Vom Bösen

Jetzt sind die ersten Inspirationen eingetrudelt, mit denen ich mein achtes „Kleines religiöses Büchlein“ dann schreiben könnte.

Möchte das mal kurz zusammenfassen, damit es nicht verloren geht.

1) Einleitung
Ich möchte offenlassen, ob ich über „das Böse“ schreibe oder über „den Bösen“, denn ich möchte darauf hinweisen, dass das letzten Endes eine Frage der Modellbildung ist.
Aber welches Modell kommt näher an die Wirklichkeit?
Das wollen wir anhand von Beispielen untersuchen, sodass sich jeder ein eigenes Bild machen kann.

2)Die Dinge und Wir
Wenn uns die Dinge kontrollieren, anstatt dass wir die Dinge kontrollieren. Wenn wir gefesselt sind. Dann ist das ein Ausdruck des Bösen.

3)Die anderen Menschen und wir
Wenn uns andere Menschen kontrollieren wollen. Wenn wir uns von anderen Menschen kontrollieren lassen. Wenn wir andere Menschen kontrollieren wollen. Dann ist das ein Ausdruck des Bösen.

4)Unvollständige Wahrheit
Wenn da etwas ist, das wir nicht wahrhaben wollen. Wenn wir Konstrukte etablieren, um der Wahrheit nicht in die Augen sehen zu müssen. Wenn wir in einer Lebenslüge leben.
Dann ist das ein Ausdruck des Bösen.

5) Verbogene Wahrheit
Wenn wir falsche Modelle der Wirklichkeit/Wahrheit haben, dann ist das ein Ausdruck des Bösen.
Gibt es auch „falsche“ Religionen, oder sind alle Religionen „gleich gut“?

Meint
Euer Christoph

6 Responses to Vom Bösen

  1. Martin Müller sagt:

    Hallo,
    zu deiner Frage der „richtigen“ Religion oder nicht:
    Es kann, meiner Meinung nach, keine falsche Religion geben. Im Prinzip ist jede Religion eine, von einer besonderen Bevölkerungsschicht her, gehütete, verbreitete und glorifizierte ANleitung zum Leben miteinander. In den richtigen Händen an und für sich ja etwas Gutes. Für die „besondere“ Bevölkerungsschicht sowieso etwas Gutes 😉

    Zum Bösen:
    So wie du das „Böse“ interpretierst, ist Kontrolle per se etwas „Böses“. Ich sehe in Kontrolle, wenn richtig eingesetzt, etwas Regulierendes, dem Guten dienendes. Aber da kann man rundherum spinnen, was man möchte.
    Für mich ist im Prinzip das Böse etwas der Religion widersprechendes, der Gegen-Part zum Guten, das Eine kann ohne dem Anderen nicht existieren – also hat auch das Böse seine guten Seiten.
    Oder gibt es keine 2 Seiten – und wir suchen nur nach Messmethoden für unser bzw. der Anderen Handeln ?

    • Yeti sagt:

      Hallo Martin,
      Zuerst einmal Danke, dass Du Dich auf dieses Blog „am Ende des Universums“ verirrt hast und Deinen Senf dazu gibst.

      Was die „besseren“ und „schlechteren“ Religionen betrifft, würde ich Dich bitten, auf das Büchlein zu warten. Ich muss mir da selber erst ins Klare kommen, wie man das zu interpretieren hat. Prinzipiell gebe ich Dir recht, insoferne die Begriffe „Gut“ und „Böse“ immer zwei Begriffe sind, die vom Maßstab abhängen, den man anlegt. An Religionen müßte man halt göttliche Maßstäbe anlegen, weshalb es uns eigentlich nicht zusteht, zwischen „Gut“ und „Böse“ zu unterscheiden. Aber Jesus hat gesagt: „An den Früchten werdet ihr sie erkennen“ – und da hat man dann schon einen gewissen Maßstab.

      Und was die „Kontrolle“ betrifft, muss ich wahrscheinlich noch näher ausarbeiten, was ich mit diesem Begriff meine. Ich meine eine Kontrolle, die die Freiheit des Anderen ignoriert und ihm meinen Willen aufzwingen möchte. Kontrolle im Sinne einer Dienstleistung (auch Führung ist Dienstleistung) halte ich hingegen auch für etwas Positives.

      Lg
      Christoph

  2. Kardinal Novize Igor sagt:

    …kann mit Pkt 1-4 was anfangen, bei Pkt 5 wäre ich vorsichtig, weil:
    rein physikalische Weltmodelle können auch einfach nur eine Manifestation des naturwissenschaftlichen Wissensstandes sein.

    …eigenartig wird es dann, wenn alte Weltmodelle wider besseres Wissen ( zb Kreationismus) beibehalten werden.

    Zu Pkt 4:

    „Gehorsam“ ist eigentlich auch eine Kontrollsituation. Und trotzdem eine hohe Tugend.

    Ich nehme an, du meinst Kontrolle in Verbindung mit Machtgelüsten (die zb. ein Novizenmeister niemals haben darf/dürfte)

    LG KNI

  3. Kardinal Novize Igor sagt:

    sorry, ich meinte Pkt 3 nicht 4

  4. hansarandt sagt:

    Ich hatte mal einen theologischen Lehrer, der leider verstorben ist. Der hat die Sache mit dem Bösen folgender Maßen erklärt. Er war dafür, auch von dem personifizierten Bösen zu sprechen und nicht nur vom abstrakten Bösen. Er unterschied die „Ambivalenz der geschöpflichen Abhängigkeit“ von der Dämonie, die nur durch einen Kampf auf Leben und Tod entschieden werden kann. Für das Letzere stehen die apokalyptischen Bilder in der Bibel. Im ambivalenten Leben der geschöpflichen Abhängigkeit gibt es Freude und Schmerz, Wahrheit und Lüge, Schuld und Vergebung. Das Leben kann aber auch entarten wie ein Krebs. Den kann man nur bekämpfen, da gibt es keine Kompromisse. Genauso ist es, wenn eine Sucht das Leben ergriffen hat, der Alkoholismus oder die Magersucht. Dafür gibt es die Apokalyptischen Bilder in der Bibel. Das kann auch auf der gesellschaftlichen Ebene passieren wie zum Beispiel im Faschismus, im Stalinismus oder bei Pol Pot.

  5. Yeti sagt:

    Danke für diese Anregungen, ich werde jetzt bald tatsächlich beginnen das achte Büchlein zu schreiben.

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