Büchlein „Vom Bösen“ – fertig

Das achte „Kleine religiöse Büchlein“ ist kürzer geworden, als erwartet.

Es heisst „Vom Bösen“ und ist a hier zu finden.

Schöne Ostern
Euer Christoph

5 Responses to Büchlein „Vom Bösen“ – fertig

  1. hansarandt sagt:

    Vielen Dank für diesen sehr interessanten Artikel zu einem Thema, das mich schon immer sehr beschäftigt hat.
    Ich denke, wie du, dass es schlechterdings nicht zu bestreiten ist, dass es das Böse gibt. Umstritten ist allerdings die Frage, ob es auch den Bösen gibt.
    Ich neige zu der Auffassung, dass es sehr wohl auch den personifizierten Bösen gibt, und nicht nur eine abstrakte Kategorie des Bösen.
    Luther prägte in seinem Werk vom unfreien Willen das Bild vom Teufel, der ihn reitet wie einen Esel.
    Ich denke dieses Bild ist sehr gut gewählt: Ein Mensch, der einer Sucht verfallen ist, wird in der Tat vom Teufel geritten und ist nicht mehr in der Lage seinem freien Willen zu folgen.
    Das stimmt in extremen Situationen wie in der Sucht. Es ist auch schon behauptet worden, ein ganzes Volk könne einer solchen Sucht verfallen, wie es im Nationalsozialismus geschehen ist.
    Deshalb hier auch noch eine Anmerkung zum Hitlerfaschismus. In deinen Beiträgen nimmst du immer wieder darauf Bezug und diese Epoche der deutschen Geschichte ist für dich der Platzhalter des schlechthinnig Bösen.
    Das entspricht ganz dem Geist der Zeit, in der Alles und Jeder mit Hitler verglichen wird, der als schlechthinnig böse dargestellt werden soll.
    Ich habe diese Positionen auch sehr lange so vertreten und so kommuniziert. Im Laufe der Zeit hat sich meine Sichtweise zu diesem Thema gewandelt.
    Die behauptete die Einmaligkeit und Unvergleichbarkeit dieser fraglos schrecklichen Verbrechen ist bei genauerer historischer Analyse der Weltgeschichte nicht mehr aufrecht zu erhalten.
    Martin Luther zum Beispiel hat ganze Bücher gegen die „Juden und ihre Lügen“ geschrieben, in denen er die Verbrennung aller Synagogen, die Zerstörung aller jüdischen Häuser, die Konfiskation allen jüdischen Kapitals, und die Verbringung der Juden in Arbeitslager gefordert hat.
    Auf die Frage, was er tun würde, wenn ein Jude getauft werden wolle, hat er in einer seiner Tischreden geantwortet: „Ich würde ihn auf die Elbbrücke führen, ihm einen Stein um den Hals hängen und ihn in den Fluss werfen.“
    Evangelische Bischöfe haben 1938 die Reichspogromnacht begrüßt und gelobt, dass sie passender Weise an Luthers Geburtstag stattgefunden hat.
    Bei den Nürnberger Prozessen hat ein Angeklagter begonnen, die einschlägigen Stellen von Luther zu zitieren wurde dabei aber vom Vorsitzenden mit den Worten unterbrochen, das das nicht zur Sache gehöre.
    Dieser Martin Luther wird zur Zeit gefeiert, als wäre er ein Heiliger. Zwar legt der Ratsvorsitzende der EKD in Richtung des Zentralrates der Juden ein Schuldbekenntnis ab, dass Luther aber genauso den Tod von Hexen, aufständischen Bauern, Ketzern, Widertäufern und Türken gefordert hat, bleibt weiter unter dem Teppich des allgegenwärtigen Enthusiasmus über die Reformation.
    Die Verbrechen des Kommunismus, die mittlerweile auf über hundert Millionen Tote beziffert werden, ist kein Thema für die Medien, die sich mittlerweile fast alle mehr oder weniger als links verstehen.
    Die westlichen Demokratien bringen es seit 1945 bis heute bereits auf über dreißig Millionen Tote, die aus der Luft liquidiert wurden ohne jede Chance auf Gegenwehr.
    Am Ende des zweiten Weltkriegs wurden von den Alliierten ganz bewusst Zivilisten bombardiert, allein deshalb, weil sie einer bestimmten Volksgruppe (Deutsche oder Japaner) angehörten. Hunderttausende kamen dabei auf bestialische Art und Weise ums Leben.
    Ich kann dieses auf allen Kanälen ausgestrahlte Geschichtsbild, dass das schlechthinnig Böse sich ausschließlich in Deutschland und in den von deutschen besetzen Gebieten in den Jahren zwischen 1933 und 1945 abgespielt haben soll, nicht mehr teilen.
    Adolf Hitler hat schon längst die Funktion des Teufels übernommen. Alles und jedem, dem man Böses unterstellen will, wird mit ihm in Verbindung gebracht: Saddam, Milosevic, Gaddafi, Assad…
    Man ist sogar dazu übergegangen diese so identifizierten Verbrecher vor laufender Kamera für alle sichtbar zu foltern und hinzurichten, wie es im Mittelalter üblich war.
    Bei mindestens einem, Milosevic, bin ich mir ziemlich sicher, dass es völlig zu Unrecht geschehen ist.
    Dieses bewusst verengte Bild des Bösen verstellt den Blick auf die wahrhaft Bösen, die uns zur Zeit manipulieren, ausbeuten und unsere Existenz bedrohen.
    Wer sich mit dem Bösen ernsthaft beschäftigen will, sollte seinen Blick auf das werfen, was aktuell geschieht und dieses Geschehen genau analysieren.
    Die Macht des Bösen besteht vor allem darin, dass er sich verstellt. Der Antifaschismus ist der neue Faschismus.
    Im „Krieg gegen den Terror“ gelten in den USA seit 2001 und in Frankreich seit den Anschlägen in Paris bereits Gesetze, die nahezu alle Freiheitsrechte aushebeln.
    Im Namen der Freiheit stehen Soldaten der Bundesrepublik Deutschland in mehr als elf verschiedenen Ländern, die zum Teil weiter entfernt sind, als die besetzten Gebiete im Zweiten Weltkrieg jemals waren.
    Die deutsche Gegenwart ist das Problem nicht mehr die Vergangenheit.
    Wir beide, wie die meisten Menschen im deutschsprachigen Raum, sind nach dem Krieg auf die Welt gekommen.
    Wir sollten endlich mit der Regel, wie sie in der Charta der Menschenrechte verbürgt ist, ernst machen, die da heißt: Niemand soll allein wegen seiner Herkunft benachteiligt werden.
    Ich kann mich nicht erinnern, dass ein Amerikaner vor laufender Kamera von einem Reporter danach gefragt wurde, wie er sich für den Genozid an den Indianern rechtfertigt oder sonst irgendwie darauf Bezug nimmt, auch Denkmäler und Gedenkstätten sucht man vergebens.

  2. Yeti sagt:

    @hansarandt: ich habe – von anderer Seite – auch die Rückmeldung bekommen, dass das Buch noch nicht fertig sei, weil ich die Antwort, ob es „der“ Böse ist, oder „das“ Böse, sclichtweg schuldig bleibe. Zumindest Argumente pro und contra sollte ich liefern, meint @KNI in einer PM.

    Ich werde also ohnehin noch ein wenig an dem Büchlein weiterarbeiten, da werde ich versuchen, Deine berechtigte Kritik, dass es eben nicht (nur) Deutschland sei, das das absolut Böse in die Welt gebracht habe, zu berücksichtigen.

    Lg,
    Christoph

  3. Kardinal Novize Igor sagt:

    sehr interessant Kommentare hier, das mit Luther habe ich nicht gewusst!

    zum Buchkapitel

    Ja, eigentlich KANN einem der Stoff bei diesem Thema nicht ausgehen! Auch klar ist: irgendwie muss man sich bei diesem Thema die Finger schmutzig machen! Aber gerade das ist doch -auch- Teil der Reinigung!

    LG KNI

  4. Yeti sagt:

    ich werde versuchen, in dem Büchlein noch einige Lücken zu füllen und einige Ecken abzurunden.

    Aber bitte gebt mir ein wenig Zeit. Jetzt nach Ostern ist zuerst einmal in der Firma einiges zu tun 🙂

  5. Kardinal Novize Igor sagt:

    Keine Limits!

    Ein gutes Buch braucht so viel Zeit, wie es eben braucht!

    LG KNI

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