The Duel at the Höhen Street

Dear all,

The third part of the narrative „Das dritte Kind“ is now under construction.

Old version v1.5 (2016-10-31):
Part 1 finished, Part 2 finished, Part 3 Fragments:
Das dritte Kind (v1.5)

New version 1.6 (under construction):
Part 1 / Part 2 no change, Part 3 under construction:
2020-02-21: Part 3 – 2020-02-21 delta v1.5
2020-04-13: Part 3 – 2020-04-13 delta 2020-02-21<

And here the chapters 1.17 – 1.19 „The Duel at the Höhen Street“

Das Duell auf der Höhenstraße
1.17.

Lieserl und Conrad Peter wieder in der Eisdiele

Lieserl: „Sag‘, Conrad, sollen wir mit unserem relativistischen Projekt wirklich weitermachen?“

Conrad Peter: „Du meinst, wegen unserer Meinungsverschiedenheit? Da wird sich schon noch herausstellen, wer recht hat. Aber dieses Projekt hat zuviel Potential in sich, um es nicht weiter­zu­machen.“

Lieserl: „Was siehst du, was ich nicht sehe?“

Conrad Peter: „Na ja, einerseits ist es recht mühsam, die Daten von den verschiedenen Strecken zusammenzusuchen und miteinander zu verknüpfen. Wenn man das irgendwie automatisieren könnte……“

Lieserl: „Hört sich interessant an.“

Conrad Peter: „Und wenn man diese virtuellen Welten mit der Wirklichkeit verknüpfen könnte, wenn man z.B. auch ein hierarchisches, ein universales Positionierungssystem hätte……“

Lieserl: „Du meinst, ein UPS statt einem GPS?“

Conrad Peter: „So zirka, ja. Die Schiffe im Altertum haben sich ja auch auf dem offenen Meer an den Sternen orientiert, aber wenn sie dann in Hafennähe waren, nahmen die doch lieber einen Leuchtturm. So ist das ja auch mit GPS und ILS. Und Roboterstaubsauger können sich ja auch an elektronischen Leuchttürmen orientieren.“

Lieserl: „Du redest in Rätseln. Und was hat das Alles mit der Relativitätstheorie zu tun?“

Conrad Peter: „Ich hab‘ dir ja gesagt, ich verstehe nichts von Relativitätstheorie, aber kann man vorausplanen, wann man welche Idee hat? Na eben!“

Lieserl (zur Kellnerin): „Zahlen, bitte.“

1.18

Manche Dinge liegen einfach in der Luft. Es ist nicht zu erklären, aber Erfindungen, Findungen, werden oft an mehreren Orten zur selben Zeit gemacht.

So wussten auch unsere drei Freunde nicht, wie nahe sie mit ihrem Forschungsprojekt der Wirklichkeit geraten waren und dass sie in großer Gefahr schwebten.

Als nun die Zeit kam, die Zeit für das Duell zwischen Otto und Conrad Peter, fanden sie eine junge Firma, die noch nicht lange in der Stadt tätig war und sich „Reality Games“ nannte.

Diese Firma vermittelte an Einzelpersonen und an Personengruppen gemischt virtuell-reale Erlebnisse, die man eben markentechnisch als „Reality Games“ bezeichnete.

Der Techniker würde sie als SMS bezeichnen – als Simple Multiuser Sessions.

„Reality Games“ waren erfunden worden, um sich auf die „wirkliche Wirklichkeit“ vorzubereiten, die wie eine unerreichte Hoffnungswolke über der Menschheit dahin schwebte.

Im allgemeinsten Fall lief ein „Reality Game“ ab wie folgt:

  • Man konnte sich eines der vorgefertigten Spiele aussuchen, oder man konnte auch – dazu bedurfte es aber schon ein wenig Fachwissens –
  • ein Spiel als gesamtes neu zusammenbauen, wie mit einem Lego Baukasten
  • Dabei musste man Spielregeln definieren, an die sich alle halten sollten, und jeder musste insgeheim für sich ein Ziel des Spieles definieren, das er erreichen wollte
  • Wenn es dann daran ging, das Spiel wirklich zu starten, musste man sich entscheiden, ob man als
    • „Real Player“ oder als
    • „Virtual Player“

an dem Spiel teilnehmen wollte, und in welche Rolle man dabei schlüpfte.

„Virtual Players“ durften sich einen Avatar aussuchen oder auch mitbringen, der „an ihrer statt“ der Wirklichkeit ausgesetzt wurde, während sie selber es sich in einer rein virtuellen Umgebung gemütlich machten, als „Real Player“ hatte man zwar direkteren Einfluss auf die Wirklichkeit des Spiels, man war aber auch PHYSISCH BETROFFEN

  • Weiters musste man neben dem Avatar auch noch andere sogenannte „Ressourcen“ reservieren, die man verwenden wollte. Seien das jetzt Gebäude, Fahrzeuge, Reittiere oder ähnliches. Jede Ressource konnte entweder rein-virtuell sein oder gemischt real-virtuell
  • Die unterste aller Ressourcen war die sogenannte „Geographische Infrastruktur“, die von allen verwendet werden konnte und die allen gemeinsam „gehörte“
  • Um seine Ziele zu erreichen, benützte jetzt jeder die Ressourcen, die er besaß, um die Ressourcen der Mitspieler und auch die Mitspieler selbst zu beeinflussen
    • Im Zuge der blindwütigen Digitalisierung der 20er Jahre waren alle Ressourcen zu Netzdingen geworden.
    • Trotzdem waren die Position und der Status der meisten Ressourcen nicht für alle digital zugänglich, sondern immer nur für denjenigen, der sie besaß und für den Eigentümer.
    • Zusätzlich gab es noch die „Collateral Entities“, das waren nicht-digitalisierte Ressourcen, die im virtuellen Leben eben noch keinen Platz gefunden hatten, obwohl sie das Spiel unter Umständen maßgeblich beeinflussen konnten.
    • Und so musste klar sein, dass die „Real Player“ immer noch Vorteile hatten gegenüber den „Virtual Players“, denn sie konnten ihre eigenen Sinnesorgane verwenden, wogegen es bei den „Virtual Players“ einen unsäglichen Hang gab, Drohnenschwärme einzusetzen, die der Lagefeststellung wesentlich und effizient dienten.

Otto und Peter wurden also bei dieser Firma vorstellig und vereinbarten einen Rahmenvertrag für ein „Reality Game“:

Wie gesagt, die Firma besaß keine Ressourcen, sondern beschränkte sich darauf, die Ressourcen zu vermitteln, die zu Beginn des Spieles zur Verfügung standen. Das einzige, womit sie sich gut auskannte, waren Mobilfunknetze, geographische Infrastruktur und die Funktionsweise von SMS.

Jeder der Mitspieler hatte einen Kontostand, den er verwenden konnte, um dem Spiel Ressourcen hinzuzufügen oder solche auch wieder freizugeben.

Deswegen sah der Rahmenvertrag aus wie folgt:

der-vertrag

Die Austria Bank leistete ganze Arbeit (kein Wunder, da die Finanzierung ohne Kapitalgarantie vereinbart war), aber auch die Reality Games Ges.m.b.H. hatte ihr organisatorisches Talent spielen lassen, und so lag an jenem Augustsonntag eine angespannte Betriebsamkeit über dem Wienerwald.

An den schönsten Aussichtspunkten hatten sich Gruppen von Zusehern eingefunden, die Luft surrte von hunderten privaten Kameradrohnen – was daran lag, dass man für einen ermäßigten Beitrag das Recht erwerben konnte das Rennen mit den eigenen Drohnen zu übertragen.

Ein letzter Formalakt war notwenig: Otto und Conrad Peter mussten ihre Spielziele definieren, signieren und im verschlüsselten Speicher der Reality Games Ges m.b.H. hinterlegen.

Die Geheimhaltungspflicht was die Spielziele betrifft, war in etwa genauso strikt wie das katho­li­sche Beichtgeheimnis.

Der Start war – wo sonst – beim Heurigen Wolff und um 10:45 begann das Rennen, um auch den Kirchgängern eine Teilnahme zu ermöglichen.

Otto ging mit einem sogenannten spezifischen Doppelavatar ins Rennen. Das war ein drohnen­fähiges Fahrzeug, das ohne Fahrer am Rennen teilnehmen konnte. Es wurde begleitet von einem Drohnenschwarm, der es Otto jederzeit ermöglichte, den Überblick über die Lage zu behalten.

Otto musste sich nicht um den Drohnenschwarm kümmern, da er sozusagen „ein Teil des Avatars“ war und sich automatisch mit der Navigationssoftware des Autos abstimmte, um immer in Position zu sein.

Otto wählte die Simmeringer Fabrik als seinen Stützpunkt.

Conrad Peter hatte es nicht so leicht. Er hatte zwar einen „Heimvorteil“, weil er nicht weit von hier in der Ulmenstraße aufgewachsen war, aber musste erstens sein Auto – welches ein ganz normales Auto, also ein sogenanntes „Collateral Entity“ war – mit einem humanoiden Avatar steuern, den man auf den Lenkersitz geschnallt hatte, und zweitens den Drohnenschwarm explizit steuern, da dieser nicht mit dem Avatar integriert war. Da musste ihm sein Halbstiefbruder Carl-Friedrich helfen.

Trotz allem war Conrad Peter ein begnadeter Pilot und lag über weite Strecken des Rennens klar in Führung, nur bei der Abzweigung nach Klosterneuburg flog Carl-Friedrich mit dem Drohnen­schwarm weiter zum Leopoldsberg und zwang Conrad-Peter eine zeitlang stehenzubleiben.

Das konnte er bis zum Schluss nicht mehr aufholen, und so verlor er das Rennen.

Trotz allem war es ein großes Volksfest in Klosterneuburg.

1.19

Am Montag ging es zur feierlichen Siegerermittlung in den Räumlichkeiten der Reality Games Ges.m.b.H.

Ottos Ziel wurde eröffnet: „Ich möchte das Rennen gewinnen“.

Conrad Peters Ziel wurde eröffnet: „Ich möchte durch den Verlust des Rennens beweisen, dass spezifische Avatare den humanoiden Avataren überlegen sind“

Es stand 1:1. Beide hatten sie gewonnen.

Kind regards

Yours Christoph

Volunteers  for translation of the texts are explicitly appreciated.

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