Die Weisheit des Kastenwesens

Hier ein kleiner Denkanstoss, den ich @KNI zu verdanken habe.

Natürlich möchte ich das Kastenwesen nicht insoferne unterstützen, als dass man in eine Kaste hineingeboren wird und nicht mehr daraus hervor kommt.

Aber eine gewisse gesellschaftliche Arbeitsteilung entspricht doch einer langbewährten Weisheit.

Als da ist

  1. die Priesterkaste (spirituelle Führung)
  2. die Königskaste (weltliche Führung)
  3. die Kriegerkaste (dazu zählen auch jedwede Techniker)
  4. die Händlerkaste
  5. die Arbeiter- und Bauernkaste

.

Wenn sich eine Kaste in die Angelegenheiten der anderen Kasten zu sehr einmischt, dann kann’s nur schlimm enden.

Der neue amerikanische Präsident wird uns demonstrieren, was herauskommt, wenn die Händlerkaste (also die Reichen) sich in die Politik einmischt (Königskaste).

Schlimm, wenn sich die Priesterkaste in die Staatsführung einmischt – Religionskriege sind vorprogrammiert – siehe IS.

Wenn sich die Kriegerkaste in die Angelegenheiten der Händlerkaste einmischt (wenn Techniker in der Wirtschaft den Ton angeben), dann führt das zu ungezügelter Innovation und Produkten, die allen Menschen die Lebenszeit stehlen (ich denke an die vielen Stunden, die man unnütz mit dem einen oder anderen Gadget verschwendet).

Und so könnte man viele weitere Beispiele nennen.

Wenn dieser Satz nicht schon von den Nazis missbraucht worden wäre, dann würde ich hier plakatieren: jedem das Seine (nicht jedem das Gleiche).

Aber das ganze soll ja nur ein Denkanstoss sein und keine „Kundgebung“.

Meint
Euer Christoph

5 Responses to Die Weisheit des Kastenwesens

  1. Kardinal Novize Igor sagt:

    Es steht jedem frei, die Gesellschaft nach „seinem“ Kastenwesen einzuteilen,

    etwa: die Angestellten und die Selbständigen

    (nach der Aussage eines kapitalistisch veranlagten mittlerweile verstorbenen älteren Herren: „es gibt nur zwei Menschentypen: die Angestellten und die Selbstständigen.“)

    oder: die Linken und die Rechten

    (Einteilungskategorie dummer Linker)

    oder: die Inländer und die Ausländer

    (Einteilungskategorie dummer Rechter)

    etc.

    Wenn man sich aber auf das indische Kastenwesen beziehen will, lautet die Einteilung so:

    1. Brahmanen (Priester)

    2. Kschastriyas (Krieger)

    3. Händler (ind Bezeichnung kenne ich nicht)

    4. Shudras (niedriger Stand; Dienerschaft)

    5. Dalits (Unberührbare)

    Eine „Königskaste“ gibt es nicht, dafür aber Dalits, noch unter den Bauern.

    Im Idealfall beschreibt das Kastenwesen nicht Berufstypen, sondern geistige Einstellungen.
    Zu den Brahmenen würde ich also auch die Philosophen, nach wie vor die Priester, Schriftsteller, die Künstler (manche) zählen;

    Zu den Kriegern Soldaten aber auch Politiker (soferne typisch);

    Händler: Bankangestellte bis Ölmagnat;

    Shudra: etwa Bauern (soferne durchschnittlich intelligent); Handwerker, Kellner etc.

    Dalit: Subproletariat

    „Techniker“ sind wohl nicht eindeutig zuordenbar; einerseits haben sie als Handwerker Shudra-Eigenschaften, andererseits Kschastriya-Elemente (Spitzentechnologie; Waffentechnik), soferne sie philosphisch ihr Tun reflektieren können, auch Brahmanische Elemente.

    Ebenso kann auch ein Bauer eher Brahmane sein, als ein Shudra etc.

    Dass sich aber etwa ein Brahmane nicht in die Politik einmischen sollte, stimmt definitiv nicht; ihre Aufgabe ist die des moralischen Korrektivs.

    Es zeigt sich freilich auch, dass in verschiedenen Gesellschaften auch jeweils andere Kasten das Primat haben: Offensichtlich herrscht in der westlichen Gesellschaft, wie oft angeführt, sie Händlerkaste, während etwa in islamisch-orientalischen Gesellschaften immer stärker Shudra-und Dalit-Elemente die Hegemonie übernehmen.

    (Stichwort IS und deren falscher Brahmanismus) – das werde ich beizeiten näher ausführen….

    LG KNI

    • Yeti sagt:

      Du bringst mich auf die Idee, dass ich das Wort „sich einmischen“ falsch verwendet habe.

      Nun habe ich mit „einmischen“ nicht gemeint, dass zum Beispiel ein typischer Brahmane durch Predigt sich in die Politik „einmischt“, sondern ich habe konkret gemeint, dass er ein politisches Amt innehat.

      So sollte ich also besser formulieren:
      Wenn Mitglieder einer Kaste sich in die Rollen von Mitgliedern anderer Kasten begeben, dann kann’s nur schlimm enden.

      So ungefähr nach dem alten Motto:
      Don’t try to be an apple if you are a banana, you will always be a second rate apple.

  2. Kardinal Novize Igor sagt:

    …wobei es vielleicht wirklich interessant wäre, „moderne Kasten“ zu formulieren, wobei dann der Techniker seine Kaste hätte….und wo sind zum Beispiel die typischen Schickimickis einzuordnen und wo die Weltverschwörer?

    LG KNI

  3. Yeti sagt:

    Danke, das sind interessante Anregungen……

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