 Anmerkungen:
    1. Eine der möglichen philosopischen Sichtweisen des derzeitigen Standes der Quantenmechanik ist die, dass jeder erst durch Messung festgelegter (aus der Superposition ausfallender) Quantenzustand ein instantaner Schöpfungakt ist, in dem Gott zwischen mehreren möglichen Werdengängen des Universums entscheidet („Gott würfelt vielleicht doch“).

    2. Warum fallen wir so oft auf diese menschliche Wahrnehmung der Dimension Zeit herein? Kann für einen Schöpfer nicht alles Sein einfach augebreitet da liegen in Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft ohne „Zeit“? Warum ist es für uns so eine wichtige Frage, ob Gott „jetzt“ eingreift oder „am Anfang“ alles festgelegt hat?

    • nik sagt:

      @PinkPanther,
      zu 2: Wieso „fallen wir auf eine Wahrnehmung der Zeit herein“?

      Würdest Du vorschlagen, dass alles das wir in einer Zeit wahrnehmen „gleichzeitig“ existiert? Dann müsste tatsächlich alles unendlich genau vorherbestimmt sein, weil es ja keine Zeit hat, um sich noch zu entwickeln, ein Konzept, dass ehrlich gesagt noch unvorstellbarer ist, als die Unschärferelation, die über alles einen sanften Schleier legt, aber einen angemessenen Lauf der Welt zuläßt.
      Ausserdem würde die Datenmenge divergieren, wenn sozusagen alle Zustände aus einer unendlich langen Geschichte des Alls gemeinsam gleichzeitig vorliegen (wem eigentlich?), durch die Unschärfe und die Entropie sind Vergehen, Vergessen und ein „Recycling“ des Universums erst möglich, um Ressourcen für neue Vielfalt zu schaffen. Ausserdem gibt es eben diese Asymetrie zwischen Zukunft und Vergangenheit, die in der Uneindeutigkeit der Entwicklung (also der Unschärfe und nicht Vorherbestimmtheit) liegt. Schwierig natürlich ist ein Nachweis der Unbestimmtheit, da er jenseits des Beobachtbaren eben nur die Interpretation der Quantenmechanik betrifft. Streng genommen ist die Frage einer (verborgenen) Vorherbestimmtheit kleine wissenschaftliche Fragestellung, weil sie nicht zu relevanten Vorhersagen führt. Es ist eine leere Aussage.

      Übrigens können wir uns ein „Gleichzeitig existieren“ ja wieder nur in einer Zeit vorstellen, nur dass diese vergeht, ohne dass sich irgendetwas ändert.
      Ein zeitlich begrenztes oder gar punktfürmiges Universum können wir uns ebensowenig vorstellen wie ein unendliches, analog zur räumlichen Dimension, da ist es auch gleich schwierig sich ein begrenztes wie ein unbegrenztes All vorzustellen.
      Und da der Beobachter in diesem Fall ja auch Teil des Universums wäre, könnte er bei stillstehenden Zeit gar nichts beobachten, weil die Wahrnehmung ja eben ein dynamisches Geschehen ist, das die Zeit braucht. Wenn meine Nervenimpulse aufhören in einer Zeit zu pulsieren, ist mein Bewußtsein weg. Also: alles fließt und nur der Weg ist das Ziel.

      Vielleicht ist es aber nur eine Frage der Skalierung, in der man das Universum betrachtet, um einen in sich ruhenden Ursumpf vor sich zu haben, muss man es als „ganzes“ betrachten, als Urschaum, in dem die Multiversen gleichmäßig und ereignislos vor sich hin blubbern.

      • PinkPanther sagt:

        Bei Hawking oder Penrose (war es sogar die „kurze Geschichte der Zeit“ oder vielleicht doch ein Artikel im Scientific American [Spektrum der Wissenschaft] von jemand ganz anderem? na egal, hier muss ich ja keine exakte Quellenangabe machen) verstand ich das so, dass es wohl eine „Entwicklung“ im Sinne einer kausalen Abhängigkeit geben kann ohne deswegen eine strenge Dimension Zeit zu brauchen. Als eigenständige Dimension taugt Zeit schon wegen der Relativitätstheorie nicht so richtig. Es kann in idesem Sinne alles ohne Zeit „daliegen“ und dennoch in einer wechselseitigen Entwicklungsabhängigkeit stehen. Das wäre das, was vom thermodynamischen Zeitpfeil übrigbliebe. Genauer kann ich das leider nicht sprachlich ausdrücken.

      • nik sagt:

        Noch was fällt mir dazu ein:

        Die Zeitwahrnehmung ist integraler Bestandteil unseres phänomenalen Selbstmodells, ohne sie und das motorisch-sensorische Körpergefühl gibt es kein (Selbst-) Bewußtsein, kein Sein, kein Ich. Darum „fallen wir“ auf die Wahrnehmung einer Zeit immer wieder „herein“. Wir können uns in einer Welt nicht außerhalb einer Zeitwahrnehmung konstruieren, simulieren, das ist in uns bereits so angelegt.

        Anders gesagt: Wir müssen uns g’spürn, hörst es net wia die Zeit vergeht…

        Im Übrigen bin ich der Meinung, dass es die Zeit wirklich gibt. Aber vielleicht kommt man mit der Zeit darauf, dass das nicht immer so war 😉

  7. Yeti sagt:

    Warum das für uns so wichtig ist?

    Ich glaube, aus pädagogischen Gründen.

    Denn: Wenn Gott am Anfang schon alles festgelegt hat, dann gibt es keinen freien Willen, aber an den wollen(sic!) wir glauben.

    Wie soll man einen Jugendlichen erziehen, wenn man ihm sagen muss, dass „eh alles wurscht“ ist, weil es „rutscht ja eh alles die Rutschbahn hinunter vom Anfang zum Ende“.

    Oder ist der freie Wille eine Schimäre, die uns vorgaukelt, freie Entscheidungen zu treffen, aber GERADE dadurch, dass wir freie Entscheidungen treffen, ERFÜLLEN wir den Willen Gottes und alles „rutscht“ so, wie er will.

    Na dann, viel Spaß beim Grübeln 🙂

    Lg
    Christoph

    • nik sagt:

      Die Alternative zur Willensfreiheit ist nicht Determinismus und daraus abgeleitete Schicksalsergebenheit. Ich glaube, dass beides nicht zutrifft. Erwähnenswert: Denksysteme, die Menschen über die Annahme der Vorbestimmtheit dazu bringen, ihre eigene Entscheidungsfreiheit dazu zu nützen, sie nicht zu nützen.
      Andereseits liegt unsere Entscheidungsfreiheit, an die ich glaube, nicht in der quantenmechanischen Unbestimmtheit oder im Zufallscharakter unseres Handelns. Diese Annahmen folgen aus dem oben genannten Missverständnis einer Alternative von Willensfreiheit vs Vorbestimmtheit. Die Entscheidungsfreiheit liegt in der Autonomie des bewußten Selbst, auch wenn dieses eine Konstruktion unserer Wahrnehmung ist und in seinen physiologischen Grundlagen (Nervenströme) den Gesetzmäßigkeiten der Physik unterliegt und insofern durchaus makroskopisch lokal determiniert ist. Dennoch, insgesamt gibt es keine Vorbestimmtheit, aber es ist auch nicht Zufall, sondern eben ein deterministisches, evolutionäres Chaos. Ganz fertig hab ich diesen Gedanken noch nicht gedacht, aber irgendeine Lösung muss es geben.

      LG Nik

  8. nik sagt:

    Dass die Quantenmechanik nicht ganz in unser Wahrnehmungsschema passt ist ja so eine Sache. Mit unserem Nichtbegreifenkönnen würde ich aber keine Schlussfolgerungen begründen.

    Man könnte auch sagen, das Universum entfaltet sich und die Unbestimmbarkeit in die Zukunft (und Vergangenheit) ist eben systemimmanent. Das ist ein Aspekt der Welt, den wir aus unseren Alltagsdimensionen nicht so kennen und er alarmiert uns, weil wir normalerweise gut daran tun, solchen Ungereimtheiten auf den Grund zu gehen.

    Diese Eigenschaft der QM steht dem Konzept einer Vorherbestimmung entgegen. Das Gegenteil würde die Existenz unsichtbarer, aber wirksamer, also esoterischer Parameter bedeuten.

    Die Logik zwingt übrigens zur Entscheidung, nicht sowohl vorher zu wissen als auch im Augenblick noch frei sein zu entscheiden, also nie beides zu sein, allwissend und allmächtig.

    Nicht nur die Vorherbestimmung und die unsichtbaren Eingriffe, auch der freie Wille ist, wie die Existenz der Seele, des Guten und des Bösen eine Illusion immaterieller Wirkkräfte.

    Das Interessante ist, dass wir und andere höhere Lebewesen aber dennoch ein Bewußtsein, einen Willen, Gefühle, Empfindungen und auch ein ethisches Empfinden haben.

    Dieser Wille ist eben nicht frei im Sinn von unabhängig von seinen rein materiellen Ursachen, aber es gibt ihn. Wir können wollen, aber wir können nicht willkürlich etwas anderes wollen, als wir wollen. Dies hat weitreichende Implikationen in die gesellschaftliche Ethik, persönliche Entspanntheit, Personenwahrnehmung bis in die Legitimation des Strafrechts hinein.

    LG Nik

  9. Yeti sagt:

    Ich werde jetzt meine Willensfreiheit nutzen, und zum Thema Determinismus nichts mehr sagen, obwohl…..ich tue es ja gerade. 😛

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