Leseprobe „Vom Leben“

Habe jetzt begonnen, das zehnte Büchlein zu schreiben.

Hier die Leseprobe vom ersten Kapitel

Warum vom Leben

Nun habe ich neun „kleine religiöse Büchlein“ geschrieben und es wird Zeit, den Kreis zu schließen mit einem zehnten.

Manchem Leser waren einige der Büchlein zu wenig katholisch, überhaupt zu wenig religiös – vielleicht zu philosophisch.

Das ist schade, denn ich bin durchaus ein Katholik, wenngleich ich das „r“ in „r.-k.“ nicht so sehr als „römisch“ interpretiere, sondern eher als „richtig“.

Sozusagen „ortho-katholisch“.

Nun gut, aber lass mich Dir mich kurz vorstellen.

Ich bin Programmierer.

Als solcher bin ich gewohnt, dass Computer nicht immer das tun, was ich von ihnen will, sondern sie tun immer das, was ich ihnen auftrage – wenn nicht ein Fehler vorliegt, der tiefer sitzt.

Man muss sich bei einem Computer also sehr gut überlegen, was man ihm aufträgt, damit er dann das macht, was man wirklich will.

Bei Lebewesen ist das anders, den sie denken mit (meistens).

Insoferne agiert der liebe Gott gegenüber der Schöpfung nicht so sehr als Programmierer, sondern eher als Administrator.

Der Administrator, ein ewiges Thema philosophischer Kontemplation in der Computertechnik.

Aber warum beschäftigen wir uns mit dem Leben.

Eigentlich habe ich mir ja vorgenommen, im zehnten Büchlein dann eben über das gesamte Universum zu philosophieren, sozusagen, mein Weltbild darzulegen.

Ich hoffe, dass ich diesmal bereits einen größeren Überblick habe als im Jahr 2005, als ich die Zifferngeschichte geschrieben hatte.

Wenn man es sehr simpel betrachtet, dann hat das Leben im Universum eine Sonderstellung.

Wenn man alle Wesen in die Kategorien „Geist“ und „Materie“ einteilt, dann merkt man sehr schnell, dass es vier Kombinationsmöglichkeiten gibt:

  • alles, was Materie ist, also zum Beispiel, Steine, Himmelskörper und Betonklötze
  • alles, was Geist UND Materie ist, also zum Beispiel uns Lebewesen
  • alles, was NUR Geist ist, hier werden wir diskutieren müssen, ob es so etwas überhaupt gibt
  • alles, was weder Geist noch Materie ist, also z.B. (das) Nichts

Die Lebewesen – das Leben – hat also eine Sonderstellung im Universum, weil es an der Schnittstelle zwischen Geist und Materie sitzt.

Trotzdem – zu diesem Schluss sind wir in den anderen Büchlein gekommen – sind alle vier Arten von Wesen ein Teil der Realität, denn (das ist jetzt aber eine Nullaussage):

Anything is real.

There is not anything that does not exist.

Beschäftigen wir uns also mit dem Universum, dem Leben und dem ganzen Rest. Das ist eine schöne Sisiphusarbeit.

Meint

Euer Christoph

6 Responses to Leseprobe „Vom Leben“

  1. Kardinal Novize Igor sagt:

    jaja, das Leben, eine sehr subjektive Sache, das zu beschreiben.

    Es gibt ja Dinge, die man nur für sich selbst definieren kann, zb. Geschmack. Ich hatte eine Kollegin, die konnte Bananen nicht ausstehen. Daher sagte sie „Bananen sind grauslich“. Ich hingegen finde Bananen nicht so schlecht (wenn sie frisch sind).

    Wieder ein anderer mochte keine Sellerie, er sagte, davon werde ihm schlecht.

    Ich wieder mag keine Rosinen im Kuchen. Ich verlange auch gar nicht, dass das jemand versteht. So lange er mich nicht zwingt, Rosinen-Kuchen zu essen.

    Der Begriff des „Lebens“ ist der wohl subjektivste überhaupt. Da hat jeder Mensch etwas anderes in die Hohlform eingefüllt.

    Also für dich etwas, das mit dem Universum zu tun hat. Wenn das für dich so ist, dann ist es halt so.

    Von diesem Recht auf Subjektivität mache allerdings auch ich Gebrauch.

    Ich denke mir: wie wenig Leben ist doch im Universum vorhanden! Tausende Lichtjahre nichts als Finsternis und Eiseskälte, ewige Nacht (nicht gerade das, was ich mir unter „Leben“ vorstelle), dann, irgendwann, ein winziges Kügelchen namens „Erde“, dann wieder tausende Lichtjahre nichts.

    Nicht einmal von einem Nachbar-Sternsystem könnte man die Erde mit klassischen Teleskopen erkennen.

    Für mich ist der Begriff „Universum“ konnotiert mit Kälte, Weite, Dunkelheit, Physik; aber kaum mit „Leben“.

    Für mich hat Leben eher mit der Frage nach Bewusstsein zu tun.

    LG KNI

  2. rotegraefin sagt:

    Ich hab auch einmal vor Jahren mit einer Sisyphusarbeit begonnen und habe dann aufgegeben und gefunden:
    1. Gott ist mit die Doofen
    2. In meiner Schwachheit ist Gott stark.
    3. Den Seinen gibt es der Herr im Schlaf. (Wobei ich ein großes Problem mit dem Herrn habe.)
    4. Das Weib und seine Nachkommenschaft, wird der Schlange den Kopf zertreten. (Da habe ich allerdings als Pazifistin ein großes Problem mit dem zertreten eines Kopfes)
    So bleibt mir 5. Körper – Geist und Seele sind eine Einheit und der Seele diesem zähen Luder ist Geduld beizubringen um vom Gefühl zu Verstand und wieder zur Vernunft zu kommen. Dabei besteht glaub ich heute eher das Problem, das ganz vielen Menschen das Gefühl verboten und aberzogen wurde.
    .

  3. Yeti sagt:

    Ja, das stimmt. Das Thema dieses Postings ist ein sehr weites.

    Darum driften jetzt auch die Kommentare so sehr auseinander.

    @RG: Deine fünf Sätze sind sehr schön. Das Zitat aus der Genesis (das sogenannte „Protoevangelium“) habe ich eigentlich immer auf Jesus bezogen und auf Maria.

    @KNI: ja, aber was hätte dieses großartige, dieses riesige Universum für einen SINN, wenn es das Leben nicht gäbe.

  4. Kardinal Novize Igor sagt:

    @Yeti:

    „ja, aber was hätte dieses großartige, dieses riesige Universum für einen SINN, wenn es das Leben nicht gäbe.“

    Also ist der Sinn des Universums in nur einem winzigen Pünktchen namens Erde zu finden. (oder vllt. gibt es auch andere bewohnbare Pünktchen).

    Und deshalb meinte ich: warum sollten wir unseren Blick so diffus auf das Universum richten? In diesem Größenmaßstab können wir den Dreh-und Angelpunkt des Lebens, nämlich die Erde, ja nicht einmal mit einem Mikroskop wahrnehmen!

    Wenn ich ein Buch lesen will, werde ich es nicht 2 km entfernt von mir hinlegen, denn dann kann ich es nicht entziffern.

    Es sei denn, freilich, ich will das Buch gar nicht lesen….das Universum-eine Flucht „nach vorne“?

    LG KNI

    • Yeti sagt:

      Das ist ein sehr gutes Argument. Wenn man ein Büchlein über das Leben schreibt, dann kann das Kapitel über das Universum aber nur ein Vorwort sein.

      Das ist schon eine gute Idee, wie sich das Büchlein weiter entwickeln könnte

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