Vom Eindeutigen und vom Mehrdeutigen

Nun mag es für Kunstwerke förderlich sein, wenn man das Sujet nicht allzu strikt festlegt.

Wodurch sich das Einzugsgebiet vergrößert und der Absatz steigt.

Aber ist nicht jede Religion eigentlich nur ein großes Kunstwerk, das es uns ermöglicht das Unaussprechliche zu besprechen, über das Undenkbare zu sinnieren und das Unerreichbare zu berühren?

Und genau hier geht es los mit der Mehrdeutigkeit. Der Begriff „Celestial Affairs“, den ich in meinem 13. Religiösen Büchlein präge (siehe HIER), ist eigentlich NICHT eindeutig.

Einerseits meine ich den REALEN Himmel, den ECHTEN Himmel – mit dem sich zum Beispiel auch der Katechismus der Katholischen Kirche (KKK) beschäftigt. Zum Anderen können das auch technologische Realitäten sein, die aus verschiedenen Gründen – noch – geheim gehalten werden, sodass man nur metaphernhaft und allegorisch darüber sprechen kann.

Ich habe mich zwar bemüht, in den Erzählungen (https://letztersein.com/drehbuchseite) hauptsächlich die irdischen und in den religiösen Büchlein (https://letztersein.com/kleine-religiose-buchlein) zum Großteil die überirdischen „Celestial Affairs“ zu behandeln, aber natürlich verschwimmt das immer wieder.

Was sagt Jesus dazu? Lesen wir nach bei Matthäus:

Vom Schwören
Mt 5,33Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst keinen Meineid schwören, und: Du sollst halten, was du dem Herrn geschworen hast.
Mt 5,34Ich aber sage euch: Schwört überhaupt nicht, weder beim Himmel, denn er ist Gottes Thron,
Mt 5,35noch bei der Erde, denn sie ist der Schemel für seine Füße, noch bei Jerusalem, denn es ist die Stadt des großen Königs.
Mt 5,36Auch bei deinem Haupt sollst du nicht schwören; denn du kannst kein einziges Haar weiß oder schwarz machen.
Mt 5,37Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein; alles andere stammt vom Bösen.

Ich rechne also damit, dass ich mich demnächst für eine der Seiten entscheiden muss, oder ich werde endgültig zum Künstler 🙂

Meint

Euer Christoph

14 Responses to Vom Eindeutigen und vom Mehrdeutigen

  1. Kardinal Novize Igor sagt:

    Ja, es wäre in der Tat besser, wenn die Dinge nicht „verschwimmen“ würden.

    Um ein unschuldiges Beispiel zu verwenden: wenn ich von „den Lehrern“ spreche, und sie allesamt als „inkompetente Spießer“ bezeichnen würde, dann würden sich einige zu recht aufregen: „Moment mal, ich bin auch Lehrer, aber SO bin ich nicht….!“ weil er lustig und offen und intelligent ist.

    Wenn man die Begriffe dennoch mutwillig weiter mischt, um etwa die Menschen zu manipulieren, oder um den Menschen irgend etwas unter zu jubeln, das diese gar nicht wollen, schafft man Begriffs-Verwirrung, die auch dem Autor nicht gut tut.

    Das hat auch mit „Kunst“ nichts zu tun. Im Gegenteil: Kunst klärt die Begriffe auf, anstatt sie zu vernebeln.

    Insoferne finde ich deine Selbsterkenntnis gut.

    PS.: Natürlich verwendet auch die Kunst Metaphern. Eine Metapher schafft natürlich auch Gemeinsamkeiten. Bei dir etwa: Gemeinsamkeiten zwischen „Himmel und VR“. Wenn diese Metapher aber dazu führt, dass dies zur Verwechslung von Himmel und VR führt, also: „der Himmel IST VR“, so ist das sehr, sehr schlecht.

    Denn dann könnte im VR-Technologen der Irrglaube entstehen, dass er Gott sei. Weil er ja „am Himmel programmiert“. Und diese Sicht ist natürlich größenwahnsinnig.

    Wir sehen also: die Begriffe müssen ENT-mischt werden. Es hängt also davon ab, in welchem Kontext man welche Metaphern verwendet.

    Wenn also ein Autor ununterbrochen die Metapher „Himmel-VR“ strapaziert, so wird er, wenn er ein GUTER Autor sein will, eine mindestens ebenso starke Metapher suchen, warum VR NICHT der Himmel ist!

    Da gibt es genügend Ansätze: Etwa die Internet-Sucht; die sozial verwahrlosten Menschen, etc.

    Diese zweite Metapher kann dann helfen, die erste Metapher zu klären. Und sie kann verhindern, dass aus dem VERgleich „Himmel-VR“ eine GleichSETZUNG wird.

    Diese zweite Metapher, die ich sie dir zu finden wünsche, kann also ein anderes Licht auf die erste Metapher werfen, und zur ENT-Mischung beitragen.

    Die erste Metapher trägt zur Frage bei: Was ist an der VR ähnlich dem Himmel? Auf den SCHEINBAR immateriellen Charakter der VR hast du ja schon die letzten 20 Jahre rekurriert, da brauche ich nicht näher einzugehen.

    Ich möchte aber noch eine zusätzliche Frage stellen: Glaubst du „im Himmel“ zu sein, wenn du mit deiner VR berühmt wirst? Welche Sehnsucht hast du bei der VR, dass du sie mit dem Himmel gleichsetzt? Gleichsetzen? Ja! Du nennst es „Vermischung“.

    Aber es ist gut, dass du dieses erkannt hast, und sagst, dass du dich bemühst, diese Dinge „auseinander zu halten“.

    Wenn wir also nur bei dieser ersten Metapher bleiben, und sie so oft wiederholen, dass es zwischen „Himmel“ und „VR“ für dich keinen Unterschied mehr gibt, dann wird es natürlich gefährlich, weil größenwahnsinnig.

    Hier brauchen wir nun eine zweite Metapher, weshalb VR NICHT der Himmel ist. Damit kommen wir zur Klärung der Begriffe und zur ENT-Mischung.

    Und damit zu etwas, das den Namen „Kunst“ wirklich verdient.

    LG KNI

  2. Kardinal Novize Igor sagt:

    PPS.: Warum schreibe ich: „da KÖNNTE eine Verwechslung…zwischen Himmel und VR…. sein“, wenn ich weiter unten schreibe, du setzt die Dinge tatsächlich gleich?

    Ganz einfach: Manchmal kannst du es auseinander halten, manchmal offensichtlich nicht, wie du selber zugibst. Es ist nun an dir, ob du weiter an der Begriffsverwirrung oder an der Begriffsentwirrung bastelst.

    Die Begriffe sind (und das kann eine Mühsal sein) tatsächlich zu 100% zu trennen.

    Jetzt ein Bildchen von mir: Wenn ein Physiker Weg und Geschwindigkeit vermischt, und sagt: „km/h und km sind doch ohnehin das gleiche“, so wird er in seinem Studium nicht weit kommen.

    Und wenn man ihn später, wenn er dazu gelernt hat, fragt: „sind 10 km/h und 10 km das gleiche?“, und er sagt „Nein“, und dann fragt man:

    „sind 15 km/h und 15 km das gleiche?“, und er sagt „Nein“,

    und dann fragt man:

    „sind 20 km/h und 20 km das gleiche?“, und er sagt „Nein“,

    und dann fragt man:

    „sind 23 km/h und 23 km das gleiche?“, und er sagt „Nein“,

    und dann fragt man:

    „sind 32 km/h und 32 km das gleiche?“, und er sagt „Nein“,

    und dann fragt man:

    „sind 70 km/h und 70 km das gleiche?“, und er sagt „JA, weil aber 50 Kilometern ist es mir wurscht“, so hat der Physiker immer noch ein Problem, OBWOHL er die Begriffe schon zu 83,3333% entmischt hat.

    Er muss das Problem zu 100% ENT-mischen und für JEDE Kilometerzahl die richtige Antwort finden….

    LG KNI

    PPPS.: Wir reden hier vom Newton-Raum, also bitte keine relativitätstheoretischen Ausreden! Die kenne ich nämlich auch.

    PPPPS.: Meine Metapher ist also eine des Newton-Raumes, zur Präzisierung (=ENT-Mischung) wurde das PPPS geschrieben, womit du auch gleich ein praktisches Anwendungsbeispiel für ENT-mischung hast! 😉

    LG KNI

  3. Yeti sagt:

    Weiß nicht, ob ich Dir jetzt zustimmen soll. Mein Artikel dreht sich eigentlich um eine andere Frage, nämlich um die Frage der Mehrdeutigkeit des Begriffes der „Celestial Affairs“.

    Das hat vordergründig nichts mit VR/MR/AR zu tun, sondern damit, dass man nach Möglichkeiten sucht, Geheimnisse zu verraten, ohne dass es einem bewiesen werden kann.

    „Ich schreibe doch nur religiöse Bücher“.
    „Mei, is des Kirchenlied schöö“
    usw.

    Du verstehst?

    • Kardinal Novize Igor sagt:

      Siehst du, und genau JETZT arbeitest du an der Begriffsverwirrung. Denn du hast oben geschrieben:… Zum anderen können das auch technologische Realitäten sein.
      Du hast über BEIDES geschrieben und weichst dem Problem schon wieder aus.

      Lies dir vielleicht meine Postings noch mal in Ruhe durch, vielleicht morgen!
      LG KNI

      • Kardinal Novize Igor sagt:

        Wenn du an der Entmuschung arbeiten willst, könntest du mal versuchen, ein religiöses Büchlein zu schreiben, in dem die Worte VR, Internet, computer, GMS, GPS, genau null mal vorkommen!
        LG KNI

      • Yeti sagt:

        Aber GERADE dadurch, dass ich über BEIDES schreibe, arbeite ich mit offenen Karten.

        Was ist ehrlicher?

        Ein Priester, der in höchsten Tönen über den Himmel jauchzt und das doch nur dazu benützt, um Dich gefügig zu machen für das Imperium.

        Oder ein Mensch, der seine Liebe für alles Militärische offen zugibt und auf die Parallelen zum Evangelium hinweist im Bewusstsein, dass Gott auch den Soldaten nicht im Stich lässt.

        Denn auch der Soldat, und GERADE der Soldat will den Frieden.

  4. Kardinal Novize Igor sagt:

    Genau damit bestätigst du das Problem: Zuerst sagst du: „Das hat vordergründig nichts mit VR/MR/AR zu tun,“,

    jetzt sagst du:

    „Aber GERADE dadurch, dass ich über BEIDES schreibe, ….“

    und widersprichst dir damit selbst.

    Weil du die Begriffe verwirrst. Leider. Ich halte das für ungesund.

    Wer übrigens der Priester sein soll, der „in höchsten Tönen über den Himmel jauchzt und das doch nur dazu benützt, um Dich gefügig zu machen für das Imperium“, ist mir auch nicht klar.

    Hört sich nach Feindbild an. Nach Vor-Urteil. Und produziert man nicht Vorurteile, um von den eigenen Problemen abzulenken?

    Abgesehen davon, wäre es gescheiter, anstatt bis in der Früh über das Militärische zu spintisieren, einmal in die Kirche zu gehen.

    Ja, das bedeutet ein Opfer, das wäre unbequem, weil du dann deine Gedanken für wenigstens eine Stunde lassen müsstest….

    LG KNI

  5. Yeti sagt:

    Auf Untergriffigkeiten brauche ich nicht zu reagieren.

    Der Teufel ist oft nicht dort, wo man ihn gerade vermutet.

    Lass‘ Dich überraschen.

  6. Kardinal Novize Igor sagt:

    Frei nach Jesus: „Wenn ich etwas Unwahres gesagt habe, dann weise es nach. Wenn nicht, warum wirfst du mir Untergriffigkeit vor?“

    LG KNI

  7. Yeti sagt:

    Weil Du mir vorwirfst, dass ich schon lange nicht in der Kirche gewesen bin, wo Du doch weißt, wie leid mir das tut.

    Herr, ich bin nicht würdig, dass Du eingehst unter mein Dach, aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund.

  8. Kardinal Novize Igor sagt:

    Genau das meinte ich mit dem letzten Satz: Es ist ein Kampf der Unruhe deiner Gedanken gegen die Ruhe der Kirche. (Was nicht heissen soll, dass alle deine Gedanken unruhig sind, aber eben jene welche.)

    Ich weiß auch, wie quälend Gedanken sein können, die einen vom eigentlich Wichtigen ablenken. Das ist ein Kampf.

    Trachte danach, diesen Kampf zu gewinnen!

    LG KNI

  9. Yeti sagt:

    Ich habe jetzt lange nachgedacht, wie ich in diesem Sparring wieder „aus der Ecke herauskomme“.

    Aus der Ecke des „armen Sünders“, in der Du mich ja so gerne siehst.

    Offensichtlich tut Dir das gut, wenn Du wieder einmal siehst, wie gut Du bist, weil ich doch so schlecht bin.

    Wenn ich mich nun an die Stelle des „großen schwarzen Vogels“ setze und in seinem Namen spreche: „Ich möchte Buße tun für meine vielen schweren Sünden. Aber ich kann nur zerstören“. Was würdest DU ihm auftragen, wenn Du an der Stelle des Beichtvaters wärest?

    • Kardinal Novize Igor sagt:

      Wir sind alle arme Sünder. Also auch du, also auch ich.
      Wo ist das Problem?

      Ich habe dir gesagt, was ich tun würde; der Rest ist deine Sache.

      LG KNI

  10. Yeti sagt:

    Aber mei letzter Satz war ja „oder ich werde endgültig zum Künstler“.

    Wobei auch hier Ist immer die Frage nach dem Auftraggeber.

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